Wien, Volksoper Wien, Ab 19. Mai 2021 – Der Teufel auf Erden … und mehr; IOCO Aktuell, 11.05.2021

Mai 11, 2021 by  
Filed under Hervorheben, Oper, Pressemeldung, Volksoper Wien

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Volksoper Wien

 Volksoper Wien bei Nacht Foto IOCO

Volksoper Wien bei Nacht –  Foto IOCO

Ab 19. Mai 2021 – Der Teufel auf Erden, Into the Woods – und viel mehr

Nach 197 Tagen hebt sich am 19. Mai 2021 endlich wieder der Vorhang. Die Volksoper Wien spielt wieder für ihr Publikum. Bis Ende Juni 2021 werden – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen für Publikum und Mitwirkende – vier Premieren, zwei Wiederaufnahmen und zwei Repertoireproduktionen präsentiert.

Den Auftakt machen die Operettenrarität Der Teufel auf Erden am 19. Mai, gefolgt von Stephen Sondheims Broadway-Highlight Into the Woods am 27. Mai. Im Rahmen der Jungen Volksoper feiert Das Dschungelbuch am 30. Mai Premiere. Im Kasino am Schwarzenbergplatz steht die Österreichische Erstaufführung von Detlev Glanerts Leyla und Medjnun auf dem Programm. Die Wiederaufnahmen von Das Land des Lächelns und Rigoletto (Trailer unten), die bejubelte Neuproduktion von Mozarts Die Zauberflöte (Trailer unten) und der Operettenklassiker Die Fledermaus ergänzen den Spielplan.

Der Verkauf für alle Vorstellungen bis Ende Juni 2021 begann am 7. Mai an allen Kassen, im Internet und telefonisch mit Kreditkarte unter 01/513 1 513.

Volksoper Wien / Der Teufel auf Erden _ Erste Premiere nach dem Lockdown mit hier Christian Graf als Rupert und Robert Meyer als Ruprecht © Barbara Pallfy / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Der Teufel auf Erden _ Erste Premiere nach dem Lockdown, hier Christian Graf als Rupert und Robert Meyer als Ruprecht © Barbara Pallfy / Volksoper Wien

DER TEUFEL AUF ERDEN  –  Premiere 19.5.2021

In der Hölle geht es hoch her, bis man entdeckt: Der Satan ist verschwunden! Höllenknecht Ruprecht samt seinem treuen Hund Zerberl wird beauftragt, ihn auf Erden zu suchen. Dort gesellt sich mit dem Engel Rupert ein ungleicher Weggefährte zu ihm. Die Fahndung wird zu einer turbulenten Zeitreise durch drei Jahrhunderte und führt von einem Nonnenkloster über eine Kaserne in eine Wiener Tanzschule und schlussendlich auf den Opernball. Der mit fantasievollen Produktionen mehrfach Volksopern-bewährte Ausstatter-Regisseur Hinrich Horstkotte inszeniert, Alfred Eschwé dirigiert, Verena Scheitz gibt als Dritte-Akt-Komikerin ihr Volksoperndebüt und Robert Meyer tritt als Leibhaftiger in Erscheinung.

Volksoper Wien / Into the Woods, hier Juliette Khalil als Rotkäppchen und Drew Sarich als Wolf © Barbara Palffy / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Into the Woods, hier Juliette Khalil als Rotkäppchen und Drew Sarich als Wolf © Barbara Palffy / Volksoper Wien

INTO THE WOODS  –  Premiere 27.5.2021

Ende gut, alles gut? „Into the Woods“ aus der Feder des Musicalgiganten Stephen Sondheim führt tief hinein in den Märchenwald. Geschickt verknüpft Sondheim die Handlungsstränge beliebter Märchen („Rotkäppchen“, „Rapunzel“, „Aschenputtel“ und „Hans und die Bohnenranke“) miteinander und stellt die Frage: Was passiert mit den Märchenfiguren nach dem Happy End? Sind sie glücklich und zufrieden oder hegen sie weitere Wünsche, die ihnen zum Verhängnis werden? Was, wenn der selbstverliebte Prinz lieber Dornröschen als Aschenputtel hätte, Rotkäppchen aggressiv und Rapunzel psychisch labil wird? Was, wenn die Erfüllung unserer sehnlichsten Wünsche auf Kosten anderer teuer erkauft ist oder der Traumprinz sich als falsche Wahl entpuppt? Das Märchenhafte und seine ironische Durchbrechung durchdringen das Musical „Into the Woods“ auf faszinierende Weise. Was zunächst wie ein Märchen wirkt, entpuppt sich nach und nach als Abenteuer für Erwachsene voller Doppelbödigkeit, Ironie und Anarchie.

2014 verfilmte Rob Marshall  Into the Woods mit Meryl Streep als Hexe und Johnny Depp als Wolf. An der Volksoper ist das Fantasy-Musical mit hochkarätigen Musicalstars besetzt: allen voran Drew Sarich als Wolf/Prinz, Bettina Mönch als Hexe, Juliette Khalil als Rotkäppchen und Robert Meyer als Erzähler.

Rigoletto _ auf dem Spielplan der Volksoper – Probentrailer
youtube Trailer der Volksoper Wien
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

DAS DSCHUNGELBUCH  –  30.5.2021  11.00 Uhr

Lange bevor der Dschungel zum Synonym für Reality-TV wurde, war der indische Urwald der Sehnsuchtsort vieler Kinder, galt doch dort das Motto „Probier’s mal mit Gemütlichkeit!“. Diesen Ratschlag gibt der lebenslustige Bär Balu dem kleinen Mogli, der als Findelkind von Wölfen aufgezogen wurde und sich nun in einer misslichen Lage befindet. Denn mit mittlerweile zehn Jahren ist er alt genug, um zu lernen, wie man Feuer macht. Und Feuer ist wirklich das einzige, vor dem sich Tiger Shir Khan, der König des Dschungels, fürchtet … Also muss Mogli in Sicherheit gebracht werden. Ob sich Mogli aus den Ablenkungsmanövern von Schlange Kaa und Affe King Louie befreien kann?

Im Rahmen der neuen Matinee-Reihe „Junge Volksoper am Sonntag“ präsentiert die Volksoper „Das Dschungelbuch“ in einer halbszenischen Fassung von Florian Hurler. Lorenz C. Aichner bringt die schwungvolle, lebensfrohe Partitur aus dem Hause Disney zum Swingen und Juliette Khalil bezaubert als Mogli nicht nur den gesamten Dschungel sondern auch das Volksopernpublikum.

Die Zauberflöte _ auf dem Spielplan der Volksoper
youtube Trailer der Volksoper Wien
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

LEYLA UND MEDJNUN  –  14.5.2021 – Kasino am Schwarzenbergplatz

Ruth Brauer-Kvam inszeniert die berühmteste Liebesgeschichte der klassischen arabischen Literatur: Leyla liebt den melancholischen Dichter Medjnun, doch dieser liebt die Liebe an sich. Trennung, Verbannung, eine erzwungene Heirat und ewige Sehnsucht sind ihr Los. Und so ahnt Leyla, dass sie als Geliebte in der Welt von Medjnuns Versen keinen Platz haben wird …

Detlev Glanerts erste Oper Leyla und Medjnun wurde 1988 bei der Münchner Biennale für zeitgenössisches Musiktheater uraufgeführt. Die Komposition besticht durch ihre lustvolle Synthese von Orient und Okzident, ergänzt sie doch ein klassisches Kammerorchester durch das orientalische Saiteninstrument Ud (Musikalische Leitung: Gerrit Prießnitz). Literarische Basis des Werkes ist die gleichnamige Erzählung des persischen Autors Nizami aus dem 12. Jahrhundert, die in ihrer Universalität gerne mit Shakespeares „Romeo und Julia“ verglichen wird.

 Wiederaufnahmen  –  Repertoirevorstellungen

Kann Liebe die starren Konventionen unterschiedlicher Kulturkreise überwinden und hat die Beziehung zwischen der Wiener Grafentochter Lisa und dem fremden chinesischen Prinzen Sou Chong eine Chance? Franz Lehárs romantische Operette Das Land des Lächelns verneint diese Frage und wurde dennoch zu einem Welterfolg. Die Volksoper zeigt nun die Wiederaufnahme von Beverly Blankenships Inzenierung aus dem Jahr 2008.

In Giuseppe Verdis Rigoletto prallen Machtvollkommenheit und Glamour auf das Elend der Ausgegrenzten. Stephen Langridges Inszenierung verlegt die Handlung in die italienische Cinecittà der 1950er-Jahre, aus dem lüsternen Herzog wird ein moralbefreiter Filmstar. In dessen Gefolge wird Rigoletto selbst zum Täter und scheitert daran, seine Tochter Gilda vor der sie umgebenden Welt zu beschützen. Die Wiederaufnahme der Produktion aus dem Jahr 2009 wird nun in italienischer Sprache gezeigt.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte und Johann Strauß‘ Die Fledermaus stehen zudem die wohl beliebtesten Werke ihres Genres auf dem Spielplan

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Wuppertal, Wuppertaler Bühnen, Keine Vorstellungen mit Publikum bis Herbst 2021, IOCO Aktuell, 27.04.2021

April 27, 2021 by  
Filed under Hervorheben, Livestream, Oper, Pressemeldung, Schauspiel

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Wuppertaler Bühnen – Tanztheater Pina Bausch

Keine Vorstellungen vor Publikum bis Ende Spielzeit 2020/21

„Das Elend ist zur Zeit fast immer und überall“, kann man die folgende Mitteilung der Wuppertaler Bühnen bezeichnen. Im  September 2020 beschrieb IOCO noch die eingeschränkte live-Premiere einer wunderbaren Zauberflöte, in welcher Sarastro als „waschechter“ Wuppertaler, link HIER, durch das Opernhaus spaziert und dort die Königin der Nacht und die Drei Damen heraus schmeißt (Foto unten) Nun, im folgenden, zur laufenden Spielzeit eine etwas enttäuschende Nachricht für alle Wuppertaler und IOCO; Lesen Sie selbst:

„Bis zum Ende der laufenden Spielzeit Anfang Juli 2021 werden keine regulären Aufführungen vom Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und den Wuppertaler Bühnen stattfinden können. Zahlreiche digitale Formate werden aber weiterhin angeboten.

Schweren Herzens hat die Stadtspitze gemeinsam mit den Leitungsteams der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH und der Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH entschieden, alle in Wuppertal geplanten Vorstellungen und Konzerte vor Publikum bis zum Ende der Spielzeit 2020/21 abzusagen. Auch das Festival ›Sound of the City: Arbeit?‹ der Oper Wuppertal kann nicht stattfinden.

Die Zauberflöte an der Oper Wuppertal
youtube Trailer Wuppertaler Bühnen
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Diese Entscheidung resultiert aus dem Inkrafttreten des geänderten Infektionsschutzgesetzes und den aktuell hohen Corona-Fallzahlen in Wuppertal. Eine Wiederaufnahme des regulären Vorstellungsbetriebs vor Publikum ist in den kommenden Wochen nicht mehr möglich.

Aktuelle  Informationen zu  Oper, Schauspiel, Sinfonieorchester unter

wuppertaler-buehnen.de :

»Kulturbetriebe brauchen Planungssicherheit«, so der Kulturdezernent Matthias Nocke. »Die Entscheidung, dass wir keine Live-Veranstaltungen von den Wuppertaler Bühnen und dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch anbieten können, bedauere ich sehr. Aber es ist wichtig, zu diesem Zeitpunkt eine klare Entscheidung zu treffen, die es den beiden Kulturinstitutionen ermöglicht, sich mit ganzer Kraft auf die nächste Spielzeit 2021/22 zu konzentrieren. Ich freue mich sehr, dass sowohl die Wuppertaler Bühnen als auch das Tanztheater neue Wege gefunden haben, die Zeit des scheinbaren Stillstands konstruktiv zu nutzen, um kreative künstlerische Angebote digital anzubieten oder auch Produktionen fertigzustellen, die in der kommenden Spielzeit zur Aufführung gebracht werden.«

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte - hier : Die Königin der Nacht und die Drei Damen werden zur Ouvertüre von Sarastro aus dem Opernhaus geworfen - sind erzürnt © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte – hier : Die Königin der Nacht und die Drei Damen werden zur Ouvertüre von Sarastro aus dem Opernhaus geworfen – sind erzürnt © Jens Grossmann

Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester der Wuppertaler Bühnen arbeiten weiterhin an zumeist digitalen Formaten, bei denen der Schutz von Mitwirkenden gewährleistet ist und zugleich die Bindung zu den Besucherinnen und Besuchern erhalten bleibt.

Die Oper Wuppertal wird die geplanten Neuproduktionen von Giuseppe Verdis ›La traviata‹ in konzertanter Aufführung und von Luigi Nonos ›Intolleranza 2021 per Stream zeigen. Mit ›La traviata‹ verabschiedet sich Generalmusikdirektorin Julia Jones von den Wuppertaler Opernfans. Die Produktion ›Intolleranza 2021‹, die im Rahmen von Engels2020 programmiert wurde, feiert im Juni 2021 ihre digitale Premiere.

Das Schauspiel Wuppertal wird weitere Folgen der Reihen ›Schnappschuss digital‹ und ›Das literarischen Solo – Podcast‹ veröffentlichen. Die für diese Spielzeit geplanten Produktionen ›Dantons Tod‹ von Georg Büchner und Dennis Kellys ›Waisen‹ werden aufführungsreif geprobt, um sie in der nächsten Spielzeit dem Publikum zu zeigen. »Wie in den vergangenen Wochen und Monaten, werden wir im Schauspiel weiter neue kreative Wege gehen, um die Verbindung zu unserem Publikum zu halten.«, so Schauspielintendant Thomas Braus.

Das Konzert des Sinfonieorchester Wuppertal ›Alles neu‹ mit Werken von Joseph Haydn, Robert Schumann und Aaron Copland unter Leitung der Generalmusikdirektorin Julia Jones und mit dem international gefragten Trompeter Simon Höfele wird am Fr. 21. Mai 2021 und am Sa. 29. Mai 2021 per Stream zu erleben sein. Darüber hinaus ist noch der Stream eines Familienkonzerts und ein Ensembleworkshop der Reihe ›BesserWeiterSpielen‹ in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk bis Ende Juni in Planung. Auch die Verabschiedung von Julia Jones Mitte Juni wird voraussichtlich in digitaler Form stattfinden.

Unter wuppertaler-buehnen.de informieren Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester über Angebote und weitere Planungen. Termine des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sind unter pina-bausch.de zu finden.

Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und die Wuppertaler Bühnen blicken hoffnungsvoll auf die Spielzeit 2021/22 und freuen sich auf ein Wiedersehen mit dem Publikum. Die Wuppertaler Bühnen werden die Spielzeit 2021/22 am Mo. 14. Juni 2021 präsentieren. Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch wird zeitnah eine Pressemitteilung zur Restspielzeit 2020/21 versenden und Anfang / Mitte Juni das Programm für 2021/22 vorstellen.

—| IOCO Aktuell Wuppertaler Bühnen |—


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Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, Opern-Gala – Diamanten der Oper, 07.10.2020

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

„Diamanten der Oper“
Große Stimmen präsentieren weltbekannte Arien in glanzvollem Ambiente

Ab 7.10.2020 im Mecklenburgischen Staatstheater

Keine Spielzeit am Mecklenburgischen Staatstheater ohne Operngala! Auch in dieser ungewöhnlichen Saison soll das Publikum in den Genuss weltbekannter Opern-Arien kommen dürfen. Natürlich, wie es sich schon in den Spielzeiten zuvor bewährt hat, mit großartigen Sängerinnen und Sängern, im glanzvollem Ambiente und unter dem berühmten, pompösen Kronleuchter des Großen Hauses. Zusammen mit der Mecklenburgischen Staatskapelle, Mitgliedern des Musiktheaterensembles und hochkarätigen Gästen, präsentiert und moderiert Generalmusikdirektor Mark Rohde ab 7. Oktober 2020 mit „Diamanten der Oper einen klangvollen Gala-Abend mit Highlights aus dem Opernrepertoire. Weitere fünf Vorstellungen sind bis zum 20. Dezember 2020 im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheater geplant.

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin / OPERNGALA2016 © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin / OPERNGALA2016 © Silke Winkler

Musikalische Höhepunkte unter den zahlreichen Kompositionen der Operngeschichte gibt es fraglos viele – zu viele für einen Gala-Abend von rund 80 Minuten. Das Mecklenburgische Staatstheater präsentiert daher bei „Diamanten der Oper“ nur wahre Juwelen – in musikalischer, wie stimmlicher Hinsicht. Es erklingen beliebte Arien aus Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte, Le nozze di Figaro und Die Entführung aus dem Serail, aus Carl Maria von Webers Der Freischütz, aus Richard Wagners Lohengrin und Der fliegende Holländer, aus Georges Bizets Carmen, sowie aus Giuseppe Verdis Un ballo in maschera und Nabucco. Dargeboten werden diese Diamanten der Oper von Publikumslieblingen des Mecklenburgischen Staatstheaters wie Karen Leiber (Sopran), Itziar Lesaka (Mezzosopran) und Yoontaek Rhim (Bariton). Als Gäste werden der Bariton Andreas Hörl, der in Schwerin zuletzt als Baron Ochs auf Lerchenau in Richard Strauss Der Rosenkavalier zu sehen war und der Tenor, der bei den Schlossfestspielen Schwerin 2020 als Florestan in Ludwig van Beethovens Fidelio zu erleben gewesen wäre. Begleitet werden diese großen Stimmen von der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin unter der musikalischen Gesamtleitung des neuen Generalmusikdirektors Mark Rohde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—| Pressemeldung Mecklenburgisches Staatstheater |—


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Wuppertal, Oper Wuppertal, Die Zauberflöte – Sarastro ist ein Wuppertaler, IOCO Kritik, 16.09.2020

September 16, 2020 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Wuppertaler Bühnen

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Die Zauberflöte – Wolfgang Amadeus Mozart

Wuppertal – Die neue Heimat von Sarastro, Pamina und Tamino

von Viktor Jarosch

Die Zauberflöte, 1791 geschaffen von Wolfgang Amadeus Mozart und seinem Librettisten Emanuel Schikaneder, begeistert ungebrochen seit dem Jahr ihrer Uraufführung die Kulturliebhaber aller Länder, sei es in Seoul, Los Angeles oder München, Wuppertal oder Berlin: Die Zauberflöte ist die populärste, meist inszenierte Oper weltweit. Mozarts abgeklärt zeitlose Musik, seine symbolhaften Akkorde, seine rätselhaft mystisch-phantastische Welt rührt jedes Jahr Millionen Besucher. Am Nektar dieses populären Werkes saugen seit 1791 zwangsläufig Legionen von Theater, Regisseuren, Dirigenten, Sänger/nnen.

Die Oper Wuppertal eröffnete am 13. September seine Spielzeit 2020/21 mit der Zauberflöte. Die Besucher feierten ein homogen starkes Ensemble und eine technisch ungewöhnliche wie sprudelnd vielschichtig kreative Neuinszenierung: Viele aktuelle und schräge Bezüge zu Wuppertal machen denn diese Produktion zudem zu einem humorig inspirierenden Event für Einheimische. Nach den Corona-Erfahrungen des abgelaufenen Jahres 2020 könnte diese Zauberflöte auch emotionaler Gesundbrunnen sein. Die Oper Wuppertal – kultureller Richtunggeber der Region und für viele kleinere Theater – zeigt in diesen Zeiten der Pandemie vor kleinem Publikum keine gekürzte, sondern eine vollumfängliche Aufführung der Zauberflöte und von ganz besonderer Art. Chapeau!

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte - hier : Die Königin der Nacht und die Drei Damen werden zur Ouvertüre von Sarastro aus dem Opernhaus geworfen - sind erzürnt © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte – hier : Die Königin der Nacht und die Drei Damen werden zur Ouvertüre von Sarastro aus dem Opernhaus geworfen – sind erzürnt © Jens Grossmann

Klassisch gestaltete Inszenierungen der Zauberflöte sind seit Jahren wenig aktuell. Eine speziell Wuppertaler Zauberflöte hatte der Wuppertaler Opernintendant Berthold Schneider schon in seiner Programmplanung gefordert. Regisseur Bernd Mottl inszeniert denn auch an der Oper Wuppertal eine Produktion, welche die Handlung auf der Bühne durch auffällig moderne Technik (Film, Video) und zahllos skurrile wie lokale Wuppertaler Bezüge neben der wunderbaren Musik Mozarts – auch – zu einem Erlebnis der Sinne macht. Ein Déjà-vu: Schon in der gelungenen Neuproduktion des Liebestrank der Oper Wuppertal im Februar 2020 spielte die Stadt Wuppertal in Form eines Statisten, des riesigen rosa Elefanten Tuffi,  beständig mit.

Bernd Mottl bricht gerne mit klassischen Regieansätzen; an der Oper Wuppertal wird die Zauberflöte zum Volkstheater für Musical Fans wie Opernliebhaber; eine moderner Leichtigkeit gewidmete Animationsshow, musikalisch untermalt von Mozarts Komposition: Bernd Mottl schafft in seiner Die Zauberflöte ein Volkstheater, im welchem, von Film- und Videotechnik brillant gestützt, Märchen und Alltagsrealität mit Mozarts klassischer Komposition beständig changieren; gestützt durch die Bühne und Kostüme von Friedrich Eggert und der Dramaturgie von Sina Dotzert. Das stellenweise bewusst kulissenhafte Bühnenbild greift die Ästhetik bekannter Entwürfe Karl Friedrich Schinkels zu Mozarts Singspiel auch in ironischer Brechung – auf.

Momente opulenten Ausstattungstheaters, so die antik „heiligen Hallen“ und die ehrwürdigen Talare des Sarastro und der Priester wechseln beständig, subtil wie laut, mit modern skurrilem Spiel. Jörn Hartmann zeigt dazu auf einem großen Bühnenschleier beständig aktuelle Filme, Videos, die als zentrales ästhetisches Mittel und als Brücke für Handlungsstränge der Lebensrealität der Wuppertaler begleiten, so am Döppersberg oder auf der Nordbahntrasse. Hervorragend gesteuerte Übergänge zwischen Video und Bühnengeschehen changieren reales Spiel und digitale Fiktion. Die stete Wechsel zwischen Ironie, plattem Alltag und klassischer Erhabenheit, lassen den Besucher, so auch mich, öfters grübeln, ob man wirklich im Theater ist oder nicht vielleicht doch in einem Fantasy-Film. Aus einer Zauberwelt kommend deutet Bernd Mottl, im Hier und Heute spielend, das Wuppertaler Opernhaus zu jenem „Weisheitstempel“ um, der Mittelpunkt von Streit und Machtintrigen zwischen der Königin der Nacht und Sarastro ist.

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte - hier : Die 3 Knaben auf der Bühne und gleichzeitig Schwebebahn fahrend © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte – hier : Die 3 Knaben auf der Bühne und gleichzeitig Schwebebahn fahrend © Jens Grossmann

Die Ouvertüren und die dann folgenden Handlungen werden  beständig durch Vdeossequenzen und Filme auf einem riesigen, 11 x 8 Meter großen, technisch vielschichtigen Bühnenschleier, kein  Vorhang, gestützt, karikiert, begleitet.

Zur Ouvertüre des 1. Aktes leuchtet auf diesem Bühnenschleier der Sternenhimmel des Weltalls auf. Die Erdkugel; dank Google Earth Satelliten-Karte, steigt langsam auf und lenkt den Blick des Besuchers auf langsam größer werdende Erdteile; auf Länder, Städte, Ortsteile um letztlich, gestochen scharf, die Oper Wuppertal von oben zu zeigen. Dann, unmerklich, dem Bühnenschleier erneut sei Dank, wandelt sich die Projektion in einen Film über reales Leben in Wuppertal: Eine riesige Schwebebahn fährt vorüber, Radfahrer, Fußgänger fahren, laufen an der Oper vorbei.

Die erste Handlung der Zauberflöte zeigt sich ebenfalls schon zur Ouvertüre auf dem Bühnenschleier: Die Drei Damen und die Königin der Nacht, in ehrwürdiger Kleidung, werden – Foto oben – aus der Oper geworfen, während Sarastro grinsend hinter einem Fenster der Oper zuschaut. Die Drei Damen und die Königin der Nacht stehen auf, schlendern nun durch Wuppertal, kleiden sich modern ein, kaufen sich einen Imbisswagen, nennen diesen BurgerQUEEN, verkaufen sodann Burger …..

Dieser Imbisswagen, die BurgerQUEEN,  findet sich in vielen Szenen der Handlung auf der Bühne wieder. Nach Ende der Vorstellung verabschiedet er mitsamt den Drei Damen vor den Türen des Opernhauses die Besucher auf ihrem Nachauseweg. Skurril wie originelle Facetten begleitet sodann durch die gesamte Handlung der Inszenierung; im ersten Bild, zu Taminos Arie „Zu Hilfe, zu Hilfe, sonst bin ich verloren…“ fährt (Video) hinter ihm eine riesige Schwebebahn über die Bühne, stoppt, zeigt „Betriebsstörung“ an. Derweil dann, aber ganz real auf der Bühne, Papageno als Strassenkünstler mit einem bunten Fahrrad auftaucht und seine Rezitative als packender Bauchredner mit einer Plüschente austauscht und die Bühne im Handstand (Kompliment) wieder verläßt. Doch auch gewohnte Klassik wird präsent, wenn der antike gestaltete  Tempel der Weisheit   mit pastoral feierlich gekleideteten Priester Würde, Milde ausstrahlt. Der Facettenreichtum der Inszenierung ist insgesamt sehr vielschichtig und entzieht sich so einer knappen Wiedergabe.

Das Programmheft der Oper Wuppertal kündigt diese speziellen Charakter der Zauberflöte schon in der Beschreibung des 1. Aufzug an: „Märchenprinz Tamino landet auf dem Grifflenberg und fürchtet sich … vor der Schwebebahn“.

Die Inszenierung von Bernd Mottl erhält in seiner Besonderheit alle Ingredienzien zum Volkstheater für Musical- oder Theater-Fans wie Opernliebhaber; den Spielplan der Oper Wuppertal wird diese auffällige Inszenierung mit Sicherheit auf Jahre zu finden sein und bestätigt erneut die Entscheidung der Wuppertaler Stadtoberen, welche vor einigen Jahren die mutige Entscheidung gegen ein Stagionesystem und für ein Repertoiresystem mit eigenem Ensemble für die Oper Wuppertal trafen: welches alle Formen von Kultur in Wuppertal dauerhaft halten, fördern sollte. Dies – eigene, neue, junge – Ensemble der Oper Wuppertal „schulterte“ diese so anspruchsvolle Oper, Zauberflöte, stimmlich und darstellerisch homogen wie hervorragend und bestätigt die Richtigkeit der damaligen Entscheidung: Die Zauberflöte der Oper Wuppertal verdeutlicht es: Kultur hat – selbst in Corona-Zeiten – in Wuppertal eigene, lokale, hohe Kompetenz; gibt der Stadt einen eigenen Charakter.

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte - hier : Sarastro und die Priester im Tempel der Weisheit © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte – hier : Sarastro und die Priester im Tempel der Weisheit © Jens Grossmann

Der Besucher ist in dieser Produktion gefordert; zurücklehnen und nur genießen ist nicht angesagt. Natürlich lockt das vielschichte und bunt skurrile Geschehen auf der Bühne und auf dem riesigen wie  ungewohnten Bühnenschleier die Sinne der Besucher an, lenkt ab von Mozarts Weltgeist, von dem musikalischen Geschehen, von Orchester und Stimmen ab..

Doch: George Petrou, Barock-Spezialist, in der Rolle der Musikalischen Leitung und erstmalig an der Oper Wuppertal, und das Sinfonieorchester Wuppertal harmonierten, integrierten sich nahezu zärtlich in das komplexen Bühnengeschehen und führten das harmonische Ensemble unauffällig sicher.

Sangmin Jeon strahlte als Tamino mit kräftig höhesicherem Tenor von Beginn an , siehe oben, große Bühnenpräsenz aus. Simon Stricker als Papageno wiederum gewinnt schon im ersten Bild als Bauchredner und Artist das Publikum; seine vielschichtige Partie des Papageno gestaltete er ebenso überzeugend mit satt-sicherem Bariton, begleitet von der stimmlich wie darstellerisch ebenso gut begleiteten Anne Martha Schuitemaker als Papagena.  Nina Koufochristou meisterte ihre dramatisch anspruchsvollen Koloraturen der Königin der Nacht fast lyrisch klingend mit überraschender Gelassenheit. Sebastian Campione, als Sarastro bereicherndes Mitglied des Ensemble verlieh mit wohl timbrierten Bass seinen großen Arien den klassisch schweren ehrwürdigen Charakter; in darstellerischen Episoden verleiht Campione seiner Partie des Sarastro  humorige Züge. Ralitsa Ralinova als Pamina war stimmlich wie darstellerisch sehr präsent..  Die Drei Damen dieser Zauberflöte, Elena Puszta, Iris Marie Sojer, Joslyn Rechter verdienen der besonderne Erwähnung, begleiten sie doch die Besucher der Oper Wuppertal schon zur Ouvertüre, auf dem Bühnenschleier sichtbar. Ihre folgenden Arien gestalten sie sicher; durch bunte choreographische Einlagen haben auch sie Anteil an dem speziellen Charakter dieser Produktion. Die Verabschiedung der Besucher der nach Ende der Vorstellung auf dem Opernvorplatz, die Drei Damen vor ihrem BurgerQUEEN grüßend, wurde so zum Sahnehäubchen einer inspirierend modern skurrilen Inszenierung, welche diese Zauberflöte für Jahre zu einem Wuppertaler Wahrzeichen, einem kulturellen Aushängeschild macht.

 Oper Wuppertal / Die Zauberflöte - hier : der Schlussapplaus vorne vl Tamino, Papageno, Pamina © IOCO

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte – hier : der Schlussapplaus vorne vl Tamino, Papageno, Pamina © IOCO

Das Publikum feierte diese lokal Wuppertalerische Deutung der Zauberflöte mit ungeteilt großem Beifall. So auch das hauseigene Ensemble, welches alle Partien dieser großen Oper so formidabel besetzen kann.

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NB: Die Inszenierung kommt später in der Spielzeit auch in einer verkürzten Fassung für Schulklassen in der Reihe »Große Oper Klein« zur Aufführung. Unter dem Titel »Seitenwechsel« übernimmt dann am Ende der Saison statt des Sinfonieorchesters mit dem Instrumental-Verein Wuppertal erstmals ein Laienorchester bei einer Opernaufführung den Orchesterpart.

Die Zauberflöte an der Oper Wuppertal; die weiteren Vorstellungen: 20.9.; 26.9.; 16.10.; 24.10.; 25.10.; 8.11.; 6.12.; 12.12.;2020; 30.01.2021 und mehr

—| IOCO Kritik Wuppertaler Bühnen |—


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