Ulm, Theater Ulm, Das kalte Herz – Ballett nach Wilhelm Hauff, 18.04.2019

April 1, 2019 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Das kalte Herz – Ballett nach Wilhelm Hauff

Premiere 18. April 2019

Drei Wünsche frei haben! Eine verlockende Vorstellung. Wer träumt nicht gelegentlich davon, so auf einen Schlag alle Probleme lösen zu können? Der Köhlerssohn Peter Munk jedenfalls hofft im Märchen Das kalte Herz auf eine solche Abkürzung, um seinem ungeliebten, knochenharten Beruf zu entkommen, der ihn im Dorf bloß zum Ziel des Spotts macht. Hätte er doch auch nur so viel Geld und Ansehen wie Ezechiel! Könnte er doch auch Pirouetten drehen wie der Tanzbodenkönig und so seine Angebetete Lisbeth beeindrucken! Als Peter erfährt, dass ein gütiger Waldgeist ihm helfen kann, versucht er sein Glück bei dem sagenumwobenen Glasmännlein. Doch Peter träumt nicht groß genug: Seine Wünsche bringen ihm nur kurzfristige Befriedigung, aber keine andauernde Zufriedenheit ein. Verzweifelt wendet er sich an den mysteriösen Holländer-Michel. Und der weiß genau, wo Peters Problem liegt: Es ist dieses penetrant pochende menschliche Herz, das durch Mitgefühl, Menschlichkeit und Skrupel jedem wirklich erfolgreichen Geschäftsmann nur im Weg stehen kann …

Wilhelm Hauffs Kunstmärchen vom Kohlenmunk-Peter, der sein Herz gegen einen Stein tauscht, hat 1827 geradezu prophetisch die Krux des Kapitalismus vorweggenommen. Gleichzeitig schwelgt Das kalte Herz in romantischen Bildern von Zauberei und dem Leben in der Natur. Am Theater Ulm wird der Erzählung nun neues Leben eingehaucht: durch ein Handlungsballett, das Reiner Feistel als Uraufführung mit seiner Kompagnie erarbeitet.

Die Musik dazu liefert das Philharmonische Orchester unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Levente Török mit einem breit gespannten Bogen von romantischen Klassikern bis hin zu Auftragskompositionen für diesen besonderen Tanzabend, in dem wieder das gesamte Tanztheaterensemble das Publikum verzaubern wird: Gabriela Mathéo Bellucci (Peter Munk), Nora Paneva und Maya Mayzel (alternierend als Lisbeth), Yoh Ebihara (Tanzbodenkönig), Edoardo Dalfolco Neviani (Ezechiel), Seungah Park und Alba Pérez González (alternierend als Glasmännlein), Luca Scaduto (Holländer-Michel), Lucien Zumofen (Hans).

Maya Mayzel, Nora Paneva, Alba Pérez González, Seungah Park und Raphaëlle Polidor werden ebenfalls als Dorfmädchen auftreten. Gaëtan Chailly wird mit Eleven der Ballettschule als Dorfbewohner zu sehen sein. Das Volk von Amsterdam bzw. die Floßmenschen werden dargestellt von Raphaëlle Polidor, Gaëtan Chailly, Yoh Ebihara und alternierend von Alba Pérez González, Seungah Park, Maya Mayzel und Nora Paneva.

Nicht zuletzt die geografische Nachbarschaft des Theater Ulm zum Handlungsort des Märchens – dem Schwarzwald – hat Tanztheaterdirektor Reiner Feistel bei seiner Wahl inspiriert. Und von Anfang an war klar: Ohne ein Sinnbild des Waldes, der Natur als Lebensraum und Geschäftsgrundlage der Figuren, funktioniert die Geschichte nicht. Und so soll ein gigantischer Baumstamm zentrales Element der Kulisse für Das kalte Herz werden. Ausstatterin Petra Mollérus war freudig überrascht: »Normalerweise heißt es beim Tanztheater: Bloß nichts auf die Bühne stellen, wir brauchen den Platz zum Tanzen!« Doch in Ulm bestimmt ein mächtiger, beweglicher Baumstamm das Bühnenbild des märchenhaften Abends.

 Premiere am Donnerstag, den 18. April 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

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Ulm, Theater Ulm, 7. Kammerkonzert – Ernest Chausson und Gabriel Fauré , 31.03.2019

März 27, 2019 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Rollenspiele«: Kammerkonzert zu zwei innovativen Komponisten

Am Sonntag, 31. März 2019, ab 19.30 Uhr laden Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm im Foyer des Theaters Ulm herzlich ein zum 7. Kammerkonzert. Thematische Klammer des Abends sind »Rollenspiele«.

Auf dem Programm stehen Werke von Ernest Chausson und Gabriel Fauré.

Kein Virtuosenkonzert, sondern großangelegte Kammermusik mit wechselnden Rollen kennzeichnen Ernest Chaussons »Konzert für Klavier, Violine und Streichquartett«, D-Dur, op. 21: Mal als Duo Violine-Klavier, dann Klavierquintett, auch als Ripieno Orchester und opernhafter Chor fungiert das Streichquartett. Keine der Stimmen ist auf eine bestimmte Rolle festgelegt.

Ergänzt wird das Programm durch Faurés »Klavierquintett«, op. 89, das von verinnerlichter Melancholie geprägt ist. Gabriel Fauré ist eine einzigartige Erscheinung in der französischen Musikgeschichte: Obwohl er zu den erlauchten Zirkeln der Pariser Komponisten-Elite gehört, Tendenzen seiner Epoche mit aufgreift und auch vorantreibt, gehört er keiner Gruppe an, vertritt keine Schule. Verinnerlichung, Emotion, Intimität, Leichtigkeit und Eleganz spielen in seiner Musik eine große Rolle, aber auch Innovation und die Überwindung von Regeln und Mustern.

Es musizieren Tamás Füzesi (Solo-Violine), Giovanni Piana (Klavier), Chiao-Yin Chang (Violine), Constantin Micu (Violine), Maria Braun (Viola) und Stephanie De Secondi (Violoncello).

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Ulm, Theater Ulm, Premiere Der Fliegende Holländer 21.03.2019

März 5, 2019 by  
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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

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PREMIERE – Der Fliegende Holländer
21. März 2019

Sehnsucht, dieses starke pochende Verlangen, plagte schon so manches Herz. Was, aber wenn das Ersehnte unerreichbar ist, Wünsche und Sehnsüchte so obsessiv werden, dass der Sinn für die Realität verloren geht?

Richard Wagners romantische Oper »Der Fliegende Holländer« tastet sich an ein treibendes Gefühl heran, dem jeder Mensch verfallen kann. Im Fokus der Handlung, die ihren Ursprung in einer mystischen Spukgeschichte hat – Filme wie »Fluch der Karibik« spielen auf ihre Motive an – steht ein Schiffskapitän. Er verspielt seine Seele dem Teufel und ist fortan dazu verdammt, als »Fliegender Holländer« auf der Suche nach Erlösung rastlos auf den Weltmeeren umherzuirren. Nur die Treue einer jungen Frau kann seine Qual beenden. Senta sieht ein Bild von diesem Mann – und ist in ihn verliebt.

Der Intendant des Theaters Ulm, Kay Metzger, inszenierte die Oper in der vergangenen Spielzeit am Landestheater Detmold. Nun entwickelt er eine eigene Ulmer Produktion, inszenatorisch neu erarbeitet, auf Basis des Erprobten. Kay Metzger richtet den Blick in seiner Inszenierung auf Senta, eine Frau, die genauso fremd und heimatlos scheint wie der sagenumwobene Schiffskapitän und sich nach einem Partner sehnt, den sie aus ihren eigenen Fantasien geboren hat. Immer wieder treibt sie ihre unerfüllte Sehnsucht in den Film »Fluch der Südsee«, dessen Hauptfigur sie schon lange magisch anzieht. Mit ihm durchlebt sie Qualen, will sich für ihn opfern – doch was ist Traum, was Realität?

Sentas Welt ist eine Welt der Obsessionen und der Projektionen. Ausstatterin Petra Mollérus hat für dieses Setting einen aus der Zeit gefallenen Kinovorsaal entworfen, der für Senta schon längst zu einem zweiten Wohnzimmer geworden ist.

Unter der Leitung von GMD Timo Handschuh wird das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm Wagners packende Oper mit ihren großen Arien, düsteren Balladen und mitreißenden Ensemblestücken erklingen lassen. Der Opernchor des Theaters Ulm, ergänzt durch Mitglieder des Extra-Chores, wird mit den markanten Chorpassagen in der Einstudierung von Hendrik Haas einen wesentlichen Beitrag zur klanglichen und atmosphärischen Dichte der romantischen Oper leisten.

Für die Rolle der Senta konnte die deutsch-ungarische Sopranistin Susanne Serfling gewonnen werden. Als Daland wird sich der finnische Bass Erik Rousi in seiner ersten großen Partie dem Ulmer Publikum vorstellen. Dae-Hee Shin wird als der Holländer und I Chiao Shih als Mary zu erleben sein. Luke Sinclair und Joska Lehtinen werden alternierend die Partie des Steuermanns übernehmen, Markus Francke und Joska Lehtinen werden ebenfalls abwechselnd in der Rolle des Erik zu sehen sein. Benjamin Künzel betreut die Inszenierung dramaturgisch.

Premiere am 21. März 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

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Ulm, Theater Ulm, Premiere PREMIERE Soul Kitchen 07.03.2019

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Theater Ulm

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

Theater Ulm / Zuschauerraum © Carola Hoelting

PREMIERE Soul Kitchen 07. März 2019

ist das noch eine Pechsträhne oder schon der ganz normale Wahnsinn, dem man nie wieder entkommen wird?

Zinos – gespielt von Lukas Schrenk – führt eine Kneipe mit billigem Essen für geschmacksverstärkerabhängige Gaumen in einem heruntergekommenen Viertel. Ohne ersichtlichen Grund beschließt sein Leben, auseinanderzubrechen und es beginnt eine Schlitterpartie durch diverse Unglücksfälle: Zinos’ Freundin Nadine Krüger – dargestellt von Nicola Schubert – verabschiedet sich nach Shanghai, um dort die Karriereleiter zu erklimmen. Als ein Bandscheibenvorfall ihn außer Gefecht setzt, taucht plötzlich der exzentrische Koch Shayn auf, dessen Kochkünste das Stammpublikum im „Soul Kitchen“ zunächst irritieren. Das Chaos nimmt seinen weiteren Lauf, als sich Zinos‘ kleinkrimineller Bruder Illias (Benedikt Paulun) bei ihm einnistet und Steuerfahndung und Gesundheitsamt seine Witterung aufgenommen haben. Dann taucht auch noch zu allem Überdruss der Immobilienhai Thomas Neumann (Christopher Vantis), ein ehemaliger Schulkamerad Zinos‘, auf und fasst den Plan, Zinos das Gebäude billig abzukaufen, um es abzureißen und das Grundstück zu vermarkten. Zinos aber bietet allem die Stirn, und so erblühen hier und da Blumen des unmittelbaren Glücks: Als Kellner Lutz (Jakob Egger) das „Soul Kitchen“ zum Proberaum umfunktioniert, Kellnerin Lucia (Franziska Maria Pößl) ihre Leidenschaft fürs Kreative in der neuen Inneneinrichtung für das „Soul Kitchen“ auslebt und auch Shayns Küche die Gaumen der Gäste (Statisterie des Theaters Ulm) zu verzücken vermag, avanciert die ehemals schäbige Kneipe plötzlich zum Szenelokal. Durch diesen turbulenten Abend, den auch Tini Prüfert u.a. als Oma Krüger und Gunther Nickles u.a. als Herr Meyer vom Gesundheitsamt in Begleitung seines jungen Amstskollegen (Moritz Vinke) anheizen, führt Soul-Kitchen-Stammgast Sokrates, dargestellt von Stephan Clemens.

Alexander Flaches Inszenierung nach dem Kultfilm von Fatih Akin ist ein wildes, urbanes Märchen und eine zarte Hommage an einen besonderen Ort, an ein Lokal, das den Menschen zur Heimat wird. Zu erleben, wie Zinos sich diese in seinem kleinen Restaurant mit Hilfe einer selbstgewählten Familie aus Exzentrikern und Fantasten aufbaut, macht einfach Lust auf Leben – mit allen Höhen und Tiefen.

Anja Furthmann hat nicht nur für jede der eigenwilligen Figuren charakteristische Kostüme entworfen, auch ihr Bühnenbild bietet Einiges fürs Auge: Während sich auf der Vorderbühne die Kellerkneipe mit Industriecharme zum angesagten Kultladen mausert, bildet ein überdimensionierter Tisch eine zusätzliche Ebene: Über den Köpfen von Zinos und der Soul-Kitchen-Crew befindet sich die Welt außerhalb des Lokals und aus dem übergroßen Tisch wird mit effektvollen Mitteln schnell ein Flughafen oder ein Luxusrestaurant.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgt die Soul-Kitchen-Band: Joo Kraus (Tasten/Trompete), Korbinian Kugler (Bass) und Torsten Krill (Schlagzeug) lassen echte Probenraumatmosphäre entstehen, wenn sie mit den Schauspielerinnen und Schauspielern bekannte und unbekannte Songs – von „The Doors“ bis Janis Joplin – zum Besten geben.

Premiere am Donnerstag, den 7. März 2019 um 20 Uhr im Großen Haus

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