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# Wien, Volksoper, Into the Woods - Musical Stephen Sondheim, IOCO Kritik, 04.06.2021
- URL: https://www.ioco.de/wien-volksoper-into-the-woods-musical-stephen-sondheim-ioco-kritik-04-06-2021/
- Published: 2021-06-03T16:00:07.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:07:05.000Z
- Author: Marcus Haimerl
- Tags: Konzert & Liederabend, Kritiken, Wien

![volksoper_wien.JPG](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/volksoper_wien.jpg "Volksoper Wien")

[Volksoper Wien](http://www.volksoper.at/?ref=ioco.de)

![ Volksoper Wien bei Nacht Foto IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2012/10/volksoper-wien-bei-nacht-1-112010-337-c-ioco1.jpg)

Volksoper Wien bei Nacht Foto IOCO

*Into the Woods* \- Stephen Sondheim / James Lapine

***Rotkäppchen, Aschenputtel, Rapunzel, Hans, Hexe .... Alle haben Wünsche, die sie sich erfüllen möchten*** 

von **Marcus Haimerl**

Mit pandemiebedingter Verspätung fand die Premiere von **Stephen Sondheims** Erfolgsmusical ***Into the Woods*** erfreulicherweise noch in dieser Spielzeit statt.

Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit von **Stephen Sondheim** und **James Lapine** bei ***Sunday in the Park with George*** schlug **Sondheim** ein Musical im Stil von [***Der Zauberer von Oz, hier link zur Volksopern Produktion,*** ](https://ioco.de/2020/02/05/wien-volksoper-wien-der-zauberer-von-oz-lyman-frank-baum-ioco-kritik-05-02-2020/?ref=ioco.de)vor. Entstanden ist ein abendfüllendes Stück in der Tradition eines klassischen Märchens. Die Uraufführung fand am 4\. Dezember 1986 statt, die Erstaufführung am Broadway am 5\. November 1987.

***Into the Woods* \- Sondheims so menschliches Werk** youtube Trailer Volksoper Wien **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

***„Es war einmal…***“ ein **Bäcker** und seine ***Frau, Rotkäppchen, Aschenputtel, Rapunzel, Hans*** (und die Bohnenranke), zwei **Prinzen** und eine **Hexe:** alle haben sie Wünsche, die sie gerne erfüllt hätten. Am Ende des ersten Akts erfüllen sich diese Wünsche, im zweiten Akt haben die Charaktere mit den Konsequenzen ihrer Handlungen zu kämpfen. **Aschenputtel** möchten zum königlichen Gala-Ball gehen, **Hans** und seine ***Mutter*** wünschen sich, dass ihre Kuh **Milchweiß** endlich wieder Milch gibt, und der **Bäcker** und seine Frau wünschen sich ein Kind. **Die Hexe** von nebenan erscheint und verheißt den Bäckersleuten ein Kind, sofern sie ihr eine Kuh so weiß wie Milch, ein Mäntlein so rot wie Blut, Haar so gelb wie Mais und einen Schuh aus purem Gold bringen. Und so machen sich alle, auch **Rotkäppchen,** auf den Weg in den Wald. Nach einer ereignisreichen Suche und vielen Verwicklungen gelingt dem **Bäcker** und seiner Frau die Aufgabe.

![Volksoper Wien / Into the Woods hier Juliette Khalil als Rotkäppchen, Oliver Liebl als Hans © Barbara Pálffy / Volksoper Wien](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2021/06/juliette-khalil-rotkaeppchen-oliver-liebl-hansneu.jpg)

Volksoper Wien / Into the Woods hier Juliette Khalil als Rotkäppchen, Oliver Liebl als Hans © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

**Die Hexe** wird wieder jung und hübsch, **Aschenputtel** und ***Rapunzel*** bekommen ihre Prinzen, die Bäckersleute bekommen das ersehnte Kind und Hans und seine Mutter sind reich, aber niemand bemerkt die zweite Bohnenranke, die in den Himmel wächst. *„Es war einmal, später“* und alle Charaktere haben neue Wünsche: der **Bäcker** und seine Frau wollen ein größeres Haus, **Aschenputtel** langweilt sich im Luxus und ***Hans*** sehnt sich nach dem Reich der Riesen. Plötzlich fällt das Haus der Bäckersleute in sich zusammen und ein riesiger Fußabdruck verwüstet den Garten der Hexe. Auch **Rotkäppchens** Haus ist zerstört, sie will zurück zum Haus der Großmutter. Schließlich ist auch das Königsschloss zerstört und alle gehen wieder in den Wald. Die Witwe des Riesen, ihr Gatte stürzte nach dem letzten Diebeszug von **Hans** in seinen Garten, sinnt auf Rache. Sie fordert die Auslieferung von Hans, die Hexe opfert den Erzähler, der Kammerdiener des Prinzen erschlägt die aufbegehrende Mutter von **Hans** und **Rapunzel** gerät auf der Flucht unter den Fuß der Riesin. Währenddessen verführt **Aschenputtels** Prinz die **Bäckersfrau**, die auf dem Rückweg von einem Baum erschlagen wird. Nachdem **Hans,** der **Bäcker, Aschenputtel** und **Rotkäppchen** die Riesin besiegt haben, ermutigt die Erscheinung seiner Frau den **Bäcker,** die Geschichte seinem kleinen Sohn zu erzählen…

**Olivier Tambosi** und **Simon Eichenberger** lassen in ihrer Inszenierung (Kostüme **Lena Weikhard**) keine Wünsche offen. Dominiert wird das Bühnenbild **Frank Philipp Schlößmanns** von mehreren verschieden großen Märchenbüchern die immer wieder als Kulisse zwischen den Stämmen des Waldes dienen. Für die Begegnung zwischen ***Rotkäppchen*** und dem **bösen Wolf** tut sich mitten im Wald ein rauschhaftes Blumenmeer auf und im Hintergrund eindrucksvolle Videos, für die sich **Roman Hansi** verantwortlich zeigt, der seine beeindruckende Kunst bereits bei der **Volksoper**\-Produktion von **Marius Felix Langes** Oper [***Das Gespenst von Canterville, link HIER!,*** ](https://ioco.de/2019/11/14/wien-volksoper-wien-das-gespenst-von-canterville-marius-felix-lange-ioco-kritik-14-11-2019/?ref=ioco.de)unter Beweis stellen konnte.

****Into the Woods - vier Zutaten fürs Glück** youtube Trailer Volksoper Wien **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Auch die Besetzung hätte nicht besser gewählt werden können. Die sicherlich beeindruckendste Leistung ist jene von **Oliver Liebl** in der Partie des Hans, der vor allem mit seinem Song *„Riesen über uns“* und seiner Darstellung des naiven Burschen nachhaltig begeistert. Eine sensationelle Leistung auch von **Laura Friedrich Tejero** als liebenswertes, sympathisches **Aschenputtel** mit schöner Stimme. Als **Hans‘** Mutter beweist **Ursula Pfitzner** Mut zur Hässlichkeit. Auch das **Bäckerehepaar** ist mit **Peter Lesiak** und **Julia Koci** optimal besetzt und überzeugen gesanglich ebenso wie darstellerisch. Großartig **Juliette Khalil** als resolutes und stimmgewaltiges Rotkäppchen, das nachhaltig in Erinnerung bleibt. Über eine ebenso gewaltige Stimme verfügt die besonders sexy ***Hexe*** von **Bettina Mönch**, besonders beeindruckend bei ihrem gewaltigen Abgang („*Mitternachtsstunde*“). Als **Aschenputtels Stiefmutter** konnte **Martina Dorak** ebenso überzeugen wie **Elisabeth Schwarz** (***Florinda***) und **Theresa Dax** (**Lucind**a) als ihre vom Schicksal gebeutelten Stiefschwestern. **Regula Rosin** begeistert sowohl als **Rotkäppchens Großmutter** als auch in der Partie von **Aschenputtels** Mutter. **Drew Sarich**, als Wolf überzeugender denn als Aschenputtels Prinz, löste beim Publikum Jubel aus. Weitaus überzeugender in seiner royalen Rolle ist **Martin Enenkel** als Rapunzels Prinz, der besonders im Prinzen-Duett („Liebesqual“) glänzt. Als ***Rapunzel*** kann **Lauren Urquhart** begeistern. Besonders luxuriös **Erika Pluhar** als die vom Band eingespielte Stimme der Riesin. **Christian Graf** verleiht der eher kleinen Partie des Kammerdieners auf humorvolle Weise eine nachhaltige, enorme Bühnenpräsenz. Und last but not least **Robert Meyer** der sowohl als Erzähler als auch als geheimnisvoller Mann mit trockenem Humor voll in seinem Element ist.

Eigentlich hätte der britische Dirigent **James Holmes** die Premierenserie dirigieren sollen, als gleichwertiger Ersatz fand sich **Wolfram-Maria Märtig**, dessen erstklassiges Dirigat das Orchester der Wiener Volksoper zu Höchstleistungen antrieb.

Ein musikalisch herausragender Abend, der vom Publikum mit entsprechendem Applaus honoriert wurde und so viel Vergnügen macht, dass man nicht einmal das ständige Tragen einer FFP2-Maske bemerkt.

**Wer sich dieses bis in die kleinste Partie gut besetzte Musical nicht entgehen lassen möchte, hat dazu im Juni 2021 noch fünf Mal die Gelegenheit; hoffentlich auch in der kommenden Saison.**

\---| IOCO Kritik Volksoper Wien |---