Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere – Wo die wilden Kerle wohnen, 04.02.2018

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

„Wo die wilden Kerle wohnen“

Die Familienoper von Oliver Knussen

Junge Zuschauer ab 6 Jahren lädt die Deutsche Oper am Rhein am Sonntag, 4. Februar, um 11.00 Uhr zur Premiere ein: Oliver Knussens fantastische Oper Wo die wilden Kerle wohnen kommt auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses. Sie führt den kleinen Max auf eine Traumreise ins schaurig-schöne Reich der Fantasie. Dort begegnet er den „wilden Kerlen“ – seltsamen Kreaturen, mit denen Max die ungeheuerlichsten Abenteuer erlebt.

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen -Statisterie (Doubles Wilde Kerle), Lavinia Dames (Max), Jule Langeder (Dienstmädchen) © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen -Statisterie (Doubles Wilde Kerle), Lavinia Dames (Max), Jule Langeder (Dienstmädchen) © Hans Jörg Michel

Die Welt, die Maurice Sendak in seinem berühmten Kinderbuch beschreibt, hat der britische Komponist Oliver Knussen Anfang der 1980er Jahre in einer expressiven Musik voll leuchtender Klangfarben ausgemalt. Wo die wilden Kerle wohnen ist ein Klassiker der Familienoper des 20. Jahrhunderts geworden– der junge Dirigent Jesse Wong bringt ihn in Düsseldorf zum Klingen. In der turbulenten Inszenierung von Philipp Westerbarkei verwandeln sich die Erwachsenen in Max’ Elternhaus in die Helden seiner Fantasie. Dazu hat Tatjana Ivschina, die seit 2009 alle Familienopern an der Deutschen Oper am Rhein ausstattet, eine feudale Villa als Bühnenbild sowie fantastisch-skurrile Kostüme und Masken entworfen. PMDOR

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielplan Juli – September 2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

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Oper und Ballett am Rhein im Juli und September 2017

 

Di 04.07. – 19.30 Uhr               Ballettpremiere „Young Moves“: Sechs junge Choreographen des Balletts am Rhein zeigen ihre Uraufführungen im Opernhaus Düsseldorf

Sa 08.07. – 19.00 Uhr               Festliche Operngala präsentiert vom Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein mit Stargast Thomas Hampson im Opernhaus Düsseldorf

Di 18.07. bis  So 23.07              Andrew Lloyd Webber & Tim Rice „Evita“: Gastspiel im Opernhaus Düsseldorf

Fr 08.09. – 20.00 Uhr                3. Haniel Klassik Open Air auf dem Vorplatz des Theaters Duisburg

So 17.09. – 17.00 Uhr               „La Cenerentola“ à la carte: Spielzeitstart mit unterhaltsamem Rahmenprogramm im Opernhaus Düsseldorf

Sa 23.09. – 19.30 Uhr               Ballettpremiere b.29: George Balanchine: Mozartiana / Martin Schläpfer: Konzert für Orchester / Jerome Robbins: The Concert im Opernhaus Düsseldorf

Sa 23.09. – 19.30 Uhr               Giacomo Puccini: Turandot. Wiederaufnahme im Theater Duisburg

Do 28.09. – 18.00 Uhr              Familienopernwerkstatt zu Gerald Reschs „Gullivers Reise“ im Theater Duisburg


Mit der Ballettpremiere „Young Moves“ am 4. Juli, der festlichen Operngala mit Stargast Thomas Hampson am 8. Juli sowie letzten Vorstellungen von Martin Schläpfers Ballettprogramm b.32 „Petite Messe solennelle“, Richard Wagners „Das Rheingold“, Giacomo Puccinis „Tosca“, Giuseppe Verdis „Don Carlo“, Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ und Oliver Knussens Familienoper „Wo die wilden Kerle wohnen“ zeigt die Deutsche Oper am Rhein vor Beginn der Theaterferien noch einmal ein breit gefächertes Opern- und Ballettprogramm in Düsseldorf und Duisburg. Ab 18. Juli macht sie in Düsseldorf die Bühne frei für das Gastspiel „Evita“ von Andrew Lloyd Webber & Tim Rice.

Mit Ideen experimentieren und eigene Kreationen auf die Bühne bringen: In der vergangenen Saison haben Martin Schläpfer und Remus ?uchean? mit „Young Moves – Plattform Choreographie Ballett am Rhein“ ein neues Format geschaffen, das spontan Publikum und Presse begeistert hat. Es bietet dem choreographisch ambitionierten Nachwuchs in der Compagnie die Chance, eigene Uraufführungen zu entwickeln, mit ihren Kollegen umzusetzen und im Rahmen eines großen Opernhauses professionell umzusetzen. Sechs Uraufführungen mit einer Aufführungsdauer von jeweils etwa 15 Minuten feiern am Dienstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr Premiere im Opernhaus Düsseldorf: Neben Wun Sze Chan, So-Yeon Kim, Michael Foster und Boris Randzio, die bereits in der vergangenen Spielzeit eigene Kreationen auf die Bühne gebracht haben, stellen sich erstmals Chidozie Nzerem und Sonny Locsin mit ihren choreographischen Ideen vor.

Für große Opern-Emotionen sorgt unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt am Freitag, 8. September, ab 20.00 Uhr das 3. Haniel Klassik Open Air auf dem Vorplatz des Theaters Duisburg. Bereits zum dritten Mal in Folge ermöglicht das renommierte Duisburger Familienunternehmen gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern und der Deutschen Oper am Rhein ein großes Konzert mit einem abwechslungsreichen Programm von Klassik über Jazz bis Rock, moderiert von Entertainer Götz Alsmann und musikalisch geführt von Generalmusikdirektor Axel Kober.

Mit der Wiederaufnahme der legendären „La Cenerentola“-Produktion von Jean Pierre Ponnelle feiert die Deutsche Oper am Rhein im Opernhaus Düsseldorf am Sonntag, 17. September, den Spielzeitstart als musikalische und kulinarische Rossini-Delikatesse. Ab 17.00 Uhr lädt das Haus zu einem unterhaltsamen Rahmenprogramm mit dramaturgischen Rossini-Petitessen und italienischen Gaumenfreuden ein. Um 18.30 Uhr beginnt die Vorstellung von „La Cenerentola“ zum Spielzeitstart-Sonderpreis von 25,00 und 20,00 Euro auf allen Plätzen.

 

Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, 2017/18 – Wotan, Wozzeck, Maria Stuart; IOCO Aktuell, 01.06.2017

Mai 31, 2017 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, IOCO Aktuell, Oper

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein

Betrachtungen zur Spielzeit 2017/2018

Jahrespressekonferenzen großer Theater sind mehr als die Präsentantion von Daten und Fakten. Theater formen die Kultur, die Seelen einer Stadt maßgeblich. IOCO Korrespondent Albrecht Schneider erlebte die Pressekonferenz der Deutschen Oper am Rhein, Duisburg, Düsseldorf zum Spielplan 2017/18 mit eigener Sicht.

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Wotan, Wozzeck und Maria Stuart bekommen ihren Auftritt

Indessen im Großkaufhaus mit der schwarzweiß zackig gemusterten Fassade der Händlergott Hermes sein Wesen treibt, sind ihm gegenüber im Düsseldorfer Opernhaus die Musen am Werk. Werden in jenem die schönen Äußerlichkeiten angeboten, so gilt es hier im großen Probensaal der Kunst. Die Oberhäupter der Deutschen Oper am Rhein hatten zur Pressekonferenz geladen zwecks Präsentation ihrer Projekte für die neue Spielzeit 2017/18. Sofern während dieser Stunde der Blick gelegentlich fort aus dem Inneren des Musentempels durch die gläserne Terrassentür hinüber zu dem des Konsums und auch wieder zurück schweift, so ist nicht Langeweile der Anlass, vielmehr ein sich Vergewissern, dass es in einer dem Kommerz huldigenden Stadt doch Orte gib, denen es um ideellen und sensuellen Gewinn zu tun ist.

Duesseldorf / Deutsche Oper am Rhein - Das Management präsentiert Kultur © Albrecht Schneider

Duesseldorf / Deutsche Oper am Rhein – Das Management präsentiert Kultur © Albrecht Schneider

Wenn schon in etwa vom Geld, dann sollte auch sogleich die Rede sein von der Finanzlage der beiden Häuser, obwohl die Bekanntgabe des positiven Jahresergebnisses durch die geschäftsführenden Direktorin Alexandra Stampler-Brown erst gegen Ende der Konferenz erfolgte. Der Gesamtetat belief sich in 2015/16 auf gut 48 Millionen Euro, wovon rund zwanzig Prozent Eigenertrag waren. Die Auslastung kam in Düsseldorf auf rund 72, in Duisburg auf 65 Prozent. Diesen Zahlen dürften diejenigen Kostengendarmen, welche die spitzen Bleistifte der Aufwands- und Erfolgsberechnungen mit Kunstfertigkeit zu führen verstehen, entweder jaulen oder jauchzen lassen.

Allein der Etat spielte eine gewiss nicht unwichtige, letztlich aber nur eine Rolle am Rande. Am Anfang standen die Mitteilungen des Generalintendanten Christoph Meyer über die neuen Produktionen. Richard Wagners Ring des Nibelungen, in Szene gesetzt von Dietrich W. Hilsdorf, feiert mit dem Rheingold noch in der laufenden Spielzeit am 23. Juni Premiere in Düsseldorf, in Duisburg hingegen erst in der kommenden am 4. November. Walküre, Siegfried und Götterdämmerung sind dem Jahr 2018 vorbehalten. Obschon das gigantische Opus viele Kräfte bündelt, wird desungeachtet – welche unerwartete wie großartige Nachricht – Alban Bergs Wozzeck nach zwanzig (?) Jahren in Düsseldorf ab 20. 10. 2017 wieder einmal zu hören und zu sehen sein. Dessen Inszenierung ist Stefan Herheim, einer der Majestäten aus dem Hochadel der Regisseure, anvertraut, und Generalmusikdirektor Axel Kober übernimmt das Dirigat. Bedenkt man, dass letzterer neben Bergs Oper bereits Wagners Musikdramen sowohl mit dem Düsseldorfer wie dem Duisburger Orchester einstudiert und später auch an beiden Orten die Aufführungen leiten will, zudem an weiteren Abenden den Stab zu führen gedenkt, dann lässt sich lediglich sagen: Hut ab vor derartiger Berufshingabe.

Der Gedanke an sein Aufgabendeputat bekümmert ihn wohl keine Millisekunde, was unschwer seinem locker vorgetragenen Report über die Qualitäten der MusikerInnen sowie der bereits präsenten, neuen, gastierenden und aus dem Opernstudio dazu stoßenden SängerInnen zu entnehmen war. Ein mit Pflichten und Ensemble nicht im Mindesten hadernder musikalischer Chef seines Ranges scheint unsereinem die exzellentesten Aufführungen zu versprechen.

Seinem Kollege Lukas Beikircher untersteht das Orchester wenn am 15.12. 2017 in Duisburg der Vorhang hochgeht vor Guy Jostens Neuinszenierung der Maria Stuarda des Gaetano Donizetti. Italienische Komponisten erfahren überhaupt besondere Pflege durch Premieren und Wiederaufnahmen ihrer Opern, die bereits des längeren auf dem Spielplan beider Häuser zu finden sind. Solche Programmplanung sollte indessen den deutschen Patrioten keinen Grund zur Maulerei liefern, denn das mitteleuropäische Repertoire hat deswegen zu keiner Zeit unter Vernachlässigung zu leiden.

Das Ballett ist mittlerweile zu dem zweiten, vielleicht noch nicht ganz so muskulösen Standbein der Rheinoper gediehen. Martin Schläpfer, dessen künstlerischer Direktor und Chefchoreograph, gab ausführlichste Auskunft über das Geleistete wie das Intendierte. In seiner sanften, leicht vom Helvetischen gefärbten Stimme schien etwas Melancholie mitzuschwingen ob des Unverständnisses und der Widrigkeiten, denen seine Arbeit bisweilen ausgesetzt ist. Von den annoncierten Ballettabenden dünkt der mit den Appenzeller Tänze (b. 34) des Hervorhebens wert zu sein: eine Choreographie des Chefs zu einer Toncollage aus einheimischem „zweistimmigen Naturjodeln“ und den für nämlichen Kanton typischen Geräuschen. Hinterher zu erleben ist der in den Kanon großer Tanzpoeme eingeschriebene Grüne Tisch des Kurt Joos. Premiere am 02.02.2018 in Duisburg. Erwähnung verdienen nicht die weniger die Tanzstücke Mozartiana (b.29), Strawinskys Violinkonzert (b.33,) beide entworfen von dem legendären George Balanchine, sowie Rossinis Petite Messe Solenelle (b. 32) als Martin Schläpfers Kreation, nebst anderer immer unter dem Kürzel b.x laufender Produktionen. Aufmerksam zu machen wäre hier auf Abendlied (b.35), choreographiert von Remus Sucheanas, dem Ballettdirektor an Schläpfers Seite, zu Franz Schuberts Es-Dur Trio D929.

Theater Duisburg © Hans Joerg Michel

Theater Duisburg © Hans Joerg Michel

Am 8. Juni 2018 wird auf der Düsseldorfer Bühne Peter Tschaikowskys Schwanensee (b.36) getanzt werden. Die Botschaft von des künstlerischen Direktors Einrichtung dieses Handlungsballetts mit Ewigkeitswert vermag wohl gleichermaßen den schier endlosen Schmerz der Entbehrung sämtlicher BallettomanInnen zu lindern, wie sie den KassenwartInnen mit den spitzen Bleistiften Erleichterung verschaffen sollte. Denn der Auslastungsquote dürfte diese Entscheidung ex aequo gut bekommen.

Laut Lagebericht des Leitungsteams ist die Junge Oper am Rhein nach wie vor äußerst rege, und beim Wissen um deren Projekte sollten sich nicht bloß Kinder und Jugendliche, sondern auch darauf neugierige und sich dafür nicht als zu betagt einschätzende Herrschaften zum Besuch aufgerufen fühlen.

Als da wären: die fantastische Oper Wo die wilden Kerle wohnen von Oliver Knussen und Gerald Reschs Familienoper Gullivers Reise, beide vorbereitet für das große Haus an der Heinrich Heine Allee. Und noch Etliches mehr.

Die Pressekonferenz der Rheinoper, souverän gelenkt von deren Pressechefin Tanja Brill, endete ohne wesentlich erhellende Nachfragen der Anwesenden. Zu aller Zufriedenheit schien die Unterrichtung über die Spielzeit 2017/18 durch Intendanz, Direktion und Künstler ausgefallen zu sein. Auch nach dieser der Kunst gewidmeten Stunde spiegelte sich die Stadt Düsseldorf nicht anders als zuvor in der schwarzweiß gezackten Fassade des Großkaufhauses gegenüber.

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, 2017/18: – 280 Vorstellungen – Reiche Kontraste, IOCO Aktuell, 06.05.2017

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 19 Premieren – Große Kontraste – Jugendfocus

Rheinoper Duesseldorf / Intendant Christoph Meyer © Susanne Diesner

Rheinoper Duesseldorf / Intendant Christoph Meyer © Susanne Diesner

Die Deutsche Oper am Rhein ist eine Theatergemeinschaft; Spielstätten sind das Opernhaus Düsseldorf (1.342 Plätze) und das Theater Duisburg (1.079 Plätze). Mit über 280 Vorstellungen, 240.000 jährlichen Besuchern, 172.000 in Düsseldorf und 68.000 in Duisburg ist die Rheinoper seit vielen Jahren zentraler Kulturträger der Region. Rund 600 Beschäftigte, ein starkes Sängerensemble und die prämierte Tanzcompagnie Ballett am Rhein bilden die Grundlage für das reiche Kulturangebot der Rheinoper. Der Etat der Rheinoper beträgt €48 Mio., €38,5 Mio Zuschüsse kommen von Stadt und Land (Düsseldorf €27 Mio, Duisburg €9,6 Mio, NRW € 1,8 Mio). Intendant Christoph Meyer leitet das Haus seit 2009.

Mit sieben Opernproduktionen und fünf neuen Ballettprogrammen setzt die Deutsche Oper am Rhein die großen Akzente in der Spielzeit 2017/18. 19 Premieren und über 280 Vorstellungen in Düsseldorf und Duisburg bilden spannungsreiche Kontraste zwischen Schlüsselwerken des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, zeitgenössischen Stücken und Uraufführungen.

Oper am Rhein

Nach langer Vorbereitung wird die Neuinszenierung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen jetzt konkret: Dem Auftakt mit Das Rheingold (Premiere 4.11.2017 in Duisburg) lässt die Deutsche Oper am Rhein in der Regie von  Dietrich W. Hilsdorf Die Walküre (Premieren 28.1.2017 Düsseldorf, 31.5.2018 Duisburg), Siegfried (Premiere 7.4.2018 Düsseldorf, 26.1.2019 Duisburg) und, erst 2018/19, die Götterdämmerung  (27.10.2018 Düsseldorf, 5.5.2019 Duisburg) folgen. Generalmusik­direktor Axel Kober – regelmäßiger Gast bei den Bayreuther Festspielen – erarbeitet den neuen „Ring am Rhein“ mit beiden Orches­tern, den Düsseldorfer Sym­pho­­nikern und den Duisburger Philharmonikern, so dass Der Ring mit unterschied­lichen Sängerbesetzun­gen bis zum Sommer 2019 sowohl im Opernhaus Düsseldorf als auch im Theater Duisburg zur Aufführung kommt.

Rheinoper Duesseldorf / GMD Axel Kober © Susanne Diesner

Rheinoper Duesseldorf / GMD Axel Kober © Susanne Diesner

Ganz bewusst stellt Generalintendant Christoph Meyer dem Opus summum des 19. Jahrhunderts ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts gegenüber: Regiestar Stefan Herheim bringt Alban Bergs Wozzeck in Düsseldorf auf die Bühne, Premiere 20.10.2017. Der Norweger, der inzwischen drei Mal zum Opernregisseur des Jahres gekürt wurde und in Düsseldorf bereits mit seiner Inszenierung von Händels Xerxes begeisterte, setzt das um Verbrechen, Schuld und Strafe kreisende Drama mit erstklassigen Solisten wie Bo Skovhus (Wozzeck), Camilla Nylund (Marie), Matthias Klink (Hauptmann) sowie Corby Welch (Tambour­major) und Sami Luttinen (Doktor) unter der musikalischen Leitung von Axel Kober in Szene.

Rheinoper Duesseldorf / Don Pasquale © Hans Joerg Michel

Rheinoper Duesseldorf / Don Pasquale © Hans Joerg Michel

Im Zentrum des italienischen Opernrepertoires der kommenden Spielzeit steht die Neuproduktion von Gaetano Donizettis Maria Stuarda (Premiere 15.12.2017 in Duisburg) durch den flämischen Regisseur Guy Joosten,  der sich damit nach Verdis Don Carlo erneut dem historischen Stoff eines Schiller-Dramas widmet. Musikalisch geleitet von Lukas Beikircher geben Olesya Golovneva (Maria Stuarda) und Sarah Ferede (Elisabetta I.) ihre Rollendebüts im Machtkampf der englischen Königin und ihrer schottischen Halbschwester. Puccinis Madama Butterfly (Regie: Joan Anton Rechi) kommt nach ihrer erfolgreichen Premiere in Duisburg am 18.11.2017 auf die Düsseldorfer Bühne, während Donizettis Don Pasquale, die Opernstar Rolando Villazón gerade in Düsseldorf in Szene setzt, in der kommenden Spielzeit erstmals in Duisburg zu erleben ist, Premiere 22.2.2018.

 Rheinoper Duesseldorf / Die Zauberfloete © Hans Joerg Michel

Rheinoper Duesseldorf / Die Zauberfloete © Hans Joerg Michel

Nach der Kult-Inszenierung von Mozarts Zauberflöte präsentieren die Bilderzauberer der britischen Theater­gruppe „1927“ ihre zweite Opernproduktion: Mit Petruschka von Igor Strawinsky und L’Enfant et les Sortilèges von Maurice Ravel haben sie zwei Werke gewählt, die ihren Ursprung im Paris des frühen 20. Jahr­hunderts haben und sich für das einzigartige Zusammenspiel von Animation und live agierenden Darstellern bestens eignen. Marc Piollet übernimmt die musikalische Leitung.

Mit der Plattform Regie bietet die Deutsche Oper am Rhein ihren Spielleitern und Nachwuchsdirigenten ein Experimentierfeld zur Auseinandersetzung mit kaum bekannten Opernraritäten: Kinga Szilágyi und Volker Böhm präsentieren zwei Einakter aus verschiedenen Stilepochen, die auf antiken Stoffen basieren und von Irrwegen der Liebe handeln: Pygmalion, Premiere 22.4.2018 in Duisburg, das erste Bühnenwerk des späteren Belcanto-Meisters Gaetano Donizetti trifft auf Bohuslav Martinu klangmächtigen Einakter Ariadne. Ville Enckelmann und Jesse Wong dirigieren die Duisburger Philharmoniker.

Aus dem Opernrepertoire von 30 Werken stechen in dieser Spielzeit zwei Stücke ganz besonders hervor: Stilbildend waren die Inszenierungen und Bühnenbilder von Jean-Pierre Ponnelle, der mit über 300 Produk­tionen Operngeschichte geschrieben hat. Eine von ihnen, Gioacchino Rossinis Komödie La Cenerentola, (WA 17.9.2017 in Düsseldorf) befindet sich seit 1974 im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein. Zwölf Jahre nach der  letzten Aufführung kehrt sie – liebevoll und detailgetreu aufbereitet – zum Saisonstart auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses zurück. Benjamin Brittens Oper Peter Grimes, (WA 6.5.2018 in Duisburg, 29.6.2918 in Düsseldorf)) die 2009 die Intendanz von Christoph Meyer eröffnete, ist in der eindrucksvollen und vielbeachteten Inszenierung von Immo Karaman im Frühjahr 2018 erneut in Duisburg und Düsseldorf zu erleben.

Theater Duisburg © Hans Joerg Michel

Theater Duisburg © Hans Joerg Michel

Junge Oper am Rhein

Zwei Familienopern auf den großen Bühnen zeigen den hohen Stellenwert der Jungen Oper am Rhein:  Wäh­rend Oliver Knussens fantastische Familienoper Wo die wilden Kerle wohnen empfohlen ab 6 Jahren) in Düsseldorf zu sehen ist (Premiere 4.2.2018), kommt Gerald Reschs Oper Gullivers Reise (Premiere 3.10.2017 in Duisburg) empfohlen ab 8 Jahren) nach ihrer Uraufführung in Dortmund im Theater Duisburg auf die Bühne. Die Premiere ist der Höhepunkt des Maus-Türöffner-Tages am 3. Oktober: Malte Arkona gibt spannende Theater-Einblicke am bundesweiten Aktions­tag der Sendung mit der Maus. Der beliebte KiKA-Moderator und Pate der Jungen Oper am Rhein spielt auch die Hauptrolle im neuen „Opernbaukasten“: In Folge 3 lädt er mit Solisten aus dem Ensemble und großem Orchester zu einem witzig-turbulenten Streifzug durch die Welt der Oper ein.

Projekte, in denen sich Kinder und Jugend­liche künstlerisch-praktisch mit Oper und Ballett auseinander­setzen, sind ebenso wichtig wie die intensive Vermitt­lungs­arbeit der Jungen Oper am Rhein: Mit Workshops in Schulen, praxisorientierten Werkstätten, Patenprojekten oder Vorstellungs­besuchen mit den „Operntestern“ richtet sich das vielfältige Angebot an Kinder und ihre Familien, Schüler, Lehrer und junge Erwachsene.

Ballett am Rhein

Rheinoper Duesseldorf / BallettamRhein Compagnie © Gert Weigelt

Rheinoper Duesseldorf / BallettamRhein Compagnie © Gert Weigelt

Mit acht Uraufführungen und zehn Neueinstudierungen macht das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg neugierig auf die kommende Saison. Gleich zwei neue Kreationen präsentiert Martin Schläpfer mit seiner Choreographie Roses of Shadow zur Auftragskomposition von Adriana Hölszky und seiner Schwanensee Interpretation. Erstmals erarbeitet der aus der Freien Tanzszene bekannte Choreograph Ben J. Riepe mit dem Ballett am Rhein ein Stück: Environment ist im Programm b.35 zu erleben – ebenso wie die Uraufführung Abendlied von Remus Sucheana (beide Premieren 27.4.2018 in Düsseldorf). Meisterwerke von George Balanchine, Jerome Robbins, Hans van Manen, Marco Goecke, Kurt Jooss und Ohad Naharin definieren überdies die Programme b.29 bis b.36.

Mit b.29 eröffnet am 23.9.2017 ein Programm in Düsseldorf die Ballettsaison, das in der vergangenen Spielzeit im Theater Duisburg für große Begeisterung sorgte: Mozartiana, das letzte große Werk von George Balanchine zur gleichna­mi­gen Suite von Peter I. Tschaikowsky, ist eine Hommage an die Schönheit des Tanzes. Dem gegenüber stellt Martin Schläpfer sein Konzert für Orchester zur gleichnamigen Komposition von Witold Lutoslawski. In rastloser Bewegung, getragen von äußerster Spannung und Kraft, spiegeln sich in seiner Choreographie Zerrbilder einer Welt, die aus den Fugen geraten scheint. Jerome Robbins The Concert ist eine hinreißend komische Liebeserklärung an den Tanz. Als groteske wie liebevolle Persiflage auf die Riten beim Besuch eines Konzerts und schonungsloser Blick auf alles, was bei einer Ballettauf­führung schief gehen kann, nimmt es Publikum wie Protagonisten gleichermaßen unter die Lupe. Mitakteur und einfühlsamer Pianist ist der israelische Künstler Matan Porat, die musikalische Leitung hat Wen-Pin Chien.

Rheinoper Duesseldorf / BallettamRhein Chef Martin Schlaepfer © Gert Weigelt

Rheinoper Duesseldorf / BallettamRhein Chef Martin Schlaepfer © Gert Weigelt

Die Duisburger Ballettsaison beginnt am 14.10.2017 mit einem abendfüllenden Stück, das Martin Schläpfer als letzte Neukreation der laufenden Spielzeit im Opernhaus Düsseldorf vorstellt: Petite Messe solennelle in b.32 zu Gioacchino Rossinis gleichnamiger Messe für vier Solisten, Chor, zwei Klaviere und Harmonium ist ein Alterswerk und eine Sakralmusik, die unverkennbar vom Einfallsreichtum und Stil des Opernkomponisten Rossini geprägt ist. Das Spannungsfeld zwischen den großen Fragen des Menschseins und den Irrsinnigkeiten der Opera buffa bereitet Schläpfers Tanzkunst einen reichen Boden für eine Uraufführung, mit der er auch seine Zusammen­arbeit mit Solisten und dem Chor der Deutschen Oper am Rhein fortsetzt, musikalische Leitung Gerhard Michalski. Reprisen in Düsseldorf ab 22.11.2017.

Rheinoper Duesseldorf / BallettamRhein - b.32 © Gert Weigelt

Rheinoper Duesseldorf / BallettamRhein – b.32 © Gert Weigelt

Als Fortsetzung der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Adriana Hölszky hat die Auftragskomposition und Uraufführung Roses of Shadow im Programm b.33 (Premiere Düsseldorf am 16.12.2017) für Martin Schläpfer ein besonderes Gewicht. Anders als bei DEEP FIELD erarbeiten beide dieses Mal bewusst kein abendfüllendes Stück, sondern ein kammermusika­lisch besetztes Format, das eine andere Seite der Komponistin zum Leuchten bringt und für Martin Schläpfer neue Kreationsräume öffnet. Der Duisburger Künstler Marcus Spyros Bertermann gestaltet Bühne und Kostüme, die musikalische Leitung hat erneut Wen-Pin Chien. Gerahmt wird die Uraufführung von zwei Klassikern der Moderne: Stravinsky Violin Concerto von George Balanchine und Polish Pieces von Hans van Manen.

b.34, Premiere am 2.2.2018 in Duisburg, spannt mit Schläpfers Appenzellertänze, Marco Goeckes Le Spectre de la Rose und Der Grüne Tisch von Kurt Jooss einen thematisch und stilistisch weiten Bogen. Die im Jahr 2000 für das ballettmainz kreierten Appenzellertänze zeichnen ein rührendes, aber auch bitterböses Bild über die Menschen und deren Bräuche in der hügeligen Gegend der Ostschweiz, in der Martin Schläpfer aufwuchs. Nach der legen­dären Vorlage von Mikhail Fokin gestaltete Marco Goecke 2009 seine eigene Version von Le Spectre de la Rose und schuf in der für ihn typischen vibrierenden Tanzsprache eine beeindruckende Neuinterpreta­tion. Zu den bedeutendsten und bühnenwirksamsten Meisterwerken des drama­tischen Tanztheaters zählt Der Grüne Tisch von Kurt Jooss – einstudiert vom Ballett am Rhein wurde es in der Spielzeit 2015/16 bereits im Düsseldorfer Opernhaus gefeiert und ist nun im Theater Duisburg zu erleben.

Als Programm mit zwei Uraufführungen und zudem als erste Zusammenarbeit mit einem Künstler, der bisher ausnahmslos in der Freien Tanzszene tätig war, zeigt sich b.35 Premiere 27.4.2018 in Düsseldorf, radikal gegenwärtig. Eröffnet wird es mit Decadance, einem Work in Progress, in dem der israelische Choreograph Ohad Naharin„Mr. Gaga“ – seit vielen Jahren mit Ballettcompagnien auf der ganzen Welt eigene Akzente in seiner berühmten Tanzsprache erarbeitet. Environment nennt Ben J. Riepe seine Uraufführung und betritt mit ihr erstmals den Boden einer klassischen Ballettcompagnie. Der für seine eigensinnige künstlerische Sprache zwischen Tanz, Performance und Bildender Kunst bekannte frühere Folkwang-Student widmet sich in seinem Werk den Grenzen und Möglich­kei­ten des Körpers und der polarisierenden Haltung zwischen „Körper-Haben“ und „Körper-Sein“. Mit Abendlied stellt Remus Cucheanc eine neue Kreation zu einem Trio von Franz Schubert vor. Nach seinem Concerto grosso Nr. 1 wählt er die intime Besetzung des Klaviertrios als musikalische Basis für ein Werk über Liebe und Vertrauen in einer durch Gewalt und Zerstörung geprägten Zeit.

Das berühmteste Ballett aller Zeiten kommt, endlich – spät, im Programm b.36 im Opernhaus Düsseldorf auch zur Aufführung, Premiere 8.6.2018: Schwanensee zur Musik von Peter I. Tschaikowsky unter der musikalischen Leitung von Axel Kober. Die Geschichte um den Prinzen Siegfried, der sich in die in einem bösen Zauber gefangene Schwanenkönigin Odette verliebt, hat seit ihrer Uraufführung 1877 am Moskauer Bolschoi-Theater zahlreiche Deutungen erfahren, als deren  Inbegriff bis heute Marius Petipas und Lew Iwanows legendäre St. Petersburger Choreographie aus dem Jahre 1895 gilt. Mit großer Spannung wird nun Martin Schläpfers eigene Interpretation mit dem Ballett am Rhein erwartet.

In der dritten Ausgabe der Plattform Choreographie Young Moves, Premiere 30.6.2018 in Duisburg, bekommen Nachwuchskünstler des Balletts am Rhein erneut Gelegenheit, eigene Stücke auf die Bühne zu bringen: Feline van Dijken, Sonia Dvorák, Virginia Segarra Vidal und Eric White präsentieren im Theater Duisburg in einer gemeinsamen Premiere zum Saisonabschluss ihre choreographische Kreativität.

 

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