Plauen, Vogtlandtheater, Ballett Happy Birthday von Annett Göhre, IOCO Kritik, 05.05.2017

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Theater Plauen Zwickau

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Ballettpremiere Happy Birthday von Annett Göhre

„Wer möchte nicht im Leben bleiben“

Happy Birthday: Weitere Vorstellungen: 7.5.2017, 3.6.2017, 9.6.2017, 16.6.2017

Vorspann: Im Vogtlandtheater zu Plauen erlebten wir zu Spielzeitbeginn im Ballett die Premiere der Goldfisch-Variationen und nun, als zweites Tanztheaterstück Annett Göhre, die Uraufführung von Happy Birthday. Diesen Titel kann heute jeder trällern, doch heiter war es nur bedingt.

Von Lutz Behrens

Theater Plauen-Zwickau / Ballett Happy Birthday - Es wird gestorben © zenna.de

Theater Plauen-Zwickau / Ballett Happy Birthday – Es wird gestorben © zenna.de

Die Kleine Bühne schien wie geschaffen für die schlichte, schwarze Schwermut, deren trostlose Unausweichlichkeit selbst durch ein vehementes Anrennen gegen Wände nicht aufzubrechen war. An der Decke warteten Luftballons, die aber wohl nur der Dekoration dienten oder doch einem höheren Zweck?, dazwischen blitzten hin und wieder Lampen auf, auch um Rhythmus sichtbar werden zu lassen. Überhaupt gingen bei dieser Uraufführung drei Künste: Tanz, Musik und das gesprochene Wort eine Synthese ein, die Abwechslung und Bereicherung versprach und zudem die Möglichkeiten des Tanztheaters erfreulich erweiterte.

Zuerst jedoch wurde gestorben. Sieben Mal. Sieben Schwarzgekleidete reckten sich nacheinander an gleicher Stelle theatralisch empor, um dann zusammenzusinken. Still rollend querten sie die Bühne, um, im Jenseits?, aufzuerstehen und sich nach allen Regeln der Kunst durch reichlich Schminke in Clowns zu verwandeln. Auch die mit hellem Kleid bekleidete Frau (Maki Taketa) demonstrierte ihr Sterben. Damit waren die thematischen Grundzüge gesetzt: das Sterben; was erwartet uns nach dem Tod? und die Ambivalenz der Figur des Clowns.

Locker aus dem Publikum kommt der Mann (Michael Günther a.G.), mit beeindruckender Bühnenpräsenz und großartiger Stimme. Seine Texte: ein Ausschnitt aus Heiner Müllers Todesanzeige, vom Dramatiker geschrieben nach dem Selbstmord seiner ersten Frau Inge; ein Abschnitt aus Oliver Sacks Dankbarkeit, ein naturwissenschaftliches Phänomen thematisierend, und das Brecht-Gedicht „Als ich in weißem Krankenzimmer der Charité“, in dem der kranke Brecht über seine Todesfurcht nachdenkt. Zudem eine Menge Statistik über Selbstmorde, ohne das Wort auszusprechen, und mit der Erkenntnis, dass es die Männer sind, die dafür überdurchschnittliche Anfälligkeit zeigen. Schließlich Jorge Luís Borges: Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte. Dessen Quintessenz: im zweiten Leben mehr Fehler machen, sich um die wahren Probleme sorgen und öfters mal barfuß gehen, wenigstens im Sommer.

Theater Plauen-Zwickau / Ballett Happy Birthday - Es wird gestorben © zenna.de

Theater Plauen-Zwickau / Ballett Happy Birthday – Es wird gestorben © zenna.de

Musikalisches gab es auch handgemacht. Katharina S. Müller a.G. spielte Selbstkomponiertes auf ihrer Violine, sogar im Liegen. Köstlich die Einspielung der Arie Der Hölle Rache aus Mozarts Zauberflöte, mit Verve gekrächzt von Florence Forster Jenkins, „Königin der Dissonanzen“. Ergänzt durch das Zitat ihrer Grabsteininschrift: „Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte.“

Das Tanzstück dauerte, wie angegeben, 70 Minuten. Nicht immer fesselte es uneingeschränkt. Doch ein sehr gut agierendes, wenn auch dezimiertes Ensemble (neun Clowns waren angegeben), vermochte es immer wieder, die Spannung wiederherzustellen und mit den geschickt eingesetzten Texten und der Musik auch aufrechtzuerhalten. Viel Applaus am Ende, auch begeistertes Füßetrappeln. Und obwohl der  variationsreiche Umgang mit den Themen Tod, Selbstmord, Jenseits eher zu finalem Schwermut Anlass gegeben hätte, vermochte es ein kleines Kinderlied, das hierzulande jeder etwas Ältere kennt und vielleicht sogar selbst gesungen hat, den Abend heiter zu beschließen: Wer möchte nicht im Leben bleiben…

Happy Birthday: Weitere Vorstellungen: 7.5.2017, 3.6.2017, 9.6.2017, 16.6.2017

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Plauen, Vogtlandtheater, Ballett der Feuervogel von Igor Strawinsky, IOCO Kritik, 09.07.2016

Juli 9, 2016 by  
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Theater Plauen Zwickau

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Ballett  Der Feuervogel von Igor Strawinsky

 San Michele / Das Grab von Igor Stravinsky © IOCO

San Michele / Das Grab von Igor Stravinsky © IOCO

Der Feuervogel, ein Ballettklassiker der Moderne mit Musik von Igor Strawinsky, feierte am Samstag in Plauen Premiere. Choreografin Annett Göhre inszenierte mit hohem Anspruch, dabei emotional und intellektuell überzeugend. Dieses Ballett wird Furore machen.  Von Lutz Behrens

Zwei Wege führen, wie so oft, zum Glück. Ich kann mich einmal dem Ballett Der Feuervogel frei von aller Vorbelastung hingeben und es genießen. Hinschauen, hinhören, mich emotional berühren lassen, mit allen Sinnen offen sein. Für eine auf der Bühne faszinierend demonstrierte und jedem Anspruch standhaltende Tanzkunst. Mich dabei immer wieder fragen, welch großartige Talente eine junge Frau oder ein Mann mitbringen muss, um bei immensem, nie nachlassendem Trainingsaufwand derartige körperliche Höchstleistungen an Kraft, Beweglichkeit und Grazie zeigen zu können. Ich kann hören, was da an Strawinskys kongenialer Musik auf mich einwirkt.  Synkopisch hart, in diatonischer Melodik oder dem musikalischen Impressionismus verpflichtet und chromatisch erweitert; hervorragend intoniert von den Damen und Herren des Philharmonischen Orchesters am Theater Plauen-Zwickau und dirigiert von Maxim Böckelmann. Diesem wiederum verdankt das Ballett die eigenständige Klangcollage „Spacevogel“, die die Eingangsszene erfüllt und in eine märchenhafte Welt hineinführt, über die noch zu reden sein wird.

Plauen / Theater_Der Feuervogel © Peter Awtukowitsch

Plauen / Theater_Der Feuervogel © Peter Awtukowitsch

Ich kann intuitiv und mit aller Kraft meiner Phantasie versuchen zu begreifen, was ich sehe. Ragt ein Thron im Zentrum des Bühnenbildes (Miriam Braunstein) auf? Oder ist das ein Baum? Von Gras umgeben und weißen Luftballons gekrönt. Wer aber wird sich auf die Schaukel schwingen, die lockend zwischen den Zweigen hängt? Eine herrisch auf hochhakigen Schuhen daherkommende Dame (Louisa Poletti) im schwarzen Mantel, dominiert den Auftakt. Dreimal umkreist sie den Baum. Aus dem Orchestergraben winden sich unwirkliche Gestalten. Ein junges Mädchen (Nicole Stroh) betritt die Szene, modern gekleidet, suchend. Dann, der Feuervogel (Federico Politano), in unterschiedlicher Verkleidung. Das Spiel kann beginnen. Es werden, auch wie so oft, die stets die Künstler inspirierenden, uralten Themen verhandelt: die Suche nach Liebe, der Kampf zwischen Gut und Böse, Tod und Erfüllung.

 Plauen / Theater_Der Feuervogel_Poletti und Politano © Peter Awtukowitsch

Plauen / Theater_Der Feuervogel_Poletti und Politano © Peter Awtukowitsch

Oder ich nähere mich zum anderen dem Gegenstand mit wissenschaftlicher Akribie. Erfahre, dass Der Feuervogel bereits seit über 100 Jahren Furore macht, Ballettgeschichte geschrieben hat. Dass Strawinsky mit seiner Feuervogel-Musik zum weltbekannten Komponisten avancierte. Dass sich die Handlung speist aus russischen Märchenmotiven; dem des Feuervogels und des Märchenhelden Iwan Zarewitsch und dem vom unsterblichen Zauberer Kaschtschej, was schon verwirrend genug ist. Lese dann im schönen Programmheft (Ulrike Cordula Berger) nach, dass Ballettdirektorin Göhre dieses Ballett sehr heutig begreift und sein Wesen darin erkennt, „dass ein junger Mensch erwachsen werden muss und … sich zwischen der Traumwelt und der Realität entscheidet.“ Dass sie zudem einen Geschlechterwechsel riskiert hat. So wird der Feuervogel von einem Mann getanzt, und selbst ein knallrotes Tutu tut dem keinen Abbruch. Iwan hat sich in Iwanka verwandelt, die schöne Zarewna in einen Zarewitsch (Keigo Nozaki), und der Zauberer Kaschtschej betört –  endlich des Lackledermantels ledig – als sehr erotische Dame im transparenten Ganzkörpergewand (Kostüme: Leah Lichtwitz). –

Einprägsame Bilder bestimmen die herausragende Inszenierung. Ein Glücksgefühl entsteht, wenn die Tänzerinnen und Tänzer, die mit eckigen Bewegungen als mechanisch reagierende Schaufensterpuppen zu Automaten mutiert sind, sich – nun auch bekleidet – in harmonische Menschen verwandeln und unbedingt genannt sein müssen: Maki Taketa, Ekaterina Tumanova, Elena Tumanova, Michele Ciacci, Sebastian Uske und Keigo Nozaki.  

Viele theatralischen Register werden gezogen: So blitzt und donnert es gewaltig, Lichteffekte (Beleuchtung Jan Parthey) tun ein Übriges, die Kunstwelt wird zum sehr wirklichen Ort. Da in den russischen Volksmärchen, die ursprünglich das Ballett inhaltlich strukturieren, das Ei eine wichtige Rolle spielt (als Sitz der unsterblichen Seele Kaschtschejs), ermöglichen die zahllosen eiförmigen und hellen Luftballons, die wirkungsvoll auf die Bühne fallen, entsprechende Assoziationen. Schließlich haucht die böse Zauberin ihre Seele aus und endet in Ketten geschlagen. Die Liebenden finden sich.

Nach gut einer Stunde geht das furiose Ballett mit versöhnenden Szenen voller Hoffnung zu Ende. Ob ich es mit heiterem, naivem Herzen genieße oder mich vor allem in kunsttheoretische Überlegungen vertiefe, immer bleibt mir ein Kunsterlebnis, das alle meine Sinne anspricht und auf meine Ratio nicht verzichtet. Sehr empfehlenswert. IOCO / Lutz Behrens / 07.07.2016

Der Feuervogel:  Weitere Vorstellungen in Plauen am 16.12.2016 und 26.3.2017;  in der Lukaskirche Zwickau am 17.3.2017, 18.3.2017, 19.3.2017, 22.3.2017.

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Plauen, Theater Plauen Zwickau, Neujahrskonzert 2016 – Im Vogtlandtheater, IOCO Aktuell, 11.01.2016

Januar 9, 2016 by  
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Theater Plauen Zwickau

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Neujahrskonzert 2016 im Vogtlandtheater Plauen

„Wär‘ es auch nichts als ein Traum vom Glück“

Silvester- und Neujahrskonzerte, so lehren uns die Medien, finden nur in der Dresdener Semperoper, im Wiener Musikverein und im Münchner Nationaltheater statt. Auf dem Land, so die Medien, künden Kuhglocken und Rentierschlitten vom  Jahreswechsel. Doch IOCO weiß es besser. Lutz Behrens erlebte im Theater Plauen im schönen sächsischen Vogtland ein packendes Neujahrskonzert und berichtet von dort:

Plauen / Altes Rathaus © Stadt Plauen / Fotograf Andreas Wetzel

Plauen / Altes Rathaus © Stadt Plauen / Fotograf Andreas Wetzel

Theaterleute sind abergläubisch; auch in Plauen! Viele ungeschriebene Gesetze gelten im Theaterleben; auch Irrationales ist im Spiel. Star des Abends im Neujahrskonzert 2016 des Vogtlandtheaters sollte die Sopranistin Ingeborg Schöpf sein. Doch Ingeborg Schöpf sagte ab, am Morgen des Konzerttages.  Gutes oder eher schlechtes Omen?

Zum Empfang des Fördervereins des Theater Plauen, unmittelbar vor dem Neujahrskonzert, setzte Generalintendant Roland May dessen Mitglieder ins Bild: „Der Star des Neujahrskonzertes, die Sopranistin Ingeborg Schöpf von der Staatsoperette Dresden, sei indisponiert. Seit dem Vormittag bemühe er sich intensiv, den Konzertabend zu retten, ein Ausfall des Konzertes sein undenkbar!“ Alle harrten nun gespannt wie erwartungsfroh der Dinge, die am 1.1.2016 im Vogtlandtheater kommen würden.

Blick zurück: Ingeborg Schöpf nutzte zum ZDF-Silvesterkonzert der Staatskapelle Dresden 2012 in der Semperoper ihre Chance. Sie sprang dort mit Erfolg kurzfristig für eine erkrankte Kollegin ein. Das Neujahrskonzert 2016 des Theater Plauen war nach Absage von Frau Schöpf in rein männlicher Hand …

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Theater Plauen / Jason Kim © Chris Gonz

Das zeigte sich sogleich beim dritten Titel des Abends: die dem Neujahrskonzert seinen Titel gebende Arie „Wär‘ es auch nichts als ein Traum vom Glück“ aus der Lehár-Operette Eva, sang mit kaum zu überbietender Emphase Wolfgang Dosch! Dosch, der erneut als Moderator engagiert und auch für die Konzeption des Konzertes verantwortlich war, ließ erst gar keine Enttäuschung des Publikums aufkommen, sondern führte souverän durch den Abend, der zudem mit einem prächtig aufgelegten Jason Kim einen grandiosen Sänger auf die Bühne des Theaters brachte.

Das Programm, von Generalmusikdirektor Lutz de Veer dirigiert, bot in abwechslungsreicher Folge bekannte Walzer, Schnellpolkas und Ausschnitte aus mehr oder weniger bekannten Operetten. Einige der vorgesehenen Titel mussten gestrichen werden, dafür sang Jason Kim ein schmelzendes „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Das Land des Lächeln“ von Franz Lehár, und auch in einem zusätzlichen Duett ergänzten sich Jason Kim und Wolfgang Dosch erfolgreich.

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Theater Plauen / Lutz de Veer © Chris Gonz

An den Musiker/-innen des Philharmonischen Orchesters Plauen Zwickau schien die Aufregung um die kurzfristigen Programmänderungen nicht ganz spurlos vorübergegangen zu sein. Nicht immer stellte sich – bei allem sichtbaren Bemühen – der locker- Theater Plauen heitere Schmiss und Schwung ein, den die Titel versprachen. Vielleicht trug zu diesem meinem Eindruck auch eine Familie bei, die unmittelbar vor mir Platz genommen hatte: Drei noch sehr junge Damen langweilten sich sichtlich und die Frau Mama brachte es fertig, ungeniert des Öfteren eine Wasserflasche, wenn auch mit heimischen Brambacher, an den Mund zu setzen…  Wann wird Popcorn im Theater endlich salonfähig?

Wien / Grabmal Robert Stolz © IOCO

Wien / Grabmal Robert Stolz © IOCO

Der temperamentvolle Wolfgang Dosch, im Theater Plauen hatte er schon einmal das Neujahrskonzert moderiert und unlängst den Vogelhändler inszeniert, offerierte nicht nur heiter Anekdotisches über die aufgeführten Komponisten. Er scheute durchaus politischen Tiefgang und Ernsthaftigkeit nicht, so bei Robert Stolz. Von ihm berichtete Dosch, dass dieser eine Reihe von jüdischen Mitbürgern gerettet habe und 1938 nach dem „Anschluss“ Österreichs aus Ablehnung des Nationalsozialismus seine Heimat verließ, um in den USA im Exil zu leben. An anderen Stellen der Moderation, auch das sei gesagt, wäre weniger mehr gewesen.

Vor dem obligatorischen Radetzky-Marsch, mit dem auch im Theater Plauen jedes Neujahrskonzert enden muss, intonierte das Orchester frisch und lebendig die Schnellpolka Ohne Sorgen von Joseph Strauss. Wenn das kein gutes Omen ist.  Lutz Behrens / 09.01.2016

 

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Zwickau, Theater Plauen Zwickau, Premiere TANNHÄUSER, 24.05.2013

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Theater Plauen Zwickau 

Zwickau Gewandhaus Theater © André Karwath

Zwickau Gewandhaus Theater © André Karwath

Tannhäuser  ab 24. Mai im Zwickauer Gewandhaus

„Wie dieser Stab in meiner Hand nie mehr sich schmückt mit frischem Grün, kann aus der Hölle heißem Brand Erlösung nimmer dir erblühn.“ Die Worte des Papstes stürzen Tannhäuser in tiefste Verzweiflung: Auf seiner Pilgerreise nach Rom findet der Minnesänger keine Vergebung für sein sündiges Treiben im Venusberg. Erst die wahre und reine Liebe wird ihn erlösen.
Zum Wagnerjahr 2013 steht am Theater Plauen-Zwickau Richard Wagners romantische Oper Tannhäuser in der Regie von Generalintendant Roland May ab dem 24. Mai auf dem Spielplan. Für May, dessen ursprüngliches Metier das Schauspiel ist, ist Wagners Tannhäuser die zweite Operninszenierung nach Giacomo Puccinis Tosca in der vergangenen Spielzeit.
 
Der Minnesänger Tannhäuser, der sich im Venusberg ganz den sinnlichen Freuden mit der Liebesgöttin hingegeben hat, zieht es zurück auf die Erde. Vor der Wartburg trifft er auf den Landgrafen Hermann und auf Wolfram von Eschenbach, die ihm von  einem Sängerwettbewerb zu Ehren der Nichte des Landgrafen, Elisabeth, berichten. Tannhäusers Liebe zu Elisabeth bricht erneut hervor, und er stellt sich dem Wettbewerb. Als Tannhäuser aber nicht wie alle anderen Teilnehmer einen Hymnus auf die körperlose, geistige Liebe anstimmt, sondern provokativ den Genuss der körperlichen Hingabe als das einzig Wesentliche preist, ruft er in der  puristisch-moralistischen Wartburggesellschaft einen Skandal hervor. Als letzte Chance wird ihm eine Pilgerreise nach Rom auferlegt. 
 
Richard Wagner hatte den Stoff aus diversen Quellen – u. a. Ludwig Tieck, E.T.A. Hoffmann und die Brüder Grimm – eigenständig zusammengefügt, das Libretto erstellt und die Oper am 19. Oktober 1845 in Dresden uraufgeführt. Nach anfänglich geteilter Aufnahme und diversen Umarbeitungen stellte sich der anhaltend große Erfolg ein.
 
Begleitet durch das Philharmonische Orchester des Theaters Plauen-Zwickau unter der Musikalischen Leitung von GMD Lutz de Veer singen und spielen Katrin Kapplusch, Chrissa Maliamani, Natalie Senf, Hinrich Horn, Marek Kalbus, Marcus Sandmann, Martin Scheepers, Karsten Schröter, Ricardo Tamura, Raphael Wittmer. Unterstützt werden sie dabei von Opernchor und Extrachor des Theaters Plauen-Zwickau und Mitgliedern des Ballettensembles. Für das Bühnenbild ist Oliver Kostecka verantwortlich, die Kostüme entwirft Luisa Lange.
 
 
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