Wien, Volksoper Wien, Axel an der Himmelstür – Ralph Benatzky, IOCO Kritik, 13.10.2016

Oktober 15, 2016 by  
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Volksoper Wien

 Axel an der Himmelstür war die 77. Operette von Vielkomponist Ralph Benatzky. Die musikalische Satire auf Hollywood hatte ihre Uraufführung vor achtzig Jahren, 1936 im Theater an der Wien. Schöpfer Ralph Benatzky (1884 – 1957) war mit zahlreichen Revuen, Operetten, Filmmusiken und Parodien in München, Berlin und Wien erfolgreich und populär. Seine Chansonbücher und Schellackplatten verkauften sich gut. Doch  auch Benatzky war Getriebener seiner Zeit…….

Volksoper Wien © IOCO

Volksoper Wien © IOCO

Axel an der Himmelstür  –  Ralph Benatzky

– Hollywoods Traumwelt als skurriles Boulevardmärchen –

Axel an der Himmelstür war die 77. Operette von Vielkomponist Ralph Benatzky. Das „musikalische Lustspiel“, eine Satire auf Hollywoods Filmwelt,  hatte seine Uraufführung vor achtzig Jahren, 1936 im Theater an der Wien. Schöpfer Ralph Benatzky (1884 – 1957) war mit zahlreichen Revuen, Operetten, Filmmusiken und Parodien in München, Berlin und Wien erfolgreich und populär. Seine Chansonbücher und Schellackplatten verkauften sich gut. Doch  auch Benatzky war Getriebener seiner Zeit: Er erhielt Aufforderungen zum Arier-Nachweis, das „Weiße Rössl“ war seit 1933 verboten. „Hakenkreuzlerisches Leben unter provinzlerisch gackernden Urgermanen mit Wampe und Nackenspeck“, so Benatzky, zwangen ihn 1938 in die USA auszuwandern.


Axel an der Himmelstür – Ralph Benatzky
Youtube Trailer der Volksoper Wien
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1948 kehrte er nach Europa, in die Schweiz, zurück. Doch die meisten seiner Werke, wie Der König mit dem Regenschirm, Liebe im Schnee, Der reichste Mann der Welt, sind vergessen. Nun belebt die Volksoper Wien dem grandiosen Boulevardmärchen das reiche Schaffen Ralph Benatzkys wieder.

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Gloria Mills und Axel © Barbara Pallfy / Volksoper

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür – Gloria Mills und Axel © Barbara Pallfy / Volksoper

Axel an der Himmelstür hat eine auffällige wie zwiespältige Beziehung zu Wien: Im September 1936 mit kolossalem Erfolg dort uraufgeführt, im Dezmeber 1936  fand bereits die 100. Vorstellung statt. Die Musik war voll charmanter, musikalisch-parodistischer Anspielungen zwischen Gstanzln und Jodlern, Foxtrott, Tango, Blues und Wiener Walzern.  Komponist Benatzky lebte sich in parodistischer Musik über die Traumwelt von Hollywood, über das neue Phänomen „Filmstar“ aus. Textautor und Schauspieler Paul Morgan hatte in Hollywood reale Film-Erfahrungen gesammelt. Zarah Leander, heroische Kontra-Altistin mit tizianroter Haarkrone, startete mit diesem „Lustspiel“  ihre internationale Karriere; ihr tiefes Dekolleté verlockte Wiener zu dem Schmähspruch: „Man sehe bei Zarah Leander von der Axel bis zur Himmelstür“. Doch der Traum von Hollywood währte in Wien nur kurz: Paul Morgan (geboren als Georg Paul Morgenstern) wurde im Dezember 1938 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet, Benatzky floh 1938 in die USA, Zarah Leander begann ihre große Karriere für die Ufa im deutschen Reich. Der Plot des Stückes: Inmitten der skurrilen Filmwelt Hollywoods kämpft der arme aber einfallsreiche Klatschreporter Alex Swift um ein Interview mit der unnahbaren Filmdiva Gloria Mills um selbst berühmt zu werden.

Volksoper Wien / Axel und Hollywood Harmonists © Barbara Pallfy / Volksoper

Volksoper Wien / Axel und Hollywood Harmonists © Barbara Pallfy / Volksoper

Die Volksoper Wien zeigte Mut mit der Wiederbelebung von Axel an der Himmelstür.   Regisseur Peter Lund und Arrangeur Kai Tietje veränderten den 30er Jahre Axel  erheblich: Chor- und Ballettszenen wurden gekürzt; ein Buffopaar, der Friseur Theoder den es nach Hollywood verschlug und Jessie Leyland bringen Wienerisches; ein Filmproduzent und ein Kriminalinspektor produzieren Schräges; Benatzky Musik aus anderen Stücken, Yes, Sir; Das kleine Café, In Holly-Holly-Hollywood, bringen Charme und Schwung. Lieder und Dialoge (Choreographie Andrea Heil) wurden neu arrangiert. Die Hollywood Harmonists schaffen  mit kleinem Orchester der Volksoper  (Dirigent Lorenz C. Aichner)  Wiener Walzerklänge wie satten Jazz oder Swing. Dazu machen Mikroports pointenreiche deutsche Texte (englische Übertitel)  gut verständlich. Mitreißende Projektionen und Strichzeichnungen (Video Andreas Invancsics) auf der riesigen „Bühnenleinwand“ über Hollywoods Stars und Sternchen, Slapsticks  und Gags „untermalen“ das Geschehen auf der Bühne. Projektionen, Kostüme (Doria Kornysheva) und Bühnenbild ist Schwarzweiß gehalten; Texttafeln (Aaaaaaah…) der Stummfilmzeit. Ehemalige tiefe Zarah Leander Melodien wurden „aus dem Keller geholt“.

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür - Ensemble © IOCO

Volksoper Wien / Axel an der Himmelstür – Ensemble © IOCO

Das erste Bühnenbild als Hintergrund zeigt Plakate mit großen Filme der Scott Film Production und deren Diva Gloria Mills: Hands in Bondage, Girl from 10´ Avenue,  The blue Angel. Als  „Once upon a time in Hollywood“ wird die kommende Handlung angekündigt, in der der brotlose Journalist Axel Stiftelmeier (Andreas Bieber) unbedingt eine Story, ein Interview mit Gloria Mills (Julia Koci) um selbst berühmt zu werden. Er legt sich den Künstlernamen Axel Swift zu: „Den Namen Mark Twain habe ich auch erwogen. Stiftelmeier ist verstorben, keiner macht Karriere mit dem Namen Stiftelmeier“. Er schleicht sich in das Büro der Scott Film Production wo Freundin Jessie (Juliette Kalil) als Sekretärin arbeitet und wird dort Zeuge eines Wutausbruchs der Diva Gloria Mills „Wahre Schönheit macht einsam. Ich bin einsam“. Axel läßt sich von seinem wienernden Maskenbildner-Freund Theoder (Boris Eder) „Ich bleibe beim Krautfleisch; Dort wo die Donau fließt, wo Schubert lebt im ersten Stock“) zum Greis maskieren und wirft sich vor Gloria Mills Auto. So nimmt die Hollywood Story ihren frohsinnig burlesken Lauf, spleenig angereichert durch den Diebstahl eines legendären Mills-Fairbanks-Diamanten und den zwielichtigen Mills-Liebhaber Prinz Tino Taciano (Maximilian Klakow). Zum Ende erscheint tatsächlich ein Interview; doch Axel hatte es garnicht geschrieben…

Axel an der Himmelstür wurde durch Peter Lund, Kai Tietje und ihr Team mit neuen Arrangements, Texten, Melodien und grenzenlosem Pointen-reichtum zu einer grandiosen musikalischen Burleske der Jetztzeit geformt, und behielt doch immer schrägen Humor und den Geist Ralph Benatzkys. Das Publikum an der Währinger Strasse feierte den „neuen Axel, den neuen Benatzky“ bis der Vorhang fiel. IOCO / Viktor Jarosch / 12.10.2016

Axel an der Himmelstür  in der Volksoper Wien – Weitere Vorstellungen 14., 17., 20., 24. Oktober 2016,  15., 27. Dezember 2016, 5. Jänner 2017

—| IOCO Kritik Volksoper Wien |—

Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Premiere – Die Zirkusprinzessin, IOCO Kritik, 08.11.2014

November 10, 2014 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Tänzerinnen und Tänzer, Zirkuskapelle © Hans Jörg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Tänzerinnen und Tänzer, Zirkuskapelle © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Premiere am 08.11.2014

Die Zirkusprinzessin von  Emmerich Kálmán

Es muss nicht immer Léhar sein und hast du keinen Strauß im Haus, so hol getrost `nen Kálmán raus“. Recht hat er, der unbekannte Reimer dieser Zeilen. Der Melodiker Kálmán verstand sein Metier. Rund zwei Dutzend Operetten belegen das “ohrenfällig“. Eine seiner erfolgreichsten Operetten ist seine 1926 uraufgeführte “Zirkusprinzessin“.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Ensemble © Hans Jörg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Ensemble © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Die Deutsche Oper am Rhein konnte mit ihrer Neuinszenierung nun den Erfolg weiter festigen. Die Premiere im Duisburger Haus wurde stürmisch gefeiert. Die Inszenierung ist eine Koproduktion mit dem Münchner Gärtnerplatz-Theater, lief dort schon erfolgreich und kam nun nach Duisburg an den Rhein.

Die Inszenierung von Josef E. Köpplinger hat Schwung und Atmosphäre und der Einfallsreichtum ist enorm, wenngleich er seine Detailverliebtheit manchmal zu sehr ausgekostet. Die Dialoge sind sehr ausgedehnt. So wurde es zwar ein langer, aber nie langweiliger Abend.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Boris Eder (Toni Schlumberger), Susanne Grosssteiner (Miss Mabel Gibson), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Köpplingers Personenführung war perfekt. Es war immer Aktion auf der Bühne, denn Solisten, Chor, eine Tanztruppe in Kostümen der Commedia del l`Arte   (welche schon vor der Vorstellung durchs Haus geisterte) und Statisterie wollten sinnvoll beschäftigt sein.

Großen Anteil an dieser atmosphärischen Produktion hatte die märchenhafte Manegen-Ausstattung von Rainer Sinell, die das Auge erfreute und glänzend bespielbar war. Alle Schauplätze der Handlung ließen sich darin unterbringen, das Foyer des Zirkus Stanislawsky in St.Petersburg, das dortige Prinzenpalais und auch die Wiener Hotelhalle.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Boris Eder (Toni Schlumberger), Susanne Grosssteiner (Miss Mabel Gibson), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Boris Eder (Toni Schlumberger), Susanne Grosssteiner (Miss Mabel Gibson), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Ein weiterer Augenschmaus waren die prächtigen Kostüme, die Marie-Luise Walek mit Phantasie und stilistischer Sicherheit kreiert hatte.

Und last, but not least, war die musikalische Komponente ebenso stimmig wie die szenische.

Der Dirigent Wolfram Koloseus zauberte mit den passioniert spielenden Duisburger Philharmonikern die schmelzenden Klänge, den ins Blut gehenden Rhythmus, kurzum das ganze Spektrum melodischer Operetten-Seligkeit aus dem Graben.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Auch bei den sich sehr spielfreudig zeigenden Sängern war Wohlklang angesagt. Romana Noack war nicht nur optisch eine attraktive, vollendete Diva, sondern konnte auch gesanglich mit ihrem warmen, gut klingenden Sopran  voll überzeugen.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Ensemble © Hans Jörg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Ensemble © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Carsten Süss in der Rolle des Mister X konnte mit elegantem Auftreten, wie auch mit wohl tönender Tenorstimme aufwarten. Bei seiner Arie “Zwei Märchenaugen“ schmolz das Publikum dahin. In diesem Lied zeigt Kálmán seine ganze Meisterschaft im effektvollen Aufbau wie auch in der musikalischen Gestaltung.

Temperamentvoll agierte Wolfgang Schmidt als Prinz. Einfach rührend waren Gisela Ehrensperger und Franz Wyzner als altes Zirkusdirektoren-Ehepaar. Sehr schön sang Susanne Grosssteiner die Mabel und war auch darstellerisch sehr agil, wie auch der sie anbetende Toni Schlumberger durch Boris Eder.

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin Wolfgang Schmidt (Prinz Sergius Wladimir), Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Chor, Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin Wolfgang Schmidt (Prinz Sergius Wladimir), Carsten Süss (Mister X), Romana Noack (Fürstin Fedora Palinska), Chor, Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Carsten Süss (Mister X), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Carsten Süss (Mister X), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Boris Eder (Toni Schlumberger), Susanne Grosssteiner (Miss Mabel Gibson), Franz Wyzner (Zirkusdirektor Stanislawsky), Gisela Ehrensperger (Wanja), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Die Zirkusprinzessin / Boris Eder (Toni Schlumberger), Susanne Grosssteiner (Miss Mabel Gibson), Franz Wyzner (Zirkusdirektor Stanislawsky), Gisela Ehrensperger (Wanja), Tänzerinnen und Tänzer © Hans Jörg Michel – www.foto-drama.de

Schlumbergers Mutter, die Hotelbesitzerin wurde von Sigrid Hauser temperamentvoll gestaltet. Eine prächtige Type war Wolfgang Reinbacher als Oberkellner Pelikan. Optimal besetzt waren die vielen kleinen Rollen. Insgesamt gesehen war es eine ganz außerordentliche Ensembleleistung. Das Publikum im nahezu ausverkauften Haus zeigte sich davon angetan und feierte alle mit herzlichem Beifall.

IOCO / UGK / 08.11.2014

—| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Duisburg |—

Düsseldorf, Tonhalle Düsseldorf, Bach Collegium München, IOCO Kritik, 06.11.2014

November 6, 2014 by  
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Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Johann Sebastian Bach: Barock Konzerte für 1, 2, 3, 4 Klaviere

Das Bach Collegium München kennt sich aus mit Bach. Schon 1973  von Studenten der Münchener Hochschule gegründet. Das Repertoire des Bach Collegium München reicht jedoch weit über die Werke Johann Sebastian Bach hinaus: Monteverdi, Händel, Werke der Ronantik bis hin zu zeitgenössischen Komponisten umfassen das Repertoire. Als Kulturbotschafter für Bayern und München gastiert das Bach Collegium weltweit, von Argentinien, über China, Russland.  Die Wiener Klassik gehört ebenso zu den Spezialgebieten des Bach Collegium München wie Barock-Musik.

Tonhalle Düsseldorf / Bach Collegium in der Tonhalle © IOCO

Tonhalle Düsseldorf / Bach Collegium in der Tonhalle © IOCO

Am 4.11.2014 gastierte das Bach Collegium mit ungewöhnlichem Programm in der Tonhalle Düsseldorf: Nicht Passacaglia, Fugen oder Kantaten von Bach zierten das Programm sondern dagegen fast profan anmutende Unterhaltungsmusik des Barock. Der Cembalovirtuose Bach hatte einige seiner ursprünglich für Geige, Oboe oder Flöte komponierten Stücke auf Klavier umgeschrieben, mutmaßlich um damit zu festlichen Konzerten an Fürstenhäusern  Auskommen und Ruf zu polieren. Diese Klavierkonzerte  verwöhnten am 4.11.2014  das Publikum der Düsseldorfer Tonhalle:  Wohltuend „leichte Bach-Kost“.

Das Bach Collegium geleitet von Florian Sonnleitner, Violine, mit  Simone Dinnerstein, Klavier, Ragna Schirmer, Klavier, Matthias Kirschnereit, Klavier, Andrea Lucchesini, Klavier spielten die Klavierkonzerte g-Moll BWV 1058, A-Dur BWV 1055,  f-moll BWV 1056, für zwei Klaviere C-Dur BWV 1061, für drei Klaviere d-moll BWV 1063 und  für vier Klaviere a-moll BWV 1065.

Die angenehm temperierte Klaviermusik mit Streicherbegleitung führte ein gut gelauntes wie entspanntes Publikum durch den Abend. Und man spürte, Bach forscht nicht immer nur in der Seele Tiefen. Bach „konnte auch Pop-Musik“, selbst kopieren konnte Bach. Denn das letzte Konzert des Abends, das eher optisch spektakuläre Konzert für vier Klaviere und Streicher a-moll BWV 1065  (Bild), war bei Antonio Vivaldi abgeschrieben.

Unterhaltsame Barockmusik, wunderbare Pianisten und Streicher und das spektakuläre Ambiente einer von Klavieren überfüllten Bühne gewann auch das Publikum der Tonhalle. Selten für Bach Konzerte: Das Publikum dankte dem Münchner Bach Collegium nicht  puritanisch sondern mit prallem Beifall und  viel fröhlichem Lächeln.

IOCO / Viktor Jarosch / 06.11.2014

—| IOCO Kritik Tonhalle Düsseldorf |—

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Wiederaufnahme: AIDA, 08.11.2014

November 4, 2014 by  
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Staatstheater am Gärtnerplatz München

Staatstheater am Gärtnerplatz © Bernd Eberle

Staatstheater am Gärtnerplatz © Bernd Eberle

Wiederaufnahme 8. November 2014 im Prinzregententheater:

AIDA  von Giuseppe Verdi

Libretto von Antonio Ghislanzoni

Alle Vorstellungen:  Samstag 8. November 2014 19.30 Uhr, Montag 10. November 2014 19.30 Uhr, Mittwoch 12. November 2014 19.30 Uhr

Der ägyptische Feldherr Radamès hat alles, was man sich nur wünschen kann: Erfolg im Kampf gegen die Äthiopier und die Liebe einer schönen Frau – die äthiopische Sklavin Aida ist ihm in heimlicher Leidenschaft verbunden, obgleich sie das in einen tiefen Zwiespalt zwischen den Forderungen ihres Herzens und den Verpflichtungen gegenüber ihrem Heimatland stürzt. Auch Pharaonentochter Amneris hat es auf den attraktiven Heerführer abgesehen und lässt nichts unversucht, um Radamès für sich zu gewinnen. Alle drei finden sich in einem tödlichen Strudel aus politischem Kalkül, Eifersucht und Intrigen wieder, noch bevor das Geheimnis um Aidas wahre Herkunft gelüftet wird!

Staatstheater am Gärtnerplatz / Aida - Sae Kyung Rim als Aida, Francesco Landolfi als Amonasro, Sergii Magera als Ramphis, Gaston Rivero als Radamès, Holger Ohlmann als König von Ägypten, Monika Bohinec als Amneris, Elaine Ortiz Arandes als Thermouthis, Chor, Statisterie © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Aida – Sae Kyung Rim als Aida, Francesco Landolfi als Amonasro, Sergii Magera als Ramphis, Gaston Rivero als Radamès, Holger Ohlmann als König von Ägypten, Monika Bohinec als Amneris, Elaine Ortiz Arandes als Thermouthis, Chor, Statisterie © Christian POGO Zach

Giuseppe Verdi war zunächst wenig begeistert über den Auftrag des ägyptischen Vizekönigs Ismael Pascha, eine Oper in ausschließlich ägyptischem Stil für das neuerrichtete Opernhaus in Kairo zu komponieren. Die Aussicht auf völlige kompositorische Freiheit sowie das stolze Honorar von 150.000 Goldfranken konnten ihn schließlich mit der Aufgabe versöhnen, und es entstand eine Oper, die auf meisterhafte Weise prunkvolle Massenszenen im Stile der französischen Grand Opéra mit anrührenden Szenen einer so dramatischen wie intimen Liebestragödie verbindet. Die Uraufführung am 24. Dezember 1871 in Kairo wurde ein triumphaler Erfolg, der Aida bis heute treu geblieben ist. In seinem Regie-Debüt am Gärtnerplatztheater zeichnet Torsten Fischer das immer aktuelle Portrait einer großen Liebe, die ihre Erfüllung in einem totalitären Regime nur durch den Tod finden kann.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Aida - Sae Kyung Rim als Aida, Francesco Landolfi als Amonasro, Chor, Statisterie © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Aida – Sae Kyung Rim als Aida, Francesco Landolfi als Amonasro, Chor, Statisterie © Christian POGO Zach

Musikalische Leitung Michael Brandstätter, Regie Torsten Fischer
Bühne und Kostüme Herbert Schäfer, Vasilis Triantafillopoulos
Dramaturgie Daniel C. Schindler

BESETZUNG:
Der König von Ägypten: Holger Ohlmann, Amneris, seine Tochter: Monika Bohinec
Amonasro, König von Äthiopien: Alexey Dedov, Aida, seine Tochter: Sae Kyung Rim
Radamès, Hauptmann der Wachen: Gaston Rivero, Ramphis, Oberhaupt der Priester: Sergii Magera, Thermouthis, eine Priesterin: Elaine Ortiz Arandes
Ein Bote: Stefan Thomas

Chor, Extrachor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Vorstellungen:  Sa. 8. November 2014 19.30 Uhr, Mo. 10. November 2014 19.30 Uhr
Mi. 12. November 2014 19.30 Uhr

—| Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz |—

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