Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielplan September/Oktober 2019

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de


Oper und Ballett am Rhein im September/Oktober 2019


Fr 06.09. – 20.00 Uhr
Opernplatz vor dem Theater Duisburg
4. Haniel Klassik Open Air

Stimmungsvolle Klassik unter freiem Himmel – und zum krönenden Abschluss ein Feuerwerk: Erneut wird die Saison in Duisburg festlich mit dem HANIEL KLASSIK OPEN AIR eröffnet. Schon zum vierten Mal ermöglicht das renommierte Familienunternehmen Haniel gemeinsam mit der Deutschen Oper am Rhein, den Duisburger Philharmonikern und dem Theater Duisburg ein großes Konzert unter dem Motto „umsonst und draußen“.

Solist*innen des Ensembles, der Chor und Extrachor sowie die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Axel Kober präsentieren ein vielfältiges Programm mit Ausschnitten aus „Fidelio“, „Aida“ und „Samson et Dalila“. Es moderiert Götz Alsmann, der in diesem Jahr von seiner Band begleitet wird.

Am Samstag, 7. September 2019, stehen härtere Töne auf dem Programm des Open-Airs. So ist es gelungen, u. a. die Schweizer Hard-Rock-Band „Gotthard“ zu verpflichten. Am Sonntag wird das Programm mit einem Matinée-Konzert für die ganze Familie, unter anderem mit dem Kinderchor am Rhein, fortgesetzt.

Programm zum 4. Haniel Klassik Open Air


Sa 07.09. – 19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
Wiederaufnahme: „La traviata“ von Giuseppe Verdi

Auf einem ihrer opulenten Feste wird Alfredo auf Violetta aufmerksam. Bei einem plötzlichen Schwächeanfall der Gastgeberin kommen sie sich näher, verlieben sich und beschließen, vor den Toren von Paris ein neues Leben miteinander zu beginnen. Doch die ländliche Idylle ist trügerisch. Alfredos Vater will die ehemalige Edelkurtisane in seiner Familie nicht dulden und setzt Violetta derartig unter Druck, dass sie schließlich auf Alfredo verzichtet. Verzweifelt kehrt sie in ihr früheres Leben zurück – und geht zu Grunde.

Mit seiner Violetta Valéry schuf Giuseppe Verdi einen neuen Mythos des Weib­lichen: eine beseelte, faszinierend sinnliche Frau von auratischem Zauber. An der Deutschen Oper am Rhein wird sie im September/Oktober von Adela Zaharia ebenso wie von Anna Princeva und Eleonore Marguerre verkörpert. Am 12. Sep­tem­ber stellt sich Marie Jacquot bei „La traviata“ als neue Erste Kapellmeisterin der Deutschen Oper am Rhein vor.

Termine, Besetzungen, Tickets


So 08.09.-18.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
Wiederaufnahme: „Tosca“ von Giacomo Puccini

Die Opernsängerin Floria Tosca lebt ganz für ihre Kunst und ihre Liebe zu dem Maler Cavaradossi. Als dieser wegen seiner politischen Aktivitäten gegen das unmenschliche Regierungsregime ins Visier von Baron Scarpia gerät, sieht auch sie sich dem brutalen Polizeichef ausgeliefert…

Mit „Tosca“ komponierte Giacomo Puccini eine schonungslose Abrechnung über Machtmissbrauch, politische Willkür und polizeistaatliche Machenschaften. Sie ist aber auch eine zutiefst berührende Liebesgeschichte und leidenschaftliche Mani­festation der um das Jahr 1900 bereits aussterbenden italienischen Gesangsoper, in der „Verismo“ couragiertes Handeln und klare Parteinahme für die Opfer bedeutet. Alternierend mit Alex Penda singt Ensemblemitglied Morenike Fadayomi die Titelpartie. Eduardo Aladrén und Najmiddin Mavlyanov sind in der Rolle des Malers Cavaradossi, Lucio Gallo und James Rutherford als Scarpia zu erleben.


So 15.09. – 18.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
Wiederaufnahme: „Roméo et Juliette“ von Charles Gounod

Ein Sommernachts-Albtraum: In einer heißen Augustnacht trifft Roméo zufällig auf Juliette. Es ist Liebe auf den ersten Blick, allerdings eine verbotene, denn Juliette muss am nächsten Morgen Pâris heiraten. Doch die Macht der Liebe wirkt wie eine Droge, ein dunkel-süßes Gift mit tödlichem Ausgang…

Charles Gounod (1818–1893) schuf mit seiner Adaption von Shakespeares „Romeo und Julia“ ein Meisterwerk der französischen Opernromantik voller Poesie, Leidenschaft und packender Dramatik: eine Liebesgeschichte wie ein Krimi, eine Familientragödie voller Gesellschaftskritik. An der Deutschen Oper am Rhein ist es in der Deutung des jungen Regisseurs Philipp Westerbarkei zu sehen, der in dieser Saison auch Puccinis „La Bohème“ inszeniert.

Infos zum Stück, Termine, Besetzung und Tickets


Fr 20.09. – 16.00 Uhr
Foyers des Düsseldorfer
Opernhauses
Geisterstunde im Opernhaus

Vor der Düsseldorfer Premiere von „Geisterritter“ öffnet die Oper ihre Foyers und gibt das Haus für alle Premierenkartenbesitzer frei zum Eingruseln. Ab 16.00 Uhr können junge Zuschauer*innen zur Einstimmung auf die Jugendoper nach dem Bestseller von Cornelia Funke mit Schauspieler Cedric Sprick den Kröten-Rap lernen, Gruselfilme synchronisieren oder sich als Untote schminken lassen.


Fr 20.09. – 18.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
PREMIERE: Jugendoper „Geisterritter“ von James Reynolds

Es ist zum Gruseln: Kaum ist Jon Whitcroft unfreiwillig in ein alt­ehrwürdiges Internat in Salisbury eingezogen, trachtet ihm dort der Geist von Lord Stourton nach dem Leben. Seine Mitschüler, die den Geist nicht sehen können, halten Jon für verrückt – nur seine Klassenkamera­din Ella glaubt ihm. Gemeinsam mit Ellas eigenwilliger Großmutter Zelda und der zum Leben erwachten Statue des Ritters William Longspee nimmt der Junge den Kampf mit seinem untoten Gegner auf …

Für die Kooperation „Junge Opern Rhein Ruhr“ autorisierte die Bestsellerautorin Cornelia Funke erstmals die Vertonung einer ihrer erfolgreichen Romane. Regisseur Erik Petersen schuf hierzu eine fantasievolle Inszenierung, für die das bekannte Videokünstlerduo fettFilm das multimediale Setting bereitstellte. Nach ihrem großen Erfolg in Bonn und Duisburg feiert James Reynolds Jugendoper „Geisterritter“ jetzt in Düsseldorf Premiere.


Fr 20.09. – Sa 28.09.
Orchard Hall Tokyo
Hyogo PAC Osaka
Martin Schläpfers „Schwanensee“ auf Japan-Tour

In Tokyo und Osaka bringen die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts am Rhein das bekannteste Ballett der Welt in der Version von Martin Schläpfer auf die Bühne. Schläpfer rückt „all die faszinierenden Dunkelheiten, psychischen Geheimnisse und Archetypen“ mit seiner ganz eigenen, ebenso physischen wie hochexpressiven Tanzsprache in den Mittelpunkt und entführt das Publikum in eine Welt, „in der Geister und Unerklärbares noch nicht als Hirngespinste gelten“.


Di 24.09. – 18.00 Uhr Theater Duisburg
Opernwerkstatt: „Pique Dame“

Ein Podiumsgespräch mit beteiligten Künstlern und ein exklusives Probenerlebnis geben bei freiem Eintritt erste Einblicke in die Duisburg-Premiere von Tschaikowskys „Pique Dame“.


Sa 28.09. – 19.30 Uhr
Theater Duisburg
PREMIERE: „Pique Dame“ von Peter Iljitsch Tschaikowsky

Spielsucht, Geld und Liebesverlangen, das sind die drei Motive, um die sich Tschaikowskys Seelendrama „Pique Dame“ rankt. Hermann, ein haltloser junger Offizier, Lisa, eine von ihm leidenschaftlich geliebte, aber unerreichbar scheinende Frau und deren Großmutter, eine geheimnisumwitterte Gräfin, sind die Hauptfiguren in dem tragischen Spiel um persönliche Zuneigung und gesellschaftliche Anerkennung.

Die US-amerikanerische Regisseurin Lydia Steier findet im Hollywood der 1950er Jahre den Rahmen für ihre bildgewaltige Inszenierung, die am letzten September-Wochenende die Opernsaison im Theater Duisburg eröffnet. Unter der musikalischen Leitung von Aziz Shokhakimov sind Sergej Khomov als Hermann und Sarah Ferede als Lisa zu erleben. Renée Morloc verkörpert die geheimnisvolle Gräfin.

Infos zum Stück, Termine, Besetzung und Tickets


Mi 02.10. – 19.30 Uhr
Theater Duisburg
Wiederaufnahme: „La Cenerentola“ von Gioacchino Rossini

Cenerentola ist das Aschenputtel der Opernbühne. Allerdings ist sie keine reine Märchenfigur, sondern die Heldin einer turbulenten Musikkomödie. Zwar ist

auch Cenerentola gestraft mit einem hartherzigen Stiefvater und zwei selbstsüchtigen Stiefschwestern, die ihr das Leben schwer machen. Aber anders als im Märchen gelingt ihr die Verwandlung in eine schöne Dame, die der Prinz Ramiro zu seiner Frau erwählt, durch die Hilfe des weisen Philosophen Alidoro. Dabei spielen Verkleidungen und das Verhältnis von Sein und Schein eine große Rolle. In der legendären Inszenierung des großen Regiemeisters Jean-Pierre Ponnelle hat diese Geschichte durch szenischen Witz, Opernmagie und prallen Humor längst Unsterblichkeit erlangt. In Duisburg singen Miriam Albano (2.10.) und Maria Kataeva die Titelpartie.

Infos zum Stück, Termine, Besetzung und Tickets


Do 03.10. – 18.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
Reprise: „Schwanensee“ von Martin Schläpfer

Direkt im Anschluss an sein Japan-Gastspiel bringt das Ballett am Rhein Martin Schläpfers „Schwanensee“ im Opernhaus Düsseldorf auf die Bühne.

Prinz Siegfried soll heiraten, doch er ist jung und sehnt sich nach dem Leben. Mitten in der Nacht wird er tief im Wald an einem geheimnisvollen See von einem Mädchen magisch angezogen. Odette ist in einem bösen Zauber gefangen und nimmt nur, wenn es dunkel wird, für einige Stunden menschliche Gestalt an …


Mi 09.10. – 18.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
Opernwerkstatt zur Premiere von „Samson et Dalila“

Die Opernwerkstatt zur ersten Neuproduktion der Spielzeit macht die Zuschauer mit Camille Saint-Saëns‘ französischer Oper „Samson et Dalila“ vertraut. Der Eintritt zum Gespräch und zum Probenbesuch ist frei.


So 13.10. – 15.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
Wiederaufnahme: „Petruschka / L’Enfant et les Sortilèges“
von Igor Strawinsky / Maurice Ravel

Ganz ähnlich wie „Die Zauberflöte“ fasziniert der Doppelabend „Petruschka / L’Enfant et les Sortilèges“ durch das überraschende Zusammenspiel von Orchestermusik, Artisten und Sängerinnen auf der Bühne und filmischer Animation. Ein russischer Jahrmarkt und ein französisches Kinderzimmer sind die Schauplätze, die die britische Theatergruppe „1927“ in einer überbordenden Bilderwelt lebendig werden lässt. Dazu erklingen Strawinskys Ballettmusik und Ravels Operneinakter.


Do 17.10. – 19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
Wiederaufnahme: „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart

Don Giovanni, dem großen Frauenverführer in Mozarts Oper, misslingen alle Liebesabenteuer, was seiner Anziehungskraft allerdings nicht schadet. Im Gegenteil. Mozarts Musik schafft das Kraftfeld, in dem sich alles um ihn herum auflädt. Wer auf Don Giovanni trifft, kann sich dieser Energie nicht entziehen. Er muss ihr stand­halten, wenn er nicht untergehen will in der regellosen Freiheit, die Don Giovanni als genuss­vollen Weg propagiert, sich von Konventionen und vorgefer­tig­ten Lebensmustern zu befreien.


Fr 18.10. – 19.30 Uhr
Opernhaus Düsseldorf
PREMIERE: „Samson et Dalila“ von Camille Saint-Saëns

Als sich Samson an die Spitze des Hebräer-Aufstandes stellt, fasst sein unterjochtes Volk neuen Mut. Im Kampf gegen die herrschenden Philister ist seine über­mensch­liche Kraft eine tödliche Waffe und erringt den Rebellen Sieg um Sieg. Nur einem Gegner ist Samson nicht gewachsen: der erotischen Anziehungskraft der schönen Dalila. Mit ihren Verführungskünsten umgarnt sie den verhassten Feind, um ihm das Geheimnis seiner Stärke zu entlocken…
Joan Anton Rechi, der an der Deutschen Oper am Rhein zuletzt sehr erfolgreich „Madama Butterfly“ inszenierte, setzt Camille Saint-Saëns‘ französische Oper in Szene. Michael Weinius – in der vergangenen Spielzeit als Siegfried gefeiert – ist Samson, Ramona Zaharia die große Verführerin Dalila.


So 20.10. – 11.00 Uhr
Foyer im Opernhaus Düsseldorf
Symphoniker im Foyer: Barocke Kantaten

Johann Sebastian Bachs weltliche Kantate „Ich bin in mir vergnügt“ BWV 204 steht im Zentrum der barocken Sonntagsmatinee. Die Sopranistin Sylvia Hamvasi interpretiert das charmante, 8-sätzige Werk gemeinsam mit Solo-Flötistin Ruth Legelli, Solo-Oboistin Gisela Hellrung und weiteren Mitgliedern der Düsseldorfer Symphoniker. Weitere Werke Bachs runden das Programm ab und sorgen für einen beschwingten Start in den Sonntag.


Sa 26.10. – 19.00 Uhr
Theater Duisburg
und
So 27.10. – 19.00 Uhr
Opernhaus Düsseldorf

„With Love from Moscow“: Gala-Konzerte der Helikon-Oper Moskau

2019 ist Deutschland Gastgeber für das russische Kulturfestival „Russian Seasons“, das die vielfältige russische Kultur in Ausstellungen, Festivals und Konzerten präsentiert, um den interkulturellen Dialog und die partnerschaftlichen Beziehungen zu fördern.
Mit der Moskauer Helikon-Oper verbindet die Deutsche Oper am Rhein seit der gemeinsamen Produktion „Der goldene Hahn“ 2016 eine erfolgreiche Zusammenarbeit und künstlerische Freundschaft, die weiter vertieft wurde durch Gala-Konzerte in Düsseldorf im Mai 2017 und in Moskau im September 2018, bei denen Ensemble­mit­glieder beider Häuser gemeinsam auf der Bühne standen. Nun gibt es ein Wiedersehen, wenn die Helikon-Oper mit 12 ihrer besten Solist*innen, Chor und Orchester für zwei Gala-Konzerte nach Duisburg und Düsseldorf kommt. Mit großen Arien, Ensembles und Chorszenen von Peter Iljitsch Tschaikowsky und Giuseppe Verdi schlägt sie auch musikalisch eine Brücke nach Russland.

Die Schirmherrschaft übernimmt Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen


—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Lilienfeld, Stift Lilienfeld, La Traviata – Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 09.06.2019

 

 Stiftskirche Lilienfeld © Marcus Haimerl

Stiftskirche Lilienfeld © Marcus Haimerl

Stift Lilienfeld

La Traviata – Giuseppe Verdi

Große Oper im Dormitorium des Stift Lilienfeld

von Marcus Haimerl

Oper in der Krypta gastierte mit Giuseppe Verdis zur Erfolgstrias von 1851/53 zählender Oper La Traviata im Stift Lilienfeld. Das in Österreich zwischen St. Pölten und dem Wallfahrtsort Mariazell liegende Zisterzienserstift, eine Stiftung von Herzog Leopold VI. (1176 – 1230) aus der Familie der Babenberger – heute die größte erhaltene zisterziensische Klosteranlage in Mitteleuropa – beherbergt eine kostbare Kreuzesreliquie.

Der Orden selbst geht auf das Kloster Cîteaux (lat.: Cistercium) zurück, das 1098 in Burgund gegründet wurde. Die zwischen 1202 und 1263 errichtete romanisch-gotische Kirche gilt mit ihren 83 Metern Länge als größte Kirche Niederösterreichs. Die heutige Inneneinrichtung stammt aus der Barockzeit. Da das Stift an der Via Sacra, dem traditionellen Wallfahrerweg zwischen Wien und Mariazell, liegt, wurde das Hauptschiff als heilige Straße gestaltet, die in Richtung Hochaltar mehr und mehr an Goldglanz zunimmt.

Stift Lilienfeld / La Traviata - v.l. Daniel Valero, Calon Danner, Pavel Kvashnin, Chor, Alexandra Matloka, Dana Hammett © Marcus Haimerl

Stift Lilienfeld / La Traviata – v.l. Daniel Valero, Calon Danner, Pavel Kvashnin, Chor, Alexandra Matloka, Dana Hammett © Marcus Haimerl

Im unglaublich beeindruckenden, mittlerweile als Veranstaltungsraum genutzten Dormitorium, konnte das Publikum Giuseppe Verdis Meisterwerk erleben, welches in derselben Regie des künstlerischen Leiters von Oper in der Krypta, Joel A. Wolcott, rund ein Jahr zuvor seine Premiere erlebte. Das Publikum in Lilienfeld erlebte die Geschichte um die schwindsüchtige Kurtisane Violetta Valéry in der der gleichen Frische wie die Wiener ein Jahr zuvor. Für die Umsetzung der Handlung benötigt Joel A. Wolcott wenig Ausstattung und konzentriert sich dabei stark auf die hervorragenden Singschauspieler: Ein Tisch, ein Sofa und zwei Sessel sind ausreichend, um das Liebesdrama von Violetta und Alfredo glaubhaft auf die Bühne zu bringen.

Ergänzt wird das Bühnenbild um Projektionen an die Rückwand des Dormitoriums, die den jeweiligen Handlungsort veranschaulichen. Ein besonders starkes Bild ist die Projektion im dritten Akt: Man sieht eine Taschenuhr, die inmitten abgefallener Blütenblätter fünf Minuten vor 12 Uhr anzeigt; man versteht die Anspielung auf die im Sterben liegende Kameliendame, jenes Romans Alexandre Dumas d.J., der den Rahmen der Handlung für Giuseppe Verdis Meisterwerk bildete.

Joel A. Wolcott lässt bereits in der Ouvertüre, die von der japanischen Pianistin Mami Tsukio hervorragend am Klavier interpretiert wird, drei Protagonisten auftreten. Violetta Valéry wird hintereinander von Gastone und vom Barone Douphol zum Tanz aufgefordert. Dieser Kreis wird sich im Vorspiel zum dritten Akt schließen, wenn sich Violetta, im Fiebertraum und dem Tode nahe, noch einmal von unsichtbaren Herren der Gesellschaft zum Tanzen auffordern lässt.

Père Lachaise / Alphonsine Plessis - Kameliendame im wahren Leben : die Violetta der Oper © IOCO

Père Lachaise / Alphonsine Plessis – Kameliendame im wahren Leben : die Violetta der Oper © IOCO

Die amerikanische Sopranistin Dana Hammett debütierte 2018 bei Oper in der Krypta als ebenso leidenschaftlich liebende wie leidende Kurtisane Violetta und überzeugte mit ihrem wunderschönen, höhensicheren Sopran und starker Mittellage nunmehr auch das niederösterreichische Publikum. Sie berührt intensiv in den lyrischen Passagen der Partie, weiß aber auch in den dramatischen Ausbrüchen die innere Zerrissenheit der Figur musikalisch zu gestalten. Ihre leidenschaftliche Verkörperung dieser tragischen Frauengestalt hinterlässt beim Publikum tiefen Eindruck.

Als ihr leidenschaftlicher Liebhaber Alfredo Germont überzeugt der russische Tenor Pavel Kvashnin, der mit der intensiven Strahlkraft seines kräftigen Tenors das Dormitorium mühelos füllen konnte. Neben der Leichtigkeit, mit der der junge Künstler die Höhen seiner Partie meisterte, war auch die leidenschaftliche schauspielerische Leistung enorm. So konnte man Pavel Kvashnin die Tragik seiner Figur zum Teil schon im Gesicht ablesen.

Als sittenstrenger Vater Giorgio Germont erlebt man den österreichische Bassbariton Florian Pejrimovsky. Durch zahlreiche Auftritte als Scarpia (Puccini Tosca), Rigoletto (Verdi Rigoletto), Colline (Puccini La Bohème) oder als Gefängnisdirektor Frank (Strauss Die Fledermaus), ist er beim Publikum der Krypta in der Wiener Peterskirche ebenso bekannt wie beliebt. Auch in Lilienfeld ist er kein Unbekannter, ist er dort doch Chorleiter des Stiftschores. Florian Pejrimovsky versteht es, mit seinem großen, intensiven Bassbariton Eindruck zu hinterlassen und dominiert mit seiner Stimme ebenso problemlos den Saal. Aus den gemeinsamen Szenen zwischen Bassbariton und Tenor wird hier beinahe ein Kampf der Giganten. Aber auch die leisen Töne sind dem Ausnahmekünstler nicht fremd. Und gerade diese leisen Szenen sind es auch, die Florian Pejrimovsky unglaublich stark darzustellen vermag: Die Zerrissenheit zwischen der harten Schale und dem weichen Kern, zwischen gesellschaftlichen Konventionen und Verständnis für die über gesellschaftliche Zwänge hinausgehende, ehrliche Liebe.

Ebenso erstklassig – um nicht zu sagen luxuriös – sind die kleineren Partien besetzt:
Die französische Sopranistin Alexandra Matloka singt nicht nur die Rolle von Violettas Freundin Flora Bervoix, sondern ist auch jene der Vertrauten und Dienerin Annina. Beide Rollen werden von Alexandra Matloka mit ihrem schönen lyrischen Sopran und ihrer mitfühlenden Darstellung exzellent verkörpert.

Stift Lilienfeld / Traviata - hier : Ensemble, links Karen de Pastel_rechts Buergermeister Wolfgang Labenbacher © Marcus Haimerl

Stift Lilienfeld / Traviata – hier : Ensemble, links Karen de Pastel_rechts Buergermeister Wolfgang Labenbacher © Marcus Haimerl

Um einer kleinen Partie große Bedeutung zu verleihen, braucht man den österreichischen Tenor Calon Danner. Mit seinem schön geführten Tenor und seinem sympathischen, manchmal fast spitzbübischen Charme, lässt Calon Danner in der Partie des Gastone musikalisch und darstellerisch keinerlei Wünsche offen. Auf gleich hohem Niveau erlebt man den jungen mexikanischen Bariton Daniel Valero in der Rolle des Barone Douphol. Mit schönem, vollklingenden Bariton und intensivem Spiel konnte Daniel Valero das Publikum für sich einnehmen. Zum Chor, bestehend aus den beiden wohl disponierten Sopranistinnen Baharan Baniasadi und Natalia Leal, gesellten sich für den ersten Akt auch Statisten aus dem Publikum, die die Bühne als Gäste von Violetta Valérys Fest bereichern.

Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen der bereits zuvor erwähnten japanischen Pianistin Mami Tsukio. Mit ihrem leidenschaftlichen, sehr differenzierten Klavierspiel weiß sich die Künstlerin als hervorragende Begleiterin, die die Stimmen der Sänger mühelos trägt und kann außerdem auch in den Vorspielen zum ersten und dritten Akt ihre Qualitäten als Solistin unter Beweis stellen.

Unter den rund 200 Gästen in Lilienfeld befanden sich als Vertreter des Stiftes Frater, Dr. Michael Vurglics, der gastfreundliche, sympathische Vertreter der Stadt, Bürgermeister Wolfgang Labenbacher mit Gattin, und die Titular-Stiftsorganistin der Stiftsbasilika, Karen de Pastel. Erfreut bedachten sie alle die Künstler für die wirklich gelungene Vorstellung mit Standing Ovations und langanhaltendem Applaus. Dank des großen Erfolges dieses Gastspiels wird Oper in der Krypta im kommenden Jahr mit der Erfolgsproduktion Tosca von Giacomo Puccini ins Stift Lilienfeld zurückkehren.

Kulturbegeisterte müssen aber keineswegs solange warten: Der Traviata folgt bereits am 30. Juni 2019 das Eröffnungskonzert der 38. Sommerakademie Lilienfeld: Karen de Pastel, ihres Zeichens nicht nur Stiftsorganistin, sondern auch Präsidentin der Sommerakademie und Leiterin des Internationalen Kultursommers Lilienfeld wird Ein deutsches Requiem, op. 45, von Johannes Brahms, präsentieren. Das interessierte Publikum kommt also in jedem Fall in Lilienfeld, das unglaublich viele musikalische Höhepunkte präsentieren kann, niemals zu kurz.

—| IOCO Kritik Stift Lilienfeld |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Die Spielzeit 2019/20

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Die Spielzeit 2019/20 an der Deutschen Oper am Rhein

30 Opern und sieben Ballettprogramme auf den großen Bühnen in Düsseldorf und Duisburg

Mit dem 4. Haniel Klassik Open Air vor dem Theater Duisburg startet die Deutsche Oper am Rhein am 6. Septem­ber in die Spielzeit 2019/20. Für die rund 300 Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg sind ab sofort Tickets erhältlich. Im Fokus stehen zehn Opernpremieren – darunter sechs Neuproduktio­nen – und 19 weitere Stücke aus dem großen Opernrepertoire. Das Ballett am Rhein präsentiert sechs Ballettprogramme mit insgesamt 17 Choreographien. Festliche Galas und Konzerte, Liedermatineen, Kammermusik und nicht zuletzt das vielfältige Angebot der Jungen Oper am Rhein ergänzen das Programm der kommenden Saison.


Oper in Düsseldorf und Duisburg

„Samson et Dalila“, Camille Saint-Saëns‘ französische Oper über den Freiheitskampf der in Sklaverei gefallenen Hebräer und ihren verführbaren Helden Samson kommt am 18. Oktober im Opernhaus Düsseldorf auf die Bühne – und das zum ersten Mal seit Gründung der Deutschen Oper am Rhein im Jahr 1956. Joan Anton Rechi, der hier zuletzt sehr erfolgreich „Madama Butterfly“ inszenierte, setzt die erste Neuproduktion der Spielzeit in Szene. Generalmusikdirektor Axel Kober hat die musikalische Leitung und übergibt den Stab im November an Marie Jacquot, die neue Erste Kapellmeisterin der Deutschen Oper am Rhein. Die Titelpartien gestalten Ramona Zaharia (Dalila) und Michael Weinius (Samson).

Vor dem historischen Hintergrund des englischen Bürgerkriegs entspinnen sich die dramatischen Liebes­ver­wicklungen in Vinzenzo Bellinis Oper „I puritani“, die am 18. Dezember im Opernhaus Düsseldorf Premiere feiert. In seiner zweiten Regiearbeit für die Deutsche Oper am Rhein widmet sich Rolando Villazón nach Doni­zettis „Don Pasquale“ erneut einem Klassiker des Belcanto. Antonino Fogliani hat die musikalische Leitung. Adela Zaharia, die in dieser Spielzeit als Maria Stuarda und Violetta Valéry gefeiert wurde, debütiert als Elvira in einer weiteren wichtigen Partie des Belcanto-Fachs. Ioan Hotea gastiert als Lord Arturo Talbot in Düsseldorf.

Als beste Nachwuchskünstlerin 2015 mit dem International Opera Award ausgezeichnet, ist Lotte de Beer heute europa­weit als Regisseurin gefragt. Mit Georg-Friedrich Händels Zauberoper „Alcina“ präsentiert die Niederländerin am 14. Februar im Opernhaus Düsseldorf ihre erste Inszenierung für die Deutsche Oper am Rhein. Den zeittypischen Orchesterklang entwickeln die Barockspezialisten der Neuen Düsseldorfer Hofmusik unter Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober. Rollendebüts geben Jacquelyn Wagner als Alcina, Maria Kataeva als Ruggiero und Elena Sancho Pereg als Morgana. Wallis Giunta gastiert als Bradamante.

Als vierte Neuproduktion im Opernhaus Düsseldorf und Koproduktion mit der Opera Vlaanderen hat Giuseppe Verdis „Macbeth“ am 29. Mai Premiere. Der Regisseur Michael Thalheimer entwickelt seine Inszenierung aus den innersten Triebkräften der Figuren und knüpft mit Boris Statsenko (Macbeth) und Liana Aleksanyan (Lady Macbeth) an seine ein­dring­liche Interpretation von Verdis „Otello“ an. Unter musikalischer Leitung von Axel Kober wird „Macbeth“ 2020 auch live gestreamt auf www.operavision.eu.

Als Glanzstück der Wiener Operette feiert „Die Fledermaus“ von Johann Strauß am 25. Januar im Opernhaus Premiere. Nach dem Premierenerfolg in Duisburg setzt Axel Köhler das quirlige Ensemblestück nun in Düsseldorf in Szene: Norbert Ernst ist Gabriel von Eisenstein, Anke Krabbe seine Frau Rosalinde, Thorsten Grümbel spielt den Gefängnisdirektor, die Düsseldorfer Schauspiel-Legende Wolfgang Reinbacher den Frosch. Benjamin Reiners dirigiert die Düsseldorfer Symphoniker.

Im Theater Duisburg wird die Spielzeit 2019/20 am 28. September mit der Premiere von Peter Iljitsch Tschaikowskys „Pique Dame“ eröffnet. In der Inszenierung der amerikanischen Regisseurin Lydia Steier feiert das opulente Außenseiterdrama zunächst am 25. Mai 2019 in Düsseldorf Premiere und kommt vier Monate später in der neuen Sängerbesetzung mit Sergej Khomov als Hermann, Sarah Ferede als Lisa und Renée Morloc als Gräfin in Duisburg auf die Bühne. Aziz Shokhakimov hat die musikalische Leitung.

Das Künstlertum ist Thema in Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“, die am 8. Novem­ber in der Neuinsze­nie­rung von Philipp Westerbarkei in Duisburg herauskommt. Antonino Fogliani übernimmt die musikalische Leitung der ersten Neupro­duk­tion im Theater Duisburg, an der Liana Aleksanyan als Mimí, Ovidiu Purcel als Rodolfo und Bogdan Baciu als Marcello mitwirken.

Neben seiner Tätigkeit als Spielleiter bekam Philipp Westerbarkei in der Spielzeit 2018/19 Gelegenheit zu seiner ersten großen Inszenierung am eigenen Haus: Charles Gounods Shakespeare-Adaption „Roméo et Juliette“ läuft aktuell in Düsseldorf und feiert am 1. Februar mit neuer Sängerbesetzung Premiere in Duisburg. Gustavo di Gennaro (Roméo) und Sylvia Hamvasi (Juliette) gestalten die beiden Hauptpartien, Marie Jacquot dirigiert die Duisburger Philharmoniker.

Nachwuchsförderung ist ein wichtiges Thema an der Deutschen Oper am Rhein. Auf der Plattform Regie „Young Directors“ stellen sich am 19. April im Theater Duisburg zwei Spielleiterinnen mit eigenen Produktionen vor: Esther Mertel führt mit Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Triumph der Zeit und der Desillusion“ in die Welt des römischen Barock, während Ilaria Lanzino ein Werk des 20. Jahrhunderts inszeniert: Viktor Ullmann schrieb seine Oper „Der Kaiser von Atlantis“ 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt als Allegorie auf die politischen Verhältnisse. Die musikalische Leitung der beiden Einakter übernehmen mit Jason Tran und Jesse Wong zwei junge Dirigenten aus dem Ensemble.

In 19 weiteren Opern aus dem großen Repertoire sind die profilierten Sängerinnen und Sänger aus dem eigenen Ensemble und Gastsolisten aus aller Welt zu erleben. So kehren nach langer Zeit „Salome“ von Richard Strauss (6. März) und Gaetano Donizettis  „La Fille du Régiment“ (27. März) auf die Düsseldorfer Bühne zurück – mit Rollendebüts von Agneta Eichenholz  als Salome und Elena Sancho Pereg als charmante Soldatenbraut. Der neu inszenierte „Ring des Nibelungen“ kommt als Zyklus sowohl im Theater Duisburg (12. –17. November) als auch im Opernhaus Düsseldorf (7. – 13. April) zur Aufführung.


Junge Oper am Rhein

Gruselig, lustig und fesselnd liest sich Cornelia Funkes Internatsgeschichte „Geisterritter“, die in der Vertonung von James Reynolds auch das Opernpublikum begeistert. Inszeniert von Eric Petersen und uraufge­führt am Theater Bonn, feiert die neueste Familienoper im Rahmen der Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ am 20. September, zum Start in die neue Saison, in Düsseldorf Premiere. Patrick Francis Chestnut hat die musikalische Leitung. Nach erfolgreichen Aufführungen an der Deutschen Oper am Rhein, in Dortmund und Bonn kehrt „Ronja Räubertochter“, Jörn Arneckes Familienoper nach dem Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren, ins Theater Duisburg zurück. Aus guter Tradition kommt Engelbert Humperdincks Familien­klassiker „Hänsel und Gretel“ auf die Bühnen beider Städte. Seine Inszenierung – die älteste im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein – wird in dieser Spielzeit 50 Jahre alt!

Ganz nah am Bühnengeschehen sind Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter bei der mobilen Produktion „Nils Karlsson Däumling“, dem Musiktheater „Gold!“ und der „Zauberflöte für Kinder“. Mitmach-Angebote wie der Kinderchor am Rhein und das Mitsing-Projekt „Musik verbindet“, künstlerisch-praktische Projekte wie „Opernmacher 2.0“ und „Musiktheater im Labor“ sowie die intensive Vermitt­lungs­arbeit der Jungen Oper am Rhein ermöglichen jungen Menschen zwischen 4 und 28 Jahren vielfältige Zugänge zu Oper und Ballett.


Ballett am Rhein

Die letzte Spielzeit unter der künstlerischen Direktion von Martin Schläpfer ist in vielerlei Hinsicht dem Schaffen des Schweizer Künstlers gewidmet. Sie bietet zahlreiche Gelegenheiten, das Ballett am Rhein noch einmal in ausge­wählten Schläpfer-Choreographien zu erleben: Mit „Schwanensee“, „Reformations­sym­phonie“, „Ramifications“, „Streichquartett“, „Ulenspiegeltänze“ und „7“ stehen allein sechs Reprisen seiner Stücke auf dem Spielplan. Den Auftakt macht ab 3. Oktober im Opernhaus Düsseldorf und ab 6. Dezember im Theater Duisburg Martin Schläpfers jüngstes Erfolgsstück „Schwanensee“.

Aber auch eine Uraufführung präsentiert Martin Schläpfer. Im Programm b.41, das ab 23. November im Düsseldorfer Opernhaus zu erleben ist, formuliert er in „Cellokonzert“ tänzerische Antworten auf Dmitiri Schostakowitschs Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 g-Moll op.126. Den Auftakt des vierteiligen Programms macht Ji?í Kyliáns „Forgotten Land“, ein Stück über Untergang und Verlust von Heimat, das der tschechische Künstler 1981 im Auftrag von Marcia Haydée für das Stuttgarter Ballett geschaffen hat. Mit Martha Grahams Solo „Lamentation“ und „Steps in the Street“ zeigt das Ballett am Rhein erstmals zwei Werke der Grande Dame des American Modern Dance, die mit ihrer Tanztechnik seit den späten 1920er Jahren die Ästhetik des Bühnen­tanzes revolutionierte. Die musikalische Leitung des Programms b.41 haben GMD Axel Kober sowie Wen-Pin Chien.

Eine weitere Uraufführung kreiert Ballettdirektor Remus ?uchean?: „Symphonic Poem“ zur Komposition „Metacosmos“ von Anna Thorvaldsdottir heißt sein neues Ballett, in dem er sich von den Musik gewordenen Kraftfeldern der Isländerin inspirieren lässt. ?uchean?s Uraufführung steht im Zentrum des Programms b.42, das mit „Square Dance“ außerdem eine selten zu sehende, tänzerisch höchst anspruchsvolle Balanchine-Einstudierung präsentiert. Erstmals seit 2012 wieder mit dem Ballett am Rhein zu erleben ist Martin Schläpfers „Reformationssymphonie“ zur gleichnamigen Komposition von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die gefeierte Choreographie bildet den Schlusspunkt des Programms b.42, das ab 10. Januar unter der musikalischen Leitung von Martin Braun im Theater Duisburg auf die Bühne kommt.

Der kanadische Choreograph Robert Binet, der mit seiner Uraufführung „New World“ im November letzten Jahres das Publikum für sich eingenommen hat, zeigt im Programm b.43 mit „Dark with Excessive Bright“ ein neues Stück zu drei Kompositionen der Grammy Award-nominierten Amerikanerin Missy Mazzoli. Mit „Notations I–IV“ und „Siebte Sinfonie“ nimmt das Ballett am Rhein zum ersten Mal seit 2002 Choreographien von Uwe Scholz ins Repertoire auf. Einen filigranen Gegenpart zu Scholz‘ Solo „Notations I–IV“ bildet das 2005 für die Ballerina Marlúcia do Amaral kreierte Solo „Ramifications“ von Martin Schläpfer. Es komplettiert das Programm b.43, das ab 13. März in Düsseldorf unter der musikalischen Leitung von Finnegan Downie Dear und ab 4. April in Duisburg unter dem Dirigat von Stefan Klingele zu sehen ist.

Mit dem 1992 für das New York City Ballet kreierten „Herman Schmerman“ präsentiert das Ballett am Rhein erneut ein Stück von William Forsythe. In Kostümen des Designers Gianni Versace nehmen die Tänzerinnen und Tänzer das Publikum mit auf ein Tanzabenteuer, über das Forsythe scherzte, es habe genauso wenig zu bedeuten wie sein Titel, sondern sei einfach ein Stück über das Tanzen, das sehr viel Spaß macht. Nicht fehlen darf ein Stück von Hans van Manen – mit „Short Cut“ zeigt das Ballett am Rhein eine Choreographie des Meisters, die er 1999 für das Nederlands Dans Theater in Den Haag geschaffen hat. Für sein „Streichquartett“ zur Musik von Witold Lutos?awski erhielt Martin Schläpfer 2007 den als Oskar der Tanzwelt begehrten Prix Benois de la Danse. Als Finale des Programms b.44 ist dieses zentrale Werk ab 9. Mai erneut mit dem Ballett am Rhein zu erleben.

Zum Ende der Spielzeit 2019/20 heißt es Abschied nehmen von Martin Schläpfer. b.ye heißt deshalb das letzte Programm der Ära Schläpfer. Es schließt sich der 44-teiligen b-Reihe an, die bis dahin unter seiner künstlerischen Direktion für Düsseldorf und Duisburg entstanden ist. Mit einer Ballett-Gala, bei der neben Werken von Weggefährten auch Schläpfers „Ulenspiegeltänze“ zu erleben sind, einer exklusiven Reprise seines Gustav Mahler Balletts „7“ sowie einer letzten Vorstellung von „Schwanensee“ feiert das Ballett am Rhein vom 24.  bis zum 28. Juni 2020 Martin Schläpfer und dessen Kunst, bevor er sich als Direktor dem Wiener Staats­ballett und der Wiener Ballettakademie widmet.


Ballettgastspiele 2019/20: Japan, Österreich und NRW

Auch an anderen Spielstätten präsentiert das Ballett am Rhein wieder Ausschnitte aus seinem vielschichtigen Repertoire: Die weiteste Reise macht in der kommenden Spielzeit Martin Schläpfers „Schwanensee“, den die Compagnie im September 2019 sowohl in Tokyo als auch in Osaka auf die Bühne bringt. Unter der musikali­schen Leitung von Motonori Kobayashi werden die Tänzerinnen und Tänzer vom Theater Orchestra Tokyo sowie vom Osaka Symphony Orchestra begleitet. Eine weitere Bühne für Martin Schläpfers „Schwanensee“ ist im März 2020 die des Festspielhauses St. Pölten, wo das Tonkünstler Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Axel Kober den musikalischen Part übernimmt. Beim Festival „Highlights des Internationalen Tanzes Oper Bonn“ schließlich zeigt das Ballett am Rhein im Mai 2020 „Streichquartett“ und „Ulenspiegeltänze“ von Martin Schläpfer sowie „Herman Schmerman“ von William Forsythe.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Bielefeld, Theater Bielefeld, LA TRAVIATA – Giuseppe Verdi, 06.10.2018

September 19, 2018 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Bielefeld

bielefeld.jpg

Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

LA TRAVIATA  –  GIUSEPPE VERDI

Text von Francesco Maria Piave nach Alexandre DumasLa Dame aux Camélias

Premiere Sa. 06.10.2018, 19:30 Uhr, Stadttheater, weitere Vorstellungen 10.10., 24.10., 28.10., 02.11., 11.11., 17.11., 06.12., 11.12., 29.12.2018; weitere Termin in 2019

Von Vergnügen zu Vergnügen jagen, immer im Mittelpunkt des pulsierenden Lebens – Violetta Valéry gönnt sich keine Ruhe, nachdem sie nach längerer Krankheit endlich wieder auf den Beinen steht. Dabei spürt sie es ganz genau: Dieses Mal mag sie dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sein, aber letztendlich wurde ihr nur wenig zusätzliche Zeit geschenkt. Die Todesnähe verleiht ihr den Mut, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Könnte die verehrungsvolle Liebe des jungen Alfredo Germont einen Ausweg bieten aus dem umschwärmten, aber gleichzeitig einsamen Leben als begehrteste Kurtisane von Paris? Es lockt die Verheißung auf die lang ersehnte, wahre Liebe. Alfredo kann über ihre Vergangenheit hinwegsehen, doch reicht das aus für einen radikalen Neuanfang? Der gesellschaftlichen Haltung und der Todesahnung zum Trotz wagt Violetta den Aufbruch ins Ungewisse.

Alphonsine Plessis, die Kameliendame der Traviata; hier ihre Grabstätte Montmarte © IOCO

Alphonsine Plessis, die Kameliendame der Traviata; hier ihre Grabstätte Montmarte © IOCO

Amore e morte – Liebe und Tod – wollte Giuseppe Verdi zunächst seine Oper nach dem Roman Die Kameliendame von Alexandre Dumas d. J. nennen. Ein Titel, der in seiner Unbestimmtheit zwar für einen Großteil des Opernrepertoires gelten könnte, aber selten so passend erscheint wie für die Geschichte der Violetta Valéry, die sich in den Spannungsfeldern zwischen wahrer und käuflicher Liebe, Todessehnsucht und Todesangst entfaltet. Von den ersten Klängen der Ouvertüre an konzentriert sich Verdis Musik auf das innere Erleben der Protagonistin, deren ständiger Begleiter der Tod ist und die dennoch voller Kraft und Lebensfreude aufbegehrt. So vereint auch Verdis Partitur, die er selbst für eine seiner besten Arbeiten hielt, extrem unterschiedliche Emotionen: Vom schwungvollen Trinklied Brindisi über das impulsive Sempre libera bis hin zum tieftraurigen Lebensabschied Addio, del passato.

Nach dem desaströsen Misserfolg der Uraufführung 1853 entwickelte sich La Traviata zu einer der beliebtesten Opern der Musikgeschichte. Verdi hatte beides vorausgeahnt: Ein »totales Fiasko« hatte er der Theaterleitung angekündigt, sofern die Titelrolle nicht umbesetzt würde. Anschließend lehnte er über ein Jahr lang alle Angebote einer Wiederaufnahme ab, bis er sicher war, die geeignete Besetzung zu bekommen. Am 6. Mai 1854 war es so weit und La Traviata startete ihren Triumphzug um die Welt – quasi mit einjähriger Verspätung. Es ist kaum verwunderlich, dass der Komponist so vehement um ein Mitspracherecht bei der Besetzung kämpfte: In keiner anderen Oper Verdis steht die weibliche Hauptrolle so sehr im Zentrum des Geschehens. Von Anfang an trägt Violetta Valéry ihren Tod in sich; kein Krieg, keine höfische Intrige oder althergebrachte Familienfehde determiniert ihr Schicksal. Nur ihr privates Glück und Unglück, ihr innerstes Erleben bilden die Handlung der Oper. Sogar der Titel der Oper entstammt ihrer Selbstwahrnehmung, als Traviata, also »eine vom Weg Abgekommene«, bezeichnet sie sich in einer Arie selbst. Diesen Fokus auf Violettas Sichtweise behält das Team um Hausregisseurin Nadja Loschky bei. Der Raum von Katrin Connan und die Kostüme von Katharina Schlipf entführen in Violettas Perspektive: Wie nimmt eine junge Frau, der der Tod sehr nah ist, ihre Umwelt wahr? Welche Distanz zu anderen Menschen verschafft das Wissen um das eigene Sterben, welche Phantasien löst die Todesnähe aus?

Alexandre Dumas Montmarte © IOCO

Alexandre Dumas Montmarte © IOCO

Aufrichtigkeit, Gefühl und starke Ausdruckskraft verlangte Verdi von den Sängerinnen seiner Traviata. Dass Irina Simmes diesen Ansprüchen gewachsen ist, beweisen die großen Erfolge, die sie bereits als Violetta Valéry feierte. Nun stellt sich die junge Opernsängerin, die seit der Saison 2018/19 festes Mitglied am Theater Dortmund ist, erstmals in Bielefeld vor. Alternierend ab Januar 2019 singt Sophia Brommer die Violetta Valéry. Violetta zur Seite steht die geheimnisvolle Figur des M., verkörpert durch den Choreografen und Tänzer Thomas Wilhelm. Alfredo Germont, gesungen von Daniel Pataky, versucht ihr ein Leben in zärtlicher Zweisamkeit schmackhaft zu machen, was sein Vater, in Gestalt von Evgueniy Alexiev und alternierend Frank Dolphin Wong, nicht gutheißen kann. Kaum ein Mann kann sich Violettas Charme entziehen, so auch nicht der Baron Douphol, gesungen von Caio Monteiro, Gaston (Lianghua Gong / Lorin Wey), der Marquis d’Obigny (Yoshiaki Kimura) oder Doktor Grenvil (Moon Soo Park). Bei all der Verehrung, die Violetta entgegenschlägt, ist es kein Wunder, dass sich in Flora Bervoix’ (Hasti Molavian) Freundschaft auch etwas Konkurrenzdenken mischt. Annika Brönstrup als Annina bleibt Violetta hingegen in allen Umständen treu verbunden.

Es singen und spielen der Bielefelder Opernchor, der Extrachor des Theaters Bielefeld sowie die Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von GMD Alexander Kalajdzic;  Inszenierung Nadja Loschky Bühne Katrin Connan Kostüme Katharina Schlipf

Weitere Vorstellungen 10.10., 24.10., 28.10., 02.11., 11.11., 17.11., 06.12., 11.12.,
29.12.; weitere Termin in 2019

MUSIKALISCHE LEITUNG  –  Geboren in Zagreb, Kroatien, begann Alexander Kalajdzic seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent am Nationaltheater Weimar und von 2008 bis 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u. a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien. Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.


INSZENIERUNG  –  Nadja Loschky, Jahrgang 1983, studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Bereits während ihres Studiums assistierte sie Hans Neuenfels und arbeitete als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück. An diesem Theater entstanden in den folgenden Jahren unter ihrer Regie auch erste Inszenierungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater. 2006 wurde ihre Interpretation von Frieds Monooper Das Tagebuch der Anne Frank zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Es folgten weitere Engagements, unter anderem am Staatstheater Kassel. Im Anschluss an ihre praktische Diplomprüfung 2009 inszenierte Nadja Loschky Verdis La Traviata und Rossinis Der Barbier von Sevilla an den Städtischen Bühnen Osnabrück sowie Faust von Charles Gounod am Staatstheater Kassel. 2011 debütierte sie mit der Uraufführung der Familienoper Mikropolis von Christian Jost an der Komischen Oper Berlin. Im Jahr 2012 entstanden Inszenierungen von Brittens A Midsummer Night’s Dream am Staatstheater Kassel, Mozarts Entführung aus dem Serail am Theater Heidelberg sowie der Familienoper Die Schatzinsel (Frank Schwemmer) am Opernhaus Zürich, denen Verdis Simon Boccanegra am Theater Aachen und Händels Alcina am Luzerner Theater folgten. 2014 führte sie Mozarts Così fan tutte erneut ans Theater Heidelberg und mit Madama Butterfly inszenierte sie am Theater Bielefeld ihre erste Puccini-Oper. Für diese Produktion wurde sie 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Im selben Jahr erarbeitete sie eine weitere Uraufführung, Christian Josts Rote Laterne am Opernhaus Zürich, sowie eine Inszenierung von Boieldieus selten gespielter Oper La dame blanche am Oldenburgischen Staatstheater und Mozarts Le nozze di Figaro am Theater Heidelberg. 2016 inszenierte die Regisseurin erneut am Luzerner Theater, diesmal Bellinis Oper Norma. Für ihre im gleichen Jahr entstandene Produktion Death in Venice von Benjamin Britten am Theater Bielefeld erhielt sie im Jahresheft der Fachzeitschrift Opernwelt eine Nominierung in der Kategorie »Beste Regisseurin«. Zu Beginn der Spielzeit 2016/17 inszenierte sie Verdis Macbeth am Oldenburgischen Staatstheater, dem Zingarellis Giulietta e Romeo am Barocktheater Schwetzingen folgte. Mit Monteverdis L’incoronazione di Poppea kam es im Frühjahr 2017 zu einer weiteren Arbeit am Theater Bielefeld, 2018 gab sie ihr Regiedebüt an der Oper Graz mit Ariane et Barbe-Bleue von Paul Dukas. Seit der Spielzeit 2017/18 ist Nadja Loschky Hausregisseurin am Theater Bielefeld und inszenierte dort Rihms Jakob Lenz. In der aktuellen Spielzeit wird sie neben Verdis La Traviata auch Offenbachs Orpheus in der Unterwelt auf die Bühne bringen. Weitere Engagements führen die junge Regisseurin an die Oper Köln und erneut an die Oper Graz. Nadja Loschky ist neben ihrer Regietätigkeit projektbezogen auch als Dozentin an der HfM »Hanns Eisler« sowie der UDK Berlin tätig.


BÜHNE  –  Katrin Connan studierte Freie Kunst und Bühnenraum u. a. bei Raimund Bauer an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, assistierte am Grand Théâtre de Genève Bühnenbild und Regie, absolvierte ihr Diplom mit Auszeichnung. Sie arbeitet regelmäßig mit dem Regisseur Johannes Erath. Zu ihren gemeinsamen Arbeiten gehören What Next? von Elliott Carter an der Neuen Oper Wien, Eugen Onegin am Staatstheater Mainz, Lulu sowie Elektra an der Oper Graz, Das schlaue Füchslein an der Hamburgischen Staatsoper, Le nozze di Figaro an der Semperoper Dresden und den Savonlinna-Opernfestspielen, Make no noise sowie Beatrice Cenci bei den Bregenzer Festspielen, als nächstes Caruso in Cuba in Amsterdam. Weitere Arbeiten entstanden mit der Regisseurin Anna-Sophie Mahler (Die Sache Makropulos und Blick der Tosca am Theater Bremen, bald Die 7 Todsünden in Stuttgart) und mit Hans Neuenfels (South Pole an der Bayerischen Staatsoper, Antigone am Residenztheater München und Orest am Opernhaus Zürich). La Traviata ist ihre erste Zusammenarbeit mit Nadja Loschky.

KOSTÜME  –  Katharina Schlipf studierte Bühnen- und Kostümbild bei Prof. Martin Zehetgruber und Werner Pick an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Dort schloss sie 2010 mit dem Projekt Danton zu Georg Büchners Dantons Tod ihr Diplom mit Auszeichnung ab. Seit der Gestaltung des Bühnenbilds für das Händeloratorium Saul am Staatstheater Oldenburg 2011 arbeitet Katharina Schlipf mit der Regisseurin Lydia Steier zusammen. In folgenden Kooperationen entwarf sie u. a. die Bühnenbilder für Franz von Suppés Fatinitza am Staatstheater Mainz, die Ariadne auf Naxos für das Konzerttheater Bern, Albert Herring am Oldenburgischen Staatstheater und Guilio Cesare an der Komischen Oper Berlin. Für die Produktion The Fairy Queen am Theater Regensburg entwarf sie die Kostüme. Zuletzt erarbeitete sie 2018 das Bühnenbild für Mozarts Die Zauberflöte, die in diesem Jahr als Eröffnungspremiere der Salzburger Festspiele aufgeführt wurde. Regelmäßig arbeitet Katharina Schlipf auch mit dem Choreografen Demis Volpi. Die Zusammenarbeit begann 2010 mit dem Ballett Karneval der Tiere für die John Cranko Schule in Stuttgart, für die Katharina Schlipf die Kostüme und das Bühnenbild schuf. Es folgten Bühnen- und Kostümausstattungen für Capricen am Ballett Karlsruhe, Little Monsters, choreografiert für den Erik-Bruhn-Preis 2011 in Kanada, und Private Light für das American Ballett Theatre New York. Außerdem zeigte sie sich für die Ausstattungen für das Handlungsballett Der Nussknacker am Königlichen Ballett Flandern sowie für Volpis erste Opernregie Fetonte bei den Winterfestspielen in Schwetzingen verantwortlich. Eng verbunden sind Katharina Schlipf und Demis Volpi auch dem Staatstheater Stuttgart. Dort erarbeiteten sie seit 2010 die Produktionen Aftermath, Die Geschichte vom Soldaten von Igor Stravinsky, das Handlungsballett Salome nach Oscar Wilde und das Handlungsballett Krabat nach Ottfried Preußler. Ihre bisher letzte Produktion für die Oper Stuttgart in Kooperation mit dem Stuttgarter Ballett war die Produktion Tod in Venedig von Benjamin Britten, für die Katharina Schlipf Bühne und Kostüme schuf. Diese Arbeit wurde von den International Opera Awards zur besten Neuproduktion des Jahres 2018 nominiert. Katharina Schlipf ist neben ihrer Ausstattungstätigkeit projektbezogen auch als Dozentin für die Universität Stuttgart und die Musikhochschule Trossingen tätig. 2015 wurde Katharina Schlipf mit dem Rotary-Kunst-Preis ihrer Heimatstadt Rottweil ausgezeichnet. La Traviata ist die erste Zusammenarbeit mit Regisseurin Nadja Loschky und Bühnenbildnerin Katrin Connan.

BESETZUNG  –  Violetta Valéry Irina Simmes / Sophia Brommer,  Flora Bervoix Hasti Molavian,  Annina Annika Brönstrup,  Alfredo Germont Daniel Pataky,  Giorgio Germont Evgueniy Alexiev / Frank Dolphin Wong,  Gaston Lianghua Gong / Lorin Wey,  Baron Douphol Caio Monteiro
Marquis d’Obigny Yoshiaki Kimura,  Doktor Grenvil Moon Soo Park,  Giuseppe, Violettas Diener In-Kwon Choi / Krzysztof Gornowicz,  Ein Diener Floras Yun-Geun Choi / Ramon Riemarzik,  Ein Bote Tae-Woon Jung / Paata Tsivtsivadze,  M. Thomas Wilhelm

Die Sopranistin Irina Simmes ist ab der Saison 2018/19 festes Mitglied am Theater Dortmund, wo sie diese Spielzeit als Lisa (Land des Lächelns) debütiert. Mit der Walküre wird sie diese Spielzeit auch an die Oper Frankfurt zurückkehren, wo sie 2017 mit der Rolle der Konstanze (Entführung aus dem Serail) in Christof Loys Inszenierung unter der Leitung von Sebastian Weigle zu hören war. Seit 2012 war sie am Theater Heidelberg unter anderem in Mozart-Partien wie Konstanze (Entführung aus dem Serail), Pamina (Die Zauberflöte), Gräfin Almaviva (Le nozze di Figaro), Fiordiligi (Così fan tutte) und Donna Anna (Don Giovanni) zu hören. 2017 gab die Sängerin ihr Hausdebüt als Isolde (Avner Dormans Wahnfried) am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, wohin sie in der Spielzeit 2017/18 in einer Neuproduktion von Mozarts Lucio Silla in Kooperation mit dem Théâtre la Monnaie Brüssel zurückkehrte. Neben Partien wie Laura (Korngolds Der Ring des Polykrates), Musetta (La Bohème), Rosalinde (Die Fledermaus) und Micaëla (Carmen) fand ihre Interpretation der Violetta (La Traviata) große Aufmerksamkeit. 2015 widmete ihr die Fachzeitschrift Die Deutsche Bühne in der Februar-Ausgabe einen Coverartikel.

Irina Simmes’ Repertoire umfasst sowohl Raritäten des Barock (u. a. Pilade in Traettas Ifigenia in Tauride) sowie Werke des zeitgenössischen Musiktheaters (u. a. Adela in Josts Rumor und die Titelpartie in der Uraufführung von Harneits Abends am Fluss). Irina Simmes absolvierte ihre Gesangsausbildung an der Folkwang Universität der Künste Essen und war in der Spielzeit 2011/12 Mitglied des Opernstudios am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen.

—| Pressemeldung Theater Bielefeld |—

Nächste Seite »