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# Wien, Theater an der Wien, Wozzeck von Alban Berg, IOCO Kritik, 31.10.2017
- URL: https://www.ioco.de/wien-theater-an-der-wien-wozzeck-von-alban-berg-ioco-kritik-31-10-2017/
- Published: 2017-11-01T16:00:43.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:41:57.000Z
- Author: Marcus Haimerl
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Wien

![theater_an_der_wien.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/theater_an_der_wien.jpg "Theater an der Wien")

[Theater an der Wien](https://www.theater-wien.at/?ref=ioco.de)

![Theater an der Wien, Linke Wienzeile © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/12/theater-an-der-wien-linke-wienzeile-c-ioco.jpg "Theater an der Wien, Linke Wienzeile © IOCO")

Theater an der Wien, Linke Wienzeile © IOCO

***Wozzeck* von Alban Berg**

**Libretto nach einem Dramenfragment von Georg Büchner**

Von **Marcus Haimerl**

Für die Produktion von **Alban Bergs** ***Wozzeck*** im **Theater an der Wien** entschied man sich für eine reduzierte Orchesterfassung (musikalische Bearbeitung von **Eberhard Kloke**). Auch das Bühnenbild von **Gideon Davey** für die Regie von **Robert Carsen** bleibt hier eher reduziert. Zwei tarnfarbige Säulenformationen mit Seilen bespannt, an welchen ebenso in grünbraunen Tarnfarben gehaltene Vorhänge den Bühnenraum verkleinern oder vergrößern und rasche Szenenwechsel ermöglichen. Die restliche Ausstattung ist ebenso eher klein gehalten und begnügt sich mit Sesseln oder einer Matratze. Schließlich wird auch kein Schilf geschnitten, stattdessen streichen ***Andres*** und ***Wozzeck*** den Kasernenboden. Hier liegt der Fokus auf den Figuren, dem erniedrigten, verhöhnten **Wozzeck,** dem **Hauptmann,** dem **Doktor** und dem ***Tambourmajor,*** seinen Peinigern und natürlich auf **Marie,** welche in dieser Produktion an der Nadel hängt, um der Realität wenigstens kurzfristig entfliehen zu können. Konsequent bleibt die Regie. So wird am Ende für Maries Knabe ein Gewehr zum Steckenpferd, auf welchem er einsam den anderen Kindern zur Leiche seiner Mutter hinterherhopst. Ein zukünftiges Opfer einer grausamen Welt…

![Theater an der Wien / Wozzeck von Alban Berg - hier Florian Boesch als Wozzeck © Werner Kmetitsch](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/10/6415_wozzeck_13___werner_kmetitschneu.jpg "Theater an der Wien / Wozzeck von Alban Berg - hier Florian Boesch als Wozzeck © Werner Kmetitsch")

Theater an der Wien / Wozzeck von Alban Berg - hier Florian Boesch als Wozzeck © Werner Kmetitsch

**Florian Boesch** ist ein unglaublich intensiver ***Wozzeck,*** mit unterdrückter Aggression, verzweifelt und hilflos und verfügt auch über das stimmliche Potenzial dieser gebrochenen Figur. **Lise Lindström** singt die ***Marie*** leidenschaftlich und berührend. Sie hat sich hier in ihr Schicksal gefügt und arrangiert sich mit ihrer Umgebung. Dämonisch und ohne Mitgefühl singt **Stefan Cerny** den ***Arzt*** mit sonorem Bass und beeindruckt im Publikum nachhaltig. Auch auf hohem Niveau **John Daszak** als ***Hauptmann*** und **Aleš Briscein** als ***Tambourmajor.*** Aufhorchen ließ **Kristján Jóhannesson** in der Partie des zweiten ***Handwerksburschen***. Im Dezember wird der junge isländische Bariton die Partie des ***Gunther*** in **Wagners** Ring-Trilogie im **Theater an der Wien** singen. Beachtliche Leistungen aber auch vom Rest des Ensembles: **Benjamin Hulett** als ***Andres,*** **Juliette Mars** als ***Margret,*** **Lukas Jakobski** als erster ***Handwerksbursche*** und **Erik Årman** als ***Narr.***

**Leo Hussain** leitete die **Wiener Symphoniker** mit starker Hand, wusste mit dem Orchester kraftvoll die Kontraste in ***Bergs*** Partitur herauszuarbeiten und war auch den Sängern stets ein optimaler, rücksichtsvoller Partner.

Qualitäten die auch das Publikum zu schätzen wusste und mit entsprechendem Jubel und Applaus quittierte.

***Wozzeck* im Theater an der Wien**  Keine weiteren Vorstellungen in der Spielzeit 2017/18