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# Wien, Theater an der Wien, A Midsummer Night’s Dream - Benjamin Britten, IOCO Kritik, 07.05.2018
- URL: https://www.ioco.de/wien-theater-an-der-wien-a-midsummer-nights-dream-benjamin-britten-ioco-kritik-07-05-2018/
- Published: 2018-05-07T19:00:22.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:45:33.000Z
- Author: Marcus Haimerl
- Tags: Oper & Operette, Premiere, Pressemeldungen & Nachrichten, Kritiken, Premieren, Wien

![theater_an_der_wien.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/theater_an_der_wien.jpg "Theater an der Wien")

[Theater an der Wien](https://www.theater-wien.at/?ref=ioco.de)

![Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/12/theater-an-der-wien-linke-wienzeile-c-ioco.jpg "Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO")

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

# ***A Midsummer Night’s Dream -* Benjamin Britten**

**Puck - Der Außenseiter an der Schule - Er allein kann seine Gefährten sehen**

Von **Marcus Haimerl**

![ Benjamin Britten Denkmal am Strand von Aldeburgh © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/05/benjamin-britten-denkmal-neuneu.jpg)

Benjamin Britten Denkmal am Strand von Aldeburgh © IOCO

Eine völlig neue Sichtweise auf **Benjamin Brittens** 1960 beim **Aldeburgh Festival** uraufgeführter Oper ***A Midsummer Night’s Dream*** zeigt Regisseur **Damiano Michieletto** im **Theater an der Wien.** Die zentrale Frage seiner Regiearbeit war der Grund für das Verhalten von **Puck,** warum dieser frech ist und stets auf neue Streiche sinnt.

Die Lösung führt **Michieletto** nicht nach Athen, sondern in ein Internat (*„Athen könnte der Name der Schule sein*“, so der Regisseur) und statt des Waldes landen die jugendlichen Liebespaare im Turnsaal (Foto unten).

***Puck*** ist Außenseiter an der Schule, hat aber Gefährten, die nur er sehen kann. In eben dieser Welt dient ***Puck*** dem Elfenkönig ***Oberon.*** ***Puck*** soll Zauberblumen besorgen, dessen Pollen in den Augen eines Schlafenden gestreut, diesen in die erste Person verliebt macht, die er erblickt. Damit soll ***Oberons*** Gattin ***Tytania*** ein Streich gespielt werden.

![Theatr an der Wien / A Mid Summer Night´s Dream © Werner Kmetitisch ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/05/midsummer-8_cwerner-kmetitschneu.jpg)

Theatr an der Wien / A Mid Summer Night´s Dream © Werner Kmetitisch

***Lysander*** und ***Hermia*** sind ineinander verliebt und wollen die Nacht in der Schule verbringen, sie planen durchzubrennen. Aber auch ***Demetrius*** und ***Helena*** sind noch heimlich in der Schule geblieben. Und auch ***Demetrius*** ist in ***Hermia*** verliebt. ***Helene*** wiederum ist in ***Demetrius*** verliebt und verfolgt ihn, trotz Abweisung, mit ihrer Liebe. Oberon beobachtet die beiden und gibt Puck auch die Anweisung ***Demetrius*** zu suchen und diesen mit Pollenstaub zu bestreuen um ihn in ***Helena*** verliebt zu machen.

Doch auch andere Jugendliche verbringen die Nacht in der Schule: ***Quince, Flute, Starveling, Snout, Snug*** und ***Bottom.*** Diese proben für eine Theateraufführung, die antike Liebestragödie ***Pryamus und Thisbe.***

Zwischenzeitlich findet ***Puck*** den schlafenden ***Lysander*** und hält diesen für den Gesuchten. Er bestreut ihn mit Blütenstaub und der erwachende ***Lysander*** verliebt sich in die vorbeikommende ***Helena.*** Währenddessen wurde auch Tytania von ihrem Elfenhofstaat in den Schlaf gesungen und ***Oberon*** verabreicht ihr ebenfalls den Zauberblumenstaub.

![Theatr an der Wien / A Mid Summer Night´s Dream © Werner Kmetitisch ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/05/midsummer-10_cwerner-kmetitschneu.jpg)

Theatr an der Wien / A Mid Summer Night´s Dream © Werner Kmetitisch

Die jungen Leute (Foto) proben mittlerweile lautstark das Stück und ***Puck*** ist verärgert darüber, dass ***Tytania*** erwachen könnte. Er verwandelt ***Bottom*** in einen riesigen *Monsteresel,* in den sich die erwachende ***Tytania*** verliebt. Das Chaos ist perfekt und die Problemlösung **Pucks,** er verpasst nun auch ***Demetrius*** den Zauberstaub, führt zu noch mehr Chaos.

Am Morgen lässt nun ***Oberon*** den Esel verschwinden und erlöst auch ***Tytania*** vom Zauber. Auch von den jungen Liebespaaren löst sich der Zauber, alle erinnern sich an die nächtlichen Liebeswechsel. Auch ***Bottom*** hat seltsame Erinnerung an amouröse Abenteuer im Eselsfell.

Auch vor den Lehrern ***Theseus*** und ***Hyppolyta*** ist das nächtliche Treiben nicht unentdeckt geblieben, dennoch fällt die Strafe milde aus und die Paare dürfen zusammenbleiben. Nun beginnt auch die Liebestragödie ***Pryamus und Thisbe*** der auch ***Puck*** zusieht. Beim Tod des Liebespaares erinnert sich ***Puck*** plötzlich an den Unfalltod seiner Eltern und erkennt, dass ***Oberon*** und ***Tytania*** nur Imaginationen seiner Eltern sind. Er begreift nun deren Tod und als er einschläft entlassen ihn **Oberon** und **Tytania** aus der Elfenwelt: er soll sich wieder dem Leben zuwenden.

 ***Das Trauma des jungen *Puck \- Mittelpunkt der Regie**

Im Mittelpunk stellt **Michieletto** also dieses Trauma des jungen ***Pucks,*** der sich seine Elfenhaftigkeit selbst kreiert hat. Schrittweise führt der Regisseur das Publikum an die Lösung heran. Immer wieder werden kurze Filme eingespielt: die Familie beim Frühstück, bei der Autofahrt und schließlich die verunfallten Eltern, die ***Puck*** die Wahrheit vor Augen führen. Auch wird in diesen kurzen Filmen klar, wie ***Bottom*** zu eben jenem *Esel* wurde. Dieser *Esel* war ein Kuscheltier, welches die Eltern **Puck** geschenkt hatten.

Das Bühnenbild von **Paolo Fantin** zeigt eine Schulaula mit einer Theaterbühne, welche in den hinteren Bühnenraum geschoben den Turnsaal zeigt. Neonfarben bestimmen die Verwicklungen dieser Sommernacht, orange der Zauberstaub der Blumen, grün die Leuchtröhren die in den Turnsaal hängend, den Wald ersetzen und neonfarben auch die Masken, welche in der Elfenwelt getragen werden.

Intensiv ist die Personenführung des venezianischen Regisseurs, der die Teenager durch den Turnsaal jagen und lieben lässt und die *„Schauspieler“* der Theateraufführung von ***Pryamus und Thisbe*** ordentlich herumalbern lässt.

![Theatr an der Wien / A Mid Summer Night´s Dream © Werner Kmetitisch ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/05/midsummer-16_cwerner-kmetitschneu.jpg)

Theatr an der Wien / A Mid Summer Night´s Dream © Werner Kmetitisch

Musikalisch lässt diese Produktion keinerlei Wünsche offen. Auf der irdischen Seite: **Rupert Charlesworth (*Lysande*r**) und **Tobias Greenhalgh (*Demetrius***) beweisen neben enormen Körpereinsatz einen ebensolchen stimmlichen Kraftakt bis zur Erschöpfung um die liebliche **Mirella Hagen (Helena**). Dieses Kleeblatt wird hervorragend durch **Natalia Kawalek (*Hermia***) ergänzt. Eine stimmliche Urgewalt ist **Tareq Nazmi** (der in einen Esel verwandelte **Nick Bottom**), beeindruckend auch **Lukas Jakobski (*Peter Quince***), **Michael Laurenz (*Francis Flute***), **Dumitru Madarašan** **(*Snug*), Andrew Owens (*Tom Snout*)** und **Kristján Jóhannesson (*Robin Starvelin*g**). Auch die Feenwelt überzeugt: Countertenor **Bejun Mehta** als berührend lyrischer Oberon und **Daniela Fally** mit hellem, klarem Sopran als unglaublich intensive ***Tytania.* Maresi Riegner** ist ein eindringlicher, berührender, zwischen diesen beiden Welten gefangener ***Puck.* Günes Gürle (*Theseus***) und **Ann-Beth Solvang (*Hyppolyta***) fügen sich nahtlos in das exzellent besetzte Ensemble ein.

Dirigent **Antonello Manocarda** kostet mit den **Wiener Symphonikern** die gesamte Bandbreite von **Brittens** Partitur aus und verzaubert das Publikum mit zarten, dunklen Glissandi und ist dem gesamten Ensemble und den **St. Florianer Sängerknaben** ein hervorragender Partner. Eine Produktion die insgesamt große Freude bereitet und darauf hoffen lässt, dass **Benjamin Britten** wieder vermehrt den Weg in die großen Opernhäuser findet.

\---| IOCO Kritik Theater an der Wien |---