Altenburg, Theater Altenburg Gera, Thüringer Kompositionspreises 2020, IOCO Aktuell, 09.04.2020

Theater Altenburg Gera

Theater Altenburg © Ronny Ristok

Theater Altenburg © Ronny Ristok

Ilias Rachaniotis  — Thüringer Kompositionspreis 2020

Preisträger des Thüringer Kompositionspreises 2020 ermittelt – Ilias Rachaniotis erhält Kompositionsauftrag für das Philharmonische Orchester Altenburg Gera

Der in Weimar lebende und aus Griechenland stammende Komponist Ilias Rachaniotis konnte sich gegen seine Mitbewerber um den Thüringer Kompositionspreis 2020 durchsetzen. Dieser Preis wurde von der Thüringer Staatskanzlei und dem Landesmusikrat Thüringen e.V. im Herbst 2019 bereits zum achten Mal ausgeschrieben. Es handelt sich hierbei um eine Auszeichnung, die jährlich an einen von einer hochkarätigen Jury ausgewählten Thüringer Komponisten vergeben wird.

In diesem Jahr setzte sich die Jury wie folgt zusammen: Prof. Jens Marggraf (Halle), Prof. Christoph Martin Redel (Detmold) und Hendrik Schnöke (Gera). In den von Ilias Rachaniotis eingereichten, für seine Arbeit exemplarischen Werken beeindruckte die Jury vor allen Dingen die ausdifferenzierte Harmonik, die organisch einbezogenen, historischen Rückbezüge sowie die farbenreiche Orchestrierung. Der Komponist erhielt bereits 2014 den Thüringer Kompositionspreis und komponierte damals ein Werk für die Jenaer Philharmonie.

Theater Altenburg Gera / Thüringer Kompositionspreis 2020 - hier : Preisträger Ilias Rachaniotis © Pavlos Iliopoulos

Theater Altenburg Gera / Thüringer Kompositionspreis 2020 – hier : Preisträger Ilias Rachaniotis © Pavlos Iliopoulos

Ilias Rachaniotis wurde 1978 in Argos (Griechenland) geboren. Er hat seine musikalische Ausbildung am Staatlichen Konservatorium von Argos in den Fächern Klarinette, Klavier und Musiktheorie begonnen. Nach seinem Diplom in Harmonielehre 1999 fing er an zu komponieren. 2004 kam er nach Deutschland und war zuerst Kompositionsschüler von Helmut Zapf in Berlin. Danach studierte er Komposition an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar bei Professor Michael Obst. Seine Werke wurden in mehreren Ländern aufgeführt, u.a. vom griechischen Nationalorchester, dem Loh Orchester Sondershausen sowie der Jenaer Philharmonie und gewannen mehrere Preise. Im Jahr 2009 war er Mitbegründer des Ensembles En Plythos, für dessen Projekte er die Kompositionstätigkeit übernimmt.

Ilias Rachaniotis beschreibt sich und seine Art zu arbeiten wie folgt: „Seit über einem Jahrzehnt erlebe ich mich als Komponist. Komposition ist mein Handwerk und Musik mein Medium, um etwas zu kommunizieren wie eine kleine Geschichte, eine Provokation, eine politische oder philosophische Frage, eine Ästhetik. Meine musikalische Sprache hat sehr tiefe Wurzeln in meiner griechischen Tradition ohne einen Moment ‚folkloristisch‘ zu sein. Der Rhythmus ist nicht etwas Abstraktes in meiner Musik sondern etwas Konkretes, auch wenn die Instrumentierung komplex erscheint.“

Die an Ilias Rachaniotis vergebene Auftragskomposition wird im Rahmen eines Philharmonischen Konzertes im Herbst 2021 durch das Philharmonische Orchester Altenburg Gera uraufgeführt.

—| Pressemeldung Theater Altenburg Gera |—

Köln, Oper Köln, Hamlet – Oper von Brett Dean, 24.11.2019

November 15, 2019 by  
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Oper Köln

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Hamlet – Oper von Brett Dean

Premiere Sonntag, 24. November 2019, 18:00 Uhr, StaatenHaus, Saal 2

Nach der erfolgreichen Uraufführung im Juni 2017 beim Glyndebourne Festival gelangt Brett Deans Oper Hamlet jetzt an der Oper Köln zur Deutschen Erstaufführung.

Der kanadische Librettist Matthew Jocelyn – der in Köln auch die Regie übernimmt – hat anhand verschiedener Druckfassungen von Hamlet die Essenz des Stückes in eine dichte, poetische Collage gebracht, die sich des Textes frei bedient, ohne ihn zu verfälschen. Entstanden ist ein psychologisches Drama, das sich auf das angespannte Beziehungsgeflecht im dänischen Königshaus konzentriert. 2018 wurde das Werk mit dem International Opera Award in London für die beste Uraufführung weltweit ausgezeichnet. Mit dem Briten Duncan Ward konnte in Köln einer der vielversprechendsten jungen Dirigenten gewonnen werden. Der junge britische Tenor David Butt Philip, der die Titelrolle des Hamlet bereits im Rahmen von »Glyndebourne on Tour« übernommen hat, gibt hiermit sein Hausdebüt an der Oper Köln. Die Sopranistin Gloria Rehm, die ihre Bühnenkarriere vor einigen Jahren im Opernstudio der Oper Köln begann, singt die Rolle der Ophelia.


Sonntag, 24. November 2019, 18:00 Uhr, StaatenHaus, Saal 2

Hamlet  –  Premiere

Musikalische Leitung Duncan Ward, Inszenierung Matthew Jocelyn, Bühne Alain Lagarde, Kostüme Astrid Janson, Licht Christian Pinaud, Chor Rustam Samedov, Dramaturgie Georg Kehren

Mit  Hamlet › David Butt Philip, Ophelia › Gloria Rehm, Claudius › Andrew Schroeder
Gertrude › Dalia Schaechter, Polonius › John Heuzenroeder, Horatio › Wolfgang Stefan Schwaiger, Ghost, Gravedigger, Player 1 › Joshua Bloom, Laertes › Dino Lüthy
Rosencrantz › Patrick Terry, Guildenstern › Cameron Shahbazi, Marcellus, Player 4 › Sergey Kaydalov, Player 2 › Ján Rusko, Player 3 › Samuel Levine, Akkordeon › James Crabb,

Semi-Chor › Rheinstimmen Ensemble, Chor der Oper Köln, Gürzenich-Orchester Köln

Hamlet:  Weitere Vorstellungen, Mi, 27. November › 19:30 Uhr, Sa, 30. November › 19:30 Uhr, Do, 05. Dezember › 19:30 Uhr, So, 08. Dezember › 18:00 Uhr, Mi, 11. Dezember › 19:30 Uhr (letzte Aufführung)

—| Pressemeldung Oper Köln |—

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, Premiere Comédie-ballet – Les Paladins, 16.02.2019

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Oldenburgisches Staatstheater

Staatstheater Oldenburg © Andreas J. Etter

Staatstheater Oldenburg © Andreas J. Etter

Les Paladins
Comédie-ballet in drei Akten von Jean-Philippe Rameau

Libretto von Jean-François Duplat de Monticourt
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere Sa 16. Februar, 19.30 Uhr, Großes Haus

Einführung: 19 Uhr
Soiree Di 12. Februar, 18.15 Uhr, Foyer und Großes Haus
Die nächsten Vorstellungen: Di 19. Februar, Do 14. März, Do 23. Mai, Di 28. Mai, Fr 31. Mai, Do 06. Juni, So 23. Juni (18 Uhr), Mi 26. Juni

Musikalische Leitung: Alexis Kossenko/Felix Pätzold, Regie: François de Carpentries, Choreografie: Antoine Jully, Bühne/Kostüme: Karine Van Hercke, Einstudierung Chor: Felix Pätzold, Ballettmeisterin: Carolina Francisco Sorg — mit: Martyna Cymerman, Sooyeon Lee; Ill-Hoon Choung, Stephen K. Foster/Tomasz Wija, Philipp Kapeller; BallettCompagnie Oldenburg, Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters, Oldenburgisches Staatsorchester

Ab dem 16. Februar zeigen die französischen Palastritter auf der Oldenburger Opernbühne, dass auch für eine bessere Welt streitende Helden manchmal mit ganz persönlichen Liebesproblemen zu kämpfen haben; so wie der Paladin Atis, der seine geliebte Argie aus den Fängen ihres nur bedingt sympathischen Vormunds Anselme befreien möchte. Der jedoch will sein Mündel lieber tot als in den Armen eines anderen sehen und greift entschlossen zu den Waffen. Am Ende kann nur noch Zauberei das Liebesglück retten …

Die 1760 in Paris uraufgeführte turbulente Comédie-ballet nach einer Erzählung von La Fontaine mutet stilistisch wie ein Kaleidoskop aus den verschiedensten Gattungen an. Das ist einer der Gründe, warum die selten gespielte „Ballett-Komödie“ heute als Rameaus spannendstes Bühnenwerk gilt: „Nichts im 18. Jahrhundert ist schwieriger als Rameau und nichts ist komplexer als ‚Les Paladins‘“, schwärmt der französische Dirigent und Barockspezialist Alexis Kossenko, der die Entstehung der Produktion intensiv musikalisch begleitet. Mit seinem großen musikalischen Reichtum verlässt Rameaus Spätwerk deutlich den Bereich barocker Galanterie. Stattdessen zeigt es sich von ebenso vielschichtiger wie kurzweiliger Expressivität, in der komische Passagen und tiefe Emotionalität eng miteinander verbunden sind.

Die Oldenburger Produktion von ‚Les Paladins‘ galt schon im Vorfeld als so vielversprechend, dass das führende französische Barockmusik-Institut, das Centre de musique baroque de Versailles, sie nicht nur finanziell förderte, sondern auch Knowhow beisteuerte:

Dazu gehört die druckfrische wissenschaftliche Neuedition des Werkes und ein Gesangscoach in Gestalt des künstlerischen Leiters Benoît Dratwicki, der die Sänger*innen des Oldenburger Ensembles auf die besonderen Herausforderungen des französischen Barockgesangs vorbereitete. Derart gewappnet stellt sich das Oldenburgische Staatstheater dem ritterlichen Kampf um Glück und Liebe nur zu gerne …

—| Pressemeldung Oldenburgisches Staatstheater |—

Münster, Theater Münster, Premiere Faust von Charles Gounod, IOCO Kritik, 24.9.2016

September 24, 2016 by  
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Theater Münster

 „Mephisto ist auch ein lustvoller Verführer, der die sittsame Marguerite für die Liebe zu Faust erwärmt. Sinnlich berührt er sie, wenn er ihr zur Freude edlen Schmuck und einen prächtigen Fuchspelz umhängt. Bei aller sonst überlegen ironischen Distanz zeigt er einmal auch sein böses Gesicht. In schwarzer Bischofstracht verweigert er gnadenlos der sündigen Marguerite, die von Faust geschwängert und verlassen wurde, die  Absolution.“

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

„Das Böse geht von den Menschen aus“

Premiere  Faust  von Charles Gounod

Von  HANNS BUTTERHOF

Charles Gounods „Faust“-Oper müsste am Großem Haus des Theaters Münster „Méphistophélès“ heißen. Im rot glitzernden Frack zieht er als Direktor eines kleinen Theaters auf der Bühne den Vorhang auf für die tragische Liebesgeschichte von Faust und Marguerite, in der er, nicht Faust, die Hauptrolle spielt.

Theater Münster / Faust von Charles Gounod - Mephisto verführt Marguerite und Faust © Oliver Berg

Theater Münster / Faust von Charles Gounod – Mephisto verführt Marguerite und Faust © Oliver Berg

Der Mephisto des überragenden Gregor Dalal ist unendlich facettenreich. Selbstverliebt in seine Künste zaubert er dem alten Zausel Faust (Paul O’Neill) das Bild der wunderbar in sich ruhenden Marguerite (Henrike Jacob) vor Augen. Daraufhin stößt dieser in seiner muffigen Gelehrtenstube (Bühne und Kostüme: Dietlind Konold) sofort seine verstaubten Folianten von sich und verschreibt seine Seele dem Teufel, seiner Verjüngung und sexuellen Kräftigung wegen.

Mephisto ist auch ein lustvoller Verführer, der die sittsame Marguerite für die Liebe zu Faust erwärmt. Sinnlich berührt er sie, wenn er ihr zur Freude edlen Schmuck und einen prächtigen Fuchspelz umhängt.

Bei aller sonst überlegen ironischen Distanz zeigt er einmal auch sein böses Gesicht. In schwarzer Bischofstracht verweigert er gnadenlos der sündigen Marguerite, die von Faust geschwängert und verlassen wurde, die  Absolution.

Theater Münster / Faust von Charles Gounod - Mephisto und Faust © Oliver Berg

Theater Münster / Faust von Charles Gounod – Mephisto und Faust © Oliver Berg

In Aron Stiehls schlüssiger Inszenierung ist der ständig seine Kostümierung verändernde Mephisto zwar eine starke Bühnenfigur, die Dalal bravourös mit stimmlicher Bandbreite vom abgründigem Bass bis zum verführerisch geschmeidigen Bariton ausfüllt. Aber er ist nur das Sinnbild für die unendlichen Varianten der Sehnsucht und Gier, Schwächen und Lüste, mit denen die Menschen das Böse ganz ohne Teufel in die Welt bringen. Sexuelle Lust fesselt Faust an Mephisto, Geldgier treibt die Menge dem Bösen zu, Schmuck und der Wille zur Pracht lassen selbst Marguerites Bollwerk der Sittsamkeit einstürzen. Sie wird am Ende nur durch ihre unerschütterliche Liebe und den Glauben an einen gütigen Gott vor der Verdammnis gerettet.

Stefan Veselka und sein Sinfonieorchester lassen Gounods ganzen melodischen Wohlklang aufblühen. Gefällig ist selbst Mephistos gespenstisches Rondo vom Goldenen Kalb, anrührend  Marguerites Ballade vom König in Thule und ihr Liebesduett mit Faust. Wuchtig klingen die von Inna Batyuk einstudierten Chöre meist aus aufklappenden Fensterchen zu beiden Seiten von Mephistos Theater.

In dem gut besetzten Ensemble überzeugen gesanglich wie darstellerisch Henrike Jacob, der nach einigen Anlaufschwierigkeiten mit etwas kühlem Tenor brillierende Paul O’Neill, die einnehmend weiche Lisa Wedekind als Siébel und Filippo Bettoschi als Valentin mit kräftigem Bariton selbst im Sterben.

Mit lang anhaltendem, im Stehen dargebrachten Beifall feierte das Premierenpublikum nach drei Stunden die runde, auf drei Akte verdichtete, französisch gesungene und deutsch übertitelte Aufführung. Von  HANNS BUTTERHOF

Theater Münster, Faust von Charles Gounod:  Die nächsten Termine: 25.9., 6., 8., 23.10.,  20. und 29.11. und 2.12.2016  jeweils 19.30 Uhr.

—| IOCO Kritik Theater Münster |—

 

 

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