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# TANNHÄUSER UND DER SÄNGERKRIEG AUF WARTBURG
- URL: https://www.ioco.de/tannhauser-und-der-sangerkrieg-auf-wartburg-2/
- Published: 2023-08-21T02:36:04.000Z
- Updated: 2026-06-23T09:57:06.000Z
- Author: Uschi Reifenberg
- Tags: Oper & Operette, Kritiken

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg von Richard Wagner, Festspielhaus Bayreuth, Bayreuth.

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#### ***\- Große romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner -***

von **Uschi Reifenberg**

#### **Das doppelbödige Spiel mit den Ebenen** 

![Richard Wagner Bayreuth © IOCO](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/01/Richard-Wagner-Foto-IOCONEUNEU2018-262x300.jpg)

Richard Wagner Bayreuth © IOCO

Es kann passieren, dass man sich als Festspielbesucher in Bayreuth in einer Aufführung des ***Tannhäuser*** plötzlich selbst auf der Bühne des Festspielhauses wiederfindet und die Grenzen von Kunst und Realität, von szenischer Fiktion und Lebenswirklichkeit verschwimmen, die verschiedenen Zeit- und Bedeutungsebenen überlagert werden und man mehreren Perspektiven gleichzeitig ausgesetzt ist.

Viel Spannendes und Ironisches ereignet sich 2023 in der Wiederaufnahme der genialen und überaus beliebten Inszenierung von **Tobias Kratzer** aus dem Jahr 2019, die in einem virtuosen Spiel der Grenzüberschreitung von Kunst und Leben **Richard Wagners** eigene ästhetische Weltordnung spiegelt, diese ins Heute weiterentwickelt und dabei sich selbst aus vielfältigen Blickwinkeln reflektiert, als „*Inszenierung in der Inszenierung“.* Das gelingt vor allem mit den virtuosen Videoeinspielungen von **Manuel Braun,** die mit der Bühnenhandlung perfekt verzahnt sind, verschiedene zeitliche Ebenen abdecken, Musik und reale Handlung kontrapunktieren oder live kommentieren.

Im Fokus stehen die **Bayreuther Festspiele** als einzigartige Stätte deutscher Kulturgeschichte und das Künstlerdrama um den scheiternden **Tannhäuser,** seines Zeichens Tenor am *Grünen Hügel* und Aussteiger aus eben diesem hehren Kreis, dessen Geschichte tiefgründig, humorvoll, mit zahlreichen Verweisen, aber auch in seiner ganzen Ausweglosigkeit erzählt wird. Bereits in seinem 4\. Aufführungsjahr wird die Produktion in bester Bayreuther Tradition werkstattgemäss „überprüft“ und um aktuelle Details bereichert, wie auch 2023 wieder im Dirigentengang des Festspielhauses, wo sich das Regieteam in einem kurzen „*Einblender“* im Matrosenlook freudig mit einem Aufkleber: *„Tannhäuser back in 2024“* Richtung Hamburg verabschiedet (**Kratze**r wird dort 2025 Intendant der Staatsoper).

Ein weiterer aktueller Gag nimmt Bezug auf die diesjährige *Augmented-Reality-Brillen* Situation der neuen Bayreuther ***Parsifal-***Inszenierung. Man sieht die ***Tannhäuser-***Gefährten mit AR-Brille, in einem Raum auf Stühlen sitzend, „virtuell“ durch den Thüringer Wald holpern; daneben steht, völlig zerknirscht, **Manni Laudenbach** alias **Oskar Matzerath** mit einem Schild in der Hand: *„suche Brille“*…

![Bayreuther Festspiele 2023 / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg © Enrico Nawrath ](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/wp-content/uploads/2023/08/03194947/bayreuth-2-c-enrico-nawrath-neu2.jpg)

Bayreuther Festspiele 2023 / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg © Enrico Nawrath

**Tobias Kratzer,** der Bühnen-und Kostümbildner **Rainer Sellmaier** sowie der Videokünstler **Manuel Braun** verstehen den Venusberg als Lebenskonzept einer anarchischen, ungebundenen Künstlertruppe, die in einem Citroën-Van unterwegs ist und für sich das Postulat **Richard Wagners:** *“Frei im Wollen, frei im Thun, frei im Genießen*“ aus seiner Schrift ***Die Revolution*** von 1849 als Manifest auf ihre Fahnen, bzw. Plakate geschrieben haben und diese nun in Aktivisten-Manier überall hin kleben. Diese prekäre Gruppe um den Sänger **Tannhäuser** besteht aus der ***Venus***, die der Performance Künstlerin **Marina Abramovic** nachempfunden ist, die ihre Performances ins Leben übertrug und jegliche Grenzen der Kunst sprengte sowie der literarischen Figur des kleinwüchsigen Trommlers **Oskar Mazerath** alias **Manni Laudenbach** aus **Günter Grass‘ *Blechtrommel,*** und dem schwarzen Drag Artist **Le Gateau Chocolat,** der als schillernde Transgender Figur eine weitere diverse Farbe in die bunte Truppe mischt. **Tannhäuser** ist zunächst als tragischer Clown kostümiert, Symbol für seine Doppelnatur und sein Grenzgängertum, ein *Trio Infernale,* das sich hedonistisch sexueller Freiheit hingibt, die subversive Seite der Kunst in ihr Leben integriert und gesellschaftliche Grenzen lustvoll ignoriert. So brettern sie in ihrem *„Venusmobil“* im Stil eines Roadmovie durch den Thüringer Wald, vorbei an der Wartburg, deren historischen Sängersaal, **Rainer Sellmann** als Bühnenbild des 2\. Aktes fast originalgetreu nachgebildet hat.

Von Kunst und Liebe allein wird man nicht satt, also *„verpflegen“* sie sich bei *„Burger King“,* klauen Benzin, prellen die Zeche und überfahren absichtlich, als „*Krönung“* ihrer kriminellen Handlungen, einen Polizisten. Nun geht das Video in die reale Bühnenhandlung über, **Tannhäuser** beschließt, **Venus** und die Truppe zu verlassen und in den bürgerlichen Kreis der „Hochkultur“ zurückzukehren: „*Zu viel! Zu viel!! O, dass ich nun erwachte!*“ Auf einem Parkplatz mit Märchenhäuschen, Motiven aus Grimm‘s Märchen, Gartenzwergen und Deutschlandfahne, in die sich **Le Gateau Chocolat** einwickelt und ein erotisches Tänzchen vollführt, blitzen Bezüge zum deutschen Mythos auf;

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![Bayreuther Festspiele 2023 / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg © Enrico Nawrath ](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/wp-content/uploads/2023/08/03195401/bayreuth-3-enrico-nawrath-eu3.jpg)

Bayreuther Festspiele 2023 / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg © Enrico Nawrath\[/caption\]

**Tannhäuser** singt Loblieder auf **Venus,** zückt seinen Klavierauszug von **Wagners** *“Tannhäuser“*, der immer wieder leitmotivisch auftaucht und die Hochkultur und sein früheres geordnet-bürgerliches Leben repräsentiert. Die verdrängte Seite seiner Persönlichkeit steigt an die Oberfläche, er erinnert sich seiner Vergangenheit, es kommt zum Beziehungsbruch, und nachdem die Gefährten ihn vergeblich zum Bleiben motivierten, springt er aus dem Auto und landet exakt auf der Straße vor dem Festspielhügel: *„Mein Heil ruht in Maria“*. Im Hintergrund sieht man das Bild von Caspar David Friedrich: „*Das Kreuz im Gebirge“*, ***Venus*** wird gegen ***Maria*** eingetauscht, das eine Kunstkonzept gegen das andere.

Der ***Hirte*** auf dem Fahrrad erscheint als Mitwirkende der Festspiele, ebenso wie die Jagdgesellschaft um ***Landgraf Herrmann,*** die gerade aus dem Festspielhaus kommt und noch einen Tenor sucht … die Pilger sind die Festspielbesucher selbst, die in die Vorstellung strömen und sich mit ihren Programmheften vor dem Regen schützen, möglicherweise eine aktuelle Anspielung auf die verregnete ***Parsifal*** Premierenvorstellung. Der heimgekehrte Sänger wird von den begeisterten Kollegen eingesammelt und folgt ihnen euphorisch zu ***Elisabeth.***

In der Pause setzen dann ***Venus, Oskar*** und **Le Gateau Chocolat** im Festspielpark ihre coole Performance mit Anleihen aus der Vorstellung fort und unterhalten das Publikum mit witzig-provokativen musikalischen Darbietungen, bis es zu regnen beginnt und die Festspielgäste sich tatsächlich mit den Programmheften vor dem Regen schützen …

Im 2\. Akt ereignet sich *„Theater auf dem Theater“*, zitiert sich die Bayreuther Inszenierungsgeschichte selbst mit dem nachgebildeten Wartburgsaal, dem riesigen Leuchter, einer Harfe und der ***Tannhäuser-***Statue aus einer frühen **Wolfgang Wagner** Inszenierung. Die Bühne ist geteilt, man sieht zwei Ebenen: oben streamt die Live Kamera in schwarz-weiß den Backstage Bereich und zeigt die Darsteller privat und ihre persönlichen Befindlichkeiten, unten findet der Sängerwettstreit statt in historisch anmutenden Kostümen und streng geregeltem Ablaufprotokoll.

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![Bayreuther Festspiele 2023 / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg © Enrico Nawrath ](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/wp-content/uploads/2023/08/03195223/bayreuth-c-enrico-navrath-neu1-300x158.jpg)

Bayreuther Festspiele 2023 / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg © Enrico Nawrath\[/caption\]

Kontrapunktisch zeigt ein Video zunächst wie ***Tannhäusers*** Anarcho-Truppe ihm bis zum Festspielhaus gefolgt ist, um ihn zurückzuholen: Das **Wagner**\-Zitat ist bereits, siehe Foto links, am Balkon befestigt; ***Venus,*** als Edelknabe verkleidet, hat sich unerlaubt Zutritt zu der hehren Stätte verschafft; zusammen mit ihren Kumpels mischt sie das steife Zeremoniell gehörig auf, im Video hinreißend komisch anzusehen ist die Mimik des Revoluzzer-Trios, ebenso bewundernswert ist Tobias Kratzers ausgefeilte Personenführung.

**Tannhäuser** outet sich immer stärker als eine Borderline Persönlichkeit, die sich im Spannungsfeld der Extreme verzehrt und zwischen zwei Lebens-und Kunstentwürfen hin-und hergerissen ist. Die Utopie von der Unvereinbarkeit der Gegensätze wird hier deutlich, wenn sich am Ende des Skandals ***Tannhäuser*** zwischen zwei Frauen wiederfindet und ***Venus*** und ***Elisabeth*** sich feindlich gegenüberstehen. Um „das furchtbare Verbrechen“ am Tatort zu beenden, ruft Festspielchefin **Katharina Wagner** die Polizei, die man in einem Video den Hügel hochrasen sieht. ***Tannhäuser*** wird abgeführt in den Knast, die Wartburggesellschaft ist aufgelöst, am Ende breitet **Le Gateau Chocolat** verstört, aber versöhnlich seine Regenbogenflagge über der Harfe aus.

Der 3\. Akt verzichtet auf die Metaebene und findet als trostloses Endspiel an einem dystopischen Ort statt, wo alle Hoffnungen ausgeträumt und kein Ausweg möglich scheint. Die Szene, ganz in schwarz getaucht, zeigt einen „wilden“ Schrottplatz, auf dem der einsame ***Oskar*** mit dem zerstörten Citroën gestrandet ist, das Trio existiert nicht mehr. **Le Gateau Chocolat** hat in der glitzernden Konsumwelt Kariere gemacht, sein Porträt prangt übergroß auf einem Werbeplakat. **Elisabeth** sucht vergeblich nach ***Tannhäuser,*** der nicht zurückgekehrt ist. Ein Bild des Jammers, aber auch der tiefen Humanität zeigt **Kratzer,** wenn ***Oskar*** aus seiner Blechtrommel Suppe löffelt und sie mit ***Elisabeth*** teilt. Die Pilger sind nun Müllsammler und plündern die letzten Habseligkeiten dieses öden Platzes. In letzter Verzweiflung, in der sich **Elisabeth** noch einmal an das Leben und die Liebe klammert, verführt sie den willenlosen **Wolfram,** der sich das Clownskostüm überzieht, zum Beischlaf, bevor sie sich die Pulsadern aufschneidet. Das „*Lied an den Abendstern“* wird zum Abgesang auf die Hoffnung und das Leben selbst, ein zu Herzen gehendes Bekenntnis eines unglücklichen Menschen. Gescheitert ist auch **Tannhäuser,** der als Clochard erscheint und in seiner „*Rom-Erzählung“* noch einmal für sein Heil die „hehre“ Kunst beschwört, den Klavierauszug verzweifelt verbrennt, denn eine Rückkehr ist unmöglich; am Ende sitzt Tannhäuser mit der toten, blutbeflecktem ***Elisabeth*** im Arm, ein Bild voll tragischer Größe, erinnernd an die „Pietà“ von Michelangelo. In einem Video sieht man beide in den Sonnenuntergang fahren, Erlösung existiert nur als Fiktion.

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![Bayreuther Festspiele 2023 / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg © Enrico Nawrath ](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/wp-content/uploads/2023/08/03195454/bayreuth-enr-neu4.jpg)

Bayreuther Festspiele 2023 / Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg © Enrico Nawrath\[/caption\]

Das Hügel Debüt der französischen Dirigentin **Nathalie Stutzmann,** der zweiten Frau auf Grünen Hügel, wurde auf Anhieb zu einem Triumph für die vielseitige Musikerin. Sensibel und einfühlsam führte sie Sänger und Orchester zu einer homogenen Gesamtleistung. Fein gearbeitete Übergänge, klare Phrasierung im Pilgerchor, deutliche Strukturen, dazu glühte die Venusbergmusik farbenreich und mit langen Steigerungswellen. Eher oberstimmenbetont formte sie Höhepunkte, die mit fast Mendelssohn’scher Klarheit und Leichtigkeit aus dem Graben schwebten. Kleine Spannungseinbrüche, leicht zerdehnte Abschnitte im 2\. Akt trübten kurzzeitig das differenzierte Dirigat.

**Klaus Florian Vogt** gelang mit seiner ***Tannhäuser*** Interpretation ein beeindruckendes Rollenporträt, für das er vom Publikum zu Recht bejubelt wurde. Sein Tenor verfügt über eine vielfältige Ausdruckspalette, dramatische Intensität ohne zu Stemmen, liedhafte Innigkeit und eine große dynamische Skala. Die **Venus-**Lieder im 1\. Akt gestaltete er höhensicher und mit klugem Aufbau, lediglich störte zu häufiges Armen ab und zu die Gesangslinie. Mühelos strahlten die *„Erbarm dich mein“* \- Rufe über Orchester und Chor, in der Rom-Erzählung übertraf er sich selbst; jeder Ton, jede Phrase war geistig durchleuchtet, mit großer gestalterischer Kraft, Textverständlichkeit und intensivem Spiel geriet sie zu einer beklemmenden Darstellung eines traumatisierten Grenzgängers.

**Elisabeth Teige** entwickelt die ***Elisabeth*** eher aus dem Lyrischen heraus, ihren abgedunkelten Sopran führt sie mit leichter, anfangs noch etwas tremolierender Tongebung, die sich dann aber stabilisiert. Die Hallenarie krönte sie mit einem strahlenden hohen H, das Gebet im 3\. Akt ist von anrührender Innerlichkeit, ihre Darstellung ist geprägt von einer depressiven Grundhaltung und zeigt eine gebrochene Frauengestalt.

Der ***Wolfram*** von **Markus Eiche** hat mittlerweile Referenz-Status erreicht. Stimmlich und darstellerisch präsentierte er sich in Topform, mit seinem warmen, modulationsfähigen Bariton lotet er innerseelische Bereiche aus und formt eine zutiefst menschliche Figur. Seine charismatische Ausstrahlung und leidvollen Erfahrungen machen seinen Wolfram von Eschenbach zu einer Figur voller Empathie und innerer Größe. *Das Lied an den Abendstern* erklang in nie gehörter Trauer und Endgültigkeit. Wunderbar!

**Ekaterina Gubanova** ist als rebellische ***Venus*** eine schillernde Figur, mit angesagter Blondfrisur, Glitzerbody und prolligem Gehabe. Als wahrhaft liebende Frau und Aktivistin lässt sie sich nicht unterkriegen und greift zu allen Mitteln, um ihren Geliebten zurückzuholen. Auch stimmlich geht sie an die Grenzen, singt mit ausladender Gebärde, viel dramatischem Impetus und lässt ihren Mezzosopran in vielen Farben leuchten.

**Günter Groissböck** gibt in bewährter Weise dem ***Landgraf*** starkes Profil und besticht mit mächtigem, klangsatten Bass, schwarzer Tiefe, perfekter Diktion und viel Ausstrahlung. Das Hügel-Debüt von **Julia Grüter** als ***Hirte*** begeisterte auf der ganzen Linie. Mit klarem, intonationssicherem Sopran sang sie einerseits liedhaft fein und ließ ihre Stimme in der Höhe kraftvoll ausschwingen. Ebenfalls mit einem vielversprechenden Debüt überzeugte **Syabonga Maqungo** als ***Walther von der Vogelweide*** mit hellem, ausdrucksstarken Tenor und grosser Bühnenpräsenz.

**Manni Laudenbach** und **Le Gateau Chocolat** waren die Stützen dieser Inszenierung und in jedem Moment brillante Protagonisten der „*Nebenhandlung“*. Dem Sängerwettstreit gaben **Ólafur Sigurdason** als ***Biterolf,* Jorge Rodriguez-Norton** als ***Heinrich der Schreiber*** sowie **Jens Erik Asbo** als ***Reinmar von Zweter*** ein bedeutungsvolles Gepräge und ließen stimmlich und darstellerisch keine Wünsche offen.

Der **Chor** der Bayreuther Festspiele unter der Leitung von **Eberhard Friedrich** bewies einmal mehr sein Alleinstellungsmerkmal und sorgte klang-und farbstark in allen dynamischen Schattierungen für Gänsehaut. Hervorragend präsentierte sich das **Orchester** der Bayreuther Festspiele, bestens balanciert, präzise und ausgewogen in allen Registern, samtweiche Holzbläser, strahlende Violinen, hochvirtuos und energiegeladen klangen die Hörner in der Jagdmusik, im 2\. Akt beeindruckte besonders die Harfenistin auf der Bühne.

***Das enthusiastische Publikum ließ das Festspielhaus beben und spendete 20 Minuten Applaus und stehende Ovationen für die Dirigentin, Sänger, Chor und Orchester. Wenige Buhs für das Regieteam wurden von Begeisterungsstürmen schnell übertönt.***

***2024 gibt es ein Wiedersehen - man darf sich freuen!***

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[„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ in TANNHÄUSER UND DER SÄNGERKRIEG AUF WARTBURG](https://www.ioco.de/tannhauser-und-der-sangerkrieg-auf-wartburg/) · [„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ in Frankfurt](https://www.ioco.de/frankfurt-oper-frankfurt-tannhauser/)

## Lohnt sich die Wiederaufnahme von Tobias Kratzers Tannhäuser-Inszenierung 2023 in Bayreuth?

Ja, Kratzers geniale Inszenierung überzeugt mit virtuosem Spiel der Grenzüberschreitung von Kunst und Leben, ironisch, tiefgründig und durch Manuel Brauns perfekt verzahnte Videoeinspielungen bereichert.