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# Tobias Kratzer - zu "seinem" FIDELIO in London, IOCO Interview, 23.10.2020
- URL: https://www.ioco.de/tobias-kratzer-regisseur-des-jahres-2020-ioco-interview-23-10-2020/
- Published: 2020-10-22T17:00:20.000Z
- Updated: 2020-10-22T17:00:20.000Z
- Author: Adelina Yefimenko
- Tags: Hervorheben, Interview, Oper & Operette, Portraits, Fidelio, kultur

![Tobias Kratzer - hier Regisseur im Interview mit IOCO / Adelina Yefimenko © Tobias Kratzer ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/10/tobias-kratzer_photo2018neu.jpg)

Tobias Kratzer - hier Regisseur im Interview mit IOCO / Adelina Yefimenko © Tobias Kratzer

# **Tobias Kratzer – Regisseur des Jahres 2020**

 **im Interview mit Dr. Adelina Yefimenko / *IOCO* \- auch über die Regie "seines" *Fidelio* am Royal Opera House in London** 

Im **Beethoven-Jahr 2020** sollten in der ganzen Welt viele neue Fidelioaufführungen stattfinden. Die Pandemie stoppte viele dieser Pläne, das Beethoven-Jahr als ***„Freude, schöner Götterfunken“*** zu feiern und zu würdigen.

Am **Royal Opera House London** jedoch fand die Premiere der Oper ***Fidelio*** kurz vor dem Covid19-Lockdown – am 1.03.2020 – statt. Alle sechs Vorstellungen, mit Weltstars auf der Bühne, siehe Video unen, in London waren lange im Voraus ausverkauft. Die Regie führte der deutsche Regisseur **Tobias Kratzer.** Am 17\. März 2020 sollte die Aufführung live im Kino weltweit übertragen werden und es wurde auch eine DVD-Aufnahme geplant. Wegen des angeordneten Lockdowns wurde dieser Termin jedoch abgesagt, aber einige Zeit später, am 26\. Juli 2020 fand doch eine BBC-Übertragung der Generalprobe statt, die im Raum Großbritannien 9 Monate lang verfügbar ist. In der Hoffnung, dass auch diese Londoner **Fidelio -**Inszenierung nach dem Pandemie-Ende wieder aufgeführt wird, traf **Dr. Adelina Yefimenko**, Musikwissenschaftlerin und Autorin bei dem Kulturportal **IOCO Kultur im Net, ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com,**den ***Fidelio-***Regisseur **Tobias Kratzer** in München. Am 10.10.2020 fand die Besprechung mit dem Ideenträger und Musiktheatermacher des neuen Londoner ***Fidelio*** statt.

**Adelina Yefimenko (AY): Lieber Herr Kratzer,* die zwei ersten Fragen an Sie scheinen wahrscheinlich sehr allgemein. Es ist aber wichtig sie zu stellen, bevor wir das Gespräch über Ihre *Fidelio -*Interpretation anfangen: 1) welche Bedeutung hat für Sie als deutscher Regisseur der Name *Beethoven* im *Beethoven-Jubiläumsjahr 2020*; 2) wann haben Sie sich mit dem *Beethoven -*Werk das erste Mal auseinander gesetzt?*

**Tobias Kratzer (TK)**: Beim ersten Teil ihrer Frage muss ich Sie vielleicht etwas enttäuschen. Weder Jubiläumsjahre noch die Nationalität des Komponisten oder gar meine eigene spielen üblicherweise eine Rolle, wenn ich ein Werk inszeniere. Da geht es mir zuerst einmal um die innere Struktur, die Brüche, auch die Wirkung des Stückes. Bei Wagner mag das vielleicht noch etwas anders sein, aber nicht bei einem so universellen Komponisten wie **Beethoven.** Wobei: vielleicht ist ja gerade auch dieser Wunsch nach Universalität, nach dem ganz großen Weltentwurf, der **Fidelio** kennzeichnet, wiederum etwa sehr Deutsches… Zum zweiten Teil ihrer Frage: ich kenne das Stück schon sehr lange, eigentlich schon seit meiner Kindheit. Und wenn man sich wie ich professionell mit Musiktheater beschäftigt, hat man es -zumindest geht es mir da so- auch immer im Hinterkopf. Ich halte es in dem großen Anspruch, den es für die gesamte Gattung *„Oper“* formuliert, tatsächlich für eine Art Wasserscheide in der Geschichte des Musiktheaters.

**AY::* Ist „Fidelio“ in London Ihre erste Inszenierung dieser Oper? Warum haben Sie entschieden, Beethovens „Fidelio“ im Royal Opernhaus in London und nicht in einem Opernhaus in Deutschland auf die Bühne zu bringen?*

**TK:** Ich habe ***Fidelio*** schon einmal im Schwedischen Karlstad inszeniert, damals als dritter Teil einer Revolutions-Trilogie. Das Stück folgte dabei auf den ***Barbier von Sevilla*** und auf **Le nozze di Figaro** und der Clou bestand darin, dass die meisten Personen in **Fidelio** dadurch eine Vorgeschichte hatten. Wer im **Figaro** noch unter der Herrschaft des Grafen stand, hatte jetzt, nach der Revolution, plötzlich eine neue Funktion. Aus dem **Gärtner Antonio** bei **Mozart** wurde so beispielsweise der **Kerkermeister Rocco,** aus seiner Tochter **Barbarina** wurde **Marzelline,** die sich ähnlich wie **Barbarina** in **Cherubino** nun schon wieder in eine Figur mit geschlechtlicher Ambivalenz verliebte. Vor allem aber saßen **Graf** und **Gräfin** bei mir als Gefangene der Revolution im Gefängnis und sangen die Rollen, die hier üblicherweise Chorsoli übernehmen. Für London habe ich das Stück nun noch einmal autonom gedacht. Meine Entscheidung, nach der Sie fragen, war aber wie so oft vor allem der Angebotslage geschuldet. Es gab eine Anfrage aus London, die Besetzung war toll und ich hatte Zeit. So habe ich zugesagt. Hätte ich ein spannendes Angebot aus Deutschland für dieses Stück gehabt, hätte ich darüber natürlich auch nachgedacht, es aber sicherlich ein wenig anders inszeniert. Nicht nur die Regietradition allgemein, sondern auch die Rezeptionsgeschichte des Werkes ist ja von Land zu Land sehr unterschiedlich.

**AY:* : *Fidelio* ist die einzige Oper Beethovens und eines der wichtigsten Kompositionen im Gesamtwerk des deutschen Genies. Dieses Werk offenbart viele Botschaften für die Gegenwart und Zukunft, in denen die Oper die Schattenseiten der Revolution, die Machtgier und die schmähliche Rolle politischer Manipulation zeigt. Was ist die Botschaft Ihrer Inszenierung? Welche Fragen stellt Ihr Konzept neu in dieser „Befreiungsoper“?*

**TK:** An einer „Botschaft“, noch dazu im Singular, bin ich im meinen theatralen Arbeiten meistens nicht so interessiert. Viel spannender sind ja die Ambivalenzen und Paradoxien eines Stückes und auch das Nebeneinander verschiedener Haltungen. Bei ***Fidelio*** war es mir einerseits wichtig, auch die Nebenfiguren, die im 2\. Akt oft vergessen werden, genauer zu betrachten. **Leonore** und **Florestan** erscheinen ja manchmal fast wie Allegorien, als larger than life. Aber welche Auswirkungen hat das Vorbild **Leonores** auf **Marzelline,** auf **Jacquino**? Ist die Empathie, die **Leonore** zeigt, wirklich an *„Gattenliebe*“ gebunden, so wie es der Untertitel des Stückes nahelegt? Oder müsste sie nicht eigentlich weiter reichen – so wie es **Leonore** im 2\. Akt selbst formuliert, wenn sie singt: *„wer Du auch seist, ich will dich retten“*. Andererseits hat mich auch die Rolle des Chores besonders interessiert, der ja immer auch als eine Art Spiegelbild der Zuschauer funktioniert. Auch hier stellt sich die Frage danach, was ***Leonores*** Tat eigentlich für Auswirkungen hat. Brauchen oder missbrauchen wir sie nur als eine Art Symbolfigur, die uns gewissermaßen freispricht von der Notwendigkeit eigenen Handelns? Oder müsste sie sich nicht, wie das ja auch musikalisch geschieht, gleichsam in einem Kollektiv von Handelnden auflösen?

**AY:*  Wie genau erarbeiten Sie die dramaturgisch unbequeme Konstruktion des *Fidelio,* seine so genannte „dramaturgische Sackgasse“, die für alle Regisseure immer problematisch war?*

![Tobias Kratzer © Tobias Kratzer ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/10/photo2019_tobias_kratzerneu2.jpg)

Tobias Kratzer © Tobias Kratzer

**TK:** Ich habe versucht diese sehr spezielle Struktur des Stückes nicht als „Sackgasse“ zu sehen, sondern sie als Konstituens des Werkes zu begreifen und zu versuchen, sie produktiv erlebbar zu machen. Das klingt etwas theoretisch. Aber im Grund gehe ich immer so vor. Ich analysiere sehr genau die Struktur eines Werkes und überlege dann, welches die Erfahrungsmöglichkeit für ein Publikum ist, die genau dieses Werk bietet. Manchmal ist es dann hilfreich, einzelne Szenen dramaturgisch zu glätten, ihnen einen flüssigeren Handlungsverlauf zu verleihen. Manchmal scheint es mir sinnvoller mit solchen Brüchen sehr offensiv umzugehen. Im ***Fidelio*** war letzteres der Fall.

**AY:*  Die Personen in Ihrer Version Beethovens „Fidelio“ kreisen in den Sphären der historischen Ideale und Probleme der Zeit der Französischen Revolution. Über allen diesem politischen Wahn steht aber die ehrliche Treue von Frau und Mann – *Leonore** und **Florestan*. Wie wichtig ist es für Sie, diese historische Zeit des *Fidelio* auf der Bühne zu deuten. Wie wichtig ist es für Ihre Charaktere kollektiv und für die Schicksale der einzelnen Protagonisten (*Leonore* und *Florestan, Marzelline* und *Jaquino, Rocco, Don Pizarro* und Minister *Don Fernando)*, wie ihr Leben und Handeln von den Zeitumständen abhängt?*

**TK: :** Mir war vor allem wichtig im 1\. Akt zu zeigen, welcher historischen Zeit die Ideale entstammen, von denen das Stück erzählt. Und dann im 2\. Akt quasi die Probe aufs Exempel zu machen, inwieweit sie heute noch Gültigkeit haben – oder auch wie allgemeingültig sie sind. Das heißt auch, dass die Protagonisten im 1\. Akt sehr genau und realistisch gezeichnet sind; **Pizarro** etwa als eine Art Schreibtischtäter à la **Robespierre,** der mit einem Federstrich töten und seine Gegner auf die Guillotine schicken kann. Im 2\. Akt ging es mir dann weniger um historische Bedingtheiten als vielmehr um Grundmuster der Empathie.

**AY:*  Wenn ich einer der beste Wagnersängerin* **Lise Davidsen** *als *Leonore* zuhöre, muss ich gleich über die *Beethoven -*Einflüsse auf das Wagnerwerk denken. Gleichfalls ist bekannt, dass „als Vorläuferin der *Senta“** **Beethovens** **Leonore* kaum in Frage kommt. Es gibt aber auch die Meinung, dass *„Leonore* in allen Fassungen eine Nachfolgerin *Fiordiligis* ist“. Wie ist Ihre Meinung dazu …?*

**TK:**  Eine sehr komplexe Frage, die ich nur sehr kurz beantworten will. Man könnte sagen, auch die Hörner in Leonores großer Arie kommen direkt aus der Felsenarie von Fiordiligi. Ansonsten sehe ich zwischen den beiden Stücken wenig Verbindendes. Es ist ja auch bekannt, dass **Beethoven** die **„Così“** nicht unbedingt geschätzt hat. Mit **Wagners** Heldinnen teilt Leonore dafür die nicht unproblematische Eigenschaft, teilweise mehr Allegorie als lebender Mensch zu sein. Da kann und muss die Regie dann manchmal ein bisschen helfen. Aber sängerisch ist **Leonore** vermutlich die schwierigste der genannten Partien.

**Fidelio - Einführung mit den Protagonisten auf der Bühne, ua. Jonas Kaufmann** youtube Trailer Royal Opera House London **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

**AY:* Wie wichtig ist für Sie, selbst die Personen-Regie auf der Bühne zu führen? Wie viel Freiheit lassen Sie den Sänger\*innen auf der Bühne?*

**TK:**  Ein Konzept ist nur so gut, wie die Personen-Regie, die es ermöglicht. Insofern stehen beide Aspekte des Regieführens für mich völlig gleichberechtigt nebeneinander. Ich weiß immer sehr genau, welche Ziele die Figuren in einer Szene haben und welche szenischen Ankerpunkte ich ansteuere. Der Weg dorthin, und das meint die konkreten Bewegungsabläufe auf der Bühne genauso wie die innere Entwicklung einer Figur, wird mit den Sängerinnen und Sängern zusammen auf der Probe erarbeitet.

*AY: Im ersten Akt wurde der Eintritt von Pizarro mit dem spektakulären Auftritt eines echten Pferdes betont. Spielt für Sie das Pferd eine symbolhafte Rolle, wie z.B. für *Romeo Castelucci*? Oder eher die historische Rolle einer bewaffneten Macht?*

TK: Als ich im 2\. Akt meiner ***Götterdämmerung*** ein lebendes Pferd als Grane auf der Bühne hatte, war es auch ein sehr konkretes Symbol für die fixe Idee von Männlichkeit, an denen sich **Hagen** abzuarbeiten hatte. Für die Virilität Siegfrieds, die **Hagen** zugleich beneidete wie auch ersehnte. Das Pferd im ***Fidelio*** ist dagegen eher Lokalkolorit und dient der Beglaubigung des historischen Realismus. Aber natürlich ist jedes Objekt oder jeder Vorgang auf der Bühne zugleich immer auch symbolisch oder zumindest symbolisch lesbar. In diesem Kontext kann man das Tier auch als Gegenpol zu dem kleinen Kanarienvogel sehen, den **Marzelline** bei uns hegt und pflegt. Oder als Einbruch von Unwägbarkeit in eine geordnete Welt. Ich überlasse die Deutung hier aber jedem einzelnen. Eindeutige Symbole finde ich eher langweilig.

**AY::* Im zweiten Akt haben sie einen Teil des Londoner Publikums, das im ersten Akt mit den historisierenden Kulissen des epischen Theaters zufrieden war, ziemlich überrascht. Und ich dachte: so kommt Tobias Kratzer als Schöpfer der hervorragenden Bayreuther Regie des *Tannhäuser "2019“*ans Licht. Ihre bahnbrechende Idee, mehrschichtige Bühnenaktionen und neue Kontexte, auch Ihre exzellenten Kamera-Experimente haben Sie in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt als Regisseur des Jahres gewürdigt. Meine Frage betrifft aber nicht Ihre Stellung zu den Kritiker, sondern zum Publikum. Das ist nicht zufällig, dass das Opernpublikum in Ihren Inszenierungen in die Handlung eingezogen wird und an dieser Handlung partizipiert. Mögen Sie das Opernpublikum? Sind Sie auch kritisch einem zu solchen Publikum als „Zuschauer von Leiden“, das Kekse oder Schokolade während der Aufführung zu naschen wagt, während sich das große menschliche Drama zwischen *Leonore** und **Florestan* potenziert?*

**TK:** Ich glaube nicht, dass es mir als interpretierender Künstler zusteht mein Publikum zu bewerten. Oper kann auf vielfältige Weise rezipiert werden und ich verurteile keine davon. Natürlich freut man sich, wenn eine Zuschauerin oder ein Zuschauer versucht tief in die Gedankenwelt eines Stückes einzudringen und meine Inszenierung dabei hilfreich oder inspirierend findet. Aber wenn jemand einfach mal wieder seinen alten Hochzeitsanzug tragen, sein Date ausführen oder einen Geschäftspartner beindrucken möchte, dann sind das ja ebenso legitime Gründe für den Kauf einer Opernkarte. Ich werde deshalb aber auch nicht weniger anspruchsvoll oder unterhaltsam inszenieren als ich das sonst versuche. Im konkreten Fall des „Fidelio“ geht es ja auch nicht allein um Opernbesucher an sich. Das Publikum auf der Bühne verstehe ich auch als Metapher für das Verhalten unserer gesamten westlichen Gesellschaft. Und das Schicksal von Leonore und Florestan steht stellvertretend für viele Ungerechtigkeiten weltweit, von denen wir zwar wissen, die zu betrachten uns alleine aber noch nicht zum Handeln bringt.

 **Fidelio am Royal Opera House, Arie *Mir ist so wunderbar ....* mit Forsythe, Davidsen, Zeppenfeld, Tritschler;**

youtube Trailer Royal Opera House London **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

**AY:* Es ist vollkommen klar, dass in Ihrer Inszenierung nicht der Minister als Deus ex machina auf der Bühne erscheint, sondern eine Frau. Es ist auch erstaunlich, dass bei Beethoven die einzige starke Person und der echte Held der Oper *Fidelio* eine Frau ist. Sie gehen aber noch weiter. In Ihrer Version agieren zwei starke Frauen. *Leonore* rettet ihr Ehemann *Florestan* und *Marzelline* rettet *Fidelio / Leonore* vor *Don Pizarro.* Weil Sie will, dass ihr *Fidelio* lebt, sogar wenn ihr *Fidelio* in Wirklichkeit *Leonora* ist? Sollen wir den Pistolen-Schuss *Marzelline* als Zeichen der bedingungslosen Menschenliebe einer Frau verstehen, die ursprünglich von* **Beethoven** *nicht als Heldin (so wie *Leonora*) gesehen wurde?*

**Tobias Kratzer: Ein klares: ja!**

**AY:*  Nach Ihrem ersten *Tannhäuser* fühlten Sie sich wahrscheinlich noch so, wie *Wagner:* „Ich bin der Welt noch einen *Tannhäuser* schuldig.“ Sind Sie noch der Welt einen *Fidelio* schuldig? Welche Wunschoper wird Sie in der Zukunft beschäftigen?*

**TK:** Um ehrlich zu sein, hatte ich nach meinem ersten **Tannhäuser** nicht unbedingt erwartet, das Stück so bald darauf noch einmal zu inszenieren. Und ähnlich geht es mir nun auch mit **Fidelio.** Aber ich lasse mich überraschen. Wunschopern habe ich ohnehin keine. Ich finde es meistens schöner mit Stücken konfrontiert zu werden, die ich bisher noch nicht so auf dem Schirm hatte. Sich etwas Fremdem empathisch anzunähern, anstatt immer nur dem Alt-Vertrauten zu begegnen, ist ja auch im echten Leben die deutlich spannendere Option.

**Adelina Yefimenko: Lieber Herr Kratzer,* auch in Namen unserer großen IOCO - Kultur Community möchte ich für dies aufschlussreiche und interessante Gespräch bedanken.*

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