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# Wien, Burgtheater, Die Krise der reichen Sprechtheater, Teil 2, IOCO Aktuell, 13.04.2014
- URL: https://www.ioco.de/wien-burgtheater-die-krise-der-reichen-sprechtheater-teil-2-ioco-aktuell-13-04-2014/
- Published: 2014-03-13T17:00:12.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:19:13.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Sonstiges, Wien

**![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2009/01/ioco.png)**

[Burgtheater Wien](http://www.burgtheater.at/Content.Node2/meta/Intro.at.php?ref=ioco.de)

![Wien, Burgtheater im Winter © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/11/wien-burgtheater-im-winter2-c-bild-ioco.jpg "Wien, Burgtheater im Winter © IOCO")

Wien, Burgtheater im Winter © IOCO

# **Burgtheater Intendant Hartmann gefeuert** **Theater Holdingchef Georg Springer legt Mandat nieder**

Große Sprechtheater der Welt sind in der Krise. [**IOCO** berichtete über das Schauspielhaus Düsseldorf und das Burgtheater Wien.](https://ioco.de/2014/03/08/wien-burgtheater-die-krise-der-sprechtheater-ioco-aktuell/?ref=ioco.de "Die Krisen reicher Sprechtheater, ein IOCO Bericht vom 8.3.2014")

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Das Wiener **Burgtheater** ist Traditions-beladen. Ganz untraditionell trifft nun das reichste und größte Sprechtheaters der Welt eine mächtige finanzielle Schieflage. Regierung und Öffentlichkeit Österreichs sind in Aufruhr. Kulturminister **Josef Ostermayer** gab am 11\. März 2014 auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt dramatische Veränderungen am **Burgtheater Wien** bekannt: „*Ich musste heute den Direktor des Burgtheaters, *Matthias Hartmann* abberufen.… *Matthias Hartmann* hat seine Sorgfaltspflichten als Geschäftsführer erheblich verletzt. Er hat weder Mängel des Rechnungswesens noch bei der internen Kontrolle behoben…Um weiteren Schaden abzuwenden für die Republik und das Burgtheater abzuwenden, mußte dieser Schritt unmittelbar (d.h. fristlos) erfolgen*.“ Bundestheater-Holding-Geschäftsführer **Georg Springer** (Chef von **Matthias Hartmann**) erklärte anschließend seine Mitverantwortung und gab seinen Rückzug aus dem **Burgtheater-**Aufsichtsrat bekannt: „*Ich werde Holding-Prokurist *Othmar Stoss* in die Kontrollgremien …entsenden*“, so **Springer.**

![Holdingchef Georg Springer,l, Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (r.) © BKA - Andy Wenzel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2014/03/minister-ostermayer-l-und-georg-springer_foto-bka-andy-wenzel.jpg "Holdingchef Georg Springer,l, Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (r.) © BKA - Andy Wenzel")

Holdingchef Georg Springer,l, Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (r.) © BKA - Andy Wenzel

Um Mutmaßungen um das **Burgtheater** nicht ausufern zu lassen, klärte **Ostermayer** zusätzlich auf: „*Ich habe bereits an meinem ersten Arbeitstag als zuständiger Minister (NB: am 16.12.2013) ein Rechtsgutachten beauftragt, welches…strafrechtliche Konsequenzen, inklusive der Möglichkeit, Schadensersatz zu fordern, untersuchen soll.“*

Es wir eng um **Matthias Hartman.** Ein Angebot, sein Amt als Geschäftsführer ruhen zu lassen, hatte er zuvor abgelehnt. Seine Gesamtverantwortung als Intendant einer großen Institution steht auf dem Prüfstand. Nicht künstlerische Großtaten sondern **Hartmanns** Umgang mit Finanzmitteln, deren strafrechtliche Relevanz wird hinterfragt. Vorliegende Unterlagen der **Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG** belegen trotz Schwärzung und Anonymisierung vieler Passagen Hinweise auf dramatische Mängel im Rechnungswesen des **Burgtheaters**. Als Intendant des **Burgtheaters** trägt **Matthias Hartmann** schon von Gesetz wegen Mitverantwortung für kaufmännisches Fehlverhalten. Das "*Unverzüglichkeitsprinzip*", welches im November zur fristlosen Kündigung seiner Kollegin, Burgtheater-Vizedirektorin **Silvia Stantejsky** führte, trifft nun auch ihn: Gutachten sehen die Mitverantwortung des Intendanten **Matthias Hartmann** bereits als erwiesen, warfen ihm „*erhebliche Verletzungen der Sorgfaltspflichten eines Geschäftsführers*“ vor. Kulturminister **Josef Ostermayer (SPÖ)** hatte keine andere Wahl, als **Matthias Hartmann** fristlos zu entlassen.

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Eine langwierige Schlammschlacht bahnt sich an: Bei Pflichtwidrigkeiten eines Geschäftsführers ist es belanglos, ob er von Missständen nichts wusste oder wusste, aber nichts dagegen unternahm. **Hartmanns** Bemühen, mit Verweis auf einen Geschäftsverteilungsplan die alleinige Verantwortung für Mängel im Rechnungswesen des Burgtheaters, der bereits entlassenen Schlüsselfigur des Skandals, **Vizedirektorin Silvia Stantejsky**, anzulasten dürfte nicht halten. Schwer vorstellbar, dass erhebliche dubiose „Barzahlungen“ an ausländische Schauspieler und Regisseure ohne Wissen und Duldung von **Matthias Hartmann** erfolgen konnten. Auch schmückte sich **Hartmann** seit Jahren mit vermeintlicher finanzieller Kompetenz, zu sehr war **Hartmann** als „künstlerischer Intendant“ in die Engagements von Regisseuren und Künstlern eingebunden. Er selbst soll vor seinem Amtsantritt am **Burgtheater** „*Handgeld*“ für seine Regiearbeiten erhalten haben. **Silvia Stantejsky** erklärte bereits in ihrer Kündigungsschutzklage „*Die Kontrollinstanzen des Burgtheaters (sprich *Hartmann* und *Springer*) waren immer über die Buchführung informiert*“. So kann man gespannt sein auf die Berichte von **KPMG** und des Untersuchungsausschusses.

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Die Bühnen der seit Jahren spannendsten Produktion des **Wiener Burgtheaters** sind nun Gerichtsäle und Regierungsgebäude. Name der Produktion: "*Die Unfähigkeit von Theatermachern in pflichtbewußtem Umgang mit Geld."* Regisseur: **Matthias Hartmann.** **IOCO** / Viktor Jarosch / 13.04.2014

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