Lübeck, Theater Lübeck, Gespentersonate – Aribert Reimann, IOCO Kritik, 05.06.2021

Juni 5, 2021 by  
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Theater Lübeck

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

Gespenstersonate –  Aribert Reimann

  – verwirrendes, verworrenes – voller Morbidität, Mystik, Okkultismus –

von  Wolfgang Schmitt

Nachdem dieser unsägliche Corona-Lockdown aufgrund der jetzt endlich fallenden Inzidenzwerte nunmehr in der zweiten Mai-Hälfte gelockert werden konnte, durften auch die Theater ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Allerdings gibt es für den interessierten Theaterbesucher etliche Hürden zu überwinden. Im Bundesland Schleswig-Holstein, welches mit einem gewissen Stolz die niedrigsten Inzidenzwerte aufweisen konnte, müssen die Besucher einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Am Theatereingang muß man sich per „Luca-App“ registrieren, als nächstes muß man an einem weiteren Eingangs-Kontrollpunkt ein mit seinem Namen, Adressen, Telefon- und Handyummern ausgefülltes Formular vorlegen und abgeben, am letzten Kontrollpunkt wird schließlich der Personalausweis mit der personenbezogenen Eintrittskarte verglichen. Nach diesem „Hürdenlauf“ ist man nun endlich drin im Theater und darf sich auf die Vorstellung freuen. Sicherlich wird dieses Verfahren viele Operngänger von einem Theaterbesuch erstmal abschrecken, aber zur Zeit besteht wohl noch immer die Notwendigkeit solcher Maßnahmen, und wir können nur hoffen, daß dieser Corona-Albtraum recht bald vorbei sein wird.

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Theater Lübeck / Gespentersonate - hier : Direktor Hummel, links, und Ensemble © Olaf Malzahn

Theater Lübeck / Gespentersonate – hier : Direktor Hummel, links, und Ensemble © Olaf Malzahn

Die Gespenstersonate von Aribert Reimann (*1936) – nach dem surrealistischen Schauspiel von August Strindberg – ist eine verwirrende, verworrene Geschichte voller Morbidität, Mystik und Okkultismus, eine schwer nacherzählbare Geschichte zweier schicksalhaft miteinander verbundenen Familien. Da ist zunächst der Alte, Direktor Hummel, in seinem Rollstuhl langsam aus dem Bühnenhintergrund nach vorn an die Rampe fahrend, ein Intrigant und Bösewicht, dämonisch deklamierend und intensiv dargestellt von Otto Katzameier mit markantem Bassbariton. Der Oberst ist ein Hochstapler mit geschönter Vergangenheit, ein Betrüger, weder ist er Oberst noch adlig, gesungen von Wolfgang Schwaninger mit heldentenoralen Ausbrüchen, seine Gratwanderung zwischen dem mit Orden dekoriertem Offizier und enttarnter tragisch-bloßgestellter Kreatur großartig darstellend. Karin Goltz ist seine Frau, die – aufgrund ihres damaligen Ehebruchs mit Hummel – traumatisierte Mumie, in diesem Rahmen auch optisch an Martha Mödl erinnernd, ausgestattet mit einem satten, pastosen Alt, während Andrea Stadel, ihre Tochter, das „Fräulein“, die auch die Tochter des Direktors Hummel ist, als Blumenliebhaberin – insbesondere liebt sie Hyazinthen – in ihrem bunten blumenbestrickten Kleid und glockenhellem Sopran eine fröhlich-optimistische Note in das Bühnengeschehen bringt.

Arkenholz, dessen Vater einst von Direktor Hummel in den Ruin getrieben worden ist, beeindruckte mit seinem hellen, kraftvoll eingesetzten lyrischen Tenor und seinen nahezu hybriden Tönen in extremer Höhenlage bis hinauf zum „e“, wie vom Komponisten gefordert. In den weiteren Partien hörten wir Daniel Schliewa als Johanssen, den unterwürfigen Diener des Direktors Hummel, Steffen Kubach als Bengtsson, den bestens über alle Geheimnisse informierten Diener des Oberst, Julia Grote als unheimliche Köchin, Milena Juhl in ihren kurzen Auftritten als „die dunkle Dame“, sowie Iris Meyer als quiekende, gurrende Papageien-Imitation der Mumie.

Theater Lübeck / Gespentersonate von Aribert Reimann © Olaf Malzahn

Theater Lübeck / Gespentersonate von Aribert Reimann © Olaf Malzahn

Julian Pölsler ist mit seiner Ausdeutung der Gespenstersonate ein genialer Coup gelungen, seine stimmungsdichte und präzise Inszenierung zog den Zuschauer vom ersten Moment an in seinen Bann, auch das geschmackvolle Bühnenbild von Roy Spahn, der auch für die Kostüme verantwortlich zeichnete, sowie die ausgefeilte Lichtregie von Falk Hampel hatten hieran einen erheblichen Anteil.

Die ansprechenden Bühnenbilder zeugen von aparter Ästhetik: Das erste Bild zeigt das Anwesen des Oberst, in welchem er mit seiner Frau – der Mumie – und seiner vermeintlichen Tochter – dem „Fräulein“ – lebt. Ein links angebrachter, von der Decke herunterhängender, bedruckter Vorhang dient als der „Wandschrank“, in dem die Mumie lebt und in dem sie später dem Direktor Hummel befiehlt, sich umzubringen. Im zweiten Bild sehen wir den Salon von schlichter Eleganz mit der Statue seiner Frau, der Mumie, als diese noch jung war, und in dem das alljährliche „Gespenstermahl“ stattfindet. Von der Decke herunter hängen Blumenzwiebeln, die von der Tochter so geliebten Hyazinthen. Im dritten Bild befinden wir uns in dem Zimmer der Tochter, dem Hyazinthenzimmer, in dem sie und Arkenholz sich näher kommen und wo ihr Schicksal seinen unvermeidlichen Lauf nimmt.

Andreas Wolf und die ca, 18 Mitglieder des bestens einstudierten, kammermusikalisch klein besetzten Lübecker Philharmonischen Orchesters begleiteten das Bühnengeschehen unglaublich spannungsreich, die Violinen, die Bratsche, Oboe, Fagott, Bassklarinette, Trompete und Kontrabass, dazu Harfe und Klavier, jedes dieser Soloinstrumente untermalte spannungsreich und präzise die Emotionen, die Konflikte, die Dramatik, die Atmosphäre, die gesamte Psychologie dieser Geschichte auf faszinierende Weise, auch war Andreas Wolf den zehn hochkarätigen Solisten ein sicherer und einfühlsamer Begleiter. Natürlich sind moderne Opern, Zwölftonkompositionen des 20. Jahrhunderts, nicht jedermanns Sache, und so verließen einige wenige Zuschauer bei der ersten sich bietenden Gelegenheit nach dem ersten Bild den Saal, dennoch lohnt sich ein Besuch dieser hervorragenden, spannenden Inszenierung, die das Lübecker Theater auch in der nächsten Spielzeit, wenn der Corona-Albtraum hoffentlich vorüber sein wird, im Spielplan behalten sollte.

—| IOCO Kritik Theater Lübeck |—


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Lübeck, Theater Lübeck, Night & Day – Up and down Broadway, IOCO Kritik, 21.05.2021

Mai 21, 2021 by  
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Theater Lübeck

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

Theater Lübeck © Olaf Malzahn

Night & Day  – Up and down Broadway

 Michael Wallner –  nach  Musik und Songtexten von Cole Porter

von Sebastian Siercke

Das Theater Lübeck öffnete am 15. Mai 2021 auch wieder seine Tore für das Publikum. Nicht zaghaft, sondern selbstbewusst, sich der enormen Verantwortung bewusst.

Lübeck ist angesichts niedriger Inzidenz einer der Standorte des Modellprojekts in Schleswig – Holstein, die Kultur wieder hautnah erlebbar machen. Die Vorgaben an Vorsicht sind streng; so streng wie dies notwendig ist, um uns allen einen unbeschwerten Abend zu ermöglichen.

Bei der Beurteilung eines Bühnenstückes sollten die Intention des Regisseurs, des Intendanten, der Darsteller sehr im Fokus stehen. Verstehen diese aber auch die Intention des Publikums diese Vorstellung zu besuchen, ergründen und setzen sie die Bedürfnisse der Menschen um, dann ist das „ganz großes Kino“.

Night & Day – Up and down Broadway – nach Cole Porter
Youtube Theater Lübeck
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

So war die Premiere von Night & Day federleicht und amüsant. Michael Wallners Night and Day hatte den Anspruch zu unterhalten. Kein Tiefgang, keine Auseinandersetzung mit der persönlichen Lebenswirklichkeit Porters war das Thema. Gestreift wurde seine Homosexualität, der zu der Zeit üblichen Beitrag der Mafia und auch die Aufgabe des Musicals, Zerstreuung zu bieten. Abgründe wurden erwähnt. Aber es ging auch nicht um die Abgründe der Gesellschaft, nicht um die Marter, die Homosexuelle damals besonders, heute teilweise noch immer erleben. Hier wollte niemand ein Drama auf die Bühne bringen. Das Geheiß der Stunde war: zu unterhalten, Leichtigkeit und Unbeschwertheit zu präsentieren: „Wer Goethes  Faust will, muss warten!“

Am Theater Lübeck wurde die Geschichte einer Broadwayproduktion erzählt. Der erfolgsverwöhnte Produzent Bill de Bill will noch einmal eine große Show auf die Bühne bringen, bevor er in wenigen Tagen sterben muss. Das geht natürlich nicht ohne allerlei Zwischenfällen wie gebrochenen Beinen, alkohollädierten Hauptdarstellerinnen, aberwitzigen Probenpannen, einer obligatorischen Theaterpleite und vielerlei Amourösem am Rande. Zum Glück taucht plötzlich ein neuer Stern am Musicalhimmel auf, der die Show nicht durch ihr Talent, sonder auch durch eine massive Kapitalspritze rettet. Wer hätte es geahnt, daß es sich dabei um die verschollene Tochter des Produzenten handeln könnte?

Theater Lübeck / Night & Day - Up and down Boradway © Olaf Malzahn

Theater Lübeck / Night & Day – Up and down Boradway © Olaf Malzahn

Die Geschichte“, die Rahmenhandlung war vernachlässigenswert. Man konnte sich auch schwerlich daran erinnern, hatte man das Theater verlassen. Es gab keinen Anspruch, eine „Cole Porter Story“ zu präsentieren. Stattdessen hatten wir Nina Bülles, Lorena Mazuera Grisales und Marlou Düster auf der Bühne, die in Teils unvorteilhaften Kostümen eine tänzerische und schauspielerische Glanzleistung auf die Bretter brachten. Wir sahen und hörten „Opernstimmen“; Stimmen, die der süffisanten Leichtigkeit Porters manchmal etwas zu viel Schwere gaben. Denn wir kennen die Nummern, die hier zu einer Art Revue aneinandergereit waren, alle, füllen sie doch doch das Standardprogramm des „Great American songbook“, das von jedem der großen Entertainer und Entertainerinnen, Show- und Filmstars seit Jahrzehnten das Publikum in Begeisterung versetzt. Aber Daniel Schliewa als Cole, Sara Wortmann als Angel, Rudolf Katzer als Hermann und weitere Darsteller haben uns Leben eingehaucht. Dem Leben in dieser Pandemie! Sie haben in ihrer strahlenden Fröhlichkeit und Leichtigkeit das Publikum abgeholt und mitgenommen. Ich habe gelacht, mit den Füßen den Takt mit getrommelt, konnte mich nur schwer zurückhalten die „Gassenhauer“ mitzusingen.

Theater Lübeck / Night & Day - Up and down Boradway © Olaf Malzahn

Theater Lübeck / Night & Day – Up and down Boradway © Olaf Malzahn

Für knappe zwei Stunden haben sehr viele Menschen, auch sehr viele sehr junge Menschen, die Bürden und die Sorgen dieser Pandemie vergessen. Der Applaus war frenetisch. Zu Recht! Theater Lübeck: Du hast alles richtig gemacht! Wir sind alle schwach und leer nach den vielen Monaten der Pandemie. Ihr habt Funken gesprüht! Kleine Schwächen in Gesang, Kostümierung oder Story sind  vernachlässigenswert, denn da war ein beseeltes Publikum. Die Frage wer glückseliger war, das Publikum oder die Darsteller, die endlich wieder auf der Bühne standen, kann vortrefflich diskutiert werden!

Mein Fazit: Endlich wieder: eine Bühne, die spielt, ein Land, das sich traut, Menschen, die wieder Kultur genießen können. Meine Besprechung wäre vielleicht wäre vielleicht ein wenig anders ausgefallen, hätten wir diese Pandemie nie erleben müssen. Heute ist sie einfach ein Lobgesang auf die Bretter des Theater Lübeck, die auch mir  die Welt bedeuten.

Ich danke so dem Theater Lübeck, den Darsteller*innen und jenen, die dieses „Modellprojekt“ ermöglichten. Ihr habt  Kultur auf der Bühne wieder live erlebbar gemacht und uns so die Möglichkeit gegeben, sich damit wieder lebhaft und emotional  damit auseinander zu können.

Night & Day – Up and down Broadway am Theater Lübeck; die nächsten Vorstellungen 30.5.; 11.6.2021  –  KARTEN  –  Link HIER!

—| IOCO KritikTheater Lübeck |—


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Ulm, Theater Ulm, Findungsverfahren – Neuer Generalmusikdirektor, IOCO Aktuell, 02.03.2021

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Theater Ulm

Theater Ulm © Carola Hölting

Theater Ulm © Carola Hölting

Generalmusikdirektor – Findungsverfahren am Theater Ulm

Felix Bender, Stefan Klingele, Leo Siberski, Andreas Wolf

Das Auswahlverfahren um die Position des Generalmusikdirektors am Theater Ulm geht in die entscheidende Phase. Nach 10 Jahren erfolgreichen Wirkens wird Timo Handschuh seine Tätigkeit am Theater Ulm auf eigenen Wunsch im Sommer 2021 beenden.

Theater und Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm erfreuten sich großer Reso-nanz auf die freiwerdende Position – nahezu 120 Bewerbungen gingen ein, darunter leider nur drei von Dirigentinnen.

Aus dieser Vielzahl von Anwärtern wurden 11 Bewerber und 1 Bewerberin in die engere Auswahl genommen. Bereits im Februar 2020 stellten diese sich im Rahmen von Orchesterproben vor, woraufhin die Theaterleitung im intensiven Dialog mit dem Orchestervorstand vier Kandidaten für die finale Runde im Bewerbungsverfahren auswählte.

Kai Metzger - INTHEGA Ehrenpreisträger © Theater Ulm

Kai Metzger – INTHEGA Ehrenpreisträger © Theater Ulm

Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Auswahlverfahren immer wieder un-terbrochen und verschoben werden. Leider ist es den nun benannten Kandidaten in der letzten Auswahlphase aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung noch immer nicht möglich, die musikalische Leitung einer regulären Vorstellung im Spielbetrieb zu übernehmen. Intendant Kay Metzger hat daher ein modifiziertes Verfahren ent-wickelt, das den Bewerbern die Möglichkeit bietet, sich in einer ausführlichen Probe und in einem nichtöffentlichen Konzertdirigat mit Auszügen aus Giuseppe Verdis Rigoletto sowie der Suite aus Der Rosenkavalier von Richard Strauss zu präsentieren. Hierfür wurde mit den zuständigen Behörden eigens ein dezidiertes Hygiene-konzept entwickelt, um ein Höchstmaß an Infektionsschutz für die Mitwirkenden zu gewährleisten.

Nach diesem ausdauernden Auswahlverfahren hofft das Theater Ulm auf eine gute Wahl für diese herausragende künstlerische Position am Ulmer Theater. Nichtöffentliche Auswahldirigate finden vor akkreditierten Medienvertretern am 01. März, 02. März, 04. März und 05. März 2021 jeweils um 18 Uhr statt.

IOCO-Korrespondentin Oxana Arkaeva wird an dem Verfahren teilnehmen und berichten

Die Kandidaten:  Felix Bender, Stefan Klingele, Leo Siberski, Andreas Wolf

Der gebürtig aus Sachsen-Anhalt stammende Felix Bender studierte in Weimar, wo er auch von 2010 bis 2013 als 1. Kapellmeister engagiert war. Anschließend wechselte er als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD nach Chemnitz und übernahm dort in der Spielzeit 2016/17 kommissarisch das Amt des GMD. Seit 2018/19 ist Felix Bender ständiger Gastdirigent an der Oper Leipzig und dirigierte dort u.a. die Wagneroper Tannhäuser, Verdis Don Carlo und La traviata, Puccinis Turandot, Faust von Gounod und Der Freischütz von Carl Maria von Weber. Zudem leitete er das Gewandhausorchester in Ballettabenden mit Werken von Bach bis Strawinsky.

Stefan Klingele begann seine Laufbahn als Repetitor am Nationaltheater Mannheim, 1996 wechselte er nach München als Dirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz. Anschließend war er als 1. Kapellmeister am Theater Bremen engagiert, wo er in der Spielzeit 2006/07 die Position des Chefdirigenten übernahm. Seit 2015 ist Stefan Klingele Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie Leipzig. Hier erschließt er neues Repertoire und zeichnete verantwortlich für die Welt-ersteinspielungen von Prinzessin Nofretete von Nico Dostal und Korngolds »Lied der Liebe«. Stefan Klingele begann seine Laufbahn als Repetitor am Nationaltheater Mannheim, 1996 wechselte er nach München als Dirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz. Anschließend war er als 1. Kapellmeister am Theater Bremen engagiert, wo er in der Spielzeit 2006/07 die Position des Chefdirigenten übernahm. Seit 2015 ist Stefan Klingele Musikdirektor und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie Leipzig. Hier erschließt er neues Repertoire und zeichnete verantwortlich für die Welt-ersteinspielungen von »Prinzessin Nofretete« von Nico Dostal und Korngolds Lied der Liebe.

Der Hannoveraner Leo Siberski studierte in Berlin bei Prof. Rolf Reuter an der Hoch-schule für Musik »Hanns-Eisler«. Als Assistent arbeitete er mit Daniel Barenboim, Kent Nagano, Vladimir Jurowski und Fabio Luisi in Berlin, Leipzig, Glyndebourne und Los Angeles, bevor er 2007 an der Semperoper Dresden mit »Die Zauber-flöte« debütierte. Noch im gleichen Jahr wurde Leo Siberski zum 1. Kapellmeister am Theater Bielefeld berufen. Vier Jahre später wechselte er in gleicher Position an das Theater Kiel. Hier übernahm er die Musikalische Leitung u.a. von Verdis »Lombardi alla prima Crociata« und »La Traviata«, sowie Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Seit 2017 ist Leo Siberski Generalmusikdirektor am Theater Plauen-Zwickau.Gastdirigate führten Leo Siberski u.a. zu den Bremer Philharmonikern, zu allen Sin-fonieorchestern des SWR, zum Münchner Rundfunkorchester, zum MDR Sinfonie-orchester, zu den Düsseldorfer Sinfonikern und an die Opernhäuser von Hannover, Düsseldorf, Innsbruck, an das Nationaltheater Iasi/Rumänien und die Staatsoper Kutaissi / Georgien.

Andreas Wolf studierte Dirigieren, Gesang und Klavier in München. Sein erstes Engagement führte ihn als Solorepetitor an das Schillertheater NRW in Wuppertal. Kurz darauf wechselte er als 2. Kapellmeister an die Städtischen Bühnen Münster. Gastengagements führten ihn nach Mendoza (Argentinien) und Athen, sowie an das Staatstheater Kassel, die Staatsoper Hannover und das Staatstheater Saarbrücken. In dieser Zeit erarbeitete er sich systematisch ein umfangreiches Repertoire vom Barock bis zur Moderne, das auch Filmmusik einschließt.Seit der Spielzeit 2013/14 ist Andreas Wolf als 1. Kapellmeister und Stellvertretender GMD am Theater Lübeck engagiert. Hier wirkt er seit 2018 auch als Kommissarischer GMD. Er dirigierte u.a. Schostakowitschs Lady Macbeth, Der ferne Klang von Franz Schreker und Christophe Colomb von Darius Milhaud. Diese Produktionen erregten auch international großes Interesse und festigten seinen Ruf als Spezialist für die Musik des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

—| IOCO Aktuell Theater Ulm|—


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Münster, Theater Münster, Katharina Kost-Tolmein – Ulrich Peters – 2021, IOCO Aktuell, 25.06.2020

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Dr. Katharina Kost-Tolmein  folgt  Dr Ulrich Peters – 2021

Stadtrat Münster entscheidet für Opernspezialistin aus Lübeck

Dr. Ulrich Peters, Intendant des Theater Münster © Oliver Berg

Dr. Ulrich Peters, Intendant des Theater Münster © Oliver Berg

Das Theater Münster ist alles in einem! Als größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters sieht das Theater Münster mit fünf Sparten – Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater – die Vermittlung dieser Vielfalt an ein breites Publikum als seine zentrale Aufgabe.Im Sommer 1941 total zerstört wurde das Haus am 4. Februar 1956 mit der Zauberflöte von W. A. Mozart neu eröffent. Pro Spielzeit stehen im Großen Haus, im variablen Kleinen Haus und in der neuen Spielstätte U2 rund 30 Premieren und 600 Vorstellungen auf dem Spielplan.  Dr. Ulrich Peters leitet das Theater Münster als Generalintenant seit August 2012. Zuvor hatte Peters (* 1955) als Intendant das Theater Augsburg (1999 – 2007) und das Münchener Gärtnerplatztheater (2007 – 2012) geleitet.

Dr. Katharina Kost-Tolmein  –  2021

Neue Generalintendantin des Theater Münster wird von der Spielzeit 2022/23 an Dr. Katharina Kost-Tolmein. Auf Vorschlag des Kultur- und Personalausschusses hat der Rat der Stadt Münster am Mittwochabend, 24. Juni 2020, erstmals eine Frau zur neuen Chefin des Theaters gewählt. Katharina Kost-Tolmein folgt 2021/22 dem Generalintendant  Dr. Ulrich Peters.

Dr. Katharina Kost-Tolmein - kommende Intendantin des Theater Münster © Tolmein

Dr. Katharina Kost-Tolmein – kommende Intendantin des Theater Münster © Tolmein

Dr. Katharina Kost-Tolmein, 1973 in Ludwigshafen am Rhein geboren, studierte Klavier in Karlsruhe und Brüssel sowie Musikwissenschaften und Philosophie in Heidelberg. Engagements führten sie nach Mannheim und als Musikdramaturgin ans Theater Heidelberg. Seit 2005 war sie am Theater Lübeck tätig, davon sieben Jahre als Operndirektorin. Sie setzte sich in Münster unter mehr als 50 Mitbewerbern für die Generalintendanz durch.

Generalmusikdirektor Golo Berg bleibt dem Theater Münster erhalten – auch das hat der Rat der Stadt Münster am Mittwoch entschieden. Sein derzeitiger Vertrag endet ebenfalls mit Ablauf der Spielzeit 2021/22, wird aber nun um weitere fünf Jahre bis zum Ende der Spielzeit 2026/27 verlängert.

Golo Berg, 1968 in Weimar geboren, absolvierte sein Studium an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Nach Stationen als Chefdirigent am Landestheater Mecklenburg und den Hofer Symphonikern wurde er Generalmusikdirektor am Städtebundtheater Hof, gefolgt vom Anhaltischen Theater Dessau sowie dem Theater Vorpommern. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er Generalmusikdirektor der Stadt Münster.

Seit mehr als 20 Jahren ist Golo Berg als Dirigent tätig und dirigierte zahlreiche renommierte Sinfonieorchester, darunter die NDR-Radiophilharmonie Hannover, das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks und die Hamburger Sinfoniker. In Münster realisierte er auch mehrere große Projekte mit Sinfonieorchester und musikalischen Laien – zum Beispiel das Festival MünsterMusik im Frühjahr 2019.

—| IOCO Aktuell Theater Münster |—


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