Bonn, Beethovenfest Bonn, 2012 mit ausgezeichneter Halbzeitbilanz, September 2012

Oktober 1, 2012 by  
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Beethovenfest

Beethovenfest Bonn 2012:   Ausgezeichnete Halbzeitbilanz

Erste Festivalhälfte mit renommierten Orchestern und außergewöhnlichen Konzertformaten

Zur Halbzeit kann das Beethovenfest Bonn 2012 bereits eine Auslastung von 80 Prozent und 32 ausverkaufte Konzerte von 68 Veranstaltungen im Hauptprogramm vermelden. Auch viele der 106 Angebote im Rahmenprogramm sind sehr gut besucht: Die Post Tower Lounge-Konzerte sind stets ausgebucht und das Public Viewing des Eröffnungskonzertes verfolgten in diesem Jahr 5.000 Zuhörer auf dem Bonner Münsterplatz. Mit einem Tweetup wurden darüber hinaus 56.000 Follower erreicht.

Das Eröffnungswochenende gestalteten britische Orchester. Nachdem das City of Birmingham Symphony Orchestra unter der Leitung seines Chefdirigenten Andris Nelsons das Beethovenfest Bonn am 7. Oktober mit einer umjubelten Aufführung von Beethovens Symphonie Nr. 9 eröffnet hatte, folgten zwei Konzerte des London Symphony Orchestra als „Orchestra in Residence“ unter der Leitung von Michael Tilson Thomas, der sein gefeiertes Festivaldebüt gab.

Auf die britischen folgten die deutschen Orchester. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin gab sein erstes Konzert außerhalb Berlins, nachdem Tugan Sokhiev am 7. September offiziell das Chefdirigentenamt übernommen hatte, beim Beethovenfest Bonn. Sokhiev überzeugte mit einem russischen Programm aus Strawinski und Rachmaninow, mit den „American Songs“ sang sich die für die erkrankte Susan Graham eingesprungene Sopranistin Sasha Cooke in die Herzen des Publikums. Das WDR Sinfonieorchester Köln kam mit seinem künstlerischen Leiter Jukka-Pekka Saraste und der Solistin Lisa Batiashvili in die Nachbarstadt und präsentierte sich mit Werken von Sibelius sowie Beethovens Violinkonzert. Das „Orchestra in Residence“ seit 2004, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, gab das erste von zwei Konzerten beim Beethovenfest Bonn 2012: Herbert Blomstedt dirigierte eine beeindruckende Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“. Nach dem Bremer Orchester gastierte am zweiten Festivalwochenende zweimal das Bayerische Staatsorchester mit seinem Generalmusikdirektor Kent Nagano beim Beethovenfest Bonn. Nagano beeindruckte am ersten Abend mit Schuberts „Unvollendeter“ und Bruckners Symphonie Nr. 9. Am zweiten Abend begeisterte zunächst Kit Armstrong mit seiner Interpretation von Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 bevor im Anschluss die Darbietung von Mahlers Symphonie Nr. 9 bejubelt wurde.

Das Münchener Kammerorchester mit seinem Dirigenten Alexander Liebreich hob in Anwesenheit des Komponisten Salvatore Sciarrinos neues Werk „L’ideale lucente e le pagine rubate“ aus der Taufe, ein Auftragswerk des Münchener Kammerorchesters und des Beethovenfestes Bonn, das durch die Ernst von Siemens Musikstiftung gefördert wurde. Im Anschluss begeisterte Patricia Kopatchinskaja mit ihrer Interpretation von Ligetis Violinkonzert das Publikum.

Ein weiteres Auftragswerk wurde durch das Turkish National Youth Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Cem Mansur uraufgeführt. „The Traffic“ hat der 23-jährige türkische Komponist Mehmed Erhan Tanman im Auftrag der Deutschen Welle für den diesjährigen Orchestercampus von Deutsche Welle und Beethovenfest Bonn mit dem türkischen Jugendorchester komponiert. Die 95 jungen türkischen Musiker feierten ihren Abschied aus Bonn auf der „Global Grooves“-Party mit der türkischen Kultband BaBa ZuLA und DJane Ipek. Um die Bedeutung der Türkei als Weltregion im Umbruch umfassend zu thematisieren, fand ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Kinderkonzerten, Begegnungsfesten und der Einbindung von „Look at Beethoven“ in den Orchestercampus unter dem Leitgedanken „Beethoven ile bulusma – Begegnung mit Beethoven“ statt.

Zeitgenössische Musik stand auch in der Cage-Nacht „In the Bird Cage“ im Fokus. Zu John Cages 100. Geburtstag gratulierte das Beethovenfest Bonn mit acht Konzerten in den drei Häusern der Bonner Museumsmeile, in denen John Cages Musik neben Schlüsselwerken der Moderne aufgeführt wurde. Zum Abschluss fanden sich viele der Künstler der Cage-Nacht zusammen mit Bonner Schülern und dem Publikum zu einer lebendigen Aufführung des „Musicircus“ zusammen.

Ein weiteres außergewöhnliches Konzertformat war das choreografische Konzert der Akademie für Alte Musik Berlin und Midori Seiler unter dem Titel „4 Elemente – 4 Jahreszeiten“, das an zwei Abenden das Publikum im Forum der Bundeskunsthalle beeindruckte.

Eigensinnige programmatische Ansätze und Bearbeitungen boten Igudesman & Joo, Gilles Apap, Aniello Desiderio, Spark, das David Orlowsky Trio & Guests, Claude Chalhoub und das Gemüseorchester. Kammermusikalisch prägten die Auftritte von Daniel Hope und Sebastian Knauer, Mojca Erdmann und Gerold Huber, des Artemis Quartettes und Amaryllis Quartettes sowie die Debüts der Nachwuchsmusiker Jan Lisiecki und Philippe Tondre die erste Festivalhälfte.

In der zweiten Festivalhälfte stehen drei Beethoven-Zyklen im Fokus. András Schiff beginnt einen zweijährigen Beethoven-Klaviersonaten-Zyklus, für die verbleibenden zwei Abende am 26. und 29. September gibt es noch Restkarten. Der Beethoven-Streichquartett-Zyklus des Borodin Quartets erstreckt sich über die Festivals 2012 bis 2014. Drei der vier Konzerte beim Beethovenfest Bonn 2012 sind bereits ausverkauft, für das Konzert am 27. September in der Aula der Universität zu Bonn sind noch Karten erhältlich. Esa-Pekka Salonen gibt sein Beethovenfest-Debüt mit einem exklusiven „olympischen“ Beethoven-Symphonien-Zyklus gemeinsam mit dem Philharmonia Orchestra als „Orchestra in Residence“: An jedem der fünf aufeinander folgenden Konzertabende erklingt zwischen zwei Beethoven-Symphonien eine Komposition aus einem der fünf Kontinente. Bis auf das Abschlusskonzert mit Martin Grubingers „Ghanaia“ und der Neunten gibt es für den Symphonien-Zyklus noch Restkarten.

Am 6. Oktober lädt das Beethovenfest wieder Twitter?Nutzer ein, in den direkten Dialog mit Orchestern zu treten, die im Rahmen des Festivals 2012 in Bonn zu Gast sind. Thema ist das Motto des Beethovenfestes Bonn 2012 „Eigensinn“. Von 18.30 bis 20.30 Uhr können Twitterer unter dem Hashtag #asktheorchestra mit Mitgliedern des City of Birmingham Symphony Orchestra, des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, des Bayerischen Staatsorchester und des Philharmonia Orchestra diskutieren.

Über Einspielungen der Symphonie Nr. 5 von Beethoven, die das Philharmonia Orchestra am 6. Oktober spielt, diskutieren vor dem Konzert zudem bei einem „Quartett der Kritiker“ vier renommierte Musikjournalisten ab 17.30 Uhr im Studio der Beethovenhalle. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. und Deutschlandradio Kultur statt.

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen gibt am 30. September ein zweites Konzert: Paavo Järvi dirigiert ein Werk seines Jugendfreundes Erkki-Sven Tüür mit dem Hilliard Ensemble. Auf dem Programm stehen außerdem Werke von de Machaut, Strawinski und Brahms‘ Symphonie Nr. 2; für das Konzert sind noch Eintrittskarten erhältlich.

Mit dem Youth Orchestra of Caracas und seinen Dirigenten Dietrich Paredes, Jesus Uzcategui und Andrés Rivas kommt bereits das dritte weltweit erfolgreiche Jugendorchester des „Sistema“ zum Beethovenfest und tritt im Rahmen seiner Europatournee erstmals in Deutschland auf. Auf dem Programm des Konzertes am 1. Oktober um 20 Uhr stehen Schostakowitschs Symphonie Nr. 10 und Saint-Saens Orgelsymphonie mit dem Solisten Pablo Castellanos; es sind noch Tickets verfügbar. Die 180 Mitglieder des Youth Orchestra of Caracas werden sich am 2. Oktober mit 160 Musikern aus Bonner Schulorchestern zu dem größten Orchester des diesjährigen Beethovenfestes zusammensetzen, um unter der Leitung von Andrés Rivas die Sätze 3 und 4 aus Beethovens Symphonie Nr. 5 im Saal der Beethovenhalle aufzuführen– denn die Bühne fasst nicht alle 340 Musiker. Für das Konzert gibt es noch Karten.

Die Mitwirkung der Bonner Schulorchester ist ein Angebot des Jungen Beethovenfestes. Bereits mehrfach ausgezeichnet ist das Schülermanager-Projekt. In diesem Jahr organisieren die Schülermanager das Konzert von Samy Deluxe im Telekom Forum am 29. September, für das es nur noch wenige Stehplätze gibt. Auch die vorangehenden Workshops mit Samy Deluxes Verein Crossover e.V. in der Realschule und der IGS Beuel haben die neun Schüler aus acht Gymnasien mit vorbereitet.

Das Beethoven Orchester Bonn tritt noch drei Mal im Rahmen des Beethovenfestes Bonn auf: Bei zwei weiteren Vorstellungen der drei Einakter „Mörder, Hoffnung der Frauen“, „Das Nusch-Nuschi“ und „Sancta Susanna“ von Paul Hindemith in der Neuinszenierung durch den Intendanten des Theaters Bonn, Klaus Weise. Die Einakter feierten am 23. September Premiere und sind am 29. September und 4. Oktober erneut zu sehen, es gibt noch Karten. Stefan Blunier und das Beethoven Orchester Bonn führen zudem am 28. September Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“ für Soli, Chor und Orchester auf. Für das groß besetzte Oratorium sind noch Eintrittskarten erhältlich.

Karten gibt es noch für das Konzert von Matthew Barley (27.9.), dem Vokalensemble Camerata (30.9.), Udo Samel und dem Kuss Quartett (4.10.) sowie dem Kuss Quartett und Mojca Erdmann (5.10.) und Ursus & Nadeschkin im Opernhaus (5.10.). Ausverkauft sind die Konzerte der Wettbewerbspreisträger Olga Bezsmertna und Jingge Yan.

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