Hamburg, Staatsoper Hamburg, Italienische Opernwochen, 10.03. – 06.04.2019

März 8, 2019 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Italienische Opernwochen an der Staatsoper Hamburg

Vom 10. März bis zum 6. April finden an der Staatsoper Hamburg wieder die Italienischen Opernwochen statt – dieses Jahr mit Werken von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Gioachino Rossini. Unterstützt werden die Opernwochen durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper.

Die Italienischen Opernwochen erstrecken sich über vier Wochen, in denen insgesamt zwanzig Opernvorstellungen sowie zwei Philharmonische Konzerte stattfinden. Kennzeichen der Opernwochen ist die exzellente Besetzung: Die Hauptpartien der sechs italienischen Meisterwerke werden von international renommierten Sängerinnen und Sängern interpretiert. Den Auftakt gibt wie im Vorjahr eine Neuproduktion: Nabucco, inszeniert von Kirill Serebrennikov. Die Musikalische Leitung hat Paolo Carignani, auf der Bühne sind Dimitri Platanias als Nabucco, Dovlet Nurgeldiyev als Ismaele, Alexander Vinogradov als Zaccaria, Oksana Dyka als Abigaille, Géraldine Chauvet als Fenena und Alin Anca als Oberpriester des Baal zu erleben. Neben der Premiere am 10. März sind alle Termine im Frühjahr bereits nahezu ausverkauft, es hat bereits ein Vorverkauf für die Vorstellungen im Herbst begonnen.

Nach Nabucco folgt für zwei Vorstellungen am 12. und 15. März Rigoletto – es singen Arturo Chacón-Cruz (Il Duca di Mantova), Markus Brück (Rigoletto) und Kristina Mkhitaryan (Gilda). Die Musikalische Leitung hat Carlo Rizzari.

Verdis La Traviata am 14, 16. und 19. März ist mit Irina Lungu, Stephen Costello und Simone Piazzola herausragend besetzt. Roberto Rizzi Brignoli übernimmt die Musikalische Leitung. Alle drei Vorstellungen sind nahezu ausverkauft.

In Puccinis Manon Lescaut – Vorstellungen am 21. und 29. März – wird die Titelpartie von Kristine Opolais verkörpert. Vittorio Prato ist in der Rolle Lescaut und Jorge de León als Il Cavaliere Renato Des Grieux zu erleben. Am Pult steht Francesco Ivan Ciampa.

Rossinis Il Barbiere di Siviglia verabschiedet sich mit der 216. Vorstellung von der Bühne der Hamburgischen Staatsoper. Die beiden letzten Vorstellungen sind am 22. und 30. März. Als Rosina ist Julia Lezhneva zu erleben, die Rolle des Figaro übernimmt Franco Vasallo. Antonino Siragusa singt Il Conte d’Almaviva, Maurizio Muraro verkörpert Don Bartolo.

Die vier Vorstellungen von Un Ballo in Maschera am 24., 28., 31. März sowie als Abschluss der Opernwochen am 6. April finden in der Musikalischen Leitung von Stefano Ranzani statt. Ramón Vargas singt Gustavo III, Kartal Karagedik Il Conte di Anckarström, Carmen Giannattasio Amelia, Judit Kutasi Ulrica und Katharina Konradi Oscar.

Das 7. Philharmonische Konzert ist auch dieses Jahr in die Italienischen Opernwochen integriert und findet am 17. sowie am 18. März in der Elbphilharmonie statt. Gespielt werden Verdis Vokalwerke „Quattro pezzi sacri“ sowie Mahlers „Symphonie Nr. 4 in G-Dur“. Paolo Carignani dirigiert. Es spielt das MDR Rundfunkchor Leipzig sowie das Philharmonische Staatsorchester Hamburg. Beide Konzerte sind bereits ausverkauft.

 


Übersicht


Sonntag, 10. März 2019: Premiere Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Dienstag, 12. März 2019: Giuseppe Verdi: Rigoletto
Mittwoch, 13. März 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Donnerstag, 14. März: Giuseppe Verdi: La Traviata
Freitag, 15. März 2019: Giuseppe Verdi: Rigoletto
Samstag, 16. März 2019: Giuseppe Verdi: La Traviata
Sonntag, 17. März 2019, Elbphilharmonie: 7. Philharmonisches Konzert (ausverkauft)
Sonntag, 17. März 2019: Nabucco (ausverkauft)
Montag, 18. März 2019, Elbphilharmonie: 7. Philharmonisches Konzert (ausverkauft)
Dienstag, 19. März 2019: Giuseppe Verdi: La Traviata
Mittwoch, 20. März 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Donnerstag, 21. März 2019: Giacomo Puccini: Manon Lescaut
Freitag, 22. März 20219: Gioachino Rossini: Il Barbiere di Siviglia
Samstag, 23. März 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Sonntag, 24. März 2019: Giuseppe Verdi: Un Ballo in Maschera
Donnerstag, 28. März 2019: Giuseppe Verdi: Un Ballo in Maschera
Freitag, 29. März 2019: Giacomo Puccini: Manon Lescaut
Samstag, 30. März 2019: Gioachino Rossini: Il Barbiere di Siviglia
Sonntag, 31. März 2019: Giuseppe Verdi: Un Ballo in Maschera
Dienstag, 2. April 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Freitag, 5. April 2019: Giuseppe Verdi: Nabucco (ausverkauft)
Samstag, 6. April 2019: Giuseppe Verdi: Un Ballo in Maschera

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

Hamburg, Hamburger Staatsoper, Franco Vassallo – Othello, IOCO Portrait, 24.07.2018

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

OTHELLO – Fulminanter Spielzeitausklang in Hamburg

Franco Vassallo – Der Mensch wie abgründiger Jago

Von Michael Stange

Franco Vassallo © Roberto Raisoni

Franco Vassallo © Roberto Raisoni

 Die Hamburgische Staatsoper hat ihren Besuchern den Abschied von der Spielzeit 2017/18 und die Vorfreude auf die neue Spielzeit mit besonderen Leckerbissen versüßt. Dazu gehörte auch Verdis Othello mit den Hamburger Rollenneulingen Aleksandra Kurzak als Desdemona und Franco Vassallo als Jago. In der Vorstellung am 20.06.2018 rissen Beide durch Ihre fulminanten gesanglichen Leistungen das Publikum zu großen Jubelstürmen hin. Hier hat die Hamburgische Staatsoper wieder einmal gezeigt, zu welchen großen Leistungen das Haus fähig ist, wenn die Sängerbesetzungen stimmen.

Die eindrucksvolle Inszenierung des Othello von Calixto Bieito lebt neben den beeindruckenden Bildern auch von Sängerpersönlichkeiten, die ihre Rollen poetisch und dramaturgisch intensiv gestalten. Dies ist insbesondere Franco Vassallo gelungen. Er verfügt über eine klangschöne in allen Registern ausgeglichene italienische Baritonstimme. Seine fundierte Tiefe geht nahtlos in die sonore Mittellage über und mündet in eine strahlende Höhe, die die Orchesterfluten mühelos durchdringt. Mit seinem männlichen und samtweichen Timbre steht er in der Tradition seiner italienischen Rollenvorgänger Giuseppe Taddei und Carlo Tagliabue. Neben der Qualität seiner Stimme besticht er durch eine große Wortdeutlichkeit und eine intensive interpretatorische Wandlungsfähigkeit seines Gesangs.

Franco Vassallo begeistert das Hamburger Publikum seit 2009. Er sang dort Giorgio Germont, Macbeth, Amonasro, Rigoletto und wurde zuletzt im Frühjahr 2018 in seinem Rollendebut als Scarpia gefeiert.

Staatsoper Hamburg / Othello hier Ensemble © Hans Jörg Michel

Staatsoper Hamburg / Othello hier Ensemble © Hans Jörg Michel

Franco Vassallo hat in seinen letzten beiden Hamburger Rollen als Scarpia und Jago gestalterisch und stimmlich beeindruckt. Die Rolle des Bösewichts Jago mit seinem Charme, seiner Verschlagenheit, seiner Brutalität und seiner gleichzeitigen Angst verlangt eine differenzierte Ausdrucksfähigkeit und ein hohes schauspielerisches Geschick. Gleichzeitig sind dafür vokale Finesse und große Stimmreserven erforderlich. Darüber verfügt Franco Vassallo in einem Maße, das Staunen macht: Auch auf der großen und für manche Sänger akustisch schwer zu bewältigenden Hamburger Bühne konnte er durch seine Pianokultur seinen Stimmfluss an den lyrischen Stellen ungehindert entfalten. Mit Sadismus und Dämonie gestaltet er das “Jago-Credo” und die Duette mit Othello vollendet.

Diese perfide Gestalt des Othello spielte Vassallo mit derartigem Charisma, dass man sich fragt, wie ein Darsteller, der zu einer solchen Bühnenleistung fähig ist, als Mensch ist. Nach der Vorstellung ergab sich die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit Franco Vassalo: vor mir stand ein nobler Mailänder mit eleganter Erscheinung und sonnigen Humor, dem jegliche Bösartigkeit völlig fremd ist.

Franco Vassallos Spielfreude begleitet ihn seit Kindertagen, als er schon in der Schule an Theateraufführungen mitwirkte. Seine Rolleninterpretation lehnt er an Konstantin Stanislawski an. Dessen Methode soll den Schauspieler befähigen, aufgrund eigener Erfahrungen und Gefühle, durch ein emotionales Gedächtnis und inneres Erleben sich mit seiner Rolle zu identifizieren. Um seine Partien mit Vollendung zu gestalten, versetzt sich Franco Vassallo vollständig in sie hinein und versucht, durch Symbiose zwischen Tongestaltung, Mimik und Bewegung eine Einheit zu erreichen. Manchmal trainiert er seine schauspielerischen Fähigkeiten dadurch, dass er seiner Frau Rollen vorspielt und sie erraten muss, wen er gerade interpretiert.

Seine Philosophie ist, Rollen zu lernen, zu interpretieren und sie dann wie guten Rotwein reifen zu lassen, damit sich das Portrait innerlich setzt. Seinen ersten Jago hat er bereits im Jahr 2000 in San Gimignano gesungen und dann ab 2010 in Paris, Baden-Baden und Wien. Durch diese jahrelange Befassung mit der Rolle, gelingt es die zahlreichen Facetten und Nuancen der Rolle herauszuarbeiten und ein packendes Portrait auf die Bühne zu bringen.

Staatsoper Hamburg / Tosca hier mit Anja Harteros, Franco Vassallo, Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Tosca hier mit Anja Harteros, Franco Vassallo, Jonas Kaufmann © Patrik Klein

Angesprochen auf Begonnenes wie den Falstaff bekennt Franco Vasallo, dass er die Rolle liebe. Er glaubt, dass sie in zehn Jahren eine perfekte Rolle für ihn wäre, da die tiefe Tessitura des pompösen und bombastischen britischen Ritters fast ein Bass-Bariton ist. Auch hier möchte er die Rolle reifen lassen und bevorzugt er als hoher Verdi Bariton aktuell die Rolle des Ford.

Augenblicklich ist  Vasallos Lieblingsrolle der weise und gütige Simone Boccanegra, der ihm in dieser Phase seiner Karriere mehr zusagt. Diese Rolle hat er bereits mit großem Erfolg in Luxemburg und Genua interpretiert.

 In einer seiner Lieblingsrollen, dem Figaro im Barbier von Sevilla, wird er ab März 2019 wieder in Hamburg auftreten. Glück für die Zuschauer, dass die Hamburgische Staatsoper solchen Stars auch künftig ein Podium bietet.

Hoffen wir, dass die Hamburger Intendanz weitere Opernabende mit Franco Vassallo plant und künftig häufiger in seinen Glanzpartien verpflichtet.

—| IOCO Portrait Staatsoper Hamburg |—