München, Bayerische Staatsoper München, La fanciulla del West – Giacomo Puccini, 16.03.2019

Bayerische Staatsoper München

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

Bayerische Staatsoper München Foto: © Wilfried Hösl

  La fanciulla del West – Giacomo Puiccini

Premiere Samstag, 16. März 2019

Bei der nächsten Premiere an der Bayerischen Staatsoper steht ein selten gespieltes Stück auf dem Programm: Giacomo Puccinis La fanciulla del West wurde in München 1934 erstmals gespielt und stand nach dem Zweiten Weltkrieg nie wieder auf dem Spielplan. Jetzt kommt das Stück erstmals in italienischer Sprache an die Staatsoper – Anja Kampe singt die Titelpartie. Filmregisseur Andreas Dresen führt zum vierten Mal bei einer Opern-Inszenierung Regie. Der aus New York stammende Dirigent James Gaffigan gab 2016 sein Staatsopern-Debüt mit Don Giovanni und leitet nun seine erste Münchner Premiere.

Zum Werk und zum Komponisten

Nach der Uraufführung von Madama Butterfly (1904) vergingen fast sieben Jahre, bevor Puccinis nächste Oper La fanciulla del West aus der Taufe gehoben wurde. Als er sich 1907 anlässlich der Met-Premieren von Manon Lescaut und Madama Butterfly in New York aufhielt, lernte er David Belasco kennen, der mit seinem Schauspiel The Girl of the Golden West (1905) die textliche Grundlage für die Oper in drei Akten lieferte. Erst 1909 fand Puccini die nötige Ruhe, sich kontinuierlich La fanciulla del West zu widmen. Am 6. August 1910 teilte er schließlich seinem Musikverleger Tito Ricordi die Vollendung der Oper mit: La fanciulla del West ist mir von allen Opern am besten gelungen.“ Die lyrische Arie mit ihrer gefühlsbetonten Melodik lässt er völlig in den Hintergrund treten – und spitzt mit avancierter, hochemotionaler Klangdramaturgie die Oper auf die Frage zu, was stärker ist: Recht oder Liebe?

Mit dieser Oper betrat Puccini, sowohl was Schauplatz als auch soziologische Perspektive betrifft, ein vollkommen neues Terrain: Der Stoff ist in den Jahren des größten amerikanischen Goldrausches in der Mitte des 19. Jahrhunderts angesiedelt. In einer Reihe von Genreszenen wird ein außerordentlich farbiges und kontrastreiches Bild vom Leben im Lager entworfen. Die dramaturgische Grundkonstellation, eine „klassische“ Dreiecksbeziehung zwischen zwei Männern und einer Frau, erinnert dabei an Puccinis Tosca (1895): Die beiden männlichen Protagonisten sind nicht nur Rivalen, sondern vertreten auch gegensätzliche Positionen in der Gesellschaft. La fanciulla del West allerdings nimmt ein glückliches Ende.

Inszenierung

Andreas Dresen gehört zu den renommiertesten deutschen Filmregisseuren der Gegenwart mit Filmen wie Halbe Treppe, Sommer vorm Balkon oder Halt auf freier Strecke. Im Juli 2015 eröffnete seine Inszenierung von Richard Strauss´ Arabella die Münchner Opernfestspiele.

Dresen sieht viele Parallelen zum heutigen Weltgeschehen: „Menschen aus armen Regionen der Welt suchen in wohlhabenden Regionen Arbeit und Glück, um ihrer Familie zu Hause ein besseres Leben zu ermöglichen. Die Goldgräbercamps der Neuzeit sind die Baustellen von Katar oder die Bergwerke in Südafrika.“ Aus diesem Grund entschied sich Dresen für eine soziale Sicht jenseits von „Cowboyromantik und Folklore“ und verortet das Bühnengeschehen in der heutigen Arbeitswelt der Bergleute. Minnie wirkt dabei wie eine Lichtgestalt inmitten der zwischen Melancholie, Verzweiflung und Aggression schwankenden Arbeitergestalten und Glückssuchenden. Ihre Hoffnung nährt sich aus dem Glauben und der Sehnsucht nach ewiger, romantischer, alles errettender Liebe – eine Utopie, die auf knallharte Realität prallt.

Hauptpartien

Nach ihren Auftritten in Fidelio, Die Walküre, Der fliegende Holländer und Lady Macbeth von Mzensk kehrt Anja Kampe in der Rolle der Minnie zurück an die Bayerische Staatsoper. Neben ihr vervollständigen der Tenor Brandon Jovanovich als Dick Johnson sowie der Bariton John Lundgren als Jack Rance das klassische „Liebes- und Eifersuchtsdreieck“.

Premierenmatinee zu La fanciulla del West, So, 10. März 2019, 11.00 Uhr, Nationaltheater: In der Premierenmatinee geben Intendant Nikolaus Bachler und Mitwirkende der Produktion Einblicke in Motive und Hintergründe der Inszenierung.

 

—| Pressemeldung Bayerische Staatsoper München |—

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