Leipzig, Oper Leipzig, Highlights im Mai 2018 – Oper Leipzig, IOCO Aktuell

Mai 9, 2018 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

 

Highlights der Oper Leipzig –  Mai 2018

 


SCHWANENSEE  – Ballett:  MARIO SCHRÖDER INTERPRETIERT

6. MAI 2018 – Premiere

Tschaikowskis unsterbliche Geschichte rund um die Schwanenprinzessin Odette ist zweifellos das berühmteste Handlungsballett aller Zeiten. Mario Schröder interpretiert den Schwanenmythos nun für das Leipziger Ballett neu – Premiere ist am Sonntag, 6. Mai 2018, um 18 Uhr im Opernhaus. Sein Ballett handelt vom Scheitern einer Emanzipation einer jungen Frau, die in einer autoritären, patriarchalischen Welt um ein freies und selbstbestimmtes Leben kämpft. Gefangen im goldenen Käfig flieht sie in eine Wunschwelt, in der die Gesetze der Gesellschaft außer Kraft gesetzt sind. Als die Wirklichkeit sie einholt, trifft sie eine endgültige Entscheidung…

Für das Bühnenbild setzt Schröder auf die bewährte Zusammenarbeit mit Paul Zoller. Die Kostüme gestaltet – wie schon beim Leipziger »Nussknacker« – Aleksandar Noshpal. Am Pult des Gewandhausorchesters steht die junge litauische Dirigentin Giedre Šlekyt.

Premiere: Sonntag, 6. Mai 2018, 18 Uhr, weitere Aufführungen in dieser Spielzeit: 25. & 26. Mai 2018 / 02., 03., 14. & 19. Juni 2018 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn; Publikumsgespräche nach Abendvorstellungen, außer Premiere)


RING – ZYKLUS:   RICHARD-WAGNER-FESTTAGE – 10. BIS 13. MAI

Vom 10. bis 13. Mai wird Der Ring des Nibelungen an der Oper Leipzig an vier aufeinanderfolgenden Tagen zu erleben sein. Die Besetzung des dritten Zyklus in dieser Spielzeit – eingebettet in die Richard-Wagner-Festtage Leipzig (9.-14. Mai) – wartet abermals mit prominenten internationalen Gäste auf: Iain Paterson steht zweimal, als Wotan (in »Die Walküre«) und Wanderer (»Siegfried«) auf der Bühne. Burkhard Fritz übernimmt die Rolle des Siegmund und Christiane Libor die der Brünnhilde in »Die Walküre« und »Götterdämmerung«. Meagan Miller (Sieglinde), Daniela Köhler (Helmwige) und Thomas Mohr (Siegfried in der »Götterdämmerung«, Loge in »Das Rheingold«) gastieren ebenfalls in Leipzig.

Ensemblemitglied Tuomas Pursio wird in drei Rollen als Wotan (in »Das Rheingold«), Alberich (»Siegfried«) sowie als Gunther (»Götterdämmerung«) zu hören sein; die Mezzosopranistin Kathrin Göring als Fricka in »Das Rheingold« und »Die Walküre« sowie als Waltraute in »Götterdämmerung«. Die musikalische Leitung hat an allen vier Abenden Generalmusikdirektor Ulf Schirmer. Die szenische Umsetzung des Leipziger »Rings«, der 2016 komplettiert wurde, lag in den Händen des Regieteams Rosamund Gilmore (Inszenierung), Carl Friedrich Oberle (Bühne) und Nicola Reichert (Kostüme). Von Haus aus Choreografin, setzt Gilmore als zentrales Element ihrer Inszenierung Tänzer ein, die als mythische Elemente und allegorische Figuren fungieren.

Termine:
Donnerstag, 10. Mai 2018, 17 Uhr: Das Rheingold
Freitag, 11. Mai 2018, 17 Uhr: Die Walküre
Samstag, 12. Mai 2018, 17 Uhr: Siegfried
Sonntag, 13. Mai 2018, 17Uhr: Götterdämmerung


DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN SPINNE – Gruseloper

AN DER SCHAUBÜHNE LINDENFELS

Am Freitag, 25. Mai 2018, 19 Uhr feiert Das Geheimnis der schwarzen Spinne, eine Gruseloper für Kinder von Judith Weir, Premiere. Die Schaubühne Lindenfels bietet eine ideale Kulisse für diese Kooperation mit dem Kinderchor der Oper Leipzig und dem Orchester der Musikalischen Komödie unter der musikalischen Leitung von Sophie Bauer. Alle solistischen Rollen werden von Kindern des Kinderchores übernommen. Die szenische Umsetzung liegt in den Händen von Philipp J. Neumann (Inszenierung) und Nicola Minssen (Kostüme).

In dem Stück treibt eine geheimnisvolle schwarze Spinne ihr Unwesen im Dorf und erinnert Christine an ein nicht gehaltenes Versprechen. Christine wird immer mehr zur Außenseiterin, bis es ihr gelingt, die Spinne zu fangen. Judith Weir verbindet die historische Ebene von Jeremias Gotthelfs Erzählung, die sich im 15. Jahrhundert abgespielt hat, mit dem Hier und Jetzt.

Premiere: Freitag, 25. Mai 2018, 19 Uhr, Schaubühne Lindenfels

Weitere Aufführungen: 1., 2., 5. & 6. Juni 2018 (für Kinder ab 10 Jahren)


WIEDERAUFNAHME VON »WEST SIDE STORY«

Am Freitag, 18. Mai, um 19:30 Uhr wird Leonard Bernsteins »West Side Story«, ein spartenübergreifendes Projekt von Oper und Leipziger Ballett, wiederaufgenommen. Die musikalische Leitung des internationalen Solistenensembles, des Opernchores und des Gewandhausorchesters übernimmt Kapellmeister Christoph Gedschold. Ballettdirektor Mario Schröder zeichnet für Inszenierung und Choreografie von Bernsteins Jahrhundertwerk verantwortlich.

Inmitten der Gewaltexzesse zweier rivalisierender New Yorker Gangs entspinnt sich die tragische Liebesgeschichte von Tony (Christian Alexander Müller) und Maria (Myrthes Monteiro). Bernstein fängt mit seiner Musik den Mythos vom Schmelztiegel New York ein und spiegelt ihn in einer Geschichte nach Shakespeares »Romeo und Julia« um Feindschaft, Liebe und Tod. Dafür benutzte er Elemente von Schauspiel, Show, Oper, Song, Jazz und Blues und lässt diese zu einem bühnenwirksamen Gesamtkunstwerk verschmelzen. Songs wie »I Like To Be In America!«, »I Feel Pretty« oder das Liebes-Duett »Tonight« sind Evergreens und machen »West Side Story« zum erfolgreichsten Musical aller Zeiten.

Wiederaufnahme: Freitag, 18. Mai 2018, 19:30 Uhr, Opernhaus

Aufführungen: 19., 20. & 21. Mai 2018 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn und Publikumsgesprächen nach Abendvorstellung)


»JAZZ AM FREITAG« MIT BEA & BANDA | »TANGOJAZZ«

Die Musikalische Komödie läutet am Freitag, 25. Mai, 19:30 Uhr wieder jazzend das Wochenende ein. Bea & Banda, das jüngste Projekt der vielseitigen Sängerin Beate Furcht, gastiert zu diesem Anlass im Haus Dreilinden. Frontsängerin Furcht, die auch als Schauspielerin in Theater, Film und Fernsehen erfolgreich ist, zeigt mit Leipzigs »Jazz-Guru« Stephan König (Klavier), Christoph Schenker (Cello), Alfred Kallfass (Kontrabass) und Dominique »Gaga« Ehlert am Schlagzeug stilistische Varianz. Leidenschaftlich, expressiv und zuweilen verträumt-fragil ist die Musik, in deren Spannungsfeld sich Bea & Banda zwischen Tango und Jazz bewegen. Der Eintritt kostet 20 €.

Termin: Freitag, 25. Mai 2018, 19:30 Uhr, Musikalische Komödie


TANZIMMERSION IM KUNSTKRAFTWERK

Der Name KunstKraftWerk ist Programm. Wenn das Leipziger Ballett am Donnerstag, 31. Mai 2018, 20 Uhr in dem ehemaligen Heizkraftwerk im hippen Leipziger Westen zu Gast ist, treffen unterschiedliche Künste – Bewegung, Musik, Bild – aufeinander. Der Zuschauer selbst steht bei diesem interaktiven 4 D-Erlebnis im Kraftfeld der Künste.

Termin:  31. Mai 2018, 20 Uhr, Kunstkraftwerk,  Nur noch Restkarten (20 €) erhältlich.

 

—| Pressemeldung Oper Leipzig |—

Wien, Oper in der Krypta, Die Winterreise – Franz Schubert, IOCO Kritik, 10.04.2018

April 12, 2018 by  
Filed under Hervorheben, Konzert, Kritiken, Peterskirche

 Peterskirche im 1. Bezirk von Wien © IOCO

Peterskirche im 1. Bezirk von Wien © IOCO

Peterskirche Wien

Die Winterreise von Franz Schubert  

Von Marcus Haimerl

Die Peterskirche, ist im Zentrum von Wien, im 1. Bezirk gelegen. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins 4. Jahrhundert, als im dort gelegenen römischen Lager Vindobona eine Kaserne in ein Kirchengebäude umgebaut wurde. Der Bau der heutigen Peterskirche begann 1701, unter Kaiser Leopold I., Fertigstellung und Weihung war 1733. Die Peterskirche war der erste Kuppelbau im barocken Wien. Seit 2014 finden in der Krypta der Peterskirche wunderbare Opernproduktionen statt.  80 Besucher sitzen dort in unmittelbarer Nähe der Sänger, immer mit dem intensiven Gefühl, Teil der Aufführung zu sein.


Franz Schubert führte seinen Zyklus „schauerlicher Lieder“ im Herbst 1827 im engsten Freundeskreis im Hause Franz von Schobers erstmalig auf. In einem ebenso intimen Rahmen konnten die Besucher der Krypta der Wiener Peterskirche die Interpretation der Winterreise des Liedduos Matthias Spielvogel und Andreas Mersa erleben.

Oper in der Krypta / Matthias Spielvogel, Tenor und Andreas Mersa © Marcus Haimerl

Oper in der Krypta / Matthias Spielvogel, Tenor und Andreas Mersa © Marcus Haimerl

Der Tiroler Pianist Andreas Mersa, Absolvent der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien studierte im Anschluss Liedbegleitung am Konservatorium Privatuniversität Wien. Der im deutschen Wittlich geborene Tenor Matthias Spielvogel erhielt in seiner Jugend ersten Gesangs-, Klavier- und Orgelunterricht. Es folgten Studien an den Musikhochschulen in Weimar und Wien. Er tritt als Chorsänger an der Wiener Staatsoper auf und gestaltet auch eine Vielzahl an Rollen bei Oper in der Krypta, u.a. Tony in der West Side Story, Don Ottavio in Don Giovanni oder Basilio in Le nozze di Figaro. Die beiden jungen Künstler verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit im Bereich des romantischen Liedrepertoires. Gemeinsam vertiefen sie ihre interpretatorischen Studien beim Staatsopernsänger Hans Peter Kammerer.

Was sich nun dem Zuhörer bietet, ist wahrlich außergewöhnlich. Von Beginn gelingt es den Künstlern die spezielle beklemmende, dem Liederzyklus innewohnende Atmosphäre zu schaffen und das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Matthias Spielvogel zeigt hier die große Bandbreite seines stimmlichen Ausdrucks: von leichtgeführten, kopfstimmigen Passagen (Der Leiermann) über aufblühend dramatische Fortestellen (Der stürmische Morgen) bis hin zu starren, scheinbar leblosen Tönen (Der greise Kopf) reicht sein stimmliches Ausdrucksvermögen, welches er wohlüberlegt einsetzt.

Franz Schubert Grabstätte in Wien © IOCO

Franz Schubert Grabstätte in Wien © IOCO

Andreas Mersa bewies sich als herausragender Liedbegleiter. Einfühlsam trägt er den Sänger durch den gesamten Liederzyklus und beherrscht das Wechselspiel zwischen seiner Rolle als Begleiter und Solist perfekt. Als ein Beispiel sei hier das Lied Nr. 21 „Das Wirtshaus“ genannt, in welchem Andreas Mersa seine klangliche Vielfalt unter Beweis stellt.

Bemerkenswert auch die formale Dramaturgie des Abends, über die sich die Interpreten merklich Gedanken gemacht haben. Lieder, die inhaltlich und musikalisch zusammenhängen, folgen gruppiert rasch aufeinander (beispielsweise die Nummern 2-4), andere stehen einzeln für sich (Der Lindenbaum, Nr. 5; ,Rast, Nr. 10). Dieses Wechselspiel verleiht dem Abend eine übergeordnete Struktur, die dem Zuhörer das Verstehen dieses komplexen Zyklus‘ erleichtert. Die kurze Pause nach dem zwölften Lied ist ein Verweis auf die kompositorische Entstehungsgeschichte der Winterreise. Schubert hatte im Februar 1827 zuerst die Lieder 1-12 und später dann, im Oktober desselben Jahres, die Nummern 13-24 komponiert und damit den Zyklus zweiteilig angelegt.

Interessant auch die Wahl der Tonarten: bei der für gewöhnlich im Konzert dargebotenen Fassung der Winterreise, wie sie in der Erstausgabe (Haslinger, Wien, 1828) erschienen ist, wird außer Acht gelassen, dass Schubert bei einigen Liedern ursprünglich andere Tonarten vorgesehen hatte. Ein Beispiel: Die Künstler lassen auf das vorletzte Lied ,Die Nebensonnen‘, das in A-Dur endet, den finalen Leiermann im ursprünglich vorgesehen h-Moll anstatt üblichen a-Moll erklingen, was die Szenerie des armen Bettlers, der barfuß auf dem Eis seine Leier spielt, auch tonal noch entrückter erscheinen lässt.

Nachdem der letzte Ton des Leiermanns verklungen war, herrschte ein langer Augenblick Stille, ehe der Jubel des Publikums anhob. Ein neuerliches Highlight in der Zusammenarbeit der beiden jungen Künstler stellt die Aufführung von einem weiteren Liederzyklus Schuberts, Die schöne Müllerin, am 05. Und 09. Mai 2018 am gleichen Ort, in der Krypta der Peterskirche in Wien dar.

Hannover, Staatsoper Hannover, Spielplan November 2017

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski


Spielplan November 2017


Richard Strauss’ faszinierende Salome zeigt die Staatsoper ab 18. November in einer Neuinszenierung von Ingo Kerkhof, der an der Staatsoper u.a. mit seiner konzentrierten „Figaro“-Inszenierung bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Ivan Repuši?, der sich nach den Wagner- und Puccini-Premieren der vergangenen Saison damit erstmals mit einer Strauss-Oper präsentiert. – Seinen kleinen Brahms-Zyklus vollendet der Pianist Lars Vogt mit dem Mammutwerk des 1. Klavierkonzerts beim 3. Sinfoniekonzert am 26.11. Im September spielte und dirigierte Vogt das 2. Klavierkonzert in Personalunion, nun steht GMD Ivan Repuši? am Pult und hat mit César Francks Sinfonie d-Moll außerdem ein spätromantisches Werk aus Frankreich im Gepäck. – Noch dreimal zu erleben sind Stefan Adam als Holländer und Kelly God als Senta in Wagners Der fliegende Holländer. – Weitere Wiederaufnahmen des Monats beinhalten Jörg Mannes’ Henry VIII-Ballett, Donizettis Der Liebestrank, Puccinis Manon Lescaut und Rossinis Wilhelm Tell (konzertant, unter der Leitung von Alessandro De Marchi). In der Jungen Oper sind weiterhin im Repertoire der Club Figaro (ab 13), Das Märchen vom Märchen im Märchen (ab 5) sowie der Dauerbrenner Oh, wie schön ist Panama (ab 5). – Gleich zweimal dürfen sich sangesfreudige Besucher beim Publikumskonzert ausprobieren (1.11. und 29.11.). – „Spielen erlaubt!“ heißt es beim 1. Kinderkonzert, wenn Vampir Heini Regelbrüche in der Musik erkundet. – Das 2. Kammerkonzert – wieder am neuen Ort, dem Niedersächsischen Landesmuseum – bestreitet die stellvertretende Solocellistin Christine Balke mit ihrer Duopartnerin Maria Lagutina und Werken von Brahms, Grieg und Schostakowitsch. Die Eintrittskarte berechtigt auch zum Museumsbesuch am 12.11.


PREMIERE OPER


SALOME
OPER VON RICHARD STRAUSS
DRAMA IN EINEM AKT (1905)
TEXT VOM KOMPONISTEN NACH DEM DRAMA »SALOMÉ« VON OSCAR WILDE IN DER ÜBERSETZUNG VON HEDWIG LACHMANN
PREMIERE SA, 18.11.17, 19:30 UHR

Vamp, femme fatale, erotisches Monstrum – solche Klischees bestimmen bis heute das Bild der Salome. Als Ziel moralischer und religiöser Entrüstung und als Objekt der Begierde gleichermaßen, hat es die judäische Königstochter zu einer Prominenz gebracht, die sich in den künstlerischen Gestaltungen ihrer Geschichte über die Jahrhunderte widerspiegelt. Aber erst durch Oscar Wildes 1892 entstandenen Einakter wurde die Prinzessin zur Symbolgestalt eines morbiden und nach Schönheit und Luxus gierenden »Fin de siecle«.

Nach seinen zwei Opernerstlingen gelang Richard Strauss mit Salome der große Wurf, mit dem er Theatergeschichte geschrieben hat. Die Musik liefert ein Psychogramm der Bühnenfiguren; das eigentliche Drama vollzieht sich im Inneren dieser Figuren. Denn ungeachtet des üppigen Orchesterklangs ist Strauss’ Salome kein Werk oberflächlicher orientalischer Prachtentfaltung und bunter Exotismen. In einem der vielleicht am meisten missverstandenen Werken der Operngeschichte gilt es, das innere Drama der jungen Prinzessin, die aus einer deformierten Welt ausbrechen will, an die sie letztlich doch gekettet ist, neu zu entdecken.

MUSIKALISCHE LEITUNG Ivan Repuši? INSZENIERUNG Ingo Kerkhof BÜHNE Anne Neuser KOSTÜME Inge Medert CHOREOGRAPHIE Mathias Brühlmann LICHT Elana Siberski DRAMATURGIE Klaus Angermann

SALOME Annemarie Kremer HERODES Robert Künzli HERODIAS Khatuna Mikaberidze JOCHANAAN Brian Davis NARRABOTH Simon Bode PAGE Hanna Larissa Naujoks/Josy Santos u.a.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

 


REPERTOIRE OPER UND BALLETT


DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

Der Holländer hat sich einst in die Stürme geworfen und das Schicksal, die Natur und Gott herausgefordert. Der Lohn für seine Hybris ist ein Fluch, der es ihm nur noch alle sieben Jahre gestattet, an Land zu gehen. Nur eine Frau, die einen Schwur auf ewige Treue einlösen kann, vermag ihn davon zu befreien. Könnte Senta die Erlösung des Holländers sein? Obsessiv träumt sich Senta einen Mann wie den Holländer herbei – einen Mann, wie es der Jäger Erik niemals sein kann. Und tatsächlich: als sich der Holländer und Senta begegnen, tritt zum ersten Mal Stille in die Herzen der beiden Suchenden. Doch ist es der stille Einklang zweier Herzen, die ihre Bestimmung gefunden haben – oder die dräuende Stille im Auge des Sturms, dem Unheil folgen wird? »Mensch gegen Natur, Bernd Mottl stellt das große Ganze in den Mittelpunkt.« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 05.11., 14.11. UND ZUM LETZTEN MAL IN DIESER SPIELZEIT AM 23.11.17


HENRY VIII

Als König Heinrich der Achte von England mit 55 Jahren stirbt, ist er ein kranker, fettleibiger Despot. Der ehemals glänzende Hoffnungsträger entwickelt sich zum Schrecken seines Volkes: Zehntausende werden durch ihn zum Tode verurteilt – darunter zwei seiner sechs Ehefrauen. Seinem lang ersehnten Thronerben Edward hinterlässt Henry ein ausgeblutetes Land und leere Staatskassen. Jörg Mannes rückt die imposante Gestalt dieser historischen Figur ins Zentrum seines Balletts. Mark Polscher hat für Henry VIII eigens einen Klangraum für Orchester und Elektronische Musik geschaffen. Die Komposition erklingt gemeinsam mit Werken von Edward Elgar und Johann Sebastian Bach. »Wunderbar verdeutlicht Mannes in seiner Choreographie die Beziehungen Henrys zu seinen Frauen.« HAZ

VORSTELLUNGEN AM 03.11., 11.11. UND ZUM LETZTEN MAL AM 19.11.17

GRANDBROTHERS, FOTO: TONJE-THILESEN


DER LIEBESTRANK

Nemorino verzehrt sich nach Adina, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Wie gut, dass Dulcamara einen Liebestrank für derartige hoffnungslose Fälle im Sortiment hat. Der feste Glaube an die baldige Wirkung des Tranks steigert Nemorinos Selbstbewusstsein, was wiederum Adina ärgert. Aus Trotz entschließt sie sich zur Hochzeit mit dem Soldaten Belcore. Um eine weitere Flasche des wundertätigen Elixiers kaufen zu können, lässt sich Nemorino von Belcore als Soldat anwerben. Erst als Adina hiervon erfährt, erkennt sie die Aufrichtigkeit von Nemorinos Gefühlen. »So macht Belcanto Spaß!« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 16.11. UND 25.11.17


MANON LESCAUT

Im Mittelpunkt von Puccinis erstem Welterfolg steht die fatale Liebesbeziehung zwischen dem Adeligen Des Grieux und der jungen Manon Lescaut. Der Zwiespalt zwischen der Sehnsucht nach Liebe und den Vorzügen eines Lebens im Luxus wird Manon zum Verhängnis. Mit Manon Lescaut gelang Puccini der internationale Durchbruch. »Ein nicht nur musikalisch hinreißender Abend, der beweist, dass spannende und emotional packende Personenregie nicht nur möglich ist, sondern optisch genussvoll zum Nachdenken anregen kann.« Online Musik Magazin

VORSTELLUNGEN AM 04.11., 10.11. UND 24.11.17


WILHELM TELL

Im Stile einer Grand opéra mit prachtvollen Chören präsentiert Rossini den Befreiungsschlag der Schweizer gegen die habsburgischen Besatzer, der zur Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft führte. Die Tell-Legende wird verknüpft mit der unglücklichen Liebe zwischen dem Schweizer Arnold und der habsburgischen Prinzessin Mathilde. Das berühmte Geschehen rund um Rütlischwur und Apfelschuss entfaltet Rossini in einem musikalisch eindrucksvollen Naturidyll. Für die konzertante Aufführungsserie konnte Alessandro De Marchi gewonnen werden – renommierter Spezialist für die Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

VORSTELLUNGEN AM 12.11. UND 17.11.17

 


REPERTOIRE JUNGE OPER


CLUB FIGARO, AB 13 JAHREN

Mittendrin ist man im »Club Figaro« – frei von der Aufsicht durch Eltern, Lehrer und sonstige Aufpasser. Sein, wer man ist, sich treffen, mit wem man will, Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen – all das kann man hier. Mittendrin ist auch Cherubino – und zwar mitten auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, wohin man gehört, wohin die Zukunft führen wird. Wie weit geht man, um dazu zu gehören? Musikalisch heißt das: Mozart trifft Band trifft Club-Musik – eine Synthese, die ebenso verrückt sein kann, wie der legendäre Komponist selbst.

VORSTELLUNGEN AM 03.11., 10.11., 14.11., 19.11. UND 24.11.17


DAS MÄRCHEN VOM MÄRCHEN IM MÄRCHEN, AB 5 JAHREN

Nachdem er seine Mutter verloren hat, muss der kleine Mahmut für sich selbst sorgen. Bei einer Reihe von Abenteuern steht ihm ein Glücksvogel bei und wendet alles zum Guten. Auf poetische Weise führt die Geschichte nach Kemal Kurt den jungen Helden durch vier Episoden, in denen der kleine Waisenjunge seine schmerzvollen Erfahrungen zu bewältigen lernt und seinen Platz innerhalb der Gesellschaft findet. Traditionelle türkische Lieder reichern die Handlung an, in den farbenprächtigen Kostümen finden sich Anklänge an den orientalischen Kontext des Märchens. »Toll: Deutsche, türkische oder sonst woher stammende Kinder versanken gemeinsam in dem Märchen vom Märchen, bei dem Sprachbarrieren keine Rolle spielen.« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 09.11., 12.11., 13.11. UND 21.11.17


OH, WIE SCHÖN IST PANAMA, AB 5 JAHREN

Auf der Suche nach Panama brechen Bär und Tiger zu einer philosophischen Reise auf und erkennen am Ende: Auch wer im Kreis gelaufen ist, kommt doch anders und auch anderswo an, als er losgelaufen ist. Die spielerisch-poetische Musik schuf der junge Komponist Stefan Johannes Hanke (Der Teufel mit den drei goldenen Haaren) als Auftragswerk der Staatsoper. »Librettistin Dorothea Hartmann hat aus Janoschs tiefgründiger Bildergeschichte eine temporeiche Story gemacht.« HAZ

VORSTELLUNG AM 16.11.17


3. SINFONIEKONZERT
JOHANNES BRAHMS Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15 (1854 – 57)
CÉSAR FRANCK Sinfonie d-Moll (1887 / 88)

Die Tonart d-Moll verbindet die beiden Werke dieses Konzertprogramms, denen bei ihren Uraufführungen wenig Glück beschieden war: Wie das 1. Klavierkonzert von Johannes Brahms 1859 in Hannover auf Unverständnis stieß, bereitete die Sinfonie César Francks 30 Jahre später in Paris den Hörern gravierende Schwierigkeiten. Brahms’ Konzert irritierte mit sinfonischen Ausmaßen und einer engen Verzahnung von Klavier- und Orchestersatz; statt vordergründiger Virtuosität herrscht dramatischer Furor und sensible Innerlichkeit. Wuchtig entlädt sich der titanische Kopfsatz mit einer Direktheit, die die komplizierte Entstehung zu verleugnen scheint. Zunächst als Sonate für zwei Klaviere konzipiert, dann als Ausgangspunkt für eine Sinfonie gedacht, entwickelte sich das Werk über drei Jahre zu Brahms’ erstem Werk mit Orchester überhaupt.

Francks Zeitgenossen haderten mit dessen Bemühungen um eine neue, sehr persönliche Auslotung der sinfonischen Formschemata, mit seiner Vielfalt an Motiven und komplexen Kontrapunktik. Für jüngere französische Komponisten wie Ernest Chausson, Vincent d’Indy oder Franck-Schüler Claude Debussy sollte jedoch gerade diese Sinfonie mit ihrer weit in die Zukunft weisenden Harmonik eines der einflussreichen Werke ihrer Zeit werden.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
SOLIST Lars Vogt (Klavier) DIRIGENT Ivan Repuši?
SO, 26.11.17, 17:00 UHR
MO, 27.11.17, 19:30 UHR
Einführung mit Ivan Repuši? jeweils 45 Minuten vor dem Konzert


1. KINDERKONZERT »SPIELEN ERLAUBT!«
ÜBER ZUFALL UND MUSIKALISCHE REGELN

Kinder spielen gerne, das ist klar. Musiker spielen auch. Und für beides braucht man Regeln, oder? Welche Spielregeln gelten in der Musik, und was passiert, wenn man sich nicht daran hält? Heini, der kleine Vampir, macht sich auf die Spurensuche durch 300 Jahre Musikgeschichte von Johann Sebastian Bach bis John Cage. Dabei begegnet er Naturgesetzen wie dem Echo und menschlichen Erfindungen wie Kanon und Kontrapunkt, immer auf der Fährte musikalischer Gesetze und Regelbrüche.

MIT Heini, dem kleinen Vampir (Britt Wolfgramm / Eva Spilker), Mareike Morr (Mezzosopran)
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
DIRIGENT Siegmund Weinmeister
SO, 05.11.17, MO, 06.11.17 UND DI, 14.11.17, JEWEILS 11:00 UHR


2. KAMMERKONZERT: CELLO UND KLAVIER
JOHANNES BRAHMS Cellosonate D-Dur op. 78 (1879 / 97)
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Cellosonate op. 40 (1934)
EDVARD GRIEG Cellosonate a-Moll op. 36 (1882 / 83)

Beim 2. Kammerkonzert im Landesmuseum präsentiert die stellvertretende Solocellistin Christine Balke mit ihrer Duopartnerin Maria Lagutina ein gewichtiges Sonatenprogramm. Handelt es sich bei Brahms’ op. 78 ursprünglich um eine Violinsonate, die der Leipziger Musiker Paul Klengel für seinen Bruder, den berühmten Cellisten Julius Klengel, transkribierte, sind die beiden anderen Werke Originalkompositionen. Edvard Grieg belebt die strenge Struktur der Sonatenform mit schwelgerischer Romantik; Dmitri Schostakowitsch verbindet russisches Kolorit mit karikierender Groteske.

MIT Christine Balke (Violoncello) und Maria Lagutina (Klavier)
SO, 12.11.17, 11:00 UHR
VORTRAGSSAAL DES NDS. LANDESMUSEUMS HANNOVER


OPER EXTRA


OLAF ROTHS OPERETTENPARADIES – REISE NACH ITALIEN

An drei Terminen pro Spielzeit begrüßt Olaf Roth, Pressesprecher der Staatsoper Hannover, das Publikum im Operettenparadies im Marschner-Saal. Bei Kaffee und Kuchen begeben sich die Zuschauer diesmal auf eine Reise nach Italien und machen zunächst Bekanntschaft mit einem Renaissancedichter, der die erotischen Schwänke, die er schrieb, am liebsten erst einmal selbst erlebte. Dann stellt sich ein Teufelsgeiger vor, dem man nur ungern widersprechen möchte, wenn er von sich sagt: »Gern hab’ ich die Frau’n geküsst«. Ensemblemitglieder der Staatsoper Hannover präsentieren Ausschnitte aus Operetten von Franz von Suppé (Boccaccio) und Franz Lehár (Paganini).

SA, 04.11.17, 15:00 UHR, MARSCHNER-SAAL


PUBLIKUMSCHÖRE ZU »WEST SIDE STORY« UND »SALOME«

Gleich zweimal lädt die Staatsoper Hannover im November zum Mitsingen ein. Bei den Publikumschor-Terminen rund um die Premieren von West Side Story und Salome könnten die Themen und Gäste kaum unterschiedlicher sein. Während Stella Motina, Darstellerin der Maria in Bernsteins Musical und neues Ensemblemitglied, mit dem Publikumschor Stücke rund um das Thema »Wenn zwei sich lieben« anstimmt, musiziert Tenor Robert Künzli mit ihm »Im Elfenbeinturm«. Welche Werke sich genau dahinter verbergen, erfährt das Publikum wie immer erst am Abend selbst. Aber eins ist gewiss: Ein Stück aus der jeweiligen Produktion ist sicher dabei!

MI, 01.11.17 UND MI, 29.11.17, JEWEILS 19:00 UHR

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Wilhelm Tell, Figaro und viel mehr: Spielplan Oktober 2017

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Die Staatsoper Hannover

 Spielplan Oktober 2017

Rossinis letzte Oper Wilhelm Tell steht als konzertante Premiere am Reformationstag auf dem Spielplan; Alessandro De Marchi, Spezialist für die Musik des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts, dirigiert das Ensemble der Staatsoper Hannover (31.10.). Vier weitere Aufführungen folgen im weiteren Verlauf der Spielzeit. – Eine weitere Premiere findet am 20.10. im Ballhof statt, wenn die Zuschauer Cherubino in den Club Figaro, begleiten, eine Produktion der Jungen Oper frei nach Mozarts Die Hochzeit des Figaro in der Regie von Friederike Karig. – Wer die tragische Geschichte um Violetta Valéry in der Kultinszenierung Benedikt von Peters erleben möchte, sollte den Oktober nutzen: Am 7. und 11.10. finden die beiden letzten Aufführungen dieser Spielzeit von La traviata statt. – Beeilen sollte man sich auch, um Der junge Lord noch einmal zu erleben, bereits am 19.10. ist die letzte Vorstellung der Henze-Oper. – Ein Wiedersehen gibt es dafür mit Puccinis Manon Lescaut: Am 18.10. kehrt die armenische Starsopranistin Karine Babajanyan in der Titelrolle auf die Bühne der Staatsoper zurück. – Wieder im Ballhof 2 zu sehen ist ab 27.10. das ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Märchen vom Märchen im Märchen. – Am 8. und 9.10. musiziert Generalmusikdirektor Ivan Repušic beim 2. Sinfoniekonzert mit dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover Beethovens Sinfonie Nr. 5 sowie Werke von Richard Strauss, darunter die Vier letzten Lieder mit Kelly God als Solistin – Eine neue Heimat haben die Kammerkonzerte gefunden: Ab sofort finden sie im Landesmuseum (Willy-Brandt-Allee 5) statt. Beim 1. Kammerkonzert »Oboe plus Streicher« kommen Werke von Françaix, Britten, Fauré und Bax zur Aufführung (15.10.). – Der ehemalige Solo-Cellist des Staatsorchesters, Rainer Pehrisch, spielt zusammen mit der Pianistin Tatiana Bergh im Kammerkonzert Extra: Cellosonaten Werke von Mjaskowski, Beethoven und Schostakowitsch (24.10.).

 


>> PREMIERE OPER

WILHELM TELL (KONZERTANT)  von Gioacchino Rossini
Libretto von Étienne de Jouy und Hippolyte Bis, nach Friedrich Schiller
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln,  Premiere Di, 31.10.17, 18:30 Uhr

Das Grabmal von Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Das Grabmal von Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Wenn er Rossinis Oper Guillaume Tell höre, so fühle er sich glücklich und vollauf zufrieden, vergesse alle Sorgen; in dieser Art äußerte sich Georges Bizet über das Werk seines Komponistenkollegen Gioacchino Rossini, der seine 1829 uraufgeführte Oper dem Schweizer Nationalhelden widmete.

Im Stile einer Grand opéra präsentiert Rossini den Befreiungsschlag gegen die habsburgischen Besatzer sowie die Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft und verknüpft die Tell-Legende in der Nebenhandlung mit Arnolds unglücklicher Liebe zu Mathilde. Sowohl Tells tragischer Konflikt als auch Arnolds Zwiespalt erfahren eine positive Wendung. Das berühmte Geschehen rund um Rütlischwur und Apfelschuss entfaltet Rossini in einem musikalisch eindrucksvollen Naturidyll, das gleichzeitig als identitätsstiftender Lokalkolorit fungiert. Meisterhaft fasst Rossini die Befreiung der Unterdrückten in Töne und lässt in seiner Partitur sowohl Bevölkerung als auch Natur aufatmen.

Für die konzertante Aufführungsserie konnte Alessandro De Marchi gewonnen werden – renommierter Spezialist für die Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

MUSIKALISCHE LEITUNG Alessandro De Marchi CHOR Lorenzo Da Rio

WILHELM TELL Stefan Adam, ARNOLD Sung-Keung Park, WALTER Tobias Schabel, MELCTHAL Michael Dries JEMMY Ania Vegry GESSLER Shavleg Armasi RODOLPHE Edward Mout RUODI Pawel Brozek LEUTHOLD Daniel Eggert MATHILDE Dorothea Maria Marx HEDWIG Monika Walerowicz,  Chor und Extrachor der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> PREMIERE JUNGE OPER


CLUB FIGAROJugendproduktion frei nach Wolfgang Amadeus Mozarts Die Hochzeit des Figaro,  Mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludger Nowak u.a.
Premiere Fr, 20.10.17, 19:30 UHR

Mozart Denkmal in Wien © IOCO

Mozart Denkmal in Wien © IOCO

Mittendrin ist man im Club Figaro – frei von der Aufsicht durch Eltern, Lehrer und sonstige Aufpasser. Sein, wer man ist, sich treffen, mit wem man will, Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen – all das kann man hier. Mittendrin ist auch Cherubino: und zwar mitten auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, wohin man gehört, wohin die Zukunft führen wird. Wie weit geht man, um dazu zu gehören – und was steckt eigentlich hinter der Fassade von »Peace, Love and Happiness«, hinter der sich so viele verstecken? Im Nachtleben blühen Träume auf und kommen Sehnsüchte hoch, doch wird auch unsicher über sich selbst und die Zukunft gegrübelt – auf und um den Dancefloor herum wachsen sich Sorgen und Konflikte zu kleinen und großen Dramen aus. Das Motto »dance like nobody’s watching« zu erfüllen, wird immer schwerer, wenn jeder Move einen auch einen Schritt näher ans Erwachsensein bringt.

Diesen verrückten Tanz in die Nacht und ins Leben wagt das Ensemble der Jungen Oper gemeinsam mit jugendlichen Darstellern, Musikern und Tänzern aus Hannover und Umgebung. Den Soundtrack dazu liefern originale und bearbeitete Klänge aus Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro: Mozart trifft Band trifft Club-Musik; eine Synthese, die ebenso verrückt sein kann, wie der legendäre Komponist selbst.

MUSIKALISCHE LEITUNG Daniel Klein MUSIKALISCHE BEARBEITUNGEN, ORIGINALKOMPOSITIONEN UND BANDEINSTUDIERUNG Ludger Nowak INSZENIERUNG Friederike Karig BÜHNE Anja-Katharina Lütgens KOSTÜME Dennis Ennen LICHT Uwe Wegner DRAMATURGIE Christopher Baumann MUSIKTHEATERPÄDAGOGIK Maike Fölling

MIT Ula Drescher, Marlene Gaßner, Ylva Stenberg; Gihoon Kim, Hyun-Joong Kim, Yannick Spanier sowie jugendlichen Darstellern und Musikern aus Hannover,  Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> REPERTOIRE JUNGE OPER, OPER UND BALLETT


DER FLIEGENDE HOLLÄNDER von Richard Wagner

Der Holländer hat sich einst in die Stürme geworfen und das Schicksal, die Natur und Gott herausgefordert. Der Lohn für seine Hybris ist ein Fluch, der es ihm nur noch alle sieben Jahre gestattet, an Land zu gehen. Nur eine Frau, die einen Schwur auf ewige Treue einlösen kann, vermag ihn davon zu befreien. Könnte Senta die Erlösung des Holländers sein? Obsessiv träumt sich Senta einen Mann wie den Holländer herbei – einen Mann, wie es der Jäger Erik niemals sein kann. Und tatsächlich: als sich der Holländer und Senta begegnen, tritt zum ersten Mal Stille in die Herzen der beiden Suchenden. Doch ist es der stille Einklang zweier Herzen, die ihre Bestimmung gefunden haben – oder die dräuende Stille im Auge des Sturms, dem Unheil folgen wird? »Mensch gegen Natur, Bernd Mottl stellt das große Ganze in den Mittelpunkt.« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 10.10. UND 20.10.17


HENRY VIII

Als König Heinrich der Achte von England mit 55 Jahren stirbt, ist er ein kranker, fettleibiger Despot. Der ehemals glänzende Hoffnungsträger entwickelt sich zum Schrecken seines Volkes: Zehntausende werden durch ihn zum Tode verurteilt – darunter zwei seiner sechs Ehefrauen. Seinem lang ersehnten Thronerben Edward hinterlässt Henry ein ausgeblutetes Land und leere Staatskassen. Jörg Mannes rückt die imposante Gestalt dieser historischen Figur ins Zentrum seines Balletts. Mark Polscher hat für Henry VIII eigens einen Klangraum für Orchester und Elektronische Musik geschaffen. Die Komposition erklingt gemeinsam mit Werken von Edward Elgar und Johann Sebastian Bach. »Wunderbar verdeutlicht Mannes in seiner Choreographie die Beziehungen Henrys zu seinen Frauen.« HAZ

VORSTELLUNGEN AM 06.10. UND 15.10.17


DER JUNGE LORD

Der im kleinen Hülsdorf-Gotha mit großer Neugier erwartete englische Sir Edgar zieht in die Stadt, eckt mit seiner distanzierten Art jedoch bei den braven Hülsdorf-Gothaern an. Eine Versöhnung scheint zu gelingen, als Sir Edgar ein Fest zur Vorstellung seines Neffen, des jungen Lord Barrat, ankündigt: Der junge Lord macht großen Eindruck – allen voran auf die junge Luise, die bisher dem Studenten Wilhelm zugetan war. Wird dieser sie in der allgemeinen Begeisterung für Barrat noch umstimmen können? Und führt Sir Edgar sonst noch etwas im Schilde? – Hans Werner Henze schuf mit dem Jungen Lord auf ein Libretto von Ingeborg Bachmann 1964 eine der erfolgreichsten komischen Opern des 20. Jahrhunderts.

VORSTELLUNGEN AM 04.10. UND ZUM LETZTEN MAL AM 19.10.17


DER LIEBESTRANK

Nemorino verzehrt sich nach Adina, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Wie gut, dass Dulcamara einen Liebestrank für derartige hoffnungslose Fälle im Sortiment hat. Der feste Glaube an die baldige Wirkung des Tranks steigert Nemorinos Selbstbewusstsein, was wiederum Adina ärgert. Aus Trotz entschließt sie sich zur Hochzeit mit dem Soldaten Belcore. Um eine weitere Flasche des wundertätigen Elixiers kaufen zu können, lässt sich Nemorino von Belcore als Soldat anwerben. Erst als Adina hiervon erfährt, erkennt sie die Aufrichtigkeit von Nemorinos Gefühlen. »So macht Belcanto Spaß!« Neue Presse

VORSTELLUNGEN AM 13.10. UND 22.10.17


MANON LESCAUT

Im Mittelpunkt von Puccinis erstem Welterfolg steht die fatale Liebesbeziehung zwischen dem Adeligen Des Grieux und der jungen Manon Lescaut. Der Zwiespalt zwischen der Sehnsucht nach Liebe und den Vorzügen eines Lebens im Luxus wird Manon zum Verhängnis. Ihr Weg treibt sie gemeinsam mit ihrem Geliebten in die Verelendung und in einen einsamen Tod. Mit Manon Lescaut nach Die Geschichte des Chevalier Des Grieux und der Manon Lescaut von Abbé Prévost gelang Puccini der internationale Durchbruch.

»Ein nicht nur musikalisch hinreißender Abend, der beweist, dass spannende und emotional packende Personenregie nicht nur möglich ist, sondern optisch genussvoll zum Nachdenken anregen kann.« Online Musik Magazin

WIEDERAUFNAHME AM 18.10., WEITERE VORSTELLUNGEN AM 21.10. UND 29.10.17


DAS MÄRCHEN VOM MÄRCHEN IM MÄRCHEN,    AB 5 JAHREN

Nachdem er seine Mutter verloren hat, muss der kleine Mahmut für sich selbst sorgen. Bei einer Reihe von Abenteuern steht ihm ein Glücksvogel bei und wendet alles zum Guten. Auf poetische Weise führt die Geschichte nach Kemal Kurt den jungen Helden durch vier Episoden, in denen der kleine Waisenjunge nach wiederholten Neuanfängen seine schmerzvollen Erfahrungen zu bewältigen lernt und seinen Platz innerhalb der Gesellschaft findet. Traditionelle türkische Lieder reichern die Handlung an und bekräftigen dieses Plädoyer für die kindliche Phantasie. In den farbenprächtigen Kostümen finden sich Anklänge an den orientalischen Kontext des Märchens. »Toll: Deutsche, türkische oder sonst woher stammende Kinder versanken gemeinsam in dem Märchen vom Märchen, bei dem Sprachbarrieren keine Rollen spielen.« Neue Presse

WIEDERAUFNAHME AM 27.10., WEITERE VORSTELLUNG AM 29.10.17, BALLHOF ZWEI


LA TRAVIATA von Giuseppe Verdi

Die Kult-Inszenierung von Benedikt von Peter steht wieder auf dem Spielplan! Nicole Chevalier singt erneut Violetta Valéry, die auf die Liebe ihres Lebens verzichtet. Erst als es zu spät ist, begreift ihr Geliebter Alfredo, welches Opfer sie für ihn gebracht hat. »Sensationell ist die Violetta der Nicole Chevalier – vokal ohne Tadel, darstellerisch rückhaltlos und damit schlichtweg ergreifend.« omm.de. »Atemberaubend.« Mitteldeutsche Zeitung. »Singuläres Opernereignis.« Weser-Kurier. »Umwerfend und erschütternd.« Süddeutsche Zeitung

VORSTELLUNGEN AM 07.10. UND ZUM LETZTEN MAL IN DIESER SPIELZEIT AM 11.10.17


WEST SIDE STORY

Im Zentrum von Leonard Bernsteins Musical-Welterfolg West Side Story von 1957 steht die tragische Geschichte des Liebespaars Tony und Maria, die verfeindeten Lagern angehören. Tony fällt dem Bandenkrieg zwischen den Jets, einer Straßengang amerikanischer Jugendlicher, und den aus Puerto Rico stammenden Sharks zum Opfer. Erst als Marias Trauer um den ermordeten Geliebten in Empathielosigkeit umzuschlagen droht, erkennen die Jugendlichen die Folgen ihrer sinnlosen Gewalt. Das Stück ist von beklemmender Aktualität; viele seiner musikalischen Nummern – etwa »Tonight«, »Maria« oder »I like to be in America« – wurden zu Evergreens.

VORSTELLUNGEN AM 01.10., 03.10., 05.10., 14.10., 17.10., 25.10. UND 27.10.17


 >> KONZERTE


2. SINFONIEKONZERT
LUDWIG VAN BEETHOVEN Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 (1803–08)
RICHARD STRAUSS Vier letzte Lieder (1948) und Tod und Verklärung op. 24 (1888/89)

»Durch die Nacht zum Licht« ist das Motto, das GMD Ivan Repušic über dieses Konzert gesetzt hat: Geradezu idealtypisch wendet Ludwig van Beethoven die düstere Grundtonart seiner 5. Sinfonie, c-Moll, im Finale in strahlendes C-Dur. Doch auch das prägnante Anfangsmotiv, mit dem Beethoven das Schicksal an die Tür klopfen lässt, hat sie zur vermutlich bekanntesten Sinfonie der Musikgeschichte gemacht. Parallel zur 6. Sinfonie entstanden, erreicht Beethoven in ihr formal und inhaltlich unerhört Neues.

»Durch die Nacht zum Licht«: Der junge Richard Strauss greift mit seiner dritten Tondichtung Tod und Verklärung das große Beethoven’sche Vorbild auf. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der aufstrebende Komponist bei seiner ausdifferenzierten Programmmusik über den Todeskampf bis zur Todesstunde mit anschließender Verklärung in C-Dur nicht Beethovens Tonartenplan im Kopfgehabt hat.

Sechzig Jahre später schrieb Strauss wunderbar instrumentierte Orchesterlieder auf Texte von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff. Ein Jahr vor seinem Tod entstanden, wurden sie posthum als Vier letzte Lieder zusammengefasst und werden nun im Opernhaus von der Sopranistin Kelly God zum Klingen gebracht.

SOLISTIN Kelly God (Sopran) DIRIGENT Ivan Repušic, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
SO, 08.10.17, 17 UHR,  MO, 09.10.17, 19.30 UHR
Kurzeinführung mit Ivan Repušic jeweils 45 Minuten vor dem Konzert


1. KAMMERKONZERT: OBOE PLUS STREICHER
JEAN FRANÇAIX Streichtrio (1933)
BENJAMIN BRITTEN Phantasy Quartet op. 2 für Oboe und Streichtrio (1932)
GABRIEL FAURÉ Streichquartett e-Moll op. 121 (1924)
ARNOLD BAX Oboenquintett (1922)

Die Kammerkonzerte des Niedersächsischen Staatsorchesters haben eine neue Heimat gefunden: den Vortragssaal des Landesmuseums. Die Eintrittskarte berechtigt am Konzerttag auch zum Besuch des weitläufigen Museums mit Landesgalerie, naturkundlicher, völkerkundlicher und archäologischer Sammlung. Den Auftakt der neuen Kammerkonzert-Saison macht die reizvolle Besetzung von Oboe mit Streichern mit Werken der 1920er und 1930er Jahre aus England und Frankreich.

MIT Juri Schmahl (Oboe), Annette Mainzer-Janczuk (Violine), Stefanie Dumrese (Viola), Marion Zander (Violoncello) u.a.

SO, 15.10.17, 11 UHR, NIEDERSÄCHSISCHES LANDESMUSEUM HANNOVER


KAMMERKONZERT EXTRA: CELLOSONATEN
NIKOLAI MJASKOWSKI Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 D-Dur op. 12 (1911)
LUDWIG VAN BEETHOVEN Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 3 A-Dur op. 69 (1808)
DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40 (1934)

Der frühere Solo-Cellist des Staatsorchesters, Rainer Pehrisch, kehrt zum zweiten Mal für einen Sonatenabend aus dem Ruhestand ins Opernhaus zurück. Gemeinsam mit der Pianistin Tatiana Bergh präsentiert er mit der 3. Cellosonate von Beethoven und der Sonate von Schostakowitsch zwei große Werke des Repertoires. Außerdem auf dem Programm: die erste, noch spätromantische Cellosonate des unbekannteren russischen Komponisten Nikolai Mjaskowski, Kommilitone von Sergei Prokofjew am St. Petersburger Konservatorium.

MIT Rainer Pehrisch (Violoncello) und Tatiana Bergh (Klavier)
DI, 24.10.17, 19.30 UHR, LAVES-FOYER

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

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