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# Ulm, Theater Ulm, Viva La Mamma: Deftig pralle musikalische Komödie, IOCO Aktuell, 17.05.2016
- URL: https://www.ioco.de/ulm-theater-ulm-viva-la-mamma-deftig-pralle-musikalische-komoedie-ioco-aktuell-17-05-2016/
- Published: 2016-05-19T07:00:24.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:31:43.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Kritiken, Ulm

![theater_ulm_2.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/theater_ulm_2.jpg "Theater Ulm")

[Theater Ulm](http://theater.ulm.de/index.php?ref=ioco.de)

![Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/01/theater-ulm-zuschauerraum-c-carola-hoelting1.jpg "Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting")

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

# ***Viva la Mamma:* Das Leben im Theater Ulm und um Ulm**

![Theater Ulm / Viva la Mamma - Tochter Luigia hilft Mamma Agata © Martin Kaufhold](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/05/m_mamma_1942neu2.jpg "Theater Ulm / Viva la Mamma - Tochter Luigia hilft Mamma Agata © Martin Kaufhold")

Theater Ulm / Viva la Mamma - Tochter Luigia hilft Mamma Agata © Martin Kaufhold

***Le Convenienze ed inconvenience Teatrali*** ist eine zeitlos absurde wie deftige Satire auf Irrungen und Wirrungen im Opernbetrieb. **Gaetano Donizetti** (1797 – 1848) half dieser Bühnenklamauk in jungen Jahren, 1827, zu künstlerischem wie finanziellem Erfolg. So groß war der Zuspruch, dass der klamme **Donizetti** das Stück bis 1831 immer wieder ergänzte. Erst **1969** wird das buffoneske Werk, eine musikalische Komödie mit großer darstellerischer Breite, ins Deutsche übersetzt und unter dem Titel ***Viva la Mamma*** uraufgeführt. Wer immer **Viva la Mamma** auf dem Spielplan hat, meist führt er deftig Humoriges im Sinn: Das **Theater Ulm,** seit Jahren unter mühseliger Sanierung, parodiert in **Donizettis** Musikkomödie lokalen Frust. ***Viva La Mamma*** Kenner sind bereit für kernig krachenden Humor. Feingeister sollten sich diesem Stück mit Vorsicht nähern, denn prustende Lachanfälle, johlende Besucher zählen zu den unvermeidlichen Risiken und Nebenwirkungen einer gelungenen ***Viva La Mamma*** Aufführung. So auch im **Theater Ulm.**

![Theater Ulm / Viva la Mamma - Probenversuch von Romulus und Ersilia © Martin Kaufhold](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/05/m_mamma_2346romulusdneu.jpg "Theater Ulm / Viva la Mamma - Probenversuch von Romulus und Ersilia © Martin Kaufhold")

Theater Ulm / Viva la Mamma - Probenversuch von Romulus und Ersilia © Martin Kaufhold

Der stete Wechsel zwischen Klamauk und Satire, Kreischen wie Sprechen, Röcheln oder schönstem Belcanto findet im **Theater Ulm** nah am Publikum statt: Regisseur und Intendant **Andreas von Studnitz** ließ das Ensemble meist auf dem überbauten Orchestergraben singen, spielen, parodieren: Ulmer Theaterschräglagen, Wahl des nächsten Intendanten, neue Bestuhlung, Etatkürzungen und mehr bringt **von Studnitz** mit schnoddrigen Texten und nach allen Regeln des Klamauks, Slapsticks und guter Darsteller in seine **Viva la Mamma** Inszenierung ein. Das Orchester sitzt über einen Deckenspiegel gut einsichtig im hinteren Teil der Bühne.

![Theater Ulm / Viva La Mamma - Nach der Premiere Romulus © Martin Kaufhold](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/05/m_mamma_2714neu4.jpg "Theater Ulm / Viva La Mamma - Nach der Premiere Romulus © Martin Kaufhold")

Theater Ulm / Viva La Mamma - Nach der Premiere Romulus © Martin Kaufhold

Die Handlung ist überschaubar: An einem kleinen Provinztheater im irgendwo enden gerade die letzten Proben zur Oper ***Romulus und Ersilia*** im Chaos. Die Stimmprobe des ***„Ersten Tenor“*** (**Hans-Günther Dotzauer**) missglückt quietschend; das Gesangsensemble streitet derweil, wer die bedeutendste Partie habe; **Regisseur** (**J. E. Pichler**) verzweifelt an der von **Ehemann Stefano** (**Tomasz Katuztny**) kräftig unterstützten ***Primadonna Corilla Sartinecchi* (Edith Lorans)**; der Herrenchor kämpft um vertragliche Pausenzeiten; die Sängerinnen ***Luigia* (Maria Rosendorfsky**) und ***Dorotea* (Helen Willis)** langweilen sich sichtbar zu Tode ihren Einsatz erwartend; ein ***Impressario* (Joachim Pieczyk)** äußert zu allem und jedem eine unpassende Meinung.

Nach zahlreichen skurrilen Wirrungen endet das Probenchaos im Guten. Gerettet von der großen, mit mächtigem wie gepflegtem Bassbariton ausgestatteten ***Mamma Agata*** (**Dominik Nekel**), Mutter der ***Sängerin Luigia.*** ***Mamma Agata*** versteigert zur Rettung der Aufführung ihren Familienschmuck. Die Premiere von ***Romulus und Ersilia*** wird erfolgreich, wenn auch erneut nicht ohne schräge Zwischefälle.

![Theater Ulm / Viva La Mamma - Ensemble © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/05/ulm-viva-la-mamma-ioco-neu.jpg "Theater Ulm / Viva La Mamma - Ensemble © IOCO")

Theater Ulm / Viva La Mamma - Ensemble © IOCO

Stimmlich und darstellerisch zeigt die ***Viva la Mamma*** am ***Theater Ulm*** einen herrlich prallen Blick auf menschliche Eitelkeiten inmitten alltäglicher Zwänge und Nöte. Schlümpfe, Schimpfe und deutsche Texte geben **Viva la Mamma** aktuelle wie liebenswerte Alltagsnähe und dem **Theater Ulm** einen lebensfrohen Platz in seinem lokalen Umfeld. Mit wohltimbrierter Stimme sichern besonders   **Dominik Nekel** als dominante **Mamma Agata** und **Michael Weiger** mit dem **Philharmonischen Orchester** das von **Donizetti** gesuchte Gleichgewicht von italienischem Belcanto zu überbordenden Humor. **IOCO / Viktor Jarosch** / 19.05.2016