Dortmund, Theater Dortmund, Theater Dortmund spielt wieder im Opernhaus, 03.06.2020

Juni 4, 2020 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Theater Dortmund spielt wieder im Opernhaus
 Kartenvorverkauf für Vorstellungen im September und Oktober 2020

Mit dem 3. Juni 2020, startet die Oper und das Ballett Dortmund sowie die Dortmunder Philharmoniker den Kartenvorverkauf für die Spielzeit 2020/21 für Abonnentinnen und Abonnenten. Der allgemeine Vorverkauf für die drei Sparten beginnt am 10. Juni 2020. Karten sind an der Theaterkasse im Kundencenter, telefonisch unter 0231 / 50 27 222 oder ab dem 10. Juni unter www.theaterdo.de (link HIER!) erhältlich.

Maximal 262 Plätze – Für September und Oktober

Für die Produktionen des Schauspiel Dortmund und des Kinder- und Jugendtheater können Karten ab dem 26. August 2020 erworben werden. Aufgrund der bestehenden Sicherheitsmaßnahmen musste der Spielplan nochmals angepasst werden. Als Service zur flexiblen Handhabung des Theaterbesuchs werden zunächst nur Karten für Vorstellungen der Monate September und Oktober 2020 angeboten. Die Preiskategorien bleiben erhalten, werden jedoch mit einer Ermäßigung um bis hin zu 30% angeboten. Die Abonnements und die Theatercard sind für Spielzeit 2020/21 ausgesetzt. Inhaberinnen und Inhaber eines bestehenden Abonnements oder einer Theatercard erhalten weiterhin die gängigen Vergünstigungen beim Ticketkauf. Für die Monate September und Oktober werden im Opernhaus pro Vorstellung maximal 262 Plätze angeboten.

Mit der Gala AUFTAKT 2020!WIR SPIELEN WIEDER am 1. September 2020 öffnet das Dortmunder Opernhaus für die Vorstellungen der Oper, des Ballett sowie der Philharmoniker seine Tore. Aufgrund des durch die Corona-Krise notwendigen Sicherheitskonzepts werden für die Monate September und Oktober im Opernhaus 262 Plätze pro Vorstelllungen angeboten. Das Theater Dortmund plant die Rückkehr zum normalen Spielbetrieb in drei Phasen. In der ersten Phase, vom 1. September bis zum 31. Oktober, werden Vorstellungen eines der Corona-Krise angepassten Spielplans angeboten. Die Platzkapazität beträgt 262. In der zweiten Phase, die den 1. November bis 31. Dezember umfasst, werden weitere Anpassungen und Maßnahmen, gemessen an neuen Entwicklungen, getroffen. Die Rückkehr zum normalen Spielbetrieb wird zum 1. Januar 2021 anvisiert.

 Spielplan – Veränderungen

Im Bereich der Oper wird die Oper CARMEN durch die Oper DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL von Wolfgang Amadeus Mozart in der Regie Nikolaus Habjan ersetzt.

Die Premiere findet am 04.09.2020 statt.
Das Musical SONGS FOR A NEW WORLD ersetzt CABARET. Die Premiere in der Regie von Gil Mehmert findet am 27.09.2020 statt.
Die Premiere von CABARET wird für Oktober 2021 geplant.

Am 8. November hat das Barock- Pasticcio SEHNSUCHT Premiere.  SEHNSUCHT ersetzt die Oper NIXON IN CHINA. NIXON IN CHINA wird in der Spielzeit 22/23 nachgeholt.

Da die Operette DIE FLEDERMAUS entfallen muss, wird IM WEISSEN RÖSSL am 6.12.2020 und JEKYLL & HYDE am 6.2.2020 wiederaufgenommen.

Anstelle von Die Walküre wird es im Mai 2021 eine Neuinszenierung der Oper ARIADNE AUF NAXOS geben. Die Wagner-Oper DIE WALKÜRE, die als Beginn eines neuen Ring-Zyklus geplant war, wird dagegen, wie der gesamte Zyklus, um eine Spielzeit verschoben. Beginn für den Dortmunder Ring ist nun Mai 2022.

Im Bereich der Jungen Oper wird die Uraufführung von PERSONA bereits eine Woche früher während des WAGNER-KOSMOS (13. Mai – 16. Mai 2021) zur Uraufführung kommen. Die Premiere von KIRSAS MUSIK wird gesondert bekannt gegeben.

Auch beim Ballett ergeben sich weitere Anpassungen des Spielplans. Jedoch wird die Internationale Ballettgala XXXI am 12. und 13. September 2020 auch unter den aktuellen Sicherheitsbedingungen stattfinden. Unter dem Titel ONLY SOLOISTS werden wieder die Stars der weltweiten Tanzszene zu sehen sein. Im programmatischen Mittelpunkt steht dabei die darstellerische Ausdruckskraft des Solotanzes.

Mit der Uraufführung des Balletts FORDLANDIA kehrt Lucia Lacarra am 19. September auf die Bühne des Dortmunder Opernhauses zurück. In den Choreografien von Anna Hop, Yuri Possokhov, Ihsan Rustem und Christopher
Wheeldon kommt es zu einer künstlerischen Gratwanderung zwischen realem Tanzgeschehen und filmischer Reflexion.

Ballettintendant Xin Peng Wang zeigt ab dem 17. Oktober, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf sein künstlerisches Schaffen hat. In ABSTAND thematisiert er die verordneten 1,5 Meter als neue Nähe. Wang zeigt in der Uraufführung, wie die veränderten Lebensbedingungen auch vor der Tanzkunst nicht Halt machen.

Im November wird EIN MITTSOMMERNACHTSTRAUM wiederaufgenommen. Der genaue Termin wird bekannt gegeben.
Die Premiere von STRAWINSKY! und die Wiederaufnahme von DER TRAUM DER ROTEN KAMMER werden auf die folgenden Spielzeiten verschoben.

Trotz eingeschränktem Konzertbetrieb widmen sich die Dortmunder Philharmoniker in dem 1. und 2. Philharmonischen Konzert den ursprünglich geplanten Komponisten.

Am 8. und 9. September stehen im 1. Philharmonischen Konzert unter dem Titel O FORTUNA! Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Karol Szymanowski und Carl Orff auf dem Programm. Sollte der Konzertbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt sein, wird Orffs „Carmina burana“ in einer kleineren Besetzung aufgeführt.

Im 2. Philharmonischen Konzert, GEFANGEN IM NETZ DER INTRIGE, am 6. und 7. Oktober werden Werke von Antonin Dvorák, Frédéric Chopin und Erich Wolfgang Korngold gegeben. Dvoráks Serenade für Streichorchester wird ebenso zu hören sein wie  Chopins Trauermarsch und die „Introduction et Polonaise brillante“, wie Korngolds  Musik zum Abenteuerfilm „The Sea Hawk“ („Der Herr der sieben Meere“).

Der Vorverkaufsstart für Kammer-, Kaffeehaus- und Babykonzerte wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Der Kartenvorverkauf des Schauspiel Dortmund und des Kinder- und Jugendtheater startet ab dem 26. August 2020. Spielplanänderungen sowie Platzkapazitäten werden gesondert und zeitnah mitgeteilt.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Dortmund, Oper Dortmund, Der Spielplan 2020/21 des Balletts, April 2020

April 11, 2020 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Eine Uraufführung, ein Klassiker, eine Oper als Ballett –
Der Spielplan 2020/21 des Ballett Dortmund

Der Spielplan 2020/21 des Ballett Dortmund wird eine Uraufführung, zwei Premieren, zwei Wiederaufnahmen, zwei Internationale Ballettgalas und zahlreiche Gastspiele beinhalten.

Zum 50. Todestag Igor Strawinskys wird das Ballett Dortmund zwei seiner bekanntesten Werke auf die Bühne bringen. Mit dem Doppelabend STRAWINSKY! und den Werken LES NOCES  und LE SACRE DE PRINTEMPS in der Choreographie von Edward Clug und der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz beginnt eine ereignisreiche Tanzsaison am Dortmunder Ballett. Igor Strawinskys LE SACRE DE PRINTEMPS ist eines der Skandalstücke in der europäischen Tanzgeschichte und steht auch heute noch für Modernität und Innovation innerhalb der Darstellenden Künste. Edward Clug schuf eine feinsinnige Symbiose von archaischer Grundthematik und hypnotischer Hingabe des Tanzes an die Musik.

Als Uraufführung folgt im Februar 2021 der dritte und letzte Teil von Dantes „Göttlicher Komödie“. Ballettintendant Xin Peng Wang choreographiert DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE III: PARADISO als Vollendung seiner Trilogie, die über die Hölle und das Fegefeuer in das Paradies führen. Mit seiner Interpretation der sprachgewaltigen Dichtung der Weltliteratur hat Xin Peng Wang der
Tanzkunst unserer Zeit neue Dimensionen gewiesen und Dortmund einmal mehr als  künstlerischen Impulsgeber in der internationalen Tanzwelt positioniert.

#ZAUBERFLÖTE3.0 erzählt die Mozart-Oper als Tanzabenteuer. Raimondo Rebeck hat diesen Tanzabend mit dem NRW Juniorballett choreographiert. Im Niemandsland der Datenströme stehen sich Sarastro, Herrscher über Bits und Bytes, und die Königin der Nacht, Urmutter menschlicher Gefühle, feindlich gegenüber. Wie sieht die Zukunft des Menschen aus: virtuell oder analog? Ein Spiel soll die Entscheidung treffen. Mozarts letzte Oper, sein geheimnisvolles Vermächtnis an die Musikwelt, als packendes Tanzabenteuer, das an Eindringlichkeit mit jedem Computerspiel mithalten kann.

Als Wiederaufnahmen stehen EIN MITTSOMMERNACHTSTRAUM von Alexander Ekman und DER TRAUM DER ROTEN KAMMER von Xin Peng Wang ebenso auf dem Programm wie die INTERNATIONALE BALLETTGALA XXXII und XXXIII zu Beginn und Ende der Spielzeit.

Gastspiele führen das Ballett Dortmund sowie das NRW Juniorballett nach St. Petersburg, Israel sowie in zahlreiche deutsche Städte.

Der aktuelle Stand entspricht dem, wie er vor dem Lockdown geplant war. Da die weitere Entwicklung der Corona-Krise noch nicht prognostizierbar ist, kann es ggf. zu Anpassungen kommen.
Der Termin für den Vorverkaufsstart wird gesondert bekanntgegeben.


Spielzeit 2020/2021
PREMIEREN


Strawinsky!
Les Noces / Le Sacre du Printemps
Choreografien von Edward Clug
Musik von Igor Strawinsky
Sa, 17.10.20


URAUFFÜHRUNG


Die göttliche
Komödie III: Paradiso
Ballett von Xin Peng Wang
Musik von 48°Nord
Sa, 06.02.21

#zauberflöte3.0
Ein Tanzabenteuer
mit dem NRW Juniorballett
Musik von Wolfgang
Amadeus Mozart
So, 30.05.21


WIEDERAUFNAHMEN


Der Traum der roten Kammer
Ballett von Xin Peng Wang
Musik von Michael Nyman
Sa, 21.11.20
Ein Mittsommernachtstraum
Ballett von Alexander Ekman
Musik von Mikael Karlsson
Sa, 17.04.21


EXTRAS


Internationale Ballettgala
XXXII und XXXIII
Sa, 12.09.20
So, 13.09.20
Sa, 03.07.21
So, 04.07.21

Fänger im Roggen
nach Motiven von J. D. Salinger
im Juni 2021


Jugendarbeit


Internationale Sommerakademie 2021
Veranstaltungen rund um die Ballettaufführungen
Einführungsmatineen; Öffentliche Proben; Werkeinführungen; Sommerakademie Junior; Open Classes

 

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

Dortmund, Ballett Dortmund, Die Göttliche Komödie II – Purgatorio, IOCO Kritik, 18.12.2019

Dezember 19, 2019 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

  Die Göttliche Komödie II – Purgatorio – Ballett Dortmund

– Im vierstufigen Reinigungsgang zum Paradies –

von Hanns Butterhof

Dante Alighieris Divina Commedia hat heute einen prominenten Platz in der Liste der am wenigsten gelesenen Weltliteratur neben dem Ulysses von James Joyce oder dem Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil. Das liegt nur zum einen an den 15 000 kreuzweise gereimten Terzinen der dreiteiligen Dichtung vom Anfang des 14. Jahrhunderts. Auch der Stoff, eine Wanderung des Dichters zu seiner früh verstorbenen jugendlichen Geliebten Beatrice durch Hölle und Fegefeuer bis zum Paradies, ist sperrig. Er enthält nichts weniger als die Summe des christlichen Wissens am Ausgang des Mittelalters und ist in jedem Vers Enzyklopädie, Predigt und dramatisches Epos zugleich.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Göttliche Komödie bislang keinen Choreographen von Rang dazu herausgefordert hat, sie zur Vorlage für ein Tanzstück zu erwählen. Xin Peng Wang, Direktor und Chefchoreograph des Balletts Dortmund, und sein Dramaturg und  Konzeptentwickler Christian Baier wollen alle drei Teile bis zum Dante-Jubiläumsjahr 2020 auf die Bühne bringen. Sie wissen dabei um die Schwierigkeit, gerade den mittleren Teil der Göttlichen Komödie, das Purgatorio, also das Fegefeuer, tänzerisch darzustellen. Denn darin geht es nicht um sensationelle Aktionen, sondern um reuige Kontemplation und Demut.

 Ballett Dortmund / Purgatorio - hier : Amanda Vieira als die Seele © Helena_Maria_Buckley

Ballett Dortmund / Purgatorio – hier : Amanda Vieira als die Seele © Helena_Maria_Buckley

Das Purgatorium findet in der Göttlichen Komödie auf dem Läuterungsberg statt, auf dem die Sünder in sieben Reinigungs-Stufen, für jede Todsünde eine, das Paradies erreichen. Im Opernhaus Dortmund hat Xin Peng Wang den Berg eingeebnet und lässt die Seelenreinigung durch die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer vollziehen.

Der mit etwa fünfundsiebzig Minuten relativ kurze Tanzabend beginnt mit einem spektakulären Bild, das an die 1997er Performance Balkan Baroque von Marina Abramowic angelehnt ist: Eine Frau im weißen Kleid als Anima (Julia Pertuy) sitzt singend vor einem Haufen blutiger Knochen und versucht sie Stück für Stück zu reinigen. Sie versinnbildlicht so die große Frage, was der Mensch ist, letztlich ein Haufen Knochen, an dem sich die Würmer gütlich tun, ein Abkömmling des alttestamentarischen Kains, des Brudermörders, ewig mit Schuld beladen und ewig erlösungsbedürftig.

Im Purgatorio gibt das Tanzensemble des Balletts Dortmund der Erlösungshoffnung Dantes bewegt Ausdruck. Noch in den Kostümen der Göttlichen Komödie I – Inferno, als wäre ihnen die Haut abgezogen und die Sehnen und Muskeln lägen offen (Kostüme: Bernd Skodzig), schlagen sich Einzelne, Paare, alle mit der flachen Hand auf Brust, Arme, den ganzen Körper. Es ist, als wollten sie wie den Staub aus Gewändern die sündigen Erden-Reste aus den Gliedmaßen klopfen. Dann, als wären sie noch in der Erde verwurzelte Bäume, biegen, verbiegen sie sich wie in stürmischem Wind, der die Hände wie feine Zweige in der Luft zittern lässt.

Die Göttliche Komödie II –  Purgatorio  –  Ballett Dortmund
youtube Trailer Ballett Dortmund
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Zu einer dunkel blauen, die Bühne überschwemmenden Projektion anbrandenden Wassers werden die Bewegungen sanfter, das Schlagen der Körper geht in feines, streichelndes Waschen über. Dabei wird der Prozess der Häutung widerrufen, die Körper gewinnen ihre menschliche Haut wieder zurück. In einem Schwall von niedergehendem Wolkenbruch werden alle metallen rasselnden Ketten weggeschwemmt, die an das sündige Erdenleben gefesselt haben. Wie befreit genießen alle diesen Zustand der Erleichterung und geben sich ihm, nun in weißen Gewändern, voller Beschwingtheit hin.

Die  letzte Läuterung steht ihnen noch bevor. Um die Tanzenden herum, die wohl noch nicht dafür reif sind, kreisen Projektionen von Leibern, die spektakulär in Brand geraten, als reine Flammen vorüber schweben, um mit allen Erdenresten zu verglühen und sich schließlich in himmlisches Licht aufzulösen – zu dem dann Dante mit seiner Seele auf einem Podest aus den gepressten Ketten der Geläuterten dem Paradies entgegen gehoben werden.

Oper Dortmund / Purgatorio - hier : Guillem Rojo i Gallego als Erzengel, Clara Pertuy als Anima Foto © Helena Maria_Buckley

Oper Dortmund / Purgatorio – hier : Guillem Rojo i Gallego als Erzengel, Clara Pertuy als Anima Foto © Helena Maria_Buckley

Purgatorio ist weit mehr noch als das Inferno ein Ensemblestück und nur bedingt als Handlungsballett anzusehen. Die Protagonisten Dante (Aidos Zakan), Seele (Amanda Vieira), Vergil (Simon Jones) und der Erzengel (Francesco Nigro) haben zwar ihre klassischen Pas de deux oder trois, aber die wirken wie Pflichtübungen, doch noch etwas tänzerisch Spektakuläres zu bringen. Sie stehen ohne spezifische funktionale Bindung wie schmückende Arabesken im Geschehen. Das ist die notwendige Folge der Entscheidung  Xin Peng Wangs und Christian Baiers, sich nur halb an Dantes Purgatorio zu halten, zur anderen Hälfte aber einen ganz eigenen vierstufigen Reinigungsgang zum Paradies zu entwickeln. Welchen Platz die Protagonisten Dantes bei der  Läuterungsdarstellung von Xin Peng Wangs Ensemble einnehmen, ist im Purgatorio nicht zwingend gelöst. Was warum vor sich geht, das erschließt sich kaum aus dem Tanz selber, sondern ist weitgehend auf externe Information angewiesen.

Die Musiken von Kate Moore und Pascal Sevajols haben ein starkes Eigengewicht, und vor allem John Luther Adams‘ Become Ocean trägt die Tänzer nicht. Die minimalistische Komposition ist eine für sich stehende gewaltige Naturschilderung, unter deren Anspruch das Ensemble mitunter wie in einem zu großen Klangraum alleingelassen und bei deren An- und Abschwellen statisch und im Bewegungsrepertoire repetitiv wirkt.

Trotz des langen Schluss-Beifalls für großartige tänzerische Leistungen und die unter der Leitung von Philipp Armbruster beeindruckend aufspielenden Dortmunder Philharmoniker kann dieses Purgatorio nicht als völlig geglückt angesehen werden. Die Lektüre des Mittelteils von Dantes Göttlicher Komödie, das Fegefeuer, ersetzt es in keinem Fall.

Besuchte Vorstellung: 13.12.2019

Die Göttliche Komödie II – Purgatorio an der Oper Dortmund;  Die nächsten Termine: 11., 25., 31.1. und 15.2.2020, jeweils 19.30 Uhr

—| IOCO Kritik Theater Dortmund |—

Dortmund, Ballett Dortmund, DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE II – PURGATORIO, 02.11.2019

Oktober 11, 2019 by  
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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Ballett Dortmund – DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE – Teil II – PURGATORIO

„Der Blick in die eigene Seele“

Xin Peng Wang neue Choreographie DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE Teil II: PURGATORIO wird am Samstag, 2. November 2019, um 19.30 Uhr im Dortmunder Opernhaus uraufgeführt. Zur Musik von John Luther Adams und Kate Moore wird erstmals Daria Suzi als Solistin der Dortmunder Compagnie tanzen. Begleitet wird sie von Javier Cacheiro Aléman in der Rolle des Dante und Dann Wilkinson als Vergil.

Die göttliche Komödie getanzt vom Ballett Dortmund
youtube Trailer des Ballett Dortmund – hier Teil I – Inferno
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PURGATORIO ist der zweite Teil der Tanztrilogie DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE nach Dante Alighieri. In der Spielzeit 2020/21 wird mit PARADISO der dritte Teil erscheinen und im Jahr 2021 – im 700. Todesjahr Dante Alighieris – werden alle drei Teile an einem Abend präsentiert werden.

Ballett Dortmund / Xin Peng Wang © Helena-Maria Buckley

Ballett Dortmund / Xin Peng Wang © Helena-Maria Buckley

Ab 2. November 2019 ist der zweite Teil von Xin Peng Wangs Choreographie DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE auf der Bühne des Dortmunder Opernhauses zu erleben. Nachdem im ersten Teil der Trilogie INFERNO die Qualen der Hölle erduldet werden mussten, steht nun im zweiten Teil PURGATORIO die Läuterung im Zentrum.
Dichter Dante Alighieri und sein Begleiter Vergil sind den Feuern des Infernos entronnen und werden nun Zeugen von Läuterungen und seelischen Reinigungen. Ihnen begegnen Gestalten und Personen, die nur diese eine Möglichkeit haben, durch das Eingestehen eigener Schuld und eigenem Fehlverhalten, die Hoffnung auf das Paradies zu erhalten.

Der Dortmunder Ballettdirektor Wang nimmt Alighieris Text jedoch nur als Vorlage für Assoziationen und Gefühle. Ihm geht es darum mit der Ausdruckskraft des Tanzes den inneren Kampf um Reinigung weniger sichtbar, als emotional erfahrbar zu machen. Dabei will er verdeutlichen, dass Läuterung und seelische Reinigung ein individueller Prozess sind.

Ballett Dortmund / Daria Suzi © Leszek Januszewski

Ballett Dortmund / Daria Suzi © Leszek Januszewski

Xin Peng Wang:Bei PURGATORIO geht es mir nicht um eine allgemeingültige Vorstellung von seelischer Reinigung. Jeder Mensch hat dazu seine eigenen Gedanken und Gefühle. Die Zuschauer sollen nicht meine Vorstellung von seelischer Reinigung sehen, sondern ihre eigene. Am Ende des Abends will ich auf der Bühne Bilder geschaffen haben, die die Zuschauer in die Lage versetzen, in ihre eigene Seele geblickt haben. Das ist für mich der Sinn von „PURGATORIO“.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—

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