Hamburg, Laeiszhalle, The Dubliners – Irish Folk im Original, IOCO Kritik, 04.11.2017

Social Media Share
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   
  •   
  •   
  •   
  •   

Elbphilharmonie Hamburg

Laeiszhalle in Hamburg © IOCO

Laeiszhalle in Hamburg © IOCO

THE  DUBLIN  LEGENDS

Irish Folk pur – Black Velvet Band, Liverpool Loo, Molly Malone

Von Rolf Brunckhorst

The Dubliners waren seit ihrer Gründung in 1962 eine der populärsten Bands des Irish Folk. 2012 starb Barney McKenna, das letzte der vier Gründungsmitglieder. John Sheahan erklärte kurz darauf, dass sich die Dubliners auflösen. So hätte die Geschichte enden können, doch wie das mit Legenden so ist: Sie werden nicht vergessen, sie lösen sich nicht auf, sie gehen nicht verloren. Im Fall der Dubliners benennen sie sich um: The Dublin Legends nennt sich die Band seit 2013 und beginnt die Welt des Irish Folk unter neuem Namen erneut zu erobern. Am 31. Oktober 2017 im Kleinen Saal der  Laeiszhalle.

The Dublin Legends in Hamburg © Rob Jacquet

The Dublin Legends in Hamburg © Rob Jacquet

In den Geschäften tauchen die ersten Weihnachtsartikel auf, draußen wird es stürmisch und ungemütlich, kurzum, es ist November und damit Zeit für das alljährliche Konzert der Dublin Legends (früher The Dubliners). Als am 31.10. um Punkt 20:00 Uhr der fast vollbesetzte Saal gut gelaunt seine Helden begrüßte, gab es sofort eine Ernüchterung; zwar standen Sean Cannon, Gerry O’Connor und Paul Watchorn auf der Bühne, aber Eamonn Campbell fehlte und war offenkundig durch einen jüngeren Musikanten ersetzt worden.

Ohne jeden Kommentar begann die Gruppe ihr gewohntes Repertoire zu spielen, als fünftes Stück dann das berühmte Black Velvet Band, nicht nur das Lieblingsstück des Rezensenten. Dabei merkte man, daß der neue Dubliner noch arge Textschwierigkeiten hatte, und daß die Gruppe stillschweigend eine Strophe länger spielte, damit der junge Mann noch einmal den vergessenen Text nachliefern konnte. Dann war es Zeit für die befürchtete Ansage: Shean verkündete die Nachricht vom Tode Eamonn Campbells am 18. Oktober und stellte mit nuschelndem Akzent den vorläufigen Nachfolger vor, dessen Name nicht nur dem Rezensenten ein Rätsel blieb. Zu Eamonns Ehren gab es ein Lieblingsstück, Seven drunken Nights, danach konnten die Legends wieder Fahrt aufnehmen.

Es folgte eines der besten Konzerte, das die Dublin Legends in Hamburg abgeliefert hatten, ein aufgefrischtes Repertoire mit Klassikern wie Liverpool Loo, Dirty Old Town und The Leaving of Liverpool animierten das Publikum dazu mitzuschaukeln, mitzuklatschen und mitzusingen. Am Schluß dann endgültig Jubel-Trubel-Heiterkeit, als während des ausgiebigen Zugabenteils die Fans ihren Lieblingen nochmals auf den Pelz rückten und nun erst richtig loslegten, denn es gab zum Mitklopfen Whiskey in the Jar und zum Mitträumen die Geschichte von Molly Malone. Fazit: Der nach wie vor unbekannte Mitspieler hatte seine Sache wirklich gut gemacht, sowohl in der Begleitung als auch in seinen Soli mit seiner „Reibeisen“-Stimme. Die anderen hielten wie gewohnt ihr hohes musikalisches Niveau, so daß man hoffen kann, daß diese Besetzung wieder ein paar Jahre hält. Fast alle Konzertbesucher dürften im Herbst 2018 wieder ihren Irischen Lieblingen huldigen – same procedure as every year.


Social Media Share
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •   
  •   
  •   
  •   
  •   
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Ihre Meinung ist uns wichtig

Schreiben Sie uns, was Sie darüber denken...
Wenn Sie ein Bild zu Ihrem Kommentar hinzufügen wollen, wählen Sie einengravatar!