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# Wien, Wiener Staatsoper, Dominique Meyer präsentiert Spielplan 2011/12, IOCO Aktuell, 23.04.2011
- URL: https://www.ioco.de/wien-wiener-staatsoper-dominique-meyer-prasentiert-der-spielplan-201112-ein-ioco-bericht/
- Published: 2011-04-23T16:00:57.000Z
- Updated: 2023-09-06T11:35:53.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Oper & Operette, Ballett, Tanz & Bewegungskunst, Konzert & Liederabend, Aktuelles aus der Theaterwelt, Spielplan, Mozart, Wagner, Kuenstler, Premiere, Strauss, Carmen, Donizetti, Traviata, Verdi, Don Carlo, Simon Boccanegra, wolfgang amadeus mozart, Premieren, Wien

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![Wien / Wiener Staatsoper © Starke](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/03/p1060571c.jpg "Wien / Wiener Staatsoper © Starke")

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

[Wiener Staatsoper](http://www.staatsoper.at/?ref=ioco.de)

### ***Dominique Meyer* präsentiert Spielplan 2011/12**

Wien, mit seiner Hingabe an klassische Musik und deren Interpreten, ist einzigartig auf der Welt. Eine Sängerin mit Kehlkopfreizung schafft es in Wien locker auf die Schlagzeilen lokaler Zeitungen.

Der Nukleus der so reichhaltigen Wiener Kultur ist die **Wiener Staatsoper.** Sie lud am 12.4.2011 zur Pressekonferenz des Spielplanes 2011/2012\. ***Dominique Meyer,*** *Intendant* (nach Wiener Lesart Direktor)***, Franz Welser-Möst,*** *Generalmusikdirektor*, Manuel Legris,* Ballettdirektor* und ***Thomas W. Platzer,*** *Kaufmännischer Direktor,*  baten in den *Marmorsaal* der Staatsoper. ***Dominique Meyer***, neu im Amt und Franzose, wird sich im Wiener Umfeld durchsetzen müssen. Der aus Rumänien zugereiste und eher bissige Vorgänger ***Ioan Holender*** behauptete sich 20 Jahre erfolgreich gegen Wiener Grabenkriege. Unvergesslich allerdings, dass ***Holender*** von seinen Nachfolgern auf deren erster Pressekonferenz 2010 mit keinem Wort erwähnt wurde, kein Dank, keine Referenz. So wurde die Jahrespressekonferenz 2011 des neuen Managements plötzlich zu deren eigenem Lackmustest für Teamfähigkeit. Gerüchte, dass **Dominique Meyer** von der Wiener Musik-Nomenklatura ausgebremst werde, sind an der Tagesordnung. Man achtete auf Zwischentöne und wurde fündig. Und es herrschte Gedränge: Über 200 Besucher warteten gespannt, der **ORF** filmte, Fotografen knipsten.

***Dominique Meyer*** referierte kompetent und eloquent in französischem Tonfall über den Status der **Wiener Staatsoper** und den Spielplan 2011/12\. **Herbert von Karajan** formulierte einmal, dass ein moderner Operndirektor ein musikalisch gebildeter Verwaltungsbeamter sein solle, welcher die künstlerische Leitung Spezialisten, Gastdirigenten und Regisseuren, übertrage. **Meyer** scheint sehr in ***Karajans*** Visionen zu passen. Zu hoffen bleibt, dass dies für seine Kollegen **Welser-Möst, Legris** und **Platzer** auch gilt. Und so referierte ***Dominique Meyer*** höflich, respektvoll über Wien und die Wiener. Und er dankte: Dem Hauptsponsor **Lexus**, dessen Verträge verlängert werden und welcher auch die Reise der Staatsoper nach Japan unterstützte. Er dankte dem **ORF**, welcher den *Opernball* und die kürzliche *Anna Bolena* Aufführung (NB: mit **Anna Netrebko** und **Elina Garanca**) übertragen hat. 27% (500.000) aller österreichischen Fernsehzuschauer hatten *Anna Bolena live* verfolgt, mit der **ARTE**\-Übertragung schwelgten 1 Million Zuschauer insgesamt. *Anna Bolena* wurde in Konkurrenz zur **Metropolitan Opera,** New York erstmals auch *live* in Kinos übertragen. Ein erfolgreicher Versuch, so **Meyer,** der ausgebaut werden soll. Ab September 2011 werden weitere Kinoübertragungen folgen. **Meyer** lächelnd: "*Man will* (NB.: im Kino) *die *Met* nicht allein lassen"*. In der Spielzeit 2012/13 komme, nachdem die neue Probebühne fertig sei, eine Kinderoper auf die Hauptbühne der **Staatsoper**. Die Kinderfassung der *Feen* von **Richard Wagner.** Stolz war **Meyer,** ganz gesamtverantwortlicher Intendant, auch auf Zahlen: Die Einnahmen der laufenden Spielzeit lagen am 7.4.2011 fast €2,2 Mio über Plan...Auslastungswerte drucken die Staatsopernunterlagen breit aus: Stand 7\. April 2011: **98,58%** Gesamtauslastung (Vorjahr **97,93%**), Ballettauslastung 93,86% (Vorjahr 94,34%). Öffentlich diskutierte Misstöne zwischen **Meyer** und **Welser-Möst** um eine hektisch abgesetzte *Cosi fan Tutte*\-Produktion umschiffte **Meyer** staatstragend: **Welser-Möst** habe die Hoheit über diese *Cosi-*Aufführung sprich Absage. Er **(Meyer)**  honoriere die künstlerisch begründete Entscheidung von **Welser-Möst**. Klare Zuständigkeiten klingen anders; **Welser-Möst,** ein neu bestallter GMD, entscheidet über zentrale Regiethemen. Das Chaos vor den Toren der **Wiener Staatsoper**?

Zum Spielplan 2011/12: 313 Vorstellungen gesamt: 229 Opernvorstellungen, 49 Ballettvorstellungen, 6 Konzerte, 29 Matineen (Gesang, Kammermusik, anderes). 52 verschiedene Opern- und 9 Ballettproduktionen werden gebracht: **Weltrekord!** Ausdruck des einzigartigen Staatsopern-Repertoires und hoher logistischer Kompetenz**.** So bleibt *Meta-Motto* der Wiener **Musiktheater Profis**: Repertoire-Pflege, Repertoire-Erneuerung und Repertoire-Erweiterung. Man respektiert, der Oper-Weltstandard der **Wiener Staatsoper** entsteht aus der Profilierung bestehender Repertoire-Stücke, nicht aber aus hektischer Sucht nach Neuem oder spektakulären Premieren. Profis eben.

Nur 5 (!) Premieren und 4 Wiederaufnahmen (WA) zieren den kommenden Staatsopern-Spielplan: *La Traviata* von **Guiseppe Verdi** am 9.10.2011, *Aus einem Totenhaus* von **Leos Janacek** am 11.12.2011, *Mahagonny* von **Bert Brecht** am 24.1.2012, *La Clemenza di Tito* von **W.A. Mozart** am 17.5.2012, *Daphne* von **Richard Strauss** am 10.12.2011 (WA), *Frau ohne Schatten* von **Richard Strauss** am 17.3.2012 (WA), *Don Carlos* von **Guiseppe Verdi** am 24.4.2012 (WA), *Roberto Devereux* von **Gaetano Donizetti** am 26.5.2012 (WA). **Anna Netrebko** wird 2011/12 nicht an der **Staatsoper** singen, viel wird man mit **Edita Gruberová** machen. Die Saisoneröffnung am 3\. September 2011 erfolgt mit *Simon Boccanegra* von Guiseppe Verdi mit **Plácido Domingo** als Simon und **Feruccio Furlanetto** als *Fiesco*. Die Aufführung wird mit großer Video-Leinwand auch auf den **Rathausplatz** der Stadt übertragen. Wien ist speziell, wie die geradezu eherne Treue zu dem inzwischen 74-jährigen **Placido Domingo** eindrücklich zeigt.

"*Anti-Charismatiker"* [GMD **Franz Welser-Möst** ](https://ioco.de/2011/01/05/wien-wiener-philharmoniker-neujahrskonzert-2011-philharmoniker-ersticken-in-versteiftem-ritualen/?ref=ioco.de)erklärte zunächst, er müsse sich auf der PK wegen einer anstehenden *Götterdämmerung*\-Probe kurz fassen. Auch mied **Franz Welser-Möst** jeden Hinweis auf das Staatsopern-Team und die Zusammenarbeit mit **Dominique Meyer.** Dagegen sparte er nicht mit zahlreichen Hinweisen auf die großartige *"Philharmonische Familie"*, auf Dirigenten wie **Thielemann, Dudamel, Young, Armiliato, Gatti,** welche mit ihm in der kommenden Spielzeit in Wien dirigieren würden. Den verbreiteten "*inzestuösen Dirigentenpool*" *(*IOCO**) möchte **Welser-Möst** durch Förderung junger Dirigenten aufbrechen. So lobte er Wiener Gast-Dirigate von **Patrick Lange**, welcher, eher zufällig, gerade zum Ersten Kapellmeister der **Komischen Oper Berlin** avancierte. Dem bestehenden Repertoire widmet Welser-Möst im kommenden Jahr ebenfalls große Aufmerksamkeit. In einer Matinée-Gesprächsreihe wird **Franz Welser-Möst** über Opern, den Wiener Klang, die Rolle der Kirche / Intelektuelle in der Kunst diskutieren. Seine zentrale "hauptberufliche" Tätigkeit umfasst 2011/12 Dirigate und Probenarbeit zu 2 Premieren. und Repertoirestücke (6) .

**Manuel Legris,** präsentierte französisch heiter seine von 55 auf 49 gesunkenen **Staatsopern-**Vorstellungen für (NB: Das **Staatsballett** tanzt auch in der **Wiener Volksoper**). 25 Ballette werden gezeigt Legris 2011/12\. *La Sylphide* (26.10.2011) von **Pierre Lacotte** ( das romantische Ballett par excellence) und das Triptychon von **Roland Petit** *L´Arlesienne / Carmen / Le Jeune Homme et la Mort (12.2.2012)* werden neu ins Repertoire aufgenommen. *Stravinsky Violin Concerto* von **Georg Balanchine** komplettiert die Liste der Premieren. Wiederaufnahmen von *Dornröschen* von **Peter Wright**, *Anna Karenina* von **Boris Eifmann** und *Don Quixote* von **Rudolf Nurejew** kommen wieder auf den Spielplan. Daneben noch eine *Nurejew Gala*......

Die **Wiener Staatsoper,** das Maß, an dem sich alle Musiktheater der Welt messen, stellte sich am 12.4.2011 vor. Stilvoll im Marmorsaal der **Staatsoper,** Spielpläne und Besetzungen bis in letzte Details geregelt, künstlerisch wie organisatorisch führend in der Musiktheater **Champions League**. Ob sich die Erfolgs-Ära des **Ioan Holender** unter der neuen Leitung fortsetzt? **Meyer, Welser-Möst, Lengris, Platzer**: Alle fachlich höchst kompetent. Soziale Kompetenz allerdings, welche die Erfolgs-Ära der **Wiener Staatsoper** langfristig sichert, ließ das neue Leitungsteam noch nicht erkennen. Eine Referenz an ***Ioan Holender***hätte ein solches Zeichen sein können.

IOCO / Viktor Jarosch / 22.4.2011