> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://www.ioco.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Wuppertal, Oper Wuppertal, Die tote Stadt - Erich Wolfgang Korngold, IOCO Kritik, 26.06.2019
- URL: https://www.ioco.de/wuppertal-oper-wuppertal-die-tote-stadt-erich-wolfgang-korngold-ioco-kritik-26-06-2019/
- Published: 2019-06-27T07:00:09.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:55:56.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Kritiken, Oper & Operette, Wuppertal

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/06/logo_wuppertaler-buehnen_2.jpg)

[Wuppertaler Bühnen](http://www.wuppertaler-buehnen.de/?ref=ioco.de)

![Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/02/opernhaus-wuppertal-c-andreas-fischer.jpg)

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

## ***Die tote Stadt*  \- Erich Wolfgang Korngold**

**Die "tote Stadt" steht für Brügge, einst blühende Hafenstadt, welche versandete ....** 

von **Ingo Hamacher**

Stimmstark und mit großer Präsenz tritt Chefdramaturg **David Greiner** im Rahmen der Einführung von ***Die tote Stadt*** vor das Publikum. Das defekte Mikrofon braucht er nicht; mit kräftiger Stütze in der Stimme dringt er auch so schon sonor in jeden Teil des Foyers. Wenn die Anderen nachher so singen, wie dieser Mann spricht, wird der Abend großartig. Für alle, die sich amüsieren wollten, empfehle er den Besuch einer Aufführung von ***Die Hochzeit des Figaro,*** die ebenfalls in diesen letzten Tagen der Spielzeit noch aufgeführt würde. Heute sei das nicht zu erwarten; es würde eher *„interessant“.*

![Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Susanne Serfling, Jason Wickson © Wil van Iersel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/06/die_tote_stadt_oper_wuppertal__c_wil_van_iersel_1-1.jpg)

Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Susanne Serfling, Jason Wickson © Wil van Iersel

**Immo Karaman** (\*1972 in Gelsenkirchen als Sohn deutsch-türkischer Eltern, auch Verantwortlich für die Bühne) habe sich für einen Regieansatz unter dem Aspekt von Entstehungsort und -zeit des Stückes entschieden: Wien in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts; **Freud** und die Psychoanalyse hätten das geistige Leben bestimmt. Die Geschichte von Paul, der sich durch ein Wahngebäude aus Vergangenheitserinnerungen vor der schmerzlichen Konfrontation mit der Realität und der Einsamkeit schützen wolle, sei von ihnen tiefenpsychologisch ausgedeutet worden.

***Paul*** nimmt nur noch war, was ihn auf seiner Flucht vor der Wahrheit bestätige. Die Begegnung mit der Tänzerin ***Marietta,*** die seiner verstorbenen ***Marie*** verblüffend ähnelt, lösten verwirrende Prozesse in ihm aus, durch die er am Ende wieder ins Leben zurück fände.

Dabei sei es ihnen gelungen, noch viel näher an den Kern des Stückes heran zu kommen, als es Korngold selbst gelungen sei; als **Erich Wolfgang Korngold** (1897 - 1957) es selbst gewagt hätte! Starke Worte. Unter Mangel an Selbstbewusstsein scheint die Produktion nicht zu leiden. *Dann wollen wir mal sehen...*

Der Vorhang öffnet sich zur Ouvertüre und dem ersten Bild. Wir sehen: Wenig.Wände aus großen Granitplatten. Keine Türen. Keine Fenster. In der Rückwand die Verschlussklappe einer Kühleinheit: Die ***Kirche des Gewesenen*** \- *der Verabschiedungsraum einer Leichenhalle*. Steingraue Vorhänge heben und senken sich; schieben sich wie zufällig über die Bühne. Personen treten weder auf noch ab: durch die wandernden Vorhänge sind sie plötzlich wie hingezaubert da, bzw. verschwinden ins Nichts.

**Zu den Klängen der Ouvertüre** sehen wir **Paul,** einen gebrochenen Mann im grauen Anzug, wie er sich von seiner verstorbenen, auf einer Schiebebahre halb im Kühlfach liegenden Frau ***Marie*** verabschiedet. Mit einer Schere schneidet er eine lange Strähne ihrer Haare als letzte Erinnerung ab, an die er sich verzweifelt klammert. Plötzlich steht eine schwarzgewandete Trauergemeinde auf der Bühne. In regennasser Herbststimmung erleben wir Maries Beerdigung. Auch ***Brigitta,*** die Haushälterin und ***Pauls*** Freund **Frank** sind anwesend. Im Anschluss hält Frank, gross gewachsen und schlank mit langem schwarzen Mantel, Hut und weiß geschminktem Gesicht, wie Gevatter Tod persönlich wirkend, ***Paul*** etwas Geschriebenes zur Unterschrift vor: Soll er ihm den Scheck für die Beerdigungskosten unter-, oder ihm seine Seele verschreiben?

Wenn ***Frank*** seinen Hut und Mantel ablegt, wirkt und gebärdet er sich wie ein spinnenbeiniger ***Mephistopheles.*** Keine Frage: Der Bariton **Simon Stricker,** der sowohl die Partie des Paul, als auch später den **Pierrot Fritz** als faustisch-diabolische Gestalt darstellt, steht für **THANATOS**, den Todestrieb.

Es ist überhaupt niemand einfach nur der, der er ist, sondern es fließen in dieser Inszenierung immer wieder Personen ineinander oder vertauschen die vom Libretto vorgesehenen Partien. Die Persönlichkeit erwächst weniger aus dem „Sein“, sondern eher aus dem *„Gesehen werden als...“.* Der von Freud postulierte Liebestrieb ***EROS*** wird sowohl von der blond gelockten ***Marietta,*** als auch von der glatthaarigen Marie vertreten.

Mit dem Erscheinen von ***Marietta,*** der Tournee-Tänzerin mit der verblüffenden Ähnlichkeit mit der verstorbenen ***Marie,*** durch deren Begegnung ***Paul*** eine völlige Wesensänderung erfahren hat, kommt Farbe auf die Bühne. Das bisherige Einheitsgrau/-schwarz verschwindet. Durch ihr Lebensfreude und ihre rosa/lila Kleidung verwandeln sich sogar die schwarzen Trauerrosen in einen rosig-duftenden Blumenstrauß.

![Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Simon Stricker, Jason Wickson © Wil van Iersel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/06/die_tote_stadt_oper_wuppertal__hier-simon-stricker-jason-wickson-c_wilvaniersel_5neu.jpg)

Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Simon Stricker, Jason Wickson © Wil van Iersel

Und wenn ***Paul*** ihr einen alten Schal und eine Ukulele reicht, um die Ähnlichkeit mit seiner verstorbenen ***Marie*** noch zu verstärken, steht plötzlich nicht mehr ***Marietta,*** sondern ***Marie*** auf der Bühne. Durch die Vorhangtricks und eine raffinierte Beleuchtung taucht eine Jazzband auf und ein 20 Jahre jüngerer zweiter Paul. In einer Disco-beleuchteten Rückblende erleben wir eine ***Marie,*** wie sie damals das Paul so vertraute Lied singt: *„Glück, das mir verblieb...“.*

**Marietta / Marie** weist **Pauls** Versuch, sie in die Arme zu schließen, energisch zurück, nachdem sie erkannt hat, dass es ihm gar nicht um das Hier und Jetzt geht, sondern um ein Klammern an Erinnerungen. Sie verlässt ihn mit dem Hinweis auf eine mögliche Begegnung im Theater.

**Zum zweiten Bild** ist plötzlich der Bühnenhintergrund verschwunden; wir erleben eine verstörende Szene. Ein verunfalltes, auf dem Dach liegendes brennendes Auto. Offensichtlich hat sich der Kleinwagen mit dem italienischen Nummernschild mehrfach überschlagen. Um das Autowrack herum liegen mindestens 5 Tote oder Verletzte, darunter auch der junge ***Paul*** und ***Marie,*** haufenweise aufgesprungene Koffer und anderes Gepäck. Dieser Wagen war gefährlich überladen.

*War es ein Unglück? Wer war der Fahrer?* Hat **Paul,** möglicherweise sogar angetrunken, aufgrund eigenen Fehlverhaltens den Tod Maries und der Anderen verschuldet? Ist es überhaupt Trauer, die ***Paul*** in seinem Verhalten treibt, oder nutzt er seine Opferhaltung als trauernder Witwe im Grunde nur, um die Konfrontation mit seinem Täteranteilen, seiner Schuld als Verantwortlicher einer fahrlässigen Tötung zu vermeiden? War es ein Ausflug nach Venedig - der Name wird erwähnt -, der zweiten ***Toten Stadt*** Europas neben dem belgischen Brügge, wo die Handlung des Stückes verortet ist?

***Paul*** begegnet seiner ehemaligen Haushälterin ***Brigitta,*** die ihn wegen seiner treulosen Leidenschaft zu ***Marietta*** verlassen hat und in ein Kloster eingetreten ist, dann ***Frank,*** der ebenfalls in ***Marietta*** verliebt ist und einen Schlüssel zu ihrer Wohnung besitzt.

**Paul** kämpft mit ihm um diesen Schlüssel und entwendet ihn. Eine nur mit Unterwäsche bekleidete Ordensschwester, erkennbar an ihrer Kopftracht, tritt auf und beobachtet die Szene. Bruchstückhafte Bilder, Erinnerungen, Träume. Platz für Assoziationen. ***Marietta / Marie*** und ihre Freunde erheben sich aus ihrer Position des Unfallgeschehens und bilden eine Theatertruppe, die ein improvisiertes Spiel beginnt, wobei sie von Paul beobachtet werden. Sie spielen die *„Auferstehung der Helene“* aus **Meyerbeers** Oper **ROBERT DER TEUFEL,** wobei **Marietta Marie** darstellt, die von den Toten aufersteht. ***Paul*** klagt **Marietta / Marie** der Blasphemie heiliger Gefühle an, worauf diese erneut ihre ganze Verführungskunst aufbietet und ***Paul*** erneut in ihren Bann zieht.

![Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Susanne Serfling, Jason Wickson © Wil van Iersel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/06/die_tote_stadt_oper_wuppertal__c_wilvaniersel_9neu.jpg)

Oper Wuppertal / Die tote Stadt - hier : Susanne Serfling, Jason Wickson © Wil van Iersel

***„Mein Sehnen, mein Wähnen“, großartig gesungen!***

In seinem Haus will sie (Wer? **Marietta - Marie**?) ihm angehören; sie nimmt den Kampf mit der toten Rivalin auf. Oder kämpft sie nur um ein Leben in der Gegenwart, in dem die Vergangenheit in den Hintergrund rückt? Die zahlreichen Personen auf der Bühne sind kaum noch eindeutig zuzuordnen. Haarsträhnen werden abgeschnitten, von Hand zu Hand gereicht. Teils gekost oder als Geißel verwendet. Die Handlung verwirrt. Die Intensität des Duettes zwischen Paul und Marietta/Marie steht einer wagnerschen Tristan-Aufführung in nichts nach. Es ist nichts mehr klar, aber alles hochemotional.

**Im dritten Bild** sehen wir erneut die vorbekannte leere Leichenhalle. Die Kühlfachklappe ist geöffnet, wie ein Fenster zu einer anderen Welt. Musik und Gesang der Heiligblutprozession, von der das Libretto zwar berichtet, die diese Aufführung jedoch nicht zeigt, erscheinen daher fremd, unerklärt und jenseitig. Wie ein Orpheus scheint ***Paul*** seine Eurydike aus dem Totenreich singen zu wollen. ***Pauls*** Wunsch, ***Marietta*** solle sich nicht am Fenster zeigen, wirkt wie der Versuch, Marie an der Rückkehr ins Jenseits zu hindern. Eine kurz erscheinende Orgie/Vergewaltigung-Szene im Hintergrund sorgt für weitere Verstörung.

***Marietta / Marie*** schneidet sich selbst eine Strähne aus dem Haar und verhöhnt ***Paul*** damit; raubt ihm alle Besinnung. Der Bühnenhintergrund verschwindet erneut: wir sehen den kleinen fahrbereiten Kleinwagen mit italienischem Kennzeichen. ***Marie*** steigt ein und fährt davon. In einer Videoprojektion sehen wir ihre Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit durch einen Tunnel. Ein Unfall. Sie war alleine im Auto. ***Paul*** trifft keine Schuld.

Die Traumbilder sind verschwunden, die Realität ist wiederhergestellt. Wir sehen keinen Verabschiedungsraum einer Leichenhalle, sondern das Leichenlager einer Prosektur. Türen führen hinein und hinaus. Kein zauberhaftes Verschwinden mehr. Personen treten auf und ab. Eine Stimme meldet die Rückkehr einer fremden Dame, die einen Rosenstrauß vergessen habe. ***Paul*** ist nun Pfleger der Pathologie. *"Ein Traum hat meinen Traum zerstört",* beschreibt ***Paul*** im Schlussakt den Prozess seiner Heilung. Er wird die ***Tote Stadt*** verlassen. Nach dem er abgegangen ist, öffnet er die Türe ein letztes mal und singt durch den Spalt sein abschließendes*: „Glück, das mir verblieb...“.*

**GIGANTISCH!** Das Haus tobt zur der zweiten Vorstellung der Inszenierung! Ovationen und nicht enden wollender Applaus, zahlreiche Vorhänge. ***Chapeau!***  Regisseur **David Greiner** hatte wahrlich nicht zu viel versprochen.

---

## *Die tote Stadt*  \- Oper von Erich Wolfgang Korngold, Libretto: Paul Schott, Uraufführung: 4\. Dezember 1920

***Die tote Stadt,*** op. 12, ist eine durchkomponierte Oper in drei Bildern mit einer Musik von **Ericht Wolfgang Korngold** und Texten von ***Paul Schott***, einem Pseudonym, unter dem **Julius Korngold, Erich Wolfgang Korngolds** Vater, und der Komponist selbst zusammenarbeiteten. Das Libretto basiert auf dem symbolistischen Roman ***Das tote Brügge*** (*Bruges-la-morte*, 1892; deutsche Übersetzung: 1903) von **Georges Rodenbach** (1855–1898).

**Erich Wolfgang Korngold, er galt als „Wunderkind“, war zur Uraufführung von *Die tote Stadt* erst 23 Jahre alt.**

Die **"tote Stadt"** steht für Brügge, einst Hafenstadt, jetzt aber versandet, dadurch von der Welt abgeschnitten und mit der mühsamen Verarbeitung ihrer Vergangenheit beschäftigt. Man darf annehmen, dass Vater Korngold als Ort der Handlung zwar vordergründig Brügge übernommen, aber Wien gemeint hat. Ist doch die Habsburger Monarchie soeben untergegangen. Und gerade in Wien herrscht nach dem Ende des traumatisierenden ersten Weltkrieges eine "fin-de-siècle"-Stimmung.

**Erich Wolfgang Korngold,** Sohn des jüdischen als Nachfolger von **Eduard Hanslick** in Wien tätigen Kritikers **Julius Korngold** gewann nach Kompositionsstudien u.a. - auf Anraten von Gustav Mahler - bei **Alexander von Zemlinsky** schnell eine ungewöhnliche handwerkliche Sicherheit. Schon als Neunjähriger überraschte er mit einer Kantate, seine 1910 unter Mithilfe **Zemlinskys** in der **Wiener Hofoper** uraufgeführte Pantomime ***DER SCHNEEWIND*** brachte ihm den von **Mahler** ausgesprochenen, von **Strauss** und **Puccini** bestätigten Ruf eines „Wunderkindes“ ein.

**Korngold,** dessen Hauptwerke wie in einer Beschwörung des Nicht-vergessen-Werdens um das Thema der Auferstehung kreisen, gehörte wie **Zemlinsky, Schreker** und andere zu jenen Komponisten, denen zweimal im Leben das Lebensrecht bestritten wurde: durch die faschistische Verfemung 1933 als „entartete Kunst“ und durch das deutsch-österreichische Musikleben nach 1945 mit seinem rigiden Avantgarde-Denken. Die nationalsozialistische Machtergreifung, die 1938 mit dem Anschluss auch Österreich heimsuchte, bedingte, dass **Korngold** in die USA ging. In Hollywood avancierte er zum gefeierten Filmmusikkomponisten, der zwei Oscars gewann. Der Versuch, nach dem Krieg in der Heimat wieder Fuß zu fassen, scheiterte. Korngold ging in die USA zurück und starb dort 1957.

Im Gegensatz zur Wiener Schule rund um **Schönberg, Berg** und **Webern,** die Atonalität und später die Zwölftontechnik propagierten, zeigt der Komponist in dieser Oper einen spätromantischen Stil, geprägt durch seinen Lehrer **Alexander von Zemlinsky, Richard Wagners** Chromatik Leitmotiv-Technik, sowie die Orchestrierungstechnik von Richard Strauss.

**Korngolds** Partitur zeigt aber auch Einflüsse des Verismo **Puccinis.** Als berühmteste Nummern der Oper gelten das Duett zwischen ***Paul*** und ***Marietta*** *„Glück, das mir verblieb“* (Mariettas Lied) und die schwärmerisch-melancholische Bariton-Arie „Mein Sehnen, mein Wähnen“. Es ist eine sinnliche, ja manchmal übersinnliche Musik, die uns wollüstige Emotionen erfahren lässt, aber melodisch auch menschliche Abgründe darstellen kann. Korngold hat für die musikalische Umsetzung dieses Seelendramas nicht zufällig ein opulent besetztes Orchester gewählt, wie man es sonst nur von Mahler kennt.

Der dramatische Tenor **Jason Wickson,** USA, konzentriert sich in der Partie als **Paul** vor allem auf den lyrischen Gesang und gestaltet die schlicht eingängigen Melodien Korngolds mit enormer Kraft und zauberhafter Schönheit. Zu Beginn des zweiten Teils zeigt er in den Piano-Teilen leichte Ermüdungserscheinungen, jedoch findet er kurze Zeit später zur vorherigen Kraft zurück.

**Die Besetzung - Die tote Stadt**

Die deutsch-ungarische Sopranistin **Susann Serfing,** seit 2014 freischaffend, analysierte das Kapriziöse der Partie der **Marietta / Marie** mit Esprit und Herzlichkeit.

**Das Ensemble der Oper Wuppertal:**  Iris Marie Sojer: Lucienne, Sangmin Jeon: Victorin / Gaston (Sänger), Simon Stricker: Frank / Fritz, Mark Bowman-Hester: Graf Albert

Ariana Lucas: ***Brigitta***, Anne Martha Schuitemaker: ***Juliette***

**Am Pult der Wuppertaler Oper** begleitete **Johannes Pell** (\*1982 in Linz) das Sängerensemble und ließ die Klangfarben der Korngold-Partitur in einem Rausch der Melodik erstrahlen. Seit der Saison 2016/17 ist Johannes Pell 1\. Kapellmeister an den Wuppertaler Bühnen.

Die Kostüme und Choreografie stammen von **Fabian Posca,** den eine langjährige Zusammenarbeit mit **Immo Karaman** verbindet.

Die Leitung des Chores lang in den Händen von **Markus Baisch,** der seit der Spielzeit 2016/17 als Chordirektor mit Dirigierverpflichtung an der Oper Wuppertal engagiert ist.

**Die tote Stadt** an der **Oper Wuppertal;** die weiteren Termine 30.6.; 12.7.2019

\---| IOCO Kritik Wuppertaler Bühnen |---