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# Wien, Wiener Staatsoper, Neues Management - Spielplan 2020/21, IOCO Aktuell, 09.05.2020
- URL: https://www.ioco.de/wien-wiener-staatsoper-neues-management-spielplan-202021-ioco-aktuell-09-05-2020/
- Published: 2020-05-08T14:00:23.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:02:58.000Z
- Author: Marcus Haimerl
- Tags: Orchester, Norma, Pressemeldungen & Nachrichten, Wien

![wien_neu.gif](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/wien_neu.gif "Wiener Staatsoper")

[Wiener Staatsoper](http://www.staatsoper.at/?ref=ioco.de)

![Wien / Wiener Staatsoper © Starke](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/03/p1060571c.jpg)

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

**Spielplan 2020/21 der Staatsoper - Mit neuem Management** 

**Roscic, Schläpfer, Jordan - folgen - Meyer, Legris**

von **Marcus Haimerl**

Das neue Management der **Wiener Staatsoper** hatte Pech in seinem ersten Auftritt: Am 26\. April 2020 sollte die **Spielzeit 2020/21,** in neuer Aufmachung, erstmals vor großem Publikum auf der Bühne der **Wiener Staatsoper** mit ausgewählten Sängern präsentiert werden statt, wie zuvor über viele Jahre praktiziert, vor der ausgewählten internationalen Presse. Aber die Corona-Pandemie beendete schon die erfolgreiche 10-jährige Amtszeit von Staatsoperndirektor **Dominique Meyer** und Ballettdirektor **Manuel Legris** Mitte März 2020 ohne großen Abschied und eher zufällig kurz nach dem Opernball. Die Pandemie zwang auch den neuen Staatsoper-Direktor **Bogdan Roscic,** seine Absichten und Ideen zur **Spielzeit 2020/21** anders als geplant, vor leerem Haus auf der Bühne der Staatsoper, vorzustellen. Die weiteren neuen Manager wurden dort per Video zugeschaltet.

**Bogdan Roscic stellt sich vor**youtube Trailer Wiener Staatsoper \[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]

Der designierte Staatsoperndirektor **Bogdan Roscic,** \* 1964, präsentierte dort, im Interview mit **ORF III** Moderator **Peter Fässlacher,** seine Pläne für die Spielzeit 2020/21 und die Zukunft des Hauses unter seiner Leitung. **Roscic** leitete zuletzt die Klassik-Sparte von **Sony Music;** Führungserfahrung oder Erfolge in der Leitung von Musiktheater besitzt er nicht**.**  Das weitere neue Management der Staatsoper, **Jordan** und **Schläpfer,** wurde während der Präsentation per Video zugeschaltet: **Philippe Jordan**, \*1974, bisheriger Chefdirigent der **Wiener Symphoniker** übernimmt die seit 2014, dem Abgang von **Franz Welser-Möst,** vakante Position als zukünftiger Musikdirektor der Staatsoper. **Martin Schläpfer**, \*1959, ehemals Ballettdirektor der **Deutschen Oper am Rhein**, Düsseldorf, löst in Wien den bisherigen Ballettdirektor **Manuel Legris** ab.

Der Fokus der ersten Spielzeit mit 10 Premieren von Direktor **Bogdan Roscic** liegt in einer raschen musikalischen und szenischen Erneuerung des Kernrepertoires. In den kommenden fünf Jahren soll es zumindest eine Neuproduktion von **Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner** und einer Oper der klassischen Moderne des 20\. Jahrhunderts. Auch die Öffnung des Hauses für alle, auch für junges Publikum liegt **Roscic** am Herzen. Vorsatz oder Dilettantismus: in jedem Fall auffällig: Die Präsentation **Bogdan Roscic** enthielt, mit Ausnahme eines, wenn auch dezenten Seitenhiebes (*„Auslastungsstreber*“), keine Würdigung oder Verpflichtung der höchst erfolgreichen Tätigkeit der Vorgänger **Dominique Meyer** oder **Manuel Legris**. Ebenso auffällig ist für neutrale Beobachter, dass auch der zuständige **Bundesminister** bzw. **Staatssekretär/in** öffentlich keinen optisch wie sprachlich geordneten Übergang auf „die Neuen“ in diese für ganz Österreich so populäre Position moderierte.

So passten die von der Corona-Krise verursachten Unebenheiten bestens in die weitere denkwürdige Choreographie der Vorstellung des Spielplanes 2020/21 der **Wiener Staatsoper.**

![Intendant Dominique Meyer © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/07/intendant-dominique-meyer-foto-ioconeu.jpg)

Intendant Dominique Meyer © IOCO

## ***IOCO* dankt Dominique Meyer für seine Jahre an der Staatsoper**

Die **Wiener Staatsoper** unter **Dominique Meyer**  und **Manuel Legris** setzte in vielen Produktionen künstlerische Maßstäbe für Musiktheater weltweit. 620.000 Besucher füllten alle Vorstellungen der Staatsoper nahezu bis auf den letzten Platz. Dazu lag die Auslastung sowohl in den Sparten Oper und Ballett bei mehr als 99%. Die höchste dauerhafte Auslastung aller großen Musiktheater weltweit. **Erinnerlich:** Direktoren normal oder schlecht besuchter Theater begründen niedrigen Publikumszuspruch regelmäßig selbsterhöhend - mit den besonderen Ansprüchen ihrer Produktionen, siehe unten.

Der künftige Staatsoperndirektor, der sich selbst als unbeschriebenes Blatt in der Funktion als Theaterdirektor bezeichnet, stellte den **Spielplan 2020/21** mit der ungewöhnlichen Ansicht vor, die unter seinem Vorgänger **Dominique Meyer** stetig erzielten hohen Auslastungen seien „für ihn“ keine Vorgaben: „*Die *Wiener Staatsoper* ist da um großartig zu sein, um Erlebnisse zu bieten auf absolutem Spitzenniveau, die sonst nirgendwo geboten werden können und ohne die das Leben arm wäre. Wenn sie das tut wird sie auch immer brechend voll sein.“,* so **Bogdan Roscic**. Der von der **Rheinoper** Düsseldorf kommende neue Ballettdirektor **Martin Schläpfer** wurde in Düsseldorf nie heimisch. Die unter seinem Vorgänger, Ballettdirektor **Youri Vamos** bis 2011 stets prall gefüllte **Rheinoper** erreichte **Martin Schläpfer** nur selten; mit neuen Choreographien erzielte er über Jahre nur wenig Breitenwirksamkeit und nur durchschnittliche Gesamt-Auslastungen von 75%. So weigerte sich [**Schläpfer** in Düsseldorf bei **IOCO-**Nachfragen konstant über Auslastung](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/2016/10/29/duesseldorf-deutsche-oper-am-rhein-ballettchef-martin-schlaepfer-in-duesseldorf-frustriert-ioco-aktuell-28-10-2016/?ref=ioco.de) zu sprechen (*"über Auslastung rede ich nicht"*). Das benachbarte **Aalto Ballett Essen** ist deutlich beliebter: seine Auslastung liegt seit Jahren bei 85%.

## **Bogdan Roscic - Paradigmen der kommenden Spielzeit**

**Im Zeichen der Auseinandersetzung und Erneuerung des Kern-Repertoires**

In zehn Premieren werden zehn auf ihre Art absolut zentrale Opern neu auf die Bühne gebracht, darunter einige der meistgespielten Werke des Repertoires. Die Arbeit an diesen Projekten ist stark durch die Wiedereinführung der Position des Musikdirektors bestimmt: **Philippe Jordan** ist nicht nur wesentlicher Teil des neuen künstlerischen Führungsteams, sondern wird, auch an vielen Abenden am Dirigentenpult stehen – so bereits bei der Eröffnungspremiere der Saison.

Ein zentraler Schwerpunkt der neuen Direktion liegt neben der Beschäftigung mit Fragen des musikalischen Bereichs vor allem im Dialog und der Balance zwischen musikalischer Arbeit und szenischem Anspruch. Daher wird das Führungsteam seine Vorhaben der ersten Spielzeit gemeinsam mit den wichtigsten Regisseuren der Opernwelt umsetzen. Fast alle von ihnen arbeiten zum ersten Mal an der **Wiener Staatsoper.** Durch die ungewöhnlich hohe Anzahl von Premieren gehen auch einige ihrer bereits legendär gewordenen, stilbildenden Inszenierungen innerhalb einer Saison neu erarbeitet in das Repertoire der Wiener Staatsoper ein.

Programmatisch werden von der neuen Direktion drei Schwerpunkte gesetzt: **Mozart, Wagner** sowie jene klassisch gewordenen Opern des 20\. Jahrhunderts, die eine Brücke zwischen Tradition und zeitgenössischer Komposition bilden. Diese drei Schwerpunkte werden sich in jeder der von der neuen Direktion verantworteten Spielzeiten wiederfinden. Parallel zu den zehn neuen Projekten widmet sich die **Wiener Staatsoper** einer Reihe von klar als solchen gekennzeichneten Wiederaufnahmen. Neben den bekanntesten Namen der Opernwelt werden an der Spiel-zeit viele für die Staatsoper neue Künstlerinnen und Künstler in ihren Haus-Debüts mitwirken, vokal ebenso wie am Dirigentenpult. An dieses kehren in Folge aber auch vertraute, wichtige Namen wie **Christian Thielemann, Franz Welser-Möst** oder **Bertrand de Billy** zurück. Die **Wiener Staatsoper** ist für alle da. Sie auch konsequent für alle zu öffnen, ist ein weiteres Ziel, das sich die neue Direktion vorgenommen hat. Eine dafür zentrale Maßnahme ist die intensive Weiterführung des Kinderoper-Programms, das stärker ans Haus selbst gebracht wird. **Mozarts *Entführung*** wird für Kinder als Wander-Theater an besonderen Plätzen der Staatsoper gezeigt, auch ein verdichteter, auf Deutsch neu erzählter, **Barbier von Sevilla** wird im Großen Haus zu sehen sein. Die **Saison 2020/21** ist auch der Beginn einer neuen Ära für das Staatsballett. Der Schweizer Choreograph **Martin Schläpfer** übernimmt die Führung der Compagnie.

**Elektra - 2020/21 - ab 8.9.2020 wieder auf dem Spielplan**youtube Trailer Wiener Staatsoper \[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]

## **Zehn Opern-Premierenproduktionenin der Saison 2020/21**

**\- 7\. September 2020 - *MADAMA BUTTERFLY* von Giacomo Puccini**

**Musikalische Leitung** **Philippe Jordan,** Inszenierung **Anthony Minghella,** Regie & Choreographie **Carolyn Choa,**

**Mit:** Cio-Cio-San **Asmik Grigorian,** Pinkerton **Freddie De Tommaso,** Sharpless **Boris Pinkhasovich**

Diese poetische, aufsehenerregende Inszenierung des Oscar-Preisträgers **Anthony Minghella** (***Der englische Patient, Der talentierte Mr. Ripley***), wird als erste Premiere in Wien von **Carolyn Choa,** die sie als Choreographin gemeinsam mit ihrem im Jahr 2008 verstorbenen Ehemann und Regisseur **Minghella** erarbeitet hat, neu einstudiert. **Asmik Grigorian** gibt ihr Staatsoperndebüt in der Rolle der **Cio-Cio-San.** Ebenso erst-mals am Haus zu sehen: **Freddie De Tommaso** als ***Pinkerton.* Philippe Jordan** nimmt mit diesem Dirigat seine Arbeit als Musikdirektor auf und übergibt in der dritten Aufführungsserie an Hausdebütantin **Joana Mallwitz.** Unter ihrer Leitung gibt **Roberto Alagna** nach fast 100 Auftritten in 15 unterschiedlichen Opern mit dem **Pinkerton** ein wichtiges Rollendebüt an der Wiener Staatsoper.

**\- 12\. Oktober 2020 - *Die Entführung aus dem Serail -* Wolfgang Amadeus Mozart**

**Musikalische Leitung Antonello Manacorda,** Inszenierung **Hans Neuenfels**

**Konstanze** \- **Lisette Oropesa,** Blonde **\- Regula Mühlemann,** Belmonte - **Daniel Behle,** Pedrillo - Michael Laurenz, Osmin - **Goran Juric**, Bassa Selim - **Christian Nickel**

Ein Klassiker der Musiktheaterregie ist **Hans Neuenfels’** nun für Wien weiterentwickelte, ebenso poetische wie skurrile, existentiell anrührende wie heiter skeptische Meditation über das Gegen- und Miteinander von Gesang und Schauspiel. **Neuenfels,** der demnächst seinen 79\. Geburtstag feiert, besetzt alle solistischen Gesangsrollen noch einmal mit Schauspielern. Seine Neufassung des Librettos behält alle Handlungsmomente des Originals bei, zugleich reflektieren sich Schauspiel und Gesang in Spiegelungen und Verflechtungen. Unter der Leitung von **Antonello Manacorda** singen und spielen unter anderem die Koloratursopranistin **Lisette Oropesa** in der Rolle der **Konstanze** sowie das langjährige Burgtheater- und heutige Theater in der Josefstadt-Ensemblemitglied **Christian Nickel** in der Rolle des **Bassa Selim.** In der zweiten Serie singt – erstmals am Haus – **Brenda Rae** die Partie der **Konstanze.**

**\- 25\. Oktober 2020 - *EUGEN ONEGIN* von Piotr I. Tschaikowski**

**Musikalische Leitung Tomáš Hanus,** Inszenierung **Dmitri Tcherniakov**

**Mit:** Tatjana - **Tamuna Gochashvili,** Eugen Onegin - **Andrè Schuen,** Lenski - **Bogdan Volkov,** Fürst Gremin - Dimitry Ivashchenko,

Die 2006 am **Bolschoi Theater** Moskau herausgebrachte Inszenierung von Regisseur und Bühnenbildner **Dmitri Tcherniakov** ist rund um die Welt gegangen und bis heute eine seiner wichtigsten geblieben. **Tcherniakov** schuf einen hermetisch anmutenden, klassizistischen Speisesaal, in dem sich ein zeitloses inneres Geschehen abspielt. Zentrales Gestaltungselement ist ein langer Tisch, der als Ort des geteilten festlichen Lebensgenusses die unaufhebbare Entfremdung der Figuren umso fühlbarer macht. In nahezu allen solistischen Rollen geben Vertreter einer jungen Sängergeneration, angeführt vom neuen Ensemblemitglied **Tamuna Gochashvili** als ***Tatjana*** und **Andrè Schuen** als **Onegin,** ihr jeweiliges Hausdebüt. Dirigent der Neuproduktion ist **Tomáš Hanus,** der das Werk hier erstmals dirigiert.

**Das verratene Meer - hier von Wieler, Morabito vorgestellt**youtube Trailer Wiener Staatsoper \[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]

***\- 13\. Dezember 2020 - DAS VERRATENE MEER von Hans Werner Henze***

**Musikalische Leitung Simone Young**, Inszenierung **Jossi Wieler & Sergio Morabito,**

**Mit:** Fusako Kuroda - **Vera-Lotte Boecker,** Noboru - **Josh Lovell** \- Ryuji Tsukazaki - **Bo Skovus**

Die Vorlage zu ***Das verratene Meer*** stammt aus der Feder des »enfant terrible« der japanischen Nachkriegsliteratur, **Yukio Mishima,** dessen Roman ***Gogo no Eiko*** (auf Deutsch erschienen unter dem Titel ***Der Seeman, der die See verriet***) der Oper zugrunde liegt. **Hans Werner Henze** lässt den subtilen Horror der Vorlage Klang werden – beunruhigend und verführerisch zugleich. Die Staatsoper bietet eine grandiose Riege von Sängerdarstellern auf, darunter, neu im Ensemble, die Sopranistin **Vera-Lotte Boecker** als ***Fusako,* Josh Lovell**, seit der Saison 2019 / 20 im Ensemble, al***s Noboru*** oder **Bo Skovhus** mit seinem Rollendebüt als **Ryuji.** Die für einen großen Orchesterapparat konzipierte Partitur wird von **Simone Young** dirigiert, die das Publikum wie kaum eine Zweite für die klassische Moderne zu begeistern weiß. Sein Regiedebüt an der **Wiener Staatsope**r gibt das Regieteam **Jossi Wieler** und **Sergio Morabito** (letzterer ab Beginn der neuen Spielzeit auch Chefdramaturg im Haus am Ring). Gemeinsam mit **Anna Viebrock,** die für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich zeichnet, haben sie weltweit schon über 20 Opern inszeniert.

## **Die weiteren Premieren der Spielzeit 2020/21 - links HIER!**

[**CARMEN** am 6.2.2021](https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-tickets/detail/event/973714457-carmen/?ref=ioco.de), [***La Traviata*** am 4.3.2021](https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-tickets/detail/event/973714799-la-traviata/?ref=ioco.de), [**Parsifal** am 1.4.2021](https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-tickets/detail/event/973711971-parsifal/?ref=ioco.de),[ **FAUST** am 23.4.2021,](https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-tickets/detail/event/974050903-faust/?ref=ioco.de)[ ***L´Incoronazione di Poppea*** am 22.5.2021](https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-tickets/detail/event/982646314-l-incoronazione-di-poppea/?ref=ioco.de), [***Macbeth a***m 10.6.2021](https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-tickets/detail/event/971740828-macbeth/?ref=ioco.de)

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