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Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere Pique Dame von Pjotr Tschaikowsky, 26.11.2016

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Redaktion
07. November 2016
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski
Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Pique Dame von Pjotr Tschaikowsky

Text von Modest Tschaikowsky nach der gleichnamigen Novelle von Alexander Puschkin, Aufführung in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: 26. November 2016, 19.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Theater Chemnitz / Plakatmotiv zu Tschaikowskys "Pique Dame" © Oper Chemnitz
Theater Chemnitz / Plakatmotiv zu Tschaikowskys “Pique Dame” © Oper Chemnitz

Die Geschichte : Ganz Paris war früher verrückt nach ihr, der „Venus von Moskau“. Nun ist sie nur noch eine alte Gräfin, doch eine mit einem bemerkenswerten Geheimnis: Im Spiel hoch verschuldet, schenkte sie einst dem sagenumwobenen Grafen St. Germain eine Liebesnacht – so sagt es zumindest die Legende – für das Wissen, mit welchen drei Karten man im Pharo-Spiel immer gewinnt. Seitdem trägt sie den Spitznamen Pique Dame. Nun ist es ihre Enkeltochter Lisa, die den Stein ins Rollen bringt. Lieblos verlobt mit dem Fürsten Jeletzky, verliebt sie sich in den Ingenieur Hermann. Doch der ist ebenso sehr an dem Geheimnis ihrer Großmutter interessiert wie an ihrer Liebe. Es kommt zu dramatischen Verwicklungen, die sich während eines Balls, in diversen Schlafgemächern und einem Kasernenzimmer entfalten, in einem Zufalls-Mord kulminieren und, wie könnte es anders sein, im Spielcasino ihren Showdown finden.

Tschaikowskys Oper : Wie so viele Opern der russischen Romantik geht auch Pique Dame auf eine Vorlage Alexander Puschkins zurück. Im Libretto, das Pjotr Tschaikowsky Ende der 1880er-Jahre von seinem Bruder Modest eingerichtet bekam (der es zunächst für einen anderen Komponisten erstellt hatte), mischen sich typische Themen jener Zeit: Die Verlockung unermesslichen, leicht gewonnenen Reichtums als Alternative zu einer großen Liebe, die auf Erden aber wenig Chancen bekommt. Außerdem die Spielsucht und das gesellschaftliche Korsett durch die Etikette bei Hofe und beim Militär.
Tschaikowsky hatte über viele Jahre hinweg lukrative Beziehungen zu seiner ganz persönlichen Pique Dame – der Mäzenin Nadeshda von Meck, die ihn mit regelmäßigen Geldspenden förderte, und das, obwohl er sie nie von Angesicht getroffen hatte. Als Tschaikowsky ihr das Libretto schickte, brach sie plötzlich alle Beziehungen ab – ob als Reaktion hierauf oder einem anderen Grund, bleibt Spekulation.

Der Komponist befand sich zur Entstehungszeit längst im Zenit seines Könnens. Im Unterschied zur sehr lyrischen Partitur von Eugen Onegin, wohl die berühmteste seiner Opern, blättert Pique Dame eine große Stilvielfalt auf, vom einfachen Volkslied über ein Mozart abgelauschtes Schäferspiel, bewegende Arien, geisterhafte Chöre bis hin zu dramatischen Ensembles und Szenen.

Musikalische Leitung: Michael Güttler, Inszenierung: Helen Malkowsky, Bühnenbild: Hermann Feuchter, Kostüme: Henrike Bromber, Chöre: Stefan Bilz, Pietro Numico

Mit: Viktor Antipenko (Hermann), Matthias Winter (Graf Tomskij und Plutus), André Riemer (Tschekalinskij), Magnus Piontek (Ssurin), Tiina Penttinen (Die Gräfin), Maraike Schröter / Iordanka Derilova (Lisa), Alexandra Sherman (Polina und Daphnis), Andreas Beinhauer (Fürst Jeletzkij), Hubert Walawski (Tschaplitzkij / Festordner), Eric Ander (Narumov), Guibee Yang / Franziska Krötenheerdt (Mascha und Chloe)
Opernchor der Oper Chemnitz, Kinder- und Jugendchor der Oper Chemnitz, Robert-Schumann-Philharmonie

Zur Inszenierung : Regisseurin Helen Malkowsky und ihr Team mit Hermann Feuchter (Bühne) und Henrike Bromber (Kostüme) fokussieren in der Chemnitzer Neuinszenierung die fast wie Fieber anmutende subjektive Wahrnehmung des Protagonisten Hermann, in der Gewissensnöte, Begierde, Geistererscheinungen und Minderwertigkeitskomplexe eine leidenschaftliche Mesalliance eingehen – mit tödlichem Ausgang. Das Amorphe, die Unschärfe des Realitätsgrades der jeweiligen Szene inspirierten dabei auch Hermann Feuchter zu seinem Bühnenbild.

Zum Inszenierungsteam : Michael Güttler (Musikalische Leitung)
stammt aus Dresden und studierte nach seiner Ausbildung in den Fächern Violine, Trompete, Klavier und Chordirigieren im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Von 1998 bis 2002 war er der jüngste Chefdirigent Österreichs am Stadttheater Klagenfurt. Seit 2003 ist er ständiger Gastdirigent des Mariinski-Theaters. Sein umfangreiches Repertoire weist eine große stilistische Vielfalt auf, die sich von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik spannt. Er arbeitete u. a. mit dem Israel Philharmonic, dem Orchestre de Paris, RAI Torino, Concerto Köln, der Moskauer Philharmonie, dem Schwedischen Radiosinfonieorchester sowie an den Opernhäusern in Washington, Düsseldorf, Hamburg, Madrid, Lissabon, Tokyo, Wien, Nizza, Frankfurt, Malmö, Jekaterinburg, an der Opéra Bastille, dem Théâtre des Champs-Élysées und in der Arena di Verona. Seit 2013 ist er Chefdirigent der Finnischen Nationaloper Helsinki.

Helen Malkowsky (Inszenierung) : stammt ebenfalls aus Dresden und war nach ihrem Studium als Regieassistentin in Saarbrücken, Basel und bei den Bayreuther Festspielen tätig, wo sie u. a. Herbert Wernicke und Claus Guth assistierte. Von 2004 bis 2008 war sie Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und von 2010
bis 2013 Operndirektorin am Theater Bielefeld, jeweils mit zahlreichen eigenen Inszenierungen. Darüber hinaus arbeitete sie als Gastregisseurin (u. a. „Parsifal“ in Kassel, „Mazeppa“, „Stiffelio“ und „Katja Kabanova“ in Krefeld-Mönchengladbach). Immer wieder widmet sie sich auch der szenischen Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger. Sie leitete das Internationale Opernstudio des Staatstheaters Nürnberg und erarbeitete Hochschulproduktionen an der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Musik Dresden und der Folkwang Universität der Künste Essen. An der Oper Chemnitz inszenierte sie bereits Verdis „Don Carlos“, Korngolds „Die tote Stadt“, Donizettis „Lucia di Lammermoor“ sowie die Deutsche Erstaufführung von Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)2.

Hermann Feuchter (Bühne) : studierte Bühnen- und Kostümbild am Mozarteum in Salzburg. Nach Assistenzen an verschiedenen Theatern ist er seit 1983 als freischaffender Bühnenbildner tätig. Mit Nicolaus Brieger arbeitete er wiederholt an den Opernhäusern in Stuttgart, Berlin (Staatsoper Unter den Linden), München und Frankfurt a. M. zusammen. Weitere Regisseure, mit denen Hermann Feuchter regelmäßig zusammenarbeitet, sind Veit Volkert, Barbara Mundel, Elisabeth Stöppler, Anselm Weber, Karoline Gruber, Andreas Baesler und Helen Malkowsky. Seine Gastengagements führen ihn regelmäßig an die großen Opernhäuser im deutschen Sprachraum, zu den Salzburger und Bregenzer Festspielen sowie nach Japan. Neben seiner Arbeit für die Bühne ist Hermann Feuchter als Maler und Rauminstallateur tätig. In Chemnitz gestaltete er bereits die Bühne für Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)“.

Henrike Bromber (Kostüme) : geboren in Frankfurt a. M., war zunächst als Damenschneidermeisterin an den Städtischen Bühnen ihrer Heimatstadt, anschließend als Kostümassistentin und Kostümbildnerin tätig, bevor sie in Hamburg das Studium zur Gewandmeisterin absolvierte. Von 1994 bis 1998 war sie Kostümdirektorin und Ausstatterin am Theater Vorpommern. Seitdem arbeitet sie freischaffend und übernahm regelmäßig Gesamtausstattungen für das Schauspiel Frankfurt am Main. Sie entwarf Kostümbilder für Opernhäuser im In- und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikikai Opera Tokio. Für die Kostüme zu „Alice in Wonderland“ (Theater Bielefeld), „Die lustige Witwe2 (Staatstheater Cottbus) und „Giulio Cesare in Egitto“ an der Hamburgischen Staatsoper nominierte die Zeitschrift OPERNWELT sie jeweils zur Kostümbildnerin des Jahres. An der Oper Chemnitz entwarf sie die Kostüme für Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)2.

In den Hauptpartien
Viktor Antipenko (Hermann) : wurde in St. Petersburg geboren. Nach dem Studium am St. Petersburger Konservatorium und ersten Erfolgen am Mariinski-Theater folgten Auftritte im Rahmen der Academy of Vocal Arts in Philadelphia. Am Bolschoi-Theater debütierte er als Don José und gastierte in dieser Partie beim Allentown Symphony Orchestra, in Sotschi, Las Vegas und Fairbanks (Alaska). Gefeiert wurden außerdem seine Auftritte als Malcolm in „Macbeth“ unter Kazushi Ono sowie als Hirte
in „Tristan und Isolde“ an der Opéra National de Lyon. In jüngster Zeit war er als Lohengrin in Rouen und Sao Paulo zu erleben, als Luigi in Puccinis „Il tabarro“ in Florida, als Dimitri in „Boris Godunow“ in Karlsruhe, als Vaudemont in „Iolantha“ in New York sowie als Pinkerton am Teatro Mancinelli in Orvieto. Dort sang er auch den Andrej in Tschaikowskys „Mazeppa“. In der Spielzeit 2016/2017 singt er an der Oper Chemnitz auch die Titelpartie in Wagners „Parsifal“.

Maraike Schröter (Lisa) : studierte Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Julia Varady, Brenda Mitchell und Christine Schäfer. Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Francisco Araiza und Deborah Polaski ergänzten ihre breit gefächerten Studien. Von 2011 bis 2013 war sie Mitglied im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Berlin. Seit 2013 ist sie Ensemblemitglied der Oper Chemnitz und war dort bisher als Donna Anna in „Don Giovanni“, als Elisabetta in „Don Carlos“, als Desdemona in „Otello“ sowie als Infantin in „Der Zwerg“ zu hören. Gastspiele führten sie zuletzt als 1. Dame an die Staatsoper Berlin und zu den Bregenzer Festspielen sowie als Chrysothemis in „Elektra“ an das Staatstheater Cottbus. Aktuell ist sie in ihrem Stammhaus als Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie als Liù in „Turandot“ zu hören.

Iordanka Derilova (Lisa) : ist in Sofia geboren und studierte in Rom bei Aleksandrina Milcheva. Sie debütierte am Opernhaus Burgas und sang in der Nationaloper Sofia und in fast allen Opernhäusern Bulgariens. 1998 folgte ein Festengagement an der Staatsoper Prag. 2000/2001 wurde sie für die Rolle der Amelia in „Ein Maskenball“ am Nationaltheater Mannheim engagiert und sang mit großem Erfolg Aida in Japan zusammen mit dem Tenor José Cura. Sie singt auf Opernbühnen in Italien, der Schweiz, Holland, Litauen, Zypern, Katar, der Türkei, Russland, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Deutschland. 2003 folgte ein Festengagement am Anhaltischen Theater Dessau, wo sie Rusalka, Elisabeth, Giovanna d’Arco, Mignon, Donna Elvira, Lady Macbeth sowie Kundry sang und als Isolde debütierte, für die sie als „Sängerin des Jahres“ in der Zeitschrift OPERNWELT nominiert wurde. 2012 folgte ihr Debüt als Brünnhilde (Götterdämmerung) in Dessau. Weitere aktuelle Rollen ihres Repertoires sind Abigaille, Katerina Ismailova (Lady Macbeth von Mzensk), Brünnhilde (Die Walküre), Turandot und Renata (Der feurige Engel).

Opernfrühstück
Das Opernfrühstück zu „Pique Dame“ findet am Sonntag, 13. November 2016, 10.30 Uhr im Foyer des Opernhauses statt. Das Regieteam wird einen Einblick in die Premierenvorbereitungen gewähren, begleitet von musikalischen Beiträgen durch Solisten des Ensembles. Der Eintritt kostet 5,- €.

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