Münster, Theater Münster, Entführung aus dem Serail – Wolfgang A. Mozart, IOCO Kritik, 08.06.2019

Juni 8, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, Theater Münster

theater_muenster_logo_50

Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

 Entführung aus dem Serail  –  für junge Leute

– Ein Loblied aufs Kleine Glück –

von Hanns Butterhof

An Münsters Großem Haus hat Philipp Kochheim Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail in einer sehr heutigen Fassung inszeniert. Er kommt ohne Orientfolklore aus, vermeidet die Idealisierung der Treue und kommt so einem jungen Publikum entgegen, das über Mozarts Musik die Ungereimtheiten der Handlung verzeiht.

Die Entführung aus dem Serail  –  Wolfgang A Mozart
youtube Trailer Theater Münster
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Die Einheitsbühne hat Emily Bates als in schickem Weiß gehaltenes Luxusappartement mit moderner Kunst gebaut. Nur die wuchtige Beton-Architektur erinnert von fern an ein ausbruchssicheres Gefängnis.

Es ist die Wohnung des schwerreichen Bassa Selim (Dirk Schäfer), in der er Konstanze (Marielle Murphy) ein Leben in Saus und Braus bietet. Dafür hat sie ihren weniger betuchten Verlobten Belmonte (Youn-Seong Shim) verlassen. Wenn sie sich auch ziert, sobald der smarte Selim sie mit einem Liebeslied umwirbt, gibt sie ihm nach.
Mit im Haus leben als Gäste der bebrillte Student Pedrillo (Pascal Herington), der machomäßig mit der spassorientierten Blonde (Martha Eason) so umspringt wie sie mit dem Sicherheitschef Osmin (Christoph Stegemann), den sie Zärtlichkeit und Schmeicheln lehrt.

Als Belmonte durch einen Lüftungsschacht einbricht und wie durch ein Wunder nicht von Osmin erschossen wird, braucht Konstanze einige Zeit, bis sich sich für das kleine Glück mit ihn entscheidet und dafür, Selim zu verlassen; ihrer Freude Tränen fließen spät. Mit ihnen verlassen Pedrillo und Blonde, die noch schnell von Osmin in den Kulissen vergewaltigt wird, das Luxusleben. Selim verbirgt Schmerz und Enttäuschung unter einem coolen Spruch, verrät sich aber, als er allen Ausdruck seines Reichtums und der Erinnerung an Konstanze auf einem Scheiterhaufen in Brand setzt.

Das ist in den schicken Kostümen Mathilde Grebots und einer sehr heutiger Sprache flott erzählt. Die Musik Mozarts hält ein junges Publikum dafür schadlos, dass die Arientexte nicht recht zur Bühnenhandlung passen. Sie handeln von Schmerz und Marter, gar von der Wonne gemeinsamen Sterbens, für gestrenge Liebhaber der „Entführung“ gilt da: Augen zu und durch.

Theater Münster / Die Entführung aus dem Serail - hier : Marielle Murphy, Christoph Stegemann, Pascal Herington, Youn-Seong Shim, Martha Eason © Oliver Berg

Theater Münster / Die Entführung aus dem Serail – hier : Marielle Murphy, Christoph Stegemann, Pascal Herington, Youn-Seong Shim, Martha Eason © Oliver Berg

Denn gesungen wird erfreulich. Youn-Seong Shim beeindruckt mit lyrischem Tenor, glänzenden Höhen und sorgfältig ausgesungenen Koloraturen. Marielle Murphys schlanker, zum Tremolieren neigender Sopran gefällt durch Koloraturensicherheit und klare Höhen. Martha Eason steht ihr gesanglich nicht nach und ist auch darstellerisch von beeindruckender Beweglichkeit. Christoph Stegemanns profunder Bass gibt Osmin die männliche Würde auch gegen die Späße, die Pascal Herington als Pedrillo auf seine Kosten macht.

Mit dem Sinfonieorchester Münster findet Stefan Veselka einen manchmal etwas rauhen, in den Arien aber ruhig fließenden und in längeren Bögen ausgespielten weichen Mozart-Ton. Das Tempo ist flott und fordert in manchem Duett die Sänger bis an die Grenze ihrer Artikulationsfähigkeit. Großer Beifall vor allem des jungen Teils des Publikums für Veselka, sein Orchester und das Ensemble nach zweieinhalb kurzweiligen Stunden.

Die Entführung aus dem Serail, die nächsten Termine: 12., 14., 21. und 25.6.2019, jeweils 19.30 Uhr

—| IOCO Kritik Theater Münster |—

Weimar, Deutsches Nationaltheater, Don Giovanni – Wolfgang A. Mozart, 13.09,2018


Deutsches Nationaltheater Weimar

Deutsches Nationaltheater Weimar © Ricarda Porzelt

Deutsches Nationaltheater Weimar © Ricarda Porzelt

 Don Giovanni – Wolfgang Amadeus Mozart

Flirts, Zeitdruck, Urknall der Musikgeschichte

von Ingrid Freiberg

Um sich in die Figur des zügellosen Wüstlings und Gotteslästerers Don Giovanni versetzen zu können, brachte sich Textdichter Lorenzo da Ponte durch Flirts mit der Tochter seiner Wirtin in Stimmung. Mozart dagegen komponierte unter großem Zeitdruck: Die Ouvertüre, die die beiden Gegenspieler Komtur und Don Giovanni schicksalhaft gegeneinander aufbringt, wurde erst am Tag der Uraufführung fertig. Ein schneidender d-Moll Akkord eröffnet die Ouvertüre zu einem Dramma giocoso und führt zum Todeslauf von Don Giovanni. Sie ist schlichtweg der Urknall in der Geschichte des Musiktheaters.

Das Kind  –  Der Sündenfall

Einen Blitz sieht auch Kierkegaard, der sich aus dem Dunkel der Wetterwolke löst, unsteter als dieser und doch ebenso taktfest. Höre der Leidenschaft zügelloses Begehren, höre das Rauschen der Liebe, höre das Raunen der Versuchung, höre den Wirbel der Verführung, höre des Augenblicks Stille – höre, höre, höre  Mozarts Don Giovanni!

Deutsche Nationaltheater Weimar / Don Giovanni - hier : Don Giovanni und Kind © Candy Welz

Deutsche Nationaltheater Weimar / Don Giovanni – hier : Don Giovanni und Kind © Candy Welz

Die Psychoanalyse ortet in Don Giovanni den Sohn einer Mutter, die bei ihrem Gatten zur Träumerin wird und an ihren Kleinen weitergibt, er möge alle Frauen so erobern, wie keiner sie selbst je erobert hat. Wie wird sich da erst das Kind (Foto) entwickeln, das der Regisseur Demis Volpi beherzt in die Handlung hinein inszeniert? Die schon am Ende der Ouvertüre sichtbare Leibesfülle von Donna Anna macht ihr monatelanges intimes Verhältnis mit Don Giovanni mehr als deutlich. Sie ist es auch vermutlich, die ihn wieder einmal zum Stelldichein nach Hause eingeladen hat, ihn dann aber nach einem Streit so aufbrausend laut zurückweist, dass ihr Vater, Komtur, ihr zu Hilfe eilt. In einem Handgemenge – fast in Zeitlupe – wird er von Don Giovanni erschossen.

Erst nach einer wohlberechneten Verzögerung holt Donna Anna ihren Verlobten Don Ottavio zu Hilfe und fordert von ihm furchtbare Rache für die angebliche Gewalt, die ihr angetan wurde. Ihr Kind in ihren Armen wiegend, muss sie sich ihm allerdings erklären, was sich angesichts der zahlreichen ambivalenten Elemente in Libretto und Partitur ziemlich schwierig gestaltet. Dass Donna Anna womöglich lügt, wurde schon oft vermutet, aber dass es ihr monatelang gelingt, ihr Geheimnis vor ihrem Verlobten zu hüten, ist eher unwahrscheinlich. Mit der Existenz des Kindes entsteht ein Familiendrama, das mehr denn je einen duldenden Don Ottavio erfordert.

Zurück bleiben ein paar verwundete Seelen – auch der Regisseur?

Zerlina und Masetto können viel leichter auf eine glückliche Zukunft hoffen, auch wenn sie ihm unter Umständen wieder  ein paar Hörner aufsetzen wird, oder er ihr untreu werden könnte, wenn er zu viel getrunken hat. Oft hören wir von Frauen, die von ihren Männern geschlagen, gequält und gedemütigt werden, und die trotzdem bei ihnen bleiben. Sie sind diesen Tyrannen einfach hörig, genau wie Donna Elvira, eine masochistische Hysterikerin und zugleich unendlich Liebende.

Wenn Don Giovanni das Charisma fehlt, so passt das ins Regiekonzept, das ihn nicht als einen Potenzmenschen vorführt, sondern als personalen Brennpunkt erotischer Wünsche und Obsessionen. Präsentiert wird ein vulgärer Lüstling, ein Vernichter des Sozialen, ihm bleibt die seelische Liebe völlig fremd. Am Ende wird das Kind – sein Sohn und der Enkel des Komturs – Rache üben. Das Kind ist die Personifizierung seines Sündenfalls: Als es seinen Vater berührt, bricht der ausgepowerte lebensüberdrüssige Lebemann lautlos zusammen… zurück bleiben ein paar verwundete Seelen.

Regisseur Demis Volpi – Don Giovanni
Youtube Trailer DNT Weimar
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Der Deutsch-Argentinier Demis Volpi war früher Tänzer und Choreograf beim Stuttgarter Ballett. 2014 erhielt den Deutschen Tanzpreis Zukunft und 2017 wurde er zum Nachwuchsregisseur des Jahres von der Fachzeitschrift Opernwelt gekürt. Umso mehr erstaunt seine teilweise statische Personenführung. Dass Donna Anna ein Verhältnis mit Don Giovanni hat, aus dem ein Kind hervorgeht, ist nicht nur für die Protagonisten schwierig zu gestalten, sondern wird auch durch die Musik und im Libretto widerlegt. Alles in allem ist ein Kind ein verführerischer Gedanke, der aber nicht überzeugt.

Eine gelungene Ensemble-Leistung

Die Rolleninterpretation des Don Giovanni von Uwe Schenker-Primus ist zwiespältig: Zunächst rigoros verletzend, alle sozialen und christlichen Regeln brechend, demonstriert er eine Zweiklassengesellschaft. Am Ende aber gibt er sich frustriert, deprimiert und müde seinem Schicksal hin. Uwe Schenker-Primus gibt Don Giovanni ein überlegtes, fein ausdifferenziertes Rollenprofil. Seine klangschöne Stimme schlägt den optischen Eindruck.

Heike Porstein überzeugt als Donna Anna mit ausgezeichneter Gesangstechnik. Mit lasziv langsamen Bewegungen macht sie Don Giovanni unzweideutig an. Sie verfolgt den Geliebten, um ihre erotische Begierde immer wieder zu stillen. Eine Begierde, die in ihrem Fühlen auf qualvolle Weise verhaftet bleibt. Camila Ribero-Souza singt die Donna Elvira mit einem Ausdruck von Tragik, Verzweiflung, Enttäuschung, Hoffnung. Ihr Mi tradi ist einer der sängerischen Höhepunkte dieses Abends.

Der Leporello von Alik Abdukayumov ist stimmlich potent und warm timbriert. Warum er aber jenseits materieller Notwendigkeiten bei Don Giovanni bleibt, warum er bei dessen Verführungsstreich nicht die Kleidung mit ihm tauscht und warum er sich vor den Rachsüchtigen fast angstfrei – mit beiden Händen in den Taschen – als sein Diener enttarnt, bleibt offen. Don Ottavio, ein religiös erzogener Langweiler, versucht, im Familienchaos Ordnung zu bewahren, scheitert damit aber auf fast entwürdigende Weise. Artjom Korotkov, Don Ottavio, ein Tenor mit Schmelz und Strahlkraft, war an diesem Abend bedauerlicherweise indisponiert. Die tiefe Grundierung von Daeyoung Kim, Komtur, klingt mit innerer Wucht, ist sicher geführt und auf dem Friedhof nur aus dem Off zu hören. Die Bedeutung seiner Rolle wird allerdings durch die des Kindes stark reduziert.

Zerlina und Masetto sind ein herrlich zueinander passendes Paar: Charmant gelingt es Jolana Slavikova den berechtigt beleidigten Masetto von Henry Neill auf raffiniert-diplomatische Weise zu besänftigen. Quicklebendig, mit jugendlicher Natürlichkeit und lustvollem Spiel, dennoch trotz ihrer Jugend differenziert und ausgereift, gewinnen beide die Herzen der Opernfreunde. Ivan Karabits, das Kind, spielt seine Rolle überraschend souverän und überzeugend. Zeigt sich da bereits ein Nachwuchstalent?

Unter der Leitung des ukrainischen Dirigenten Kirill Karabits spielt die Staatskapelle Weimar klangschön und rhythmisch präzise. Das Pralle, Sinnliche, Pulsierende, Prickelnde, bunt Lebendige in Mozarts Don Giovanni, das die Regie vermissen lässt, entwickelt das  Orchester in vollem Umfang.

Deutsche Nationaltheater Weimar / Don Giovanni - hier : Frauen umgarnen Don Giovanni © Candy Welz

Deutsche Nationaltheater Weimar / Don Giovanni – hier : Frauen umgarnen Don Giovanni © Candy Welz

Der Opernchor des DNT unter der Leitung von Marianna Voza lebt vom frischen, elanvollen Zugriff des Dirigenten und findet einen organisch atmenden Grundton. Frauen wie Männer – als Bräute verkleidet – umgarnen jugendlich schön und geheimnisvoll lüstern den seiner baldigen Vernichtung anheimfallenden Don Giovanni.

Die britische Bühnen- und Kostümbildnerin Tatyana van Walsum gestaltet eine offene Szene mit zeitlosen Räumen und variablen kubischen Elementen. Strukturierend wehende weiße Vorhänge erlauben wechselnde Orte. Geheimnisvolle Wolkenprojektionen unterstreichen das Geschehen. Es gibt keine Opernverkleidungen, denn die Protagonisten sehen ohnehin in ihren Wünschen, wen sie wollen, da kann Don Giovanni  sogar zu einer Puppe werden, der Donna Elvira ihre verschmähte Zärtlichkeit hingebungsvoll schenkt.

Insgesamt eine gute sängerische Ensembleleistung, die jedoch bei der Regie  einige Fragen offen lässt. Das Publikum spendete herzlichen Beifall.

Don Giovanni am DNT Weimar: Die nächsten Aufführungstermine: 20. und 30. September, 6. und 18. Oktober 2018

—| IOCO Kritik Deutsches Nationaltheater Weimar |—

 

Hagen, Theater Hagen, 10.Kammerkonzert FLAUTANDO, 01.07.2012

Juni 28, 2012 by  
Filed under Pressemeldung, Theater Hagen

hagen_logo.JPG

Theater Hagen

„Flautando“, 10. Kammerkonzert am 1. Juli 2012

Sonntag, 1. Juli 2012 – 11.30 Uhr
Im  Auditorium im  Kunstquartier Hagen

Werke von Mozart, Kraus, Kuhlau

Beate Sobiesinsky-Brandt, Flöte
Magdalena Rozanska-Zawierucha, Katharina Eckert, Violine
Ursina Staub, Olga Rovner, Viola
Thorid Brandt, Violoncello

Den „flötistischen“ („flautando“) Abschluss der Kammerkonzert-Reihe 2011/12 bilden ein Flötenquartett von Wolfgang A. Mozart und Flötenquintette von Joseph Martin Kraus und Friedrich Kuhlau. Um Kompositionen für Flöte hat sich von diesen drei Komponisten besonders Kuhlau verdient gemacht: Gut ein Viertel seines Gesamtwerkes machen Flötenkompositionen aus. Mozart war dagegen kein besonderer Freund der Flöte, was aber auch an der Beschaffenheit der damaligen Instrumente gelegen haben mag. Dennoch hat er hervorragende – wenn auch im Vergleich wenige – Werke für dieses Instrument geschrieben. Der Komponist Kraus wurde im gleichen Jahr wie Mozart geboren und starb nur ein Jahr nach ihm. Sein Flötenquintett erschien 1783 in Wien während seiner Europareise, die ihm u. a. die Bekanntschaft mit Joseph Haydn und Christoph Willibald Gluck ermöglichte. Eine Begegnung mit Mozart ist dagegen nicht zu belegen, auch wenn man Kraus gern als den „Odenwälder Mozart“ bezeichnet.

Kurzführung zum 10. Kammerkonzert
1. Juli 2012 – 11.00 Uhr
Treffpunkt: Foyer des Kunstquartiers Hagen
Es führt Katja Stromberg M.A.
Markus Lüpertz – Mozartbüste, 2005

Die Kurzführung vor dem Kammerkonzert beschäftigt sich mit einem Künstler, der mit seinen Werken polarisiert, auch mit seinem eigenen Auftreten provoziert.

Ein Kunstwerk für den Außenraum ist in einem besonderen Maß der öffentlichen Meinung ausgesetzt. An der Mozartbüste aus dem Jahr 2005 lässt sich der Prozess zwischen Ablehnung und Akzeptanz eines Kunstwerkes exemplarisch zeigen. Die Kurzführung stellt neben der Mozartbüste auch das Herkules Entwurfsmodell von 2010 vor.

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Saarbrücken, Saarländisches Staatstheater Saarbrücken, 5. Sinfoniekonzert des Saarländischen Staatsorchesters, 05.02.2012

Februar 2, 2012 by  
Filed under Pressemeldung, Saarländisches Staatstheater

oper saar.jpg

Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

5. Sinfoniekonzert des Saarländischen Staatsorchesters

Werke von Gustav Mahler und Wolfgang A. Mozart stehen auf dem Programm des 5. Sinfoniekonzerts am Sonntag, dem 5. und Montag, dem 6. Februar in der Saarbrücker Congresshalle.

Das Saarländische Staatsorchester steht unter der Musikalischen Leitung von Christof Prick, der von 1974 bis 1985 Generalmusikdirektor am SST war. Als Solisten sind – am SST erstmals – zu Gast die Mezzosopranistin Dagmar Peckovà und der Tenor Michael König.

Das 5. Sinfoniekonzert entführt in Gustav Mahlers sinfonische Welt, sein berühmter Liederzyklus »Das Lied von der Erde« wird zu hören sein.
Gustav Mahler arbeitete an seinem »Das Lied von der Erde« von 1907 an drei Jahre lang – eine Zeit geprägt von Schicksalsschlägen. »Das Lied von der Erde « ist eine Sinfonie für zwei Singstimmen. Es ist die letzte von Mahler autorisierte Sinfonie, deren Uraufführung im November 1911 er nicht mehr erleben durfte. Das Werk besteht aus sechs Lied-Sätzen, allesamt mit Sologesang, beginnend mit dem »Trinklied vom Jammer der Erde« und abschließend mit dem »Abschied«. Es beruht auf freien Nachdichtungen chinesischer Lyrik, die ihm in einer deutschen Bearbeitung von Hans Bethge unter dem Titel »Die chinesische Flöte« vorlagen.

Als Gegenpol zu diesem Werk steht zuvor eine Sinfonie Wolfgang A. Mozarts auf dem Konzertprogramm, die ein Zeichen des Aufbruchs ist, die Sinfonie D-Dur KV 504 (»Prager«). Mit der böhmischen Metropole Prag verband der Komponist eine ganz besondere Beziehung. Während im heimischen Wien seine Popularität stark nachzulassen begann, hatte er in Prag mit seinen Opern »Le Nozze di Figaro« und »Don Giovanni« großen Erfolg. In die Zeit zwischen diesen beiden Werken fällt die Sinfonie D-Dur KV 504, uraufgeführt im Januar 1787 in Prag und daher mit dem Beinamen »Prager« bedacht. Diese reife Sinfonie verzichtet auf den üblichen Tanzsatz an dritter Stelle und geht vom »Andante« sofort zu einem »Presto«-Finale, wodurch sie in ihrer Dreisätzigkeit besonders ausgewogen wirkt.

An beiden Konzerttagen findet jeweils 45 min vor Konzertbeginn im Foyer eine Einführung durch Konzertdramaturg Ralph Mundlechner statt.
Sonntags bietet das SST in Kooperation mit dem »FamilyCafé« ab 10.30 Uhr eine Kinderbetreuung vor Ort an, für die eine Reservierung an der SST-Vorverkaufskasse erbeten wird.

—| Pressemeldung Saarländisches Staatstheater |—