Leipzig, Oper Leipzig, PUCCINI-WOCHENENDE, 26. bis 28.01.2018

Januar 25, 2018 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper LeipzigRemus Sucheana © P Gert WeigeltKirsten Nijhof

PUCCINI-WOCHENENDE

Drei Meisterwerke an drei Abenden

An der Oper Leipzig können sich Puccini-Fans vom 26. bis 28. Januar ein ganzes Wochenende den sinnlichen Klängen des italienischen Meisters hingeben. Drei seiner schönsten und tragischsten Frauengestalten sind an drei aufeinanderfolgenden Abenden zu erleben: Tosca, Turandot und Madama Butterfly. Seit rund hundert Jahren begeistern die Opern von Giacomo Puccini die Massen. Überbordender Melodienreichtum und sinnliche Harmonien sind ihr musikalisches Markenzeichen. Seinen weiblichen Opernfiguren gehörte das ganze Mitgefühl des Komponisten. Es heißt, er habe um sie geweint, wenn er ihre Arien schrieb.

Den Auftakt macht am Freitag, 26. Januar, 19:30 Uhr, Tosca mit überwältigender Bilderpracht: Der Vorhang hebt sich und die gesamte Bühne ist in ein Lichtermeer aus tausend brennenden Kerzen getaucht. Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema setzt Puccinis überschäumender Musik spektakuläre Bühnenbilder entgegen, die den Zuschauer hineinziehen in die schillernden Verwicklungen von Liebe und Macht, Kirche und Staat in Rom um 1800. Puccinis Tosca an der Oper Leipzig ist ein spannender Opernkrimi im Spielfilm-Format und ein wahres Sängerfest. Die Titelpartie singt die niederländische Sopranistin Annemarie Kremer, die in Leipzig bereits als Manon Lescaut in Puccinis gleichnamiger Oper zu sehen war. Die Rolle ihres Geliebten Cavaradossi übernimmt Gaston Rivero und Tuomas Pursio verkörpert den Bösewicht Scarpia. Am Pult des Gewandhausorchesters steht an diesem Abend Christoph Gedschold.

Weiter geht es am Samstag, 27. Januar, 19 Uhr mit Turandot. Seine letzte Oper verlegte der Verismo-Komponist Puccini, dessen Werke immer durch ganz konkrete Milieus geprägt waren, nach China. Stellvertretend für die Opernheldin des 19ten Jahrhunderts lässt Puccini die Sklavin Liù den freiwilligen Opfertod für den Mann sterben. Im entscheidenden Moment ist sie nicht bereit, den Namen des Prinzen zu verraten. Nach den überstandenen Prüfungen erleben wir Turandot und Calaf als verwandelte Menschen. Die Oper wechselt von düsterer Beklommenheit zu strahlender Emphase. Regie führt Balázs Kovalik, der im Juni 2014 mit seiner Produktion von Richard Strauss’ Frau ohne Schatten für einen Sensationserfolg gesorgt hat. Unter der musikalischen Leitung von Matthias Foremny übernimmt erneut Jennifer Wilson die Titelrolle, als Liù ist Olena Tokar zu erleben und Leonardo Caimi singt Calaf, den unbekannten Prinzen.

Den Abschluss des Wochenendes am Sonntag, 28. Januar, 18 Uhr bildet die Oper, die Puccini selbst als sein liebstes und bestes Werk betrachtete: Madama Butterfly. In Gestalt des amerikanischen Marineleutnants Pinkerton bricht die westliche Welt in die festgefügte, durch strenge Bräuche reglementierte japanische Gesellschaft ein. Die Scheinehe, die Pinkerton mit der jungen Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, eingeht, ist für ihn lediglich ein exotisches Liebesabenteuer. Für Cio-Cio-San hingegen ist es viel mehr. Unbeirrt glaubt sie an Pinkertons Rückkehr, als dieser Japan längst verlassen hat. Mit Madama Butterfly gelang Puccini eines der größten Meisterwerke seiner Zeit, in dem emotionale Verdichtung und exotisches Kolorit zusammenfließen, ohne die Darstellung der Wahrheit zu verschleiern. Regie führt Aron Stiehl, der im Sommer 2013 in Bayreuth für seine Inszenierung von Wagners Liebesverbot und ebenso bei der anschließenden Leipziger Premiere dieser Produktion gefeiert wurde. Die Titelpartie singt die junge Koreanerin Sae Kyung Rim, die Rolle des Pinkerton übernimmt Gaston Rivero. Es dirigiert Christoph Gedschold.

Termine:
Tosca, Freitag, 26. Januar 2018, 19:30 Uhr, Opernhaus
Turandot, Samstag, 27. Januar 2018, 19 Uhr, Opernhaus
Madama Butterfly, Sonntag, 28. Januar 2018, 18 Uhr, Opernhaus

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Leipzig, Oper Leipzig, WAGNER – FESTTAGE, 28.06. – 02.07.2017

Juni 28, 2017 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

WAGNER-FESTTAGE  der Oper Leipzig
Ring des Nibelungen – Abschluss der Saison 2016/2017

Die diesjährigen Wagner-Festtage der Oper Leipzig stehen ganz im Zeichen der großen Mythen- Tetralogie des in Leipzig geborenen Komponisten. Richard Wagners Ring des Nibelungen von Mittwoch, 28. Juni bis Sonntag, 2. Juli, jeweils 17 Uhr ist zugleich der Abschluss der Saison 2016/2017 in der Oper Leipzig.

Oper Leipzig / Siegfried © Tom Schulze

Oper Leipzig / Siegfried © Tom Schulze

Die Sängerbesetzung für diesen Zyklus weist bekannte Namen des internationalen Opernparketts auf wie Irene Theorin (Brünnhilde in »Die Walküre« & »Siegfried«), Simone Schneider (Sieglinde), Christiane Libor (Brünnhilde in der »Götterdämmerung«), Thomas J. Mayer (Wotan in »Die Walküre«), Simon O´Neill (Siegmund), John Lundgren (Der Wanderer), Christian Franz (Siegfried) und Thomas Mohr (Siegfried in der »Götterdämmerung« und Loge im »Rheingold«).

Oper Leipzig / Rheingold © Tom Schulze

Oper Leipzig / Rheingold © Tom Schulze

Oper Leipzig / Rheingold - Tuomas Pursio als Wotan © Tom Schulze

Oper Leipzig / Rheingold – Tuomas Pursio als Wotan © Tom Schulze

Am Pult des Gewandhausorchesters steht für alle vier Teile Prof. Ulf Schirmer, Intendant und Generalmusikdirektor. Im Mittelpunkt stehen die Verstrickungen zwischen Menschen und Göttern, die von Liebe und Macht bestimmt werden. Alles dreht sich um den Besitz eines Ringes, der die Weltherrschaft verleiht und doch zu ihrem Zerfall führt.
Die Rückkehr der Tetralogie in den Spielplan der Wagner-Stadt Leipzig nach vierzig Jahren war eines der ersten Projekte Ulf Schirmers nach seiner Berufung zum Intendanten der Oper Leipzig und begann im Wagnerjahr 2013. Seit Mai 2016 hat Leipzig nun endlich wieder einen kompletten szenischen Ring im Repertoire. Die szenische Umsetzung lag in den Händen des Regieteams Rosamund Gilmore (Inszenierung), Carl Friedrich Oberle (Bühne) und Nicola Reichert (Kostüme).


Termine der Aufführungen – Das Rheingold Mittwoch, 28. Juni, 17 Uhr, Die Walküre Donnerstag, 29. Juni, 17 Uhr,  Siegfried Samstag, 1. Juli, 17 Uhr, Götterdämmerung Sonntag, 2. Juli, 17 Uhr,

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Leipzig, Oper Leipzig, Salome von Richard Strauss, IOCO Kritik, 20.06.2017

Juni 21, 2017 by  
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Oper Leipzig

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Salome von Richard Strauss

Große Sinfonische Dichtung mit Bühnenkunstwerk von rosalie

Von Guido Müller

Im Rahmen eines dreitägigen Richard-Strauss-Festivals an der Oper Leipzig mit dessen Opern Arabella und Die Frau ohne Schatten vom 16. bis 18.6. 2017 wurde die Oper Salome am 17.6. als Premiere am mittleren Abend aufgeführt.

Das Ereignis des Abends war die musikalische Leitung des Gewandhausorchesters Leipzig unter GMD und Intendant Ulf Schirmer und die glänzende Leistung des Orchesters. Wie eine der großen Sinfonischen Dichtungen von Richard Strauss, durch die er lange vor seinem großen ersten Opernerfolg mit Salome berühmt geworden war, entwirft Schirmer eine bis in die feinsten Verästelungen aufgefächerte Klangorgie mit dem bestens aufgelegten Gewandhausorchester Leipzig.

Dem großen Strauss-Spezialisten Ulf Schirmer gelingt es immer wieder, wie auch in der Arabella und Die Frau ohne Schatten in Leipzig, mir bisher ungehörte Stellen durchhörbar zu machen. In einer perfekten Symbiose mit dem Gewandhausorchester gelingen hier Sternstunden orchestraler Leistungsfähigkeit der Farbigkeit, Klangpracht, emotionalen Eruptionen und feinsten musikalischen Erfüllung. Damit macht Schirmer deutlich, dass das weltweite Spitzenorchester Gewandhausorchester Leipzig nicht nur mit Recht unter den Orchestern im Konzertsaal den fünften Platz belegt sondern auch im Orchestergraben brilliert.

Oper Leipzig / Salome - Elisabet Strid als Salome und Tuomas Pursio als Jochanaan © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Salome – Elisabet Strid als Salome und Tuomas Pursio als Jochanaan © Kirsten Nijhof

Nach einem etwas ruhig-zögerlichen Beginn, den ich schon nervös zupackender erlebt habe, steigert Ulf Schirmer das herausragende Orchester in eruptive und vor Spannung berstende Momente. Das Finale des großen Monologs der Salome bot eine vom Orchester und umjubelte Elisabet Strid als Salome kaum zu steigernde knisternde Spannung und Leidenschaft. Wie erschlagen verharrte das Publikum danach auch einige Momente in größter Ruhe, um dann mit großem dankbaren Applaus die Spannung abzubauen.

Die Schwedin Elisabet Strid, die bereits als herausragende Brünnhilde in Wagners Siegfried in Leipzig auf sich aufmerksam gemacht hat, sang und spielte nun ihr Debut in dieser äußerst anspruchsvollen Titelpartie einer mörderischen Kinds-Frau. Diese Rolle vereinigt Züge eines naiven Mädchen mit einer in größter Dekadenz aufgewachsenen verwöhnten Göhre, einer erwachenden jungen, liebessehnsüchtigen Frau mit dem Dämon einer grausamen und abstoßenden höfischen Perverserotik.
Möglicherweise der Premierennervosität geschuldet, oder ihrer Auffassung vom zunächst passiv leidenden Mädchen am Hofe ihres Stiefvaters, dringt ihre nie hart klingende, eher lyrisch-dramatische Sopranstimme erst allmählich durchs Orchester. So entsteht häufig der Eindruck einer großen sinfonischen Dichtung um und mit der Sängerin.

Oper Leipzig / Salome - Elisabet Strid als Salome © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Salome – Elisabet Strid als Salome © Kirsten Nijhof

Für die Inszenierung von Aron Stiehl, deren roter Faden die Darstellung einer möglichst perversen und dekadenten Upper-Class-Nachkriegsgesellschaft in allen klischeemäßigen Facetten ist, hat die kürzlich verstorbene Bühnen- und Kostümbildnerin rosalie ihm ein zwischen Kubismus, in wechselnder Erotikcenter-Beleuchtung und Baumarktcharme schillerndes Bühnenbild und bunte Kostüme entworfen. Darin fallen hinten eine steile Treppe zur bunten Partygesellschaft in der Hochterrasse auf, sowie unten ein zerschossener Jeep mit ständig sprudelndem Springbrunnen, ein großer Ventillator als Mond auf der Hochterrasse und ein Turm, der u.a. Jochanaans Verheißungen dient. Alles wirkt wie in einer Feuerpause irgendeines Krieges im Mittleren Osten.

Tuomas Pursio, eine der Stützen des Leipziger Ensembles, singt den Jochanaan mit eher schlankem Bariton, dem sowohl die dunkle balsamische Tiefe wie die düstere Bedrohlichkeit der Rolle eher abgehen, in der Strauss immerhin die perverseste Figur seiner Oper sah. Pursio ist ein idealer eleganter und verführerischer Mandryka in der Leipziger sehr überzeugenden Arabella. Doch paßt Pursio damit ideal in das Regiekonzept Stiehls, der Jochanaan sich fast den körperlichen Annäherungen Salomes erliegend zeigt, zumindest sehr aufgeschlossen für die körperlichen Reize der Prinzessin. Leider hat rosalie der Salome ein äußerst unvorteilhaftes Kostüm und eine blonde Riesenstruppelperücke verpasst, die sie äußerlich zur zerrupften Puppe der dekadenten Gesellschaft machen.

Oper Leipzig / Salome Ensemble und Lichtstrukturen der rosalie © Kirsten Nijhof

Oper Leipzig / Salome – Ensemble und Lichtstrukturen der rosalie © Kirsten Nijhof

Zum Verbergen auf der Bühne dienen mit Steinen (Assoziation der Steinigung?) gefüllte Käfige an der stark verengten Bühnenanrampe. Nach Ende von Salomes Tanz der sieben Schleier vergewaltigte hinter so einem Käfig der sexbesessene Herodes seine Stieftochter zum Oralverkehr.
Der Tanz war durch ein Maskenspiel in einer Bühne (mit einem von Blutflecken übersäten Vorhang) auf der Bühne dargestellt. Dort lässt Salome ihrem Stiefvater Herodes ihre seelische und körperliche Mißbrauchsgeschichte pantominisch vorspielen. Damit versetzt sie ihn in immer größere sexuelle Aufwallung. Der in einem Rosa-Anzug sich immer stärker erregende Herodes (mit differenzierendem Spiel-Helden-Tenor Michael Weinius) tanzt schließlich mit Salome sie vergewaltigend im Dreivierteltakt. Das wirkt wie eine Vorwegnahme der Tanzszene des fettwanstigen Ochs auf Lerchau mit dem Dienstmädchen im Rosenkavalier. Die ebenfalls reichlich sexbessene und koksende Mutter Herodias (stimmlich und spielerisch herausragend Karin Lovelius) ignoriert dies.

Das übrige Ensemble der fünf Juden Rouwen Huther, Patrick Vogel, Tyler Clarke, Martin Petzold und Sejong Chang glänzt gesanglich in seinem Quintett, für mich immer einer der heimlichen Höhepunkte der Oper. Auch die übrigen kleinen Rollen erfüllen ihre Aufgaben rollendeckend. Sergei Pisarev kann seine schönen tenoralen Fähigkeiten in der kurzen Rolle als Narraboth leider nur eingeschränkt entfalten.

Die Salome an der Oper Leipzig, der erste große Opernerfolg von Richard Strauss, wird in dieser Premiere vor allem zu einem Triumph des Gewandhausorchesters Leipzig unter GMD und Intendant Ulf Schirmer. Elisabet Strid packt mit ihrem Debut in der Titelrolle durch ihre Steigerungen in die gesangliche Exstase des großen Schlussmonologs um Liebe und Tod.

—| IOCO Kritik Oper Leipzig |—

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