Hagen, Theater Hagen, Die Blume von Hawaii – Paul Abraham, IOCO Kritik, 30.10.2020

Oktober 29, 2020 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Die Blume von Hawaii – Paul Abraham

Das Paradies am Meeresstrand – im Theater Hagen

von Viktor Jarosch

Der österreichische Regisseur Johannes Pölzgutter und sein Team zaubern im Theater Hagen Die Blume von Hawaii als eine lebendige revuebetonte Show auf die Bühne, siehe den folgenden Video. Nostalgische Gesänge, Jazz, Stepptanz und Humor (Sean Stephens, Choreographie) fesseln darin, inspirieren die Besucher ungekürzt über zwei Akte  Dazu haucht Martin Gehrke (Licht) bereits zu den – mit kleinem Orchester jazzig gespielten – Klängen der Ouvertüre „Ein Paradies am Meeresstrand“ den Bühnenraum mit satten, vollen Farben, einem leuchtenden Sternenhimmel im Hintergrund nostalgisch-romantischen Südsee-Flair. Auf der Bühne künden im ersten Bild einige Tische vor einem aufwendigen Bühnenvorhang den Varieté-Charakter der Hagener Blume von Hawaii an. Kapitän Stone gibt sich im ersten Bild, bessrer Zeiten gedenkend, dem Alkohol hin; eine Varieté-Sängerin erinnert ihn wieder an das Südseeparadies. Der Vorhang zur „Bühne auf der Bühne“ öffnet sich und eine vom Ensemble des Theater Hagen geformte Revue voller Klänge, Tanz und Farben nimmt ihrem lebensfrohen Lauf; in welcher farbige Lichtprojektionen mit drei prall ausgeleuchteten Palmen – Video, Foto – das Bühnenbild prägen….. Eine lebensfrohe Produktion  im Theater Hagen, sie belebt, sie inspiriert in diesen schwermütigen Corona-Tagen.

Die Blume von Hawaii – als revuebetonte Show im Theater Hagen
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 Paul Abraham (1892 – 1960) 1931 Schöpfer der Blume von Hawaii, wurde  in Apatin, im damaligen Königreich Ungarn, geboren. 1927 noch Kapellmeister im Budapester Operettentheater und Dirigent kleiner Ensembles in Cafés und Jazzkeller, erwuchs er in den frühen 1930er Jahren zu einem der gefragtesten Komponisten Deutschlands. Dem in die Jahre gekommenen Genre „Operette“ gab Abraham neue Akzente; mit den Librettisten Alfred Grünwald (geflüchtet 1938) und Fritz Löhner-Breda (ermordet in Auschwitz) verbanden sie gemeinsam die gefühlsreichen Klänge der Operette mit Rhythmen, Revuen und den 1920er Jahren populären fetzigen Jazzklängen (Abraham 1928: „Die Jazzmusik .ist zur neuen symphonischen Musik geworden).. Seine Werke Viktoria und ihr Husar, Blume von Hawaii und Ball im Savoy wurden mit zahlreichen Hits zu bleibenden zu Welterfolgen; bis ihn, inmitten seiner Erfolge, 1932 die Nazis aus Berlin vertrieben. Abraham flüchtete 1939 in die USA, erkrankte dort physisch und psychisch; er starb geistig umnachtet, völlig verarmt 1960 in Hamburg. Seine Grabstätte dort drohte im Jahr 2000 eingeebnet zu werden: Eine Initiative der Hamburger Kulturbehörde und anderer Institutionen sicherten, sanierten seine Grabstätte für kommende Jahre.

 Theater Hagen / Die Blume von Hawaii - nostalgische Show unter Palmen - hier : Penny Sofroniadou als Raka © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Die Blume von Hawaii – nostalgische Show unter Palmen – hier : Penny Sofroniadou als „American dream-girl“ Raka © Klaus Lefebvre

Hawaii haben weder Paul Abraham noch seine Librettisten je gesehen: Die Blume von Hawaii bedient in moderner Form Publikumsträume und Stereotypen der Zeit: als fesselnder Schauplatz, in welchem das Exotische und das Erotische aufeinander treffen.Die wahre Geschichte der durch Putsch entmachteten letzten hawaiianischen Königin Liliuokalani diente der Operette nur als Schablone. Die Blume von Hawaii. Abraham wollte nicht politisch sein, sondern rhythmisch, selig, nostalgisch: In seinem Werk wächst Operetten-Prinzessin-Laya nach ihrem Sturz sozialisiert in Paris auf; Hawaii ist für sie nur noch Abenteuer. Ihre Rückkehr nach Hawaii erfolgt – operettengerecht – nicht als Laya, sondern als Sängerin Suzanne Provence, eine in Europa bekannt Sängerin. Die folgende Liebesdramaturgie ist, wie die der meisten Operetten komplex, meist wenig logisch.

Der Varieté-orientierte Charakter der Inszenierung im Theater Hagen, mit hinreißend gesungenen „Schlagern“ (My golden Baby; My little boy; Ein Paradies am Meersstrand, Ich hab ein Diwanpüppchen und mehr) verbreitet ungeteilten Frohsinn im Publikum.

Theater Hagen / Die Blume von Hawaii - nostalgische Show unter Palmen - hier : Frank Wöhrmann als der charmant umtriebige Jim Boy © Klaus Lefebvre

Theater Hagen / Die Blume von Hawaii – nostalgische Show unter Palmen – hier : Frank Wöhrmann als der charmant umtriebige Jim Boy © Klaus Lefebvre

Penny Sofroniadou nimmt als Rakain dieser Revue die zentrale Partie eines Conferencier ein, welcher letztlich alle Beteiligten zu ihrem Operetten-Glück führt, sie selbst wird in coolem Stars-and-Stripes-Bikini schließlich zum (Foto oben) Amercan dream-girl. Frank Wöhrmann ist dabei ihr sprachlich wie tänzerisch umtriebiger Partner Jim Boy. Sopranistin Angela Davis wiederum gestaltet die Handlung der Revue mit vielen Songs stimmlich als auch darstellerisch in der großen Doppelrolle als Prinzessin Laya und / oder Suzanne Provence. Und immer begleitet der „Mond von Hawaii“ die Handlung: in vielen Farben ausgleuchtet im Hintergrund der Bühne. Doch auch die anderen großen Partien werden aus dem Ensemble des Theaters blendend besetzt: Richard van Gemert als Prinz Lilo-Taro, Alexander von Hugo als John Buffy, Alina Grzeschik als Bessie Worthington. Mit passender Choreographie gestaltet dazu auch das  Ballett des Theater Hagen mit Filipa Amorim, Noemi Emanuela Martone, Amber Neumann, Suzanne Vis den spielerischen Charakter der Produktion. Rodrigo Tomillo führt als Dirigent sein kleines Orchester in  jazzigen wie nostalgischen Klängen.

Die revuebetont, über zwei Akte gespielte Blume von Hawaii im Theater Hagen ist in diesen Corona-Tagen ersehnter, wichtiger Stimmungsaufheller. Natürlich feierte das  reduzierte Publikum zum Ende Regie, Bühnenbild und alle Solisten auf der Bühne. Die Pause bot erste Gelegenheit im Theaterrestaurant Inszenierung und Darsteller der Produktion mit Freunden „zu begießen“. Leider konnte man die Begeisterung nicht – Restaurant geschlossen – wie gewohnt im anschließenden Premierenplausch fortsetzen.

Die Blume von Hawaii im Theater Hagen; die weiteren Vorstellungen 21.11.; 31.12.2020 (zwei Vorstellungen); 9.1.; 20.1.; 30.01.2021

—| IOCO Kritik Theater Hagen |—

Düsseldorf, Düsseldorfer Heimatsommer, BELCANTO – auf der Galopprennbahn, IOCO Aktuell, 29.07.2020

 Düsseldorfer Heimatsommer / Opernabend - junges Ensemble, vl Gonzalez, Zeiger, Woesner, Siebert inspirieren mit BELCANTO @ IOCO

Düsseldorfer Heimatsommer / Opernabend – junges Ensemble, vl Gonzalez, Zeiger, Woesner, Siebert inspirieren mit BELCANTO @ IOCO

BELCANTO –  auf der Galopprennbahn von Düsseldorf

Opernabend auf den Spuren der Corona-Zeit

von Viktor Jarosch

OB Thomas Geisel erlebte auch den Opernabend @ IOCO

OB Thomas Geisel erlebte auch den Opernabend @ IOCO

Gibt es Schöneres an warmen Sommertagen, als auf der grünen Wiese der Galopprennbahn  Düsseldorfs auf einem Liegestuhl ruhend, herrlichen Arien aus großen Kompositionen zu lauschen? Vorgetragen von einem gut aufgelegten, jungen bestens disponierten Ensemble. So geschehen am 26. Juli 2020. Auch Thomas Geisel, OB von Düsseldorf, Foto links, zählte zu den vielen inspirierten Besuchern. Auf der kleinen Bühne hatte dies Event ein reales Thema: Wie befreit man sich aus den physischen wie psychischen Lähmungen der jetzigen Corona-Gefangenschaft?

Laura Zeiger, Katharina Woesner, Bryan Lopez Gonzalez, Laurin Siebert

Der Opernabend war am 26.7. Teil des Düsseldorfer Heimatsommer 2020, welcher  auf vielen Ebenen zahlreiche ungewohnte Events, Aktionen bietet. Das Motto des Heimatsommers 2020: Mach das Beste aus deinem Sommer! Von den lästigen langen Tagen der Quarantäne zu Hause, durch die Neuentdeckung der Natur bis zum wiedergefundenen Sozialleben. So  waren an diesem Abend auf der Galopprennbahn von Düsseldorf keine Pferde zu sehen. Stattdessen: Viele Besucher, bequem mit Snacks und Getränken auf zahlreichen Corona-gemäß aufgestellten Liegestühlen oder Fleece-Decken, vermittelten ein wenig Party-Stimmung, strahlten frohgesinntes Ambiente aus. Unter den Besuchern auch der von aktuellen Corona-Nöten so gebeutelte  Düsseldorfs OB Thomas Geisel. Selbst das Wetter spielte seine Partie „glänzend“ mit: Sonnenschein, angenehm warme Temperaturen hatte die Eventagentur des Abends schlieter&friends vorgegeben: auch der Wettergott spielte seine Rolle perfekt.

Den mitreißenden Opernabend gestaltete auf einer Wagenbühne, Foto oben, ein junges Ensemble: Laura Zeiger – Sopran, Katharina Woesner – Sopran, Bryan Lopez Gonzalez – Tenor, Laurin Siebert Bariton. lassen Corona vergessen. Das darstellerisch und stimmlich gut aufgelegte Ensemble leitete, begleitete Klaus-Lothar Peters am Flügel; auffällig sicher wie entspannt. So hauchten lyrisches Belcanto, Musical-Klänge, klassisches von Mozart bis Rossini, modernes von Weill und Bernstein den Besuchern der Galopprennbahn neues, frohes Lebensgefühl ein. Moderne Technik trug die Klänge des Bühnengeschehens ungetrübt und angenehm; selbst zu den Liegestuhlnutzern der hintersten Reihen.

Opernabend auf der Galopprennbahn @ Düsseldorfer Heimatsommer

Opernabend auf der Galopprennbahn @ Düsseldorfer Heimatsommer

Die ersten Szenen des Abends zeigen die Künstler privat in einer Art imaginären Zuhause, wo sie sich im Corona-Lockdown befinden und langsam spüren “wieder raus zu können, zu müssen”…  Sie spüren, draußen gibt es Menschen,  eine ganze Welt…,  mit welcher man wieder interagieren, sogar feiern kann!  Aufwachen/AufblühenNach einem langen Corona-Schlaf  –  war angesagt, auf der Galopprennbahn.

Wie vergehen diese einsamen Corona-Stunden? Manche Menschen werden melancholisch oder sehr reizbar, andere beschäftigen sich mit Sport oder telefonieren stundenlang. Und was, wenn es langsam wieder möglich ist, raus zu gehen und die Natur zu bestaunen? Was, wenn  erste soziale Kontakte wieder entstehen? Kontakte zeichnen so die Arien zu Beginn des Abends: Laura Zeiger spielt mit diesen Kontakten in ihrer ersten Arie, der anspruchsvoll humorigen Telefon-Arie aus Gian-Carlo Menottis lebensnahem aber selten gespielten Werk Das Telefon oder die Liebe zu Dritt. Laura Zeiger fängt das Publikum mit Beginn des Abends mit ihrem frisch-frohen Sopran ein; BELCANTO verstrahlt sie, liebenswert. Innige Sehnsucht mit naivem Zutrauen zeichnet so die zweite, ebenso stimmlich höchst anspruchsvolle Arie des Abends, Das Lied an den Mond der Rusalka, welche die kurzfristig eingesprungene Katharina Woesner in schwelgender Schwermut und mit lyrisch feinem Sopran vortrug. Gefolgt von Kurt Weills sehnsuchtsvollem Liebeslied aus der Dreigroschenoper, Siehst Du den Mond über Soho, welches Bryan Lopez Gonzalez und Laura Zeiger,  telefonisch kommunizierend; gefolgt von Giocchino Rossinis La danza, im Rhythmus einer neapolitanischen Belcanto-Tarantella, von  Bryan Lopez Gonzalez in kraftvollem italienischem Timbre mitreißend vorgetragen. Erste entstehende Kontaktversuche werden von Bariton Laurin Siebert lyrisch gezeichnet, wenn er als Mozarts Don Giovanni mit der Canzonetta Deh vieni alla finestra vor dem Fenster seiner Angebeteten schwelgt. Laurin Siebert rundet in seinen Arien mit wohl timbrierter sicherer Stimme ein junges und glänzend disponiertes Ensemble ab.

Düsseldorfer Heimatsommer / Opernabend - junges Ensemble mit Pianist inach dem Event @ IOCO

Düsseldorfer Heimatsommer / Opernabend – junges Ensemble mit Pianist inach dem Event @ IOCO

Kontaktängste, Corona-Hemmungen, werden langsam und sichtbar überwunden; die Akteure auf der Bühne kommen immer mehr zusammen, werden fröhlicher und bereiten heiß Ersehntes vor: eine Party! Wiederentdeckte glamouröse Abendkleider ersetzen nun die alten  Hausklamotten: der Abend, Lebensfreude findet sich auf der Bühne wieder, in herrlichen Arien, Duetten vorgetragen. So endete der Opern-Abend im Düsseldorfer Heimatsommer belebend hinreißend mit der Champagnerarie aus Mozarts Don Giovanni, vom Ensemble wechselnd lebensfroh vorgetragen.

Großer wie lauter Beifall prasselte aus den Liegestühlen dankbar auf ein Ensemble, welches mit  italienisch timbrierten Stimmen und schönen Arien BELCANTO und inspirierende Lebensfreude ausstrahlten. Ebenso auffällig auch: Die Deutsche Oper am Rhein, Vertreter oder ihr Ensemble waren an diesem gelungenen Opern-Abend nicht anwesend, nicht beteiligt. Sie wurden – in Anbetracht des starken Ensembles auf der Bühne der Düsseldorfer Galopprennbahn – auch nicht vermisst.

—| IOCO Aktuell Düsseldorfer Heimatsommer |—

Paris, Père Lachaise, Oscar Wilde – Kultstätte in Paris, IOCO, 31.03.2020

Oscar Wilde auf Père Lachaise © IOCO Felix

Oscar Wilde – 20 Tonnen Gedenkstätte auf Père Lachaise © IOCO Felix

Oscar Wilde – Monumental – Père Lachaise, Paris
– Kult als Dandy – Kult als Dichter – Kult im Tod –

von Viktor Jarosch

 Heinrich Heine auf Montmarte Paris © IOCO

Heinrich Heine auf Montmarte Paris © IOCO

Die großen Friedhöfe von Paris, Père Lachaise, Montmartre, Montparnasse, Passy wurden im frühen 19. Jahrhundert auf Veranlassung von Napoleon neu geordnet und als „Parkfriedhöfe“ angelegt. Mit Denkmal-Gräbern für lange zuvor Verstorbene wie den Dichter Jean-Baptiste Poquelin alias Molière (1622-1673), den Fabeldichter Jean de la Lafontaine (1621 – 1695), der Äbtissin Héloise (1095 – 1164) oder des Theologen Abaélard (1079 – 1142) hat sich Père Lachaise wie alle Pariser Park-Friedhöfe früh zu weltweit einzigartigen, architektonisch touristischen Begegnungsstätten entwickelt.  Heinrich Heine (1797 – 1856) bestimmte 1851 in seinem, in der „Matratzengruft“ von Montmartre geschriebenen Testament, „auf dem Kirchhofe dieses Namens (Cimitière Montmartre, Foto) beerdigt zu werden, da ich eine Vorliebe für dieses Quartier hege …“.

Auch der Kult-gewordene Dichter, Dramatiker und Lyriker Oscar Wilde (1854 in Dublin – 1900 in Paris) fand auf Père Lachaise seine  letzte Ruhestätte. Père Lachaise, im 20. Arrondissement von Paris gelegen, ist mit 44 Hektar und 69.000 Grabstätten der größte Pariser Friedhof. Mit über drei Millionen Besuchern jährlich ist Père Lachaise weit mehr als letzte Ruhestätte für Verstorbene, es ist auch sinngebende Begegnisstätte für uns Lebende: sein Besuch wurde so zu einem Muss.für viele Paris-Besucher und Einheimische.

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Kurz hinter dem Eingang von Père Lachaise begegnet dem Besucher schon die Grabstätte von Gioacchino Rossini (1792 in Pesaro – 1868 in Passy, Paris). Rossini, ab 1824 Hofkomponist von Ludwig XVIII, König von Frankreich, und, obwohl er schon 1829 mit Guglielmo Tell seine letzte Oper schrieb, führte er, danach, mit lebenslanger französischer Rente versehen, ein aktives, ausgefülltes Leben. Er inspirierte dabei unter anderem den 1833 für eine Musikausbildung nach Paris gezogenen Jacques Offenbach (1819-1880), dessen auffällige Grabstätte in Montmartre, nahe der von Heinrich Heine liegt.

Der irische Schriftsteller Oscar Wilde, bekannt durch seine Werke u.a. Salome, Das Bildnis des Dorian Gray, The Importance of Being Earnest, Bunburry, Lady Windermere‘s Fan war im damaligen prüden viktorianischen Zeitalter zudem als bewunderter Dandy und seinen extrovertiert exzentrischen Lebensstil eine bekannte Person des öffentlichen Lebens.

 Die schwer lesbare Visitenkarte von Lord Queensbury an Oscar Wilde © National Archives UK

Die schwer lesbare Visitenkarte von Lord Queensbury an Oscar Wilde © National Archives UK

Wildes in Paris endender, tragischer Niedergang begann am 18. Februar 1895, mit einer zunächst läppisch wirkenden Boshaftigkeit, die aber letztlich tödlich endete: John Sholto Douglas, 9th Marquess of Queensberry, und Vater seines intimen Freundes Lord Arthur Douglas, hinterließ in dem gemeinsam oft besuchten Londoner Albemarle Club eine an Oscar Wilde adressierte Karte (siehe oben links) mit der Anschrift: „For Oscar Wilde posing Somdomite!“ („An Oscar Wilde, posierender Sodomit“ – NB: Sodomie war damals in England strafbar). Diese Karte war Grund der folgenden Verleumdungsklage von Oscar Wilde gegen Marquess of Queensberry. In seiner Klage wurde Wilde von Freunden wie Robert Ross, Lord Arthur Douglas und sogar Georg Bernard Shaw gestützt. Queensberry argumentierte vor Gericht mit seinen „Wahrheitsbeweisen“ gegen Wilde: aufgrund dieser „Wahrheitsbeweise“ wurde öffentlich, dass Oscar Wilde mit jungen Männern der damaligen Unterschicht und männlichen Prostituierten sexuelle Beziehungen hatte. Der Marquess of Queensberry wurde im Urteil von der Verleumdungsklage freigesprochen.

Marquess of Queensberry reagierte auf seinen Freispruch mit einer Gegenklage. Oscar Wilde wurde nun von ihm wegen Unzucht und Sodomie angeklagt. Der vermögende Marquess of Queensberry stellte für dies Verfahren zahlreiche, von seinen Detektiven aufwendig ermittelte Beweise zur Verfügung. Am 25. Mai 1895 wurde Oscar Wilde wegen sexuellen Beziehungen zu jungen Männern der Unterschicht und mit männlichen Prostituierten wegen „Gross indecency“ (ein Gesetz, welches damals sexuelle Akte zwischen Männer generell, auch in privaten Räumen kriminalisierte) zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit. Das Urteil ruinierte Oscar Wilde persönlich und finanziell für den Rest seines Lebens.

Die Umstände im Zuchthaus Reading, wo Wilde seine Strafe verbrachte, waren entwürdigend und zerstörerend: Wie viele andere Zuchthäuser der Zeit in England war das Zuchthaus Reading damals vermeintlich modern ausgerichtet. Die englischen Zuchthäuser der Zeit waren zuvor aufwendig neu gestaltet, zur „Reformation der Gefangenen“, zur therapeutischen Behandlung der Insassen umgestaltet. Statt ehemals überfüllter Säle und Gemeinschaftszellen gab es erstmals durchgängig Einzelhaft in Zellen ohne Fenster. Kleine Milchglasschlitze ließen Licht ein, verhinderten aber den Blick ins Freie. Bei Freigang auf dem Gefängnishof bestand Redeverbot; das Tragen einer den Kopf verhüllenden Kapuze war dabei Pflicht.

Oscar Wilde 1882 © Napoleon Sarony

Oscar Wilde 1882 © Napoleon Sarony

Oscar Wilde verließ das Gefängnis 19. Mai 1897 als gebrochener und mittelloser Mann;  am gleichen Tag flüchtete er noch nach Paris: In Paris hatte Wilde 1883, in seinen guten Zeiten, mehrere Monate gelebt, mit Victor Hugo, Sarah Bernhardt, Edgar Degas verkehrt und das Bühnenstück The Duchess of Padua geschrieben. So ist Salome 1891 in Paris in französischer Sprache entstanden, und, in England war es durch die Zensur geächtet, 1894 in Paris mit Sarah Bernhardt als Salome uraufgeführt.  Oscar Wilde auf die Frage, warum er Salome in Französisch geschrieben hat: er sei „im Herzen Franzose, der Geburt nach aber Ire und von den Engländern dazu verurteilt, die Sprache Shakespeares zu sprechen.“  Nach seiner Ausreise im Mai 1897 betrat Oscar Wilde nie wieder englischen Boden.

Das letzte, unter solch dramatischen Umständen in Paris entstandene Werk von Oscar Wilde, ist das Gedicht The Ballad of Reading Gaol; es beschreibt die letzten Tage des 30-jährigen, wegen Mordes verurteilten Kavalleriesoldaten Charles Thomas Wooldridge kurz vor seiner Hinrichtung. Oscar Wilde zeichnet sein Gedicht in großer emotionaler Nähe zu dem sterbenden Soldaten. 

Jean-Baptiste Molière - La Fontaine in Pere Lachaise © IOCO

Jean-Baptiste Molière – La Fontaine in Pere Lachaise © IOCO

Oscar Wilde lebte in Paris vereinsamt und verarmt, aber im besten Zimmer des kleinen Hôtel d’Alsace in der Rue des BeauxArts, dessen Besitzer ein Bewunderer von ihm war. Dort starb  Wilde am 30. November 1900 elendig, unter schmerzhaften Umständen. Die Todesursache (Hirnhautentzündung oder Syphillis) wurde nie eindeutig festgestellt. Trotz seiner Schmerzen begleiteten ihn Aphorismen bis in den Tod: “My wallpaper and I are fighting a duel to the death – one or the other of us has to go” oder “Either the wallpaper goes, or I do“. Robert Ross, enger Freund und Lektor, war bei Oscar Wilde als dieser starb: Ein herbei gerufener katholischer Priester erteilte Wilde Nottaufe, Absolution und letzte Ölung. Begraben wurde Oscar Wilde 1900 zunächst in einem Armengrab auf dem Pariser Friedhof Cimetiere Bagneux. Auf nachdrückliches und uneingennütziges Betreiben von Robert Ross, nun Verwalter von Wildes künstlerischem Nachlass, wurde dieser 1909 auf den Cimetière du Père Lachaise umgebettet. Erst seit 1914, 14 Jahre nach Wildes Tod, schmückt das Grab die kultische Felsskulptur..

 Oscar Wilde Grabmal - die Sphinx © IOCO Felix

Oscar Wilde Grabmal – die Sphinx © IOCO Felix

Robert Ross, 1868 – 1918, Student an der Oxford University, war mit Oscar Wilde seit 1886, als erstem homoerotischen Freund verbunden. In späteren Jahren blieb Ross als Lektor, Freund und Verwalter des Nachlasses eng mit Oscar Wilde verbunden. Robert Ross, in seinem Bemühen um eine angemessene Grabstätte, beauftragte 1908 den amerikanisch-britischen Bildhauer Jakob Epstein (1880-1959) mittels einer anonym erhaltenen Spende von 2.000 englischen Pfund ein Grabmal für Oscar Wilde zu schaffen: ein 20 Tonnen wiegender Hopston Wood–Fels aus Derbyshire in England bildete die Grundlage. Epstein meißelte in Anlehnung an Wildes Gedicht Die Sphinx in die Mitte des riesigen Felsblocks eine vertikale, geflügelte Figur mit ausgesprägt sichtbaren Phallus, welche vorwärts zu fliegen scheint: symbolischer Ausdruck für einen Dichter als Botschafter, so wird es oft interpretiert. Auf der Stirn dieser Sphinx verkündet eine Figur mit langer Trompete ewigen Ruhm; über dem Kopfschmuck symbolisieren fünf kleine Figuren, eine davon mit einem kleinen Kreuz, an das Martyrium von Wildes Lebensende erinnernd. Der Transport des Denkmals von London nach Paris gestaltete sich schwierig: 120 Pfund Importzoll mussten entrichtet werden, da die französischen Behörden den Felsen nicht als Kunstwerk anerkannten. Nach letzten Arbeiten von Epstein auf Père Lachaise wurde das Grabmal im August 1914 von dem Okkultisten und Dichter Aleister Crowley offiziell enthüllt. Robert Ross hatte zuvor den Phallus der Sphinx mit einer Schmetterlings-ähnlichen Bronzeplastik verhüllt, welche allerdings später wieder entfernt wurde.

Seither entwickelte sich die Grabstätte von Oscar Wilde auf Père Lachaise zur gesuchten Pilgerstätte und ein Raum für unzählige Anekdoten: Der ausgeprägte Phallus der Sphinx wurde 1961 von einem Souvenirjäger abgeschlagen; im Jahr 2000 durch eine Silberprothese ersetzt wurde er erneut abgeschlagen und seither nicht mehr ersetzt. Seit den 80er Jahren wurde das Grab von Oscar Wilde Ziel neuer Kulthandlungen: Besucher übersäten es bis 2011 beständig mit roten Kussmündern. Sei es der Abdruck eigener, fett rot bemalter Lippen, seien es aufgemalte rote Lippen: Zeichnungen auf dem Grabmal wurden zum kultischen Happening der Besucher. Graffitisprays ergänzten zahllose Lippen-Abdrücke. Die folgenden beständigen Reinigungen beschädigte wiederum das Grabmal, er wurde über die Jahre porös; Küssen Verboten–Schilder und Strafen bis zu 9.000 Euro _ nichts half: Die irische Regierung schritt ein; für Irland ist Oscar Wildes Grabmal irisches Kulturerbe. Die Felsskulptur wurde 2011 auf Kosten des Irischen Bauspflegeamtes erneut aufwändig gereinigt und zusätzlich mit  einer hohen Glasbarriere vor den Kussattacken und anderen Zuwendungen geschützt. Seither ruht Oscar Wilde dort wahrlich in Frieden. An seiner Seite ruht seit 1950 sein 1918 gestorbener Freund Robert Ross: dessen Asche wurde 1950 in das Grabmal von Oscar Wilde übergeführt

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Wuppertal, Oper Wuppertal, Der Liebestrank – Gaetano Donizetti, IOCO Kritik, 04.03.2020

März 4, 2020 by  
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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

DER LIEBESTRANK    Gaetano Donizetti

BELCANTO – umrahmt von bunten Gags, Show, Revue

von Viktor Jarosch

Gaetano Donizetti (1797–1848) war ein ungewöhnlicher Komponist: In seiner kurzen Schaffenszeit von 1818 – 1843 komponierte er über 70 Opern, Messen, Kantaten, Sonaten: alle großen Städte Italiens hatten damals mehrere große Theater, welche  bei etablierten Komponisten beständig neue Werke einforderten. In heftiger Konkurrenz mit Vincenco Bellini (1801–1835) schuf Donizetti eine musikalische Brücke zwischen Gioacchino Rossini und Giuseppe Verdi und gestaltete den Weg vom modischen Belcanto zur differenzierenden musikalischen Charakter-Dramatik. Doch erst im September 1830, mit seiner 32sten Oper Anna Bolena, Librettist Felice Romani, wurde Donizetti bekannt. Sechs Opern später, im Mai 1832, mit der in nur drei Wochen entstandenen komödiantischen Oper L´Elisir d´amore, Der Liebestrank, gelang ihm der überregionale Durchbruch. Donizetti wurde – über Nacht – weltberühmt. Der große Erfolg überraschte selbst Donizetti. Der Liebestrank gehört seither zu den meist gespielten Werken in aller Welt, auf großen wie kleinen Bühnen.

Oper Wuppertal / Der Liebestrank - hier : die über die Mühen des Alltags klagenden Menschen © Bjoern Hickmann

Oper Wuppertal / Der Liebestrank – hier : die über die Mühen des Alltags klagenden Menschen © Bjoern Hickmann

„Meistermacher“ des Liebestrank war wie bei Anna Bolena neben Donizetti auch Librettist Felice Romani.  Romani suchte beständig nach neuen Sujets für Donizetti und den schnelllebigen italienischen Opernmarkt. Das spritzige Libretto des französischen Dramaturgen Augustin Eugène Scribe begegnete ihm; Daniel Auber hatte daraus die in Frankreich erfolgreiche Oper Le Philtre geschrieben. Romani übernahm das Libretto nahezu wörtlich ins italienische, füllte es mit „Buffo-Arien“, welche Donizetti filigran komponierte, und instrumentierte: Fertig war L´Elisir d´amore!

Berthold Schneider, Intendant und ex-Chefdramaturg der Oper Wuppertal, suchte für „seinen“   Liebestrank eine lebendige, facettenreiche  Opern-Show zwischen Kitsch und Kunst, ohne den „Staub einfachen Dorflebens“. In dem Österreicher Stephan Prattes fand Schneider „seinen“ Regisseur: im Genre Musical zu Hause, mit Shows im Berliner Friedrichstadtpalast und  dem Tipi am Kanzleramt wie in Wien seit Jahren erfolgreich. Show- und Revuecharakter prägt denn auch die Wuppertaler Inszenierung; Kostüme Heike Seidler, Dramaturgie David Greiner. Gepriesen sei bereits hier der vielseitige Einsatz des Opernchor der Wuppertaler Bühnen. Regisseur Prattes entführte Donizettis Oper aus der Bauernwelt in städtisches Leben: mit modernem Charme  und Witz, mit lebensfrohen Bezügen zu Wuppertal. Die anspruchsvolle Belcanto – Oper wird in allen Partien aus eigenen Reihen und vorzüglich besetzt: erneutes Kompliment an die Wuppertaler Stadtoberen und Berthold Schneider. Vor wenigen Jahren hatten sie in einer mutigen Entscheidung gegen ein Stagionesystem und für ein Repertoiresystem mit eigenem Ensemble für die Oper Wuppertal votiert. Dies eigene Ensemble der Oper Wuppertal war in Liebestrank,  einer anspruchsvollen Belcanto-Oper, hörbarer Beweis für Richtigkeit der komplexen ehemaligen Entscheidung, für die Zukunftsfähigkeit der Oper Wuppertal.

Oper Wuppertal / Der Liebestrank - hier Belcore besingt seine Adina - Belcanto pur © Bjoern Hickmann

Oper Wuppertal / Der Liebestrank – hier Belcore besingt seine Adina – Belcanto pur © Bjoern Hickmann

L‘elisir d‘amore und das Wort SEDUZIONE ist in der Wuppertaler Inszenierung stets präsent: zur Ouvertüre auf den Bühnenvorhang projiziert; oft auch im Himmel des  Bühnenbildes abgebildet, erstes Foto. Es weist auf die stets gegenwärtigen, vielfältigen Verlockungen und Verführungen unseres Lebensalltags. Das erste Bild: Ein unspektakulär hoher sattgrüner Raum mit schwarzen Sockeln, auf denen sich Giannetta und in vielfältiger Kleidung die – hier – städtische Bevölkerung findet und mit ihren Klagen über die Mühen des Lebensalltags: „Bel conforto al mietitore …“ („Vor des Tages Hitz und Schwüle .“) und der Opernchor  den Belcanto wunderbar zum Klingen bringt. Nemorino, zu Beginn noch schüchterner junger Mann in kurzer Hose, in seiner ersten Arie „Quanto e bella, quanto e cara!..“ („welche Schönheit, welche Reize ..“) mit junger Tenorstimme von der ein Buch lesenden Adina schwärmt, während diese, hier noch in jugendlichem Kleid, aus ihrem Buch vorliest: „Della crudele Isotta il bel Tristano ardea …“ („Tief von Idoldens Reizen war Tristans Herz getroffen…“) von jener alten Sage um Tristan und Isolde und fragt, ob der „Wundermann“ noch lebe, welcher damals den Liebestrank schuf.

Der dann mit seinen Soldaten in bunten, wenig kampflüstern wirkenden Uniformen einmarschierende Sergeant Belcore, später elegant oder im Bademantel mit Revolver formt in vielen Episoden und Gags den Show-Charakter der Inszenierung, deren unernst verspielten Geist. Gemeinsam mit dem Quacksalber Dulcamara, welcher dem liebeskranken Nemorino eine Flasche als Liebestrank verkauft, welche er kurz zuvor einem am Boden liegenden Obdachlosen geraubt hatte.

Gags: In Erinnerung an die 1950 aus der Wuppertaler Schwebebahn gestürzte Elefantenkuh Tuffi  begleiten Elefanten die Inszenierung in vielen Facetten: als kleines Plüschtier, als tanzendes Elefantenensemble,  als riesiger Elefantenballon (Foto) der vom Bühnenhimmel schwebt und später auf der Bühne langsam „seinen Geist aushaucht“, zusammenfällt; der Klau des „Liebestranks“ von einem Obdachlosen; wenn auf einem riesigen Handy im Bühnenhintergrund beständig schräge Protagonisten abgebildet werden; wenn Ensemble, Statisten und Chor zu beeindruckenden, nahezu artistischen Turnübung (Choreographie Amy Share-Kissiov) Nemorinos Erbschaft besingen; wenn letztlich Adina in gepflegtem Kleid und Nemorino in dunklem Anzug als gereifte Menschen wieder zueinander finden.

 Oper Wuppertal / Der Liebestrank - hier : Adina schwebt im Himmel über Tuffi, der Elefantenkuh und Statisten © Bjoern Hickmann

Oper Wuppertal / Der Liebestrank – hier : Adina schwebt im Himmel über Tuffi, der Elefantenkuh und Statisten © Bjoern Hickmann

Oper Wuppertal / Der Liebestrank - hier : Premierenapplaus © IOCO

Oper Wuppertal / Der Liebestrank – hier : Premierenapplaus © IOCO

Das schauspielstarke junge Ensemble der Oper Wuppertal schuf auch stimmlich den romantischen zarten Geist des Belcanto: Ralitsa Ralinova wandelte sich mit schön timbrierten Sopran von der zunächst  gelangweilt umschwärmten zur selbst schwärmenden Adina, bewundert von Sangmin Jeon als Nemorino, dessen aufmerksam erwartete Tenorarie Una furtiva lagrima (Eine heimliche Träne) mit großen Sonderbeifall gefeiert wurde. Den spritzigen Show-Charakter der Inszenierung förderten besonders Sebastian Campione als schräg schleimiger Quacksalber Dulcamara und Simon Stricker in seiner von Gags  strotzenden Partie des Sergeanten Belcore. Auch Wendy Krikken, Nachwuchssängerin aus dem Opernstudio NRW, gestaltete ihre Partie der Giannetta stimmlich und darstellerisch mit Bravour. Das Sinfonieorchester Wuppertal unter Leitung von Johannes Pell gab dem sanft, langsamen Belcanto, den vom Parlando kommenden Stimmen den sensiblen  sängerfreundlichen Rahmen.

Szenenapplaus während, Ovationen zum Ende der Vorstellung gab es für Regie, Orchester, Chor, Statisten und Ensemble und der nachfolgenden Premierenfeier. Doch  ein Wermutstropfen  des realen Lebens begleitete die Inszenierung: Intendant Berthold Schneider teilte zur Premierenfeier auch mit, dass die für das laufende Jahr vereinbarte Tariferhöhung im Gehalt seiner Künstler leider immer noch nicht „angekommen sei“.

Der Liebestrank an der Oper Wuppertal; die weiteren Vorstellungen 29.3.; 19.4.; 25.4.; 27.5.; 29.5.; 6.6.2020

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