Essen, Philharmonie Essen, Silvestergala – große Schlager der Filmgeschichte, 31.12.2017

Dezember 12, 2017 by  
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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Silvestergala - Natalie Karl und Matthias Klink © Thorsten Karl

Philharmonie Essen / Silvestergala – Natalie Karl und Matthias Klink © Thorsten Karl

Silvestergala mit den großen Schlagern der Filmgeschichte

Natalie Karl und Matthias Kling singen am Sonntag, 31. Dezember 2017, um 18 Uhr in der Philharmonie Essen

Ich küsse Ihre Hand, Madame“ war einer der großen Hits aus der Anfangszeit des Tonfilms. Die diesjährige Silvestergala in der Philharmonie Essen lädt unter diesem Titel zu einem musikalischen Streifzug durch die Geschichte des Tonfilmschlagers ein. Begleitet vom WDR Funkhausorchester unter der Leitung von Ernst Theis sorgen am Sonntag, 31. Dezember 2017, um 18 Uhr die beiden Top-Solisten Matthias Klink, von der Zeitschrift „Opernwelt“ zum Sänger des Jahres 2017 gekürt, und Natalie Karl, auf großen Bühnen wie der Dresdner Semperoper der Bayerischen Staatsoper München zuhause, für eine entspannte Stimmung zum Jahreswechsel. In den 30er Jahren sorgten Stars wie Zarah Leander mit „Kann denn Liebe Sünde sein“ für Gänsehaut und Publikumslieblinge wie Heinz Rühmann mit „Ein Freund, ein guter Freund“ für vergnügliche Momente. Gerade die Musik in Filmen konnte damals so vieles sein: perfekt gemachte Unterhaltung, Ablenkung in schweren Zeiten, unverblümte Propaganda oder subtile Kritik. Natürlich dürfen solche bekannten Nummern an diesem Silvesterabend genauso wenig fehlen wie Melodien aus späteren Produktionen wie „Ich denke oft an Piroschka“ oder „Kauf dir einen bunten Luftballon“. Unterhaltsam und gewohnt locker durch den Abend führen wird Uwe Schulz, den man nicht nur als schlagfertigen WDR-Moderator, sondern auch als humorvollen Begleiter der „Happy Hour“-Konzerte in der Philharmonie Essen kennt.

—| Pressemeldung Philharmonie Essen |—

Würzburg, Mainfranken Theater, Höhepunkte im November und Dezember 2016

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Mainfrankentheater Würzburg

Mainfranken Theater Würzburg © Nico Manger

Mainfranken Theater Würzburg © Nico Manger

Mainfranken Theater Würzburg

Höhepunkte des Spielplans im November und Dezember 2016


Im Spannungsfeld von Recht und Moral: Terror

Ein brandaktuelles Thema greift das Stück Terror von Ferdinand von Schirach auf (Premiere: 20. November). Im Fokus der Handlung steht ein Bundeswehrpilot, der wegen der Tötung von 164 Menschen angeklagt ist. Er hat eine von Terroristen entführte Passagiermaschine abschießen lassen, um einen Anschlag auf ein vollbesetztes Fußballstadion zu verhindern. Das Luftsicherheitsgesetz erlaubt es jedoch auch bei Bedrohung nicht, ein entführtes Flugzeug abzuschießen. Das Urteil wird vom Publikum selbst gefällt: Ist der Angeklagte schuldig — oder soll er freigesprochen werden? Nach Arbeiten für Schauspiel und Musiktheater inszeniert der Schauspieler und Regisseur Dirk Diekmann dieses Gerichtsdrama im Ratssaal des Würzburger Rathauses.


Weihnachtskomödie: Messias

Der englische Dramatiker und Comedian Patrick Barlow greift in seiner Satire Messias  (Premiere: 24. November) auf liebevolle Art die Weihnachtsgeschichte auf. Denn genau diese wollen die beiden Schauspieler Bernhard und Theo mit all ihren Rollen und Schauplätzen auf die Bühne bringen. Dabei hilft ihnen die erfolglose Operndiva Frau Timm. Zwischen genialen Momenten der Schauspielkunst und persönlichen Pannen begegnen die beiden Protagonisten oft unbeholfen, aber aufrichtig ihren jeweiligen Figuren und erfahren deren Sorgen hautnah. Inszeniert wird das Stück von Schauspieler Herbert Schäfer, der hierfür erstmals in das Regiefach wechselt. Schäfer war bereits in diversen Film- und TV-Produktionen wie beispielsweise Scheidung für Fortgeschrittene oder auch im Tatort zu sehen. Sein Debüt als Schauspieler am Mainfranken Theater gab er in der aktuell laufenden Produktion Ich Zarah oder das wilde Fleisch der letzten Diva.


Klassiker der Kinderliteratur: Die kleine Hexe

Ein echter Klassiker der Kinderliteratur feiert am 13. November seine Premiere am Mainfranken Theater. Die kleine Hexe von Otfried Preußler verhandelt auf unterhaltsame Weise moralische Fragen und macht Mut, zu sich selbst zu stehen. Der 1957 erschienene Kinderroman erzählt die Geschichte der kleinen Hexe, die bei der Walpurgisnacht nicht mitfeiern darf, da sie erst 127 Jahre alt ist – und damit viel zu jung, um mit den großen Hexen auf dem Blocksberg zu tanzen. Inszeniert wird die Aufführung für alle Besucher ab fünf Jahren von Catja Baumann, die als freie Regisseurin tätig ist und zuletzt unter anderem in Mannheim, Karlsruhe und Salzburg Regie führte.


Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Wolfgang Amadeus Mozart © IOCO

Die Entführung aus dem Serail von Mozart

Nach Idomeneo zeigt das Mainfranken Theater mit Die Entführung aus dem Serail  (Premiere: 27. November) bereits zum zweiten Mal in dieser Spielzeit ein Werk Mozarts. In Die Entführung aus dem Serail geraten die spanische Edeldame Konstanze, ihre Zofe Blonde und deren Geliebter Pedrillo in die Gefangenschaft des vom Christentum zum Islam konvertierten Bassa Selim. Konstanzes Verlobter Belmonte macht sich auf den Weg zur Rettung der Gefangenen und plant gemeinsam mit Pedrillo die Entführung der Damen aus dem Serail. Doch sie haben die Rechnung ohne den Aufseher Osmin gemacht, der mit Argusaugen über die Ungläubigen wacht.
Regisseurin Sigrid Herzog war bis 2015 Vizedirektorin der renommierten Otto-Falckenberg-Schule und führte unter anderem schon am Volkstheater Wien, am Staatstheater Wiesbaden und an den Theatern in Augsburg, Bremen und Freiburg Regie.


Zum letzten Mal: Idomeneo

Am 12. November hebt sich ein letztes Mal der Vorhang für Idomeneo in der Inszenierung von Stephan Suschke.  Die Meisteroper von Wolfgang Amadeus Mozart verbindet Elemente der antiken Tragödie mit einem bürgerlichen Liebesdrama und stellt die Titelfigur Idomeneo vor einen scheinbar unlösbaren Konflikt.


Geburtstagsspecial: Happy Birthday, altes Haus!

Am 4. Dezember feiert das Mainfranken Theater das 50-jährige Bestehen seines Neubaus nach dem Krieg. Mit Richard Wagners Meistersingern von Nürnberg wurde 1966 das im Krieg zerstörte Würzburger Theater im neuen Gebäude an der Theaterstraße wiedereröffnet. Seitdem hat das Haus mehr als 1.000 Produktionen in Musiktheater, Schauspiel und Ballett erlebt und beinahe zehn Millionen Besucher angelockt. Mit einem abwechslungsreichen Programm werden Solisten aller Sparten des Hauses sowie das Philharmonische Orchester diesen Geburtstag feiern, an Highlights der zurückliegenden 50 Jahre erinnern und Perspektiven für die Zukunft zeigen. Geplant ist auch ein Wiedersehen mit ehemaligen Künstlern. Zugleich steht das Geburtstagsfest im Zeichen der Zukunft des Gebäudes, welches kurz vor seiner Renovierung steht.


Weihnachts- und Feiertagsprogramm : In der Adventszeit öffnet sich im Rahmen von Oh Du Fröhliche!  vom 1. bis 23. Dezember immer donnerstags und freitags um 15:30 Uhr ein Türchen. Alle Kinder ab drei Jahren dürfen gespannt sein, welche Überraschungen sich dahinter verbergen. Das Programm des 25. Dezember lockt mit dem Ballett Die Päpstin von Anna Vita. Am zweiten Weihnachtsfeiertag gibt es vormittags Die kleine Hexe und abends die Oper Die Entführung aus dem Serail. Zu einem beschwingten Abend im Zeichen der großen Melodien aus Operette und Oper laden das Philharmonische Orchester und seine Gesangssolisten Anja Gutgesell und Daniel Fiolka beim Konzert zum Jahreswechsel am 30. Dezember und 1. Januar ein. An Silvester kann zwischen dem Schauspiel Ich Zarah oder das wilde Fleisch der letzten Diva (Doppelvorstellung) mit vielen bekannten Hits von Zarah Leander und der Weihnachtskomödie Messias in der Kammer gewählt werden.


Musikalische Höhepunkte : Beim 2. Sinfoniekonzert am 10. und 11. November in der St. Johanniskirche spielt das Philharmonische Orchester Würzburg Werke von Haydn und Mendelssohn Bartholdy. Mit dabei sind unter anderem die Sopranistin Silke Evers, Johannes Mauer (Trompete)  sowie der Chor und Extrachor des Mainfranken Theaters freuen.

In der Vorweihnachtszeit  (11. Dezember) erwarten die Zuhörer beim 2. Kammerkonzert Arien und Triosonaten aus der Barockzeit. Das auf Originalinstrumenten musizierende Barockensemble hat sich für dieses Konzert die Unterstützung von Sopranistin Maximiliane Schweda gesichert, die 2006 im Bundeswettbewerb von Jugend musiziert in der Kategorie ‚Duo Kunstlied‘ den Sieg holte.

Auch in der aktuellen Spielzeit wird es in Kooperation mit dem Kino Central eine orchesterbegleitete Stummfilm-Aufführung geben. Auf einer Leinwand im Großen Haus wird am 13. Dezember Charlie Chaplins Lichter der Großstadt (City Lights) gezeigt, während gleichzeitig das Philharmonische Orchester live die Originalmusik aus dem Jahr 1931 einspielt.

Terminüberblick

Workshop  zum Ballett Die Päpstin  : 9.11., 2. Sinfoniekonzert :  10. & 11.11., Zum letzten Mal: Idomeneo : 12.11., Premiere: Die kleine Hexe : 13.11., Premiere: Terror : 20.11.
Premiere: Messias : 24.11., Premiere: Die Entführung aus dem Serail : 27.11., W-Café : 30.11., Happy Birthday, altes Haus ! : 4.12., 2. Kammerkonzert : 11.12., Filmkonzert: Lichter der Großstadt : 13.12., Konzert zum Jahreswechsel : 30.12. & 1.1.

—| Pressemeldung Mainfrankentheater Würzburg |—

Wien, Volksoper Wien, Axel an der Himmelstür – Ralph Benatzky, IOCO Kritik, 13.10.2016

Oktober 15, 2016 by  
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Volksoper Wien

 Axel an der Himmelstür war die 77. Operette von Vielkomponist Ralph Benatzky. Die musikalische Satire auf Hollywood hatte ihre Uraufführung vor achtzig Jahren, 1936 im Theater an der Wien. Schöpfer Ralph Benatzky (1884 – 1957) war mit zahlreichen Revuen, Operetten, Filmmusiken und Parodien in München, Berlin und Wien erfolgreich und populär. Seine Chansonbücher und Schellackplatten verkauften sich gut. Doch  auch Benatzky war Getriebener seiner Zeit…….

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

Axel an der Himmelstür  –  Ralph Benatzky

– Hollywoods Traumwelt als skurriles Boulevardmärchen –

Axel an der Himmelstür war die 77. Operette von Vielkomponist Ralph Benatzky. Das „musikalische Lustspiel“, eine Satire auf Hollywoods Filmwelt,  hatte seine Uraufführung vor achtzig Jahren, 1936 im Theater an der Wien. Schöpfer Ralph Benatzky (1884 – 1957) war mit zahlreichen Revuen, Operetten, Filmmusiken und Parodien in München, Berlin und Wien erfolgreich und populär. Seine Chansonbücher und Schellackplatten verkauften sich gut. Doch  auch Benatzky war Getriebener seiner Zeit: Er erhielt Aufforderungen zum Arier-Nachweis, das „Weiße Rössl“ war seit 1933 verboten. „Hakenkreuzlerisches Leben unter provinzlerisch gackernden Urgermanen mit Wampe und Nackenspeck“, so Benatzky, zwangen ihn 1938 in die USA auszuwandern.


Axel an der Himmelstür – Ralph Benatzky
Youtube Trailer der Volksoper Wien
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1948 kehrte er nach Europa, in die Schweiz, zurück. Doch die meisten seiner Werke, wie Der König mit dem Regenschirm, Liebe im Schnee, Der reichste Mann der Welt, sind vergessen. Nun belebt die Volksoper Wien dem grandiosen Boulevardmärchen das reiche Schaffen Ralph Benatzkys wieder.

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Gloria Mills und Axel © Barbara Pallfy / Volksoper

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür – Gloria Mills und Axel © Barbara Pallfy / Volksoper

Axel an der Himmelstür hat eine auffällige wie zwiespältige Beziehung zu Wien: Im September 1936 mit kolossalem Erfolg dort uraufgeführt, im Dezmeber 1936  fand bereits die 100. Vorstellung statt. Die Musik war voll charmanter, musikalisch-parodistischer Anspielungen zwischen Gstanzln und Jodlern, Foxtrott, Tango, Blues und Wiener Walzern.  Komponist Benatzky lebte sich in parodistischer Musik über die Traumwelt von Hollywood, über das neue Phänomen „Filmstar“ aus. Textautor und Schauspieler Paul Morgan hatte in Hollywood reale Film-Erfahrungen gesammelt. Zarah Leander, heroische Kontra-Altistin mit tizianroter Haarkrone, startete mit diesem „Lustspiel“  ihre internationale Karriere; ihr tiefes Dekolleté verlockte Wiener zu dem Schmähspruch: „Man sehe bei Zarah Leander von der Axel bis zur Himmelstür“. Doch der Traum von Hollywood währte in Wien nur kurz: Paul Morgan (geboren als Georg Paul Morgenstern) wurde im Dezember 1938 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet, Benatzky floh 1938 in die USA, Zarah Leander begann ihre große Karriere für die Ufa im deutschen Reich. Der Plot des Stückes: Inmitten der skurrilen Filmwelt Hollywoods kämpft der arme aber einfallsreiche Klatschreporter Alex Swift um ein Interview mit der unnahbaren Filmdiva Gloria Mills um selbst berühmt zu werden.

Volksoper Wien / Axel und Hollywood Harmonists © Barbara Pallfy / Volksoper

Volksoper Wien / Axel und Hollywood Harmonists © Barbara Pallfy / Volksoper

Die Volksoper Wien zeigte Mut mit der Wiederbelebung von Axel an der Himmelstür.   Regisseur Peter Lund und Arrangeur Kai Tietje veränderten den 30er Jahre Axel  erheblich: Chor- und Ballettszenen wurden gekürzt; ein Buffopaar, der Friseur Theoder den es nach Hollywood verschlug und Jessie Leyland bringen Wienerisches; ein Filmproduzent und ein Kriminalinspektor produzieren Schräges; Benatzky Musik aus anderen Stücken, Yes, Sir; Das kleine Café, In Holly-Holly-Hollywood, bringen Charme und Schwung. Lieder und Dialoge (Choreographie Andrea Heil) wurden neu arrangiert. Die Hollywood Harmonists schaffen  mit kleinem Orchester der Volksoper  (Dirigent Lorenz C. Aichner)  Wiener Walzerklänge wie satten Jazz oder Swing. Dazu machen Mikroports pointenreiche deutsche Texte (englische Übertitel)  gut verständlich. Mitreißende Projektionen und Strichzeichnungen (Video Andreas Invancsics) auf der riesigen „Bühnenleinwand“ über Hollywoods Stars und Sternchen, Slapsticks  und Gags „untermalen“ das Geschehen auf der Bühne. Projektionen, Kostüme (Doria Kornysheva) und Bühnenbild ist Schwarzweiß gehalten; Texttafeln (Aaaaaaah…) der Stummfilmzeit. Ehemalige tiefe Zarah Leander Melodien wurden „aus dem Keller geholt“.

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Ensemble © IOCO

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür – Ensemble © IOCO

Das erste Bühnenbild als Hintergrund zeigt Plakate mit großen Filme der Scott Film Production und deren Diva Gloria Mills: Hands in Bondage, Girl from 10´ Avenue,  The blue Angel. Als  „Once upon a time in Hollywood“ wird die kommende Handlung angekündigt, in der der brotlose Journalist Axel Stiftelmeier (Andreas Bieber) unbedingt eine Story, ein Interview mit Gloria Mills (Julia Koci) um selbst berühmt zu werden. Er legt sich den Künstlernamen Axel Swift zu: „Den Namen Mark Twain habe ich auch erwogen. Stiftelmeier ist verstorben, keiner macht Karriere mit dem Namen Stiftelmeier“. Er schleicht sich in das Büro der Scott Film Production wo Freundin Jessie (Juliette Kalil) als Sekretärin arbeitet und wird dort Zeuge eines Wutausbruchs der Diva Gloria Mills „Wahre Schönheit macht einsam. Ich bin einsam“. Axel läßt sich von seinem wienernden Maskenbildner-Freund Theoder (Boris Eder) „Ich bleibe beim Krautfleisch; Dort wo die Donau fließt, wo Schubert lebt im ersten Stock“) zum Greis maskieren und wirft sich vor Gloria Mills Auto. So nimmt die Hollywood Story ihren frohsinnig burlesken Lauf, spleenig angereichert durch den Diebstahl eines legendären Mills-Fairbanks-Diamanten und den zwielichtigen Mills-Liebhaber Prinz Tino Taciano (Maximilian Klakow). Zum Ende erscheint tatsächlich ein Interview; doch Axel hatte es garnicht geschrieben…

Axel an der Himmelstür wurde durch Peter Lund, Kai Tietje und ihr Team mit neuen Arrangements, Texten, Melodien und grenzenlosem Pointen-reichtum zu einer grandiosen musikalischen Burleske der Jetztzeit geformt, und behielt doch immer schrägen Humor und den Geist Ralph Benatzkys. Das Publikum an der Währinger Strasse feierte den „neuen Axel, den neuen Benatzky“ bis der Vorhang fiel. IOCO / Viktor Jarosch / 12.10.2016

Axel an der Himmelstür  in der Volksoper Wien – Weitere Vorstellungen 14., 17., 20., 24. Oktober 2016,  15., 27. Dezember 2016, 5. Jänner 2017

—| IOCO Kritik Volksoper Wien |—

Wien, Volksoper Wien, Premiere Axel an der Himmelstür von Ralph Benatzky, 17.09.2016

Juni 13, 2016 by  
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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

 Axel an der Himmelstür von Ralph Benatzky

Volksoper Wien / Bettina Mönch (Gloria Mills), Ensemble © Barbara Pálffy, Volksoper WienVolksoper Wien / Bettina Mönch (Gloria Mills), Ensemble © Barbara Pálffy, Volksoper Wien

Musikalisches Lustspiel von Paul Morgan und Adolf Schütz, Gesangstexte von Hans Weigel; für Volksoper bearbeitet: Peter Lund und Kai Tietje

Premiere am 17. September 2016,  Weitere Vorstellungen am 23., 25., 29. September,, 2., 4., 9., 11., 14., 17., 20., 24. Oktober, 15., 27. Dezember 2016, 5. Jänner 2017

Zum Saisonauftakt 2016 am 17. September bringt die Volksoper Wien mit Ralph Benatzkys Axel an der Himmelstür einen Hauch Hollywood nach Wien. 80 Jahre nach der Uraufführung kommt die Geschichte rund um den Möchtegern-Reporter Axel, der seine große Chance hinter einer Story über den Kinostar Gloria Mills wittert, erstmals auf die Bühne der Volksoper. Die Hauptrolle der exzentrischen Hollywoodgöttin Gloria Mills gestaltet Bettina Mönch, Andreas Bieber heftet sich als Reporter Axel Swift an ihre Fersen. Die Regie liegt in den bewährten Händen von Peter Lund, Lorenz C. Aichner steht am Pult des Volksopern-Orchesters.

Alles in Schwarz-Weiß

Volksoper Wien / Andreas Bieber (Axel Swift), Musicalgruppe: Stefan Bischoff, Oliver Liebl, Roman Martin, Maximilian Klakow, Jakob Semotan © Barbara Pálffy, Volksoper Wien

Volksoper Wien / Andreas Bieber (Axel Swift), Musicalgruppe: Stefan Bischoff, Oliver Liebl, Roman Martin, Maximilian Klakow, Jakob Semotan © Barbara Pálffy, Volksoper Wien

Volksoper Wien / Andreas Bieber (Axel Swift), Musicalgruppe: Stefan Bischoff, Oliver Liebl, Roman Martin, Maximilian Klakow, Jakob Semotan © Barbara Pálffy, Volksoper WienDass die Geschichte „garantiert stilecht und ohne ein Quäntchen Übertreibung“ sei, dafür verbürgte sich Textautor Paul Morgan. Der Berliner Schauspieler war 1930 dem Ruf Hollywoods gefolgt und hatte dort einen Blick hinter die Kulissen der Filmmetropole werfen können. Vorbild für die schillernde Figur der Gloria Mills war Greta Garbo, gespielt wurde sie von der 26-jährigen, damals noch unbekannte Zarah Leander. „Benatzkys Operette ist ein Stück über den Film. Wir werden so tun, als ob jede Szene immer wieder frisch am Schneidetisch entstehen würde“, sagt Peter Lund über seine Inszenierung. Die Hollywood-Welt der 1930er Jahre soll mittels Projektionen erzählt werden. „Aus der Skizze entsteht erst ein Bühnenbildmodell und daraus dann die reale Bühne. Es ist ein lustvolles Spiel mit der weißen Leinwand“. Optisch ließen sich Peter Lund, Daria Kornysheva (Kostüm) und Sam Madwar (Bühnenbild) vom Stummfilm inspirieren: „Alles ist in Schwarz-Weiß gehalten, es wird todschick“.

Zarah Superstar

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Andreas Bieber © Bettina Moench

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür – Andreas Bieber © Bettina Moench

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür – Andreas Bieber © Bettina MoenchRalph Benatzkys Hollywood-Satire wurde am 1. September 1936 im Theater an der Wien in Anwesenheit aller Größen aus Politik, Wirtschaft und Kultur und mit einem wahren Aufgebot an Stars uraufgeführt: von Max Hansen als Reporter Axel Swift bis zu Paul Morgan als durchgeknallter Studioboss. Der wahre Höhepunkt der Produktion war jedoch die neue Diva Zarah Leander, die mit dem Stück ihren Durchbruch hatte und für die Ufa entdeckt wurde. Benatzkys Operette bescherte dem Wiener Publikum einen späten Operettentriumph: nur drei Monate nach der Uraufführung fand bereits die 100. Vorstellung statt. Die Musik war voll charmanter, musikalisch-parodistischer Anspielungen zwischen Gstanzln und Jodlern, Foxtrott und Tango, Blues und Wiener Walzern made in Hollywood, dazu kamen die brillanten Gesangstexte von Hans Weigel sowie das humoristische Textbuch der Librettisten Adolf Schütz und Paul Morgan. Mit Axel an der Himmelstür kam noch einmal frischer Wind in das Genre der Operette, bevor die Protagonisten des Genres endgültig aus dem deutschen Sprachraum vertrieben wurden.

Dirigent: Lorenz C. Aichner, Regie: Peter Lund, Bühnenbild: Sam Madwar, Kostüme: Daria Kornysheva, Choreographie: Andrea Heil, Dramaturgie: Helene Sommer und Christoph Wagner-Trenkwitz,  Besetzung:  Gloria Mills, Filmstar: Bettina Mönch/Julia Koci, Axel Swift, Reporter: Andreas Bieber, Jessie Leyland, Sekretärin: Johanna Arrouas/Juliette Khalil, Theodor Herlinger, Friseur: Boris Eder/Peter Lesiak, Cecil McScott, Filmproduzent: Kurt Schreibmayer/Wolfgang Gratschmaier, Kriminalinspektor Morton: Gerhard Ernst, In weiteren Rollen: Stefan Bischoff, Maximilian Klakow, Oliver Liebl, Roman Martin, Jakob Semotan

Premiere 17. September 2016,  Weitere Vorstellungen am 23., 25., 29. September, 2., 4., 9., 11., 14., 17., 20., 24. Oktober, 15., 27. Dezember 2016,  5. Jänner 2017

 Biographien (Auswahl)

Peter Lund wurde in Flensburg geboren und studierte Architektur an der TU Berlin. Bereits während seines Studiums assistierte er bei John Dew, Günter Krämer und Richard Jones. 1985 gründete Lund die Gruppe Comp&Co. Seit 1987 führt er Regie u. a. bei Così fan tutte am Staatstheater Braunschweig, Die Wanze am Maxim-Gorki Theater, Orpheus in der Unterwelt am Theater Bremen, Die Dollarprinzessin in Erfurt, Die Blumen von Hawaii an der Neuköllner Oper und Die Dreigroschenoper am Staatschauspiel Dresden. Von 1996 bis 2004 war Peter Lund Leitungsmitglied der Neuköllner Oper in Berlin, die sich mittlerweile zu einem der kreativsten Uraufführungsorte für heutiges Musiktheater entwickelt hat. Seit 2002 ist er Professor am Studiengang Musical/Show der UdK Berlin. Als Autor verfasste Peter Lund satirische Bearbeitungen von Märchen und Kinderbüchern wie Cinderella passt was nicht, Der gestiefelte Straßenkater oder Maja und Co. Seine Stücke wurden an zahlreichen deutschen Bühnen gespielt, das Kinderstück Hexe Hillary geht in die Oper wurde an der Neuköllner Oper uraufgeführt und zählt zu Lunds erfolgreichsten Werken. Im Sommer 2010 debütierte Peter Lund mit dem Zarewitsch bei den Seefestspielen in Mörbisch, 2012 inszenierte er Orpheus und Euridice in Regensburg. Nun kehrt der Regisseur der Erfolgsproduktion Frau Luna an die Volksoper zurück und setzt hier die Eröffnungspremiere von Ralph Benatzkys Operette Axel an der Himmelstür in Szene.

Der gebürtige Salzburger Lorenz C. Aichner erhielt seine Ausbildung am Salzburger Mozarteum  (Klavier) sowie an der Musikhochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien (Dirigieren, Chorleitung, Komposition und Korrepetition). Gastspiele führten ihn u. a. zu den den Hamburger Philharmonikern, dem RSO Wien, dem Mozarteum Orchester Salzburg und dem Kasugai City Philharmonic Orchestra (Japan). Im Januar 2012 gab Lorenz C. Aichner sein Debüt an der Volksoper Wien mit dem Musical Die spinnen, die Römer! von Stephen Sondheim. Seit der Spielzeit 2012/13 ist er Kapellmeister des Hauses. Zu seinen Dirigaten gehören Ein Walzertraum, Die Zauberflöte, Der Wildschütz, Die lustige Witwe, Eine Nacht in Venedig, Der Zauberer von Oz, Guys and Dolls, Frau Luna sowie Kiss me, Kate. In der vergangenen Saison übernahm Aichner die musikalische Leitung der Musical-Neuproduktion Der Mann von La Mancha und stand außerdem bei Fürst Igor und Im weißen Rössl am Pult des Volksopernorchesters. Mit Ralph Benatzkys musikalischem Lustspiel Axel an der Himmelstür eröffnet Lorenz C. Aichner die neue Spielzeit 2016/17 an der Volksoper Wien.

Bettina Mönch stammt aus München und studierte am Konservatorium Wien Musical, Operette und Chanson. Engagements führten sie u. a. ans Ronacher und in den Berliner Admiralspalast (Ulla in The Producers), an das Saarländische Staatstheater (Lisa in Jekyll and Hyde), das Salzburger Landestheater (Bianca in Kiss me, Kate, Polly in Die Dreigroschenoper), das Stadttheater Klagenfurt und die Oper Graz, das Stadttheater St. Gallen (Reno Sweeney in Anything Goes) und zu den Bad Hersfelder Festspielen (Sally Bowles in Cabaret). Bei der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals Shrek am Capitol Theater Düsseldorf verkörperte sie die Prinzessin Fiona. Am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz war Bettina Mönch in zahlreichen Rollen zu erleben, u. a. als Lina Lamont in Singin‘ in the Rain und Sheila in Hair. Aktuell ist sie etwa im Theater Bonn als Audrey im Kleinen Horrorladen zu sehen. In Bonn wird sie auch die Titelrolle von Evita verkörpern. An der Volksoper spielte Bettina Mönch die Philia in Die spinnen, die Römer! und kehrt nun als Gloria Mills in Axel an der Himmelstür hierher zurück.

Sein erstes Engagement führte Andreas Bieber 1989 ins Ronacher, wo er in Cats als Tumblebrutus und Mungojerrie zu sehen war. Als Kronprinz Rudolf gehörte er später zur Originalbesetzung des Erfolgsmusicals Elisabeth und verkörperte die Hauptrolle in Jimmy Dean. 1995 war er in der ARD-Serie Marienhof als Phillip zu sehen. Er übernahm in der deutschsprachigen Erstaufführung die Titelrolle in Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat. Des Weiteren spielte er den Hans im Glück in der Märchen-Neuverfilmung. Er trat als Conferencier in Cabaret auf, spielte die Hauptrolle in der Rockoper Tommy und den Roboter Victor in der Weltpremiere von Barbarella. In den letzten Jahren wandte er sich verstärkt dem Schauspiel zu, spielte Euphorion in Faust II in Bad Hersfeld, Robert in Feuerwerk am Essener Aalto-Theater und Leo Bloom in The Producers in Wien und Berlin. In der Wiener Premiere von Ich war noch niemals in New York war er als Fred zu sehen. An der Volksoper debütierte Andreas Bieber bereits 1991 als Mercedes in La Cage aux Folles.  PMVOW  08.06.2016

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