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# Wuppertal, Oper Wuppertal, Nocke / Schneider: Auf zu neuen Ufern! IOCO Aktuell, 15.07.2016
- URL: https://www.ioco.de/wuppertal-oper-wuppertal-nocke-schneider-auf-zu-neuen-ufern-ioco-aktuell-15-07-2016/
- Published: 2016-07-18T07:00:07.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:32:53.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Musicalwelten & Bühnenzauber, Igor Strawinsky, Wuppertal

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[Wuppertaler Bühnen](http://www.wuppertaler-buehnen.de/?ref=ioco.de)

![Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/02/opernhaus-wuppertal-c-andreas-fischer.jpg "Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer")

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

 **Oper Wuppertal: Mit eigenem Ensemble zu neuen Ufern**

**Kulturdezernent Nocke, Intendant Schneider im Gespräch mit *IOCO***

Visionen spiegeln sich im ***Spielplan 2016/17*** der **Oper Wuppertal** wieder: Bürgernähe, Modernität, Einbindung der Jugend und eigenes Ensemble sind einige der Ziele von Stadt und **Oper Wuppertal.** Kulturdezernent **Matthias Nocke** äußerte sich gegenüber ***IOCO*** zu den Bestellungen von **Berthold Schneider** als Intendant der Oper Wuppertal und **Julia Jones** als neuer GMD: *„Die *Stadt Wuppertal“*, so* **Nocke,** *„blickt wieder positiv in die Zukunft, mit steigenden Beschäftigten-, Einwohner-, Studentenzahlen. 150 verschiedene Nationen, 360.000 Einwohner wünschen sich Kultur, Musik- wie Sprechtheater, welches die Stadt durchdringt, der Stadt ein Gesicht gibt.*“ Der Vorgänger **Schneiders**, **Toshiyuki Kamioka,** seine "*Heimat"* war das Dirigentenpult, hatte auf ein eigenes Opern-Ensemble verzichtet und den Stagionebetrieb eingeführt. Ein Konzept, welches nun wieder aufgegeben wird. **Matthias Nocke: „** *Der Ensemblebetrieb ist Wesenskern des deutschen Stadttheaters. Der Stagionebetrieb entsprach in Wuppertal nicht den Seh- und Hörerfahrungen des einheimischen Publikums. Die Besucherzahlen der *Oper Wuppertal* gingen zurück, die Identifikation der Bevölkerung mit Künstlern schwand, die Oper hatte in der Bevölkerung kein Gesicht mehr. Deshalb die Neuausrichtung.“*

![Wuppertal / Intendant Berthold Schneider im Gespraech mit IOCO © Jens Grossmann](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/07/berthold_schneider_fotograf_jens_grossmannneu.jpg " Wuppertal / Intendant Berthold Schneider im Gespraech mit IOCO © Jens Grossmann")

Wuppertal / Intendant Berthold Schneider im Gespraech mit IOCO © Jens Grossmann

Neu-Intendant **Berthold Schneider** (1965) hat breite Theatererfahrung: Studium der Regie in den USA, Chefdramaturg an der **Oper Dortmund**, Referent an der English National Opera, Operndirektor am **Staatstheater Darmstadt.** **Schneider** möchte, so gegenüber ***IOCO***, *„der *Oper Wuppertal* mit eigenem Repertoire und Ensemble wieder lebendige Präsenz in der Stadt, neue Identität geben.“*

Motiviert und mit klarem Konzept geht der bis 2019 bestellte Theaterpraktiker **Schneider** in seine erste Wuppertaler Spielzeit: *„Das Repertoiresystem ist in seiner Gesamtheit dem Stagione-Betrieb überlegen. Durch seine Vielfältigkeit wirkt ein Repertoire immer attraktiv in die Bevölkerung. Repertoire-Stücke entwickeln sich über die Zeit, während selbst gut Stagione-Stücke durch die kurze Aufführungsdauer vor Ort wenig Entwicklungspotential besitzen. Wiederum geben Repertoirestücke ohne eigenes Ensemble keinen Sinn, da Organisationsaufwand und Reisekosten solcher Produktionen alle Dimensionen sprengen würden. Daher unser Ja zum eigenen Ensemble an der *Oper Wuppertal*. Wir besitzen bereits ein künstlerisch gut eingespieltes Team. Das Ensemble wird in die Stadt wirken, soll zum Botschafter der *Marke Wuppertal* werden. Ein eigenes Repertoire wird sich entwickeln, Bindung zur Bevölkerung werden wir herstellen, in Schulen und Liederabenden werden wir Präsenz zeigen. Solche Bindung kann man mit Stagione nie erzeugen.“*

*„Selbst wenn diese Sänger in einer Kirche ein Oratorium singen, so wird dies mit der *Oper Wuppertal* assoziiert, wirkt dies in die Stadt. All dies möchten wir in den kommenden Jahren in der *Stadt Wuppertal* aufbauen.*“ „*Die Sänger leben hier, kaufen ein, schaffen Bindung mit der Bevölkerung. So identifizieren sich viele Zuschauer, -hörer mit \`ihren´ Sängern. Sie glauben gar nicht, wie oft Sänger angesprochen, eingeladen werden, wie oft Sänger in Schulen Vorträge halten*“, so **Schneider** mit spürbarem Gestaltungswillen.

*„Wir machen Oper im Bewusstsein der Lebenswelt des 21\. Jahrhunderts – das muss unser Anspruch sein. Sowohl in der kritischen Auseinandersetzung mit den klassischen Stoffen als auch im aufrichtigen Spaß, den wir mit den bunten und oftmals auch liebevoll-bösen Stücken des leichteren Repertoires haben wollen. Wichtig ist mir aber auch, die Oper strukturell zu öffnen – u.a. indem wir einen intensiven Austausch mit den anderen musikalischen Akteuren in der Stadt treten. Zudem müssen wir neue Formen der Teilhabe entwickeln, um das bestehende Publikum und neue Publikumsgruppen für die Kraft von Theater und Oper zu begeistern*“, umreißt **Berthold Schneider** sein künstlerisches Konzept.

![Wuppertal / Oper Wuppertal © IOCO ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/07/oper-wuppertal-foto-ioco-neu.jpg "Wuppertal / Oper Wuppertal © IOCO ")

Wuppertal / Oper Wuppertal © IOCO

Die neue Saison 2016/17 eröffnet **Schneider** und die **Oper Wuppertal** am 17\. und 18\. September 2016 mit zwei Premieren auf der Bühne des Opernhauses an einem Wochenende: ***THREE TALES*** von **Steve Reich** am Samstag, gefolgt von **HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN* v*on **Jacques Offenbach** am Sonntag. ***THREE TALES*** wird dann erstmals jenseits der großen internationalen Festivals zu erleben sein und mit den Zuschauern gemeinsam auf der Bühne des Opernhauses aufgeführt. **Jacques Offenbachs** große fantastische Oper ist ein Sammelsurium unterschiedlichster Motive und Fragmente. In der Wuppertaler Neuproduktion wagen vier international erfahrene Regisseure – **Christopher Alden, Charles Edwards, Inga Levant** und **Nigel Lowery** – das Experiment und inszenieren je einen Akt der Oper. Die Rahmenhandlung wird auf Deutsch gesungen, die drei Frauenakte in französischer Sprache.

Darunter Repertoireklassiker wie **Offenbachs *HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN*** und **Verdis *RIGOLETTO***. Liebhaber des Musicals kommen mit **THE ROCKY HORROR SHOW** auf ihre Kosten. Die Produktion in der Regie von **Sebastian Welke**r lief bereits sehr erfolgreich am **Saarländischen Staatstheater**. Auch jenseits des klassischen Werkekanons setzt das Haus unter der neuen Intendanz Akzente: So bilden Titel wie **THREE TALES,** eine Video-Oper von **Beryl Korot** und **Steve Reich**, für die **Schneider** persönlich die szenische Einrichtung übernimmt, und die Uraufführung der Originalversion von **Helmut Oehrings *AscheMOND ODER THE FAIRY QUEEN*** einen aktuellen Schwerpunkt im Spielplan, wie **Sergej Prokofjews *DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN*** als Familienoper. **PULCINELLA,** ein großes partizipatorisches Educationprojekt an dem in Kooperation mit der **Freien Scene Wuppertal** 170 Kinder teilnehmen werden, mit Musik von **Igor Strawinsky,** soll vor allem das jüngere Publikum ansprechen und für Musiktheater begeistern. **Peter Cornelius‘** selten gespielte komische Oper **DER BARBIER VON BAGDAD** sowie die Wiederaufnahme des **DON GIOVANNI** in der Regie von **Thomas Schulte-Michels** komplettieren den Spielplan.

![Wuppertal / GMD Julia_Jones © M. KORBEL ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/07/julia_jones__c_m.korbel2012_neu.jpg "Wuppertal / GMD Julia_Jones © M. KORBEL ")

Wuppertal / GMD Julia Jones © M. KORBEL

Das **Sinfonieorchester Wuppertal** wird seine bis 2016 von **Toshiyuki Kamioka**  mitgeprägte Tradition unter der Britin **Julia Jones** (1961) fortsetzen. Sinfonie-, Chor- Kammerkonzerte, hervorragende Gastdirigent/innen, erlesene Künstler, einen abwechslungsreichen Querschnitt durch die sinfonische Literatur sieht der reiche Spielplan 2016/17 vor, welcher am 25\. September 2016 beginnt: In der spektakulären **Historischen Stadthalle** von Wuppertal mit dem ***Tripelkonzert C-Dur op. 56*** von **Ludwig van Beethoven** und der **Sinfonie Nr. 1 D-Dur** von **Gustav Mahler,** Dirigentin **Joana Mallwitz**. ***IOCO / Viktor Jarosch /*** 15.07.2016