Bielefeld, Theater Bielefeld, Premiere OTELLO DARF NICHT PLATZEN!, 01.09.2019

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

OTELLO DARF NICHT PLATZEN! Das Musical
Brad Carroll / Peter Sham

Premiere So. 01.09.19, 19:30 Uhr, Stadttheater

Musical nach der Komödie von Ken Ludwig // Buch und Gesangstexte von Peter
Sham // Musik von Brad Carroll // Deutsch von Roman Hinze

Musikalische Leitung William Ward Murta Inszenierung Thomas Winter Bühne und Kostüme Ulv Jakobsen Choreografie Dominik Büttner Dramaturgie Jón Philipp von Linden Mit Dirk Audehm, Yun-Geun Choi, Mark Coles, Michaela Duhme, Christin Enke-Mollnar, Joshua Farrier, Patricia Forbes, Krzysztof Gornowicz, Jonas Hein, Navina Heyne, Franziska Hösli, Evelina Quilichini, Carlos Horacio Rivas, Roberta Valentini, Jeannine Michèle Wacker; Bielefelder Opernchor, Bielefelder Philharmoniker

Theaterdirektor Saunders ist verzweifelt: Das Opernhaus Cleveland fiebert einer Galavorstellung von Verdis Otello entgegen, die Theatergilde rotiert seit Wochen wegen des Festbanketts, der Saal ist lange ausverkauft, selbst Präsident Roosevelt hat sich angekündigt (wir schreiben 1934)! Als endlich der große Tag da ist, fehlt der wichtigste Gast: Startenor Tito Merelli. Was tun? Souffleur und Regieassistent Max ist bereit, einzuspringen, aber niemand darf etwas davon merken. Zwar taucht der vermisste Gast doch noch auf, hat auch sein Originalkostüm dabei, fällt aber nach einem handfesten Streit mit seiner Frau mithilfe von Beruhigungsmitteln in einen derart tiefen Schlaf, dass er die Vorstellung buchstäblich verschläft. Max brilliert als Otello, der Skandal ist abgewendet, das Publikum tobt – doch die Show hinter der Bühne geht jetzt erst richtig los, da diverse weibliche Mitglieder des Hauses die Chance auf ein Schäferstündchen mit dem Startenor durchaus nutzen wollen und Merelli selbst nicht nur aufgewacht ist, sondern sich ebenfalls in sein Otello-Kostüm geworfen hat …

Ken Ludwig schrieb 1986 die Komödie Otello darf nicht platzen als Schauspiel und landete damit seinen bisher größten Erfolg. Peter Sham und Brad Carroll, zwei Broadway-Autoren der jüngeren Generation, waren 2004 überraschenderweise die ersten, die auf die Idee kamen, ein Musical daraus zu machen. Was naheliegend war, schließlich lässt sich eine Komödie über die Oper und ihre Lieblings-Klischees mithilfe von Musik, Orchester, SängerInnen und Chor noch viel authentischer und spritziger erzählen.

Mit Jonas Hein (Max Garber) und Joshua Farrier (Tito Merelli) treffen ein Musical und ein Operntenor am Theater Bielefeld aufeinander, hochkarätig flankiert von Dirk Audehm (bekannt aus My Fair Lady), Jeannine Michèle Wacker (Daddy Langbein), Roberta Valentini (Das Molekül, City of Angels, Jekyll & Hyde u.v.a.m.) und Navina Heyne (Bonnie & Clyde) sowie dem überaus spielfreudigen Bielefelder Opernchor. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von William Ward Murta. Mit Thomas Winter (Inszenierung), Ulv Jakobsen (Bühne und Kostüme) sowie Dominik Büttner (Choreografie) ist ein Regieteam am Start, das der Komödie das richtige Timing, den nötigen »Drive« und jede Menge Charme zu verleihen imstande ist.

MUSIKALISCHE LEITUNG
William Ward Murta, geboren in Fort Smith/Arkansas und aufgewachsen in Oklahoma, ist seit 1984 Musical-Kapellmeister am Theater Bielefeld. Er übernahm die musikalische Leitung vieler Produktionen wie Cabaret, Evita, Chicago, La Cage aux Folles, Piaf, Die Comedian Harmonists, der Uraufführung von James Lyons Für mich soll’s rote Rosen regnen, Franz Wittenbrinks Männer – Tore, Tränen und Triumphe, Sekretärinnen und Mütter, außerdem She Loves Me, Jekyll & Hyde, Me and My Girl, Crazy For You, The Scarlet Pimpernel, Chess, Company, The Birds of Alfred Hitchcock, City of Angels, Die Hexen von Eastwick, Bonnie & Clyde, Sunset Boulevard, A Little Night Music, Hochzeit mit Hindernissen, Avenue Q, Frühlings Erwachen (Spring Awakening), My Fair Lady und Lazarus. Murta ist in Musikerkreisen ein gefragter Arrangeur; zahlreiche seiner Arrangements gehören zu den Standards von Musical- und Gala-Aufführungen im In- und Ausland. Darüber hinaus komponiert Murta eigene Musicals: 1987 M … wie Marilyn
und sein Werk über das Leben von Galileo Galilei, Starry Messenger (Sternenbote), das 2004 sehr erfolgreich am Theater Bielefeld uraufgeführt wurde. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 folgte ebenso erfolgreich die Uraufführung von The Birds of Alfred Hitchcock und in der Spielzeit 2016/17 die Uraufführung von Das Molekül, für das er in fünf Kategorien beim Deutschen Musical-Theaterpreis nominiert und mit dem von New England Biolabs (NEB) ausgelobten »Passion in Science Award 2019« in der Kategorie »Arts & Creativity« ausgezeichnet wurde.

INSZENIERUNG
Thomas Winter war Sänger der Kölner Soulfunk Band Upstairs bevor er von 1995 bis 1999 an der Folkwang Hochschule Essen Schauspiel, Gesang und Tanz studierte. 1997 gewann er den 1. Preis beim Bundeswettbewerb Gesang (Musical, Chanson, Song). Von 1999 bis 2001 war er fest als Schauspieler am Theater Heilbronn und von 2001 bis 2005 am Staatstheater Oldenburg engagiert.
Seit 2005 arbeitet er als freier Schauspieler, war in Film- und Fernsehproduktionen wie Das Duo, SOKO München oder Der Baader-Meinhof-Komplex zu sehen und spielte unter anderem am Theater Bielefeld, im Winterhuder Fährhaus in Hamburg, am Theater Münster, in der Bar jeder Vernunft in Berlin, an der Deutschen Oper am Rhein und am Nationaltheater Mannheim.
Darüber hinaus ist er als Regisseur tätig und inszeniert u. a. an der Oper Chemnitz, am Volkstheater Rostock, am Theater Konstanz und am Theater Bielefeld, wo er auch seit 2011 die Spielstätte Loft künstlerisch betreut. Am Bielefelder Theater inszenierte er u. a. mit großem Erfolg City of Angels, Sunset Boulevard, Cyrano, Hochzeit mit Hindernissen, Das Molekül und My Fair Lady.

BÜHNE UND KOSTÜME
Ulv Jakobsen wurde 1962 in Berlin-Pankow geboren. Er absolvierte sein Design- und Bühnenbildstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und machte 1993 sein Diplom. 1992 war er Assistent bei Robert Wilson. Jakobsen war an über 80 Produktionen als Bühnen- und Kostümbildner an verschiedenen Theatern beteiligt. Darunter das Nationaltheater Lubljana (Slowenien), das Deutsche Theater Berlin, das Staatstheater Schwerin und das Theatret Vårt in Norwegen. Darüber hinaus arbeitete Jakobsen als Theater- und Filmautor in Schwerin, Bremerhaven und für den Kinofilm Die Datsche (2003). Seine Theaterplakate wurden mehrfach ausgezeichnet und fanden Aufnahme in staatliche und private Sammlungen. Am Theater Bielefeld war Ulv Jakobsen an den Musicalproduktionen City of Angels, Sunset Boulevard, Cyrano, Das Molekül und My Fair Lady als Bühnen- und Kostümbildner beteiligt.

CHOREOGRAFIE
Dominik Büttner studierte Schauspiel, Gesang und Tanz in Wien und sammelte bereits als Balletteleve erste Bühnenerfahrungen an der Wiener Staatsoper und an der Volksoper. Es folgten zahlreiche Engagements als Musicaldarsteller und Schauspieler, u. a. am Theater an der Wien, Theater des Westens Berlin, Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Karlsruhe, Bad Hersfelder Festspiele, Oper Kiel, Stadttheater Ingolstadt, Komödie Düsseldorf, Apollo Theater Stuttgart, Theater 11 Zürich und bei der Japan-Tournee von Elisabeth der Vereinigten Bühnen Wien. Dabei arbeitete er beispielsweise mit Helmut Baumann, Jürg Burth, Stefan Huber, Melissa King, Kim Duddy, Bernd Mottl, Otto Pichler, Harry Kupfer, Dennis Callahan, Werner Sobotka und Roman Polanski zusammen. Außerdem spielte er Rollen in TV-Produktionen von ZDF, NDR, WDR und im Kinofilm Polly Blue Eyes. Inzwischen ist er vermehrt auch als Choreograf und/oder Regisseur tätig, u. a. am Theater Bielefeld, Theater für Niedersachsen Hildesheim, den Schauspielbühnen Stuttgart, Stadttheater Ingolstadt, Tipi am Kanzleramt Berlin sowie für Theaterprojekte und Produktionen in Namibia, Russland, der Türkei und den USA. Daneben hat er einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin im Studiengang Musical und war Gastdozent an der University of Namibia und der University of North Carolina/USA.

BESETZUNG
Henry Saunders Dirk Audehm
Bernie Guter, Inspizient Carlos Horacio Rivas
Max Garber, Assistent Jonas Hein
Anna 1 (Dame der Operngilde) Evelina Quilichini
Anna 2 (Dame der Operngilde) Franziska Hösli
Anna 3 (Dame der Operngilde) Michaela Duhme
Diana Divane, Operndiva Navina Heyne
Maggie Saunders, Henrys Tochter Jeannine Michèle Wacker
Tito Merelli, Startenor Joshua Farrier
Maria Merelli, seine Frau Roberta Valentini
Bürgermeister von Cleveland Paata Tsivtsivadze
Harry, Liftboy Vladimir Lortkipanidze
Mickey, Polizist Krzysztof Gornowicz
Joe, auch Polizist Mark Coles

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Linz, Landestheater Linz, SISTER ACT – MUSICAL, 07.09.2019


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

SISTER ACT  –  Deloris wird Zeugin, wie ihr zwielichtiger Chef …

MUSIK ALAN MENKEN | GESANGSTEXTE GLENN SLATER | BUCH CHERI STEINKELLNER UND BILL STEINKELLNER

PREMIERE SAMSTAG  7. SEPTEMBER 2019

Musicalpremiere in der Spielzeit 2019/2020 Sister Act am 7. September 2019 im Großen Saal des Musiktheaters . Wieder einmal ist es dem Landestheater Linz gelungen, sich die Rechte für ein Hit-Musical zu sichern, das bisher ausschließlich in kommerziellen Produktionen zu sehen war. Alan Menken (Die Schöne und das Biest, Aladdin, Rapunzel – neu verföhnt) schrieb die mitreißende Musik für die Musicalversion der bekannten Filmkomödie mit Whoopie Goldberg, Regie führt Andreas Gergen (Besuch der alten Dame, I Am From Austria) und es choreografiert Kim Duddy (The Wiz).

HANDLUNG: Sängerin Deloris wird Zeugin, wie ihr zwielichtiger Chef und Liebhaber Curtis einen seiner „Mitarbeiter“ erschießen lässt. Police Officer Eddie denkt sich ein spezielles Zeugenschutzprogramm aus: Er bringt sie in einem Nonnenkloster unter. Dessen berüchtigt talentarmen Chor bringt Deloris binnen kurzem so auf Vordermann, dass die Klostergottesdienste bald rammelvoll sind und sogar das Fernsehen anfängt, davon zu berichten. Nicht gerade ideal, wenn man eigentlich vorhatte, unterzutauchen.

Das Musical Sister Act wurde 2006 in Pasadena uraufgeführt. 2009 brachte Whoopi Goldberg es als Produzentin in London heraus (Spieldauer 16 Monate). 2010 machte es Stage-Entertainment in Hamburg (720 Vorstellungen) und 2011 in Wien (15 Monate) zur Erfolgsproduktion, die anschließend auch in Oberhausen, Stuttgart, Berlin, Frankfurt und München für ausverkaufte Häuser sorgte. Die Broadway-Produktion wurde 18 Monate gespielt.

Die Original-Musik stammt von Star-Komponist Alan Menken, der für Disney u. a. die Scores von The Little Mermaid, Beauty and the Beast, Aladdin, Pocahontas, The Hunchback of Notre Dame, Enchanted und Sausage Party schrieb. Sehr bekannt ist auch sein Bühnenmusical Der kleine Horrorladen. Alan Menken wurde mit 8 Oscars, 11 Grammy Awards und einem Tony Award ausgezeichnet.

Landestheater Linz / Tertia Botha (Deloris van Cartier) © Robert Josipovic

Landestheater Linz / Tertia Botha (Deloris van Cartier) © Robert Josipovic


SISTER ACT
MUSIK VON ALAN MENKEN | GESANGSTEXTE VON GLENN SLATER | BUCH VON CHERI STEINKELLNER UND BILL STEINKELLNER
Zusätzliches Material (Buch) von Douglas Carter Beane
Nach dem Touchstone Pictures Film (Drehbuch Joseph Howard)
Deutsche Dialoge von Werner Sobotka und Michaela Ronzoni
Deutsche Gesangstexte von Kevin Schröder und Heiko Wohlgemuth
In deutscher Sprache mit Übertiteln

Premiere Samstag, 7. September 2019, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen: 14., 15., 20., 21., 23., 24., 26., 28. September 2019, 2., 4., 5., 9., 19., 23., 25., 31. Oktober 2019

Musikalische Leitung Tom Bitterlich, Inszenierung Andreas Gergen, Choreografie Kim Duddy, Associate Choreographer Eleonora Talamini, Bühne Walter Vogelweider, Kostüme Conny Lüders, Lichtdesign Michael Grundner, Dramaturgie Arne Beeker

MIT:  Tertia Botha, Dionne Wudu (26.1., 7.2., 22.2.) (Deloris van Cartier), Daniela Dett (Mutter Oberin), Hanna Kastner (Mary Robert), Viktoria Schubert (Mary Lazarus), Sanne Mieloo (Mary Patrick / Michelle), Silke Braas-Wolter (Mary Olympia), Dawn Daphne Samantha Bullock (Mary Honorata), Susanna Hirschler (Mary Curata), Anja Karminski (Mary Theresa), Isabella Prühs (Mary Passionata), Celina dos Santos (Mary Pieta), Lynsey Thurgar (Mary Nirvana / Tina), Nina Weiß (Mary vom göttlichen Herzen Jesu), Karsten Kenzel (Curtis Jackson), Gernot Romic (Eddie Fritzinger), Lukas Sandmann (TJ), David Arnsperger (Joey), Christian Fröhlich (Pablo), William Mason (Monsignor O’Hara), Carlo Schiavone (Ensemble), Cedric Lee Bradley (Ensemble),  Band

Der Musicalrenner vom Broadway mit den Hits von Disney-Hauskomponist Alan Menken endlich in Linz!

Tertia Botha (Deloris) – erstmals in Linz

Die südafrikanische Sängerin mit künstlerischer Ausbildung in Kapstadt feierte frühe Erfolge mit der Band Preluders und 400.000 verkauften Platten. Ihre Musicalkarriere begann im Vienna’s English Theatre mit Europa- Tournee und führte an die namhaften deutschen Bühnen. Die Gründerin der Gesellschaft zur Unterstützung von Künstler*innen aus Südafrika performte für Oscarpreisträger James Horner seinen Welthit My Heart Will Go On aus dem Film Titanic. Sister-Act-Regisseur Andreas Gergen arbeitete mit Tertia bereits in dem Chormusical Martin Luther King, das – organisiert von der evangelischen Kirche – in großen Hallen mit bis zu 10.000 Zuschauer*innen aufgeführt wird.

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Wien, Volksoper, Gypsy – Musical von Jule Stynes, IOCO Kritik, 15.09.2017

September 15, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Musical, Volksoper Wien

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

 Gypsy – Musical  von Jule Stynes

 Von Marcus Haimerl

Jule Stynes Musical Gypsy, 1959 nach den Memoiren der Burlesque-Künstlerin Gypsy Rose Lee uraufgeführt, erzählt vielmehr die Geschichte ihrer Mutter Rose Hovick, die vom großen Erfolg träumt und diesen mit Hilfe des Talents ihrer beiden Töchter zu erreichen hofft. Kinder-Talentshows und Vorsingen in Vaudeville-Theatern stehen an der Tagesordnung, denn Mama Rose lässt nichts unversucht, um aus beiden Kindern Stars zu machen und diese auf die Bühne und ins Rampenlicht zu bringen.

Volksoper Wien / Musical Gypsy -  Ensemble mit Maria Happel als Mama Rose in der Mitte © Jenni Koller / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Musical Gypsy – Ensemble mit Maria Happel als Mama Rose in der Mitte © Jenni Koller / Volksoper Wien

Jenes Rampenlicht, in dem Rose selbst gerne stehen würde und in welches sie sich auch immer wieder drängt um Musikern, Beleuchtern und Theaterdirektoren zu schmeicheln oder um ihnen Anweisungen zu geben. Als Erste flieht die jüngere Tochter June vor der Übermutter. Sie heiratet heimlich und macht unter dem Namen June Hovac Karriere als Schauspielerin in Hollywood und am Broadway. Letztendlich wendet sich auch Louise, die ältere Schwester, von der Mutter ab und wird zur titelgebenden Burlesque-Tänzerin Gypsy Rose Lee.

Volksoper Wien / Musical Gypsy -  Maria Happel als Mama Rose © Johannes Ifkovits

Volksoper Wien / Musical Gypsy – Maria Happel als Mama Rose © Johannes Ifkovits

Bereits der Auftrittsapplaus verrät den eigentlichen Star des Abends: Maria Happel als Rose. Diese Partie fordert neben musikalischem Können auch exzellentes Schauspiel. Inklusive einer gehörigen Portion Humor bringt Maria Happel all diese Voraussetzungen mit und brilliert als entschlossene Mutter mit einer gehörigen Portion Durchsetzungsvermögen. Aber auch Verletzlichkeit und Verzweiflung lässt sie in ihrer Darstellung immer wieder aufblitzen und läuft auch gesanglich immer wieder zur Höchstform auf.

Ebenfalls hervorragend besetzt sind die Nebenrollen. Toni Slama als Agent, Fast-Ehemann und Ersatzvater ist berührend in seiner fast schon verzweifelten Liebe zu Rose, die ihres Ehrgeizes wegen kein Happy End finden kann. Die Volksopern-Debütantin Lisa Habermann in der Rolle der Louise und späteren Gypsy Rose Lee konnte mit der Entwicklung von der vernachlässigten, burschikosen Tochter zur selbstbestimmten, femininen Striptease-Tänzerin genauso nachhaltig überzeugen wie Marianne Curn in ihrer Rolle als Baby June. Auch die Kinderdarsteller der beiden Schwestern, Livia Ernst und Katharina Kemp, leisteten Beachtliches. Eine großartige Leistung auch von Peter Lesiak als Tulsa, der zusätzlich mit einer Stepp-Einlage das Publikum begeisterte. Als herrlich komischer Burlesque-Star Tessie Tura im rosa Ballettröckchen zog Christian Graf, ab Saison 2017/18 festes Ensemblemitglied der Wiener Volksoper, alle Register seines Könnens und sorgte auch für einige Lacher.

Volksoper Wien / Musical Gypsy_ Ensemble © barbara pálffy / volksoper

Volksoper Wien / Musical Gypsy_ Ensemble © barbara pálffy / volksoper

Lorenz C. Aichner am Pult, lief mit dem Volksopernorchester zu wahrer Höchstform auf und lieferte erstklassige Broadwayklänge.

Werner Sobotka setzte mit seinem Team (Bühnenbild Stephan Prattes, Kostüme, Elisabeth Gresel) das Musical klug in Szene. Was eignet sich besser als überdimensionale, nostalgische Kisten und Koffer als Kulisse für eine Familie, die ständig unterwegs ist. Diese ermöglichen einen schnellen Kulissenwechsel und da wird schon mal aus einer Kiste ein China-Restaurant oder ein Büro und aus einem Koffer im Stile Louis Vuittons die Luxusgarderobe der berühmt gewordenen Gypsy Lee Rose.

Auch wenn trotz Kürzungen vereinzelt Längen zu spüren waren, dankte das Publikum mit ausgiebigem Jubel den Protagonisten und die Volksoper hat mit Gypsy einen neuen Publikums-Hit in ihrem Repertoire.

Musical Gypsy:  Premiere 10. September 2017, weitere Vorstellungen am 12., 14., 17., 23., 25., 28. September, 1., 4., 9., 12., 17., 19., 28. Oktober,, 4., 11., 12. November 2017

 

Wien, Volksoper, Premiere Musical Gypsy von Jule Stynes, 10.09.2017

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

 Musical – Gypsy von Jule Stynes 

 Liedtexte von Stephen Sondheim, Buch von Arthur Laurents nach Gypsy: A Memoir von Gypsy Rose Lee,  Deutsche Fassung von Henry Mason, für die Volksoper eingerichtet von Werner Sobotka

Premiere 10. September 2017,  Weitere Vorstellungen am 12., 14., 17., 23., 25., 28. September, 1., 4., 9., 12., 17., 19., 28. Oktober, 4., 11., 12. November 2017

Volksoper Wien / Musical Gypsy - mit Sophie Grohmann, Emil Kurz, Simon Gaunersdorfer, Louisa Popovic (Baby June), Maria Happel (Rose), Sophie-Marie Hofmann (Baby Louise), Lino Gaier, Lili Krainz, Toni Slama (Herbie) © Jenni Koller / Volksoper Wien

Volksoper Wien / Musical Gypsy – mit Sophie Grohmann, Emil Kurz, Simon Gaunersdorfer, Louisa Popovic (Baby June), Maria Happel (Rose), Sophie-Marie Hofmann (Baby Louise), Lino Gaier, Lili Krainz, Toni Slama (Herbie) © Jenni Koller / Volksoper Wien

1957 war ein gutes Jahr für Gypsy Rose Lee. Die gefeierte „burlesque queen“ war auch als Schauspielerin gut im Geschäft und hatte eben ihre Autobiographie veröffentlicht – eine schonungslose Abrechnung mit ihrer dominanten Mutter, die sie und ihre Schwester June als Kinder zu Showstars dressiert und über die Vaudeville-Bühnen Amerikas gescheucht hatte.
Theaterproduzent David Merrick sah darin die ideale Geschichte für ein Musical. 1959 wurde Gypsy am Broadway uraufgeführt. Den sensationellen Erfolg hatten alle Beteiligten nicht zuletzt auch dem „Wunderteam“ von West Side Story zu verdanken: gemeinsam mit Buchautor Arthur Laurents und Liedtexter Stephen Sondheim schuf Komponist Jule Styne mit Nummern wie „Everything‘s coming up Roses“ oder „Let me entertain you“ Hits für die Ewigkeit. Übrigens sollte Sondheim ursprünglich auch die Musik schreiben, doch die Hauptdarstellerin Ethel Merman vertraute dem Neuling nicht …

Volksoper Wien / Musical Gypsy - Maria Happel als Mama Rose © Johannes Ifkovits

Volksoper Wien / Musical Gypsy – Maria Happel als Mama Rose © Johannes Ifkovits

Gypsy trägt zwar den Namen der Tochter, stellt aber ihre „stage mother“ („Eislaufmutter“) in den Mittelpunkt der Handlung: Mama Rose verfolgt ohne Rücksicht auf Verluste ihren Lebenstraum, ihre Töchter im Rampenlicht zu sehen. Und sie verliert viel: Die jüngere Tochter June entzieht sich ihr, der Verehrer Herbie verlässt sie, und als sich das hässliche Entlein Louise zum Striptease-Star Gypsy mausert, steht die Mutter alleine da …

An euphorischen Äußerungen über das Stück mangelt es wahrlich nicht: Für die amerikanischen Musikschriftsteller Ben Brantley und Frank Rich ist Gypsy das „wahrscheinlich größte aller Musicals“ bzw. „die frivole Antwort auf König Lear“. Am vielsagendsten ist wohl die Bezeichnung „Mutter aller Musicals“, denn eine Power-Mutter steht im Zentrum der Handlung. Die Hauptrolle (Clive Barnes: „einer der wenigen wirklich komplexen Charaktere des amerikanischen Musicals“) war seit der Uraufführung die Domäne großer Darstellerinnen: Auf Merman folgten u. a. Angela Lansbury und Patti LuPone.

Toni Slama (Herbie), Lisa Habermann (Louise), Marianne Curn (June), Maria Happel (Rose) © Barbara Pálffy/Volksoper Wien, zum einmaligen Abdruck freigegeben

Volksoper Wien / Musical Gypsy - Toni Slama als Herbie, Lisa Habermann (Louise), Marianne Curn June, Maria Happel als Rose © barbara pálffy / volksoper

Volksoper Wien / Musical Gypsy – Toni Slama als Herbie, Lisa Habermann (Louise), Marianne Curn June, Maria Happel als Rose © Barbara pálffy / Volksoper

Bei der Gypsy-Erstaufführung an der Volksoper wird Mama Rose von einer der herausragenden Charakterdarstellerinnen unserer Zeit verkörpert: Maria Happel. Regisseur Werner Sobotka kehrt nach Sondheims Die spinnen, die Römer! an die Volksoper zurück. Danny Costello und Stephan Prattes zeichnen erstmals für Choreographie bzw. Bühnenbild verantwortlich, und auch die Besetzungsliste verzeichnet einige Debütantinnen, darunter Tania Golden als Alternativbesetzung zur Hauptdarstellerin Maria Happel, Lisa Habermann (Louise) und Marianne Curn (June). Am Pult des Volksopernorchesters steht Lorenz C. Aichner.

Dirigent: Lorenz C. Aichner, Regie: Werner Sobotka, Choreographie: Danny Costello, Bühnenbild: Stephan Prattes, Kostüme: Elisabeth Gressel, Licht: Michael Grundner
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz,

Besetzung:  Mama Rose  Maria Happel/Tania Golden,  Herbie: Toni Slama, June: Marianne Curn, Louise: Lisa Habermann, Tessie Tura: Christian Graf, Miss Electra/Miss Cratchitt: Martina Dorak, Miss Mazeppa/Renée: Maren Kern, Tulsa: Peter Lesiak, Kansas: Oliver Liebl, Yonkers/Pastey: Simon Stockinger, L.A.: Maximilian Klakow, Papa: Wolfgang Hübsch, George/Weber/Cigar: Jens Claßen, Mr. Goldstein: Georg Wacks

Musical Gypsy an der Volksoper Wien:  Premiere 10. September 2017,  weitere Vorstellungen am 12., 14., 17., 23., 25., 28. September, 1., 4., 9., 12., 17., 19., 28. Oktober, 4., 11., 12. November 2017

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