Frankfurt, Oper Frankfurt, IDOMENEO – Wolfgang Amadeus Mozart, 31.08.2019

August 27, 2019 by  
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

  IDOMENEO – Wolfgang Amadeus Mozart

Wiederaufnahme: Samstag, 31. August 2019, 19.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 7., 15. 27. September 2019

Mit Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gab Jan Philipp Gloger, mittlerweile Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg, sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt. Nach der Mozart-Premiere am 17. März 2013 konnte man in der Neuen Musikzeitung (www.nmz.de) lesen: „Uneingeschränkter Jubel für den Mythos von Gestern und seine bestürzende Gültigkeit für Heute.“ Wie Krieg und der Wille zur Macht das Handeln von Menschen beeinflussen, kann man in Glogers Inszenierung besonders an der Titelfigur exemplarisch beobachten.

Oper Frankfurt / Idomeneo - Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Oper Frankfurt / Idomeneo – Idomeneo und Neptun © Barbara Aumüller

Idomeneo, König von Kreta, entkommt auf seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg nur knapp einem Seesturm, indem er in seiner Not dem Meeresgott Poseidon ein Opfer verspricht: Der erste Mensch, dem er am Strand begegnet, soll für seine Errettung sterben. Das Schicksal will es, dass ihm ausgerechnet sein eigener Sohn Idamante freudig entgegentritt. Der zwischen zwei Frauen – der trojanischen Prinzessin Ilia und Agamemnons Tochter Elektra – stehende, unwissende junge Mann kann sich die Ablehnung des unglücklichen Vaters nicht erklären. Erst nachdem er von dem Schwur erfährt, beginnt er zu verstehen. Als Poseidon ein Meeresungeheuer schickt und damit auf Erfüllung des Eides drängt, ist Idamante bereit, für sein Volk zu sterben. Daraufhin hat der Gott ein Einsehen. Dessen Forderung, Idamante den Thron zu überlassen, gibt Idomeneo nach – das Volk ist gerettet.

Die zweite Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2012/13 wartet mit einer Reihe von Neubesetzungen auf: Dirigent Rasmus Baumann ist seit 2014 Generalmusikdirektor am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und war hier zuletzt 2017/18 für die Wiederaufnahme von Barbers Vanessa zu Gast. Die Titelpartie des Idomeneo übernimmt der junge deutsche Tenor Attilio Glaser, seit 2016 Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin. An der Oper Frankfurt debütierte er 2017/18 als Massenets Werther und wird im April 2020 als Wilhelm Meister in Ambroise Thomas’ Mignon (konzertant) hierher zurückkehren. Alle weiteren Neubesetzungen stammen aus dem Ensemble sowie dem Opernstudio der Oper Frankfurt:

Idomeneo – Einführung in die Frankfurter Produktion
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Die amerikanische Mezzosopranistin Cecelia Hall (Idamante) verkörperte hier kürzlich Marguerite in Berlioz’ La Damnation de Faust, während die aus Rumänien stammende Sopranistin Florina Ilie (Ilia) u.a. als Valencienne in Lehárs Die lustige Witwe zu erleben war. Ambur Braid (Elektra) erstaunte kürzlich mit den halsbrecherischen Koloraturen der Scintilla in Madernas Satyricon im Bockenheimer Depot. (link HIER!) Im März 2020 wird die kanadische Sopranistin Strauss’ Salome im Rahmen einer Frankfurter Neuproduktion verkörpern. Der amerikanische Tenor Michael Porter (Arbace) gab jüngst seinen ersten Liederabend im Rahmen der hochkarätig besetzen Reihe der Oper Frankfurt. Sein Landsmann Michael McCown (Oberpriester des Neptun) war kürzlich Mastro Trabuco in Verdis La forza del destino. Der südkoreanische Bass Kihwan Sim singt in der ersten Vorstellung der Serie am 31. August 2019 Die Stimme, anschließend übernimmt diese Partie sein österreichisch-neuseeländischer Fachkollege Anthony Robin Schneider.

Musikalische Leitung: Rasmus Baumann, Inszenierung: Jan Philipp Gloger, Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici, Bühnenbild: Franziska Bornkamm
Kostüme: Karin Jud, Licht: Jan Hartmann, Chor: Tilman Michael, Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Idomeneo: Attilio Glaser, Idamante: Cecelia Hall, Ilia: Florina Ilie, Elektra: Ambur Braid
Arbace: Michael Porter, Oberpriester des Neptun: Michael McCown, Die Stimme: Kihwan Sim / Anthony Robin Schneider, Neptun: Volodymyr Mykhatskyi, Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Idomeneo Wiederaufnahme: Samstag, 31. August 2019, 19.00 Uhr, weitere Vorstellungen: 7., 15. 27. September 2019

(Oper für Familien, 18.00 Uhr; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren), 22. (18.00 Uhr), 27. September 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Hagen, Theater Hagen, Premiere DIDO AND AENEAS – WASSERMUSIK, 18.05.2019

Mai 17, 2019 by  
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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

  DIDO AND AENEAS –  WASSERMUSIK

Ballett von Francesco Nappa zur Musik von Georg Friedrich Händel

Samstag, 18. Mai 2019, 19.30 Uhr

Als nächste Premiere im Großen Haus des Theaters Hagen am 18. Mai 2019 (19.30 Uhr) steht der spartenverbindende Doppelabend mit der Oper Dido and Aeneas von Henry Purcell (in englischer Sprache mit deutschen Übertexten) und dem Ballett Wassermusik von Francesco Nappa zur Musik von Georg Friedrich Händel auf dem Programm.

Theater Hagen / Dido and Aeneas - (vlnr): Cristina Piccardi (Bellinda), Marilyn Bennett (vorne, Zauberin), Veronika Haller (Dido), Kenneth Mattice (Aeneas), Chor des Theaters Hagen. © Klaus Lefebvre.

Theater Hagen / Dido and Aeneas – (vlnr): Cristina Piccardi (Bellinda), Marilyn Bennett (vorne, Zauberin), Veronika Haller (Dido), Kenneth Mattice (Aeneas), Chor des Theaters Hagen. © Klaus Lefebvre.

Worum geht’s? Aeneas’ Bestimmung ist es, das Römische Reich zu gründen. Dafür muss er Karthago verlassen, wo er nach den Schrecknissen des trojanischen Krieges Zuflucht gefunden hat. Doch seine Abreise bedeutet auch das Ende für seine Liebesbeziehung mit der karthagischen Königin Dido. Dido bleibt erschüttert zurück und setzt ihrem Leben ein Ende.

Diese Geschichte einer großen Liebe, die am Ende scheitern muss, steht im Mittelpunkt dieses Doppelabends. Während in Henry Purcells Oper Dido and Aeneas eher die Perspektive von Dido eingenommen wird, näherte sich Francesco Nappa in seiner Choreographie, die er eigens für das Ballett Hagen kreierte, der Liebesgeschichte aus Aeneas’ Sicht und legt zudem einen Fokus auf die Schilderung von dessen Abenteuern.

Mit Georg Friedrich Händels berühmter Wassermusik und Henry Purcells berührender Oper Dido and Aeneas werden an einem Abend zwei Meisterwerke der Barockmusik präsentiert. Die Oper und das Ballett werden als eigenständige Werke aufgeführt, aber durch einen dramaturgischen Bezug und weitere Elemente  miteinander verbunden – das ermöglicht zahlreiche Assoziationen zwischen den beiden Gattungen und Ensembles.

Theater Hagen / Wassermusik - Gonçalo Martins da Silva (Aeneas)und Ana Isabel Casquilho (Dido) © Leszek Januszweski.

Theater Hagen / Wassermusik – Gonçalo Martins da Silva (Aeneas)und Ana Isabel Casquilho (Dido) © Leszek Januszweski.

Der international renommierte Tänzer und Choreograph Francesco Nappa stellt sich mit dieser Arbeit dem Hagener Publikum vor, für die Regie bei Dido and Aeneas zeichnet Intendant Francis Hüsers verantwortlich. Zum Produktionsteam gehören ferner: Kaspar Glarner (Bühne, Kostüme), Hans-Joachim Köster (Licht), Wolfgang Müller-Salow (Choreinstudierung), Rebecca Graitl (Dramaturgie). Unter der musikalischen Einstudierung und Leitung von Rodrigo Tomillo singen, spielen und tanzen: Marilyn Bennett, Veronika Haller, Kisun Kim, So Hee Kim, Kenneth Mattice, Musa Nkuna, Cristina Piccardi, Elizabeth Pilon, Chor des Theaters Hagen, Ballett Hagen: Brandon Alexander, Booby Briscoe, Ana Isabel Casquilho, Gennaro Chianese, Alexandre Démont, Otylia Gony, Gonçalo Martins da Silva, Noemi Emanuela Martone, Jeong Min Kim, Amber Neumann, Sara Peña ? Philharmonisches Orchester Hagen

Weitere Vorstellungen: 24.5.(19.30 Uhr); 30.5.(18.00 Uhr); 5.6. (19.30 Uhr); 9.6. (15.00 Uhr); 14.6. (19.30 Uhr); 20.6.(18.00 Uhr); 22.6.(19.30 Uhr); 27.6. (19.30 Uhr); 7.7. (15.00 Uhr); 10.7.2019 (19.30 Uhr)

DIE STUNDE DER KRITIK
Donnerstag, 30.5.2019, im Anschluss an die Vorstellung, Theatercafé – Eintritt frei. – Zu Gast: Albrecht Thiemann (Opernwelt)

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

Hamburg, Hamburgische Staatsoper, Elektra – Roter Teppich für den Mörder, IOCO Kritik, 11.07.2016

Juli 12, 2016 by  
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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Ein roter Teppich für den Mörder 

Elektra  zündet nicht an der Hamburger Staatsoper

Von Hanns Butterhof

1973 hat August Everding, von 1973 bis 1977 Intendant der Hamburger Staatsoper, dort Richard Strauss’ und Hugo von Hofmannsthals einaktige Oper „Elektra“ inszeniert. Jetzt, in der 72. Vorstellung, wirkt das Bühnengeschehen altbacken und das Ensemble spannungsarm. Das Orchester unter Kent Nagano drängt besonders bei der Partie der Titelfigur in den Vordergrund. Das beeinträchtigt mit Elektras Seelendrama die ganze Oper.

Hamburgische Staatsoper/ Elektra © Halina Ploetz

Hamburgische Staatsoper/ Elektra © Halina Ploetz

In Everdings Inszenierung ist alles durch die Augen der Titelfigur Elektra gesehen. Die Burg von Mykene, in der ihre Mutter Klytämnestra und deren Liebhaber Aegisth vor Jahren ihren aus dem Trojanischen Krieg heimkehrenden Vater Agamemnon getötet haben, hat nichts heiter Griechisches (Bühne und Kostüme: Andreas Majewski). In permanentem Dämmerlicht führt ein halb zerfressenes doppelflügliges Holztor  in die Burg, eine Art großer Waldameisenhaufen mit ausgefransten, schwach glimmenden Fenstern. Auf einer schmalen Balustrade schleichen manchmal Diener im Lendenschurz mit Fackeln herum, und davor versuchen Dienerinnen in vergeblicher Routine, am Brunnen das Blut des Agamemnon aus einem Tuch zu waschen.

Mag da drinnen eine dekadente Spaßgesellschaft am Werk sein, die mit wilder Lust über die Angst vor der Strafe für das begangene Verbrechen hinwegtanzt:  Elektra sieht nur Verfall, Düsternis, Verrat und Angst.

 Hamburg / Staatsoper Elektra2 © Halina Ploetz

Hamburg / Staatsoper Elektra © Halina Ploetz

Die starke Elektra Linda Watsons lebt unhöfisch zerlumpt und barfuß außerhalb dieser Welt und wartet auf den Augenblick der Rache, deren Vollzug sie von ihrem in der Fremde lebenden Bruder Orest ersehnt. Wenn sie anfangs mit kraftvollem Sopran Agamemnon beschwört, liegt darin ebenso abgrundtiefe Trauer wie finstere Drohung. Als sie später um die Mitwirkung ihrer Schwester Chrysothemis bei der Tötung Klytämnestras und Aegisths wirbt, klingt sie eher herrisch als zärtlich. Ihr Fluch, als sich Chrysothemis ihr verweigert, ist authentischer. Auch der böse Triumph, mit dem sie schließlich für Aegisth das blutgetränkte Tuch wie einen roten Teppich auslegt, liegt ihr näher als ihre schmerzliche Einsicht, ihr Leben der Rache aufgeopfert und damit zerstört zu haben.

Auch die beiden anderen tragenden Frauengestalten sind deutlich mit den Augen Elektras gesehen. Im eleganten weißen Kleid erscheint Ricarda Merbeths Chrysothemis  eher leichtfertig als lebensgierig.  Mit anfangs gewöhnungsbedürftig tremolierendem Sopran fliegt sie strahlend und klar artikuliert dem „Weiberschicksal“ Mutterschaft entgegen, eine Verkörperung des Lebens als prinzipienlose Anpassungsbereitschaft, wie Elektra es verachtet.

Die mit orientalischem Turban und Klunkern geschmückte Klytämnestra begibt sich auf Krücken zu Elektra herab, um mit ihr zu sprechen. Aber als sie die falsche Nachricht vom Tod Orests erfährt und so von ihrer Angst vor dessen Rache befreit wird, kann sie die Krücken triumphierend von sich werfen. Mit angenehm fließendem Mezzo stattet Mihoko Fujimura die Klytämnestra mit Würde aus. Nur bei der scheinbar erlösenden Nachricht ist etwas von dem Gemisch aus Reue und Angst zu spüren, das sie seit dem Gattenmord um den Schlaf gebracht hat.

Auch wenn Elektra ihn nicht sogleich erkennt: als solchen männlichen Rächer müsste sie sich ihren Bruder Orest vorgestellt haben. Wilhelm Schwinghammer gibt der schmalen Rolle mit jugendlich heldischem Tenor eine eindrucksvolle Statur. Von Skrupeln bei der Tötung immerhin der eigenen Mutter ist ihm nichts anzumerken, der angetrunken heimkehrende Aegisth ( Peter Galliard) hat keine Überlebenschance.

 Hamburg / Staatsoper Management_VLNR Neumeier, Kent Nagano, Delnon © IOCO

Hamburg / Staatsoper Management v.l.n.r. Neumeier, Kent Nagano, Delnon © IOCO

Kent Nagano arbeitet mit dem Hamburgischen Staatsorchester die überhitzte Seelenhandlung mit dramatisch schreienden Dissonanzen, aber auch lyrisch sinnlichem Wohlklang äußerst differenziert heraus. Aber er behandelt dabei „Elektra“ mehr wie eine Symphonie, zu der es auch eine Bühnenhandlung gibt. Entsprechend wirkt die davon besonders betroffene Linda Watson in ihrer kräftezehrenden Partie seltsam gehemmt, als hätte sie die emotionale Entfaltung ihrer Figur an das Orchester abgetreten; das überdeckt sie zeitweise, statt sie zu tragen. Das tut der Architektur der Oper nicht gut und schwächt ihre dramatische Wucht entscheidend. Trotzdem gab es viele Bravos vor allem für Linda Watson und das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter Kent Nagano.

Bei aller Sinnigkeit des Everdingschen Regiekonzepts wirkt die Aufführung insgesamt traditionspflegerisch, die Inszenierung in nahezu allen Teilen überholt, und wird vor allem der Aktualität der Elektra-Figur als einer Fundamental-Oppositionellen in einer dekadenten Welt nicht gerecht .IOCO / Hanns Butterhof / 08.07.2016

—| IOCO Kritik Staatsoper Hamburg |—

 

 

Essen, Aalto Musiktheater, Premiere IDOMENEO, RE DI CRETA, 29.11.2014

Oktober 27, 2014 by  
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Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Premiere:

Idomeneo, Rè di Creta von Wolfgang Amadeus Mozart

Dichtung von Giambattista Varesco In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere 29. November 2014 Weitere Vorstellungen:
Sa 29. 11. 2014 19:00 Uhr, Di 02. 12. 2014 19:30 Uhr, Do 04. 12. 2014 19:30 Uhr, Sa 06. 12. 2014 19:00 Uhr, Mi 10. 12. 2014 19:30 Uhr, Fr 12. 12. 2014 19:30 Uhr
So 14. 12. 2014 16:30 Uhr, Sa 20. 12. 2014 19:00 Uhr, So 11. 01. 2015 18:00 Uhr, Do 15. 01. 2015 19:30 Uhr, Mi 21. 01. 2015 19:30 Uhr

Mozart-Haus Wien © IOCO

Mozart-Haus Wien © IOCO

Mozarts große Choroper Idomeneo gleitet aus der barocken Tradition der Affektdarstellung hinaus in die bewegte Welt der virtuosen Klassik: Der kretische Titelheld sieht sich nach seiner Heimkehr aus dem trojanischen Krieg gezwungen, seinen Sohn dem Meeresgott zu opfern, und so behandelt das Werk musikalisch eindringlich das gespannte Verhältnis von Menschen, Göttern und Natur. Während Don Giovanni oder gar Die Zauberflöte fester Bestandteil des Repertoires sind, ist eine Aufführung des “Idomeneo” immer etwas Außergewöhnliches – im Aalto-Theater stand das 1781 uraufgeführte Werk noch nie auf dem Spielplan, dabei ist dieses dramma per musica musikgeschichtlich von großer Bedeutung. Mozarts Vater Leopold hat den Entstehungsprozess des “Idomeneo” eng begleitet und ermahnte seinen Sohn: “Ich empfehle Dir bei Deiner Arbeit nicht einzig und allein für das musikalische, sondern auch für das unmusikalische Publikum zu denken – Du weißt, es sind 100 Unwissende gegen zehn wahre Kenner – vergiss also das so genannte Populare nicht, das auch die langen Ohren kitzelt!” Mit seiner Oper Idomeneo ist es dem Mittzwanziger
Wolfgang Amadeus Mozart dann gelungen, einen organisch lebendigen Musik- und Erzählkörper ins Gewand der opera seria zu kleiden, der in seiner relevanten Schönheit ebenso die langen wie kurzen Ohren kitzelt. Und in der Regiearbeit von Francisco Negrin und Tobias Hoheisel werden auch die Augen und deren Verbindung zu Hirn und Herz gefordert, da die Meereskatastrophe zu Beginn der Oper über die Jahrhunderte an Relevanz nur gewonnen hat und damit eine ebenso moderne wie allgemeingültige Lesart erlaubt.

Musikalische Leitung Tomás Netopil, Inszenierung Francisco Negrin
Ausstattung Tobias Hoheisel, Video Juan Rodón
Dramaturgie Alexander Meier-Dörzenbach
Choreinstudierung Alexander Eberle

BESETZUNG:
Idomeneo: Eric Cutler, Idamantes: Michaela Selinger
Elektra: Simona Saturova, Ilia: Julia Kleiter
Arbaces: Michael Smallwood
Der Oberpriester des Poseidon: Albrecht Kludszuweit
Die Stimme des Orakels: Baurzhan Anderzhanov

Weitere Vorstellungen:
Sa 29. 11. 2014 19:00 Uhr, Di 02. 12. 2014 19:30 Uhr
Do 04. 12. 2014 19:30 Uhr, Sa 06. 12. 2014 19:00 Uhr
Mi 10. 12. 2014 19:30 Uhr, Fr 12. 12. 2014 19:30 Uhr
So 14. 12. 2014 16:30 Uhr, Sa 20. 12. 2014 19:00 Uhr
So 11. 01. 2015 18:00 Uhr, Do 15. 01. 2015 19:30 Uhr
Mi 21. 01. 2015 19:30 Uhr

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