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# Wien, Volksoper Wien, Axel an der Himmelstür - Ralph Benatzky, IOCO Kritik, 13.10.2016
- URL: https://www.ioco.de/wien-volksoper-wien-axel-an-der-himmelstuer-von-ralph-benatzky-ioco-kritik-13-10-2016/
- Published: 2016-10-15T09:00:54.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:34:34.000Z
- Author: Viktor Jarosch
- Tags: Musicalwelten & Bühnenzauber, Kritiken, Wien

![volksoper_wien.JPG](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/volksoper_wien.jpg "Volksoper Wien")

[Volksoper Wien](http://www.volksoper.at/?ref=ioco.de)

![Volksoper Wien © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/12/volksoper-wien-112010-337-c-jarosch.jpg "Volksoper Wien © IOCO")

Volksoper Wien © IOCO

# **Axel an der Himmelstür** \-   **Ralph Benatzky**

#### **\- Hollywoods Traumwelt als skurriles Boulevardmärchen -**

von **Viktor Jarosch**

***Axel an der Himmelstür*** war die 77\. Operette von Vielkomponist **Ralph Benatzky.** Das *„musikalische Lustspiel* **“,** eine Satire auf Hollywoods Filmwelt, hatte seine Uraufführung vor achtzig Jahren, 1936 im **Theater an der Wien.** Schöpfer **Ralph Benatzky** (1884 – 1957) war mit zahlreichen Revuen, Operetten, Filmmusiken und Parodien in München, Berlin und Wien erfolgreich und populär. Seine Chansonbücher und Schellackplatten verkauften sich gut. Doch auch **Benatzky** war Getriebener seiner Zeit: Er erhielt Aufforderungen zum Arier-Nachweis, das **„Weiße Rössl**“ war seit 1933 verboten. *„Hakenkreuzlerisches Leben unter provinzlerisch gackernden Urgermanen mit Wampe und Nackenspeck“, so* **Benatzky,** zwangen ihn 1938 in die USA auszuwandern.

**Axel an der Himmelstür - Ralph Benatzky** **Youtube Trailer der Volksoper Wien** **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

1948 kehrte er nach Europa, in die Schweiz, zurück. Doch die meisten seiner Werke, wie ***Der König mit dem Regenschirm, Liebe im Schnee, Der reichste Mann der Welt,*** sind vergessen. Nun belebt die **Volksoper Wien** dem grandiosen Boulevardmärchen das reiche Schaffen **Ralph Benatzkys** wieder.

![Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Gloria Mills und Axel © Barbara Pallfy / Volksoper](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/10/axel_bp_1362_ret-barbara-pallfyneu.jpg "Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Gloria Mills und Axel © Barbara Pallfy / Volksoper")

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Gloria Mills und Axel © Barbara Pallfy / Volksoper

***Axel an der Himmelstür*** hat eine auffällige wie zwiespältige Beziehung zu Wien: Im September 1936 mit kolossalem Erfolg dort uraufgeführt, im Dezmeber 1936 fand bereits die 100\. Vorstellung statt. Die Musik war voll charmanter, musikalisch-parodistischer Anspielungen zwischen Gstanzln und Jodlern, Foxtrott, Tango, Blues und Wiener Walzern. Komponist **Benatzky** lebte sich in parodistischer Musik über die Traumwelt von Hollywood, über das neue Phänomen "Filmstar" aus. Textautor und Schauspieler **Paul Morgan** hatte in Hollywood reale Film-Erfahrungen gesammelt. **Zarah Leander**, heroische Kontra-Altistin mit tizianroter Haarkrone, startete mit diesem „*Lustspiel“* ihre internationale Karriere; ihr tiefes Dekolleté verlockte Wiener zu dem Schmähspruch: „*Man sehe bei *Zarah Leander* von der Axel bis zur Himmelstür*“. Doch der Traum von Hollywood währte in Wien nur kurz: **Paul Morgan** (geboren als **Georg Paul Morgenstern**) wurde im Dezember 1938 im Konzentrationslager **Buchenwald** ermordet, **Benatzky** floh 1938 in die USA, **Zarah Leander** begann ihre große Karriere für die **Ufa** im deutschen Reich. Der Plot des Stückes: Inmitten der skurrilen Filmwelt Hollywoods kämpft der arme aber einfallsreiche Klatschreporter **Alex Swift** um ein Interview mit der unnahbaren Filmdiva **Gloria Mills** um selbst berühmt zu werden.

![Volksoper Wien / Axel und Hollywood Harmonists © Barbara Pallfy / Volksoper](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/10/axel_bp_comedian-harmonistsneu.jpg "Volksoper Wien / Axel und Hollywood Harmonists © Barbara Pallfy / Volksoper")

Volksoper Wien / Axel und Hollywood Harmonists © Barbara Pallfy / Volksoper

Die **Volksoper Wien** zeigte Mut mit der Wiederbelebung von ***Axel an der Himmelstür.*** Regisseur **Peter Lund** und Arrangeur **Kai Tietje** veränderten den 30er Jahre ***Axel*** erheblich: Chor- und Ballettszenen wurden gekürzt; ein Buffopaar, der Friseur ***Theoder*** den es nach Hollywood verschlug und **Jessie Leyland** bringen Wienerisches; ein Filmproduzent und ein Kriminalinspektor produzieren Schräges; **Benatzky** Musik aus anderen Stücken, ***Yes, Sir; Das kleine Café, In Holly-Holly-Hollywood,*** bringen Charme und Schwung. Lieder und Dialoge (Choreographie **Andrea Heil**) wurden neu arrangiert. Die ***Hollywood Harmonists*** schaffen mit kleinem Orchester der **Volksoper**  (Dirigent **Lorenz C. Aichner**) Wiener Walzerklänge wie satten Jazz oder Swing. Dazu machen Mikroports pointenreiche deutsche Texte (englische Übertitel) gut verständlich. Mitreißende Projektionen und Strichzeichnungen (Video **Andreas Invancsics)** auf der riesigen „Bühnenleinwand“ über Hollywoods Stars und Sternchen, Slapsticks und Gags "untermalen" das Geschehen auf der Bühne. Projektionen, Kostüme (**Doria Kornysheva**) und Bühnenbild ist Schwarzweiß gehalten; Texttafeln (*Aaaaaaah...*) der Stummfilmzeit. Ehemalige tiefe **Zarah Leander** Melodien wurden „*aus dem Keller geholt“*.

![Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Ensemble © IOCO](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/10/Axel-an-der-Himmelst%C3%BCr_IOCO.jpg "Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Ensemble © IOCO")

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Ensemble © IOCO

Das erste Bühnenbild als Hintergrund zeigt Plakate mit großen Filme der **Scott Film Production** und deren **Diva Gloria Mills:** ***Hands in Bondage, Girl from 10´ Avenue, The blue Angel.*** Als *„Once upon a time in Hollywood“* wird die kommende Handlung angekündigt, in der der brotlose Journalist ***Axel Stiftelmeier* (Andreas Bieber**) unbedingt eine Story, ein Interview mit ***Gloria Mills* (Julia Koci**) um selbst berühmt zu werden. Er legt sich den Künstlernamen **Axel Swift** zu: „*Den Namen *Mark Twain* habe ich auch erwogen.* *Stiftelmeier ist verstorben, keiner macht Karriere mit dem Namen Stiftelmeier“.* Er schleicht sich in das Büro der **Scott Film Production** wo Freundin ***Jessie* (Juliette Kalil**) als Sekretärin arbeitet und wird dort Zeuge eines Wutausbruchs der **Diva** **Gloria Mills** *„Wahre Schönheit macht einsam. Ich bin einsam“. *Axel** läßt sich von seinem wienernden Maskenbildner-Freund ***Theoder*** (**Boris Eder**) *„Ich bleibe beim Krautfleisch; Dort wo die Donau fließt, wo Schubert lebt im ersten Stock“)* zum Greis maskieren und wirft sich vor ***Gloria Mills*** Auto. So nimmt die Hollywood Story ihren frohsinnig burlesken Lauf, spleenig angereichert durch den Diebstahl eines legendären *Mills-Fairbanks-Diamanten* und den zwielichtigen **Mills-**Liebhaber ***Prinz Tino Taciano* (Maximilian Klakow**). Zum Ende erscheint tatsächlich ein Interview; doch ***Axel*** hatte es garnicht geschrieben…

**Axel an der Himmelstür** wurde durch **Peter Lund, Kai Tietje** und ihr Team mit neuen Arrangements, Texten, Melodien und grenzenlosem Pointen-reichtum zu einer grandiosen musikalischen Burleske der Jetztzeit geformt, und behielt doch immer schrägen Humor und den Geist **Ralph Benatzkys.** Das Publikum an der **Währinger Strasse** feierte den „neuen **Axel,** den neuen ***Benatzky“*** bis der Vorhang fiel. **IOCO** / **Viktor Jarosch** / 12.10.2016

***Axel an der Himmelstür* in der Volksoper Wien - Weitere Vorstellungen** 14., 17., 20., 24\. Oktober 2016, 15., 27\. Dezember 2016, 5\. Jänner 2017

\---| IOCO Kritik Volksoper Wien |---