Berlin, Deutsche Oper Berlin, DOB Spielzeit 2018/19 – Eröffnungsfest, IOCO Aktuell, 01.09.2018

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Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

1.9.2018:  Spielzeiteröffnung der Deutschen Oper Berlin

„Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen,
Und jedermann erwartet sich ein Fest“

Von Kerstin Schweiger

Ein Haus und 666 Gastgeber: Die Deutsche Oper Berlin und das Staatsballett Berlin luden zur Spielzeiteröffnung in die Deutsche Oper Berlin ein und feierten an einem hellen Nachmittag bis in die Nacht hinein ein Fest mit tausenden Besuchern. Doch eigentlich kam das Opernhaus seinem Publikum – und gerade auch denen entgegen -, die aus verschiedenen Gründen noch keinen Zugang zu diesem Haus nicht gefunden haben, um den Beginn der Spielzeit 2018/2019 gemeinsam zu feiern.

„Besonders aber laßt genug geschehn!
Man kommt zu schaun, man will am liebsten sehn.
(…) Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus“

Das Kraftwerk Oper brummte und klang. Auf dem Vorplatz, im Restaurant, in den Foyers, auf den Probebühnen, in Probensälen, Musikzimmern und in der Tischlerei, der kleinen Spielstätte der Oper, zeigten die gut gelaunten, engagierten Spielmacher, was Oper kann, und vor allem, wie viel Spaß Oper machen kann: Vom „Bügeln wie die Profis“ der Ankleideabteilung bis zu individuellen, aus Wunschstoffen genähten Tütüs für kleine Prinzessinnen war das Foyer ein Mitmach-Parcours für kleine und erwachsene Kinder. Das Orchester der Deutschen Oper erwies sich als wahrhaft musikalisches Chamäleon: Salonorchester, Tango- oder Big Band. Stipendiaten des Förderkreises gaben erste gesangliche Kostproben.

Deutsche Oper Berlin / Fest zur Eröffnung der Spielzeit 2018/19 © Kerstin Schweiger

Deutsche Oper Berlin / Fest zur Eröffnung der Spielzeit 2018/19 © Kerstin Schweiger

Einblicke in musikalische und szenische Ausschnitte aus den Produktionen der aktuellen Spielzeit fanden sich überall, auf kleinsten Podesten wie auf der Hauptbühne. Besonders schön und begehrt: die vielen Angebote für Kinder. Schminken, Mittanzen und jede Menge gelber Luftballons, die beim Zerplatzen zahlreiche musikalische Akzente setzten. Das Musikinstrumentenmuseum im Foyer des ersten Ranges bebte von wunderbar hingepupsten Trompeten- und Posaunenklängen kleiner Musiker.

„Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen
Probiert ein jeder, was er mag;
Drum schonet mir an diesem Tag
Prospekte nicht und nicht Maschinen“

In einer Technikshow präsentierte sich die neue Bühnenmaschinerie, nach der Wasserhavarie, die Anfang des Jahres die Technik fast außer Betrieb setzte und monatelange, großartige ersonnene, Notfallmaschinerie und –Beleuchtung erforderte, ein glücklicher Moment. Was kein Zuscahuerauge sonst zu sehen bekommt, entdeckten Besucher bei den sehr begehrten Rundgängen hinter der Bühne. Kabel und Scheinwerfer, Inspizientenpult und hohe Kulissenmagazine waren als überraschende, verborgene Orte zu erkunden.

Durch die Foyers flanierten Ritter in schimmernden Rüstungen, das Publikum genoss selbst Verkleidungen und wählte dafür unter rund 300 Kostümen und Kostümteilen von Biedermeier bis Mittelalter, von der Königskrone bis zum Zylinder. 200 Bärte und 60 Perücken hat die Maske hervor- und interessierten Besuchern angezaubert.

Deutsche Oper Berlin / Fest zur Eröffnung der Spielzeit 2018/19 _ Ein Hinweisschild © Kerstin Schweiger

Deutsche Oper Berlin / Fest zur Eröffnung der Spielzeit 2018/19 – Ein Hinweisschild © Kerstin Schweiger

Selbst die neuen T-Shirts der Deutschen Oper, gestaltet von dem Zeichner und Illustrator Christoph Niemann, dessen Bilder und Zeichnungen die Spielzeit im Foyer porträtieren, tragen die Oper nach draußen. Sie enthalten Stilelemente der markanten Fassade des Hauses und machen so alle T-Shirt-Träger zum Botschafter des Opernhauses.

Ergänzend strahlte die graue Außenmauer des Parkhauses der Deutschen Oper als Pop Up-Paste Streetart-Galerie. In Zusammenarbeit mit dem Kunstprojekt „Wandelism“ rufen hier phantasievolle Paste-Collagen – mit Leim aufgeklebte Plakate – noch bis Ende Oktober ein interessiertes, smart fotografierendes, Publikum in die Oper als Ort, an dem noch mehr Überraschungen lauern.

„Sie sitzen schon mit hohen Augenbraunen
Gelassen da und möchten gern erstaunen“

Dietmar Schwarz © IOCO

Dietmar Schwarz © IOCO

Die stärkste Chorbesetzung an diesem Ort ließ den vollbesetzten Zuschauerraum zum Extrachor werden. Die smarteste Geste machte Intendant Dietmar Schwarz selbst: zusammen mit Ensemblemitglied Alexandra Hutton las er pointiert und augenzwinkernd aus „fiesen Kritiken“ zu den Produktionen der vergangenen Spielzeit und versenkte den „Inszenierungsmüll“ anschließend galant in der Abfalltonne.

Der Theaterdirektor und seine 665 Mitstreiter können also gespannt der kommenden Spielzeit entgegen sehen.

 


„Wenn sich der Strom nach unsrer Bude drängt,
Und mit gewaltig wiederholten Wehen
Sich durch die enge Gnadenpforte zwängt;
Bei hellem Tage, schon vor vieren,
Mit Stößen sich bis an die Kasse ficht
Und, wie in Hungersnot um Brot an Bäckertüren,
Um ein Billet sich fast die Hälse bricht“

 

https://deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/premiere

Paste-Up Festival bis 31. Oktober 2018

—| IOCO Aktuell Deutsche Oper Berlin |—

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