Baden-Baden, Festspielhaus, Sehnsucht nach dem Miteinander, Festspiel-Saison 2020/2021

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

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Baden-Badener Festspiel-Saison 2020/2021

Sehnsucht nach dem Miteinander

Baden-Badener Festspiel-Saison 2020/2021 mit fünf Festivals, sieben Opern, Residenzorchestern aus Berlin, New York, St. Petersburg, München und Stuttgart –Intendant setzt auf die Macht der Musik und des Miteinanders.

Baden-Badens Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa ist fest davon überzeugt, dass Menschen schon bald wieder in großer Zahl gemeinsam Musik genießen werden können. Sein neues Programm der Saison 2020/2021 stellt er deshalb unter das Motto „Sehnsucht nach dem Miteinander“. Der Vorverkauf dazu beginnt heute (16. März 2020).

„Auch wenn wir derzeit noch von der Corona-Pandemie gebremst werden: Ich möchte mit dem neuen Programm Mut machen und positiv in die Zukunft blicken.“ Das Publikum, die Freunde und Förderer des Festspielhauses bittet Benedikt Stampa:Buchen Sie schon jetzt für die neue Saison und stellen Sie sich an die Seite so vieler wunderbarer Künstlerinnen und Künstler. Gemeinsames Musikerleben stärkt unsere Gesellschaft. Wir spüren gerade in der Corona-Krise schmerzhaft, wie sehr wir Konzerte, Opernabende und Ballett-Aufführungen vermissen. In ihnen schlummern seelische Abwehrkräfte.“

Fünf Festivals und sieben Opern

Fünf Festivals prägen das Saisonprogramm des Festspielhauses Baden-Baden 2020/2021.Sieben Opern, davon vier szenische Produktionen, bilden das Rückgrat der neuen Spielzeit“, so der Intendant. Sein zweites Baden-Badener Programm schärft zudem die Profile der einzelnen Baden-Badener Festspiele und beschäftigt sich wieder intensiv mit der Musikgeschichte des „Sehnsuchtsortes“ Baden-Baden. Die Opern Salome von Richard Strauss und Mazeppa von Peter I. Tschaikowsky werden in Baden-Baden neu inszeniert. Die Saison 2020/2021 beginnt am 20. September 2020. Sir Simon Rattle dirigiert Béla Bartóks Opern-Thriller Herzog Blaubarts Burg in einer konzertanten Aufführung.

Salome  –  neu inszeniert von Philipp Stölzl

„Die Herbstfestspiele 2020 werden mit der Neuinszenierung Salome von Regisseur Philipp Stölzl deutlich aufgewertet“, so Benedikt Stampa. Residenzorchester dieses Festivals (vom 28. November bis zum 6. Dezember 2020) sind die Münchner Philharmoniker, die neben ihrem Einsatz im Orchestergraben auch zwei Konzerte unter der Leitung ihres Chefdirigenten Valery Gergiev und eines mit Thomas Hengelbrock geben werden. Als Salome debütiert Evgenia Muraveva in Baden-Baden. Im Ensemble dieser Oper sind zudem Evelyn Herlitzius (Herodias), Michael Volle (Jochanaan) und Andrei Popov (Herodes).

Osterfestspiele 2012 – Mit den Berliner Philharmoniker 

Im Rahmen der Osterfestspiele 2021 mit den Berliner Philharmonikern dirigiert Kirill Petrenko die Tschaikowsky-Oper Mazeppa und leitet die konzertante Aufführung der Oper Francesca da Rimini von Sergei Rachmaninow. Die Neuinszenierung Mazeppa erarbeitet der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov. Zu den Solisten der Oper zählen Olga Peretyatko (Maria), Ekaterina Semenchuk (Ljubow), Vladislav Sulimsky (Mazeppa) und Dmitry Ulyanov (Kotschubei). Um Tschaikowskys intensiver Auseinandersetzung mit den Werken Wolfgang Amadeus Mozarts nachzuspüren interpretiert Kirill Petrenko zudem am 29. März und am Karfreitag (2. April) dessen Requiem. Im Theater Baden-Baden entsteht im Rahmen der Osterfestspiele eine Neuinszenierung des Mozart-Singspiels „Zaide“.

Kameliendame –  von John Neumeier

Gleich zweimal kommt das Hamburg Ballett John Neumeier in der Spielzeit 2020/2021 nach Baden-Baden – im Herbst 2020 sowie zu Pfingsten 2021. Die schon traditionellen Ballett-Tage zu Beginn der Saison bringen dann John Neumeiers Nachtstücke und seinen Klassiker Die Kameliendame mit Musik von Frédéric Chopin. Sowohl im Herbst als auch zu Pfingsten lädt John Neumeier zu einer Ballettwerkstatt ein.

  Pfingstfestspiele 2021  – Hamburg Ballett – SWR Symphonieorchester

Zu den Pfingstfestspielen 2021 mit dem SWR Symphonieorchester kehren das Hamburg Ballett und John Neumeier zurück an die Oos. „Ich freue mich sehr auf Oliver Messiaens ‚Turangalîla‘-Sinfonie“, sagt Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa, denn „sie gehört zur DNA des SWR Symphonieorchesters und wurde von John Neumeier kongenial choreografiert.“ Werke des französischen Komponisten Messiaen sowie Gegenüberstellungen mit Kompositionen von Ravel, Wagner und Strawinsky prägen diese zweite Ausgabe der Festspiele im Zeichen der klassischen Moderne.

Mariinsky Ballett in den Winterfestspielen

Neben dem Hamburg Ballett John Neumeier bleibt das Mariinsky Ballett eine weitere feste Größe in Baden-Baden. Über die Weihnachtstage 2020 zeigt die Compagnie, deren Wurzeln im 18. Jahrhundert liegen, die Handlungsballette „Schwanensee“ und „Romeo und Julia“. In einer neu konzipierten Ballett-Gala am Zweiten Weihnachtstag tanzt die Compagnie Werke von Mikhail Fokine, Jerome Robbins und Marius Petipa. Die Residenz des Mariinsky Balletts firmiert unter dem Titel Winterfestspiele. „Auch dieses Festival möchte ich in den Folgejahren weiter profilieren“, so Intendant Benedikt Stampa, der zum Jahreswechsel Gastgeber des ARD-Silvesterkonzerts ist. Am 31.12.2020 leitet Teodor Currentzis das SWR Symphonieorchester. Auf dem Programm stehen Tschaikowskys Violinkonzert, die „Feuervogel“-Suite von Igor Strawinsky sowie Maurice Ravels „Boléro“.

Brahms mit Hengelbrock und Nézet-Séguin

Nach dem Erfolg der ersten Mikro-Festivals der Saison 2019/2020 hat das Festspielhaus Baden-Baden den Dirigenten Thomas Hengelbrock eingeladen, mit mehreren Ensembles im Herbst 2020 zentrale Werke von Johannes Brahms („Ein Deutsches Requiem“, „Ungarische Tänze“, Chormusik) und Johann Strauß zu interpretieren. Den Programm-Schwerpunkt Johannes Brahms greift im Sommer 2021 Yannick Nézet-Séguin auf. Er beginnt mit den Sinfonien 1 und 2 sowie dem 2. Klavierkonzert einen Brahms-Zyklus, der in den Folgejahren fortgesetzt werden soll. Musikalische Partner sind hier das Chamber Orchestra of Europe sowie die Solisten Andreas Ottensamer (Klarinette) und Yuja Wang (Klavier).

MET-Orchester erstmals wieder in Europa

Mit dem ersten Gastspiel des Orchesters der Metropolitan Opera New York seit fast 20 Jahren eröffnet Benedikt Stampa die Sommerfestspiele 2021 in Baden-Baden. „Yannick Nézet-Séguin möchte mit mir gern die Baden-Badener Musikgeschichte lebendig werden lassen“, sagt Benedikt Stampa, der den neuen Musikdirektor der MET auch als Liedbegleiter präsentiert. Am 2. Juli 2021 interpretieren der kanadische Dirigent und die Sopranistin Joyce DiDonato im Festspielhaus Baden-Baden Schuberts Winterreise zum Auftakt des Festivals. Dem Liederabend folgen Orchesterkonzerte, in denen Werke von Richard Strauss, Richard Wagner und Hector Berlioz im Mittelpunkt stehen. Berlioz dirigierte zu Lebzeiten häufig in Baden-Baden und schrieb hier auch Teile seiner Oper „Die Trojaner“. Auszüge daraus dirigiert Yannick Nézet-Séguin am 3. Juli 2021.

Zwei Aufführungen der Oper „Tosca“ und zwei Konzerte des Orchesters des Mariinsky Theaters beenden die Saison 2020/2021 im Festspielhaus Baden-Baden. Die Inszenierung der Puccini-Oper entstand 2007 in St. Petersburg und wird von Ensemble, Chor und Orchester des Mariinsky Theaters aufgeführt. In zwei Konzerten dirigiert Valery Gergiev zudem das Orchester des Mariinsky Theaters.

Stars der Oper in Konzerten

Die Liste großer Künstler-Namen, die 2020/2021 in Baden-Baden Konzerte und Opernaufführungen gestalten werden, ist lang. Intendant Benedikt Stampa heißt Cecilia Bartoli mit zwei halb-szenischen Aufführungen der Rossini-Oper La Cenerentola (6./8.11.2020) ebenso willkommen wie Diana Damrau, die gemeinsam mit Nicolas Testé am 4.12.2020 den Abend „Royal Affairs – Kings and Queens of Opera“ mitbringen wird. Auch Elena Garanca (14.11.2020), Sonya Yoncheva (12.6.2021) und Plácido Domingo (6.3.2021) werden erwartet.

Entertainment herzlich willkommen

Explizit wies Intendant Benedikt Stampa darauf hin, dass das Festspielhaus Baden-Baden auch Jazz, Pop und Musical ein guter Gastgeber sein möchte. „Ich freue mich in der Saison 2020/2021 auf eine neue Ausgabe des SWR3 New Pop Festivals, auf den modernen Klassiker ‚Stomp‘ und eine Serie des Musicals Ich war noch niemals in New York (13. bis 18.4.2021)“, so Benedikt Stampa.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Paris, Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Winterreise – Liederzyklus – Franz Schubert, IOCO Kritik, 08.03.2020

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris © Mirco Magliocca

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris © Mirco Magliocca

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet

WINTERREISE – ein Liederzyklus – Franz Schubert

– Eine mythische Wanderung durch die Nacht –

von Peter M. Peters

Im Oktober 1816 komponierte Schubert das Lied Der Wanderer nach dem Gedicht von Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1766-1849), dessen Schlussvers «Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück» zum romantischen Motto schlechthin wurde. Fünf Jahre später, im Jahre 1821, veröffentliche der Komponist dieses Lied zusammen mit dem Morgenlied von Zacharias Werner (1768-1823) und Wanderers Nachtlied von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) im Verlag Cappi und Diabelli als sein viertes Opus. In der Zusammenstellung der Lieder zu einer kleinen Werkgruppe hat der Komponist zum ersten Mal einen Gedanken musikalisch-literarisch artikuliert, der ihn bis ans Ende seines Lebens beschäftigte und bewegte, nämlich das Wandern als Metapher menschlicher Existenz; man könnte versucht sein, das von Schubert veröffentliche Liederheft mit Der Wanderer oder Das Wandern zu überschreiben. Schuberts Wanderer-Kompositionen kulminieren, sieht man von den Instrumentalwerken ab, schließlich in den beiden Zyklen nach Gedichten von Wilhelm Müller Die schöne Müllerin (1823) und  Winterreise  (1827). Während die Lieder der Schönen Müllerin insgesamt noch eher durch einen traditionellen Tonfall gekennzeichnet sind, lassen sich die 24 Lieder der Winterreise sowohl in ihrer unverwechselbaren Einmaligkeit als auch in ihrem übergeordneten zyklischen Zusammenhang nicht mehr mit einem überkommenen Liedbegriff in Einklang bringen.

Franz Schubert wusste, dass er mit den Liedern der Winterreise eine Grenze überschritten hatte, hinter die er nicht mehr zurückgehen konnte, auch wenn ihm niemand mehr folgen wollte. Über den verstörenden Eindruck, den Schuberts Lieder auf seine Freunde machte, als er sie ihnen zum ersten Mal singend und spielend vorführte, berichtet sein Freund und Förderer Joseph von Spaun (1788-1865): „Schubert wurde durch einige Zeit düsterer gestimmt und schien angegriffen. Auf meine Frage, was in ihm vorgehe, sagte er nur „nun, ihr werdet es bald hören und begreifen.“

Franz Schubert Wien © IOCO

Franz Schubert Wien © IOCO

Die Winterreise zeichnet die inneren Qualen eines Mannes nach, der von der verlassen wurde, die er liebt. Während er dem Wahnsinn nahe durch eine Winterlandschaft wandert, der ihn unweigerlich zum Tode führt, den er erstrebt. Es ist das Drama eines vor-freudschen Charakters. Die raffinierte musikalische Konstruktion umfasst nuancenreiche Artikulationen und die Wiederholungen kleiner Keime thematischer Materialien, die ein breites Spektrum von Emotionen abdecken.

Vitalität und Hoffnungslosigkeit koexistieren im Zyklus Winterreise, das liegt vielleicht an dem gemeinsamen Schicksal der Autoren. Zwei junge Männer sterben ein Jahr später nach der jeweiligen Beendigung  ihres Werkes. Der Dichter Wilhelm Müller an einem Herzschlag mit 33 Jahren und Franz Schubert an der Syphilis mit 31 Jahren. Gefühl? Vorahnung des eigenen Lebensende? Wir wissen es nicht! Uns bleiben nur wenige intime Zeugnisse einer Wanderung zwischen Leben und Tod in einem Gebiet ohne Wiederkehr. Man könnte fast sagen die Winterreise markiert mit Recht den Frühlingsanfang und ist mehr als eine Wandergeschichte, es ist eine Reise ohne Bestimmungsort. Im Vorbeigehen könnte das als ein Depressionsniederschlag verstanden werden: Was auch immer passiert, wir werden sicher nicht dorthin gelangen.

Winterreise – Noëmi Waysfeld – Guillaume de Chassy
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„…ich bin ein Fremdling überall “

Der berühmte Lieder-Zyklus Winterreise  D 911 von Franz Schubert (1797-1828) nach den Gedichten von Wilhelm Müller (1794-1827) sahen wir in den letzten Jahren oftmals in veränderter Form, teilweise in faszinierenden Neuschöpfungen, Ergänzungen und Visionen, jedoch auch in völlig uninteressanten Versuchen, die man besser vergessen sollte. Hier einige nach unserer Meinung gelungene Beispiele:1. Winterreise : Eine komponierte Interpretation für kleines Orchester von Hans Zender (1936-2019), Komponist und Dirigent mit Hans Peter Blochwitz, Tenor (1995). 2. Eine inszenierte Winterreise von Robert Wilson mit Jessye Norman, Sopran und Mark Markham, Klavier und den Kostümen von Yves Saint-Laurent / Théâtre du Châtelet Paris (2001). 3. Eine getanzte Winterreise in der Choreographie von Trisha Brown mit ihrer Dance Company, Simon Keenlyside, Bariton und Pedja Muzijevic, Klavier / John Jay College Theater New York (2002). 4. Mit der Produktion „… und sind  wir selber Götter – Die Winterreise“ des Theater Rambazamba – Ensemble Gisela Höhne / Berlin sah man eine besonders bewegende Versionen. Die Akteure, Menschen mit geistiger Behinderung bewegen sich in der musikalischen Weltliteratur, als wäre das Ganze von ihnen selber erfunden. Mit Pauken und Posaunen, Streichinstrumenten und Schlagwerk, unterstützt von Bratsche, Gitarre, Percussion und Klavier, vor allem aber mit berührenden Gesang und wildem Geschrei kämpfen die Winterreisenden an gegen pillengesättigte Traurigkeit, gegen eine Welt, die sie kaltzustellen versucht. Opfer? Die Personen leiden, ertragen, langweilen sich, freuen sich vor allem und lassen sich nicht unterkriegen, nehmen den Kampf immer und immer wieder auf. Grand Théâtre Luxembourg (2009). 5. Eine Winterreise für drei Sänger und Schauspieler von Takénori Némoto und Yoshi Oïda und dem Ensemble Musica Nigella / Athénée Théâtre Louis-Jouvet Paris (2012).

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / Eine Winterreise © Antoine Cirou

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / Eine Winterreise © Antoine Cirou

29. Februar 2020   –  Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris

Un Voyage d’hiver : Étranger je suis venu, étranger je repars. Diese Sätze könnte man als Motto dieser Winterreise-Version verwenden. Eines Tages die Winterreise als eine Reihe populärer Lieder mit scheinbarer Einfachheit zu interpretieren war das Ziel des Regisseurs Christian Gangneron und mit der Mithilfe der Vortragskünstlerin Noëmi Waysfeld und des Pianisten Guillaume de Chassy haben sie 13 Lieder des Zyklus ausgewählt und für ihre Winterreise neu entdeckt. Obwohl gewagt ist es jedoch kein Sakrileg, denn geschrieben von einem verzweifelten jungen Dichter und vertont von einem jungen Komponisten voller Depressionen erstarrt, jedoch überquellend von  Melodien. Die Winterreise von Müller und Schubert berührt weit über Zeiten und Klimazonen hinaus jeden, der die Qualen des Emigranten in einem fremden Land gespürt oder nur erahnt hat. Aber auch die emotionellen Reisen durch unsere Seelenlandschaften sind oft gesperrt durch eiskalte Gefühlsabschnitte in unserem eigenen Leben.

Franz Schubert wohnte hier © IOCO

Franz Schubert wohnte hier © IOCO

Eine Neuaneignung der Schubert-Lieder und eine poetische und musikalische Transposition ihrer Vorstellungskräfte, indem sie eine Art liebevolle Wiederaneignung des Meisterwerkes hervor bringen. Dass war wohl ohne Zweifel das Ziel der drei Künstler und ganz voran die Sängerin Noëmi Waysfeld, die wir als Interpretin von Weltmusik, Chanson und Jazz vorstellen würden und die äußerst talentiert in mehreren Sprachen, darunter auch Jiddisch, diese Musik interpretiert. Ihre sicherlich geschulte Stimme hat eine gewaltige Tonpalette, die sich natürlich und  nuancenreich von tiefster Tiefe bis in höchste Höhen begibt. Wir waren besonders beeindruckt und berührt von der Tonfarbe, dem Timbre ihrer Stimme, der geheimnisvoll unseren Hörgenuss streichelte. Eine typische nicht zu erlernende mystische Tonfarbe, die wohl nur durch viele Generationen und Epochen vererbt werden kann, es ist die traurige Farbe und die schmerzliche Erinnerung an den von   Jahrtausenden von Jahren begonnenen ewigen Exodus.

Guillaume de Chassy, Trailer oben, pendelt zwischen klassischer Musik, Jazz und musikalischer Improvisation und wagt mit Natürlichkeit und pianistischem Können musikalische Abweichungen von der Partition zu spielen. Er erfindet ein neues harmonisches und rhythmisches Dekor und öffnet da und dort ein Fenster für eine neue improvisierte Markierung. Aus diesem langen Prozess der Befragung und Wiederaneignung erscheint die Winterreise in einem unerwarteten Licht, manchmal magisch, manchmal faszinierend oder auch in einem kreativen Ansatz von radikalen Vorurteilen, die sich aber zugleich in liebevollen Respekt für das Werk verwandeln.

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / der wundere Besucherraum © Mirco Magliocca

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / der wundere Besucherraum © Mirco Magliocca

Der Regisseur Christian Gangneron zeigt uns auf einer völlig nackten Bühne mit weißen Plastiktüchern die Illusion von Kälte,  Frost und Einsamkeit, auf der die Sängerin und ihr Pianist eine Art von dramatischen Theater vollführen und das mit Textauszügen aus der Winterreise der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek. So hören wir zwischen den Liedern das ewige Spiel von Frage und Antwort, das spröde raue ironische Spiel der Nobelpreisträgerin. Der Regisseur nennt das Schauspielkunst oder was auch immer? Für uns ist es nichts anderes als eine banale Gestaltung von steifer Gestik und ungereimter Bewegung! Jedoch die Sängerin mit ihrer natürlichen sensiblen Zerbrechlichkeit befreit sich von selbst aus diesen steifen Fesseln. Als junge moderne weibliche Wanderin durchstreift sie die europäische Kultur mit ihrer Duplizität Mann-Weib-Weib-Mann und das alles in leichten tänzerischen Bewegungen und man denkt unweigerlich an Der Tod und das Mädchen, an das ewige Spiel von Liebe und Tod, der ewige Kampf zwischen Eros und Thanatos.

Hinweis auf die Erscheinung der CD Un Voyage d’HiverNoëmi Waysfeld, Guillaume de Chassy (Klarthe Records – Verteilung PIAS).

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / Eine Winterreise © Antoine Cirou

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet, Paris / Eine Winterreise © Antoine Cirou

Athénée – Théâtre Louis-Jouvet  –  von Gestern bis Heute

Nach vielen Standortwechsel und Namensänderungen wird das neue Athénée im 9. Bezirk von Paris im Jahre 1893 eröffnet. Das im italienischen Stil erbaute Gebäude von Paul Fouquiau ist ein architektonisches Schmuckstück und wird offiziell als «Monument Historique» ernannt. Das Theater wird sehr schnell ein besonderer Treffpunkt für Theater- und Musikereignisse in der Pariser Kulturlandschaft. Die erste große künstlerische Phase wird mit dem berühmten populären Schauspieler Louis Jouvet eingeleitet, indem er als Schauspieler, Regisseur, Bühnenbildner und Theaterdirektor das Haus von 1934 bis 1951 leitet. In diesen fruchtbaren Jahren hat er praktisch die gesamte moderne Theaterliteratur der Zeit auf seiner Bühne gezeigt. In den Jahren 1977 bis 1981 stand das Theater unter einem besonders glücklichen Stern und zwar mit der Direktion von Pierre Bergé. Dieser ließ direkt unter dem Dach ein kleines 90 Personen umfassendes Experimental-Studio zusätzlich errichten für besondere Ereignisse. Außerdem war er der Initiator der berühmten « Lundis musicaux », indem er die großen Interpreten von Melodie und Lied für ein Recital einlud: u.a. Grace Bumbry, Elisabeth Schwarzkopf, Ruggero Raimondi, Felicity Lott, Simon Keenlyside, Alfredo Kraus… Der Saal hat eine außergewöhnliche gute Resonanz und eine einmalige Akustik, einfach ideal für musikalische Interpretationen. Aber auch große Namen aus der Theaterwelt haben sich hier regelmäßig ein Stelldichein gegeben: u.a. Peter Brook, Jean Vilar, Matthias Langhoff, Maria Casarès, Jeanne Moreau…

Seit 1982 wird der Musentempel von Patrice Martinet geleitet und auch er folgt und erweitert diese besondere wagnisreiche Kulturpolitik, indem er auf alle seine Produktionen den Stempel des Besonderen auflegt, einen innovativen und mitunter auch frechen Stempel.

—| IOCO Kritik Athénée – Théâtre Louis-Jouvet |—

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Spielplan – März 2020

Februar 12, 2020 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Spielpläne

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier


Spielplan März 2020


Großes Haus / Großes Haus Foyer

So, 01.03.     17.30 Uhr
Einführung

18.00 Uhr
Die Macht des Schicksals
(La forza del destino)
Oper von Giuseppe Verdi
Karten 12,- bis 42,-€


Di, 03.03.      11.00 Uhr
Tanz Kurz.Gefasst: Sacre
Choreografie von Ivgi & Greben
Musik von Igor Strawinsky
Karten 9,- €


Fr, 06.03.      19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Die Macht des Schicksals
(La forza del destino)
Oper von Giuseppe Verdi
Karten 12,- bis 42,-€


Sa, 07.03.     Familienkonzert
„Aus der neuen Welt“

15.00 Uhr
Mitmachen

16.00 Uhr
Konzert
Karten 7,50 €


So, 08.03.     10.30 Uhr
Musikbrunch
Karten 29,- €

19.00 Uhr
Johann König
„Jubel, Trubel, Heiserkeit“
Ein Gastspiel der emschertainment GmbH
Karten 22,35 € bis 32,80 €


Fr, 13.03.      20.00 Uhr
Hazel Brugger
„Tropical“
Ein Gastspiel der emschertainment GmbH
Karten 23,90 € bis 32,70 €


Sa, 14.03.     14.00 Uhr
Theaterführung
Karten 7,- €

19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Die Macht des Schicksals
(La forza del destino)
Oper von Giuseppe Verdi
Karten 12,- bis 42,-€


Mo, 16.03.     19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
7. Sinfoniekonzert
Schicksal
Werke von Janá?ek, Tschaikowski und Beethoven
Karten 12,- bis 34,- €


Fr, 20.03.      18.00 Uhr
Premierenfieber
Madama Butterfly
Eintritt frei. Einlasskarten erhalten Sie
an der Theaterkasse.


Sa, 21.03.     19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Die Macht des Schicksals
(La forza del destino)
Oper von Giuseppe Verdi
Karten 12,- bis 42,-€
Hör.Oper (Audiodeskription)


So, 22.03.     18.00 Uhr
Jesus Christ Superstar
Rock-Oper von Andrew Lloyd Webber
und Tim RiceKarten 15,- bis 50,- €


Sa, 28.03.     19.00 Uhr
Einführung

19.30 Uhr
Premiere
Madama Butterfly
Oper von Giacomo Puccini
Karten 15,- € bis 50,- €
Anschließend Premierenfeier im Foyer


So, 29.03.     17.30 Uhr
Einführung

18.00 Uhr
Die Macht des Schicksals
(La forza del destino)
Oper von Giuseppe Verdi
Karten 12,- bis 42,-€


 Kleines Haus / Kleines Haus Foyer


So, 01.03.     18.00 Uhr
Momo
Tanzabend von Giuseppe Spota
Karten 22,- und 26,- €


So, 08.03.     18.00 Uhr
Premiere
Fifty-Fifty Vol. 3
Die Wunschkonzert Show
Karten 27,- und 31,- €


Sa, 14.03.     10.00 Uhr- 12.00 Uhr
Tanz.Hautnah
Öffentliches Training im Ballettsaal mit der MiR Dance Company
Treffpunkt Bühneneingang 9.50 Uhr
ausverkauft

19.30 Uhr
Fifty-Fifty Vol. 3
Die Wunschkonzert Show
Karten 22,- und 26,- €


So, 15.03.     18.00 Uhr
Momo
Tanzabend von Giuseppe Spota
Karten 22,- und 26,- €


Fr, 20.03.      19.30 Uhr
Fifty-Fifty Vol. 3
Die Wunschkonzert Show
Karten 22,- und 26,- €


So, 22.03.     Hans-Sachs-Haus
11.15 Uhr
Sonntagskonzert
Mozart, gestrichen
Werke von Wolfgang Mozart, Mendelssohn Bartholdy, Elgar und Britten
Karten 17,50 €

18.00 Uhr
Premiere
Winterreise
Puppentheater für Erwachsene
Karten 27,- € und 31,- €


Do, 26.03.     18.30 Uhr
Foyer Kleines Haus
Feierabendsingen
Singen Sie mit!
Karten 8,- €


Fr, 27.03.      19.30 Uhr
Fifty-Fifty Vol. 3
Die Wunschkonzert Show
Karten 22,- und 26,- €


Sa, 28.03.     19.30 Uhr
Winterreise
Puppentheater für Erwachsene
Karten 22,- und 26,- €


So, 29.03.     18.00 Uhr
Momo
Tanzabend von Giuseppe Spota
Karten 22,- und 26,- €


—| Pressemeldung Musiktheater im Revier |—

Chemnitz, Theater Chemnitz, Winterreise – Tanzstück von Robert Bondara, IOCO Kritik, 08.09.2019

September 8, 2019 by  
Filed under Ballett - Tanz, Hervorheben, Theater Chemnitz

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Theater Chemnitz

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Winterreise –  Liederzyklus von Franz Schubert

Als Tanzstück – Uraufführung von  Robert Bondara

von Thomas Thielemann

Franz Schubert © IOCO

Franz Schubert © IOCO

Das Ballett des Theater Chemnitz eröffnete am 6. September 2019 mit der Uraufführung des Tanzstücks Winterreise zur Musik des gleichnamigen Liederzyklus op., D 911 von Franz Schubert die Spielzeit 2019/20. Die Choreografie und Inszenierung hatte der kreative künstlerische Leiter des Teatr Wielki in Poznan (Posen) Robert Bondara übernommen.

Über lange Zeit galt die Winterreise als ein Werk für den altbackenen Konzertsaal zur Ergötzung älterer Besucher über die schönen blumigen alten Zeiten. Aber der Dichter der Verse, Johann Ludwig Wilhelm Müller (geboren am 7. Oktober 1794 in Dessau und verstorben am 1. Oktober 1827 ebenda), war ein hochpolitischer Mensch gewesen. Als Student meldete er sich 1813 als Freiwilliger zum preußischen Heer und nahm als Leutnant an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. Er war Freimaurer der Leipziger Koge „Minerva zu den drei Palmen“, verkehrte als Student in den Berliner literarischen Salons und engagierte sich von Lord Byron beeinflusst im Unabhängigkeitskampf der Griechen gegen die türkische Besatzung.

Neben seiner Tätigkeit als Gymnasiallehrer und späterer „Herzoglicher Bibliothekar“ in Dessau war er Herausgeber und Redakteur der in vielen Teilen des deutschsprachlichen Raumes verbotenen „Brockhaus-Bibliothek deutscher Dichter des siebzehnten Jahrhunderts“. Durch seine gesellschaftskritischen, ob der Umgehung der Zensur häufig verbrämten Volkslieder, wurde Müller bekannt, galt aber als mittelmäßiger Autor der Romantik. Wegen der Eingängigkeit seiner Verse wurden diese mehrfach, unter anderem auch von Franz Schubert (geboren am 31. Januar 1797 bei Wien und verstorben am 19. November 1828 im heutigen Wien), vertont.

Theater Chemnitz / Winterreise - Als Tanzstück © Nasser Hashemi

Theater Chemnitz / Winterreise – Als Tanzstück © Nasser Hashemi

Die Gedichte in Wilhelm Müllers Winterreise sind offenbar von zeitgenössischen Umständen und kaum aus autobiografischen Einflüssen in den Jahren 1822 bis 1824 entstanden. Obzwar Zeitgenossen, haben Müller und Schubert sich nie getroffen, und eine ihrer wesentlichen Gemeinsamkeiten war, dass beide bereits am Anfang ihres dreißigsten Lebensjahrzehnts verstorben sind. Während Müller der solide Familienvater war, sagt man dem genialen, aber labilen Schubert nach, dass er viel mit sich selbst zu tun hatte. Auch heißt es, dass er seine bescheidenen Geldeinnahmen für Abende im Freundeskreis in den Altwiener Gasthäusern ausgab. Aber der Umstand, dass Franz Schuberts Freundeskreis vor allem von Dissidenten gebildet war und er Müllers im Österreich Metternichs verbotenen Texte aufspürte und nutzte, beweist seine Distanz zum herrschenden System. Seine exponierte Begabung machte ihn mit gezielt subtiler Kritik zum wichtigen Sprachrohr der Wiener oppositionellen Intellektuellen.

Schubert sei, als er im Februar 1827 die ersten zwölf Lieder komponierte, mürrisch und verschlossen gewesen. Erst im Spätsommer fand er die übrigen zwölf Verse und beendete die Arbeit im Oktober. Die Komposition orientiert sich an dem immer wiederkehrenden Klang der Drehleier, einem vom Rad gestrichenem Saiteninstrument. Der Titel stammt wahrscheinlich von dem Wiener Musikverleger Tobias Haslinger. Ein durchgehender Handlungsstrang ist nicht erkennbar. Die Eindrücke des „jungen Wanderers“ wechseln zwischen überschwänglicher Freude und hoffnungsloser Verzweiflung. Es wird vermutet, dass Schubert bewusst und gezielt Kritik am Herrschaftssystem übte und der Winter als Metapher der reaktionären Restauration unter dem Kanzler Metternich diente. Die Lieder „Im Dorfe“ (Es bellen die Hunde, es rasseln die Ketten) und „Hoffnung“ (Hie und da ist an den Bäumen manches bunte Blatt zu sehen) spricht für diese Interpretation. Auch dass der Zyklus mit dem „Leiermann“, dem Treffen des Wanderers mit dem frierenden Leiermann endet, lässt eine hoffnungslose Todessehnsucht vermuten.

Theater Chemnitz / Winterreise - Als Tanzstück © Nasser Hashemi

Theater Chemnitz / Winterreise – Als Tanzstück © Nasser Hashemi

Während bei den Texten Wilhelm Müllers neben den volkstümlich-romantischen Motiven vor allem die Kritik am politischen System betont waren, richtete Bondara die Blicke auf die derzeitige Gesellschaft. Die Chemnitzer Choreografie und Inszenierung des polnischen Gastes konzentriert sich auf die Suche des Wanderers nach der eigenen Person und auf Begegnungen mit Schatten seiner Vergangenheit. Dieser klaren Ästhetik ist auch die musikalische Gestaltung untergeordnet.

Begleitet von der aus Polen stammenden Pianistin der Robert-Schumann-Philharmonie Anna Beinhauer singt mit ausdrucksvollem, warm timbrierten Bariton Andreas Beinhauer vom Chemnitzer Ensemble die Schubertlieder. Mit der Kondition eines gestandenen Opernsängers bietet er die vierundzwanzig Lieder, abweichend vom üblichen Liedgesang, ohne Pause. Dabei bringt er sich als „der Wanderer“ aktiv in das Bühnengeschehen ein- eine beeindruckende Leistung.

Dazu hat Robert Bondara eindrucksvolle Tanzbilder über Verluste von Individualität, fehlenden gesellschaftlichen Zusammenhalt, Gewalt, Mobbing und Vereinsamung sowie einer unerfüllten Liebe geschaffen. Die Tänzerinnen und Tänzer des Chemnitzer Ballett-Ensembles bringen den unaufhörlichen Wechsel von Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Vergebung und Zorn sowie zehrende Einsamkeit und Reste menschlicher Wärme mit hohem tänzerischem Können auf die Bühne. Wie beim musikalischen Vorbild wurde auch in der Ballettinszenierung auf einen eventuell möglichen Handlungsfaden verzichtet.

Theater Chemnitz / Winterreise - Als Tanzstück © Nasser Hashemi

Theater Chemnitz / Winterreise – Als Tanzstück © Nasser Hashemi

Der Hamburger Hans Winkler hatte ein Bühnenbild geschaffen und Kostüme gestaltet, die eine winterliche Situation, eigentlich fast eine arktische Welt assoziieren, so dass die Stimmung der Einsamkeit in ewiger Kälte auf das Publikum im Saal überging.

Mit Annas differenzierter Klavierbegleitung und Andreas sängerisch-schauspielerischen Leistung prägte aber letztlich das Ehepaar Beinhauer den Erfolg der Aufführung. Für einen nicht unwesentlichen Anteil des Publikums hatte allerdings die Leistung des in der Region so populären Balletts Chemnitz den Vorrang. So die Diskussionen bei der Premierenfeier. Diese differenzierte Auffassung schränkte aber den langen und stürmischen teils stehenden Beifall für Robert Bondara und sein Team nicht ein.

Winterreise – ein Tanzstück von Robert Bondura, die nächsten Vorstellungen am Theater Chemnitz:  3.10.; 20.11.2019; 9.1.; 24.2.2020 und mehr

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