Basel, Theater Basel, Premieren und Sonderveranstaltungen – Februar 2018

Januar 9, 2018 by  
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Theater Basel

Theater Basel © Sandra Then

Theater Basel © Sandra Then

Premieren, Sonderveranstaltungen im Februar

Am Do 8. Februar 2018 feiert um 19.30 Uhr das wohl bekannteste Schauspiel von Bertolt Brecht mit Musik von Kurt Weill auf der Grossen Bühne Premiere: Die Dreigroschenoper. Gemeinsam mit dem Schauspielensemble des Theater Basel untersucht der Regisseur und Drehbuchautor Dani Levy zusammen mit dem Dirigenten Johannes Kalitzke «Die Dreigroschenoper» auf ihre nicht zu leugnende Aktualität. Es spielt die Basel Sinfonietta.

Das Ballett Peer Gynt von Johan Inger mit Musik von Edvard Grieg, Pjotr I. Tschaikowsky und Georges Bizet wird ab 15. Februar um 19.30 Uhr für drei Termine auf der Grossen Bühne wiederaufgenommen. Es tanzt das Ballett Theater Basel.

Am Di 6. und Mi 7. Februar findet auf der Kleinen Bühne um jeweils 19 Uhr der jährlich stattfindende Meisterkurs für die Mitglieder von OperAvenir statt. In diesem Jahr wird die irische Mezzosopranistin Ann Murray ihr Erfahrung an die jungen Sänger_ innen weitergeben. Das Publikum ist herzlich eingeladen, mitzuerleben, wie Ann Murray mit dem jungen Ensemble arbeitet.

Die dritte Ausgabe der Diskussionsreihe über Demokratie «Lasst uns reden» ist dem Thema der Eidgenössischen Volksinitiative «Ja zur Abschaffung der Radio und Fernsehgebühren (Abschaffung der Billag-Gebühren)» gewidmet. Am 13. Februar diskutieren Expert_innen mit Daniel Binswanger um 19.30 Uhr im Foyer Grosse Bühne.

Mit dem Konzert «when stars make a revolution real» des bildenden Künstlers Filip Markiewicz verabschiedet sich der Klub Roter Oktober am 15. Februar um 21 Uhr aus der Monkey Bar und beendet die künstlerische Auseinandersetzung mit dem 100jährigem Jubiläum der Oktoberrevolution.


PREMIERE IM FEBRUAR


DO 8. Februar 2018, 19.30 Uhr, Grosse Bühne
Premiere   DIE DREIGROSCHENOPER
Schauspiel von Bertolt Brecht mit Musik von Kurt Weill

Nach John Gays The Beggar’s Opera, Übersetzt aus dem Englischen von Elisabeth Hauptmann

Musikalische Leitung: Johannes Kalitzke, Inszenierung: Dani Levy, Bühne & Video: Jo Schramm, Kostüme: Jana Findeklee, Joki Tewes

Mit Jonas Anders, Elias Eilinghoff, Vincent Glander, Paula Hans, Pia Händler, Florian Jahr, Thomas Reisinger, Myriam Schröder, Cathrin Störmer,Thiemo Strutzenberger, Ingo Tomi Es spielt die Basel Sinfonietta. Eine Produktion von Schauspiel und Oper

Mit der Moritat von Mackie Messer und weiteren legendären Songs eröffnet «Die Dreigroschenoper» ein neues Genre des musikalischen Theaters. Kurt Weill verbindet Elemente aus Tango, Jazz und Jahrmarktsmusik und erschafft eine musikalische Sprache, die mit Mitteln der Unterhaltung Kritik an sozialen Verhältnissen übt. In Bertolt Brechts rasanter Bearbeitung der «Beggar’s Opera» stehen einander zwei Prototypen einer kapitalistischen Ordnung gegenüber: Macheath, genannt Mackie Messer, Chef eines Londoner Gangsterunternehmens, und Jonathan Peachum, Besitzer der Firma Bettlers Freund. Der Mensch als Produkt sozialer und ökonomischer Verhältnisse ist bestechlich und der Liebe zum Trotz sich selbst der Nächste. Brecht zeigt die bürgerliche Gesellschaft als verbrecherisch und die unbedingte Notwendigkeit ihrer Veränderung. Der Regisseur und Drehbuchautor Dani Levy untersucht gemeinsam mit dem Dirigenten und Komponisten Johannes Kalitzke «Die Dreigroschenoper» auf ihre nicht zu leugnende Aktualität.


WIEDERAUFNAHME IM FEBRUAR


DO 15. Februar 2018, 19.30-21.50 Uhr, Grosse Bühne
PEER GYNT,  Ballett von Johan Inger. Musik von Edvard Grieg, Pjotr I. Tschaikowsky, Georges Bizet,   Uraufführung

Choreografie: Johan Inger, Bühne: Curt Allen Wilmer, Kostüme: Catherine Voeffray, Licht: Tom Visser,  Es tanzt das Ballett Theater Basel

Mit Musik vom Tonband (Tonaufnahme des Budapest Symphony Orchestra)

In diesem Ballett werden Ibsens Figuren zu Protagonisten der Tanzwelt. Johan Ingers Peer begegnen auf seiner Reise allerhand kuriose Gestalten: Ballerinen auf Spitze, expressive Trolle, ein biegsamer Krummer und der Ikea-Mann.


UNSERE EXTRAS IM FEBRUAR


Neuer Termin: SO 4. Februar 2018, 11 Uhr, Foyer Grosse Bühne

MATINÉE ZU « DIE DREIGROSCHENOPER

Mit der legendären «Moritat von Mackie Messer» und 21 weiteren Songs eröffnet «Die Dreigroschenoper» ein neues Genre des musikalischen Theaters. In Bertolt Brechts rasanter Bearbeitung der «Beggar’s Opera» stehen zwei Prototypen einer kapitalistischen Ordnung einander gegenüber: Mackie Messer, charismatischer Chef eines Londoner Gangsterunternehmens, und Jonathan Peachum, Besitzer der Firma Bettlers Freund. Vor der Premiere gibt das künstlerische Team Einblicke in die Konzeption und Mitglieder des Ensembles werden das Foyer mit Kurt Weills Ohrwürmern zum Klingen bringen.


DI 6. & MI 7.Februar 2018, jeweils 19 Uhr, Kleine Bühne

OperAvenir  MEISTERKURS – ANN MURRAY

Einer der Höhepunkte der Saison ist für die Mitglieder von Oper-Avenir der jedes Jahr stattfindende Meisterkurs. In diesem Jahr wird die irische Mezzosopranistin Ann Murray ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die jungen Sänger_ innen weitergeben. Sie ist weltweit – von Hamburg bis New York – auf allen namhaften Opernbühnen zu Hause und wurde 1998 von der Bayerischen Staatsoper mit dem Titel Bayerische Kammersängerin ausgezeichnet. Das Publikum ist herzlich eingeladen, hautnah mitzuerleben, wie Ann Murray mit dem jungen Ensemble an der Weiterentwicklung seines eigenen Klangs, seiner Partieninterpretation und seiner Bühnenpräsenz arbeitet.


DI 13. Februar 2018, 19.30 – 21 Uhr, Foyer Grosse Bühne

LASST UNS REDEN!    Diskussionsreihe über Demokratie
Moderation: Daniel Binswanger

Die Eidgenössische Volksinitiative «Ja zur Abschaffung der Radio und Fernsehgebühren (Abschaffung der Billag-Gebühren)» löste in den letzten Wochen heftige Diskussionen aus. Ist sie das Ende des Service public und der unabhängigen Berichterstattung? Oder werden damit lediglich die sogenannten «Zwangsgebühren» abgeschafft? Wir möchten zwei Wochen vor dem Abstimmungssonntag mit Ihnen sowie mit Expert_innen, Befürworter_innen und Gegner_innen über die Absichten und die Konsequenzen dieser Initiative debattieren. Diskutieren Sie mit uns, denn auch Ihre Stimme zählt!


MO 26. Februar 2018, 20 Uhr, Monkey Bar, Klosterberg 6

OPERETTENCOUCH

Die Jiddische Operette: Abraham Goldfaden (1840 – 1908) und seine Folgen

Musikalische Leitung & Klavier: Stephen Delaney, Konzept & Moderation: Pavel B. Jiracek Mit Solist_Innen des Opernensembles
Die jiddische Operettentradition ist fast in Vergessenheit geraten – und ist doch ein wichtiger Baustein der Gattung Operette! Als einer ihrer Gründerväter gilt der «jiddische Shakespeare» Abraham Goldfaden mit seinen biblischen Operetten, darunter «Bar Kochba», «Shulamit» und «Die Opferung Isaaks». Zum Auftakt des Purimfestes 2018 begibt sich die Operettencouch auf Spurensuche: sie zeichnet den Weg der jiddischen Operette vom Schtetl zum Broadway nach und stellt in der lockeren Atmosphäre der Monkey Bar einige der Werke Abraham Goldfadens und seiner Nachfolger_ innen vor – darunter Autoren und Komponisten wie Joseph Rumshinsky, Abraham Ellstein, Alexander Olshanetsky und Sholom Secunda.


MONKEY BAR KLUB ROTER OKTOBER

Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution steht die Monkey Bar am Klosterberg 6 noch bis Februar im Licht des roten Sterns.


MO 5. Februar 2018, 19.30 Uhr

SAWINKOW UND SCHKLOWSKIJ

In der letzten Ausgabe des Lesezimmers mit Prof. Dr. Thomas Grob vom Slavischen Seminar der Uni Basel stehen zwei Autoren im Mittelpunkt, die nicht nur zunächst glühende Befürworter der Revolution waren, sondern auch amtierende Vertreter der provisorischen Regierung nach dem Sturz des Zaren. Während der Terrorist Boris Sawinkow schliesslich gegen die Bolschewiki in den Krieg zog, war Schklowskij in der jungen Sowjetunion Professor für Kunstgeschichte, bevor er als Sozialrevolutionär in Ungnade fiel.


MI 7. Februar 2018, 21 Uhr

IRAN 1917: SENTIMENTALE REISE
Von Viktor Schklowskij
Szenische Einrichtung: Anne-Kathrine Münnich, Ausstattung: Birte Wallbaum
Mit: Florian von Manteuffel

Die Grossmacht Russland hält den Norden des Iran besetzt und spielt die verschiedenen Volksgruppen der Region gegeneinander aus. Ein Szenario, das wir heute unter veränderten Vorzeichen kennen. Viktor Schklowskijs Bericht seiner Erlebnisse als Kommissar der russischen Armee führt uns eindringlich die Willkür und Absurdität, den «Missklang der Kriege und Revolutionen», wie Majakowskij schreibt, vor Augen. Ausgehend von diesem Tatsachenbericht von 1917 begeben wir uns in den vergangenen hundert Jahren auf Spurensuche.


DO 15. Februar 2018, 21 Uhr

WHEN STARS MAKE A REVOLUTION REAL

Der bildende Künstler Filip Markiewicz, der vergangene Spielzeit die Performance «Fake Fiction» im Schauspielhaus gezeigt hat, kommt mit dem neuen Album seines Musik-Alter-Egos Raftside zurück nach Basel: «Empty Star» entstand im Sommer 2017 nach den gewaltsamen Protesten während des G20-Gipfels in Hamburg. Er verbindet Songwriting der 60er-Jahre und Electro Synth Pop der 80er-Jahre, Surfrock-Gitarren und Electro Sampling.


UNSER REPERTOIRE


AMPHITRYON
Schauspiel nach dem Lustspiel von Heinrich von Kleist nach Molière
Inszenierung: Julia Hölscher, Bühne: Paul Zoller, Kostüme: Janina Brinkmann, Musik: Martin Gantenbein
Mit: Mario Fuchs, Urs Peter Halter, Pia Händler, Florian Von Manteuffel, Nicola Mastroberardino, Leonie Merlin Young
Was passiert, wenn man plötzlich seinem Doppelgänger Auge in Auge gegenübersteht und dieser einem die Identität abspricht? Sosias, der Diener des thebanischen Feldherrn Amphitryon, reagiert auf diese Begebenheit mit selbstbewusstem Pragmatismus. Er ist sich seiner selbst sicher. Weniger selbstbewusst reagiert der Feldherr, als er siegreich von der Schlacht gegen die Athener heimkehrt und von seiner Gattin Alkmene vernehmen muss, dass sie die vergangene Nacht vermeintlich zusammen verbracht haben. Die Eheleute geraten in eine tiefe Vertrauenskrise, die für Amphitryon in einer Identitätskrise kulminiert.


DAS ENDE VON EDDY
Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Édouard Louis
Inszenierung: Thiemo Strutzenberger; Bühne: Marion Menziger, Choreografie: Javier Rodríguez Cobos
Mit: Vincent Glander, Javier Rodríguez Cobos
«Das Ende von Eddy» erzählt die Geschichte einer Sozialisation in prekären, bildungsfernen Verhältnissen, die von Brutalität geprägt ist. Am Ende aber steht eine zarte Utopie, die die Möglichkeit eines Ausbruchs aus sozialen Zuschreibungen und einer Emanzipation aufzeigt.


DAS RECHT DES STÄRKEREN
Schauspiel von Dominik Busch
Uraufführung/Auftragswerk
Entstanden im Rahmen des Autor_innenförderprogramms «Stück Labor»

Inszenierung: Felicitas Brucker, Bühne: Viva Schudt, Kostüme: Katrin Wolfermann, Video: Arved Schultze
Mit: Carina Braunschmidt, Nicola Fritzen, Steffen Höld, Orlando Klaus, Lisa Stiegler

Fieberhaft arbeitete die junge Dokumentarfilmerin Nadja Studer an ihrem neuesten Projekt: Zwischen Kolumbien und der Schweiz versucht sie, filmisch die verschlungenen Praktiken eines multinationalen Rohstoffkonzerns nachzuvollziehen.


DER REVISOR ODER: DAS SÜNDENBUCH
Komödie von Lukas Linder nach Nikolai Gogol
Uraufführung/Auftragswerk
Inszenierung: Cilli Drexel, Bühne: Christina Mrosek; Kostüme: Janine Werthmann, Musik: Elia Rediger
Mit: Andrea Bettini, Mario Fuchs, Vincent Glander, Franziska Hackl, Barbara Horvath, Katja Jung, Chor: Verena Bossard, Tina Glauser, Esther Meier, Karin Ochsner, Sibil Rossi, Meret Zimmermann
Aus Angst, den gewohnten Wohlstand zu verlieren, schotten sich die Bürger_innen im reichen und pittoresken Dorf, das der Schweizer Dramatiker Lukas Linder für sein neustes Stück erfindet, konsequent ab. Zudem gaukeln sie allen Neuankömmlingen – und seien es noch so ahnungslose Touristen – den desolaten und verwahrlosten Zustand ihrer Gemeinde vor. Eine bewusste Taktik, um die «Fremden» schon bei der Ankunft freiwillig zur Abreise zu bewegen.


DIE SCHWARZE SPINNE
Schauspiel nach der Novelle von Jeremias Gotthelf
Inszenierung: Tilmann Köhler, Bühne: Karoly Risz, Kostüme: Susanne Uhl,
Musik: Jörg-Martin Wagner
Mit: Urs Peter Halter, Steffen Höld, Martin Hug, Myriam Schröder, Lisa Stiegler, Cathrin Störmer, Simon Zagermann; Camille Émaille (Musikerin)
Gotthelf vereint in seiner berühmten Novelle biedermeierliche Moralpredigten mit futuristischen Horrorszenarien. An welche Werte die Erzählung heute appelliert, untersucht der Regisseur Tilmann Köhler in seiner Adaption für die Bühne und die Jetztzeit.


ELEKTRA
Oper von Richard Strauss
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Erik Nielsen, Inszenierung: David Bösch, Bühne: Patrick Bannwart, Maria Wolgast, Kostüme: Meentje Nielsen, Licht: Michael Bauer, Chor: Michael Clark,
Mit: Ursula Hesse von den Steinen, Rachel Nicholls, Pauliina Linnosaari, Rolf Romei, Michael Kupfer-Radecky, Domen Križaj, Evelyn Meier, Matthew Swensen, José Coca Loza, Mona Somm, Sofia Pavone, Anastasia Bickel, Kristina Stanek, Sarah Brady, Hailey Clark Chor des Theater Basel
Es spielt das Sinfonieorchester Basel.

Eine Produktion der Opera Vlaanderen und des Aalto Theater Essen, Neueinstudierung für das Theater Basel
Was geschieht mit Kindern, die in einer schuldbeladenen Familie aufwachsen und deren Vater von der eigenen Mutter und ihrem Geliebten ermordet wurde? Während Chrysothemis die Augen vor der Vergangenheit verschliesst, denkt Elektra nur an eines: Rache. Doch dafür braucht sie ihren Bruder Orest. Mit beklemmenden und hochemotionalen Bildern lässt der deutsche Regisseur David Bösch die Traumata einer Familie sichtbar werden. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Musikdirektors Erik Nielsen.


ESTHER. EINE GESCHICHTE VOM BRUDERHOLZ
Uraufführung
Ein Monolog nach dem Roman «Der barmherzige Hügel» von Lore Berger in einer Fassung von Katrin Hammerl
Inszenierung & Ausstattung: Katrin Hammerl, Video: Tabea Rothfuchs

Mit: Leonie Merlin Young
Die Basler Autorin Lore Berger stürzte sich im Alter von 21 Jahren vom Wasserturm auf dem Bruderholz in den Tod. Hinterlassen hat sie ihren ersten und einzigen Roman «Der barmherzige Hügel», welcher 1944 postum veröffentlicht wurde. Ein erschütterndes und zugleich berührendes Zeugnis einer selbstbestimmten jungen Frau, die mit kühnem Blick das Gesellschafts- und Studentenleben in Basel zwischen 1938 und 1943 seziert.


LA CENERENTOLA (ASCHENPUTTEL)

Oper von Gioachino Rossini in italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Daniele Squeo, Inszenierung: Antonio Latella, Bühne: Antonella Bersani, Kostüme: Graziella Pepe, Choreografie: Francesco Manetti, Licht: Simone De Angelis, Chor: Michael Clark, Mit: Vasilisa Berzhanskaya, Juan José de León, Vittorio Prato, Tassos Apostolou, Andrew Murphy, Sarah Brady, Anastasia Bickel

Chor des Theater Basel

Es spielt das Sinfonieorchester Basel.

In seiner komischen Oper «La Cenerentola» erzählt Gioachino Rossini die berühmte Geschichte vom Aschenputtel, das von seinen boshaften Stiefschwestern tagein, tagaus gedemütigt wird und sich trotzdem vom «hässlichen Entlein» zum schönen Schwan entwickelt. Der italienische Regisseur Antonio Latella, Theaterintendant der Biennale Venedig und mit seinen Arbeiten bereits mehrfach am Theater Basel zu sehen, setzt sich mit einem der italienischen Opernklassiker schlechthin auseinander.


LA TRAVIATA
Oper von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Titus Engel, Inszenierung: Daniel Kramer, Choreografie: Teresa Rotemberg, Bühne: Lizzie Clachan, Kostüme: Esther Bialas, Licht: Charles Balfour, Chor: Michael Clark

Mit: Corinne Winters (Violetta Valéry), Pavel Valuzhin (Alfredo Germont), Ivan Inverardi (Giorgio Germont), Karl-Heinz Brandt (Gastone), Kristina Stanek (Flora Bervoix), Anastasia Bickel (Annina), Domen Križaj (Barone Doupholl), José Coca Loza (Marchese D’Obigny), Andrew Murphy (Dottore Grenvil), Matthew Swensen (Giuseppe), Marco Pobuda (Domestico Di Flora), Vladimir Vassilev (Commissionario)
Chor des Theater Basel
Es spielt das Sinfonieorchester Basel.

Eine Koproduktion des Theater Basel mit der English National Opera


Presenting Sponsor: IWB
Rausch, Glamour, Leichtsinn und pures Vergnügen bestimmen das Leben der Edelprostituierten Violetta Valéry. Wäre da nicht der Tod, der im Gewand der Schwindsucht wie ein Damoklesschwert über ihr hängt. Und wäre da nicht Alfredo, dessen Liebe sie nicht nur ihr bisheriges Dasein überdenken lässt, sondern auch einen möglichen Neuanfang für ihr kurzes Leben aufscheinen lässt. Diese Träume jedoch zerplatzen im Angesicht der engstirnigen bürgerlichen Moralvorstellungen. Inszeniert hat Verdis beliebteste Oper der künstlerische Leiter der English National Opera, Daniel Kramer. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Schweizers Titus Engel.


LEONCE UND LENA
Schauspiel von Georg Büchner
Inszenierung & Bühne: Thom Luz, Musikalische Leitung: Mathias Weibel, Kostüme & Licht: Tina Bleuler, Mit: Carina Braunschmidt, Annalisa Derossi, Elias Eilinghoff, Martin Hug, Daniele Pintaudi, Lisa Stiegler
Hausregisseur Thom Luz bahnt sich einen eigenen, musikalischen Weg durch Büchners verzweifelten, heiteren Kosmos und macht zum ersten Mal einen klassischen Theatertext zum Kompass der Reise.


SCHWANENSEE
Ballett von Stijn Celis. Musik von Pjotr I. Tschaikowsky
Choreografie: Stijn Celis, Musikalische Leitung: Thomas Herzog, Bühne: Jann Messerli, Kostüme: Catherine Voeffray, Licht: Fred Pommerehn, Video: Philipp Contag-Lada
Es tanzt das Ballett Theater Basel.
Es spielt das Sinfonieorchester Basel.
Partner des Ballett Theater Basel: Basellandschaftliche Kantonalbank
Dass man einen der grössten und bekanntesten Klassiker der Ballettliteratur auch mit Humor erzählen kann, beweist der «Schwanensee» des Belgiers Stijn Celis. Bildgewaltig in Szene gesetzt, mit federgeschmückten Tänzerinnen, die vom Bühnenhimmel herabschweben, und mit grosser Lust an expressiver Zuspitzung erzählt der Choreograf die Geschichte des Prinzen und seiner verzauberten Schwanenliebsten als Emanzipationsgeschichte eines jungen Mannes von seiner dominanten Mutter.


VOR SONNENAUFGANG
Schauspiel von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann
Uraufführung/Auftragswerk
Inszenierung: Nora Schlocker, Bühne & Kostüme: Marie Roth, Musik: Marcel Blatti, Mit: Pia Händler, Steffen Höld, Myriam Schröder, Cathrin Störmer, Thiemo Strutzenberger, Michael Wächter, Simon Zagermann
Ewald Palmetshofer schält Hauptmanns zentrale Motive aus der gesellschaftspolitischen Realität des späten 19. Jahrhunderts und untersucht in seinem Familienpanorama die Deformationen und Krankheitsbilder einer neoliberalen Gesellschaft, um an individuellen Krisen grössere gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar zu machen.


WOYZECK
Schauspiel von Georg Büchner
Inszenierung und Bühne: Ulrich Rasche, Bühnenbildmitarbeit: Sabine Mäder, Kostüme: Sara Schwartz, Musik: Monika Roscher, Chorleitung: Toni Jessen
Mit: Franziska Hackl, Barbara Horvath, Toni Jessen, Florian von Manteuffel, Nicola Mastroberardino, Justus Pfankuch, Max Rothbart, Thiemo Strutzenberger, Michael Wächter, Musik: Theo Evers, Sebastian Hirsig, Katelyn King/Nicolas Wolf, Alexander Maschke, Lucas Rössner/Gordon Fantini
Mit freundlicher Unterstützung des Theaterverein Basel
In seinem weltberühmten Dramenfragment «Woyzeck» untersucht Georg Büchner unsere Abhängigkeit von gesellschaftlichen Bedingungen, die Wirkmächtigkeit sozialer Verhältnisse, individueller Freiheit und schicksalhafter Determination.

—| Pressemeldung Theater Basel |—

Wuppertal, Oper Wuppertal, Premiere DER BARBIER VON BAGDAD, 10.06.2017

Juni 1, 2017 by  
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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

DER BARBIER VON BAGDAD von Peter Cornelius

Komische Oper – Konzertante Aufführung im Opernhaus

Premiere am 10. Juni 2017, weitere Aufführung am 17 Juni 2017

Peter Cornelius‘  Der Barbier von Bagdad ,ein selten gespieltes Meisterwerk, kommt Mitte Juni in nur zwei konzertanten Vorstellungen an der Oper Wuppertal zur Aufführung. Der Barbier, der von allen Dingen redet und sich selbst als »Totaluniversalgenie« beschreibt, hilft auch der Liebe zweier junger Menschen über alle Verwicklungen und Hindernisse hinweg.

Peter Cornelius (1824 – 1874) komponiert seine Oper unüberhörbar in der Tradition der großen Musikdramen Richard Wagners. Wie dieser schreibt er das Libretto selbst (über eine Episode aus der Märchensammlung ›Tausendundeine Nacht‹) und beschwört statt Wagners erträumtem Mittelalter einen ebenso erträumten Orient herauf. Mit seiner 1858 von Franz Liszt uraufgeführten Oper gelingt Cornelius eine brillante musikalische Komödie ganz eigener Prägung.

Mit:
RALITSA RALINOVA Margiana, die Tochter Baba Mustafas, URSULA HESSE VON DEN STEINEN Bostana, eine Verwandte Baba Mustafas, RANDALL JAKOBSH Abul Hassan Ali Ebe Bekar, der Barbier, SANGMIN JEON Nureddin, MARK BOWMAN-HESTER Baba Mustafa, der Kadi, SIMON STRICKER Der Kalif

JOHANNES PELL Musikalische Leitung; KARIN KOTZBAUER Szenische Einrichtung; MARKUS BAISCH Chor

Sinfonieorchester Wuppertal, Opern- und Extrachor der Wuppertaler Bühnen, Herrenchor der Wuppertaler Kurrende, PMOW

 

 

Klagenfurt, Stadttheater Klagenfurt, Premiere Salome, 15.09.2016

September 8, 2016 by  
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Stadttheater Klagenfurt

Stadttheater Klagenfurt

Stadttheater Klagenfurt © Stadttheater Klagenfurt / Helge Bauer

Stadttheater Klagenfurt © Stadttheater Klagenfurt / Helge Bauer

Stadttheater Klagenfurt / Salome © Aljosa Rebolj

Stadttheater Klagenfurt / Salome © Aljosa Rebolj

 Salome von Richard Strauss

Libretto vom Komponisten nach Oscar Wilde, deutsche Übersetzung Hedwig Lachmann

Premiere 15. September 2016, 19.30 Uhr,  Weitere Vorstellungen: 20., 24., 28. September; 1., 5., 8., 14., 19., 23. Oktober 2016, EINFÜHRUNGSMATINEE 04. September 2016, 11 Uhr, Bühne MODERATION Intendant Florian Scholz

Stadttheater Klagenfurt / Salome - Probenfoto - Gabler - Kupfer-Radecky © Aljosa Rebolj

Stadttheater Klagenfurt / Salome – Probenfoto – Gabler – Kupfer-Radecky © Aljosa Rebolj

Wie kommt es dazu, dass eine junge Frau sich nichts sehnlicher wünscht, als den abgeschlagenen Kopf eines Mannes überreicht zu bekommen? In Richard Strauss’ bahnbrechendem Einakter Salome führen unerfüllte sexuelle Begierden zu einer Entfesselung von Gewalt, zu einer unheilvollen Verquickung von Eros und Thanatos. Prinzessin Salome wächst am Hofe des Herodes in einer dysfunktionalen Familie auf: Ihr eigener Stiefvater wacht eifersüchtig über sie und wirft ihr begehrende Blicke zu, ganz zum Unbehagen von Salomes Mutter Herodias. Als Salome die Stimme des gefangenen Propheten Jochanaan hört, ist sie sofort eingenommen von dessen Andersartigkeit. Sie mochte Jochanaan küssen, aber dieser entzieht sich ihrem Begehren. Doch Salome ist gewohnt, dass sie bekommt, was sie sich wünscht. Als Herodes sie auffordert, für ihn zu tanzen, stimmt sie zu: Als Lohn fordert sie in ihrer Obsession den Kopf des Jochanaan. Als Herodes sieht, wie Salome in Ekstase die toten Lippen des abgetrennten Kopfes küsst, gibt er abgestoßen den Befehl, sie zu töten.

Die Uraufführung von Richard Strauss‘ Salome 1905 sorgte durch ihre Radikalität für Aufsehen und wurde für den Komponisten dennoch zu einem großen Erfolg. Die Atmosphäre des Untergangs, die am Hof des Herodes herrscht, war auch zur Zeit der Jahrhundertwende spürbar.

MUSIKALISCHE LEITUNG Alexander Soddy, REGIE Michael Sturminger
BÜHNE UND KOSTÜME Andreas Donhauser, Renate Martin,
DRAMATURGIE Rebecca Graitl, Herodes Jörg Schneider,
Herodias Ursula Hesse von den Steinen, Salome Anna Gabler,
Jochanaan Michael Kupfer-Radecky, Narraboth Mathias Frey,
Ein Page Christiane Döcker,   1. Jude Mahdi Niakan, 2. Jude Mathias Frey, 3. Jude Thomas Tischler, 4. Jude Woohyun Park 5. Jude Michael Schober, Erster Nazarener Jihoon Kwon, Zweiter Nazarener Klemen Gorenšek 1. Soldat Grga Peroš, 2. Soldat Jisang Ryu, Ein Sklave Thomas Tischler,   Kärntner Sinfonieorchester

Weitere Vorstellungen: 20., 24., 28. September; 1., 5., 8., 14., 19., 23. Oktober 2016
EINFÜHRUNGSMATINEE 04. September 2016, 11 Uhr, Bühne MODERATION Intendant Florian Scholz

–| Pressemeldung Stadttheater Klagenfurt |—

Essen, Aalto Musiktheater, Premiere Le Grand Macabre, IOCO Kritik, 14.02.2015

Februar 17, 2015 by  
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Aalto Theater Essen

Le Grand Macabre von György Ligeti

Premiere am 14.02.2015

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Wer hätte das gedacht! Eines der sperrigsten, verrücktesten und absurdesten Werke des modernen Musiktheaters machte Furore im Essener Aalto-Theater. Die Aufführung fand einhellige Zustimmung. Das Publikum war begeistert.

Die literarische Vorlage von Ligetis Oper Le Grand Macabre ist das Schauspiel La Balade du Grand Macabre, des belgischen Schrifts tellers Michel de Ghelderode (1898 – 1962). Es ist ein Weltuntergangsszenario, rabenschwarz und kunterbunt.

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

György Ligeti, 1923 im rumänischen Siebenbürgen geboren, mit ungarischen Wurzeln, studierte in Klausenburg und Budapest.

Als Komponist fühlte er sich keiner Stilrichtung verpflichtet. Er grenzte sich ab, um seinen eigenen Weg zu finden. Er war Kompositionslehrer in Budapest und ab 1956 in Wien. Später Dozent in Kranichstein. Er wurde zu einem Wegbereiter elektronischer Musik.

Seinen kompositorischen Durchbruch hatte er 1961 mit seinem Orchesterwerk “Atmosphere“. Um die Gattung Oper machte er immer einen weiten Bogen, bis ihn ein Angebot aus Stockholm erreichte, für die dortige Königliche Oper ein Werk zu komponieren. Bedingt durch die schon fortgeschrittene Annäherung an die Gattung Oper, nahm er das Angebot an. Er arbeitete an der Komposition von 1973-1977.

1979 fand die Uraufführung in Stockholm statt. Es folgten viele Änderungen. 1997 gab er die endgültige Fassung heraus. Ligeti starb 2006.

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Das Werk ist nicht sehr häufig auf den Bühnen zu finden. 2013 gab es eine Wiederaufnahme an der Komischen Oper Berlin (siehe IOCO-Kritik v. 21.4.2013)

Ligetis Musik zu dieser Oper ist farbig, hat Witz und ist sehr effektvoll, allein schon durch die Zutaten im Instrumentarium. Zu der herkömmlichen Orchesterbesetzung werden Alltagsgegenstände, wie Autohupen, Türklingeln, Trillerpfeifen, Spieluhren und vieles mehr als Instrumente verwendet.

Ein Kabinettstückchen ist die Ouvertüre, bedingt durch ein Dutzend verschieden tönende Autohupen.

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Die Story ist, wie eingangs erwähnt, voller verrückter Dinge, denn bevor die Welt zu Grunde geht, will man noch aus dem Vollen schöpfen. Fressen, Saufen, Lieben (von soft bis brutal) und es sich noch mal richtig gut gehen lassen, bevor alles vorbei ist. So wie Nekrotzar, der große Makabre es prophezeit hat.

Für die Inszenierung hatte man die Französin Mariame Clément verpflichtet, die mit ihrer kongenialen Ausstatterin Julia Hansen, eine an Effekten und Einfällen reiche Inszenierung schuf, witzig, clownesk, hintergründig und bildhaft. Optimal war die Personenregie der Regisseurin. Alles lief wie am Schnürl. Das letzte der vier Bilder hatte allerdings Längen, die auch durch die Regie nicht überspielt werden konnten.

Die Essener Philharmoniker erfüllten ihre nicht alltägliche Aufgabe mit Bravour. Auch der Chor, wie immer mustergültig einstudiert von Alexander Eberle, war stark gefordert.

Das Sängerensemble leistete Enormes, von Sprechgesang zu Oktav-Sprüngen, wahnwitzige Höhenflüge und ständiger Wechsel von der Bruststimme ins Falsett waren zu bewältigen.

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Großartig, wie Heiko Trinsinger seine umfangreiche Aufgabe als Nekrotzar, der Makabre, stimmlich und darstellerisch bewältigte. Er ist ein glänzender Singschauspieler.

Ebenbürtig war ihm auch Rainer Maria Röhr als Piet vom Fass.

Spitzentöne von glasklarer Konsistenz sang Susanne Elmark als Gopopo und Venus.

Till Faveyts sang  den Astradamors balsamisch und machte auch im Fummel eine gute Figur. Seine Frau Mescalina hatte in Ursula Hesse von den Steinen eine ideale Interpretin. Ihr großvolumiger Mezzosopran kam sehr mit den ständigen Wechseln zwischen Brustregister und Höhenflügen zurecht.

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Aalto Theater Essen / Le Grand Macabre © Matthias Jung

Gesanglich und darstellerisch wie aus einem Guss waren der schwarze Minister von Karel Ludvik, der weiße Minister durch Jeffrey Dowd, sowie der außerordentliche Counter Jake Arditti als bizarr kostümierter Fürst Go-Go.

Kostbar waren die Kostüme des Liebespaares Amando und Amanda, Oktavian und Sophie aus dem “Rosenkavalier“ ließen grüssen. Gesanglich wie auch spielerisch konnten Karin Strobos und Elizabeth Cragg sehr gefallen.

Wie schon eingangs erwähnt, fand die Aufführung ein begeistertes Publikum.  Es kann jedem Liebhaber von außerordentlichem Musiktheater empfohlen werden, diese Produktion zu besuchen. Sie ist ein Lichtblick im öden Repertoire-Alltag weit und breit.     

IOCO / UGK  14.02.2015

—| IOCO Kritik Aalto Theater Essen |—

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