Annaberg-Buchholz, Eduard von Winterstein Theater, Die Spielzeit 2019/20, 21.09.2019

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Eduard von Winterstein Theater

Eduard von Winterstein Theater / Der Bettelstudent © Christian-Dageförde

Eduard von Winterstein Theater / Der Bettelstudent © Christian-Dageförde

Eduard-von-Winterstein- Theater  –  Annaberg-Buchholz

Die 127. Spielzeit beginnt am 21. September 2019

Es ist die 127. Spielzeit, die am 21. September im Eduard-von- Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz mit einem großen Fest rings ums Theater beginnt. Zehn Premieren auf der Hauptbühne, zehn Philharmonische Konzerte, glanzvolle Ballabende, genauso wie Kirchenkonzerte und Lesungen, ein breites Angebot im Kinderund Jugendtheater, wie zum Beispiel Theater im Klassenzimmer, Schultheatertage und Schülerkonzerte, Poetry Slam, Einführungen und Publikumsgespräche, eine „lange nacht des gegenwartstheaters“ zum Thema Fußball, ein abwechslungsreiches Programm auf der Studiobühne, Klassik am Nachmittag – dies alles und mehr bietet das Programm des Theaters für den Winter und das Frühjahr 2019/2020.

Zu den Highlights der neuen Saison gehören neben der englischen Komödie, Wird schon schiefgehen, dem Musical Cinderella von Thomas Pigor, das nicht nur einen Ohrwurm zu bieten hat, neben Gaëtano Donizettis Komischer Oper Der Liebestrank und Tschechows Klassiker Der Kirschgarten, sicher auch das Kult- Rock-Musical von Richard O’Brien The Rocky Horror Show, das landauf landab gespielt wird und dessen Fangemeinde ständig größer wird. Das traditionelle Weihnachtsmärchen auf der großen
Bühne, ist in diesem Jahr „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ von Michael Ende, Emmerich Kálmáns Operetten- Klassiker Die Csárdásfürstin und das Schauspiel Sechs Tanzstunden in sechs Wochen von Richard Alfieri vervollständigen
das Programm auf der Hauptbühne. Auch auf der Studiobühne wird es eine Neuinszenierung geben, nämlich das Musical für eine Darstellerin von Georg Kreisler Heute Abend: Lola Blau. Franz Kafkas Ein Bericht für eine Akademie wird ab November als frisch inszeniertes Klassenzimmerstück auf Tour durch die Schulen des Erzgebirgskreises gehen.

Eduard von Winterstein Theater / Nathan der Waiset © Dirk-Rückschloss

Eduard von Winterstein Theater / Nathan der Waiset © Dirk-Rückschloss

Und: Intendant Ingolf Huhn, der sich als Ausgräber von einst populären und mittlerweile zu Unrecht vergessenen Opern schon seit zwei Jahrzehnten einen Namen macht, bleibt sich treu und bringt nach mehr als einem halben Jahrhundert, die Komische Oper von Joseph Haas Die Hochzeit des Jobs zum ersten Mal seit 60 Jahren zurück auf eine Theaterbühne. Ab dem Frühjahr 2020 wird das Eduard-von-Winterstein-Theater dann das einzige Theater sein, in dem dieses charmante Stück zu sehen ist.

—| Pressemeldung Eduard von Winterstein Theater |—

München, Theater am Gärtnerplatz, Drei Männer im Schnee – Revueoperette, IOCO Kritik, 12.02.2019


Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater © Christian POGO Zach

Drei Männer im Schnee – Pigor, Eichhorn, Israel, Koselleck

Revueoperette nach Erich Kästner

von Daniela Zimmermann

Josef E. Köpplinger, Intendant des Gärtnerplatztheaters, gab 2016 Thomas Pigor, erfolgreicher Chansonnier, Komponist und Texter Thomas Pigor den Auftrag, nach Erich Kästners 1934 erschienenen Erfolgsroman  Drei Männer im Schnee eine Revueoperette zu komponieren. Das so oft verkaufte Buch wurde  bereits fünf Mal verfilmt; eine  Revueoperette gab es jedoch bisher  nicht.

Thomas Pigor entwickelte das burlesk schnurrige Libretto voller Verwechslungen und Missverständnissen; die Revuemusik dazu komponierte Pigor gemeinsam mit Benedikt Eichhorn, Pianist Christoph Israel und Jazzspezialist Konrad Koselleck, der auch die Orchestrierung gestaltete. Eine zauberhafte Revueoperette entstand;  voller Wortwitz, amüsant, unterhaltsam; und alles passiert mitten im Schnee.

Drei Männer im Schnee   –  Thomas Pigor nach Erich Kästner
youtube Video des Gärtnerplatztheaters
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Die Vielseitigkeit der Komponisten spiegelt sich in der schmissigen Revue-Operette: Tango, aber auch Jazz, Schlager aus den Filmen, das Wienerlied und Alpenfolklore. Wir hören die Zither zur Folklore, das Saxofon zum Swing. Das Orchester dirigiert Andreas Kowalewitz.

Josef E. Köpplinger inszenierte Drei Männer im Schnee nostalgisch, der Zeit angepasst, in die es gehörte, 1932. Die Handlung  wandelt sich schnell in  aufwendig gestalteten Bühnenbildern (Rainer Sinell, Kostüme Dagmar Morell) und humorigen Tanz- und Skiszenen.

Alles beginnt  im Berliner Großkonzern des Herrn Tobler. Die Tobler Werke feiern Weihnachten. Ein Kinderchor singt betriebseigene Weihnachtslieder und die Sieger eines Preisausschreibens der Tobler Werke werden bekannt gegeben. Gewinner ist der junge, arbeitslose Dr. Fritz Hagedorn. 1.Preis: Eine  Woche Grandhotel Bruckbeuren, inclusive großem Sylvesterball.  2. Preis geht an Herrn Schulze, postlagernd. Herr Schulze ist in Wahrheit Herr Tobler, der gern – anonym reisend – mal die Welt aus einer anderen Sicht kennen lernen möchte. Claudia Kunkel, Hausdame und Geliebte von Herrn Schulze, besorgt um ihren Chef, informiert das Hotel, dass ein Millionär inkognito anreisen würde und bittet um entsprechende Behandlung. Mit dieser Ankündigung wird ein schrilles  Verwechslungsspiel eingeleitet.

Gärtnerplatztheater / Drei Männer im Schnee - hier : Ensemble © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater / Drei Männer im Schnee – hier : Ensemble © Christian POGO Zach

Exklusiv, dass Tiroler GRAND HOTEL unterhalb des Wendelsteins, mit dem schönen Alpenpanorama. Erwin Windegger ist der Konzernchef Tobler alias Herr Schulze. Herr Schulze und sein mitreisender Kammerdiener, Johann Kesselhut  (Alexander Frantzen) spielt den wohlhabenden Gast. Dr. Fritz Hagedorn (Armin Kahl) wird für den angekündigten Millionär gehalten und luxuriös untergebracht, während Herr Schulze sich mit einer kleinen Kammer plus Dienstleistungen im Hotel zufriedengeben muss. Diese 3 Männer haben viel Spaß im Schnee, genießen ihren Aufenthalt, helfen dem armen Schulze bei der zu erledigen Arbeit und werden richtige Freunde.

Zum Schneevergnügen der Inszenierung gehört auch das Klappern der Skier im Schnee, ein Skisteppballett, mit besonders liebenswerter Choreografie von Adam Cooper, ein Schneemann und natürlich der Skilehrer Toni (Peter Neustifter). Hausdame und Toblers Tochter Hilde (Julia Klotz), stets besorgt um Toblers Wohlergehen, reisen unerwartet an, pünktlich zur Silvesternacht 1932, wo  es gerade hoch und wild zugeht.

Auch die Nazis feiern lebhaft mit, so auch einige SA Braunhemden und ein SS Standartenführer; aber nicht lange, sie  verschwinden bald. 1932/33, das ist  die Nazizeit und so darf auch der Tod auf die Bühne, wohlwissend, was da kommen wird. Die Lebedame, Frau Calabre, (Sigrid Hauser), mit feurigen roten Haaren höchst  verführerisch, gehört  zum Hotel und umschwärmt beständig aber letztlich erfolglos wunderbar singend und spielend den angeblichen Millionär Dr. Hagedorn.

Gärtnerplatztheater / Drei Männer im Schnee - hier : Christian Schleinzer als Liftboy, Florine Schnitzel, Katharina Wollmann © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater / Drei Männer im Schnee – hier : Christian Schleinzer als Liftboy, Florine Schnitzel, Katharina Wollmann © Christian POGO Zach

Der Wendelstein ruft auch Tochter Hilde und Dr. Hagedorn: Siewollen auch mit der Gondel zur Bergspitze. Die fantastische Gondel ist ein Faraday’scher Käfig. Ein Blitzgewitter fängt Hilde und Dr. Hagedorn in diese Gondel ein und führt sie, von  einer gemeinsamen Zukunft  bis hin ins Jahr 1943 träumend, zueinander. Julia Klotz (Hilde) und Armin Kahl (Dr. Hagedorn) haben hier große Szenen und singen schmelzend den bekannten Schlager  „fragen wir den Wolkenstein.“ Von einer gemeinsamen Zukunft am Nollendorfplatz träumt dagegen das Schwulenpärchen, Toblers Butler und der Skilehrer Toni.

Hilde ist eine tüchtige Geschäftsfrau. Sie hat einen großen Deal mit den Emir vonBahrain eingefädelt. Der Emir kommt zum Geschäftsabschluss begleitet von vier Frauen. Dr. Hagedorn erhält die lang ersehnte Anstellung bei den Tobler Werken, plus Hildes Herz. Frau Calabre erblondet, passend zum Zeitgeist.

Das Publikum war begeistert von den Komponisten wie dem Ensemble; entsprechend fiel der Beifall aus. Die  humorvolle wie üppige Inszenierung voller Charme, Revue und Witz fing die Herzen der Besucher im ausverkauften Haus ein, welches mit lebhaften Beifall dankte.

Drei Männer im Schnee am Gärtnerplatztheater; die folgenden Vorstellungen 28.2.; 3.3.; 6.3.; 7.3.; 10.3.2019

—| IOCO Kritik Staatstheater am Gärtnerplatz |—

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