Wien, Peterskirche, Oper in der Krypta – West Side Story, IOCO Kritik, 28.05.2017

Peterskirche Wien © Bwag / CC-BY-SA-4.0

Peterskirche Wien © Bwag / CC-BY-SA-4.0

Peterskirche Wien

Wien Peterskirche – Oper in der Krypta

 West Side Story von Leonard Bernstein

Von Marcus Haimerl

Die Oper in der Krypta der Wiener Peterskirche hat sich an eine spannende Aufgabe gemacht und sich mit Shakespeares wohl bekanntester Tragödie Romeo und Julia auseinandergesetzt. Nach I Capuleti e i Montecchi von Vincenzo Bellini und Roméo et Juliette von Charles Gounod fand am 18. Mai die Premiere des dritten Teils, Leonard Bernsteins  West Side Story statt.

Wien / Peterskirche - West Side Story - Ensemble © Marcus Haimerl

Wien / Peterskirche – West Side Story – Ensemble © Marcus Haimerl

Bereits im Jahr 1949 beschäftigten sich Leonard Bernstein, der Choreograph Jerome Robbins und der Librettist Arthur Laurents mit Shakespeares Romeo-und-Julia-Stoff. Dieser sollte als jüdisch-christlicher Glaubenskonflikt ins New York der Gegenwart verlegt werden. Zusammen mit dem Songtexter Stephen Sondheim wurde daraus schließlich ein kultureller Zusammenprall zweier rivalisierender Jugendbanden, den amerikanischen Jets und den aus Puerto Rico zugewanderten Sharks. Die einzigen Verbindungspunkte der beiden Gangs sind der Hass auf Obrigkeit und Erwachsene und die Liebe zwischen Maria von den Sharks und Tony von den Jets.

Guillietta / Julia in Verona © IOCO

Guillietta / Julia in Verona © IOCO

Shakespeares Vorlage bleibt auch in Bernsteins Fassung weitgehend erhalten: Maria ist Julia, Tony ist Romeo, die Jets sind die Montagues und die Sharks die Capulets. Aus Bruder Laurentius wird der Drugstore Besitzer Doc, Mercutio ist Riff, Paris ist Chino und aus Julias Cousin Tybalt wird Marias Bruder Bernardo. Und doch gibt es auch Abweichungen. So findet die Hochzeit nicht vor dem Hintergrund von Romeos Verbannung, sondern der Ermordung von Marias Bruder Bernardo als Scheinehe zwischen Kleiderpuppen statt und Tony fällt den Rivalitäten der beiden Gangs zum Opfer, Maria überlebt.
Auch musikalisch ist Bernsteins Werk der Oper näher als dem Musical. Zwischen Gesellschaftstänzen der 50er Jahre, Musik im Stil des Modern-Jazz-Stil und sentimentalen Gesangsnummern findet sich beim Ballett Cool auch eine Fuge auf ein zwölftöniges Thema.

Nach langer Vorbereitungszeit ist es der Oper in der Krypta gelungen, dieses nicht ganz einfache Musical perfekt umzusetzen. Die junge Grazer Musicaldarstellerin und Sängerin Angelika Ratej zeichnete sich für die Choreographie verantwortlich. Ihre hervorragende Arbeit zeigte sich spätestens bei America, wo die musikalischen Zwischenspiele durch fast kampfartige Tanzeinlagen verschärft werden. Der amerikanische Bariton Joel Andrew Walcott, welcher auch in der Rolle des Action brilliert, hauchte als Regisseur den Songs neues Leben ein und weiß auch in den richtigen Momenten die Emotionen des Publikums zu steuern.
Die musikalische Leitung am Klavier lag in den bewährten Händen von Ekaterina Nokkert. Mit ihrem nuancierten Spiel ersetzt sie nicht nur vollständig das Orchester, sondern schafft es auch das Publikum dauerhaft in Bann zu halten. Die Wiener Pianistin mit russisch-bulgarischen Wurzeln war als Solistin und Kammermusikerin bereits in ganz Europa unterwegs und ist als Liedbegleiterin Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe.

Peterskirche Wien / West Side Story - Julia und Tony © Marcus Haimerl

Peterskirche Wien / West Side Story – Julia und Tony © Marcus Haimerl

Die junge lettische Sopranistin Anete Liepina, in Oper und Operette zu Hause, singt eine hinreißende Maria. Ausdruckstark und einfühlsam verzaubert sie mit ihrem schlanken, wohlklingenden Sopran das Publikum und überzeugt in ihrer Entwicklung vom verliebten Mädchen zur verzweifelten, kämpferischen Gegnerin dieser sinnlosen Auseinandersetzungen. Neben Ihren Auftritten auf großen Bühnen in ganz Österreich kann man Anete Liepina in der Krypta auch als Gretel (Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck), Pamina in Mozarts „Zauberflöte“ oder Musetta in Puccinis La Bohéme erleben.
Der deutsche Tenor Matthias Spielvogel ist ein zutiefst berührender Tony, der sich mit der Strahlkraft seiner eindrucksvollen Tenorstimme in die Herzen des Publikums singt und ab dem ersten Ton für Gänsehaut sorgt. In Wien ist er auch als Liedsänger zu hören und er wird in der Krypta im Herbst 2017 im Da Ponte Zyklus in der Krypta zu erleben sein.
Die junge, quirlige, lettische Mezzosopranistin Helena Sorokina, die in Wien nicht nur in den Bereichen Lied und Oratorium bekannt ist, sondern auch mit Chanson von Zarah Leander bis Marlene Dietrich reüssiert, harmoniert mit ihrem warmen dunklen Sopran als Anita hervorragend mit Anete Liepinas Maria und kann auch tänzerisch überzeugen. Auf gleich hohem Niveau begeistert auch der im Kosovo geborene Gezim Berisha in der leider eher kurzen Partie des Bernardo. Mit hellem, klarem Bariton, südlichem Erscheinungsbild und temperamentvollem Auftreten ist der junge Künstler eine Idealbesetzung für diese Partie. Gezim Berisha, der in Wien sein Studium im Fach Sologesang und Opernrepertoire abgeschlossen hat, sammelte künstlerische Erfahrung mit Opernproduktionen des Vienna Konservatoriums und ist gefragter Konzertsolist. Derzeit ist er in Wien auch als Papageno zu erleben.

 Peterskirche Wien / West Side Story - Jets, Sharks und Officer Krupky © Markus Haimerl

Peterskirche Wien / West Side Story – Jets, Sharks und Officer Krupky © Markus Haimerl

Die in Wien, Paris, Luzern, Tokio und Washington erfolgreich tätige mexikanische Koloratursopranistin Mariana Garci-Crespo verfügt über eine schwere, kraftvolle Stimme mit stabiler, sehr agiler Höhe und verzauberte sowohl stimmlich als auch tänzerisch das Publikum in der Rolle der Rosalia.
Der amerikanische Bariton Christopher M. Kelley in der Partie des Riff verfügt über eine solide Mittelage mit schöner Tiefe. In der Krypta durfte man ihn bereits als Shaunard in Puccinis La Bohème erleben.
Wie Christopher M. Kelley widmet sich auch der mexikanische Bariton Daniel Valero gerne dem deutschen Liedgut und großer Oper wie z.B. Nourabad in Bizets Le Pêcheurs des Perles. Aber auch in der Partie des Chino weiß er mit seinem markigen, dunklen Bariton zu überzeugen. In der Partie des Baby John verdient sich in der Krypta der erst 17-jährige Ivan Beaufils erste Sporen. Mit dem Kinderchor der Wiener Staatsoper steht der junge Bariton regelmäßig auf der Bühne der Staatsoper und seit 2015 ist er Stipendiat der Sir-Peter-Ustinov-Stiftung für eine Ausbildung in Richtung Operngesang.
Mit ihrem sehr agilen, tragfähigen Koloratursopran ist die junge Amerikanerin Leah Manning gleich in einer Doppelrolle zu erleben. Einerseits als rassige Consuela, andererseits als Wildfang Anybodys überzeugte sie das Publikum in diesen beiden völlig verschiedenen Partien nachhaltig. Auch die österreichische Sopranistin Magdalena Punz darf gleich mit zwei Rollen auf der Bühne stehen. Als Velma und als Francisca ist auch sie in beiden Gangs vertreten. Sie überzeugt nicht nur mit ihrem schönen Sopran. Mit ihrem Tanzpartner in der Turnhalle Christopher M. Kelley haben beide den Mambo als bestes Paar mit Bravour bewältigt.
Der Wiener Bassbariton Florian Pejrimovsky als Officer Krupky und Mitchell Sturges als Doc runden die unglaublich intensive Vorstellung mit der nötigen Portion Humor perfekt ab.
Das Publikum der ausverkauften Oper in der Krypta dankte den Künstlern mit begeistertem und lang anhaltendem Applaus. West Side Story dürfte in der Krypta zum Publikumshit werden.

 

München, Gasteig, Das Jalisco Philharmonic Orchester – Mexiko, IOCO Kritik, 23.05.2017

Mai 23, 2017 by  
Filed under Konzert, Kritiken, Philharmonie im Gasteig

München / Jalisco Philharmonic Orchestra © Marco Ayala

München / Jalisco Philharmonic Orchestra © Marco Ayala

Philharmonie im Gasteig

Das Jalisco Philharmonic Orchester  in München

Von Daniela Zimmermann

Zur Feier des deutsch-mexikanischen Jahres 2017 gastierte das als lebendigste und bedeutendste Orchester Lateinamerikas im Münchner Gasteig. Das 120 Musiker umfassende Jalisco Philharmonic Orchester feierte 2015 sein 100 jähriges Bestehen; das Orchester ist bedeutendes Kulturgut im Westen Mexikos, des am Pazifik gelegenen Bundesstaates Jalisco mit der Hauptstadt Guadalajara. Mehrfach wurde das Jalisco Philharmonic Orchester für den Grammy nominiert. Marco Parisotto, Chefdirigent des Jalisco Philharmonic Orchester hatte für das Münchner Publikum den Schwerpunkt des Abends auf große Kompositionen Mexikos gelegt.

Muenchen / Marco Parisotto © Marco Ayala

Muenchen / Marco Parisotto © Marco Ayala

In Berlin, am Konzerthaus am Gendarmenmarkt, war auf einem großen Plakat zu lesen: „Es ist ein Privileg des Dirigenten, die Musik wach zu küssen.“ Dirigent Marco Parisotto und seinem Jalisco Philharmonic Orchester ist dies wunderbar gelungen. Es war ein besonderes und hinreißendes Konzert. Bedauerlich, dass es nicht entsprechend besucht war. Ein dem Münchner Publikum weitgehend unbekanntes Orchester hat es eben sehr schwer, sich inmitten des großen Münchner Kulturangebots „Gehör zu verschaffen“.

Der europäischen Welt gewidmet, eröffnete zwar die ernst, tragische 1. Sinfonie in C-Moll von Johannes Brahms den Abend, doch gefolgt von bekannten, lebensfrohen  Werken mexikanischer Komponisten des 20 Jahrhunderts: Silvestre Revuelta (1899 – 1940) mit Redes Suite und Arturo Marquez (*1950) mit Danzon Nr. 2. In Marquez´ Komposition Danzon werden kubanischen Rhythmen und spanischen Tanzformen mit europäischem Orchesterklang verbunden. Arturo Marquez gelangte durch seine Danzon Kompositionen  zu Weltruhm.

Weiterer Höhepunkt des Abends war das Spiel des weltweit erfolgreichen mexikanischen Percussion Quartett Tambuco. Sie glänzten mit der Erstaufführung von Javier Alvarez, „Metal de Treboles“ für Schlagzeugquartett und Orchester. Javier Alvarez ist einer der bekanntesten mexikanischen Komponisten der Gegenwart; bekannt dafür, neueartige, von lateinamerikanischen Klängen beeinflusste Musik zu komponieren..

Das Publikum war begeistert von dem lateinamerikanischen Flair des Abends. Packende Zugaben mitreißend temperamentvoller mexikanischer Musik lösten im Saal Begeisterung wie Frohsinn aus. Marco Parisotto und das Jalisco Philharmonic Orchester wurden entsprechend gefeiert.

Düsseldorf / düsseldorf festival !, Highlights 13.09. – 02.10.2017

Düsseldorf Festival / Kreation Thomas Rempen © Thomas Rempen

Düsseldorf Festival / Kreation Thomas Rempen
© Thomas Rempen

düsseldorf festival

düsseldorf festival! 13.9. – 2.10.2017

Die Highlights:
Vom 13. September bis 2. Oktober 2017 präsentiert das düsseldorf festival! zum 27. Mal außergewöhnliche Produktionen aus Musik, Theater, Nouveau Cirque und Tanz. Die diesjährigen Produktionen verwischen wie gewohnt die Trennlinien zwischen den Kunstformen und wagen Grenzgänge und -überschreitungen. Unter den elf Glanzlichtern des internationalen Programms finden sich drei NRW- Premieren, fünf Deutschlandpremieren sowie eine Europapremiere.


düsseldorf festival / No Gravity Dance Company © Manuela Giusto

düsseldorf festival / No Gravity Dance Company © Manuela Giusto

Aria
NoGravity Dance Company
Deutschlandpremiere
Schwebendes Gesamtkunstwerk
Wären wir Italiener, erschlösse sich uns der Titel dieses verblüffenden Tanzabends sofort in seiner Zweideutigkeit: Wir würden nicht nur Musik im Ohr haben, barocke Arien von Monteverdi über Vivaldi bis Pergolesi, sondern auch schon wissen, dass wir unseren Augen nicht trauen werden: weil die Tänzer der NoGravity Dance Company aus Rom beständig in der Luft zu schweben scheinen. Eben „arie barocche nell’aria“. Zusammen mit einem ebenso zauberhaften wie heiteren Set aus Bühne, Kostümen und Licht verbinden sich 13 kleine Sequenzen zu einem hinreißenden Gesamtkunstwerk.
Mi 13.9. – Fr 15.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


düsseldorf festival / Dimitride Perrot © Augustin Rebetez

düsseldorf festival / Dimitride Perrot © Augustin Rebetez

MYOUSIC  –  Dimitri de Perrot
feat. Julian Sartorius
Deutschlandpremiere
Klangwelten erleben
Klänge erklingen, verklingen und werden zu Erinnerungen und Gefühlen. Jahrelang erforschte der Schweizer Komponist Dimitri de Perrot (genau, der von Zimmermann & de Perrot) das einmalige Verhältnis zwischen Publikum und Aufführung und das Klangmaterial, das aus dieser Begegnung entsteht. Zusammen mit dem Drummer Julian Sartorius erschafft er – im Rahmen seiner ersten Soloinszenierung – ein faszinierendes szenisches Konzert, in dem das Publikum zum Teil des Stückes wird: Durch die Installation verschiedenster Resonanzkörper und Klangerzeuger, die überall im Saal verteilt sind, erleben die Zuschauer die Musik buchstäblich am eigenen Leib.
Do 14.9. – Sa 16.9., 20 Uhr, tanzhaus nrw


düsseldorf festival / Kader Attou & Compagnie Accrorap © Michel Cavalca

düsseldorf festival / Kader Attou & Compagnie Accrorap © Michel Cavalca

Opus 14  –  Kader Attou & Compagnie Accrorap
NRW-Premiere
Kraftvolle Momentaufnahmen
Da dreht einer seinen gesamten Körper waagerecht im Raum – auf einer Hand, endlos. Eine andere erkundet kopfüber die Grenzen der Schwerkraft. Körper verflüssigen sich in eine gemeinsame Struktur, rasend schnell löst sie sich wieder auf. Wie ein großer Fluss nimmt die Musik alle mit, Menschen treideln in Duetten, Trios suchen gemeinsam nach Wegen – und immer wieder friert eine Szene ein zur unverrückbaren Momentaufnahme. In der Choreografie von Kader Attou, Drahtzieher der neuen französischen HipHop-Szene, malen die 16 Tänzer der Gruppe Accrorap traumartige tableaux vivants von kraftvoller Schönheit.
Sa 16.9. & So 17.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


düsseldorf festival / José Montalvo © Patrick Berger

düsseldorf festival / José Montalvo © Patrick Berger

Y Olé!  –  José Montalvo
NRW-Premiere  –  Feier auf das Leben
Wenn José Montalvo Igor Strawinskys Ballettmusik Le Sacre du Printemps mit Volksund Popkultur kreuzt, wird ein heidnisches Opferritual zur frühlinghaften Feier auf das Leben. Der französische Choreograf mit spanischen Wurzeln kennt im Wettkampf der (Tanz-)stile keine Verlierer: Elektrisierender Flamenco und schnörkelloser HipHop treffen auf klassischen Tanz und afrikanische Rhythmen. Später kommen traditionelle Lieder aus Algerien oder Schlager aus den 60ern hinzu, und wenn die Party langsam hinübergleitet in Erinnerungen an die Träume und Feste einer wechselvollen Kindheit, passt immer noch alles zusammen.
Di 19.9. & Mi 20.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


düsseldorf festival / Cory Henry © Cory Henry

düsseldorf festival / Cory Henry © Cory Henry

Cory Henry  –  The Revival
Deutschlandpremiere
Hammondorgel als fetzige Bigband
Wenn die Hammond B3 die Bigband des armen Mannes ist, dann ist der New Yorker Keyboarder und Organist Cory Henry nie allein auf der Bühne – wenn er sich auch mit seinem aktuellen Programm The Revival fast ausschließlich solo oder nur von einem Schlagzeug unterstützt an der mächtigen Hammondorgel präsentiert. Henry, anerkannte Gospelgröße der jungen Generation, einen schier unglaublichen Reichtum an Klängen und Stimmungen aus dem Instrument heraus, mal inbrünstig soulig, dann wieder progressiv jazzig oder sogar gnadenlos rockig.
Do 21.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


düsseldorf festival / Master Drummers of Burundi © Will Dum

düsseldorf festival / Master Drummers of Burundi © Will Dum

Master Drummers of Burundi  –  Rhythmische Großfeuer
Sie sind eine Legende: Die Meistertrommler aus Burundi zählen seit Jahrzehnten zu den berühmtesten und besten Trommel-Ensembles der Welt. Sie sind die Botschafter einer Tradition, die in dem kleinen zentralafrikanischen Staat seit Jahrtausenden gepflegt wird.
Ihre Konzerte sind Spektakel voller Energie, Farbenpracht und archaischer Intensität. Die zwölf Batimbos, zugleich umwerfende Tänzer und Artisten, entfachen in ihren bunten Gewändern martialisch donnernde rhythmische Großfeuer. Und während sie singen, tanzen, springen und imaginäre Kämpfe an ihren Instrumenten ausfechten, gerät man schier außer sich vor Begeisterung.
Fr 22.9. & Sa 23.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


düsseldorf festival / Peter Lohmeyer © Roland Breitschuh

düsseldorf festival / Peter Lohmeyer © Roland Breitschuh

Süditalien – Heimat und Sehnsuchtsort
Etta Scollo Trio & Peter Lohmeyer  –  NRW-Premiere

düsseldorf festival / Etta Scollo © Frank Szafinski

düsseldorf festival / Etta Scollo © Frank Szafinski

Reise durch ein Land der Gegensätze Süditalien. Ein Ort der Sehnsucht. Von jeher lockt er mit seiner Magie Menschen aus aller Welt, die sich auch von feuerspeienden Naturgewalten oder kriminellen Machenschaften nicht abschrecken ließen und lassen. Begeben Sie sich zusammen mit Peter Lohmeyer und Etta Scollo auf eine Reise durch das Land der Gegensätze und Widersprüche. Der renommierte Schauspieler präsentiert eine Sammlung von Geschichten und Erfahrungen aus der Feder Einheimischer und Reisender und harmoniert dabei hervorragend mit der großartigen sizilianischen Sängerin, die das Programm um eine Mischung aus Tradition, Pop-Avantgarde und Jazz bereichert.
So 24.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz

 


düsseldorf festival / Eun-Me Ahn © Young Mo Choe

düsseldorf festival / Eun-Me Ahn © Young Mo Choe

Ahnsim Dance  –  Eun-Me Ahn
Europapremiere
Tanzperformance über das Anderssein
Sie ist berühmt für ihre exzentrischen, provokanten Stücke. Nun präsentiert die koreanische Choreografin Eun-Me Ahn den Auftakt zu ihrer neuen Trilogie zum Thema „Different People“ erstmals in Europa. Auf der Bühne agieren sehende und blinde Tänzer miteinander und erzählen mit ausdrucksstarker Körpersprache eine eindringliche Geschichte über das Anderssein und über die Schwierigkeiten im täglichen Leben derer, die am Rande der Gesellschaft leben. Und die auf der Bühne plötzlich ihre ganze Stärke und besondere Persönlichkeit ausstrahlen. Eun-Me Ahn transportiert in „Ahnsim Dance“ unendliche Zuversicht und Lebensfreude.
Di 26.9. & Mi 27.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


 

Orfeo 2.0 – a baROCK opera  –  l’arte del mondo
Mit Jazz und Rock auf Monteverdis Spuren
Wie hat wohl Monteverdis „Orfeo“ vor 400 Jahren im Original geklungen? Bestimmt ganz anders, als wir die Oper heute kennen, denn der Komponist hat eine Partitur hinterlassen, die nur spärlich über Instrumentierung und Ausführung Auskunft gibt. Alles andere wurde improvisiert. Wie heute beim Jazz … Dieser Gedanke, ausgesponnen von den kreativen Köpfen des Orchesters l’arte del mondo, war die Geburtsstunde einer Orfeo-Version mit modernen, jazzigen und poppigen Rhythmen und Harmonien. Ein verblüffender Ansatz, der funktioniert: Denn von Blues über Rock und Jazz bis zum Post-Punk ist bei Monteverdi alles schon da!
Do 28.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


düsseldorf festival / Taksim Trio © Taksim Trio

düsseldorf festival / Taksim Trio © Taksim Trio

Ahi  –  Taksim Trio
Tradition funkensprühend belebt
Multikulturell, musikalisch versiert und dabei ausgesprochen unterhaltsam: Die drei
Virtuosen des Taksim Trios aus Istanbul sind in ihrer Heimat gefeierte Superstars – und
drauf und dran, auch hierzulande Kultstatus zu erreichen. Hüsnü Senlendirici an Klarinette und Duduk, Ismail Tuncbilek an der elektrisch verstärkten Baglama, ein Instrument der Langhalslauten-Familie Saz, und Aytaç Dogan an der türkischen Zither Kanun mischen anatolische Volksmusik mit orientalischem Pop, geben hier eine Portion Jazz dazu und da eine Prise Klassik. So wird Tradition funkensprühend und unerschrocken neu belebt!
Fr 29.9., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


düsseldorf festival / Les 7 doigts de la main © Alexandre Galliez

düsseldorf festival / Les 7 doigts de la main
© Alexandre Galliez

RÉVERSIBLE  –  Les 7 doigts de la main
Deutschlandpremiere
Mit Akrobatik durch Raum und Zeit
Die Wände spielen mit: Sie wackeln und tanzen, trennen und begrenzen. Ein Blick hinter die Wand ist wie ein Blick in sich selbst. Wo komme ich her, was macht mich aus, wer bin ich wirklich? RÉVERSIBLE ist den Groß- und Urgroßeltern gewidmet, einer Generation, in der Familie alles bedeutete. Acht begnadete Performer reisen in einem Strudel atemberaubender Showelemente durch Raum und Zeit, tauchen ein in das Leben ihrer Vorfahren und lernen sich dabei ganz neu kennen. Wie alle Produktionen der Ausnahmeartisten von „Les 7 doigts de la main“ überzeugt auch das aktuelle Stück durch eine virtuose Mischung aus Theater, Musik, Zirkus, Humor und Akrobatik.
Sa 30.9., 20 Uhr, So 1.10. 14 & 20 Uhr, Mo 2.10., 20 Uhr, Theaterzelt, Burgplatz


Ticket-Informationen:
Ticket-Hotline:     0211.82 82 66 22
(bis 11.9.2017 Mo bis Fr und ab Festivalbeginn täglich 10-18 Uhr)
Internet:     www.duesseldorf-festival.de oder www.westticket.de
Tickets können auch im Festivalbüro gekauft und abgeholt werden:
Bolkerstr. 14-16, 40213 Düsseldorf, Mo bis Fr 11-18 Uhr.
Tickets gibt es außerdem bei den west:ticket-Vorverkaufsstellen
Frühbucherrabatt:
Bis einschließlich 6. Juni 2017 gibt es auf den Kartenkauf eine Ermäßigung von 10 %. Hauptsponsoren des düsseldorf festival! sind die Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz Aktiengesellschaft (IDR AG), die Rheinische Post, die Landeshauptstadt Düsseldorf, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und Parkvogel Düsseldorf.         www.duesseldorf-festival.de


Hintergrund – Entstehung & Entwicklung
Aus der privaten Initiative, die 1991 als Altstadtherbst antrat, um die Düsseldorfer Altstadt kulturell zu beleben, haben die Intendanten Christiane Oxenfort und Andreas Dahmen im Laufe der Jahre ein Kulturfestival mit einem breiten, weltoffenen Veranstaltungsspektrum für die Stadt und die Region entwickelt. Ohne seine Wurzeln in der lokalen und regionalen Musikszene aus den Augen zu verlieren, hat das Festival seinen Fokus mehr und mehr auf die internationale Kulturszene gerichtet. Kontinuierlich wird der Blickwinkel größer, entstehen auf der Suche nach inspirierenden Künstlerpersönlichkeiten vielfältige Kontakte ins Ausland, tritt man als KoproduktionsPartner anderer, ähnlich orientierter Festivals grenzüberschreitend in Erscheinung.

Düsseldorf Festival / Christiane Oxenfort Andreas Dahmen © Adrian Bedoy

Düsseldorf Festival / Christiane Oxenfort Andreas Dahmen © Adrian Bedoy

Das Programm-Profil ist mittlerweile geprägt von innovativen, großformatigen Tanz-, Musiktheater- und Nouveau-Cirque-Produktionen, exklusiven (kammer)musikalischen Konzepten und experimentellen Crossover-Projekten. Inzwischen ziehen bis zu 500 Künstler aus der ganzen Welt in mehr als 60 Veranstaltungen jährlich rund 25.000 Besucher in ihren Bann. Schließlich ist das Festival auch räumlich über sich hinausgewachsen: Neben der Altstadt mit dem Theaterzelt als Mittelpunkt werden immer wieder neue und ungewöhnliche „locations“ in ganz Düsseldorf als Spielorte erschlossen. Um der Verankerung in der Düsseldorfer Kultur und der zunehmenden Internationalität Rechnung zu tragen und gleichzeitig Raum für Weiterentwicklung zu schaffen, hat sich das altstadtherbst kulturfestival düsseldorf 2012 in düsseldorf festival! umbenannt und trägt seither den Namen, den es sich schon längst erworben hat: düsseldorf festival! ist Festival in Düsseldorf, für Düsseldorf und Botschafter Düsseldorfs.  –  PMDüFe

Hamburg, Aloisia Dauer und Sergiu Saplacan im Gespräch, IOCO Interview, 15.05.2017

Hamburg / Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburg / Hamburgische Staatsoper © IOCO

 Das Musikerpaar Aloisia Dauer und Sergiu Saplacan

Patrik Klein, IOCO Korrespondent, im Gespräch:

IOCO Kultur im Netz veröffentlicht häufig und gern Gespräche mit Künstlern und Kulturmanagern. Patrik Klein, IOCO Korrespondent, sprach am 12.5.2017 im Hamburg mit dem Musikerpaar Aloisia Dauer und Sergiu Saplacan über ihren Lebensweg wie ihre Erfahrungen  an der Staatsoper Hamburg.

IOCO Interview / Aloisia Dauer, Sergiu Saplacan, Patrik Klein rechts © Patrik Klein

IOCO Interview / Aloisia Dauer, Sergiu Saplacan, Patrik Klein rechts © Patrik Klein

IOCO: Liebe Aloisia, lieber Sergiu, nach längerer Pause hat es Euch wieder nach Hamburg verschlagen. Was treibt Euch in die schöne Hansestadt?

Sergiu: Ich bin wieder hier in Hamburg für ein Engagement an der Hamburgischen Staatsoper in Borodins Fürst Igor. Das ist die Rolle des Owlurs, die ich damals in meiner Opernstudiozeit von 2012 bis 2014 bereits verkörpern durfte. Das war meine erste Rolle in einem großen Opernhaus und mein erster Kontakt mit Hamburg, an den ich mich sehr gerne erinnere.
Aloisia: Mein Besuch in Hamburg ist dieses Mal rein privater Natur, denn ich habe ein paar freie Tage genutzt, um ausschließlich zum gemeinsamen Genuß mit Sergiu und Freunden eine kleine Auszeit zu nehmen. Aber ich durfte auch schon im Hamburg im Rahmen des Mendelssohn Summer School Festivals konzertieren.

IOCO: Wie darf man sich das musikalische Leben in einer Musikerfamilie mit Geigerin und Tenor vorstellen?
Aloisia: Damit es gut funktioniert, brauchen wir ein hohes Maß an Organisation und Disziplin, um die vielen Termine zu koordinieren und gemeinsame freie Zeiten zu finden. In einer Künstlerbeziehung ist das für uns ganz wichtig, dass wir die Engagements und Zeiten, wo wir uns nicht sehen, genau besprechen, Prioritäten setzen und gemeinsame Entscheidungen treffen. Es kommt vor, dass wir uns einige Wochen überhaupt nicht sehen. Das ist nicht immer einfach, wie zum Beispiel im letzten Monat, wo ich in Süddeutschland viel beschäftigt war. Zu der Zeit sang Sergiu an der Staatsoper Berlin und war für mehrere Wochen nicht zu Hause. Aber man freut sich dann umso mehr über die gemeinsamen Zeiten. Da wir uns seit mehr als zehn Jahren kennen und eine stabile Beziehung sich entwickeln konnte, läuft das sehr gut.
Sergiu: Ich glaube, dass unsere Beziehung auch deswegen so gut funktioniert, weil wir in zwei unterschiedlichen musikalischen Bereichen tätig sind und darüber bin ich froh. Das ist eine schöne Kombination. Wir können viel voneinander lernen und unterstützen uns gegenseitig. Musik verbindet uns, aber wir haben auch andere Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel Sport und natürlich unsere Leidenschaft für Weine.
Aloisia: Ja stimmt. Es ist für uns Entspannung, wenn Sergiu in meine Konzerte kommt und ich bei seinen Opernauftritten dabei bin.

IOCO: Was waren Eure schönsten musikalischen Erlebnisse bisher?
Sergiu: Das war mein Debut in Hindemiths Cardillac in Estland an der Oper in Tallinn. Dort habe ich sehr viel gelernt. Davor habe ich wenig Musik aus dem 20. Jahrhundert gesungen und das war für mich eine neue Herausforderung. Diese Rolle hat mir zudem noch weitere Engagements in Tallinn ermöglicht.
Aloisia: Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an unterschiedliche Konzerte bei denen ich mitwirken konnte. Ganz besonders für mich war die Teilnahme und großartige Erfahrung bei dem Kammermusik-Festival in Südafrika in Stellenbosch im letzten Jahr. Einen besonderen Spaß macht mir das gemeinsame Musizieren mit meinen Geschwistern. Meine Schwester spielt Cello und wir konzertieren manchmal zusammen. Wir sind zu viert und spielen Geige, Cello, Horn und Gitarre und hatten eine gemeinsame Zeit, wo wir alle vier zusammen gereist sind und ich meine Geschwister auch als Pianistin begleitet habe. An diese tolle Zeit erinnere ich mich besonders gerne.

IOCO: Aloisia, Du stammst aus Basel mit deutsch-italienischen Wurzeln und Sergiu kommt aus der Opernsängerschmiede Rumäniens Cluj-Napoca (Klausenburg). Wo und wie habt Ihr Euch kennengelernt?
Aloisia: Mit 17 Jahren kam ich zum Studium nach Salzburg. Wir haben uns dann dort im Studentenwohnheim auf dem sehr schönen Schloß Frohnburg kennengelernt.
Sergiu: Da mein Vater auch Sänger ist und Beziehungen zu Salzburg hatte, ich bislang in Cluj-Napoca Jura studierte, kam es zu einer Begegnung mit meinem späteren Gesangslehrer Boris Bakow, der in Salzburg am Mozarteum unterrichtete.

Festspielhaus in Salzburg und Mozart © Daniela Zimmermann

Festspielhaus in Salzburg und Mozart © Daniela Zimmermann

IOCO: Salzburg ist oder war ein zentraler Drehpunkt für Euer Schaffen in den letzten Jahren. Wie kam es dazu, dass Ihr dort für längere Zeit gelebt habt?
Aloisia: Ich komme ja aus einer musikliebenden Familie und habe in Salzburg die Möglichkeiten gesehen, für meine Interessen eine bestmögliche Ausbildung zu erhalten. Das Studium und den Master habe ich dort bei Prof. Ozim und Prof. Herzl absolviert. Konzertfach und Pädagogik standen dabei im Fokus. Die Musiklehre ist mir neben meinen Konzerttätigkeiten ein sehr großes Anliegen. Daher ja auch der Wechsel ins Allgäu vor ein paar Wochen.
Sergiu: Wie schon gesagt bin ich wegen meines Gesanglehrers nach Salzburg gekommen, wo ich dann am Mozarteum studiert und mit dem Bachelor und Master abgeschlossen habe. Dort habe ich dann bereits in der Opernklasse meinen ersten Alfredo, Nemorino und andere Rollen gesungen. Von 2012 bis 2014 gab es dann wieder eine Fernbeziehung, da ich an der Hamburgischen Staatsoper im dortigen Opernstudio engagiert war.

IOCO: In den letzten Monaten hat es große Veränderungen bei Euch gegeben. Was hat sich ereignet und wie hat sich das ergeben?
Aloisia: Zeitgleich zu meinem Studienabschluss habe ich mich nach Lehrstellen umgeschaut. Wir hätten uns auch gut vorstellen können, weiterhin in Österreich zu bleiben, aber ich wurde auch zu einer Lehrprobe in Wangen im Allgäu eingeladen. Die Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu hat mir dann angeboten, dort eine Violinklasse zu übernehmen. Als ich den Anruf mit der positiven Nachricht erhielt, haben wir uns sehr gefreut und die Entscheidung nach Deutschland umzuziehen ist uns leicht gefallen. Wir genießen sehr unser neues Zuhause. Neben meiner Lehrtätigkeit habe ich dort auch genug Möglichkeiten mich kammermusikalisch und solistisch weiterzuentwickeln. Das macht mich sehr glücklich.
Sergiu: Ich habe diese Entscheidung sehr unterstützt. Ich bin wegen meiner Engagements zwar erst kurze Zeit dort in unserer neuen Wohnung gewesen. Jedoch bietet das Allgäu einen gesunden Ausgleich zu meinen Aufenthalten in den Großstädten und ich kann mich dort sehr gut erholen. Es tut gut in der Natur aufzutanken.

IOCO: Wie sehen Eure Zukunftspläne aus?
Sergiu: Nun bin ich zunächst für einen Monat in Hamburg, um bei Fürst Igor mitzuwirken. Dann geht es wieder nach Tallinn für einige Alfredos im Juni. Im Sommer nehme ich an einigen Wettbewerben teil und werde mein Repertoire mit meinem jetzigen Gesangslehrer Dan Priscornic im Bereich Belcanto und im lyrischen französischen Fach weiterentwickeln. In der nächsten Spielzeit singe ich dann wieder in Tallinn und Riga, u.a. Alfredo und Cardillac. Außerdem werde ich Nemorino und Faust singen. Im Dezember freue ich mich auf meine Rückkehr an die Bayerischen Staatsoper.
Aloisia: Bis zum Sommer lerne ich meine Geigenschüler erstmals besser kennen, arbeite intensiv mit ihnen und bereite einige für Konzerte vor. Ich übe auch für Solokonzerte und Wettbewerbe. Es ist schön, dass die Region im Allgäu sehr viel in Kultur und klassische Musik investiert und ich werde dort häufig konzertieren. Aber auch privat stehen große Pläne an, nämlich unsere Hochzeit.

IOCO: Es gibt neben der verbindenden Musik bei Euch beiden noch eine weitere Leidenschaft, den Wein. Wie kam es dazu?
Sergiu: Das ist eine schöne Geschichte. Vor 2 Jahren haben Freunde von uns in Rumänien geheiratet und es ergaben sich in dieser Weingegend einige Kellerbesichtigungen und Proben. Wir mögen Wein durch unsere Reisen bereits seit einigen Jahren. Die rumänischen Weine haben uns sehr gut gefallen. Wir haben aber festgestellt, dass diese außerhalb Rumäniens kaum bekannt sind. Dabei kam uns dann die Idee, einen Weinvertrieb für rumänische Weine zu gründen. Wir haben exzellente Kontakte zu Winzern in Rumänien hergestellt. Seitdem macht es uns viel Spaß unsere Firma „Valachia Weine“ weiterzuentwickeln und rumänische Weine, die in Österreich und Deutschland noch weitgehend unbekannt sind, zu präsentieren. Ein neuer Ausgleich zu unseren Berufsfeldern hat sich damit entwickelt.

IOCO: Aloisia, Du warst im letzten Jahr als Highlight bei einem Festival in Südafrika/Stellenbosch eingeladen. Als Weinliebhaberin und Geigerin muss das doch eine wunderbare Erfahrung gewesen sein. Wie hast Du diese Reise empfunden?
Aloisia: Das war von Anfang bis Ende ein wahrer Genuss und ein großes Abenteuer. Meine erste Afrikareise war eine wunderschöne Erfahrung. Wir möchten da beide gerne zusammen noch einmal hin. Die Zeit dort war äußerst ausgefüllt mit musikalischen Verpflichtungen und sehr interessanten Begegnungen. Die Zeit für private Unternehmungen war jedoch viel zu kurz. Dennoch konnten wir den südafrikanischen Wein genießen und sogar ein Weingut in Stellenbosch besuchen. Hier hat mir ganz besonders die Rebsorte Shiraz imponiert.

IOCO: Ich danke Euch ganz herzlich für dieses Gespräch und wünsche Euch alles Gute für die Zukunft.


 Aloisia Dauer © Nicu Cherciu

Aloisia Dauer © Nicu Cherciu

Aloisia Dauer, Biographie

Die Deutsch-Italienerin, geboren in Basel, begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Violin – und Klavierspiel an der Musikschule Bad Säckingen/Deutschland und an der Musikakademie Basel. Später nahm sie zeitgleich zur Violine auch Bratschen- und Klavierunterricht. Von 2005 bis 2007 erhielt die junge Geigerin in München Unterricht bei David Frühwirth, einem Schüler von Zakhar Bron und Pinchas Zukerman. 2006 bekam Aloisia Dauer mit Hilfe eines Stipendiums die Möglichkeit, am Music Institute of Chicago von Roland und Almita Vamos unterrichtet zu werden und wurde kurz darauf als Jungstudentin am Mozarteum Salzburg aufgenommen. 2008 wurde sie dann in die Meisterklasse des renommierten Pädagogen Prof. Igor Ozim dort aufgenommen. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss, wechselte Aloisia Dauer in die Klasse von Prof. Harald Herzl. Ihr künstlerisches Masterstudium und die pädagogischen Studien an der Universität Mozarteum hat sie mit Auszeichnung abgeschlossen. Zahlreiche Meisterkurse bei renommierten Geigern ergänzten ihre musikalische Ausbildung und sie arbeitet zur Zeit mit dem französischen Geiger Nicolas Dautricourt.

Geschätzt für ihre musikalische Sensibilität und ausdruckstarken Interpretationen, beginnt Aloisia Dauer sich als Geigerin zu etablieren. Neben ihrer Konzerttätigkeit, konzentriert sie sich vor allem auf das Unterrichten und übernimmt seit April 2017 eine Violinklasse an der Musikschule Württembergisches Allgäu. Ein bedeutendes Highlight 2016 war die Einladung beim Stellenbosch International Chamber Music Festival in Südafrika. Neben einer Reihe von Kammermusikkonzerten mit anderen Studenten, spielte Aloisia gemeinsam mit bedeutenden Künstlern wie Daniel Rowland, Alissa Margulis, Alexander Buzlov und vielen Anderen. Zudem wurde sie zur Konzermeisterin des Festival-Orchesters ernannt, unter der Leitung von Kazem Abdullah.

Konzertauftritte im Jahr 2016 gab es bei der Tiroler Musikakademie, für die Stiftung „Global Citizenship Alliance“ und erneut beim Festival Junge Klassik im Rahmen der Kulturtage Laufenburg. Ihre Leidenschaft für Kammermusik konnte sie auch in zahlreichen Quartettkonzerten mit Mitgliedern des Mozarteumorchesters Salzburg und der Bad Reichenhaller Philharmonie zeigen, sowie bei den Schlosskonzerten im Schloss Mirabell und in der Konzertreihe der Mozart Violinsonaten in Salzburg.

Ihr Solo-Debüt gab Aloisia Dauer im Rahmen des 7. Internationalen Mendelssohn Summer School Festivals in Hamburg unter der Leitung von Ernst Kovacic. Aloisia Dauer wurde 2010 der Zonta Award in Salzburg gemeinsam mit einem Stipendium verliehen. Sie erspielte auch einige 1. Preise bei Jugend Musiziert und dem Schweizer Bundeswettbewerb, als Geigerin und auch als Pianistin. 2014-16 erhielt sie zudem jährlich ein Stipendium der Universität Mozarteum Salzburg für herausragende Leistung. 2017 wird Aloisia Dauer neben ihrer Lehrtätigkeit, als Solistin und in Kammermusikkonzerten in Deutschland, Schweiz und Österreich konzertieren.


Sergiu Saplacan © Nicu Cherciu

Sergiu Saplacan © Nicu Cherciu

Sergiu Saplacan, Biografie

Das Theatermagazin Die deutsche Bühne schreibt über Sergiu Saplacan “fasziniert mit einem warm timbrierten Tenor und auch durch sein Spieltalent”. Begeisterung auch beim Hamburger Abendblatt und dem Online Musik Magazin, die seine Tenorstimme als “strahlend” und “warm, natürlich fließend” finden. Drehpunktkultur Salzburg schrieb über seinen hochumjubelten Nemorino, das Sergiu Saplacan “edles, mitunter verführerisch bronzen schimmerndes Tenormaterial” hören lässt und mit “Verve und Sensibiltät den jugendlichen Liebhaber spielt”.

In der Saison 2016/17 wird Sergiu Saplacan sein Debut an der Staatsoper Berlin als Gastone in La Traviata und in der Oper Ariadne auf Naxos geben. Weitere Engagements führen ihn wieder an die Estonian National Opera in Tallinn für Alfredo in La Traviata und Kavalier in Cardillac. Zudem durfte er erneut an der Staatsoper München als Normanno in Lucia di Lammermoor auftreten. In der Saison 2017/18 wird Sergiu Saplacan als Normanno in Lucia di Lammermoor erneut an der Bayerischen Staatsoper München singen. Außerdem wird er sein Debut in Riga mit Cardillac geben. Weitere Rollen in der nächsten Spielzeit werden u.a Alfredo, Faust und Nemorino sein.

Nach seinem erfolgreichen Debut als Kavalier in Cardillac von Paul Hindemith an der Estonian National Opera in Tallinn, trat Sergiu Saplacan in der Saison 2015/16 erneut in dieser Rolle auf. Ein besonderer Höhepunkt der Saison war sein Debut als Alfredo in La Traviata an der Estonian National Opera in Tallinn. Außerdem debütierte er an der Staatsoper München in der Oper Boris Godunov unter der Leitung von Vasily Petrenko.

Nachdem Sergiu Saplacan 2012 sein Masterstudium mit Auszeichnung abgeschlossen hat, wurde ihm von der Universität Mozarteum Salzburg die Lilli-Lehmann-Medaille als bester Absolvent verliehen. Im Anschluss an sein Studium wurde er an der Hamburgischen Staatsoper verpflichtet und war bis Juni 2014 Mitglied des Internationalen Opernstudios. Er erhielt viele ausgezeichnete Kritiken u.a. vom Hamburger Abendblatt und Der Opernfreund.

Sergiu Saplacan erhielt neben der Lilli-Lehman-Medaille weitere Preise bei Wettbewerben und Auszeichnungen, darunter einen 2. Preis beim Grandi Voci Wettbewerb 2011. Geboren in Cluj-Napoca (Rumänien) als Sohn eines bekannten rumänischen Tenors, sammelte Sergiu Saplacan schon früh erste musikalische Erfahrungen im Kinderchor der Staatsoper Cluj und von seinem Vater Viorel Saplacan. Nach seinem Abitur entschied er sich zunächst für ein Jurastudium an der “Facultatea de Drept” Cluj-Napoca. Seine Leidenschaft für die Musik und die Oper bewegten Sergiu ein Gesangsstudium an der Gheorghe Dime Musikakademie Cluj-Napoca zu beginnen. 2007 wechselte er dann an die Universität Mozarteum Salzburg, um bei Prof. Boris Bakow und dem Pianisten Alessandro Misciasci zu studieren. Im Juni 2010 schloss er erfolgreich sein Bachelor of Arts ab und wurde in die Opernklasse aufgenommen. In dieser Zeit debütierte Sergiu Saplacan in Mozarteumproduktionen sehr erfolgreich mit einigen großen Partien, u.a. als Nemorino in Elisir d’amore, Alfredo in La Traviata und Tamino in Die Zauberflöte. 2012 schloss er das Masterstudium mit Auszeichnung ab. Aktuell arbeitet Sergiu mit dem rumänischen Gesangslehrer Dan Priscornic und erweitert mit ihm sein Rollenrepertoire.

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