Hamburg, Staatsoper Hamburg, Zur Saisoneröffnung – Die Nase, IOCO Kritik, 12.09.2019

September 11, 2019 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 Staatsoper Hamburg zeigt zur Saisoneröffnung seiner Community – Die Nase

Nase, Nasen! Überall Nasen!

von Patrik Klein

Eines Morgens wacht der unbescholtene Petersburger Beamte Platon Kusmitsch Kowaljoff auf und hat keine Nase mehr. Die Nase ist einfach weg. Kowaljoff reibt sich verdutzt die Augen, doch der Albtraum hat gerade erst begonnen. Statt ihren angestammten Platz im Gesicht des ehrenwerten Mannes wieder einzunehmen, spaziert die Nase schamlos durch die Stadt. Sie sieht keinen Grund zu Kowaljoff zurückzukehren. Schließlich hat sie es geschafft, innerhalb kürzester Zeit in der Gesellschaft nach oben zu kommen; höher, als ihr ehemaliger Besitzer. Der verzweifelte, weil ohne Nase charakterlose Kowaljoff, sieht sich nicht nur dem Hohn und Spott seiner Mitmenschen ausgesetzt, sondern beißt sich an der vorherrschenden Bürokratie auch noch die Zähne aus. Bis die Nase auf einmal wieder da ist, als wenn nichts geschehen wäre…….

Die Nase – Dmitri Schostakowitsch
youtube Trailer der Staatsoper Hamburg
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Die Nase, eine Oper von Dmitri Schostakowitsch (*25.9.1906 St Petersburg – +9.8.1975 Moskau), ist dessen erstes erhaltenes Werk. Der russische Titel „Nos“ ist eine Umkehr des Wortes „Son“, Traum. Das Libretto stammt von Jewgeni Samjatin, Georgi Jonin, Arkadi Preiss und Dmitri Schostakowitsch selbst nach einer Novelle von Nikolai Gogol.

Gerade 22 Jahre alt war Dimitri Schostakowitsch, als er Die Nase komponierte. Bis zu seinem Lebensende sollte Die Nase sein witzigstes, aufregendstes und mutigstes Werk für das Musiktheater bleiben. Die Uraufführung fand am 18. Januar 1930 im Maly-Theater in Leningrad statt.

Auf politischen Druck wurde die Oper nach sechzehn Vorstellungen von den Spielplänen genommen; man warf ihr das Fehlen eines positiven Helden, den Einfluss westeuropäischer Kompositionsmethoden sowie Formalismus (Überbetonung der Form und Vernachlässigung des Inhalts) vor. Tatsächlich ist jedoch das politische Umfeld dafür verantwortlich. Die Jahre nach dem ersten Weltkrieg, die Wirren nach der Oktoberrevolution, sind von Unterdrückung und Bürgerkrieg geprägt. Dem totalitären System Stalins fallen mehr als 8 Millionen Menschen zum Opfer.  In der Sowjetunion wurde die Oper erst wieder 1974 gespielt. Die deutsche Erstaufführung fand 1963 in Düsseldorf statt.

Staatsoper Hamburg / Die Nase - hier : Bo Skovhus als Platon Kusmitsch Kowaljoff © Arno Declair

Staatsoper Hamburg / Die Nase – hier : Bo Skovhus als Platon Kusmitsch Kowaljoff © Arno Declair

2016 gab es eine vielbeachtete Produktion am Royal Opera House London in einer neuen englischen Übersetzung von David Pountney. Die musikalische Leitung hatte Ingo Metzmacher, die Inszenierung stammte von Barrie Kosky.

Gogols Erzählung Die Nase war die ideale Vorlage für Schostakowitschs Oper. Tragisches und Komisches, Reales und fantastisch Traumhaftes stehen hier unvermittelt nebeneinander. Die Banalität der Wünsche und Ängste des gesellschaftlichen Kleinbürgers werden scharf beleuchtet. Das Stück steht aber auch als Symbol für die hochtrabenden Ambitionen Kowaljoffs, die sich weit über seine tatsächliche gesellschaftliche Position erheben. Die Nase ist aber sicher auch eine Parabel für Schostakowitschs Weltverständnis: so geht es zu in einer Welt, in der der Teufel am Werke ist. Der Mensch wird durch den Verlust seiner Nase aus seiner Geborgenheit gerissen und verliert seine Selbstsicherheit. Durch das groteske Geschehen wird die Wirklichkeit entstellt. Der schöne Schein, die Fassade ist zerstört. Es ist schließlich alles nur ein grotesker Traum.

Staatsoper Hamburg / Die Nase © Arno Declair

Staatsoper Hamburg / Die Nase © Arno Declair

Alle Kräfte eines Opernhauses sind bei diesem aufwändigen Werk gefordert, denn es gilt nicht nur über 60 Rollen zu besetzen, sondern auch die Bühnenproduktion sieht sich hier mit dem überaus komplexen Bühnenbild und vielen schnellen Szenenwechseln auf ganz besondere Weise herausgefordert.

Die Staatsoper Hamburg verpflichtete zur Saisoneröffnung 2019/20 die Regisseurin und derzeitige Intendantin des Schauspielhauses Hamburg, Karin Beier mit der Inszenierung. Ihr standen Stéphane Laimé (Bühne), Eva Dessecker (Kostüme), Hartmut Litzinger (Licht)  und Meika Dresenkamp (Video) dabei zur Seite. Für die Choreografie verpflichtete man Altea Garrido.

Die Premiere der Oper wurde zeitversetzt „Open Air“ auf dem Jungfernstieg und auf dem Rathausmarkt im Stadtteil Harburg übertragen. Vorbeischlendernde Besucher und Einwohner Hamburgs sollten auf eine neue Opernsaison neugierig gemacht werden.  Man darf die Frage stellen, ob, die niedrige Auslastung des Staatsoper von 72% in der vergangenen Spielzeit 2018/19 vor Augen, mit diesem spannenden, aber wenig gespielten Werk zur Saisoneröffnung,  die Breite der Hamburger Bürgerschaft erreicht wurde.

Die Nase ist für das Regieteam in erster Linie eine Groteske, ist damit komisch und schrecklich zugleich. Es geschieht etwas Ungeheuerliches, ein Mann verliert sein Gesicht und damit seine Identität. Eine Megahysterie in seiner unmittelbaren Umgebung entsteht. Die Furcht vor dem Unerklärlichen, dem Unbekannten, dem Chaotischen kann dann folgerichtig nur in einer hysterischen und gewaltbereiten Masse überwunden werden.

Wenn am Ende der Hamburger Interpretation der Oper die Anfangsszene wiederkehrt und sich Kowaljoff schreiend in die Hose schaut um festzustellen, dass ihm seine Männlichkeit abhanden gekommen ist, dann kann das Stück, ähnlich einem Perpetuum Mobile, wieder von vorne beginnen.

Karin Beiers Team kreiert einen flexiblen Stahlgerüstbau auf offener, sich häufig drehender Bühne mit Stahlturm auf dessen Rückseite, an dem ein an einen Renaissance-Altar erinnernder Klapp-Bilderrahmen angebracht ist. Der Bühnenboden ist übersät mit roten Papierzetteln. Ein riesiger, überdimensionierter Rasierspiegel lässt nicht nur die Szenen beim Barbier überdeutlich erscheinen, sondern kommt dem Betrachter auch immer wieder als ein Symbol der totalitären Überwachung vor. Die metallenen Stangen erinnern an Gefängniszellen, Absperrungen und Mauern. Polizei, Mob und die Akteure der Oper werden hier eindrucksvoll und nachvollziehbar in Relationen gebracht. Die Zwischenräume machen auch die Beziehungen und Hintergründe transparent.

Zu Beginn wird Kowaljoff (Bo Skovhus) von Iwan Jakowlewitsch (Levente Páll) vor dem riesigen Friseurspiegel mit videoprojiziertem Riesenauge rasiert. Polizisten in Uniform und Maschinengewehren befinden sich im Hintergrund. Auf der rotierenden Bühne dreht sich eine Backstube mit Herd und heruntertropfenden Teigmassen ins Zentrum. Hellen Kwon alias Praskowja Ossipowna backt Brot und findet Kowaljoffs Nase im Teig.

Die Soldaten marschieren mittlerweile im Stechschritt über die Bühne. Ein riesiger Helikopter wird im Hintergrund auf die Bühnenrückseite projiziert. Der Nasenempfänger in Gestalt eines Staatsrates (Bernhard Berchtold) wird von Soldaten auf einer Sänfte in die Szene gebracht.

Ein Schlagwerkensemble dreht sich in Zuschauerposition und feuert wilde musikalische Trommelsalven ab. Kowaljoff krümmt sich vor Schmerzen angesichts seines bedeutenden Verlustes. Eine riesige Nase spaziert über die Bühne und beginnt mit ihm zu tanzen. Ein Polizist mit Engelsflügeln steht hinter einem Altar, der mit dutzenden leuchtenden Kerzen versehen ist. Ein sakraler Chor mit tanzenden Soldaten bringt die wandernde Nase ins Zentrum des Altars. Mittlerweile hat sich die Nase mit seinem neuen Besitzer, dem Staatsrat vereint. Sogar sein Bauch mutiert zur Nasenform.

Staatsoper Hamburg / Die Nase hier Schlussapplaus © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Die Nase hier Schlussapplaus © Patrik Klein

Ein Polizeipförtner (Peter Galliard) erklingt warnend wie ein Menetekel aus dem ersten Rang. Eine Zeitungsredaktion mit acht skurrilen Mitarbeitern auf der sich permanent drehenden Bühne nimmt die Suchanzeige Kowaljoffs für seine verlorene Nase auf. Auf den Videoleinwänden erscheint er zudem mit riesiger Schweinenase im Gesicht. Es wird ihm geraten, für sein Problem zum Hals-, Nasen- und Ohrenarzt zu gehen, oder gar die Homöopathie zu bedienen. Vielleicht soll auch Schnupftabak helfen.

Auf einem Gazevorhang mit Videoprojektionen geht die Suche nach der Nase in Hamburgs Hafen, im alten Elbtunnel und am Rathaus erfolglos weiter. Ein russisches Volkslied mit Balalaika begleitet Kowaljoff bei seiner Trauer vor Gott angesichts seines dramatischen Verlusts, der ihn charakterlos und gesellschaftslos gemacht hat.

Da sich das Volk von seiner Ruhelosigkeit angesteckt hat, erfolgt ein Haftbefehl gegen ihn. Die mobil gemachten Polizisten tanzen im Ballettstil  mit skurril wackelnden Hinterteilen und immer dicker werdenden angeschwollenen Körpern. Sie mutieren zum Chor mit einem russischen Volkslied vor tanzender Nase. Es folgen aufgebrachte, zum Lynchen bereite, chaotische Massenszenen.

Plötzlich wird die Nase gefunden. Kowaljoff findet sie in einer Serviette. Aber sie will einfach nicht halten. Ärzte sollen helfen. Absurde Bilder von Medizinern in Trance und Angelruten stellen sich ein. Der Chefarzt (Levente Páll) rät ihm die Nase lieber in Spiritus einzulegen. Mutter und Tochter Podtotschina (Katja Pieweck und Athanasia Zöhrer) werden von ihm verflucht, weil er glaubt, dass sie für sein Schicksal verantwortlich sind.

Das Volk ist völlig irritiert und sucht hysterisch nach der Nase, bringt sich angesichts dieser dummen Geschichte in den Wahn. Im finalen Ballett mit Stalins Portrait zwischen den Menschenmasse, Polizeigarden und wehenden roten Fahnen wie bei einer sowjetischen Militärparade stimmt eine personifizierte Nase eine derbe Rede an. „Nieder mit dem stinkenden Getön. Rotzkotzend!“

An einer der roten Fahnen putzt er sich angewidert sein Riechorgan. Und siehe da! Plötzlich ist die Nase wieder an seinem ursprünglichen Platz in Kowaljoffs Gesicht. Das Volk tritt mit „Hitlergruß“ ab. Alle Figuren sind mittlerweile zum Platzen prall und fett geworden. Kowaljoff verdammt sie wie im Traum, „Leckt mich blöde Weiber!“, bevor er voller Entsetzen in seine Hose schaut. Mit einem Donnerschlag im Orchester fällt der Vorhang.

Schostakowitsch macht keinen Unterschied zwischen ernster und unterhaltsamer Musik. Ohne Tabu montiert er einen Choral hinter einen Galopp und ein verfremdetes Volkslied neben ein Lamento (Klagelied). Eine derbe Polka steht unverblümt neben zarten und filigranen Passagen und auf ausdrucksvolle Kantilenen folgt spielerische Leichtigkeit. Analytische Schärfe in der Darstellung und Präzision im Zusammenspiel bestimmen sowohl die markant ausgespielten rhythmischen Finessen des Werkes, wie auch den gewollt zum Ausdruck kommenden bissigen Sarkasmus. Kent Nagano arbeitet die Kontraste der Partitur wenig detailliert heraus, setzt eher auf dramatische Wirkung im Orchester und lässt häufig im Dauerforte und mit wenig Finesse und Präzision musizieren. Das geht wieder einmal mehr auf Kosten der Sängerfreundlichkeit; vom unterstützenden Kapellmeister ist das weit entfernt.

Es wird Deutsch gesungen (Übersetzung Ulrich Lenz) und der Gesang mit einigen gesprochenen Einlagen ergänzt, die sehr frei nach Schostakowitsch auch so manche „Hamburgensie“ enthalten. Der Chor der Staatsoper Hamburg (Einstudierung Eberhard Friedrich) agiert und musiziert den Vorgaben des Generalmusikdirektors entsprechend. Gesungen wird auf hohem Niveau, zumal die eingesetzten Tenöre permanent in den höchsten Registern agieren müssen. Stellvertretend für das gesamte Ensemble aus beinahe 60 Darstellern ist die Leistung des Hauptdarstellers Bo Skovhus zu nennen, der mit kraftvollem Spiel und Gesang im Zentrum dieses Werkes steht. Sowohl darstellerisch als auch musikalisch muss er an seine körperlichen Grenzen gehen. Mit hoher Stimmkraft bei textverständlichem Ausdruck und präziser Rollengestaltung liefert er einen superben Kowaljoff der Extraklasse.

Diese, besprochene, zweite Vorstellung an der Staatsoper Hamburg war bei weitem nicht ausverkauft. Es verlassen zudem einige Zuschauer während der Vorstellung im Dunkeln den Saal. Das weitgehend gelangweilt wirkende Publikum, das einige Male zum Schmunzeln gebracht wird und vor Allem nach dem Knalleffekt des Finales einige Lacher erzeugt, dankt dem gesamten Ensemble mit höflichem, kurzen Applaus.

Die Nase:  Premiere am 7.9.19; besuchte Vorstellung am 10.9.2019; weitere Termine: 13.9., 23.9., 26.9. (geschlossene Gesellschaft), 28.9.2019

Die Besetzung:

Platon Kusmitsch Kowaljoff, Kollegienassessor (Bariton) –  Bo Skovhus
Iwan Jakowlewitsch (Bass)  –  Levente Páll
Ossipowna, sein Frau (Sopran)  – Hellen Kwon
Ein Wachtmeister der Polizei (Tenor) –  Andreas Conrad
Die Nase in Gestalt eines Staatsrates (Tenor) – Bernhard Berchtold
Iwan, der Diener des Assessors (Tenor) –  Gideon Poppe
Alexandra Grigorjewna Podtotschina (Mezzosopran) – Katja Pieweck
Ihre Tochter (Sopran) –  Athanasia Zöhrer
Die alte Gräfin – Renate Spingler
Praskowja Ossipowna, Verkäuferin Hellen Kwon
Jarischkin, Michael Heim
Polizeipförtner, Pjotr Fjodorowitsch, Oberst, 2. Bekannter  – Peter Galliard
Wachmann, Taxifahrer, Iwan Iwanowitsch, 1. Bekannter – Stefan Sevenich
Diener der Gräfin, Spekulant,  Major  –  Julian Arsenault
1. Eunuche –  Sungho Kim
2. Eunuche – Tenorsolo in der Kirche, Hiroshi Amako
3. Eunuche – Dongwon Kang
4. Eunuche –  Sander De Jong
Hüsrev-Mirza – Kristov Van Boven

Musikalische Leitung: Kent Nagano,  Chorsolist*innen des Chores der Hamburgischen Staatsoper, Chor der Hamburgischen Staatsoper (Einstudierung: Eberhard Friedrich), Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

—| IOCO Kritik Staatsoper Hamburg |—

Berlin, Komische Oper Berlin, Premiere Neufassung Die Krönung der Poppea, 29.04.2017

April 25, 2017 by  
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Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Die Krönung der Poppea  von Claudio Monteverdi

Claudio Monteverdi / Elena Kats-Chernin

Premiere der Neufassung: Samstag, 29. Apr 2017, weitere Vorstellungen 6.5.2017, 19.5.2017, 26.5.2017, 3.7.2017

Mit der Monteverdi-Trilogie eröffnete Barrie Kosky 2012 seine Intendanz an der Komischen Oper Berlin und begeisterte Presse und Publikum. Der letzte Teil dieses Opern-Marathons, Die Krönung der Poppea, kehrt nun mit neuer Besetzung der Hauptpartien in einer musikalisch und szenisch überarbeiteten Fassung auf den Spielplan zurück. Die jungen Ensemblemitglieder Dominik Köninger und Alma Sadé verkörpern das in gefährlicher Leidenschaft füreinander entbrannte Liebespaar und beleuchten das Drama zwischen Liebe, Macht und Politik rund um den römischen Kaiser Nero und seine Geliebte Poppea darstellerisch und sängerisch aus neuer Perspektive. Komponistin Elena Kats-Chernin, die Claudio Monteverdis drei vollständig überlieferten Opern eigens für die Trilogie neu instrumentierte, überarbeitete ihre Instrumentierung für diese Wiederaufnahme und überrascht mehr als zuvor mit außergewöhnlichen Klangkombinationen. Regisseur Barrie Kosky arbeitete für die neue musikalische Struktur auch an der Szene, die zudem im Bühnenraum anders arrangiert sein wird als bei der Premiere 2012. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Matthew Toogood. Monteverdi macht seine Oper zu einer bitter-sarkastischen Parabel über Macht und Machtmissbrauch, über moralische Korruption, von der selbst die Liebe nicht verschont bleibt. Niemand lebt im Rom unter Kaiser Nero im Einklang mit irgendetwas, am wenigsten mit sich selbst. Es gilt das Recht des Stärkeren, und das ist am Ende immer der Kaiser, der sich obendrein an keinerlei Moral gebunden fühlt. Selbst die Prediger einer Moral sind zu Heuchlern geworden, die am Ende nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Die Unschuld der Liebe ist längst verloren und in ihr Gegenteil verkehrt. Liebe ist nichts als eine weitere Waffe im Kampf um Macht und Einfluss, Amor eine launische Diva, die sich dem Meistbietenden teuer verkauft. So ist es ausgerechnet die »amour fou« der beiden Hauptfiguren, die das Gleichgewicht der politischen Mächte zu gefährden droht. In weiteren Partien sind u. a. Karolina Gumos, Maria Fiselier, Talya Lieberman, Thomas Michael Allen sowie Peter Renz als Amor zu erleben. Bis zum 3. Juni steht Die Krönung der Poppea auf dem Spielplan, ab 23. Juni 2017 kehrt mit Orpheus – erneut mit Dominik Köninger in der Titelpartie – der erste Trilogie-Teil zurück.

Libretto von Giovanni Francesco Busenello, Deutsche Textfassung von Susanne Felicitas Wolf, Auftragswerk der Komischen Oper Berlin, Uraufführung L’incoronazione di Poppea im Winter 1642/43, im Teatro Santi Giovanni e Paolo, Venedig, Uraufführung Poppea im Rahmen der Monteverdi-Trilogie am 16. September 2012, Uraufführung der Überarbeitung Die Krönung der Poppea am 29. April 2017, Musikalische Leitung: Matthew Toogood, Inszenierung: Barrie Kosky, Bühnenbild/Kostüme: Katrin Lea Tag, Kostüme: Katharina Tasch, Dramaturgie: Ulrich Lenz, Licht: Alexander Koppelmann/Diego Leetz

Mit : Alma Sadé (Poppea), Dominik Köninger (Nero), Karolina Gumos (Octavia), Maria Fiselier (Otho), Julia Giebel (Drusilla), Jens Larsen (Seneca), Tansel Akzeybek (Valletto), Talya Lieberman (Damigella/Das Schicksal), Thomas Michael Allen (Arnalta), Tom Erik Lie (Amme), Peter Renz (Amor), Katarzyna Wodarczyk (Die Tugend), Adrian Strooper (Liberto) u. a.

Grabeskirche von Claudio Monteverdi in Venedig © IOCO

Grabeskirche von Claudio Monteverdi in Venedig © IOCO

Hintergrund : Claudio Monteverdi und Die Krönung der Poppea,  Cremona, Mantua, Venedig – in diesen drei so unterschiedlichen oberitalienischen Städten spielt sich das Leben von Claudio Monteverdi ab, der in die Musikgeschichte zu Recht als Urvater der Gattung Oper eingegangen ist. Nicht nur mit seinen Lebensdaten (1567-1643) steht er zwischen Renaissance und Barock. Auch sein künstlerisches Werk ist zwischen diesen beiden kunstgeschichtlichen Epochen aufgespannt: Mit seinen Madrigalkompositionen bringt er die Vokalpolyphonie der Renaissance zu einem letzten Höhepunkt, mit seinen Opern wird er richtungsweisend für die um 1600 aufkommende, neue, Kompositionsweise des so genannten monodischen Stils.

Historische Personen und historisch belegte Ereignisse rund um den römischen Kaiser Nero bilden die Grundlage für Monteverdis letzte Oper Die Krönung der Poppea: Doch Monteverdi geht es nicht um historische Authentizität. Vielmehr macht er seine Oper zu einer bitter-sarkastischen Parabel über Macht und Machtmissbrauch, über moralische Korruption, von der selbst die Liebe nicht verschont bleibt. Niemand lebt im Rom unter Kaiser Nero im Einklang mit irgendetwas, am wenigsten mit sich selbst. Weder die ehrgeizige Geliebte Poppea an der Seite des verliebten Machtmenschen Nero auf der einen Seite – noch Neros Lehrer und Mentor Seneca, der mit seinen Weisheiten die verstoßene Kaiserin Octavia zu trösten versucht, oder der von Poppea verschmähte Otho, der sein Schicksal bejammert und von Drusilla getröstet wird, auf der anderen Seite … Es gilt das Recht des Stärkeren, und das ist am Ende immer der Kaiser, der sich obendrein an keinerlei Moral gebunden fühlt. Liebe ist in diesem Ränkespiel nichts als eine weitere Waffe im Kampf um Macht und Einfluss, Amor eine launische Diva, die sich dem Meistbietenden teuer verkauft. Elena Kats-Chernin liest Claudio Monteverdi neu

Die uns überlieferten Handschriften der beiden letzten Opern Monteverdis lassen keinen Zweifel daran, dass es zwischen der notierten Form und der praktischen Ausführung eines größeren Anteils an ergänzender bzw. interpretierender Arbeit bedarf als bei einem Werk des 19. Jahrhunderts. Die Idee einer eindeutigen Festlegung im Sinne einer einzig gültigen Werkgestalt entstammt dem 18. und vor allem dem 19. Jahrhundert. Monteverdi und seinen Zeitgenossen wäre sie vollkommen fremd gewesen. Zahlreich sind die Bearbeiter*innen, die Monteverdis (heutigen Augen) fragmentarisch anmutende Opernwerke dem Publikum ihrer Zeit näher bringen wollten, darunter so bedeutende Namen wie Vincent d’Indy, Ottorino Respighi, Ernst Krenek, Luigi Dallapiccola, Nadia Boulanger, Luciano Berio, Bruno Maderna oder Hans Werner Henze. Von einer anderen Seite haben Musiker wie Nikolaus Harnoncourt, John Eliot Gardiner oder Rene Jacobs versucht, die überlieferten Manuskripte mit den Augen von Monteverdis Zeitgenossen zu lesen und neu zu interpretieren.

Monteverdi gehörte zu den experimentierfreudigsten und offensten Komponisten der Musikgeschichte. Schließlich betrat er gerade mit seinen Opern völliges Neuland und besaß daher alle nur denkbaren Freiheiten. Nicht weniger experimentierfreudig ist das Schaffen der aus Usbekistan stammenden Komponistin Elena Kats-Chernin. Ähnlich wie Monteverdi zu seiner Zeit gehört auch sie nicht zu den Puristen. Als Grenzgängerin zwischen den unterschiedlichsten Kulturen (geboren in Taschkent, aufgewachsen in Moskau, Studium in Deutschland, lebt sie nun in Australien) eignet sie sich auf äußerst vitale Weise verschiedene Traditionen an, mit Hilfe derer sie auch populäre Quellen wie Jazz, Klezmer, Tango oder Ragtime in ihre Musik integriert. So findet in ihrer »Neuschöpfung« von Monteverdis letzter Oper neben traditionellen Instrumenten eines modernen Opernorchesters nicht nur ein barockes Instrument wie die Theorbe Verwendung, sondern auch für ein traditionelles Opernorchester eher ungewöhnliche Instrumente wie Saxophone, Banjos, eine Steel Guitar und ein Synthesizer. Ganz im frühbarocken Stil lässt sie – anders als die meisten Bearbeiter vor ihr – der Continuo-Gruppe Raum für improvisatorische Freiheiten.  Pressemeldung Komische Oper Berlin

Premiere der Neufassung: Samstag, 29. Apr 2017, weitere Vorstellungen 6.5.2017, 19.5.2017, 26.5.2017, 3.7.2017

—| Pressemeldung Komische Oper Berlin |—

Berlin, Komische Oper Berlin, Premiere Hoffmanns Erzählungen – Phantasiegespinste eines Alkoholikers, IOCO Kritik, 02.10.2015

Oktober 26, 2015 by  
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Komische Oper Berlin

 Erfolgreiche Premiere: Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach

Komische Oper Berlin / Les Contes d’Hoffmann © Monika Rittershaus

Komische Oper Berlin / Les Contes d’Hoffmann © Monika Rittershaus

Mit einem eindrucksvollem Bild beginnt die am ersten Oktoberfreitag an der Komischen Oper stattfindenden Premierenaufführung von Les Contes d’Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen) von Jacques Offenbach. Auf einer bühnenfüllenden, schrägen Plattform, inmitten von unzähligen, aufgestellten Spirituosenflaschen, sitzt ein einsamer, alter, dem Alkohol sichtlich verfallener Hoffmann und gibt sich seiner bizarren Erinnerungs – bzw. Phantasiegespinsten hin. Denn so ist die kluge und originelle Inszenierung dieser Phantastischen Oper von Barrie Kosky in Zusammenarbeit mit dem Chefdramaturgen Ulrich Lenz angelegt.

Aber zuerst noch ein paar Zeilen zu dem Werk selbst. Bereits 1851, hatten der Theaterdichter Jules Barbier und der Librettist Michel Carré ein von ihnen verfasstes Theaterstück, basierend auf verschiedenen Erzählungen des Schriftstellers E.T.A. Hoffmann uraufgeführt. Fasziniert von dem bizarren Stoff, beschloss der im damals preußischen Köln geborene Jacques Offenbach eine Oper zu komponieren, zu dem Jules Barbier selbst ihm das neue Libretto schuf.

Komische Oper Berlin / Les Contes d’Hoffmann © Monika Rittershaus

Komische Oper Berlin / Les Contes d’Hoffmann © Monika Rittershaus

Komplex und langwierig  gestaltete sich die Entstehungs-geschichte des Werkes, insbesondere als Offenbach 1880 starb, und mit der Oper nicht fertig geworden, keine eindeutige, finale Partitur hinterließ.

Nach immer wieder neuen Streichungen und Überarbeitungen fand 1881 die Uraufführung an der Opéra Comique in Paris statt. Dies setzte jedoch kein Schlussstrich unter die Veränderungen und Ergänzungen die bis in die Gegenwart immer wieder zu neuen Fassungen gebracht haben. Vielleicht ist es genau diese Möglichkeit, sich zwar nicht uneingeschränkt, jedoch mit recht viel Freiheit des musikalischen exquisiten Materials zu bedienen, das gepaart mit der phantastischen, bizarren Handlung die Anziehungskraft des Werkes ausmacht.

In der Oper, ist im Gegensatz zu dem Schauspiel, Hoffmann selbst der Hauptakteur. Eingeleitet wird die Oper von Hoffmanns Muse, die uns über ihr Vorhaben in Kenntnis setzt den Schriftsteller von seinen unglücklichen Amouren ablenken zu wollen um ihn wieder zur Literatur zurückzuführen. Nach den dann anschließend folgenden drei voneinander unterschiedliche Episoden, die jeweils von einer anderen Geliebten handeln, findet Hoffmann im Schlussbild zurück zur Kunst und zur Muse zurück.

In dieser, in französischer Sprache gesungenen Neuproduktion der Komischen Oper, versteht Kosky die Geschichte –  wie bereits am Anfang erwähnt – als eine Abfolge wahnhafter Erinnerungen eines alten alkoholisierten Hoffmann, voller Ängste und Selbstzweifel. Hierfür wurde auf den Text der Hoffmann’schen Novelle „Don Juan“ zurückgegriffen, in der Hoffmann in Form eines Briefes einem Freund voller Enthusiasmus  von einer erlebten Aufführung des „Don Giovanni“ von Mozart und der dort in der Rolle der Donna Anna auftretenden italienischen Sängerin. Als Ergänzung in die Handlung eingewoben, wird dieser Text ausdrucksstark und überzeugend innig von dem aus Essen stammenden Schauspieler und Sänger Uwe Schönbeck auf Deutsch rezitiert. Dafür wurde auf die gesprochenen Dialoge der Oper verzichtet.

Das Geschehen findet auf einer großen Plattform, oder um sie herum statt, die zur Bühne für die Hoffmann’sche, wirre Phantasiewelt wird. Wie schwebend hebt, senkt und neigt sie sich fortwährend (mit Hilfe einer leider nicht ganz leisen Hubeinrichtung) und schafft so immer neue Bilder. Mit wenigen, aber klug eingesetzten Deko-Elementen und Requisiten werden die einzelnen Episoden visuell eingefangen (Ausstattung von Katrin Lea Tag).

Durchgehend abwechslungsreich ist die Inszenierung mit originellen und witzigen Einfällen gespickt, zum Beispiel Olympias Auftritt als singende und tanzende Spielorgel-Kommode oder als im dritten Akt die aus HitchcocksPsycho“ –Thriller entsprungene und auf der Geige spielende Mutter Antonias, gemeinsam mit ihren eigenen Vervielfältigungen (dargestellt durch Statisten) mit ihren Geigenbögen die Tochter peinigt und fast zersägen will. Auch eine sehr schlüssige Idee, den spielfreudigen und wohlklingenden Herrenchor (Leitung von David Cavelius) im Kleid der Stella/Donna Anna darzustellen, um so Hoffmanns Obsession für die Sängerin zu visualisieren. Stimmungsvoll werden die einzelnen Bilder der bizarren Vorstellungen als wahnhafte Ausgeburten eines gequälten Geistes dargestellt, den zum Schluss in dieser Kosky-Inszenierung auch die Muse nicht retten kann.

Bemerkenswert und stimmlich sehr homogen in ihrer Gesamtheit die komplette Besetzung. Erstmalig in der Aufführungsgeschichte der „Les Contes d’Hoffmann“ wurde für die ersten zwei Akte ein Bariton (Dominik Köninger) eingesetzt, so wie es ursprünglich Offenbach geplant hatte, jedoch dann aus theaterpolitischen Gründen nicht verwirklichen konnte. Mit schönem, sattem Timbre gestaltete Köninger überzeugend diesen Part, während die restlichen drei Akte von dem litauischen Gasttenor Edgaras Montvidas packend, mit sicherer Höhe und darstellerischer Ausdruckskraft dargeboten wurden.

Ebenfalls sehr expressiv der russische Gastsolist Dimitry Ivashchenko. Mit kräftigem, dunklem Bass zeichnete er nuanciert die Bösewichte Lindorf/Coppélius/Le docteur Miracle/Dapertutto, während die Rollen seiner jeweiligen Diener der alt bewährte und immer wieder köstlich spielende Peter Lenz sang. Gut besetzt auch Philipp Meierhöfer als Cochenille/Crespel/Peter Schlémil.

Souverän, sowohl im Gesang wie in auch in der Darstellung, Karolina Gumos als Muse (und dann auch als Antonias Mutter) als Amadeus Mozart dargestellt, gestaltete sie mit angenehmem und ausgeglichenem Mezzo die Partie.

Zu Recht vom Publikum umjubelt wurde die amerikanische Sopranistin Nicole Chevalier, die in dieser Produktion in alle drei, bzw. vier Frauengestalten (Stella/Olympia/Antonia/Giulietta) gekonnt schlüpft; ob die grotesk-komische Automatenfrau, die leidende, todkranke Sängerin oder die unheilbringende Verführerin. Beeindruckend auch wie sie mit ihrem lyrischen Sopran bravourös die jeweiligen, so unterschiedlichen gesanglichen Anforderungen erfüllt, auch wenn man sich für Antonia oder Giulietta etwas mehr Klangkörper gewünscht hätte. Herausragend die Darbietung der Puppe Olympia, nicht nur vokal-technisch in den perfekt dargebotenen Koloraturen, sondern zusätzlich durch ihr großes komödiantische Talent.

Hervorragend auch die Musikalische Ausführung des Orchesters der Komischen Oper unter der Leitung des renommierten Schweizer Dirigenten Stefan Blunier.

Dem Wunsch des Regisseurs Barrie Kosky entsprechend, es nicht zu sehr nach „großer Oper“ klingen zu lassen, stand die Musik zwar voll im Dienste des szenischen Geschehens, wurde aber dadurch dem meisterhaften Zauber dieses musikalischen Werkes nicht ganz gerecht.

Fazit: Eine sehenswerte Inszenierung und insgesamt sehr lobenswerte Darbietung, auch wenn eine tiefbewegende Berührung, trotz des hohen allgemeinen Niveaus und des engagierten Einsatzes aller Beteiligten ausblieb.

IOCO / G.G. / 02.10.2015

—| IOCO Kritik Komische Oper Berlin |—

Berlin, Komische Oper Berlin, Eröffnungspremiere 2015/16: LES CONTES D’HOFFMANN, 02.10.2015

September 18, 2015 by  
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Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Eröffnungspremiere 2015/16 –  Les Contes d‘Hoffmann

Opéra fantastique [1881] von Jacques Offenbach, Libretto von Jules Barbier nach dem gleichnamigen Drama von Jules Barbier und Michel Carré, In französischer und deutscher Sprache

Premiere: Freitag, 2. Oktober 2015, 19 Uhr,  Weitere Termine: 7. / 11. / 14. / 18. / 25. Oktober, 7. / 27. November, 25. Dezember 2015, 8. / 24. Januar, 14. / 17. Februar und 9. Juli 2016

Jacques Offenbachs Les Contes d’Hoffmann eröffnen am 2. Oktober in einer Inszenierung von  Chefregisseur Barrie Kosky den Reigen der Neuproduktionen der Saison 2015/16 an der Komischen Oper Berlin. Dabei ist eine neue Fassung zu erleben, die auf einen frühen Entwurf Offenbachs zurückgeht und mit Texten von E.T.A. Hoffmann ergänzt wird. In den ersten beiden Akten der Oper ist die Titelpartie zum ersten Mal in ihrer 130-jährigen Aufführungsgeschichte mit einem Bariton besetzt. Barrie Kosky konzentriert sich in seiner Neuinszenierung von Offenbachs Meisterwerk ganz auf die grotesken Ausgeburten von Hoffmanns schier unerschöpflichem Einfallsreichtum. In einem abstrakten, zeitlosen Bühnenraum erzählt er Offenbachs skurril-fantastische Geschichte als verstörenden Alptraum eines Künstlers, der sich in den eigenen Fantasien verliert.

Die drei Frauengestalten, oft von mehreren Sängerinnen dargestellt, werden in der Neuproduktion verkörpert von nur einer Sopranistin (Nicole Chevalier). Ihr sind – anders als in der Tenorfassung mit nur einem Sänger-  nun mit Bariton Dominik Köninger, Tenor Edgaras Montvidas und Schauspieler Uwe Schönbeck gleich drei Hoffmann-Darsteller gegenübergestellt. In der Rolle der drei Bösewichte kehrt Dimitry Ivashchenko an die Komische Oper Berlin zurück.

Gesungen wird die Opéra fantastique erstmals im Haus an der Behrenstraße in französischer Sprache mit deutschen Zwischentexten aus der Feder E.T.A. Hoffmanns. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Stefan Blunier, für Bühnenbild und Kostüme zeichnet Katrin Lea Tag verantwortlich.

Musikalische Leitung: Stefan Blunier Inszenierung: Barrie Kosky Bühnenbild und Kostüme: Katrin Lea Tag Dramaturgie: Ulrich Lenz Chöre: David Cavelius Licht: Diego Leetz

Besetzung (Premiere unterstrichen)
Uwe Schönbeck (Hoffmann 1), Dominik Köninger / Tom Erik Lie (Hoffmann 2), Edgaras Montvidas / Alexander Lewis (Hoffmann 3), Nicole Chevalier / Sydney Mancasola (Olympia / Antonia / Giulietta), Karolina Gumos / Alexandra Kadurina (La Muse / La Voix de la Tombe), Dimitry Ivashchenko / Jens Larsen (Lindorf / Coppélius / Le docteur Miracle / Dapertutto), Peter Renz / Ivan Tursic (Andrès / Spalanzani / Frantz / Pitichinaccio), Philipp Meierhöfer / Alexey Antonov (Cochenille / Crespel / Peter Schlémil), Lindenquintett Berlin, Chorsolisten der Komischen Oper Berlin u. a.

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Einführungsmatinee: Sonntag, 20. September 2015, 12 Uhr (ab 10 Uhr Opernfrühstück)

In der Spielzeit 2015/16 überträgt die Komische Oper Berlin erstmals ausgewählte Vorstellungen live und kostenlos im Internet. Den Anfang macht die Premiere Les Contes d’Hoffmann am 2. Oktober.

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—| Pressemeldung Komische Oper Berlin |—

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