Dortmund, Oper Dortmund, Premiere QUARTETT von Luca Francesconi, 18.04.2019

März 18, 2019  
Veröffentlicht unter Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Dortmund

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Deutsche Erstaufführung der Oper QUARTETT von Luca Francesconi

Donnerstag, 18. April 2019, in der Oper Dortmund . Die Deutsche Erstaufführung von Luca Francesconis Oper QUARTETT wird am Donnerstag, 18. April 2019, um 19.30 Uhr Dortmunder Opernhaus aufgeführt. Nach der Uraufführung an der Mailänder Scala folgten Inszenierungen bei den Wiener Festwochen und im Royal Opera House in London. Die international erfolgreiche Mezzosopranistin Allison Cook wird die Hauptrolle der Marquise Merteuil in der Dortmunder Inszenierung übernehmen. Ingo Kerkhof übernimmt die Regie.

Oper Dortmund / Allison Cook © Robert Wolanski

Oper Dortmund / Allison Cook © Robert Wolanski

Quartett ist eine Vertonung von Heiner Müllers gleichnamigen Schauspiel, das den berühmten Briefroman Gefährliche Liebschaften (Choderlos de Laclos) zur Grundlage hat. Marquise Merteuil und ihr ehemaliger Geliebter Vicomte Valmont reduzieren die Liebe auf Sex und reine Körperlichkeit. Dabei  fechten die beiden einen Machtkampf aus, in dem Sexualität und Sprache zur Waffe geworden sind und  verkörpern im Rollenspiel ihre menschlichen Opfer, die Madame Tourvel und die junge Klosterschülerin Volanges, selbst. Opfer, weil diese beiden tugendhaften Frauen im erotischen Schlagabtausch verführt und durch die daraus resultierende gesellschaftliche Ächtung letztlich vernichtet werden.

Oper Dortmund / Christian Bowers © Arielle Doneson

Oper Dortmund / Christian Bowers © Arielle Doneson

Francesconi selbst beschreibt die Handlung als eine Art Schachspiel mit Seelen und Körpern, bei dem Liebe und Gefühl verbannt sind. Letztendlich sind die Menschen Gefangene ihrer Ängste, die diese nur ertragen können, wenn diese nicht länger versteckt werden, sondern man sich ihnen mutig entgegen stellt.  Furchtlos ist auch Francesconis geradezu unersättliche Kreativität, mit der er die 2011 uraufgeführte Partitur komponierte. Mit einer Vielzahl an klanglichen Mitteln und stilistischen Ausdrucksebenen hat er eine Musik geschaffen, deren Sogkraft man sich schwerlich entziehen kann.

Musikalisch sehr interessant ist das Kammerorchester im Orchestergraben, in dem trotz der sonst eher kleinen Besetzung nicht weniger als 40 verschiedene Schlagwerk-Instrumente gefordert werden. Darunter befinden sich Exoten wie eine irische Rahmentrommel, ein Donnerrohr oder aber auch eine Sandbox. Zusätzlich kommen verschiedene Tonaufnahmen eines zweiten, großen Orchesters sowie zahlreiche Chorstellen zum Einsatz, die bereits bei der Uraufführung an der Mailänder Scala zu hören waren. Abgerundet werden die Tonaufnahmen von exotischen Geräuscheinspielungen, die an manchen Stellen wie Löwengebrüll klingen können. Francesconis Musiksprache bietet damit ein weites Spektrum, in der es Anklänge an Alte Musik, Folklore, opernhafte Dramatik sowie moderne Strenge zu entdecken gilt.

Wie bei der Uraufführung wird die Dortmunder QUARTETT-Produktion von dem Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM) aus Paris begleitet, dessen Toningenieure und -designer bei der Livetongestaltung mitwirken.

Neben dem Bariton Christian Bowers konnte die Mezzosopranistin Allison Cook für die Partie der Marquise Merteuil gewonnen werden, die die Rolle bereits bei der Uraufführung in der Mailänder Scala sang. Die britische Künstlerin feierte bereits zahlreiche internationale Erfolge als Sängerin für Uraufführungen und Repertoire des 20. Jahrhunderts an der  Mailänder Scala, am Gran Teatre del Liceu (Barcelona), Théâtre Royal de la Monnaie (Brüssel), Teatr Wielki (Warschau), Teatro Colón (Buenos Aires) ebenso wie bei den Wiener Festwochen. Des Weiteren war sie an der English National Opera und in der Barbican Hall London, der New York City Opera sowie beim Edinburgh-Festival zu sehen.

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