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# Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, RUSALKA - Antonin Dvorak, IOCO Kritik, 30.01.2023
- URL: https://www.ioco.de/wiesbaden-hessisches-staatstheater-rusalka-antonin-dvorak-ioco-kritik-30-01-2023/
- Published: 2023-01-29T19:33:27.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:12:26.000Z
- Author: Ingrid Freiberg
- Tags: Kritiken, Oper & Operette, Wiesbaden

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![Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/02/theater117ckaufhold.jpg)

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

[**Hessisches Staatstheater Wiesbaden**](http://www.staatstheater-wiesbaden.de/?ref=ioco.de)

## ***RUSALKA -* Antonin Dvorak**

#### ***\- Rusalka, das magische Wasserwesen - doch um ihr ersehntes Glück betrogen-***

*von* ***Ingrid Freiberg***

Der „*einfache tschechische Musikant“*, als den sich **Antonín Dvorák** selbst bezeichnete, lernte bei seinem Dorfschulmeister das Geigenspiel. Es waren **Johannes Brahms**, der Kritiker **Eduard Hanslick**, der Geiger **Joseph Joachim** und der Dirigent **Hans von Bülow**, die sich für die Verbreitung der Werke von **Dvorák** einsetzten. Von **Brahms** ist der Ausspruch überliefert: „*Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder andere die Hauptthemen zusammenklauben.“*

****Teaser *RUSALKA* \- Hessisches Staatstheater**youtube Trailer Hessisches Staatstheater **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Im 19\. Jahrhundert bestand ein gesteigertes Interesse an Märchen, Sagen und Legenden. Auch die Oper ***Rusalka*** verarbeitet einen in Europa verbreiteten Märchenstoff, dessen namengebende Gestalt eine Wassernixe ist, eine Verwandte von **Andersens *Meerjungfrau*** oder von **La Motte Fouqués** ***Undine***. Der tschechische Dichter, Regisseur, Schauspieldirektor und Dramaturg **Jaroslav Kvapil** schrieb 1899 das Libretto nach einem Ferienaufenthalt auf der Ostseeinsel Bornholm. Er hatte es zunächst **Josef Suk**, **Josef Förster** und **Oskar Nedbal** angeboten. Erst **Dvorák**, der bereits acht große Opern komponiert hatte, schuf daraus im Laufe des Jahres 1900 ein Meisterwerk. Die oft symbolistisch anmutenden Verse erweckte er mit großem impressionistischem Klangzauber, aber auch spätromantischer Opulenz. ***Rusalka*** ist stark beeinflusst von den Erkundungen der menschlichen Psyche, wie sie **Sigmund Freud** Anfang des 20\. Jahrhunderts betrieb. Im Handlungskern zeigt sich die Oper als ein psychologisch kraftvolles Werk und erweist sich als spannendes Seelendrama einer Frau, die um ein selbstbestimmtes Leben und ihre eigene Identität kämpft.

#### ***Geisterhaft fließendes Unterwasserreich***

Die Oper ***Rusalka*** besticht durch ihren Reichtum an eingängigen Melodien, die, wie so oft im Werk **Dvoráks**, aus der böhmischen Folklore schöpfen. Er war 60 Jahre alt, als er in 1900 seine vorletzte Oper, drei Jahre vor seinem Tod, komponierte. In dieser wohl bekanntesten tschechischen Oper geht es auch um Sprache und Sprachlosigkeit. Mit großem musikdramatischem Schwung vertonte **Dvorák** die gegensätzlichen Welten des geisterhaft fließenden Unterwasserreichs und des distanziert steifen Königshofes. Eine glückliche Lösung für den gleichnishaften Stoff über den Wert der Bedeutung der menschlichen Seele und die Wandlung der Hauptfigur ***Rusalka*** von der romantischen Nixe, dem Wassergeist, zum leidensfähigen Menschen gibt es nicht. Gewagt auch, eine Geschichte zu wählen, in der die Hauptfigur für lange Zeit, über 1.000 Takte, verstummt, glücklicherweise aber über Menschenohren verfügt. Zu verstehen ist sie nur durch ihr Leitmotiv. Allen Warnungen des ***Wassermanns*** zum Trotz, ihr Element, das Wasser nicht zu verlassen, bezahlt sie die ersehnte Verwandlung zur Menschenfrau mit ihrer Stimme, vertraut dabei auf ihre starken Gefühle. Ihr Erscheinen bei den Menschen berückt den ***Prinzen*** zunächst, doch als magisches, stimmloses Wesen bleibt ***Rusalka*** eine Fremde in der Menschenwelt. Schließlich wendet sich ihr Geliebter von ihr ab – was für ihn den Tod und für sie die Verbannung bedeutet.

![Hessisches Staatstheater / RUSALKA hier Olesya Golovneva, Nora Kazemieh, Sarah Mehnert, Donata-Alexandra Koch © Karl und Monika Forster](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2023/01/37140-9462-rusalkaforster-8neu.jpg)

Hessisches Staatstheater / RUSALKA hier Olesya Golovneva, Nora Kazemieh, Sarah Mehnert, Donata-Alexandra Koch © Karl und Monika Forster

#### ***Bestechend einfühlsame Team-Inszenierung***

Bisher gab es noch keine Haus-Inszenierung dieser Oper am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, obwohl es überaus lohnend ist, dieses Märchen aufzuführen. Nun überrascht ***Rusalka*** in einer bestechend einfühlsamen Team-Inszenierung: **Daniela Kerck**, ***Regie***, von Hause aus Bühnenbildnerin, ist der rationalen Auffassung: *„Rusalka ist bereit, alles zu opfern, um ihrem Verlangen nach dem Anderen, dem Anderssein, nachzugehen. Das macht sie zu einer sehr heutigen Figur: Sie fühlt sich nicht wohl in ihrem Körper, also ändert sie sich – dafür muss sie einen hohen Preis zahlen. Sie kämpft um ihre Emanzipation auch gegen Widerstand und Warnungen von allen Seiten.“* Hingegen sieht **Olesya Golovneva**, ***Regie***, sie singt auch die Titelpartie, die Oper etwas emotionaler: *„Wie oft passiert es doch, dass unsere Träume nicht der Realität entsprechen. *Rusalka* hat viele Vorstellungen und Träume über eine märchenhafte Beziehung zu einem Prinzen. Aber sie wird mit dem Fluch der Realität konfrontiert: Sie wird betrogen, sie wird alleine gelassen, sie wird nicht wahrgenommen, und sie wird nicht so akzeptiert, wie sie ist.“* Ihre beiden Ansätze bereichern sich auf fabelhafte Weise. Aus weiblicher Sicht wird der Schmerz, die Ausweglosigkeit einer Liebenden sensibel herausgearbeitet. Der Konflikt zwischen weiblichem Wasserwesen und Mensch wird zum Konflikt zwischen Frau und Mann, und nicht so sehr zwischen irdischer und unirdischer Natur. Vielmehr zeigen **Kerck** und **Golovneva** die Abhängigkeit von männlichen Wesen, wie dem *Wassermann* und dem *Prinzen*, und die Unterwerfung *Rusalkas* unter die manipulierende Kraft der *Hexe*. Ein zusätzliches *„Ass im Ärmel“* dieses Regie-Teams ist **Philipp Pointer**, ***Musikalische Leitung***, der Tschechisch spricht und der mit einer gekonnten Strichfassung, die in den Gefühlsstrudel förmlich hineinzieht, hervorragende Arbeit geleistet hat.

#### ***Märchenhaft sinnliche Bilder, romantische Kostüme***

Das ***Bühnenbild*** von **Daniela Kerck**, überzeugend ergänzt durch die ***Video-Projektionen*** von **Astrid Steiner**, zaubert Bilder von surrealer Schönheit, poetisch rätselhaft. Märchenhaft sinnliche wie gewaltige Bilder entstehen. Wasser fließt in seinen verschiedenen Aggregatzuständen, erzeugt Nebel und Eis. Bei Auftritten der *Hexe* sind Vulkaneruptionen, Feuerstrudel zu sehen. Sie prägen auf der dunklen und weitgehend leeren Bühne im 1\. und 3\. Aufzug die Szene mit Wellenbewegungen, Gischt und Tiefsee-Unendlichkeit. Die eindringlichen Bilder werden verstärkt durch Aufnahmen einer Apnoetaucherin, die sich in dem weißen Kleid von ***Rusalka*** in den Fluten formvollendet treiben lässt. Im 2\. Aufzug sind im Hintergrund schwarze *„Tetrapoden“?* zu sehen. Sie begünstigen und unterstützen die Auf- und Abgänge. Nachdem von den schwarzen Gebilden die Tücher abgedeckt werden, entpuppen sich diese als gestapelte Stühle, die für die Festgesellschaft aufgestellt werden. Diese fantasievollen Bilder werden haften bleiben… ***Kostüme*** für ein Märchen zu entwerfen ist unheimlich schwer. **Andrea Schmidt-Futterer** hat die Aufgabe als große Kunst angenommen und verwirklicht. Nicht immer muss eine Nixe an einem in einem Fischschwanz endenden Unterkörper zu erkennen sein, unfähig, sich damit auf der Erde zu bewegen. Ein überlanges weißes Kleid, in dem sich *Rusalka* immer wieder verfängt, hat eine vergleichbare Wirkung und betont die romantische Sichtweise. Die Farben Schwarz und Weiß dominieren. ***Prinz*** und **Spratek** tragen identische Kostüme, die *Festgesellschaft* ist in schwarze Cutaways mit Zylinder gekleidet, die *Nixen* bezaubern mit weißen Kleidern, der ***Wassermann*** ist in einer schwarzen Neopren-Jacke zu sehen. Nur *Ježibaba/Die fremde Fürstin* trägt ein mauvefarben transparentes Kleid, als *Hexe* hat sie eine Glatze, als *Fürstin* trägt sie eine schwarze Perücke. Damit wird ihre Außenseiterrolle betont.

![Hessisches Staatstheater / RUSALKA hier Olesya Golovneva als Rusalka © Karl und Monika Forster](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2023/01/37150-9462-rusalkaforster-422neu-sehr-gut.jpg)

Hessisches Staatstheater / RUSALKA hier Olesya Golovneva als Rusalka © Karl und Monika Forster

#### ***Fortune: Künstlerinnen und Künstler zum Niederknien***

Die bereits für ihre Leistungen als *Anna Bolena* und *Luisa Miller* zur *„Besten Sängerin des Jahres“* gekürte russische Sopranistin **Olesya Golovneva**, wurde bereits für ihre Interpretation der ***Rusalka*** an der **Oper Köln** für den ***Deutschen Theaterpreis FAUST*** nominiert. Als ***Rusalka*** erscheint **Golovneva** nahezu perfekt in ihrer Sehnsucht zu einem Menschen. Mit ihrer warmen, biegsamen Stimme, einer ungebrochenen Intensität und Ausdauer ist sie unschuldig, zärtlich, aber auch leidenschaftlich. Unter den geschlossenen Nummern in **Dvoráks** Oper hat es *„Silberner Mond du am Himmelszelt…“* zu volkstümlicher Bekanntheit gebracht. Umso mehr ist es zu bewundern, dass **Golovneva** das Erlebnis vermittelt, das Lied zum ersten Mal zu hören, und wie sehr sehnt man sich danach, dass sie ihre Stimme im Laufe des Abends wiedergewinnt. **Olesya Golovneva** bereichert dieses Opernfest auf ungewöhnliche Weise, als Interpretin und Regisseurin, und trägt maßgeblich zum Erfolg bei.

Umwerbend bis abweisend, am Ende schicksalsergeben überzeugt **Gerard Schneider** als ***Prinz*** mit seinem strahlenden Tenor, mit viel Sinnlichkeit und Schmelz: *„Holdester Traum du, süss und mild, bist du ein Mensch, bist ein Märchen?“* / *„Bin ich verzaubert, du verspürst es nicht!* *Wärst du auch kälter noch wie Eis und Stein,* *mein musst du werden, mein allein!“...* Seine Leidenschaft, die stets mitschwingt, ist charismatisch, gestalterisch perfekt, erzählerisch glaubhaft. **Schneider** gelingt es, die Wandlung vom Eroberer eines unbekannten Wesens zum Betrüger und Verräter mitreißend in Szene zu setzen. Er ist kein Märchenprinz, kein Held, sondern ein - bis zum schmerzlichen Ende – einem Traumbild Verfallener. Einnehmend ist die tiefe Grundierung von **Derrick Ballard** als ***Wassermann***: *„Wehe dir, Rusalka, wehe! Warum. gabst du dich Menschen hin?“* ist ein kantables, wunderschön-sonores Lied, das seinen voluminösen Bass wohltönend und prächtig aufleuchten lässt. Völlig unangestrengt, wunderbar leicht und sauber, und doch voller Ausdrucksstärke in den kontrollierten Ausbrüchen, ist er zu heldischen Aufschwüngen bis hin zur gefühlsbetonten Verhaltenheit fähig. Ein mutiger „Geniestreich“ von Regie und Interpretin ist das Verschmelzen der Rollen von ***Ježibaba*** mit der ***Fremden Fürstin***. **Katrin Wundsam** geht das Wagnis ein, beide Partien zu singen, ihr Stimmvolumen von Mezzosopran auf Sopran auszuweiten. Ihre anregende Tiefe, neben dem nötigen Stimmumfang, ermöglicht ihr als ***Hexe*** teuflisch, kraftvoll glühend zu agieren. Als ***Fremde Fürstin*** ist sie auch die Personifikation des menschlichen Zweifels, der dekadent-mondänen Zivilisation, also eine direkte Antagonistin zu *Rusalka*. Entgegen deren Kälte versucht sie den *Prinzen* mit heißer Glut zu verführen, was ihr letztendlich misslingt. Durch diesen Regieeinfall kann sie unmittelbar das Scheitern von *Rusalka*, der Zivilisation und Natur erleben, ihren bösen Plan verfolgen… **Wundsam** begeistert mit mühelos erreichten Spitzentönen, mit bewegender Intensität, mit diabolischer und erotischer Ausstrahlung.

![Hessisches Staatstheater / RUSALKA hier Derrick Ballard, Nora Kazemieh, Sarah Mehnert, Donata-Alexandra Koch © Karl und Monika Forster](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2023/01/37141-9462-rusalkaforster-13neu.jpg)

Hessisches Staatstheater / RUSALKA hier Derrick Ballard, Nora Kazemieh, Sarah Mehnert, Donata-Alexandra Koch © Karl und Monika Forster

Zu Beginn ist **Christopher Bolduc** als ***Jäger*** a capella zu hören und trifft damit mitten ins Herz. Im 2\. Aufzug tuschelt er ***(Heger)*** im Park mit dem ***Küchenjungen***, **Stella An**, im über die blasse, stumme, sonderbare Braut, die der Prinz heiraten will. Es ist vergnüglich und bezaubernd, den beiden zuzuhören: **Bolducs** sehr feinsinnig ausbalancierter Tenor verbindet sich mühelos mit der jugendlichen Natürlichkeit und den jubilierenden Höhen von **Stella An**. Beide sorgen für die einzigen humoristischen Elemente dieser Inszenierung. Die Elfen (***1\. Nymphe***: **Donata-Alexandra Koch**, ***2\. Nymphe:* Nora Kazemieh**, ***3\. Nymphe:* Sarah Mehnert**) scheinen beständig den Handlungsverlauf zu kommentieren, auch indem sie das Tagebuch von *Rusalka* lesen. Durch ihre individuelle, feinsinnige Rollengestaltung zeigen die ***Nymphen*** Kontraste und Dramatik der Handlung auf. Die drei übermütigen Elfenschwestern necken den *Wassermann*: *„Hei-ja he, Vollmond steht über'm See! Wassermännchen, klüglich achte, wie der Mond sich hebt schon sachte…“* Das erinnert an **Wagners** *Rheintöchter*, die sich über *Alberich* lustig machen. Mit ihrer mädchenhaften Leichtigkeit und Klarheit in der Diktion gelingt ihnen eine beglückende Ensembleleistung. **Sascha Schicht** ist ***Spratek***, ins Deutsche übersetzt ein Giftzwerg, ein Teufel. Dem entspricht er so gar nicht. Als stummes Spiegelbild des ***Prinzen*** ist er ***Rusalka*** sichtlich zugetan, streichelt sie, ist ihr immer wieder körperlich nahe, scheint sie zu beschützen. Dennoch gibt er das Messer, das ihm ***Ježibaba*** mit dem Auftrag gibt, ***Rusalka*** solle damit den Prinzen töten, an sie weiter und stürzt sie in ein Seelenchaos. Diese hinzugefügte Figur wird von **Schicht** ausdrucksstark und spannend gespielt, gibt aber auch Rätsel auf: Soll *Rusalka* auf Erden noch einen weiteren Beschützer bekommen? Soll er *Rusalka* über das abnehmende Interesse des ***Prinzen*** hinwegtrösten?

#### ***Es ist eine Wonne zuzuhören!***

Ein besonderes Lob gebührt dem ***Herrenchor des Hessischen Staatstheaters*** ***Wiesbaden*** unter Leitung von **Albert Horne**, dessen Mitglieder jeder eine eigene Persönlichkeit zu sein scheint, und die dennoch einen vorzüglichen Klangkörper bilden. Der ***Chor*** trägt zum furiosen Gelingen des Abends mit bei und begeistert mit dem Hochzeitslied *„Blümelein weiss am Wegesrand blühten wohl still bescheiden…“* mit feinem, leisen Zusammenspiel.

Nach dem tragischen Tod von **Christoph Stiller**, ***Musikalische Assistenz***, der die Produktion mit auf den Weg brachte und den alle schmerzlich vermissen, führte **Volker Reinhardt** die Aufgabe fort.

Unter der ***Musikalischen Leitung*** von **Philipp Pointner** blüht das ***Hessische Staatsorchester Wiesbaden*** auf. Es spielt mit großer Verve, kostet die spannenden Phrasen der Partitur in allen Verästelungen aus, böhmisch ist der Zugriff, dunkel dicht der Klang, von Leidenschaften durchrauscht. Die Naturstimmungen, das Schillern des Wassers, der Silberglanz des Mondes, das Sehnsuchtsmotiv nach Liebe werden zu einem spätromantischen Klangzauber, zu einer Musik, aus der Melancholie und das Lyrische spricht. Mit gutem Gespür für die Volksmusiken ***Dvoráks***, aber auch für die impressionistischen Weisen, lässt **Pointner** das Orchester aufleben. Nicht nur die großartigen Holzbläsersoli, Waldhörner, sondern auch die von ***Dvorák*** mit herrlichen Kantilenen so reich bedachte Solo-Flöte überzeugen. Auch den Hörnern, den sordinierten Violinen gebührt große Anerkennung.

I*st es möglich, den seltsamen, märchenhaften Zauber dieser Oper einzufangen? Ja, es ist möglich, wie dieser Abend zeigt! Möglich, weil die Musik von einem bravourösen Dirigat, einem gut disponierten Orchester, einfühlsamer Regie und einem Bühnenbild zum Träumen getragen wird, weil das Publikum nicht entmündigt wird und sich seiner Fantasie hingeben kann, und weil hochklassige Künstlerinnen und Künstler diesen Opernabend zu einem Erlebnis machen. Herzlichen Glückwunsch an alle Mitwirkenden…*

#### *Das Publikum spendet tosenden Applaus.*

#### [***RUSALKA* \- Hessisches Staatstheater Wiesbaden - TERMINE, KARTEN - link HIER!**](ttps://www.staatstheater-wiesbaden.de/oper/premieren-2022-2023/rusalka/)