Frankfurt, Oper Frankfurt, Highlights im September 2016

August 12, 2016 by  
Filed under Oper Frankfurt, Pressemeldung, Spielpläne

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

HIGHLIGHTS IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM SEPTEMBER 2016

Sonntag, 18. September 2016, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Premiere / Deutsche Erstaufführung
DER SANDMANN
Oper in zehn Szenen von Andrea Lorenzo Scartazzini (*1971) Mit Übertiteln

Musikalische Leitung: Hartmut Keil; Regie: Christof Loy
Mitwirkende: Daniel Schmutzhard (Nathanael), Agneta Eichenholz (Clara / Clarissa),
Thomas Piffka (Vater), Hans-Jürgen Schöpflin (Coppelius), Daniel Miroslaw (Lothar)

Weitere Vorstellungen: 24., 30. September, 3., 8., 13., 23. Oktober 2016
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Auftragswerk des Theater Basel; Uraufführung am 20. Oktober 2012, Theater Basel
Übernahme der Uraufführungsproduktion

Mit freundlicher Unterstützung der Aventis Foundation
Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt /Der Sandmann © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt /Der Sandmann © Monika Rittershaus

Der 1971 in Basel geborene Komponist Andrea Lorenzo Scartazzini studierte u.a. bei Rudolf Kelterborn (Basel) und Wolfgang Rihm (Karlsruhe). Seine erste Oper Wut wurde 2006 in Erfurt uraufgeführt, 2012 folgte mit Der Sandmann sein zweites Bühnenwerk am Theater Basel. Die Kritik attestierte Scartazzinis Arbeit eine „starke sinnliche Qualität“, die „modern, aber keineswegs abstrakt“ wirke. Das Libretto schrieb der deutsche Schriftsteller und Dramaturg Thomas Jonigk nach Motiven der gleichnamigen Erzählung von E.T.A. Hoffmann (1815). Die Uraufführungs-produktion in der Regie von Christof Loy wurde in einer der Rezensionen als „atmosphärisch dichte Inszenierung mit leisem Witz“ gewürdigt und wird nun zur Eröffnung der Spielzeit 2016/17 an die Oper Frankfurt übernommen. Scartazzinis dritte Oper mit dem Titel Edward II wird am 19. Februar 2017 an der Deutschen Oper Berlin – erneut im Team mit Jonigk und Loy – uraufgeführt.

Zum Inhalt: Der Schriftsteller Nathanael kommt mit der Arbeit an seinem autobiographischen Roman Der Sandmann nicht voran. Zudem befindet er sich durch traumatische Erlebnisse in seiner Kindheit in einer psychisch angespannten Situation, in der er zunehmend Realität, Traum und Vorstellung nicht mehr zu unterscheiden vermag. Erscheinungen von seinem verstorbenen Vater und dem zwielichtigen Coppelius verstärken seine Lebenskrise, aus der ihm auch seine bodenständige Freundin Clara nicht heraushelfen kann. Schließlich wendet er sich der verführerischen Clarissa zu. Am Ende der Handlung steht Nathanaels Tod. Sein Roman scheint über wenige Entwürfe nicht hinausgekommen zu sein…

Die musikalische Leitung liegt bei Hartmut Keil, der bis Anfang 2016 als Kapellmeister und Studienleiter zum Ensemble der Oper Frankfurt gehörte. Der renommierte Regisseur Christof Loy fügte jüngst mit Bergs Wozzeck seinen zahlreichen Frankfurter Arbeiten einen weiteren großen Erfolg hinzu. Die Titelpartie übernimmt aus dem Ensemble erstmals der österreichische Bariton Daniel Schmutzhard, der kürzlich als Alfred in HK Grubers Geschichten aus dem Wiener Wald am Theater an der Wien reüssierte. Bis auf den neu zum Frankfurter Ensemble zählenden polnischen Bass Daniel Miroslaw (Lothar) sind die drei weiteren Rollen wie in der Basler Uraufführung besetzt: Die schwedische Sopranistin Agneta Eichenholz (in Frankfurt bisher als Fiordiligi in Così fan tutte zu erleben) gehört zu den bevorzugten Sängerinnen von Christof Loy und verkörpert auch hier die Doppelrolle Clara / Clarissa. Thomas Piffka (Vater) und Hans-Jürgen Schöpflin (Coppelius) sind ebenfalls in Frankfurt mit von der Partie.


Sonntag, 4. September 2016, um 19.00 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
CARMEN

Oper Frankfurt / Carmen © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Carmen © Monika Rittershaus

Opéra comique in drei Akten von Georges Bizet
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Mark Shanahan / Sebastian Zierer / Björn Huestege; Regie: Barrie Kosky

Mitwirkende: Maria Pantiukhova / Paula Murrihy / Gaëlle Arquez (Carmen), Luc Robert / AJ Glueckert (Don José), Guanqun Yu / Karen Vuong (Micaëla), Kihwan Sim / Andreas Bauer (Escamillo), Iurii Samoilov / Sebastian Geyer (Moralès / Dancaïro), Theo Lebow / Michael Porter (Remendado), Elizabeth Reiter / Louise Alder (Frasquita), Judita Nagyová (Mercédès), Thomas Faulkner (Zuniga) u.a.

Weitere Vorstellungen: 10., 11. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 14., 17., 22., 25. September, 1. Oktober 2016, 23., 25. Februar, 5., 10., 17. März 2017

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Mit freundlicher Unterstützung der DZ BANK AG und des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Carmen von Georges Bizet (1838-1875) in der Sicht von Barrie Kosky, seit 2012/13 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, gehörte zu den Höhepunkten der Spielzeit 2015/16. Dargeboten in einer von Kosky, dem Dirigenten Constantinos Carydis und Michael Rot, dem Herausgeber der kritischen Ausgabe, eigens für die Oper Frankfurt erstellten Fassung, die Elemente der „großen Oper“ mit denen des Varieté und der Revue im Geiste Offenbachs kombiniert und zudem angereichert mit atemberaubenden Tanzszenen, riss die Inszenierung das Publikum förmlich von den Sitzen. Viele, die das populäre Werk gut zu kennen glaubten, sahen es plötzlich in völlig neuem Licht. Auch die Pressevertreter waren begeistert, was sich nach der Premiere am 5. Juni 2016 in Kritiken mit Schlagworten wie „kultverdächtig“, „brillant und böse“, „Weltklasseproduktion“ und „Höhepunkt der Saison“ entlud.

Zum Inhalt: Der pflichtbewusste Sergeant Don José verliebt sich in die verführerische Carmen, Arbeiterin in einer Zigarettenfabrik. Ihr zuliebe desertiert er von der Armee und schließt sich – entgegen den Bitten seiner Jugendliebe Micaëla, mit ihr in sein Dorf zurückzukehren – einer Schmugglerbande an. Angewidert von seiner schon bald aufflammenden Eifersucht wendet sich Carmen dem Torero Escamillo zu und gibt dem verzweifelten José den Laufpass. Zutiefst gekränkt sucht dieser eine letzte Aussprache, doch von Carmens Beharren auf ihre Freiheit provoziert ersticht er die Geliebte.

Für die erste Wiederaufnahme dieser Erfolgsproduktion kehrt der irische Dirigent Mark Shanahan zurück ans Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, wo er zuletzt Verdis Nabucco (2009/10), Cileas Adriana Lecouvreur (2012/13) und Puccinis Tosca (2013/14) musikalisch leitete. Mit ihm wechseln sich im Laufe der Aufführungsserie Kapellmeister Sebastian Zierer und Solorepetitor Björn Huestege ab. Zu den Neubesetzungen der Hauptpartien gehören Maria Pantiukhova (Carmen) und Guanqun Yu (Micaëla).

Während die russische Mezzosopranistin als ehemaliges Opernstudio-Mitglied zur Saison 2016/17 ins Ensemble übernommen wird, gastierte die chinesische Sopranistin erstmals 2014/15 an der Oper Frankfurt als Amelia Grimaldi in Verdis Simon Boccanegra. In der Premierenserie der Produktion sang Ensemblemitglied Kihwan Sim noch die Partie des Zuniga, die jetzt von dem aus dem Opernstudio ins Ensemble wechselnden Briten Thomas Faulkner verkörpert wird; der koreanische Bass hingegen übernimmt nun die Partie des Stierkämpfers Escamillo. Neu in der Inszenierung sind aus dem Ensemble zudem Iurii Samoilov (Moralès / Dancaïro), „Neuzugang“ Theo Lebow (Remendado) und Judita Nagyová (Mercédès). Im Laufe der Wiederaufnahme-Serie kommen zahlreiche Alternativbesetzungen zum Zuge:

Die französische Mezzosopranistin Gaëlle Arquez (Carmen) hat im Bockenheimer Depot bereits in den Händel-Partien Medea (Teseo 2012/13) und Zenobia (Radamisto 2015/16) auf sich aufmerksam gemacht. Nun führt sie die Partie der Carmen erstmals auf die Bühne des Opernhauses. Neu im Ensemble ist ab der Saison 2016/17 der amerikanische Tenor AJ Glueckert (Don José), der als Gast 2014/15 an der Oper Frankfurt sein Europa-Debüt mit dem Prinzen in Dvo?áks Rusalka gab. Zu weiteren Alternativbesetzungen dieser Carmen-Serie aus dem Ensemble gehört Louise Alder (Frasquita). Alle weiteren besetzten Sängerinnen und Sänger sind mit der Produktion bereits aus der Premierenserie vertraut, darunter auch der kanadische Tenor Luc Robert (Don José), den die Partie bereits zu den Opernfestspielen im finnischen Savonlinna sowie an die Estnische Nationaloper in Tallinn führte.


Freitag, 23. September 2016, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Zweite und letzte Wiederaufnahme
FALSTAFF
Commedia lirica in drei Akten von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Julia Jones / Gaetano Soliman; Regie: Keith Warner

Mitwirkende: Željko Lu?i? (Sir John Falstaff), James Rutherford (Ford), Martin Mitterrutzner (Fenton), Elizabeth Reiter / Kateryna Kasper (Nannetta), Jessica Strong (Mrs. Alice Ford), Paula Murrihy / Claudia Mahnke (Mrs. Meg Page), Anna Larsson (Mrs. Quickly), Hans-Jürgen Schöpflin (Dr. Cajus), Ralf Simon (Bardolfo), Barnaby Rea (Pistola)

Weitere Vorstellungen: 29. September, 2., 7., 9. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 15. Oktober 2016
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Oper Frankfurt / Falstaff © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt / Falstaff © Monika Rittershaus

Die aktuelle Inszenierung von Falstaff, dem letzten Werk von Giuseppe Verdi (1813-1901), stammt aus der Spielzeit 2013/14 und wird nun zum zweiten und letzten Mal wiederaufgenommen. Inszeniert hatte Verdis altersweise Komödie der in Frankfurt wohlbekannte britische Regisseur Keith Warner als Referenz an den weltberühmten Schriftsteller, der sich die literarische Vorlage des Spätwerks ausgedacht hat: William Shakespeare. Beeindruckend der Aufmarsch einer Fülle seiner Dramenfiguren im letzten Akt der Oper, der im mitternächtlichen Park von Windsor spielt. Hier begegnet der heruntergekommene Edelmann Sir John Falstaff denjenigen, die er an der Nase herumführen wollte, verkleidet als einige der wichtigsten Vertreter der literarischen Welt Englands.

Alle haben sich versammelt, um dem dicken Ritter eins auszuwischen, von Cleopatra über die blutigen Könige bis hin zum Hofnarren Puck. Gefallen hat das sowohl dem Publikum als auch der Presse: „Warners Regie fußt ganz auf dem, was die Musik an ironischen Momenten vorgibt, ist bis ins kleinste Detail durchdacht und natürlich very british. Sie führt die Personen immer wieder zu ausdrucksstarken Bildern zusammen, ohne dass die turbulente Handlung in derben Klamauk abrutscht – eine Gratwanderung, die Keith Warner brillant gelingt.“

Windsor Anfang des 15. Jahrhunderts: Der beleibte Ritter Sir John Falstaff ist von seiner Wirkung auf die Damenwelt überzeugt. Da er zudem gerade wieder einmal in Geldnöten ist, schreibt er identische Briefe an zwei gutsituierte Damen in der Hoffnung, sich mittels eines amourösen Abenteuers zu sanieren. Doch sein doppeltes Spiel wird durchschaut, so dass Alice und Meg mit Hilfe der resoluten Nachbarin Mrs. Quickly den Spieß umdrehen und schadenfroh Rache nehmen. Nachdem Falstaff, vor seinen Verfolgern in einem Korb verborgen, zusammen mit der schmutzigen Wäsche in der Themse landet, wird er zum Schluss sogar noch von jenen verprügelt, die er hinters Licht führen wollte. Aber Sir John nimmt es gelassen: „Jeder hält jeden zum Narren, und am Ende sind alle Gefoppte.“

Die musikalische Leitung liegt bei der – passenderweise – britischen Dirigentin Julia Jones, die nach Chefpositionen in Basel und Lissabon ab Sommer 2016 den Posten der Generalmusikdirektorin des Sinfonieorchesters Wuppertal bekleiden wird. Neben ihrer internationalen Gastiertätigkeit dirigierte sie an der Oper Frankfurt vor allem die Werke Mozarts, darunter Die Entführung aus dem Serail (2003/04), La clemenza di Tito (2010/11) und Idomeneo (2012/13).

In der Titelpartie kehrt mit Željko Lu?i? die Premierenbesetzung und ein echter Publikumsliebling zurück an den Main. Bis 2008 gehörte er zum Ensemble der Oper Frankfurt, um danach seinen internationalen Verpflichtungen an den renommiertesten Bühnen weltweit nachzugehen. Aktuell singt er den Grafen Luna in Verdis Il Trovatore am Royal Opera House Covent Garden in London. Zu den Umbesetzungen dieser zweiten Wiederaufnahme gehört die schwedische Altistin Anna Larsson, die mit der Partie der Mrs. Quickly ihr Debüt an der Oper Frankfurt vorlegt.

Aktuelle Aufgaben der Sängerin sind Klytämnestra in Strauss? Elektra sowie Waltraute und Erda in Wagners Der Ring des Nibelungen an der Wiener Staatsoper. Die zuletzt genannte Partie führte sie auch an die Berliner Staatsoper Unter den Linden, wo sie zudem bald als Kundry in Wagners Parsifal zu erleben sein wird. La zia principessa in Puccinis Suor Angelica sang sie am Londoner Covent Garden. Zu Umbesetzungen aus dem Ensemble gehören James Rutherford (Ford), der in Frankfurt kürzlich als Wotan im Frankfurter Ring zu erleben war, sowie Elizabeth Reiter im Wechsel mit Kateryna Kasper (Nannetta), Paula Murrihy (Mrs. Meg Page) und „Neuzugang“ Barnaby Rea (Pistola). Gäste, die erstmals in die Inszenierung einsteigen, sind das ehemalige Frankfurter Opernstudio-Mitglied Jessica Strong (Mrs. Alice Ford) sowie Hans-Jürgen Schöpflin (Dr. Cajus) und Ralf Simon (Bardolfo). Alle übrigen besetzten Sängerinnen und Sänger sind mit der Produktion bereits vertraut.

Pressemeldung Oper Frankfurt

Oper Frankfurt – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Abisag Tüllmann, Theaterfotografin: Der wache Blick, IOCO Portrait, 20.07.2016

Juli 27, 2016 by  
Filed under Portraits

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt: Wirkstätte von Abisag Tüllmann © IOCO

Oper Frankfurt: Wirkstätte von Abisag Tüllmann © IOCO

Die Frau mit der Kamera – Film von Claudia von Alemann

Über die Theaterfotografin Abisag Tüllmann

Drei Tage nach dem Tod der Fotografin Abisag Tüllmann im September 1996, beginnt Claudia von Alemann ihren Film über ihre  Freundin; sie lässt die Kamera durch die nun verwaiste Wohnung im Frankfurter Westend streifen. Es soll das Gefühl der Anwesenheit dieser Fotografin vermitteln, zeigt aber auch zugleich wie lange das Projekt bis zur Fertigstellung brauchte: zwanzig Jahre, so lange ist auch Abisag Tüllmann tot. Geboren 1935 in Hagen wird diese Frau zur fotografischen Instanz der jungen Bundesrepublik. Ihre Fotos werden in der FAZ, dem Spiegel oder dem Stern abgedruckt. Ab 1961 fotografierte sie auch Theaterinszenierungen – zunächst in schwarz-weiß, später auch in Farbe. Für sie kein geringer ästhetischer Paradigmenwechsel. Die Arbeiten der wichtigsten Regisseure des zwanzigsten Jahrhundert hat Abisag Tüllman mit ihrer Kamera festgehalten: so u.a. von Luc Bondy, Ruth Berghaus und Andrea Breth. Claus Peymann hat sie über dreißig Jahre lang mit der Kamera begleitet und seine Inszenierungen aufs Fotopapier verewigt. Keine geringere als Barbara Klemm, Weggefährtin und in gewisser Weise auch Konkurrentin, zollt der Theaterfotografin Tüllmann Anerkennung: Sie habe sie beneidet im Theater fotografieren zu dürfen und es auch zu können, denn welche Leistung das sei, könne man (heute) kaum ermessen. Es sei ja dort sehr dunkel und damit fürs Fotografieren unvorteilhaft gewesen und noch viel mehr sei es Abisag Tüllmann gelungen, wie es  diese selbst am Ende des Films formuliert, unsichtbar zu bleiben und nicht ihre Arbeit in den Vordergrund zu stellen. Am Anfang zeigt der Film die eben noch von Abisag Tüllmann bewohnte Wohnung, am Ende sehen und hören wir sie dort selbst. Der Film nimmt den Tod vorweg, beschwört aber die Schaffenskraft von Abisag Tüllmann.

Alemanns Film ist ein sehr persönliches Werk und dem Andenken der toten Freundin gewidmet. Für den Theaterinteressierten erzählt er allerdings weniger von der Theaterfotografin – auch wenn einige Fotos aus Peymanns Bochumer oder Stuttgarter Zeit gezeigt werden –, als von der Kamerachronistin der alten Bundesrepublik: ob Häuserbesetzung im Frankfurter Westend, 68er Revolte oder andere (Straßen-) Wirklichkeiten, Abisag Tüllmann ist immer, zwar leise, aber doch präsent zur Stelle. Auch ihre Reisen ins Ausland, Konflikte oder prekäre Situationen nicht inszenierend, sondern einprägsam festhaltend, werden ausführlich von Freunden geschildert. Nur das Theater kommt leider zu kurz, keiner der noch lebenden Regisseure kommt zu Wort. Dafür bleibt die Erkenntnis, dass dieses von ihr erfasste und mit wachem Blick und der nötigen Neugier eingefangene Theater für die Nachgeborenen erahnen lässt, welche Wucht Theater entfalten kann. Es sind, so abgedroschen wie simpel, doch die Bretter, die die Welt bedeuten. Abisag Tüllmann wusste das und hat es für uns erhalten. Ihre Fotos können leider, aus urheberrechtlichen Gründen, nur im Deutschen Theatermuseum  München (Archiv Abisag Tüllmann) besichtigt werden.   IOCO / Ljerka Oreskovic Herrmann / 20.07.2016

 

Frankfurt, Oper Frankfurt, JETZT! Oper für Dich- Konzert des Kinderchors, 03.07.2016

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

JETZT! Oper für Dich

Konzert des Kinderchors der Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / Kinderchor © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Kinderchor © Wolfgang Runkel

Sonntag 3. Juli 2016, um 11.00 Uhr ins Opernhaus

Auf dem zum Mitsingen einladenden Programm stehen von den jüngeren Chormitgliedern des sogenannten Vorchors präsentierte Ringelnatz-Lieder, gefolgt von musikalischen Highlights der Spielzeit 2015/16, die von den schon etwas älteren und erfahreneren Kinderchorsängerinnen und –sängern dargebracht werden.

Oper Frankfurt / Die Zauberflöte © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / Die Zauberflöte © Wolfgang Runkel

Darunter finden sich Melodien aus den Produktionen Carmen, Das schlaue Füchslein und La Bohème sowie Solonummern aus Messiah und Die Zauberflöte. Die Leitung des Kinderchors obliegt seit der Spielzeit 2013/14 Markus Ehmann, den Vorchor betreut Bettina Weber. Für die Stimmbildung ist Karina Kardaschewa zuständig. Die Moderation der Veranstaltung übernehmen Deborah Einspieler und Anna Ryberg.

Der Kinderchor der Oper Frankfurt, der aus rund 80 Mädchen und Jungen zwischen sieben und achtzehn Jahren besteht, wirkt in der Saison 2015/16 an den Neuproduktionen von Das schlaue Füchslein und Carmen sowie in den Wiederaufnahmen von Hänsel und Gretel, Die tote Stadt und Il trittico mit. Zu den jüngeren Aufführungen, an denen der Kinderchor beteiligt war, zählen La Bohème, Otello, Murder in the Cathedral, Tosca und Chowanschtschina. Seit der Spielzeit 2009/10 treten Mitglieder des Kinderchores auch in Solopartien auf, z.B. als Drei Knaben in Die Zauberflöte, in Romeo und Julia auf dem Dorfe oder Königskinder (CD bei OehmsClassic).  PM Oper Frankfurt

Oper Frankfurt – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Frankfurt, Oper Frankfurt, Premiere Carmen von Georges Bizet, 05.06.2016

Mai 31, 2016 by  
Filed under Oper Frankfurt, Premieren, Pressemeldung

logo_oper_ffm.gif

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

 CARMEN  von Georges Bizet,

Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy, nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée, In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere Sonntag, 5. Juni 2016, um 18.00 Uhr im Opernhaus, weitere Vorstellungen  10.6.2016, 15.6.2016, 17.6.2016, 19.6.2016, 25.6.2016, 29.6.2019, 3.7.2016, 7.7.2016, 11.7.2016, 14.7.2016, 16.7.2016

Musikalische Leitung: Constantinos Carydis, Inszenierung: Barrie Kosky
Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag, Choreografie: Otto Pichler
Licht: Joachim Klein, Dramaturgie: Zsolt Horpácsy, Chor und Extrachor: Tilman Michael
Kinderchor: Markus Ehmann

Carmen, Zigeunerin: Paula Murrihy / Tanja Ariane Baumgartner (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016) / Don José, Sergeant: Joseph Calleja / Luc Robert (17. Juni, 7., 11., 14., 16. Juli 2016) / Micaëla, Bauernmädchen: Karen Vuong / Juanita Lascarro (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016) / Escamillo, Torero: Daniel Schmutzhard / Andreas Bauer (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016) / Moralès / Dancaïro: Sebastian Geyer / John Brancy (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016) / Remendado, Schmuggler: Michael Porter / Frasquita, Zigeunerin: Kateryna Kasper / Katharina Ruckgaber (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016) / Mercédès, Zigeunerin: Elizabeth Reiter / Wallis Giunta (3., 7., 11., 14., 16. Juli 2016) / Zuniga, Leutnant: Kihwan Sim / Tänzerinnen und Tänzer / Chor, Extrachor und Kinderchor der Oper Frankfurt / Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 Frankfurt / Oper - Carmen ist Paula Murrihy © Barbara_Aumueller

Frankfurt / Oper – Carmen ist Paula Murrihy © Barbara_Aumueller

Carmen von Georges Bizet (1838-1875) gehört zu den meistgespielten Opern weltweit. Der große Erfolg von Bizets letzter Komposition, welcher die gleichnamige Novelle (1845) von Prosper Mérimée zugrunde liegt, stellte sich jedoch erst nach der Uraufführung am 3. März 1875 in Paris ein. Das damalige Publikum war regelrecht schockiert von der Titelfigur – einer Frau aus dem Volk, die ihr Recht auf Selbstbestimmung gegenüber den Männern verteidigt bis zum Äußersten. Zudem konnte das Werk zwar wegen seiner gesprochenen Dialoge dem Genre der Opéra-comique zugerechnet werden, der tragische Schluss jedoch widersprach dieser Kategorisierung. Und nicht zuletzt ließ die musikalische Umsetzung bei der Uraufführung viele Wünsche offen. All das sowie eine schier unübersichtliche Chronik an Bearbeitungen konnte den schließlich doch noch einsetzenden Siegeszug des Werkes nicht stoppen. Bei dieser Neuinszenierung handelt es sich um die erste Realisierung des Werkes an der Oper Frankfurt seit der 1992 herausgebrachten und nur eine Saison gespielten Produktion von Georges Delnon.

Der pflichtbewusste Sergeant Don José verliebt sich in die verführerische Carmen, Arbeiterin in einer Zigarettenfabrik. Ihr zuliebe desertiert er von der Armee und schließt sich – entgegen den Bitten seiner Jugendliebe Micaëla, mit ihr in sein Dorf zurückzukehren – einer Schmugglerbande an. Angewidert von seiner schon bald aufflammenden Eifersucht wendet sich Carmen dem Torero Escamillo zu und gibt José den Laufpass. Zutiefst gekränkt sucht dieser eine letzte Aussprache, doch provoziert von Carmens Beharren auf ihre Freiheit ersticht er die Geliebte.

Nach dem aus Purcells Dido and Aeneas und Bartóks Herzog Blaubarts Burg bestehenden Doppelabend 2010/11 kehren Constantinos Carydis (Musikalische Leitung) und Barrie Kosky (Regie) für Carmen zurück an die Oper Frankfurt. Während zu Carydis aktuellen Verpflichtungen u.a. Dirigate von Don Giovanni und Pelléas et Mélisande an der Bayerischen Staatsoper in München gehören, inszenierte Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin, an der Isar kürzlich Prokofjews Der feurige Engel. Angeführt von Paula Murrihy (Carmen), Karen Vuong (Micaëla) und Daniel Schmutzhard (Escamillo) sind fast alle übrigen Partien mit Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt besetzt. Ein Wiedersehen gibt es zudem mit Startenor Joseph Calleja, der seit 2002/03 mit zahlreichen Auftritten in Frankfurt seinen Ruhm begründete. Im Laufe der Aufführungsserie greifen Doppelbesetzungen.

Premiere Sonntag, 5. Juni 2016, um 18.00 Uhr im Opernhaus, weitere Vorstellungen  10.6.2016, 15.6.2016, 17.6.2016, 19.6.2016, 25.6.2016, 29.6.2019, 3.7.2016, 7.7.2016, 11.7.2016, 14.7.2016, 16.7.2016

Oper Frankfurt – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Pressemeldung Oper Frankfurt

Nächste Seite »