Osnabrück, Theater am Domhof, Wilhelm Tell – Friedrich Schiller, IOCO Kritik, 25.09.2018

September 25, 2018 by  
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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Wilhelm Tell  –  Friedrich Schiller

– Absage an jede rückwärts gewandte Revolution –

Von Hanns Butterhof

Friedrich Schillers Revolutionsdrama Wilhelm Tell von 1804 ist heute wieder brandaktuell. Deutlich stellt es vor Augen, wann und aus welchen Gründen eine Revolution legitim ist. Und es entwirft die Utopie der Gesellschaft, zu der dieser Aufstand führen soll. Zum Auftakt der Spielzeit hat Robert Teufel das Stück in Osnabrücks Großem Haus, dem Theater am Domhof, als kargen Bilderbogen inszeniert.

Kein still ruhender See, keine verschneiten schweizer Gipfel. Vielmehr vermittelt ein gemauerter Rahmen um die Bühne von Friederike Meisel den Eindruck von Enge, irgendwo und irgendwann. Die kurzen Szenen, zu denen Regisseur Robert Teufel den ausufernden Text eingestrichen hat, spielen hauptsächlich an der Rampe innerhalb des Rahmens.

Theater am Domhof Osnabrück /  Wilhelm Tell - von Friedrich Schiller  - hier : Tell distanziert sich von den Rebellen; v.l.: Andreas Möckel, Thomas Kienast, Philippe Thelen, Mick Riesbeck, Matthias Unruh © Kerstin Schomburg

Theater am Domhof Osnabrück /  Wilhelm Tell – von Friedrich Schiller  – hier : Tell distanziert sich von den Rebellen; v.l.: Andreas Möckel, Thomas Kienast, Philippe Thelen, Mick Riesbeck, Matthias Unruh © Kerstin Schomburg

Seltsam reglos wird dort von ungeheuerlichen Übergriffen der Obrigkeit berichtet, nahezu stocksteif planen in Tracht gewandete besorgte Bürger (Kostüme: Rebekka Zimlich) den Aufstand. Die Schauspieler stehen dazu meist nebeneinander, wenden sich beim Reden kaum einander zu. In den von elektronischem Donnergrollen und Dunkelheit von einander getrennten Szenen sprechen sie meist direkt ins Publikum als dem unmittelbar betroffenen Adressaten. Das treibt dem Stück das szenische Leben weitgehend aus; noch nie hat das Osnabrücker Ensemble so deutlich artikuliert und so hölzern gespielt.

Eine Ausnahme machen Andreas Möckel als Tell und Oliver Meskendahl als dessen Gegenspieler, Landvogt Hermann Gessler. Möckel zeichnet den in Lederhose und Felljacke gekleideten Tell überzeugend als in sich ruhenden Individualisten, der alles andere als ein Revoluzzer ist. Er wird erst durch das von Meskendahl schaurig schön gezeigte Übermaß an zynischer Unmenschlichkeit zum Mörder des in Stiefeln und im schwarzen Uniform-Mantel auftretenden Tyrannen. Die Szene, in der ihn Gessler nötigt, auf sein Kind (Greta Kemper) zu schießen, ist der packende Höhepunkt der Aufführung, nach der man Tell das Recht auf Notwehr unbedingt zubilligen möchte

Theater am Domhof Osnabrück / Wilhelm Tell - von Friedrich Schiller - hier : Tell lässt sich von Stauffacher nicht in den Aufstand hineinziehen, v.l.: Andreas Möckel, Thomas Kienast © Kerstin Schomburg

Theater am Domhof Osnabrück / Wilhelm Tell – von Friedrich Schiller – hier : Tell lässt sich von Stauffacher nicht in den Aufstand hineinziehen, v.l.: Andreas Möckel, Thomas Kienast © Kerstin Schomburg

Den Verschwörern um Werner Stauffacher (Thomas Kienast) und ihren Zielen gibt die Regie weniger Recht. Sie treten nicht wagemutig, von ihren revolutionären Zielen begeistert auf und sprechen von ihnen wie auswendig gelernt. Vielleicht werden sie dadurch gehemmt, dass sie alle durchaus persönliche Motive haben und ihr politisches Streben rückwärtsgewandt einen Zustand wieder herstellen soll, wie er früher war: ein fremdenfeindlicher Nationalismus, in dem das alte Recht nur für die geborenen Volksangehörigen gilt. In der letzten, in das blutige Rot des geglückten Aufstands getauchten Szene, zieht sich Tell von diesem Volk und seinen Zielen zurück.

Das politische Statement, das Regisseur Teufel Schillers Revolutionsdrama so aufsetzt, gilt der aktuellen deutschen Situation. Mit Blick auf die ganze Welt und Schillers allgemein gestellte Menschheits-Frage, wie man leben soll, greift es zu kurz.

Wilhelm Tell im Theater am Domhof:  Die nächsten Termine: 30.9., 31.10., 18. und 24.11. jeweils 19.30 Uhr, am 7.10.2018 15.00 Uhr.

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Osnabrück, emma-theater, Terror – Ferdinand von Schirach, IOCO Kritik, 19.05.2017

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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

 

TERROR – Ferdinand v. Schirachs problematisches Gerichtsstück

– Gerettet durch fremde Schuld –

Von Hanns Butterhof

Darf man töten, um zu retten? In Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama Terror, das jetzt im emma-theater eine vielbeklatschte Premiere erlebte, wird dem Publikum die Frage nach der Schuld eines Kampfpiloten der Bundeswehr gestellt. Er hatte ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug mit 164 Insassen abgeschossen, um 70.000 mutmaßlich bedrohte Zuschauer eines Fußballspiels zu retten.

emma- Theater Osnabrueck / Terror - Der Angeklagte vor Gericht © Uwe Lewandowski

emma- Theater Osnabrueck / Terror – Der angeklagte Pilot vor Gericht © Uwe Lewandowski

Die Bühne ist das ganze emma-theater, denn die Zuschauer sind Teil des Stücks. Sie sitzen als Schöffen dem Richtertisch gegenüber, der vor einer hell getäfelten, schmucklosen Wand (Bühne und Kostüme: Lisa Kruse) aufgebaut ist, und sollen nach der Zeugenbefragung und den Plädoyers ein Urteil fällen.

Regisseur Ron Zimmering tut viel, um dem Publikum eine rein sachliche Antwort auf die Frage zu ermöglichen, ob sich der Pilot durch sein Handeln strafbar gemacht hat. Damit das Urteil nicht durch Sympathie für einen Schauspieler oder die Abneigung gegen ihn getrübt wird, lässt er zu Beginn nicht nur die jeweiligen Rollen auslosen. Im Verlauf des Stücks wechseln auch die gleichförmig in weißes Hemd und graue Hose gekleideten Akteure die Rollen. Wo eben noch ein gefasster, sehr reflektierter Angeklagter (Janosch Schulte) saß, sitzt unversehens eine emotionale weibliche Variante (Elaine Cameron), und mit Anklage (Thomas Kienast) und Verteidigung (Christina Dom) geht es ebenso. Man soll also nur darauf hören, was gesagt wird, nicht wer es sagt.

emma- Theater Osnabrueck / Terror - Ensemble © Uwe Lewandowski

emma- Theater Osnabrueck / Terror – Ensemble © Uwe Lewandowski

Nachdem der Angeklagte Major Koch den Tatbestand umfassend eingeräumt und für seine Entscheidung die Verantwortung übernommen hat, plädiert nicht ohne selbstgefällige Abschweifungen in Rechtsphilosophie und -geschichte die Anklage auf Mord, die Verteidigung auf Freispruch. Das Hauptargument für einen Schuldspruch ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, nach dem kein Menschenleben gegen ein anderes aufgewogen werden dürfe. Die Verteidigung führt dagegen an, dass die Passagiere der Verkehrsmaschine auf jeden Fall dem Tod geweiht gewesen seien. Es sei somit nur um die Rettung der 70000 gegangen, auf die der Terrorist das Flugzeug sonst hätte abstürzen lassen.
Der Vorsitzende Richter (Klaus Fischer) ist juristisch nicht auf der Höhe. Er verliert kein Wort über den Unterschied von Unrecht und Schuld, stellt nicht einmal die Frage, ob der Abschuss überhaupt die Merkmale von „Mord“ erfüllt, nämlich Heimtücke und niedere Beweggründe.
Das durchaus fesselnde Stück mutet dem Publikum ein rein vom Sachverstand zu treffendes Urteil zu, ohne ihm dafür eine zureichende juristische Informationsbasis zu liefern. Es schränkt nicht nur die Möglichkeiten des Schauspiels ein, sondern fällt auch hinter die des Theaters als Ort der Aufklärung und Differenzierung bedauerlich zurück. Das beste, das von „Terror“ erwartet werden kann, ist, dass sich das Publikum seiner Verführbarkeit inne wird, unter Entscheidungsdruck ein Schuldurteil zu fällen, wie es bei der Premiere in Osnabrück der Fall war.

Terror im emma-Theater Osnabrück, weitere Termine: Die nächsten Termine: 21.5. und 30.5., 7., 21.6. und 23.6.2017, jeweils 19.30 Uhr

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Osnabrück, Theater Osnabrück, Die drei Lebensalter des Fußballs, IOCO Kritik, 28.04.2017

April 28, 2017 by  
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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Die drei Lebensalter des Fußballs
Deftiger Abgesang auf den Fußball als Sport in der Umkleidekabine des VfL Osnabrück

Von Hanns Butterhof 

Beim umfassend lohnenden Besuch von Patrick Marbers Fußball-Stück „Der rote Löwe“ sitzt das Publikum in der Spielerkabine des VfL Osnabrück. Dort hat Leonie Kubigsteltig das Stück in der knackigen Übersetzung John Birkes fesselnd inszeniert.
Die Zuschauer sitzen auf den Spielerplätzen dicht um die „Bühne“, die von einer Linie aus dem sahneartigen Schiedsrichterschaum dicht vor ihren Schuhen umrandet wird. Hier prallen mit dem Zeugwart Yates, dem Trainer Kidd und dem jungen Spieler Jordan drei Lebensalter und drei gegensätzliche Charaktere aufeinander.

Theater Osnabrueck / Die drei Lebensalter des Fußballs © Uwe Lewandowski

Theater Osnabrueck / Die drei Lebensalter des Fußballs © Uwe Lewandowski

Thomas Kienast als Trainer Kidd ist ein zynischer Kotzbrocken und arroganter Besserwisser. Er tritt anfangs wie ein Boxer im Bademantel auf (Bühne und Kostüme: Julia Scheurer) und will Erfolg um jeden Preis. Sein Gegenstück ist Yates, der alte Zeugwart des niedrigklassigen Vereins. Ronald Funke bügelt nicht nur im Trainingsanzug hingebungsvoll die Trikots mit dem roten Löwen als Logo, er steht für die reine Hingabe an den Fußball.

Theater Osnabrueck / Zeugwart und Trainer haben den neuen Spieler im Visier © Uwe Lewandowski

Theater Osnabrueck / Zeugwart und Trainer haben den neuen Spieler im Visier © Uwe Lewandowski

Der Konflikt zwischen Trainer und Zeugwart entzündet sich an an dem jungen, neu zum Verein gekommenen hochbegabten Spieler Jordan. Niklas Bruhn gibt ihn als wachen Jugendlichen im Kapuzenpullover, der alles andere als naiv, aber letztlich willensschwach und anfällig für manche Verlockungen ist.
Kidd verlangt von ihm, „mannschaftsdienlich“, gemeint ist unfair zu spielen. Dagegen rät ihm Yates, „sauber“ zu bleiben, wobei erfrischend offen der Zynismus im Fußball-Sport aufgedeckt wird.

Der Konflikt spitzt sich zu, als Kidd Jordan an einen Profiverein verkaufen möchte. Da hauen sich Kidd und Yates schonungslos die eigensüchtigen Motive des je anderen um die Ohren und offenbaren dabei durchaus erheiternd all die Schweinereien, die man dem Profifußball so zutraut. Und als der Verkauf an einer von Jordan verschwiegenen Knieverletzung scheitert, werden Kidd und Yates vom Verein gefeuert; für Yates eine existenzielle Katastrophe, für Kidd nur eine Herausforderung. Jordan, immer wieder gesundgespritzt, darf weiterspielen.

Theater Osnabrueck / Der alte Zeugwart träumt noch vom Fussball als Sport © Uwe Lewandowski

Theater Osnabrueck / Der alte Zeugwart träumt noch vom Fussball als Sport © Uwe Lewandowski

In Marbers bissigem „Roten Löwen“ gibt mit Yates die Generation von Fußballern den Ball ab, für die das Spiel noch Spiel, fast Religion war. Dagegen hat Kidd verstanden, dass es heute beim Fußball nur um Gewinn geht. Aber er hat übersehen, dass nicht der kleine Trainer, sondern der große Investor profitiert, für den alle, auch die immer neuen spielwilligen Talente wie Jordan, nur Investments sind. Steht Yates für die Vergangenheit, Kidd für die Gegenwart und Jordan für die Zukunft des Fußballs, dann stehen die auch in der Spielerkabine des VfL unsichtbaren Investoren für den Tod des Fußballs als Sport.
Was Bruhn, Funke und Kienast in der authentischen Kulisse ohne großen Bühnenaufwand fesselnd darbieten, ist witziges, dichtes Schauspieler-Theater. Nach den 90 Minuten einer vollen Spielzeit ernten sie und das Regieteam dafür den begeisterten Beifall des Premierenpublikums.

Theater Osnabrück:   Die drei Lebensalter des Fußballs,  Die nächsten Termine: 2. und 24.5., 1., 2., 3. und 9.6. jeweils 19.30 Uhr im Stadion Bremer Brücke. Einlass am Kassenhäuschen Nord.

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Osnabrück, emma – Theater, Dantons Tod von Georg Büchner, IOCO Kritik, 08.03.2017

März 8, 2017 by  
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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

 Dantons Tod von Georg Büchner

Wenn das Private politisch tödlich wird
Revolutionspanorama als psychologisches Kammerspiel

Von Hanns Butterhof

emma Theater Osnabrück / Die pralle Lebenslust der Kommune © Uwe Lewandowski

emma Theater Osnabrück / Die pralle Lebenslust der Kommune © Uwe Lewandowski

Wenn es in Georg Büchners Revolutionsdrama Dantons Tod der Kommune Dantons buchstäblich an den Kragen geht, sitzt das Publikum so dicht um die Spielfläche, als gehörte es dazu; es bekommt zur gerade lautstark abgehenden Party sogar ein Schnäpschen gereicht. In der Nahperspektive von Regisseur Alexander Charim verengt sich Büchners politisches Breitwand-Panorama der Französischen Revolution im emma-theater fesselnd auf ein psychologisches Kammerspiel.

Alexander Charim und sein Ausstatter Ivan Bazak wollen deutlich kein Illusionstheater. Leere Türrahmen trennen Wohn- und Schlafzimmer einer 68er Kommune, über eine flache Reihe von Ziegelsteinen gelangt man in die Küche mit Che-Poster an der Wand, wo später Robespierre zwanghaft seine Silberlöffel glänzend wichsen wird. Wann und wo eine Szene spielt, wird angesagt.

emma Theater Osnabrück / Die letzte Zigarette vor der Guillotine © Uwe Lewandowski

emma Theater Osnabrück / Die letzte Zigarette vor der Guillotine © Uwe Lewandowski

Im Zentrum des stark gekürzten und auf nur vier Schauspieler und zwei Schauspielerinnen konzentrierten Stücks stehen die Antipoden Danton und Robespierre. Die Nebenfiguren sind nur schlaglichtartig charakterisiert: Die freier Liebe und Ideen anhängenden Kommunarden, der idealistische Desmoulins (Valentin Klos), der Theoretiker Lacroix (Thomas Kienast), die sanften Julie (Helene Stupnicki) und die mit vollem Körpereinsatz liebende Lucille (Monika Vivell) stehen dem kalten Ideologe St. Just (auch Thomas Kienast) auf Seiten Robespierres gegenüber.

Janosch Schulte als Danton ist von Beginn an gedankenblass angekränkelt. Selbst wenn er kommunekuschelig mit allen im Bett liegt oder mit der Grisette Marion (ebenfalls Monika Vivell) verkehrt, steht er wie neben sich. Schulte macht eindringlich den Grund seiner letztlich für ihn und seine Anhänger tödlichen Handlungsunfähigkeit deutlich : Seit er nicht mehr an die Berechtigung dafür glaubt, als Justizminister der jungen revolutionären Republik die gefangenen Monarchisten hinrichten zu lassen, zweifelt er grundsätzlich am Sinn allen Handelns. Aus dem Partylöwen Danton ist ein Melancholiker geworden.

emma Theater Osnabrück / Dantons Kommune im Gruppenbett © Uwe Lewandowski

emma Theater Osnabrück / Dantons Kommune im Gruppenbett © Uwe Lewandowski

Auch sein Gegenspieler Robespierre, von dem Stefan Haschke ein fesselndes Portrait zeichnet, ist kein selbstbewusster Tatmensch. Er steigert sich erst durch laute Zustimmung in seinen schreienden Extremismus hinein. Über eigene Skrupel wegen seines Terrors lässt er sich von Scharfmachern wie St. Just (ebenfalls Thomas Kienast) hinwegtragen. Weil der asketische Saubermann aber seine Sexualität nicht unter Kontrolle bekommt, wendet der seinen Selbsthass gegen Danton, den er als lustvoll in sich ruhenden Lebemann verkennt. Aus diesem Missverständnis wird das Private tödlich politisch. Robespierre liefert Danton und Genossen der Guillotine aus, ihre liebenden Frauen folgen ihnen in den Tod.

Das engagierte Ensemble und Büchners überwältigende Sprache machen Dantons Tod  in Charims interessanter Deutung zu einem tollen Theatererlebnis.

Dantons Tod im emma – Theater, Osnabrück: Die nächsten Termine: 11., 14., 21. und 26.3., jeweils 19.30 Uhr

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