Rostock, Volkstheater Rostock, Premiere DER FREISCHÜTZ, 30.03.2018

Februar 19, 2018 by  
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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

DER FREISCHÜTZ von Carl Maria von Weber

Premiere Karfreitag, 30.3.2018, 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen Ostersonntag,  01.4.2018, 18:00 Uhr,  Samstag, 07.4. 2018, 19:30 Uhr, Sonntag, 15.4. 2018, 15:00 Uhr

Die Geschichte spielt 1650 in einem böhmischen Dorf, zwei Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs. Auf den Menschen lasten die Schatten der Vergangenheit. Der Jägerbursche Max, eigentlich der beste Schütze des Dorfes, wird verspottet, weil er beim Sternschießen versagt. Nach altem Brauch muss er in Kürze seinen Probeschuss bestehen, um Agathe, die Tochter des Erbförsters, heiraten und die Försterei übernehmen zu dürfen. Max gerät in Panik, die Geliebte durch ein Scheitern beim Probeschuss zu verlieren.

Volkstheater Rostock / DER FREISCHÜTZ - Plakatmotiv © Claudia Charlotte Burchard

Volkstheater Rostock / DER FREISCHÜTZ – Plakatmotiv © Claudia Charlotte Burchard

Kaspar, ein anderer Jägerbursche, der mit finsteren Mächten im Bund steht, nutzt diese Notlage für seine eigenen Zwecke. Er lässt Max die Zauberkraft von Freikugeln spüren, mit deren Hilfe der Schütze jedes Ziel trifft. Auf diese Weise wird Max den dunklen Plänen Kaspars zugänglich und erklärt sich bereit, um Mitternacht in die Wolfsschlucht zu ziehen, um dort Freikugeln zu gießen…

Als Der Freischütz 1826, rund zwölf Jahre nach den Befreiungskriegen, in Berlin uraufgeführt wurde, traf die Oper mit ihrer Verlebendigung der Sehnsüchte und Ängste mitten in die unbewältigten Erinnerungen der Menschen. Die suggestive Musik von Carl Maria von Weber lässt ahnen, wie brüchig eine scheinbar heile Welt ist und berührt dadurch genau den Kern der Angst.

Musikalische Leitung: Manfred Hermann Lehner / Inszenierung: Hans-Joachim Frey / Bühne + Kostüme: Hartmut Schörghofer

Mit:  James J. Kee, Katharina Kühn, Artem Kuznetcov, Titus Paspirgilis, Kosma Ranuer, Grzegorz Sobczak, Claudia Sorokina, Oliver Weidinger u.a., Opernchor des Volkstheaters / Singakademie Rostock e.V. / Norddeutsche Philharmonie Rostock

Der Freischütz;  Karfreitag, 30. März 2018, 19:30 Uhr, Ostersonntag, 01. April 2018, 18:00 Uhr,  Samstag, 07. April 2018, 19:30 Uhr, Sonntag, 15. April 2018, 15:00 Uhr; PMVThRo

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Rostock, Volkstheater Rostock, Spielplan März 2018

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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Spielplan März 2018

Do. 01.03.2018
19:30 Uhr / Großes Haus / Theatertag

Ein Käfig voller Narren (La Cage aux Folles)
Musical von Jerry Herman und Harvey Fierstein / nach dem Stück „La Cage aux folles” von Jean Poiret

20:00 Uhr / Ateliertheater
Weltall Erde Mensch
Coming-of-Age-Drama / Jan Koslowski / Uraufführung

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Eheverbrechen
Komödie von Éric-Emmanuel Schmitt


Fr. 02.03.2018
19:30 Uhr / Großes Haus / Premiere
Fame
Musical von David De Silva / Koproduktion mit dem Tanzland Rostock e.V.
Nur noch Restkarten!

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
Von Alessandro Barrico


Sa.03.03.2018
19:30 Uhr / Großes Haus
Kabale und Liebe
Schauspiel von Friedrich Schiller / Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue Berlin

20:00 Uhr / Ateliertheater
Studio 3
Mit Studierenden der hmt Rostock und Gästen / anschl. Party in der Theaterkantine

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
Von Alessandro Barrico


So. 04.03.2018
10:00 + 12:00 Uhr / Großes Haus
Tanzmatinee
Mit der Tanzschule Marquardt

16:00 Uhr / Ateliertheater
Puppenatelier: Das tapfere Schneiderlein
Ein Spiel für einen alten König, neun Marionetten und den königlichen Nähkasten nach den Brüdern Grimm / Wicht-Theater / Ab 4 Jahren

16:00 Uhr / Kunsthalle Rostock
2. Kammerkonzert
Sonata domenica

18:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Non(n)sens
Musical Comedy von Dan Goggins


Mo.05.03.2018
09:00 + 11:00 Uhr / Ateliertheater
Puppenatelier: Das tapfere Schneiderlein
Ein Spiel für einen alten König, neun Marionetten und den königlichen Nähkasten nach den Brüdern Grimm / Wicht-Theater / Ab 4 Jahren

11:00 Uhr / Großes Haus
Kabale und Liebe
Schauspiel von Friedrich Schiller / Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue Berlin


Mi.07.03.2018
20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
Von Alessandro Barrico


Do.08.03.2018
15:00 Uhr / Großes Haus
Fame
Musical von David De Silva / Koproduktion mit dem Tanzland Rostock e.V.

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
Von Alessandro Barrico


Fr.09.03.2018
19:30 Uhr / Großes Haus
Kabale und Liebe
Schauspiel von Friedrich Schiller / Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue Berlin

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Hasenkind du stinkst oder: Bin ich ein guter Vater?
Solocomedy von + mit Florian Hacke


Sa.10.03.2018
14:00-18:00 Uhr / Ballettsaal / Eintritt frei!
Hinter den Kulissen
Requisite

19:30 Uhr / Großes Haus
Fame
Musical von David De Silva / Koproduktion mit dem Tanzland Rostock e.V.

20:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Have a Look V – To reinvent oneself
Tanztheater / Uraufführung

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Eheverbrechen
Komödie von Éric-Emmanuel Schmitt


So.11.03.2018
17:30 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

18:00 Uhr / Großes Haus
7. Philharmonisches Konzert
Bernd Alois Zimmermann: Stille und Umkehr. Orchesterskizzen (1971) / Edward Elgar: Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85 / Antonín Dvo?ák: Symphonie Nr. 7 d-Moll op. 70
Ariel Zuckermann, Leitung / Alban Gerhardt, Violoncello

18:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Eheverbrechen
Komödie von Éric-Emmanuel Schmitt


Mo.12.03.2018
19:00 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

19:30 Uhr / Großes Haus
7. Philharmonisches Konzert
Programm s. 11.03.!


Di.13.03.2018
17:30 + 20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
LiWu in Warnemünde: The Party
Ro-cine e.V.

19:00 Uhr / Ateliertheater
Konzerteinführung

19:30 Uhr / Großes Haus
7. Philharmonisches Konzert
Programm s. 11.03.!


Mi.14.03.2018
20:00 Uhr / Ateliertheater
Have a Look V – To reinvent oneself
Tanztheater / Uraufführung

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Rabenschwarzer Humor & Jazz vom Feinsten
Mit Dr. Klaus Koch und Andreas Pasternack


Do.15.03.2018
20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Wie früher. Nur besser.
Mit Johannes Kirchberg


Fr.16.03.2018
19:00 Uhr / verschiedene Restaurants in Warnemünde
3. Theaterthekennacht
KünstlerInnen im Lokal

19:30 Uhr / Großes Haus
Vier Jahreszeiten
Tanztheater von Elias Lazaridis / Musik von Antonio Vivaldi/Max Richter, David Lang und Sir John Tavener / Uraufführung


Sa.17.03.2018
18:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Schule der Diktatoren
Nach Erich Kästner / ab 10 Jahren

19:30 Uhr / Großes Haus
Ein Käfig voller Narren (La Cage aux Folles)
Musical von Jerry Herman und Harvey Fierstein / nach dem Stück „La Cage aux folles” von Jean Poiret

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Eheverbrechen
Komödie von Éric-Emmanuel Schmitt


So.18.03.2018
11:00 Uhr / Kleines Foyer / Eintritt frei!
Matinee: Der Freischütz
Regieteam und KünstlerInnen geben einen Einblick in die Inszenierung

15:00 Uhr / Großes Haus
Fame
Musical von David De Silva / Koproduktion mit dem Tanzland Rostock e.V.

16:00 Uhr / Barocksaal
3. Barocksaalklassik
musik@rostock / Mit Musik von Kunzen, Flotow, Wagner-Regény u.a.

16:00 Uhr / Ateliertheater
Schule der Diktatoren
Nach Erich Kästner / ab 10 Jahren

18:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Eheverbrechen
Komödie von Éric-Emmanuel Schmitt


Mo.19.03.2018
11:00 Uhr / Ateliertheater
Schule der Diktatoren
Nach Erich Kästner / ab 10 Jahren


Mi.21.03.2018
20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Eheverbrechen
Komödie von Éric-Emmanuel Schmitt


Do.22.03.2018
20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Eheverbrechen
Komödie von Éric-Emmanuel Schmitt


Fr.23.03.2018
19:00 Uhr / Ateliertheater / Eintritt frei!
Tanzperformance
Präsentation des Tanztheaterworkshops

19:30 Uhr / Großes Haus
Kabale und Liebe
Schauspiel von Friedrich Schiller / Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue Berlin

20:00 Uhr / Ateliertheater / Premiere
Nichts. Was im Leben wichtig ist
Nach dem Roman von Janne Teller / In einer Bühnenfassung von Andreas Erdmann / Theaterclub Spieltrieb / Ab 14 Jahren

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
Von Alessandro Barrico


Sa.24.03.2018
18:00 Uhr / Ateliertheater
Nichts. Was im Leben wichtig ist
Nach dem Roman von Janne Teller / In einer Bühnenfassung von Andreas Erdmann / Theaterclub Spieltrieb / Ab 14 Jahren

19:30 Uhr / Großes Haus
Ein Käfig voller Narren (La Cage aux Folles)
Musical von Jerry Herman und Harvey Fierstein / nach dem Stück „La Cage aux folles” von Jean Poiret

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
Von Alessandro Barrico


So.25.03.2018
16:00 Uhr / Ateliertheater
Puppenatelier: Der Eierdieb
Eine Kriminalgeschichte für Kinder / Theater Randfigur / Ab 5 Jahren

18:00 Uhr / Großes Haus
Kabale und Liebe
Schauspiel von Friedrich Schiller / Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue Berlin

18:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Tony Ireland
Scottish, Irish and contemporary folk


Mo.26.03.2018
09:00 + 11:00 Uhr / Ateliertheater
Puppenatelier: Der Eierdieb
Eine Kriminalgeschichte für Kinder / Theater Randfigur / Ab 5 Jahren


Mi.28.03.2018
20:00 Uhr / Ateliertheater
Weltall Erde Mensch
Coming-of-Age-Drama / Jan Koslowski / Uraufführung

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde / Gastspiel
Rabenschwarzer Humor & Jazz vom Feinsten
Mit Dr. Klaus Koch und Andreas Pasternack


Do.29.03.2018
19:30 Uhr / Großes Haus
Kabale und Liebe
Schauspiel von Friedrich Schiller / Koproduktion mit dem Theater an der Parkaue Berlin

20:00 Uhr / Ateliertheater
Weltall Erde Mensch
Coming-of-Age-Drama / Jan Koslowski / Uraufführung

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
Von Alessandro Barrico


Fr.30.03.2018
19:30 Uhr / Großes Haus / Premiere
Der Freischütz
Romantische Oper von Carl Maria von Weber / Libretto von Johann Friedrich Kind

20:00 Uhr / Ateliertheater
Weltall Erde Mensch
Coming-of-Age-Drama / Jan Koslowski / Uraufführung

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten
Von Alessandro Barrico


Sa.31.03.2018
11:00 Uhr / Großes Haus / Oma/Opa-Tag
Frau Holle
Ein Spiel von Christian Martin frei nach dem Märchen der Brüder Grimm / ab 4 Jahren

19:30 Uhr / Großes Haus
Vier Jahreszeiten
Tanztheater von Elias Lazaridis / Musik von Antonio Vivaldi/Max Richter, David Lang und Sir John Tavener /
Uraufführung

20:00 Uhr / Ateliertheater
????? LAIKA
DAS CHAOS SEI WILLKOMMEN DENN DIE ORDNUNG HAT VERSAGT / Von und mit Kollektiv Eins / Uraufführung

20:00 Uhr / Kleine Komödie Warnemünde
Kleine Eheverbrechen
Komödie von Éric-Emmanuel Schmitt


Stand: 31.01.2018
Änderungen vorbehalten!
Pressemeldung Volkstheater Rostock

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Rostock, Volkstheater, Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán, IOCO Kritik, 20.12.2107

Dezember 20, 2017 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Operette, Volkstheater Rostock

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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán

„Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht …“

Von Thomas Kunzmann

… „Das ist die Liebe, die dumme Liebe“, „Machen wir’s den Schwalben nach“ – die Evergreens aus Emmerich Kálmáns erfolgreichster Operette  tönten 2017 in mehr als 10 deutschen Städten. Mehrmals wurde das Werk verfilmt, unter anderem mit Marika Rökk und Johannes Heesters, aber auch mit Anna Moffo und René Kollo. Jetzt kam die Neustrelitzer Inszenierung von Stephan Brauer aufgefrischt und neu besetzt nach Rostock ans Volkstheater. Lediglich den Diener Miksa (Christoph Deuter) brachte Brauer mit.

Dass in Rostock eher große Titel Publikumsmagneten sind, ist nicht neu. Nicht nur die Premiere und die ersten beiden Vorstellungen sind so gut wie ausverkauft, auch die anderen der insgesamt acht angesetzten Termine sind schon ungewöhnlich gut gebucht, noch ehe das erste Bild oder gar eine Kritik zu lesen war. Amüsement? Läuft!

Volkstheater Rostock / Die Csárdásfürstin - hier Claudia Sorokina als Sylva Varesku und Roman Martin als Graf Boni Káncsiánu © Thomas Hätzschel

Volkstheater Rostock / Die Csárdásfürstin – hier Claudia Sorokina als Sylva Varesku und Roman Martin als Graf Boni Káncsiánu © Thomas Hätzschel

Der Adelige Edwin will die Sensation des Varietés, die „Csárdásfürstin“ Sylva Varescu heiraten, was seine Eltern unbedingt zu verhindern gedenken. Schließlich wäre er bereits mit Comtesse Stasi verlobt.

Angestaubte Operette für ein überaltertes Publikum? Mitnichten! Brauer verpasst dem Stück eine wohltuende Frischzellenkur, indem er den Kitsch mit Bravour umschifft und durch feinsinnigen bis deftigen Humor ersetzt. Die Handlung, verlegt ins Savoy der 30er Jahre, baut dennoch auf den Wiener Charme, gespickt mit etwas Lokalkolorit, wenn Silva Varescu den Zug nach Triest besteigen will, um von dort mit AIDA nach Amerika zu reisen. Schon das übergroße Portrait der Hauptdarstellerin ziert ein knallroter Kussmund, der an das Logo der Rostocker Reederei erinnert. Oder der Zigeuner-Primas, der passend mit einem aus Bukarest stammenden Geiger der Norddeutschen Philharmonie besetzt wird. Die charmant-witzigen Dialoge verdichtet Brauer zu slapstickartiger Komik, bei der der die Handlung vorantreibende Graf einen exzellenten Michael „Boni“ Herbig abgibt. Gummibärchen inklusive.

Claudia Sorokina besticht bei ihrem Rostocker Debüt als Titelheldin mit glockenhellem Sopran und souveräner Sicherheit in den Höhen, wobei ihr die intimen Szenen mehr zu liegen scheinen denn die feurigen Auftritte. In den Duetten passt sich James J. Kee als Edwin ihr angenehm an, lediglich in seinen Soloarien schmettert er wie gewohnt – zur allgemeinen Freude des Publikums.

Schon mehr als 20 Jahre singt Roman Martin den Grafen Boni und glänzt als routinierter Entertainer. Wie er tanzt, steppt und schauspielert, wie er das gesamte Ensemble mit seiner Spielfreude mitreißt, das ist den Besuchern regelmäßig einen Extra-Applaus wert. Ebenbürtig agiert die mannstolle Komtesse Stasi (Katharina Kühn), die den Ränkespielen nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch ordentlich etwas entgegenzusetzen hat. Grzegorz Sobczak als Feri von Kerekes kann nach Peter Mihailow (Zar und Zimmermann) und Dandini (Aschenputtel) sein komödiantisches Talent voll ausleben und überzeugt mit geradlinigem Bariton erneut das Rostocker Publikum. Präzision ebenso beim kleinen Opernchor (Einstudierung Frank Flade), die Einsätze kommen punktgenau, harmonisch und rhythmisch sauber.

Volkstheater Rostock / Die Csárdásfürstin - hier Roman Martin und das Ensemble © Thomas Hätzschel

Volkstheater Rostock / Die Csárdásfürstin – hier Roman Martin und das Ensemble © Thomas Hätzschel

Auch nach über 100 Jahren ist die Oberflächigkeit der Spaßgesellschaft am Rande des Abgrunds, die vorgetäuschte heile Glitzerwelt der Kunst und die voyeuristische Skandal-Gier der Öffentlichkeit ohne echte Anteilnahme  hochaktuell. Das Verhältnis zwischen den Reichen und Schönen zu den aufstrebenden Sternchen betrachtet man indes dieser Tage zusätzlich etwas argwöhnisch. Dagegen bleiben tiefe Gefühle naturgemäß eher auf der Strecke. Die Bühne von Manfred Breitenfellner ist von einem Schachbrettmuster geprägt und deutet sowohl das spielerische, als auch die strategische Ausgefeiltheit der Intrigen an. Und wenn man nichts hineininterpretieren möchte, dann lässt man sich einfach prächtig unterhalten: Kopf aus! Es lebe die Show!

Volker M. Plangg am Pult ist ausgewiesener Experte für die leichte Muse und führt die Norddeutschen Philharmonie exzellent durch die an Tempiwechseln reiche Partitur. Die stücktypische, fast übertriebene Dynamik kann schon mal dazu führen, dass der Taktstock in der ersten Reihe landet.

Für die nötige Spritzigkeit in den revueartigen Szenen sorgt die Tanzcompagnie. Einmal mehr sollte dem Rostocker Publikum klar geworden sein, welch Verlust mit deren Abwicklung Ende der Saison 2018/19 einherginge.

Die  Csárdásfürstin am Volkstheater Rostock –  weitere Termine 03. Dezember 2017, 15:00 Uhr,  Donnerstag. 07. Dezember 2017, 15:00 Uhr,  Samstag, 16. Dezember 2017, 19:30 Uhr, Donnerstag, 23. Dezember 2017, 18:00 Uhr, Samstag, 25. Dezember 2017, 18:00 Uhr

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Rostock, Volkstheater Rostock, Premiere DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN von Emmerich Kálmán, 01.12.2017

November 17, 2017 by  
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Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

 DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN  von  Emmerich Kálmán

Volkstheater Rostock / DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN - © Charlotte Burchard

Volkstheater Rostock / DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN – © Charlotte Burchard

Sie stammt nicht aus adeligem Hause, die „Fürstin“ des Csárdás. Als erfolgreiche Chansonette und Varieté-Künstlerin lebt Sylva Varescu in Budapest, wo ihr ein ganzer Schwarm von Alt- und Jungaristokraten zu Füßen liegt. Als Sylva und der junge Wiener Fürstensohn Edwin Lippert- Weylersheim unter Zeugen ihre Verlobung bekannt geben, wird Edwin unerwartet nach Wien zitiert. Um die Liaison mit der „Dame vom Tingeltangel“ zu verhindern, wollen seine Eltern ihren Sohn mit dessen Cousine, der Komtesse Stasi, verheiraten. Doch da haben sie die Rechnung ohne die ebenso temperamentvolle wie selbstbewusste Sylva Varescu gemacht, die beherzt Zähne zeigt und um ihre Liebe kämpft…

Was dieser Meister-Operette von Emmerich Kalman, dem „Melancholiker der leichten Muse“, bis heute ihre fortdauernde Anziehungskraft beschert, ist nicht zuletzt die bestechende Wiedergabe der historischen Atmosphäre der k.u.k.-Metropolen Budapest und Wien am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Je näher die Katastrophe rückt, desto vehementer wird die Amüsierwut. So kündet Die Csárdásfürstin mit ihren betörenden Klängen und Rhythmen auch von einem atemlosen Tanz auf dem Vulkan, der den heraufziehenden Epochenwandel ahnen lässt.

Als Regisseur konnte mit Stephan Brauer ein Könner der leichten Muse gewonnen werden, der in Rostock zuletzt mit seiner Inszenierung von Ein Käfig voller Narren begeisterte.

Die  Csárdásfürstin – Premiere Freitag, 01. Dezember 2017, 19:30 Uhr, weitere  Termine Sonntag, 03. Dezember 2017, 15:00 Uhr,  Donnerstag. 07. Dezember 2017, 15:00 Uhr,  Samstag, 16. Dezember 2017, 19:30 Uhr, Donnerstag, 23. Dezember 2017, 18:00 Uhr, Samstag, 25. Dezember 2017, 18:00 Uhr. PMVThRo
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