Dresden, Semperoper, Die Zauberflöte – Wolfgang A. Mozart, IOCO Kritik, 04.11.2020

November 3, 2020 by  
Filed under Hervorheben, Kritiken, Oper, SemperOper

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Semperoper in Dresden © Matthias Creutziger

Semperoper in Dresden © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden

Die Zauberflöte  –  Wolfgang Amadeus Mozart

– Der kindliche Tamino betrachtet sein Erwachsenwerden –

von Thomas Thielemann

Mit einer Presse-Aussendung hatte die Semperoper am 30. September 2020 mitgeteilt, dass in Anbetracht des begrenzten Corona-Infektionsgeschehens im Bundesland Sachsen ab dem November die in adaptierten Fassungen angebotenen Opern- und Ballettvorstellungen zwar unter Berücksichtigung geltender Hygiene-Maßnahmen, aber in nahezu voller Länge zur Aufführung kommen werden. Dazu sollten ein erweitertes Sitzplatzangebot, Pausen sowie die Öffnung des Garderobenservices und der gastronomischen Einrichtungen einen weiteren Schritt in Richtung einer Normalität erbringen.

Den Auftakt dieser lang erwarteter Entwicklung könnte am 1. November 2020  die Premiere der Inszenierung Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte von Josef Ernst Köpplinger in der vollen Länge bieten. Nun hatte sich seit der ersten Oktober-Dekade das Infektionsgeschehen auch im Freistaat derart rasant entwickelt, dass inzwischen auch in Sachsen der „Wellenbrecher-Lock Down“ zu praktizieren ist. Damit wurde für die Premiere die Besucherzahl wieder mit 331 Personen begrenzt und die Aufführungsdauer von 180 auf 125 Minuten eingedampft. Auch erfolgte die Aufführung ohne Pause sowie ohne die sonstigen angekündigten Verbesserungen.

Die Zauberflöte – making of mit Regisseur Köpplinger
youtube Trailer Semperoper Dresden
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Es blieb zum Glück die Verortung der etwas mehr als dreißig Orchestermusiker der Staatskapelle mit dem musikalischen Leiter Omer Meir Wellber im Graben, so dass ein „normaler Klangeindruck“ gesichert blieb.

Wolfgang Amadeus Mozarts bekannteste Oper Die Zauberflöte wird oft als eine Mischung von Opera Seria, Opera Buffa und Singspiel abqualifiziert. Tatsächlich hat der Librettist und Theaterpraktiker Emanuel Schikaneder (1751-1812) dem Komponisten mehr als eine grobe Mischung aus Zaubermärchen, Maschinentheater sowie volkstümlicher Komödie, die er mit den Mysterien der Freimaurer anreicherte, vorgegeben. Natürlich bat der Theaterdirektor Schikaneder das befreundete Musikgenie Mozart vor allem um die Komposition eines erfolgversprechenden Beitrags für die finanzielle Sanierung seines Vorstadttheater auf der Wieden. Da das Theater mit dem Singspiel Oberon von Paul Wranitzki (1756-1808) bereits im Jahre 1790 großen Erfolg gehabt hatte, schlug Schikaneder dem Freund vor, den vergleichbaren Quellen, den Märchen der Sammlung des Christoph Martin Wieland (1733-1813) Dschinnistan zu folgen. Ausgewählt wurde das Werk Lulu oder Die Zauberflöte des Wieland-Schwiegersohns August Jacob Liebeskind (1758-1793). Verwoben wurde diese Vorlage mit Motiven der gleichfalls in der Sammlung enthaltenen Märchen von Friedrich Hildebrand von Einsiedel (1750-1828) Das Labyrinth und Die klugen Knaben sowie mit weiteren zeitgenössischen Werken unter anderem von Matthias Claudius (1740-1815).

Die Sammlungen sind vor allem in den 1780er Jahren in Weimar im Umfeld von Goethe und Herder, als Wieland von der Herzogin Anna Amalia als Erzieher ihrer Söhne nach Weimar berufen worden war, entstanden. Mit den literarischen Vorlagen waren der Zauberflöte bereits sozialethische Grundsätze von Schönheit, Weisheit und Stärke vorgegeben. Als „Freimaurer“ kombinierten die Schöpfer des Werkes deren Gedanken der Einheit von Humanität, Liebe, Bildung und Pathos. Des Weiteren sind Anklänge der Bewegung des fiktiven Christian Rosencreutzer, der mit einer kontinuierlichen Reformierung von Wissenschaft, Ethik und Glaube der Entfremdung zwischen Wissenschaft und Christlicher Kultur vorbeugen wollte, in das Libretto eingeflossen. In den Text sind leider auch Aspekte von Frauenfeindlichkeit und Rassismus eingegangen.

Semperoper Dresden / Die Zauberflöte © Ludwig Olah

Semperoper Dresden / Die Zauberflöte © Ludwig Olah

In seiner Inszenierung übertrug Josef E. Köpplinger den Kindern, diese massiven Vorgaben mit ihrer Sicht auf die Entwicklung der Hauptfiguren zu reflektieren. Das sorgfältig vorbereitete Konzept konnte in der gekürzten Fassung nach meinem Empfinden vollständig umgesetzt werden. Der jugendliche Tamino gerät in die „Wildnis des Lebens“, verstrickt sich, gerät in die Gefahren einer Schlange, der drei Damen der Königin der Nacht und wehrt sich.

Das Folgende geschieht in seiner Fantasie: auf der Bühne ist immer etwas los. Köpplinger gelingt dank seine Einfälle und der glänzenden Personenführung ein abwechslungsreiches Spektakel. Es wechseln Anleihen bei den Symbolisten mit mystischen Aspekten. Nicht alles ist neu, wäre auch bei der Fülle von Inszenierungen der Oper verwunderlich, ist aber immer gekonnt, unterhaltsam und logisch in das Bühnengeschehen eingebaut. Die schlüssige Entwicklung der Tamina vom aufmüpfigen Teenager zur Tamino-Gefährtin und des Tamino vom naiven, von der Königin manipulierten, Knaben zum Kandidaten der Sarastro-Nachfolge war schlüssig eingebunden. Logisch dass sich am Schluss das Paar nicht in die frauenfeindliche starre Männergesellschaft einbinden lässt und fröhlich in eine selbstgestaltete Zukunft abgeht. Ohne erhobenen Zeigefinger postuliert Köpplinger unsere modernen Auffassungen zum Verhältnis der menschlichen Gesellschaft zur Natur, schon weil diese Gedanken der Rosenkreuzer-Bewegung im Libretto Schikaneders angelegt sind.

Die Zauberflöte – making of mit Pamina und Tamino
youtube Trailer Semperoper Dresden
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Musiziert und gesungen wurde auf hohem und höchstem Niveau. Mit seiner musikalischen Leitung gelang es Omer Meir Wellber der Mozart-Komposition eine besondere Intensität abzugewinnen. Sein faszinierender Ansatz war kraftvoll und dynamisch, die Tempi ausgewogen, ohne in sterilen Perfektionismus zu verfallen. Sein hervorragend gutes Verhältnis zu der hervorragenden Musiker-Besetzung der Staatskapelle blieb deutlich spürbar. Auch standen Wellber überwiegend großartige Sängerinnen und Sänger zur Verfügung, die er auf das Vollkommenste einzubinden verstand. Allen voran, der in seiner Heimatstadt lange vermisste René Pape, der als der Sarastro unserer Tage gilt. Dem Sarastro, den er seit 1988 im Repertoire hat, gab er Kraft seiner wundervollen Bassstimme Prägnanz und milde Autorität, aber eben auch Statik.

Dieser über dreißigjähriger Rollenpraxis stand das Rollendebüt von Nikola Hillebrand in der dem Sarastro ambivalenten Rolle der Königin der Nacht. Die Sängerin vom Mannheimer Nationaltheater, inzwischen zum Semper Ensemble gewechselt, brillierte mit einem hell strahlenden Sopran und sicherer differenzierter Gestaltung der Partie, während das Paar Pamina und Tamino mit jugendlicher Frische aufwartete. Die 2015 aus Finnland ins Hausensemble gekommene Tuuli Takala kam, nach ihrem Berliner Ausflug als Königin der Nacht, mit der Pamina sowohl im Gesang, als auch der Darstellung mit ihrer Natürlichkeit als rebellierender Teenager und andererseits mit ergreifender menschlichen Tiefe hervorragend zurecht.

Semperoper Dresden / Die Zauberflöte © Ludwig Olah

Semperoper Dresden / Die Zauberflöte © Ludwig Olah

Dem Tamino hatte die Regie den größten Spannungsbogen der Entwicklung vom Knaben zum würdigen Beinah-Nachfolger des Sarasto zugeordnet. Der amerikanische im Hausensemble Tenor Joseph Dennis aus dem Hausensemble, eigentlich erst in der Zweitbesetzung als Tamino vorgesehen, überzeugte mit positiver rustikaler Ausstrahlung.
Das Buffo-Paar Papagena und Papageno war den Ensemblemitgliedern Katerina von Bennigsen und Sebastian Wartig anvertraut worden. Dem komödiantischen Talent der Sopranistin blieben nur die Szenen mit dem „alten Weib“ und das Pa-Pa-pa-Duett, während Sebastian Wartig seinem „Affen ordentlich Zucker“ geben konnte. Auch mit seinem Gesang wusste er zu begeistern.

Als besonders widerwärtiges Trio die Damen der Königin, aber mit hervorragender Gesangskultur, boten die Sopranistinnen des Ensembles Roxana Incontrera und Stepanka Pucalkova sowie die Mezzosopranistin Christa Mayer ihre Auftritte. Archaisch hingegen die Beiträge der Geharnischten von Jürgen Müller und Matthias Henneberg. Statisch wie von der Regie angelegt, kamen die Priester Mateusz Hoedt und Gerald Hupach mit beeindruckenden Stimmen über die Bühne. Dazu wirkte auch prachtvoll der auf vierundzwanzig Sänger ausgedünnte Chor. Von Simon Espers Monostatus-Texten waren nur Teile den Streichungen entgangen. Vollständig hingegen konnten die drei routinierten Knabensoprane vom Tölzer Knabenchor in die Handlung eingreifen.

Mit der begeistert aufgenommenen Inszenierung von Josef E Köpplinger erhält das nicht gering an den Erfordernissen der Besucher der Stadt orientiertem Repertoire der Semperoper eine prachtvolle Ergänzung. Dabei wäre zu überlegen, ob nicht auch, wenn die Corona-Einschränkungen abgeklungen sein sollten, die gestraffte Fassung des Premierenabends den Erfordernissen des geringer opern-affinen Teiles des Publikums besser entgegenkommt.

Die Zauberflöte an der Semperoper; die nächsten Termine 4.12.; 12.12.2020; 2.1.2021 14.00; 2.1.19.00; .31.1.2021; 4.2. und mehr

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—


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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Operngala – Deutsche AIDS-Stiftung, 21.03.2020

Februar 10, 2020 by  
Filed under Deutsche Oper am Rhein, Konzert, Pressemeldung

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

11. Festliche Operngala    –  Deutsche AIDS-Stiftung

Rolando Villazón führt durch den Abend

Die Festliche Operngala für die Deutsche AIDS-Stiftung verbindet hochkarätigen Musikgenuss mit dem Engagement für die gute Sache: Am Samstag, 21. März 2020, um 19.00 Uhr findet sie im Opernhaus Düsseldorf statt – und das bereits zum elften Mal. Das Klassik-Event, das Generalintendant Christoph Meyer 2010 an der Deutschen Oper am Rhein etablierte, hat sich zu einer der wichtigsten Benefiz-Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen entwickelt und einen Gesamterlös von mehr als 1,5 Mio Euro erzielt. Mit ihm konnte die Deutsche AIDS-Stiftung vielen Menschen mit HIV und AIDS individuell und durch die Förderung von Projekten helfen.

Erneut haben sich in diesem Jahr elf international gefragte Opernstars bereit erklärt, zu Gunsten der Deutschen AIDS-Stiftung ohne Gage in Düsseldorf aufzutreten. Auch durch das Engagement der Besucher, Sponsoren, Kuratoren und Förderer der Festlichen Operngala steht am Ende ein Reinerlös, der wie in den vergangenen Jahren in Stiftungshilfen für Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen und Mosambik fließen kann.

Deutsche Oper am Rhein / Festliche Operngala für die Deutsche AIDS-Stiftung © Susanne Diesner

Deutsche Oper am Rhein / Festliche Operngala für die Deutsche AIDS-Stiftung © Susanne Diesner

Das vielseitige Programm aus Oper, Operette und Musical gestalten die Sängerinnen Joyce El-Khoury, Anita Hartig, Maria Mudryak, Tuuli Takala, Marina Viotti und Ramona Zaharia, die zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein gehört, zusammen mit den Solisten Matteo Lippi, Guido Loconsolo, Jonathan Tetelman, Freddie De Tommaso und Andrey Zhilikhovsky. Begleitet werden sie von den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung des italienischen Dirigenten Roberto Rizzi Brignoli. Ein Opernstar führt auch durch das Programm des Abends: Rolando Villazón übernimmt erstmals die Moderation der Festlichen Operngala und begleitet das Publikum mit großer Kenntnis und Begeisterung durch die Welt der Musik. Oberbürgermeister Thomas Geisel übernimmt erneut die Schirmherrschaft der Operngala. Deren künstlerische Leitung liegt bei Alard von Rohr.

„Diese Operngala ist für uns sehr wichtig. Weil wir den Erlös dringend für unsere Hilfen brauchen. Aber genauso, weil wir HIV und Aids zu einem Thema machen können. Denn nur wer über HIV Bescheid weiß, kann sich schützen. Und Vorurteile überdenken“, sagt Kristel Degener, die Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung.

„Im Kalender der Deutschen Oper am Rhein nimmt die Festliche Operngala für die Deutsche AIDS-Stiftung nunmehr bereits im elften Jahr einen ganz besonderen Platz ein – als glanzvolles musikalisches Fest der Extraklasse in Verbindung mit gesellschaftlichem Engagement für ein immens wichtiges Anliegen“, sagt Christoph Meyer, der Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein. „Mein herzlicher Dank geht an unsere Partner bei der Deutschen AIDS-Stiftung, das Kuratorium und die zahlreichen Förderer und Unterstützer, vor allem aber auch die wunderbaren Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt und aus unserem eigenen Ensemble, die an diesem Abend wieder für den guten Zweck auf ihre Gage verzichten.“

Eintrittskarten für die AIDS-Gala kosten zwischen 49 und 175 Euro, einschließlich eines Begrüßungsgetränks. Sie sind erhältlich im Opernshop Düsseldorf und an der Theaterkasse Duisburg, unter Telefon 0211.89 25 211 oder online über www.operamrhein.de.

VIP-Karten zum Preis von 500 Euro schließen das Galadinner mit Künstlern und Ehrengästen im Anschluss an das Konzert im Foyer des Opernhauses ein. Sie sind nur direkt über die Deutsche AIDS-Stiftung, Tel. + 49 228-60 469 0, oder per E-Mail an info@aids-stiftung.de zu bestellen.

Spenden nimmt die Deutsche AIDS-Stiftung über ihre Website https://aids-stiftung.de/spenden entgegen.


Die Künstlerinnen und Künstler der 11. Festlichen Operngala:


Roberto Rizzi Brignoli genoss seine Ausbildung am renommierten Mailänder Konservatorium, wo Riccardo Muti auf ihn aufmerksam wurde und ihm die Türen zur Scala di Milano öffnete. Dort startete der italienische Dirigent seine internationale Karriere. Jetzt dirigiert er zum ersten Mal in Düsseldorf.

Rolando Villazón ist ein Weltstar – und das nicht nur als Tenor. Als Regisseur war er gerade zum zweiten Mal an der Deutschen Oper am Rhein zu Gast, um Vincenzo Bellinis Oper „I Puritani“ zu inszenieren. Als Moderator versteht er wie wenige andere, die Welt der Musik zugänglich zu machen.

Joyce El-Khoury „ist eine Prima Donna“, schrieb das Harodds Magazine nach einem Auftritt der aus dem Libanon stammenden Sopranistin am Royal Opera House London. Und das Opéra Magazine meinte „seit der Callas nicht mehr eine solche Stimme“ gehört zu haben.

Anita Hartig ist an den wichtigsten Opernhäusern der Welt zu Hause. Mit einem „glasklaren Chablis Grand Cru Vaudesir“ hat Bachtrack ihre Stimme verglichen und auch die New Yorker Presse zeigte sich begeistert vom „seidenen Klang“ der rumänischen Sopranistin, die an der Wiener Staatsoper ebenso wie an der MET gefeiert wird.

Matteo Lippi: Als Verdis Alfredo („La traviata“) und Duca („Rigoletto“), Puccinis Rodolfo („La Bohème“) und Pinkerton („Madama Butterfly“) begeistert der Genueser Tenor derzeit auf den Bühnen von Venedig und Moskau, Dubai, Tokio und Glyndebourne.

Guido Loconsolo Vom Barock über Mozart bis in die italienische Romantik reicht das Repertoire des italienischen Bass-Baritons, der von der Scala di Milano aus seine internationale Karriere startete und sich in Tel Aviv als Basilio gerade auf die Premiere von Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ vorbereitet.

Maria Mudryak Mit ihrem lyrischen Timbre und überzeugender Bühnenpräsenz erobert sich die aus Kasachstan stammende Sopranistin derzeit die internationalen Bühnen. 2017 gewann sie bei Placido Domingos Operalia-Wettbewerb. Zu ihren Partien zählen Violetta („La traviata“), Gilda („Rigoletto“) und Mimì („La Bohème”).

Tuuli Takala: Mozarts Königin der Nacht ist eine Paraderolle der finnischen Koloratursopranistin. Die Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe ist Ensemblemitglied der Semperoper Dresden und singt als Gast u. a. an der Royal Opera London und in Glyndebourne.

Jonathan Tetelman: „The guy’s a total star“, schrieb die New York Times über den chilenischen, mit zahlreichen Preisen geehrten Tenor, der auf den nord- und südamerikanischen Bühnen ebenso zu Hause ist wie in Europa. An der Royal Opera in London kann man ihn derzeit als Rodolfo in Puccinis „La Bohème“ erleben.

Freddie De Tommaso gewann 2018 den 55. Tenor Viñas Contest in Barcelona. Sein Engagement im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper stellte die Weichen zu seiner internationalen Karriere, die ihn nun an die großen Bühnen in London, Amsterdam, Dresden, Wien und Berlin führt.

Marina Viotti Erfahrungen mit Jazz, Gospel und Heavy Metal gingen dem klassischen Gesangsstudium der Schweizer Mezzosopranistin voraus. Es folgten Gewinne mehrerer großer Wettbewerbe, sowie Engagements an die Bühnen von Mailand, Barcelona, München und Dresden.

Ramona Zaharia: Als Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein wurde die rumänische Mezzosopranistin zu Beginn der aktuellen Spielzeit für ein großes Debüt gefeiert: Ihre Dalila in Camille Saint-Saëns‘ „Samson et Dalila“ vereine „das ganze Spektrum von Wohllaut, Schmeichelei, Gurren bis zu kalter Rache“, hieß es in der Rheinischen Post. Als Carmen gastiert sie 2020 zum zweiten Mal an der Metropolitan Opera New York.

Andrey Zhilikhovsky Aus Moldawien stammend machte der Bariton seine ersten Bühnenerfahrungen in St. Petersburg und Moskau. Aktuell ist er in Prokofjews „Die Verlobung im Kloster“ in Berlin zu erleben sowie mit Puccinis Marcello und Schaunard („La Bohème“) an der Bayerischen Staatsoper und der MET in New York.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—


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Dresden, Semperoper, Hoffmanns Erzählungen – Jacques Offenbach, 24.11.2019

November 18, 2019 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, SemperOper

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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Les Contes d’Hoffmann – Jacques Offenbach

Auf vier Rollendebüts darf sich am Sonntag, den 24. November 2019, das Publikum der Semperoper bei der  Wiederaufnahme von Les Contes d’Hoffmann / Hoffmanns Erzählungen freuen. Erstmalig in den jeweiligen Partien sind Hrachuhí Bassénz als Antonia, Stepanka Pucalkova als Muse/Nicklausse und die Neuzugänge des Jungen Ensembles, Julia Muzychenko als Olympia und  Dogukan Kuran als Hermann, in Offenbachs fantastischer Oper zu erleben.

Semperoper / Hoffmanns Erzählungen - Vorn: Eric Cutler (Hoffmann), Tuuli Takala (Olympia), Hinten: Sächsischer Staatsopernchor © Jochen Quast

Semperoper / Hoffmanns Erzählungen – Vorn: Eric Cutler (Hoffmann), Tuuli Takala (Olympia), Hinten: Sächsischer Staatsopernchor
© Jochen Quast

Die Inszenierung von Johannes Erath feierte in der Spielzeit 2016/17 ihre Dresdner Premiere und stand zuletzt im September 2017 auf dem Spielplan der Semperoper. Zur Wiederaufnahme am 24. November glänzt Tenor Burkhard Fritz erneut in der Titelpartie. Die Sächsische Staatskapelle Dresden spielt unter der Musikalischen Leitung von John Fiore, es singt der Sächsische Staatsopernchor Dresden in der Einstudierung seines kommissarischen Chordirektors, Jan Hoffmann.

Jacques Offenbach »Les Contes d’Hoffmann/Hoffmanns Erzählungen«

Wiederaufnahme am 24. November 2019. Weitere Vorstellungen am 1. Dezember 2019 und 7., 10. und 17. April 2020.

Werkeinführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Karten für die Vorstellungen sind an der Schinkelwache am Theaterplatz sowie unter  T +49 (0)351 4911 705 und online erhältlich.

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—


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Dresden, Dresdner Staatskapelle, Ein Sommernachtstraum – Henze – Mendelssohn, IOCO Kritik, 13.5.2019

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Ein Sommernachtstraum – William Shakespeare

Interpretationen von Henze und Mendelssohn – Mit Fragezeichen

von Thomas Thielemann

Seit der damals dreißigjährige Vladimir Jurowski mit Pendereckis Oper Der Teufel von London  in Dresden debütierte, ist er regelmäßig Gastdirigent der Staatskapelle Dresden. Dabei ist er ein Garant für außergewöhnliche Programme und Werkfolgen. 1990 von Moskau nach Deutschland gekommen, war er zunächst Student der Dresdner Musikhochschule und konnte auch bei Colin Davis hospitieren. Dabei war bereits vorher der Name Jurowski für das hiesige Konzertleben ein fester Begriff, denn der Vater Michael Jurowski (geboren am Weihnachtsabend 1945) war seit 1988 häufiger Gastdirigent der Staatskapelle, der Philharmonie und der Gohrischer Schostakowitsch-Tage.

Semperoper Dresden / Sächsische Staatskapelle © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden / Sächsische Staatskapelle © Matthias Creutziger

10. Symphoniekonzert der Staatskapelle Dresden

Bereits mit der Eröffnung des Konzerts mit Carl Maria von Webers  Ouvertüre zu Oberon werden die Tugenden des Orchesters seiner Fähigkeit zu feinsten dynamischen Abstufungen sofort deutlich. Mit  sattem Streicherklang, neben dem mit großer Wärme intonierten bekannten Hornmotiv, entwickelt Jurowski die Komposition vom ruhigen Einleitungsteil bis zur intensiven Steigerung des klangmalerischen Teils und stimmt so sein Publikum auf die etwas härtere Folgekost ein.

Heinz Werner Henze (1927 in Gütersloh geboren und 2012 in Dresden verstorben) gehört zu den bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts und ist dem heimischen Publikum, 2012 Capell-Compositeur der Staatskapelle,  mit der Agitprop-Oper-Inszenierung „Wir erreichen den Fluss“ noch in Erinnerung. Als explizit politischer Künstler hatte Henze die anscheinend abstrakten Aspekte seiner Kompositionen nie als Selbstzweck betrachtet. In der Kontrastbildung sah er die Möglichkeit Stellung zu beziehen, sich gegen das Elitäre im klassischen Kulturbetrieb zu wenden.

Seine Symphonien hatte er gelegentlich als Studien für seine Opernkompositionen  bezeichnet. Die Sinfonia N. 8, in den Jahren 1992/1993 auf Ischia entstanden, war ein Auftragswerk des Boston Symphony Orchestra. Die Symphonie  ist heiterer und beschwingter als viele Werke Henzes, fügt sich zur südländischen Wahlheimat des Komponisten, war sie doch von drei Episoden aus Shakespeares Sommernachtstraum  inspiriert.

Sächsische Staatskapelle Dresden / Dirigent Vladimir Jurowski Jurowski © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle Dresden / Dirigent Vladimir Jurowski Jurowski © Matthias Creutziger

Isabel Karajan rezitierte jeweils vor der Wiedergabe der Henzeschen Auslegung der Episoden die Verse von Schlegels wortgewaltiger Shakespeare-Übersetzung aus der linken Proszeniumsloge.  In Jurowskis folgenden  Interpretation war zu spüren, dass er sich intensiv mit der dreisätzigen Partitur auseinander gesetzt hatte. Dabei schien es ihm wichtig, die Spannung und Motivation über die knappe halbe Stunde der Aufführungszeit zu halten. Jurowski dirigierte mit präzisen sparsam dosierten Gesten. Nur kleine Bewegungen der Arme sowie Hände, die sich über die Fingerspitzen den Musikern mitzuteilen schienen und so ihre Wirkung zu erreichten. Mit dieser Intensität und der nach meinem Empfinden makellosen Darbietung hätten wir vor Jahren „Henze“ gern gehört.

Die Rezitation hatte die Sätze „Allegro“, „Alle anzeigen mit comodo tenerezza e ballabilità“ und „Adagio“ deutlich voneinander abgegrenzt  und dem aufgeschlossenen Hörer ein prachtvolles Erlebnis gesichert.

Nach der Konzertpause folgte dann als Kontrast die vollständige Bühnenmusik zu Ein Sommernachtstraum  von Felix Mendelssohn Bartholdy mit einer teilszenischen Aufführung. Der uns von der Zusammenarbeit mit Isabel Karajan bereits bekannte Eventspezialist  Klaus Ortner hatte eine launische Szene eingerichtet und aus Wien den Lichtdesigner Sandro G. Frei  mitgebracht, um den Solistinnen, dem Chor sowie  dem Orchester Voraussetzungen für eine feierliche Würdigung der kompositorischen Glanzleistung Mendelssohns zu verschaffen.

Felix Mendelssohn-Bartholdy © IOCO

Felix Mendelssohn-Bartholdy © IOCO

Dieser komponierte, nachdem er, als der 17-jährige Felix sich mit der Schlegel-Tieckschen-Übersetzung des  Shakespeare’schen  Ein  Sommernachtstraum   beschäftigt hatte, 1826 seine einsätzige Ouvertüre op. 21 zur Schauspielmusik. Mit dieser Arbeit hatte er bereits alle vier der mit einander verwobenen Handlungsstränge der romantischen Komödie eingeschlossen. 1842, Mendelssohn war bereits Musikdirektor des Leipziger Gewandhausorchesters, entstanden  auf Wunsch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Kompositionen, die als eine Zwischenakt-Musik gedacht waren. Offenbar dauerten die aufwendigen Bühnenumbauten der Tieckschen Inszenierung dem Monarchen zulange. Dank der Eingängigkeit insbesondere der Chor- und Solostellen gelang Mendelssohn eine Einbeziehung seiner Komposition in das eigentliche Bühnengeschehen, so dass  eine  vollständige Bühnenmusik mit Frauenchor; Soli und Orchester op. 61 entstanden war. Glaubt man Ines Pasz, ist diese Symbiose auch nicht ohne Reibung zwischen Felix Mendelssohn und dem Theaterauguren Ludwick Tieck von statten gegangen.

Sächsische Staatskapelle Dresden / Dirigent Vladimir Jurowski Jurowski und Isabel Karajan © Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle Dresden / Dirigent Vladimir Jurowski Jurowski und Isabel Karajan © Matthias Creutziger

Das Orchester mit Vladimir Jurowski konnte auch  die Ouvertüre und das Scherzo mit der uns gewohnten Qualität anklingen lassen, als aus der Streichergruppe eine aufmüpfige Musikerin, „bewaffnet“ mit einer Geige auftauchte und das Heft in die Hand nahm. Sprachlich und körperlich unentwegt aktiv, aber mit wenig Einfühlungsvermögen in das Musikalische versuchte sie in die Traumwelt Shakespeares hineinzuspringen und sich die Figuren zu eigen zu machen. Unentwegt brachte  Karajan neue Requisiten ins Spiel. Selbst ein Palettenwagen, der als Bühne, Künstlergarderobe, Brautbett und Werkzeuglager für die Handwerker herhalten konnte, wurde auf die Bühne gezogen. Diese etwas flippige Darstellung lenkte die Aufmerksamkeit des Auditoriums auf Isabel Karajan, sodass die Präsenz der übrigen Beteiligten zurück trat. Auch musste man gut vorbereitet sein, wollte man Ansagen der Sprecherin (eigentlich Schauspielerin) folgen.

Gelegentlich nahm sich Isabel Karajan zurück und erlaubte Jurowski mit dem Orchester, dem Chor und den beiden Solistinnen Tuuli Takala (Sopran) und Stepanka Pucalkova (Mezzosopran) Passagen dieser genialen Komposition unbeeinflusst darzubringen. Aber irgendwie verschaffte dies dem Dargebotenen  einen zerfaserten Eindruck. Selbst das Genießen der Soli- und der Chorstellen sowie der wundervollen Orchestrierung Mendelssohns erforderte zumindest meine Konzentrationsfähigkeit  bis ihre die Grenzen. Auch Vladimir Jurowski hatte offenbar erhebliche Mühe, seinen Orchesterleitungsstil ähnlich präzise umzusetzen, wie es ihm im ersten Konzertteil gelungen war.

Das überwiegend Dresdner Abonnemente-Publikum spendete freundlichen Beifall, wobei aber auch für die hiesigen Verhältnisse ungewöhnlich intensive Buhrufe und Pfiffe zu hören waren. Gefeiert wurden allerdings neben Valdimir Jurowski die beiden Ensemblemitglieder des Hauses Tuuli Takala und Stepanka Pucalkova.

Wie ist das Fazit des zweiten Teils des Konzertes?

Hat Event-Theater nach der Opernbühne auch das Konzertpodium erreicht?  Wollten die Macher der zweifelsfrei imponierenden Isabel Karajan die Bühne zu einer außergewöhnlichen Leistung verschaffen? Was auch immer die Motivationen waren, ich hätte mir gewünscht, Felix Mendelssohn-Bartholdys 13 Teile der „vollständigen Bühnenmusik mit Soli und Frauenchor“ als Zugabe nachgereicht  zu erhalten.

—| IOCO Kritik Sächsische Staatskapelle Dresden |—


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