Münster, Theater Münster, Spielplan 2020/21 – Die Walküre, Julius Caesar .., IOCO Aktuell, 11.04.2020

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

2020/21 Theater Münster : Verführerisches in allen Sparten

von Hanns Butterhof

Das Coronavirus hat auch das Theater Münster erreicht, das deshalb mindestens bis zum 19.4. einschließlich geschlossen bleibt. Prominentestes Corona-Opfer sind die Musica Sacra, die auf Pfingsten 2022 verschoben sind. Ob der Spielplan am 20.4. überhaupt wieder aufgenommen wird und die fast vollständig zur Premierenreife gebrachten Stücke wie Kleists Prinz Friedrich von Homburg noch im letzten Monat dieser Spielzeit aufgeführt oder in die neue Spielzeit verschoben werden, steht Stand heute, 6.4.2020, noch nicht fest ;IOCO wird aktuell über die weitere Entwicklung berichten.

Am Spielplan für die kommende Spielzeit 2020/21 soll festgehalten werden……

Zwei Besonderheiten prägten die Spielplan-Vorstellung für die Spielzeit 2020/21 am Theater Münster: Die erste, dass Marielle Murphy, am Klavier begleite von Stefan Veselka, mit einer Arie aus Leonard Bernsteins Oper Candide schon auf das kommende Opernprogramm einstimmte und dabei die Fähigkeiten der Presseleute zum geduldigen Zuhören austestete. Die zweite bestand darin, dass das Programm nicht nach Sparten getrennt, sondern in chronologischer Abfolge vorgestellt wurde. Damit sollte teils stolz, teils doch etwas larmoyant auf die Mühen verwiesen werden, die es macht, einen solchen Spielplan zu entwerfen, und auf die Bezüge hinweisen, die sich zwischen den Sparten ergeben. So gibt es etwa im Musiktheater ein Preußisches Märchen von Boris Blacher, den man mit „Concertante Musik op.10“ im 5. Sinfoniekonzert wiederfindet. Und wer in Richard Wagners Walküre genau hingehört hat, darf sich im 7. Sinfoniekonzert auf einen Widerhall in Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 A-Dur op.141 freuen.

Theater Münster / Das Leitungsteam vl. Intendant Dr.Ulrich Peters, Tanztheater: Hans Henning Paar, Schauspiel Frank Behnke, Oper: Susanne Ablaß, Jugendtheater-Dramaturgin Monika Kosik, Verwaltung: Rita Feldmann: GMD Golo Berg © Hanns Butterhof

Theater Münster / Das Leitungsteam vl. Intendant Dr.Ulrich Peters, Tanztheater: Hans Henning Paar, Schauspiel Frank Behnke, Oper: Susanne Ablaß, Jugendtheater-Dramaturgin Monika Kosik, Verwaltung: Rita Feldmann: GMD Golo Berg © Hanns Butterhof

Ein durchgängiges Motto gibt es auch für die Spielzeit 2020/21 nicht; ein paar Schwerpunkte zeichnen sich doch ab. So ist das Schauspiel, wie Schauspieldirektor Frank Behnke erläutert, recht aktuell politisch orientiert. Dafür stehen Stücke wie Shakespeares Julius Caesar, das mit dem Text Die Politiker von Wolfram Lotz konfrontiert wird, oder Heinar Kipphards Bruder Eichmann, zu dem Lukas Hammerstein neue, aktuelle Analogie-Szenen verfassen wird. Geplant ist auch ein neues Stück von Annalena und Konstantin Küspert, die sich nach dem Reichsbürger und dem schwachen Bundesbürger dann dem Mitbürger widmen sollen.

Schwergewichte wie Goethes Faust, Tschechows Die Möwe und Storms Der Schimmelreiter in einer Bearbeitung des unermüdlich bearbeitenden John von Düffel zielen auf ein sich breitmachendes Endzeitgefühl.

Auch die Komödie kommt nicht ganz zu kurz: Felicia Zeller zeigt in Der Fiskus den normalen Wahnsinn einer deutschen Bürokratie, den man ihr gerne, aber nicht unbesehen glaubt.

Schwergewichtiges hat auch das Musiktheater zu bieten, ganz obenauf Wagners Die Walküre als Bruchstück des Ring des Nibelungen, wegen ihrer musikalischen Qualität, wie Operndirektorin Susanne Ablaß, und des kleinen Etats wegen als Solitär, wie Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann erläutern. Donizettis Lucia di Lammermoor gehört noch in diese Kategorie, und Überraschendes bietet sich mit der Comic Operetta Candide von Leonard Bernstein, der Ballettoper Preußisches Märchen, in der man aber nicht unbedingt Ballett erwarten muss, und der Ausgrabung der Musikalischen Tragödie Argenore der Wilhelmine von Bayreuth, die sich darin ihr Leiden unter ihrem Vater, dem „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., von der Seele komponiert haben könnte – die schwärzeste ihm bekannte Barockoper, wie Intendant Ulrich Peters beteuert. Er wird auch das obligatorische Musical der Spielzeit inszenieren, James Magruders Triumph der Liebe nach Pierre de Marivaux.

Seiner Neigung zu großen Themen gibt Tanzchef Hans Henning Paar mit dem Tanzabend Johannespassion zu Johann Sebastian Bachs Musik nach, auch formal groß durch den live- Einsatz von Chor und Orchester. Es geht, wie Paar verrät, um nichts Geringeres als um das Verhältnis von Religion und Politik, die Spaßgesellschaft und letztlich um die Sinnhaftigkeit des Lebens. Das Religiöse spielt auch in seinem zweiten Tanzabend Copy-Lia eine Rolle, in dem es um den Mensch geht, der Gott spielt, wenn er einen künstlichen Menschen erschaffen möchte.

Als Gastregisseurin dieser Spielzeit befasst sich Lenka Vagnerová in Gossip mit der Macht von Gerüchten und fake news.

Musical Komödie SUGAR – MANCHE MÖGEN’S HEISS – 2020/21
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Das Junge Theater hat wieder ein buntes Programm; für Kinder ab 2 Jahre gibt es mit Krixlkraxl XXL eine Abenteuerreise, 12- bis 14-Jährige können sich an dem Musical Fame mit der Musik von Steve Margoshes oder dem Schauspiel Das Gesetz der Schwerkraft von Olivier Sylvestre erfreuen. Im Trend liegen Themen wie etwa Gendergerechtigkeit in Robin Hood, der in der Bearbeitung von – wie auch anders – John von Düffel ein starkes Mädchen zur Seite gestellt bekommt, oder Diversität, mit der sich Das Gesetz der Schwerkraft befasst. Flucht, Identität und die Sehnsucht, berühmt zu sein, sind nach Einschätzung von Jugendtheater-Dramaturgin Monika Kosik die Themen der Jugendlichen und daher zu Recht auch die des Jugendtheaters in der kommenden Spielzeit.

Im Beethovenjahr kommt Ludwig van Beethoven tatsächlich nur in den ersten drei der zehn Sinfoniekonzerte vor, mit der Schauspielmusik zu Egmont im 1., der „Sinfonie Nr.5 c-Moll op. 67“ im 2. und dem „Tripelkonzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56“ im 3. Sinfoniekonzert. Generalmusikdirektor Golo Berg stellt ein weitgefächertes Programm von Barock über die Wiener Klassik mit Mozart über die Romantik mit Robert Schumann bis hin zur Moderne mit György Ligeti vor, nicht ohne besonders auf das 6. Sinfoniekonzert zu verweisen, in dem Stefan Veselka „Ma Vlast“ („Mein Vaterland“) von Bedrich Smetana dirigieren wird.

Dem Theater Münster ist für die restliche Spielzeit 2019/20 wie auch für die kommende Spielzeit 2020/21 die Aufmerksamkeit und Treue des Publikums zu wünschen, die es in allen seinen Sparten verdient. IOCO wird über die weitere Entwicklung aktuell berichten.

Schauspiel Der gute Mensch von Sezuan – zur Zeit auf dem Spielplan
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  2020/21 – Premieren – Theater Münster


 Musiktheater


19. September 2020  CANDIDE  –  Comic Operetta von Leonard Bernstein

12. Dezember 2020  – DIE WALKÜRE  –  Musikdrama von Richard Wagner

 23. Januar 2021 –   LUCIA DI LAMMERMOOR  – Gaetano Donizetti

13. Februar 2021 –  TRIUMPH DER LIEBE  – TRIUMPH OF LOVE  –  Musical von Magruder, Stock & Birkenhead

13. März 2021 – PREUßISCHES MÄRCHEN  –  Ballettoper von Boris Blacher

8. Mai 2021 –  GHARGENORE  – Musikalische Tragödie – Wilhelmine von Bayreuth


Schauspiel


28. August 2020  –   JULIUS CAESAR / DIE POLITIKER –  Schauspiel von William Shakespeare / Wolfram Lotz

 29. August 2020  –  FAUST, DER TRAGÖDIE ERSTER TEIL – Johann Wolfgang von Goethe

2. Oktober 2020  –  DEUTSCHE FEIERN ­ UA  –  Schauspiel – Lars Werner | KH

7. November 2020 –  DIE MÖWE – Komödie von Anton Tschechow   | GH

18. Dezember 2020  –  DER FISKUS   Komödie von Felicia Zeller   | KH

 26. Februar 2021  –  ALTE SORGEN (AT) ­ UA  – Schauspiel von Maria Milisavljevic | KH

 17. April 2021 –  DER SCHIMMELREITER  –  Schauspiel nach Theodor Storm | GH

 6. Mai 2021 – BRUDER EICHMANN  –  Dokumentarstück von Heinar Kipphardt   | KH


Tanztheater


17. Oktober 2020 – JOHANNESPASSION ­ UA  –  Tanzabend von Hans Henning Paar

15. Januar 2021 – GOSSIP ­ NF  –  Tanzabend von Lenka Vagnerova    | KH

21. Mai 2021 –  COPY-LIA ­ UA  –  Tanzabend von Hans Henning Paar    | KH

26. Juni 2021  –  DANCE LAB ­ UA  –  Choreografien von Mitgliedern des Tanztheaters  | Ballettsaal


Junges Theater


20. September 2020 –  DER ZINNSOLDAT UND DIE PAPIERTÄNZERIN  –  Kinderstück von Roland Schimmelpfennig frei nach Hans Christian Andersen   | KH

15. November 2020  –  ROBIN HOOD  –  Nach einer wahren Legende, John von Duffel 

29. Januar 2021 –  FRANKENSTEIN  –  Schauspiel nach Mary Shelley   | KH

21. Marz 2021 –  THE ARRIVAL (AT) – Stückentwicklung | Inspiriert von dem gleichnamigen Bilderbuch von Shaun Tan    | KH

11. April 2021 –  FAME  –  Musical nach einer Idee von David De Silva  –  Musik von Steve Margoshes | Buch von Jose Fernandez  | KH

—| IOCO Aktuell Theater Münster |—

Münster, Theater Münster, Yolimba oder Die Grenzen der Magie – Musikposse, IOCO Kritik, 19.11.2019

November 18, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Musical, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Yolimba oder Die Grenzen der Magie  –  Wilhelm Killmayer

– Opern-Parodie mit Liebe, Mord, Zauberei –

von Hanns Butterhof

Große Opern heißen nach ihren Heldinnen. Auch Yolimba oder Die Grenzen der Magie, die einaktige musikalische Posse des Komponisten Wilhelm Killmayer und seines Librettisten Tankred Dorst von 1964, macht da augenzwinkernd keine Ausnahme. Yolimba ist eine verführerische Zauberfrau, die alle Liebenden mordet, bis sie selber der Magie der Liebe verfällt. Das Große Haus des Theaters Münster bietet mit Yolimba eine unterhaltsame, auch musikalisch witzige Opern-Parodie.

Yolimba oder Die Grenzen der Magie
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Die relativ sinnfreie, unbestimmt kritisch auf die prüden 50er Jahre bezogene Handlung geht von dem ordnungsfanatischen Magier Möhringer (Gregor Dalal) aus. Der gravitätische Herr mit dem raumfüllenden Bassbariton hat die Liebe als zersetzende Macht erkannt, die er mit Hilfe von Yolimba (Marielle Murphy) bekämpft. In seiner an Chaplins  „Moderne Zeiten“ erinnernden Fabrik erschafft er sie als sexy Zauberfrau, die mit rotem Haar,  körperbetonendem Kostüm und hohen Stiefeln (Bühne und Kostüme: Andreas Becker) an die Comicfigur Barbarella erinnert. Das sprachlose, mit Spitzentönen und glitzernden Koloraturen verführende Kunstwesen ist so programmiert, dass es jeden umstandslos tötet, der von ihr entflammt das Wort „Liebe“ ausspricht.

Von den etwa 80 Opfern Yolimbas wird nur einem Professor, einem Opernsänger sowie drei Polizisten szenisch Raum gegeben. Am Ende erwischt es auch Möhringer, der die Grenzen seiner Magie erkennen muss, als Yolimba sich in den schönen Herbert (Stephan Boving) verliebt und als ihr erstes Wort „Liebe“ gehaucht hat.

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Die comic- und slapstickaffine Regie des Hausherrn Ulrich Peters greift ganz im Sinne der musikalischen Posse munter Klischees aus Oper, Operette und Musical auf. Er zelebriert unterhaltsam romantische Frühlingstänze, bis jäh der Regen einsetzt, und biedermeierliche Familienszenen mit verlogener Harmonie am Kaffee-Tisch, parodiert eine Barockoper, in der ein gockelhafter Tenor sterben muss, weil er genretypisch von Amore singt. Auch lässt Peters in ein archäologisches Gruselkabinett blicken, wobei ihn Videokünstler Sven Stratmann kräftig mit fesselnden, bewegten Bühnenräumen unterstützt.

Die Posse zieht ihren Witz aus dem spannenden Gegensatz der Musik zu Handlung und Text. Dem romantischen Volkslied zum Lob der Jahreszeiten wird ein banales Wettergespräch unterlegt, und die biedermeierliche Kaffeerunde mit leichtem Geplauder über Brötchen und Aufstrich kommt als ernsthaftes Madrigal daher. Der hausväterliche Prof. Wallerstein (Filippo Bettoschi) wird von Yolimba äußerst sinnlich zur asketischen Zwölftonmusik verführt, und sehr witzig kontrastieren die hochgestimmten Kantaten zum Lobe der sehr alltäglichen Post, Polizei und Müllabfuhr, denen Youn-Seong Shim, Pascal Herington und Stefan Sevenich lustige Stummfilmzeit-Gestalt geben. Hier fährt auch der von Josef Feigel einstudierte Chor viel Beifall ein.

Das bewusst eklektische Stil- und Ton-Nebeneinander Wilhelm Killmayers hält Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg so selbstverständlich am Laufen, dass Yolimba trotz allem wie aus einem Guss wirkt. Der große Beifall nach 80 Minuten galt allen Beteiligten, vor allem der koloraturfreudigen Marielle Murphy, Gregor Dalal und Thorsten Schmid-Kapfenburg mit dem Sinfonieorchester Münster.

Yolimba oder Die grenzen der Magie am Theater Münster; die nächsten Termine: 28.11.2019,  22.12.2019; 8.1.; 24.1.2020

—| PIOCO Kritik Theater Münster |—

Münster, Theater Münster, YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE – Tankred Dorst, 26.10.2019

Oktober 25, 2019 by  
Filed under Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE  –  Musikalische Posse

 Vier Lobgesänge – Tankred Dorst und Wilhelm Killmayer

Premiere: Samstag, 26. Oktober 2019, 19.30 Uhr

Professor Möhringer hasst die Liebe! Um dieses Laster für immer auszurotten, erschafft er die Kunstfigur Yolimba, welche programmiert ist, jeden zu töten, der das Wort »Liebe« ausspricht. Dank der »Macht der Magie« funktioniert das auch tadellos, bis Herbert erscheint. Ihm verfällt Yolimba und plötzlich ist es Möhringer, der gejagt wird und schließlich in einer Mülltonne sein wohlverdientes Ende findet. Alle – inklusive der wieder zum Leben erweckten Opfer Yolimbas – stimmen in den »Großen Lobgesang auf die Müllabfuhr« und die »Grenzen der Magie« ein.

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Die absurd-groteske Handlung und die zahlreichen musikalischen Vorbilder Killmayers förderten ein Werk zu Tage, welches sich jeder Gattungszuschreibung verweigert und einen grenzenlosen Spaß aus Singspiel, Operette und Pantomime serviert. »Im komischen Genre gibt es einen Stil, der sich zwar begrenzt weiterentwickelt hat, aber keineswegs so explosiv wie der im seriösen« Killmayer selbst lässt anklingen, dass er für YOLIMBA nach Vorbildern gesucht habe. Richtig ist jedoch, dass sein Humor und der von Tankred Dorst sehr eigenständig ist und eher an musikalisches Kabarett erinnert. YOLIMBA ist Prototyp einer frechen Anti-Oper. Eine Farce, die im rasanten Bilder-, Rhythmus- oder Melodienwechsel kaum Zeit zum Durchatmen lässt. »Meine musikalische Posse versteht sich als Versuch eines Beitrags zum artifiziellen Unterhaltungstheater.« (Killmayer)

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Kooperationsprojekt im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Westfälischen Schule für Musik, der Musikhochschule Münster und des Sinfonieorchester Münster.

Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg, Inszenierung: Ulrich Peters, Choreografie: Kerstin Ried, Bühne & Kostüme: Andreas Becker, Video: Sven Stratmann
Choreinstudierung: Joseph Feigl, Dramaturgie: Ronny Scholz

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Mitwirkende:  Möhringer, ein Magier (Gregor Dalal), Yolimba, Möhringers Geschöpf (Marielle Murphy), 1. Herr/ 1. Postbeamter/ 1. Polizeibeamter (Youn-Seong Shim), 2. Herr/ 2. Postbeamter/ 2. Polizeibeamter (Pascal Herington), 3. Herr/ 3. Postbeamter / 3. Polizeibeamter (Stefan Sevenich), Professor Wallerstein (Filippo Bettoschi) Gattin/ 1. Witwe (Kristi Anna Isene), Gerda, das Hausmädchen/ 4. Witwe (Suzanne McLeod), Operntenor (Juan Sebastián Hurtado Ramírez), 2. Witwe (Nino Jachvadze/ Melanie Spitau), 3. Witwe (Ute Hopp/ Eva Trummer), 5. Witwe (Christina Holzinger), 6. Witwe (Barbara Bräckelmann/ Simona Maestrini), Herbert, ein Plakatankleber (Stephan Boving), Chor! (Opernchor des Theaters Münster), Extrachor des Theaters Münster, Sinfonieorchester Münster

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Theater Münster / YOLIMBA ODER DIE GRENZEN DER MAGIE © Oliver Berg

Weitere Vorstellungen im November :
Samstag, 2. November, 19.30 Uhr, Großes Haus
Freitag, 8. November, 19.30 Uhr, Großes Haus
Sonntag, 17. November, 15.00 Uhr, Großes Haus
Donnerstag, 28. November, 19.30 Uhr, Großes Haus

—| Pressemeldung Theater Münster |—

Münster, Theater Münster, SUGAR – MANCHE MÖGENS’S HEISS, IOCO Kritik, 15.03.2019

März 15, 2019 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Musical, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

SUGAR – MANCHE MÖGENS’S HEISS

Buch Peter Stone – Musik Jule Styne – Gesang Bob Merrill

von Hanns Butterhof

Ein Mann kann die rechte Frau für einen Mann sein. Eine Frau kann der rechte Mann für einen Mann sein. Und vielleicht ist auch ein Saxofonist der rechte Mann für eine liebebedürftige Sängerin. Denn keiner ist perfekt – so die Schluss-Pointe der Musical-Komödie Sugar – Manche mögen’s heiß, die am Großen Haus des Theaters Münster eine umjubelte Premiere feiern konnte.

Dreimal Lieben – Skurriles Spiel mit Geschlechterrollen

Der rechte Mann für Mr. Bienstock (Gunter Sonneson) ist Sweet Sue (Suzanne McLeod), die sehr dominante Chefin eines Damenorchesters, das 1929 aus dem kalten Chicago zu einem Engagement im warmen Florida aufbricht. In Frauenkleidern und Perücke sind der Saxophonist Joe (Florian Soyka) als Josephine und der Kontrabassist Jerry (Christoph Rinke) als Daphne mit dabei; sie sind auf der Flucht vor dem Gangsterboss Gamasche (Jason Franklin), der sie als Zeugen eines seiner Morde beseitigen möchte.

Theater Münster / SUGAR – MANCHE MÖGEN’S HEISS © Oliver Berg

Theater Münster / SUGAR – MANCHE MÖGEN’S HEISS © Oliver Berg

Star des Orchesters ist die sehr blonde Sängerin Sugar (Ulrike Knobloch), die ein erhebliches Problem mit Alkohol und mit Saxophon spielenden Hallodris hat. Sie sehnt sich nach sozialem Aufstieg als Ehefrau eines Millionärs, der mindesten eine Yacht besitzen sollte. Am Ende ist es Joe, der sie mit Saxophon und ohne Yacht herumkriegt.

Jerry erliegt schließlich als „Prachtweib“ dem unerschütterlichen Werben des Milliardärs und Yachtbesitzers Sir Osgood Fielding (Gerhard Mohr), für den Jerrys Männlichkeit nur ein kleiner Mangel ist; nobody is perfect.

In Münster wird das Auge verwöhnt von Götz Lanzelot Fischers aufwendigen 20er-Jahre-Kostümen und der sehr bunten, schnelle Szenenwechsel ermöglichenden Bühne Andreas Beckers. Sie zeigt alle  Stationen der Handlung von der Garage, in der Gamasche seine Konkurrenten spektakulär aus dem Off niederknallt, über den Schlafwagen, wo Sweet Sue zu Mr. Bienstock schleicht und die Mädels des Orchesters in Jerrys Koje eine nächtliche Party feiern bis zu Osgoods Yacht, mit der die Paare schließlich ins Glück tuckern.

Theater Münster / SUGAR – MANCHE MÖGEN’S HEISS © Oliver Berg

Theater Münster / SUGAR – MANCHE MÖGEN’S HEISS © Oliver Berg

Die stets auf den nächsten Gag zusteuernde Handlung kommt nicht recht in Schwung. Permanent wird sie durch Songs und die von Jason Franklin choreographierten Ballett-Einlagen ausgebremst, die als echte Glanzpunkte der Aufführung mit Stepptanz, fliegenden Röcken und Beinen die gute alte Operettenseligkeit heraufbeschwören.

Der Gesang kann sich  mit Opernchor (Einstudierung: Joseph Feigl), der Mezzosopranistin Suzanne McLeod und dem Musical-erfahrenen Florian Soyka durchwegs hören lassen. Ulrike Knobloch als eine sehr heutige Sugar kann mit eher kühler, vom Microport noch angeschärfter Stimme nicht ergreifen. Gesanglich hat der mit kräftigem Zug ins Tuntige spielende Christoph Rinke noch Luft nach oben.

Operettenroutinier Ulrich Peters setzt keine besonderen Akzente und verlässt sich auf den gefällige Broadway-Sound, den Thorsten Schmid-Kapfenburg und das Sinfonieorchester Münster aus dem Orchestergraben ertönen lassen, die oft nah am Herrenwitz angesiedelten Gags und den wohl unausrottbaren Reiz von Männern in Frauenkleidern.

Unter Jubel klatschte das Premierenpublikum stehend lange Beifall.

SUGAR – MANCHE MÖGENS’S HEISS am Theater Münster, die nächsten Termine: 30.3.; 14.4.; 20.4.; 28.5.; 6.6.2019

—| IOCO Kritik Theater Münster |—

 

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