Linz, Landestheater Linz, URAUFFÜHRUNG – BILDER EINER AUSSTELLUNG – Ballett, 26.09.2020


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

BILDER EINER AUSSTELLUNG  – Uraufführung

TANZABEND VON MEI HONG LIN,  MUSIK  MODEST MUSSORGSKY,  SOUNDDESIGN VON RANDOMHYPE

Uraufführung Samstag, 26. September 2020, 19.30 Uhr –  weitere Vorstellungstermine: 30. September, 4., 10., 14., 29. Oktober, 4., 6., 15., 16. November, 4., 18. Dezember 2020

Choreografie und Inszenierung   Mei Hong Lin, Sounddesign   RANDOMHYPE, Bühne und Kostüme   Julio Andrés Escudero, Lichtdesign   Johann Hofbauer, Dramaturgie   Roma Janus, Thorsten Teubl

Mit:  TANZLIN.Z   –  Lara Bonnel Almonem, Rie Akiyama, Julie Endo, Núria Giménez Villarroya, Mireia González Fernández, Shao-Yang Hsieh, Yu-Teng Huang, Valerio Iurato, Lorenzo Ruta, Pavel Povrazník, Evi van Wieren, Safira Santana Sacramento, Nicole Stroh, Vincenzo Rosario Minervini, Nimrod Poles, Pedro Tayette, Kayla May Corbin Shang-Jen Yuan,

Live Electronic   RANDOMHYPE, Pianist   Stefanos Vasileiadis

Landestheater Linz / BILDER EINER AUSSTELLUNG - Safira Santana Sacramento © Robert Josipovic

Landestheater Linz / BILDER EINER AUSSTELLUNG – Safira Santana Sacramento
© Robert Josipovic

ZUM STÜCK


Inspiriert durch eine posthume Ausstellung von Werken seines verstorbenen Freundes, des Malers Victor Hartmann, komponiert Modest Mussorgsky 1874 seinen Klavierzyklus Bilder einer Ausstellung. Bekannt wurde das Werk aber vor allem durch eine das Original glättende Orchesterfassung von Maurice Ravel. Dabei hatte Mussorgsky ein Klavierwerk mit archaischer Rohheit geschaffen, das mit seinem nicht enden wollenden Farbenreichtum die ästhetischen Klangvorstellungen seiner Zeit sprengte und bereits die Pforten zum 20. Jahrhundert aufriss.
Die Choreografien von Mei Hong Lin zeichnen sich durch die enge Verbindung zwischen Musik und Bewegung aus. In Bilder einer Ausstellung unterzieht sie ihr eigenes Schaffen einer systematischen Intervention und hinterfragt ihr Werk NEU.

Sie setzt bestehendes Material als strukturelle und emotionale Inspiration in einen neuen Kontext und manifestiert Bewegung und Ausdruck als eine Fortentwicklung ihrer eigenen choreografischen Entwicklung. Sie zeigt Möglichkeiten zur Überwindung von Angst und Tod auf sowie die Akzeptanz der Endlichkeit und zeichnet das tiefenpsychologische Narrativ der Bilder einer Ausstellung choreografisch nach. Dabei erfindet sie mit Hilfe eines interagierenden Sounddesigns und dem DJ Christian Düchtel LIVE ON STAGE den Klavierzyklus neu: Modest Mussorgsky und Mei Hong Lin – reframed.

Landestheater Linz / BILDER EINER AUSSTELLUNG - Mireia González Fernández © Laurent Ziegler

Landestheater Linz / BILDER EINER AUSSTELLUNG – Mireia González Fernández
© Laurent Ziegler

INHALT


BILDER EINER AUSSTELLUNG


Mei Hong Lin nimmt Sie mit auf eine Reise und führt durch ihre choreografische BILDER EINER AUSSTELLUNG inspiriert von der Originalfassung von Modest Mussorgsky.

PROMENADE 1

Die Emotionen der Bilder werden von einem Raum in den nächsten getragen, wie eine Vorahnung, eine Andeutung – sie sind auch gleichzeitig ein Nachklang.

Die Promenade ist eine musikalische Brücke zwischen den einzelnen Klavierstücken. Sie betreten wie ein Besucher eine choreografische Gemäldegalerie, eine Galerie aus Bewegung und Imagination. Langsam schweift Ihr Blick von einem Bild zum nächsten. Sie erkennen verschiedene Situationen und Geschehnisse und Orte. Sie sehen einen Gnom, zwei Frauen, eine Jugendliche, zwei Könige, Verliebte.

Bild Nr. 1 DER GNOM

Der Zwerg symbolisiert die Persönlichkeit und den psychischen Zustand eines Menschen. Er unternimmt den Versuch mit aller Kraft gegen die Machtlosigkeit und Unterdrückung anzukämpfen, mit der er in seinem Leben konfrontiert ist.

PROMENADE 2

Die zweite Promenade hat die Funktion einer Einleitung zum zweiten Bild. Es stellt eine junge Frau dar, die mit großer Vorfreude und in lustvoller Gespanntheit auf ihren Geliebten wartet. In ihren Gedanken durchlebt sie noch einmal die schönsten Erinnerungen und gemeinsamen Momente mit ihm und schwebt in wunderbarsten Fantasien.

Bild Nr. 2 DAS ALTE SCHLOSS

Eine verhängnisvolle Romanze. Die Liebe und Seele von zwei Liebenden brennt, weil ihre Sehnsucht durch widrige Umstände nicht erfüllt werden kann. Zwei einander liebende Seelen brennen füreinander. Die gegenseitige Anziehungskraft und körperliche Lust stoßen auf eine scheinbar nicht zu überwindende Distanz.

Bild Nr. 3 DIE TUILLERIES 

Spielende Jugendliche mit viel Lebensfreude und Vitalität blicken ihrer Zukunft entgegen. Der grenzenlosen Lebenslust und Unbeschwertheit wird die Realität des Erwachsenwerdens mit all ihren Problemen entgegengesetzt.

Bild Nr. 4 BYDLO

Der von Mussorgsky musikalisch gezeichnete Ochsenkarren steht für Schwierigkeiten und erzählt von Traumata und Belastung und zeigt die Sehnsucht von Menschen nach Befreiung auf.

Bild Nr. 5 DAS BALLETT DER KÜKEN IN IHREN EIERSCHALEN

Dieses Bild thematisiert politische Machtverhältnisse und potenziell konfliktreiche Situationen. Es sind zwei Machtpersonen dargestellt, die gleichgültig ihrer großen Verantwortung um Besitz streiten, diskutieren, verhandeln, sich gegenseitig bedrohen. Gehüllt in aufgeplusterte, edle Gewänder, demonstrieren sie sich gegenseitig ihre Macht und beobachten mit großer Skepsis jeden Schritt des anderen.

Bild Nr. 6 SAMUEL GOLDENBERG UND SCHMUYLE

Die Geschichte erzählt ein konträres Schicksal von zwei Frauen. Eine ist tot, die andere lebendig. Die eine wünscht sich den Platz der anderen einzunehmen und die eine lebt mehr in ihren Wunschvorstellungen und illusorischen Konstruktionen, als im wirklichen Leben. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine mysteriöse Verbindung, da sie beide auf einen Mann warten, der nicht zurückkommen wird. Hoffnungslosigkeit.

Bild Nr. 7 LIMOGES – DER MARKTPLATZ

Dieses Bild knüpft an die Promenade an. Während man auf dem zweiten Bild, in der zweiten Choreografie, eine junge Frau sah, die sehnsüchtig auf ihren Geliebten wartete, wird sie hier mit einer Enttäuschung konfrontiert. Der Mann, dem sie erwartungsvoll begegnet, erweist sich nicht als der richtige.

Bild Nr. 8 CATACOMBAE

Dieses Bild thematisiert die dunklen und toxischen Seiten einer Beziehung – Manipulation und Besessenheit. In den dunklen, düsteren Klängen spiegeln sich Zwang, Leidenschaft, Obsession und Abhängigkeit wider. In den Klängen wird eine skurrile Verbindung zwischen zwei Liebenden illustriert, die von Voyeurismus Bedrohung, emotionaler Kälte, Bedrängung und Depressionen geprägt ist.

Bild Nr. 9 BABA -YAGA – DIE HÜTTE AUF HÜHNERFÜSSEN

Dieses Bild handelt von einer Krise und ihren gesellschaftlichen und soziologischen Folgen. Es entsteht ein neues Verhältnis und eine neue Definition von Nähe und Abstand. Gefühle wie Angst und Misstrauen und das Verlangen nach Selbstschutz werden aufgezeigt und verarbeitet. Es ist ein Lernprozess der Akzeptanz und des neuen Umgangs, sich nicht von Misstrauen und Furcht manipulieren zu lassen.

Bild Nr. 10 DAS GROSSE TOR VON KIEV

Das letzte Bild zeigt eine grenzenlose Liebe zwischen zwei Menschen, die bis über den Tod hinausgeht. Der liebevolle und zärtliche Umgang der Liebenden endet manchmal auch sehr schmerzvoll und kann zum Tode führen.

Am Ende werfen wir noch einmal einen Blick auf die gesamte Ausstellung. Gesehenes und Gehörtes wiederholt sich, noch einmal kommt Erlebtes hoch und ruft große Emotionen hervor. Das Publikum wird aufgefordert, das Gesehene mit sich selbst in einen Kontext zu setzen


BIOGRAFIEN


MEI HONG LIN CHOREOGRAFIE UND INSZENIERUNG

Mei Hong Lin wurde in Taiwan geboren und erhielt eine Ausbildung in klassischem chinesischen Tanz in ihrer Heimat. Anschließend studierte sie an der Accademia Nazionale di Danza in Rom sowie an der Folkwanghochschule in Essen. Diese unterschiedlichen stilistischen Wurzeln finden Niederschlag in ihrer choreografischen Arbeit. 1991/1992 war sie Ballettdirektorin am Theater Plauen und von 1997 bis 2002 Mitglied im Ballettdirektorium am Theater Dortmund. In der Spielzeit 2004/2005 übernahm Lin die Tanzdirektion am Staatstheater Darmstadt. Ihre Stücke Hôtel du Nord, Ainadamar, The Juliet Letters – Briefe an Julia, Last Minute sowie Macbeth erlangten überregionale Aufmerksamkeit. Mit Schwanengesang wurde sie 2010 zum Taipei International Festival nach Taiwan eingeladen. Ihre Tanzstücke Die Brautschminkerin und Romeo + Julia wurden 2011 und 2012 für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert. Mit der Spielzeit 2013/2014 übernahm Lin die Tanzsparte am Landestheater Linz. Eine Einladung zum renommierten Seoul Performing Arts Festival führte die Kompanie 2014 mit dem Stück Blind Date nach Korea und 2016 mit Orfeo ed Euridice zum 14. Internationalen Opern Festival nach Daegu (Korea), wo die Produktion mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde.

Neben ihren Tanzproduktionen führte Mei Hong Lin auch selbst Regie und kreierte zahlreiche Choreografien für Oper, Operette, Musical und Schauspiel sowie spartenübergreifende Produktionen für die Theater von Augsburg, Bielefeld, Innsbruck, Kaiserslautern, Linz, Schwerin, Rostock die Oper Leipzig, das Schauspiel Leipzig, die Staatsoperette Dresden, die Oper Toulon, das Teatro Real Madrid, die Oper Göteborg und die Erfurter Domstufen-Festspiele.

2017 und 2018 wurde sie für ihre Produktionen Schwanensee und Die kleine Meerjungfrau mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet. In der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Die deutsche Bühne“ wurde ihre Brautschminkerin 2017 als beste Tanzproduktion des Jahres nominiert.

Internationale Aufmerksamkeit erregt 2017 auch ihr Tanzstück Music for a while in Zusammenarbeit mit Christina Pluhar und dem Ensemble L’arpeggiata. Die Produktion wird regelmäßig im luxemburgischen, belgischen und französischen Fernsehen ausgestrahlt.

Jüngst begeisterte die Rekonstruktion von Johann Kresniks legendärem Macbeth durch die Kompanie TANZLIN.Z (Einstudierung Christina Comtesse) Presse und Publikum. Die Kompanie wurde eingeladen, mit dieser Produktion das renommierte Festival IMPULSTANZ im Juli 2019 in Wien zu eröffnen. Am 30. März wurde Mei Hong Lins neueste Kreation, Marie Antoinette, ein Psychogram der auf der Guillotine hingerichteten französischen Königin und Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, uraufgeführt. Die Musik ist eine Auftragskomposition und stammt von Walter Haupt. In der Spielzeit 2019/2020 brachte Mei Hong Lin ihre Deutungen von Strawinskys Sacre du printemps und Prokofjews Cinderella zur Aufführung.

RANDOMHYPE SOUNDDESIGN

Christian Düchtel alias RANDOMHYPE ist Club-DJ seitdem er sechzehn ist. Aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus (der Vater ist Professor für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation) und mit klassischer Chor- und Klavierausbildung, beginnt er im bayerischen Regensburg Mitte der neunziger Jahre das, was mal die „Reproduktion von Musik mittels Plattenspieler“ genannt wurde. Immer schon an Brüchen und Übergängen in und mit Musik interessiert, startet er sein DJing mit HipHop, erweitert aber sein Soundspektrum schnell auf andere Club-Musikstile, vornehmlich Breakbeat und alles Artverwandte – Funk, Electro, TwoStep, Garage, Jungle, Drum´n´Bass und Dubstep. Nach zahlreichen Club – DJ – Sets beginnt er die Produktion von Club -Tracks, die unter anderem in England veröffentlicht werden.

Viele Jahre veranstaltet Düchtel die erfolgreiche monatliche Düsseldorfer Dubstep-Reihe RoyalBeatClub als Resident DJ – „Doogie Playground“. 2007 erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Verein „musik21“ (Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik). Hier mischt Düchtel als DJ in einem Düsseldorfer Szene-Club neue Musik mit Dub – Elementen. Seit 2008/2009 kooperiert er mit Tanztheatercompagnies. Am Forum Freies Theater Düsseldorf entwickelt er mit der Choreografin Gudrun Lange als Produzent des Stückes Affected by – ein Tanzstück mit Jugendlichen über Dore Hoyer. Am Staatstheater Kassel ist er live auf der Bühne als Soundkomponist und DJ mit dem Tanzensemble bei dem Stück Tanzabend II … und raus bist du! in der Choreografie von Johannes Wieland und mit dem Dramaturgen Thorsten Teubl. Die Zusammenarbeit mit Johannes Wieland am Staatstheater Kassel als Soundkomponist findet die Fortsetzung bei der Produktion Tanzabend II – Catcher und Traffic. In der Spielzeit 2020/2021 begleitet er das Tanzstück Bilder einer Ausstellung von Mei Hong Lin am Landestheater Linz als Soundkomponist live auf der Bühne.

JULIO ANDRÉS ESCUDERO BÜHNE UND KOSTÜME

Der gebürtige Argentinier Julio Andrés Escudero absolvierte Ballettkurse am Teatro Colón und studierte Tanz an der Schule für Zeitgenössischen Tanz des Teatro General San Martín in Buenos Aires. 2003 schloss er seine Ausbildung mit Auszeichnung als bester Absolvent seines Jahrgangs durch den Argentinian Dance Council, Mitglied des CID der UNESCO, ab. In seiner Heimat war er Mitglied des Ballet del Mercosur (Leitung: Maximiliano Guerra), der Compagnie MR Danza, des Ballet de Bolsillo unter der Leitung von Oscar Araiz und des Ballet Contemporáneo del Teatro San Martín. Hier tanzte er in Choreografien von Mauricio Wainrot, Marc Ribaud, Roxana Grinstein, Roberto Galván und Gustavo Lesgart. 2006 verpflichtete ihn Ana María Stekelman für das Projekt Les noces de l’enfant roi nach Versailles. Er wirkte in zahlreichen Tanzvideoproduktionen mit und trat auch als Choreograf bereits in Erscheinung. Von 2008 bis 2010 war er Mitglied der spanischen Kompanie Art Trànsit Dansa Barcelona, mit der er zahlreiche nationale und internationale Tourneen unternahm. Mit der Spielzeit 2011/2012 wechselte er für 2 Jahre an das Staatstheater Darmstadt und war danach für einige Jahre festes Ensemblemitglied im Tanzensemble des Landestheaters Linz.

JOHANN HOFBAUER LICHTDESIGN

Johann Hofbauer, ausgebildeter Bühnen- und Beleuchtungsmeister, arbeitet seit 1987 als Beleuchter am Landestheater Linz und übernahm 2006 die Leitung der Beleuchtungsabteilung. Er zeichnet seit dem Jahr 2000 für zahlreiche Lichtdesigns verantwortlich. Darüber hinaus war er als Beleuchtungsmeister bei den Salzburger Festspielen und als Lichtdesigner u. a. für Produktionen und Gastspiele an verschiedenen Theatern in Deutschland, Österreich, Griechenland, Korea, Taiwan tätig. Seit 2000 gestaltet er als freischaffender Lichtdesigner bei zahlreichen Off-Produktionen und freien Gruppen das Bühnenlicht.

Am Musiktheater Linz arbeitete er unter anderem mit Regisseuren und Choreografen wie La Fura dels Baus, Achim Freyer, Henry Mason, Hermann Schneider, Johannes von Matuschka, Jörg Mannes, Jochen Ulrich, Mei Hong Lin und Matthias Davids.

ROMA JANUS DRAMATURGIE

Studium Theater- Film-, und Medienwissenschaft; Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Ergänzung durch Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte in Wien. Seit 2002 ist Janus vor allem als unabhängige Kulturmanagerin, Produktionsleiterin und Kuratorin tätig. Sie beginnt als Regieassistentin am Theater (u. a Stadttheater Grein) und sammelt berufliche Erfahrung als Dramaturgin und Regisseurin. Von Beginn an, an hybriden Kunstformen interessiert, führt sie ihre Arbeit in der Sparte Tanz Performance fort, wo sie sich durch kontinuierliche Kooperationen mit Künstlerinnen aus der Wiener Tanz Perfomance Szene und Institutionen wie das Tanzquartier Wien, BRUT Wien, WUK art performing arts positionieren kann und ein internationales Netzwerk aufbaut. Janus organisiert internationale Tourneen in Asien, Europa, Nord,- und Südamerika. Unter anderem arbeitet sie mit der Tanzcompany Gervasi, claudia bosse/thetercombinat, nomad.theatre, Cie. Maciej Kuzminski, Nikolaus Adler und zuletzt mit Cie. Willi Dorner zusammen. 2015 gründet sie die Agentur ROCONCEPT Performing Arts Management. 2016 ist sie Kuratorin des österreichischen Programms “Let the Artists (Not)Die“ in der europäischen Kulturhauptstadt Breslau.

Seit der Spielzeit 2020/2021 ist sie am Landestheater Linz als Tanzmanagerin und

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, Le Prophète – Giacomo Meyerbeer, IOCO Kritik, 05.11.2019

November 5, 2019 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Le Prophète  –  Giacomo Meyerbeer

 Die Wiedertäufer – im Wettstreit der Unrechtssysteme

von Marcus Haimerl

Die Grabstätte von Giacomo Meyerbeer in Berlin © IOCO

Grabstätte von Giacomo Meyerbeer in Berlin © IOCO

Die erste Premiere der Saison im Landestheater Linz galt Giacomo Meyerbeers selten aufgeführter grand opéra Le Prophète (Der Prophet). Giacomo Meyerbeer und sein Librettist Eugène Scribe unterschrieben bereits 1838 den Werkvertrag über den „Propheten“ und hinterlegten im März 1841 eine provisorische Partitur bei einem Pariser Advokaten; in weiser Voraussicht, dass es mit der Direktion bereits vor der Premiere zu heftigen Auseinandersetzungen kommen könnte. Und so kam es auch: Direktor Léon Pillet weigerte sich, die von Meyerbeer für die zentrale Partie der Fidès vorgesehene, äußerlich weniger attraktive Altistin Pauline Viardot-Garcia zu akzeptieren. In Folge zog der Komponist die Partitur zurück und es kam erst mit dem Amtsnachfolger Edmond Duponchel 1847 zu einer Einigung. Bis zur Premiere im April 1849, hatte Meyerbeer ausreichend Zeit, letzte Hand an die Partitur zu legen und die Proben mit enormem Arbeitsaufwand – allein dreiundzwanzig Orchesterproben – zu leiten. Wie bei seinen Hugenotten musste auf Grund der Überlänge eine Dreiviertelstunde Musik gestrichen werden. Auf das Endergebnis hatte die Kürzung jedoch keinerlei Auswirkung, war doch der Erfolg genauso sensationell wir bei Robert le Diable.

Le Prophete – Giacomo Meyerbeer
youtube Trailer Landestheater Linz
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Die Beliebtheit der Werke von Giacomo Meyerbeer zeigt sich auch an der Tatsache, dass am Premierentag, dem 16. April 1849, die Deputiertenversammlung im Pariser Parlament nicht beschlussfähig war, da zu viele Abgeordnete in der Opéra saßen.

Eugène Scribes Libretto behandelt eine Episode aus der Geschichte des Täuferreich von Münster, der Wiedertäufer, deren Anführer  Johann von Leyden (in der Oper Jean de Leyde) in den Jahren 1534/35 die Stadt Münster beherrschte, Katholiken sowie Protestanten vertrieb, das Reich Zion wurde ausrief, das Privateigentum abschaffte und Vielweiberei einführte. Das Täuferreich von Münster endete im Juni 1535 in einem Blutbad, als kaiserliche Truppen unter Franz von Waldeck Münster eroberten. Johann van Leyden und andere Anführer wurden auf dem Prinzipalmarkt von Münster öffentlich gefoltert, Zungen mit glühenden Zangen heraus gerissen; nach ihrem Tod wurde van Leyden sichtbar in einem eisernen Korb an der  Lambertikirche  aufgehängt. Die Körbe hängen bis heute dort.

Anders als bei den Hugenotten sperrte Scribe alles Gewalttätige der Szene aus und ließ auch keine Diskussion der messianischen und sozialrevolutionären Aspekte der Wiedertäuferbewegung zu. Stattdessen rahmt, wie auch schon bei den Hugenotten, die historische Handlung eine Privathandlung, die Beziehung Jeans zu seiner Mutter Fidès und seiner Braut Berthe, ein:

Die Waise Berthe ist mit Jean verlobt. Jeans Mutter Fidès kommt zu ihr, um diese zu ihrem Bräutigam zu führen. Die beiden treffen auf Zacharie, Jonas und Mathisen, drei Anhänger der Anabaptistenbewegung, die aus ihren religiösen Ansichten heraus das Volk zum Kampf gegen die Obrigkeit anstachelt. Die Anhänger des Grafen von Oberthals, der über diese Gegend herrscht, können den Aufstand noch einmal verhindern.

Beide Frauen nutzen die Gelegenheit, das Einverständnis Oberthals für die Hochzeit zu erbitten. Doch Oberthal schleppt beide, Fidès und Berthe, die sein Begehren geweckt hat, mit sich fort.

 Landestheater Linz / Le Prophete - hier : Matthäus Schmidlechner als Jonas, Jeffrey Hartman in der Titelpartie des Jean, Adam Kim als Mathisen © Reinhard Winkler

Landestheater Linz / Le Prophete – hier : Matthäus Schmidlechner als Jonas, Jeffrey Hartman in der Titelpartie des Jean, Adam Kim als Mathisen © Reinhard Winkler

Während Jean auf Braut und Mutter wartet, erkennen die drei Täufer in ihm einen ausstrahlungsstarken Führer. Dieser lehnt jedoch ab. Als Berthe auf der Flucht vor Oberthals Zudringlichkeiten Schutz bei Jean sucht, dieser aber von Oberthal vor die Wahl gestellt wird, entweder seine Braut herauszugeben oder den Tod seiner Mutter miterleben zu müssen, entscheidet sich Jean für die Mutter. Er ist nun auch bereit, sich den Täufern anzuschließen und – als selbsternannter Prophet die Führung der Täufer zu übernehmen.

Mathisen meldet, dass der Kaiser mit einem Heer im Anmarsch ist, um der Stadt Münster, die von den Täufern belagert wird, zu Hilfe zu eilen. Zacharie befiehlt im Namen des Propheten, ohne sich mit Jean abzusprechen, den Sturm auf die Stadt. Oberthal wird von den Täufern aufgegriffen. Jean fragt nach seiner Braut und erfährt, dass Berthe nach Münster geflohen ist. Es wird gemeldet, dass der Angriff fehlgeschlagen ist. Die Soldaten revoltieren gegen Jean, da sie ihn für den Urheber dieses missglückten Angriffs halten. Mit einer charismatischen Ansprache vermag der Prophet die Soldaten zu besänftigen und bricht nun gemeinsam mit ihnen auf, um die Stadt zu erobern.

Die Täufer haben die Stadt Münster eingenommen, in welche es auch Fidès verschlagen hat. Sie trifft auf Berthe, beide wissen nicht, dass Jean der Prophet ist, vielmehr vermutet Fidès, der Prophet habe Jean getötet. Als sie Berthe davon erzählt, will diese den Propheten töten. Als sich Jean zum König seiner Bewegung krönen lässt, erkennt Fidès in ihm ihren Sohn und ruft entsetzt „Mein Sohn!“. (Meyerbeer beachtet hier geschichtliches: Auch Wiedertäufer Johann von Leyden ließ sich 1535 zum „König“ von Münster krönen)

Daraufhin behauptet Jean, dass Fidès wahnsinnig sei und ihn verwechsle. In einer Rede an das Volk bietet er seinen Tod an, falls er doch der Sohn von Fidès sei, da ansonsten der Einsturz des Propagandagebäudes der Täufer droht. Der Trick gelingt, Fidès revoziert und die Anhänger des Propheten glauben an ein Wunder.

Der Kaiser hat Zacharie, Jonas und Mathisen freies Geleit für die Auslieferung Jeans zugesichert. Diese wollen das Angebot annehmen. Fidès ist bereit Jeans Verhalten zu verzeihen, wenn er sich von den Täufern lossagt. Alle drei wollen ein gemeinsames Leben in der Abgeschiedenheit beginnen. Als ein Getreuer Jeans den Verrat der drei Täufer meldet, erkennt Berthe in Jean den verhassten Propheten, das kann sie nicht ertragen und nimmt sich das Leben. Da Jean nun nichts mehr bleibt, reißt er sich, seine Anhänger und Feinde in den Untergang, als er bei einem Fest ein Pulvermagazin, das sich unter dem Saal befindet, in Brand setzt.

Landestheater Linz / Le Prophete – hier : Jeffrey Hartmann als Jean und die Täufer © Reinhard Winkler

In seiner Arbeit setzt Regisseur Alexander von Pfeil auf Zeitlosigkeit. Das Einheitsbühnenbild von Piero Vinciguerra zeigt das Halbrund einer außer Betrieb genommenen, verfallenen Fabrikshalle in einer postapokalyptischen Zeit. In jener Fabrikhalle herrscht der Graf von Oberthal, ehe sich die Machtverhältnisse in diesem Mikrokosmos verschieben und die Täufer eine andere Form von Schreckensherrschaft ausüben. Hier dominieren brennende Kreuze, Hinrichtungen stehen an der Tagesordnung, tote Körper hängen von der Decke und die ehemaligen Begleiterinnen des Grafen von Oberthal werden gezwungen, den Boden zu waschen.  Ku-Klux-Klan und die Behandlung der jüdischen Bevölkerung im dritten Reich sind nur einige Bilder, die dem Zuseher hier in den Sinn kommen.

Alexander von Pfeil verzichtet auf die szenische Umsetzung der für die Grand Opéra typischen Balletteinlage und setzt von Beginn an auf projizierte Bibelstellen und Zitate („Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie harmlose Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe.“ Matthäus 7,15). Mit diesen düsteren Bildern gelingt es Alexander von Pfeil, den Kern des Werks freizulegen und zu zeigen, wie ein Unrechtssystem durch ein viel Schlimmeres ersetzt wird.

Die Titelpartie des Jean singt der amerikanische Tenor Jeffrey Hartman mit samtenem Tenor, sorgt für schöne Momente und kann im Finale überzeugen. Die heimliche Titelrolle, jener von Jeans Mutter Fidès, wird von der amerikanischen Mezzosopranistin Katherine Lerner mit großer Leidenschaft und höchster Präzision verkörpert, besonders intensiv im Finale des vierten Aktes. Herausragend die Berthe von Brigitte Geller, die mit ihrem großen, leuchtenden Sopran eine überzeugende Wandlung vollzieht. Mit ihrer enormen Bühnenpräsenz wird die Partie der Berthe der ansonsten dominanteren Rolle der Fidès ebenbürtig.

Stimmstark auch das Täufer-Trio Dominik Nekel (Zacharie), Matthäus Schmidlechner (Jonas) und Mathisen (Adam Kim). Als Bösewicht Graf von Oberthal begeistert Martin Achrainer mit seinem schönen, ausdruckstarken Bariton und intensivem Spiel.

Landestheater Linz / Le Prophete - hier : Jeffrey Hartmann als Jean und Katherine Lerner © Reinhard Winkler

Landestheater Linz / Le Prophete – hier : Jeffrey Hartmann als Jean und Katherine Lerner © Reinhard Winkler

Auch das restliche Ensemble konnte mit soliden Leistungen aufwarten: Markus Schulz (ein Bauer), Csaba Grünfelder (ein Soldat), Marius Mocan (ein Bürger), Tomasz Kovacic (ein Offizier), Jonathan Whiteley und Markus Raab (Wiedertäufer) und Danuta Koskalik und Yoon Mi Kim-Ernst (zwei Bäuerinnen). Größtes Lob auch für die Leistungen des Chors, des Extrachors und des Kinder- und Jugendchors des Landestheater Linz.

Am Pult des Bruckner Orchesters Linz versteht Markus Poschner über knapp vier Stunden die musikalische Spannung zu halten und die teils aufrüttelnde Musik von  Giacomo Meyerbeer detailreich wiederzugeben.

Mit dieser Produktion hat das Landestheater Linz sich nicht nur eines Riesenwerks angenommen, sondern auch bewiesen, dass Giacomo Meyerbeer auch heute noch Aktualität besitzen kann.

—| IOCO Kritik Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, SISTER ACT – MUSICAL, 07.09.2019


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

SISTER ACT  –  Deloris wird Zeugin, wie ihr zwielichtiger Chef …

MUSIK ALAN MENKEN | GESANGSTEXTE GLENN SLATER | BUCH CHERI STEINKELLNER UND BILL STEINKELLNER

PREMIERE SAMSTAG  7. SEPTEMBER 2019

Musicalpremiere in der Spielzeit 2019/2020 Sister Act am 7. September 2019 im Großen Saal des Musiktheaters . Wieder einmal ist es dem Landestheater Linz gelungen, sich die Rechte für ein Hit-Musical zu sichern, das bisher ausschließlich in kommerziellen Produktionen zu sehen war. Alan Menken (Die Schöne und das Biest, Aladdin, Rapunzel – neu verföhnt) schrieb die mitreißende Musik für die Musicalversion der bekannten Filmkomödie mit Whoopie Goldberg, Regie führt Andreas Gergen (Besuch der alten Dame, I Am From Austria) und es choreografiert Kim Duddy (The Wiz).

HANDLUNG: Sängerin Deloris wird Zeugin, wie ihr zwielichtiger Chef und Liebhaber Curtis einen seiner „Mitarbeiter“ erschießen lässt. Police Officer Eddie denkt sich ein spezielles Zeugenschutzprogramm aus: Er bringt sie in einem Nonnenkloster unter. Dessen berüchtigt talentarmen Chor bringt Deloris binnen kurzem so auf Vordermann, dass die Klostergottesdienste bald rammelvoll sind und sogar das Fernsehen anfängt, davon zu berichten. Nicht gerade ideal, wenn man eigentlich vorhatte, unterzutauchen.

Das Musical Sister Act wurde 2006 in Pasadena uraufgeführt. 2009 brachte Whoopi Goldberg es als Produzentin in London heraus (Spieldauer 16 Monate). 2010 machte es Stage-Entertainment in Hamburg (720 Vorstellungen) und 2011 in Wien (15 Monate) zur Erfolgsproduktion, die anschließend auch in Oberhausen, Stuttgart, Berlin, Frankfurt und München für ausverkaufte Häuser sorgte. Die Broadway-Produktion wurde 18 Monate gespielt.

Die Original-Musik stammt von Star-Komponist Alan Menken, der für Disney u. a. die Scores von The Little Mermaid, Beauty and the Beast, Aladdin, Pocahontas, The Hunchback of Notre Dame, Enchanted und Sausage Party schrieb. Sehr bekannt ist auch sein Bühnenmusical Der kleine Horrorladen. Alan Menken wurde mit 8 Oscars, 11 Grammy Awards und einem Tony Award ausgezeichnet.

Landestheater Linz / Tertia Botha (Deloris van Cartier) © Robert Josipovic

Landestheater Linz / Tertia Botha (Deloris van Cartier) © Robert Josipovic


SISTER ACT
MUSIK VON ALAN MENKEN | GESANGSTEXTE VON GLENN SLATER | BUCH VON CHERI STEINKELLNER UND BILL STEINKELLNER
Zusätzliches Material (Buch) von Douglas Carter Beane
Nach dem Touchstone Pictures Film (Drehbuch Joseph Howard)
Deutsche Dialoge von Werner Sobotka und Michaela Ronzoni
Deutsche Gesangstexte von Kevin Schröder und Heiko Wohlgemuth
In deutscher Sprache mit Übertiteln

Premiere Samstag, 7. September 2019, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen: 14., 15., 20., 21., 23., 24., 26., 28. September 2019, 2., 4., 5., 9., 19., 23., 25., 31. Oktober 2019

Musikalische Leitung Tom Bitterlich, Inszenierung Andreas Gergen, Choreografie Kim Duddy, Associate Choreographer Eleonora Talamini, Bühne Walter Vogelweider, Kostüme Conny Lüders, Lichtdesign Michael Grundner, Dramaturgie Arne Beeker

MIT:  Tertia Botha, Dionne Wudu (26.1., 7.2., 22.2.) (Deloris van Cartier), Daniela Dett (Mutter Oberin), Hanna Kastner (Mary Robert), Viktoria Schubert (Mary Lazarus), Sanne Mieloo (Mary Patrick / Michelle), Silke Braas-Wolter (Mary Olympia), Dawn Daphne Samantha Bullock (Mary Honorata), Susanna Hirschler (Mary Curata), Anja Karminski (Mary Theresa), Isabella Prühs (Mary Passionata), Celina dos Santos (Mary Pieta), Lynsey Thurgar (Mary Nirvana / Tina), Nina Weiß (Mary vom göttlichen Herzen Jesu), Karsten Kenzel (Curtis Jackson), Gernot Romic (Eddie Fritzinger), Lukas Sandmann (TJ), David Arnsperger (Joey), Christian Fröhlich (Pablo), William Mason (Monsignor O’Hara), Carlo Schiavone (Ensemble), Cedric Lee Bradley (Ensemble),  Band

Der Musicalrenner vom Broadway mit den Hits von Disney-Hauskomponist Alan Menken endlich in Linz!

Tertia Botha (Deloris) – erstmals in Linz

Die südafrikanische Sängerin mit künstlerischer Ausbildung in Kapstadt feierte frühe Erfolge mit der Band Preluders und 400.000 verkauften Platten. Ihre Musicalkarriere begann im Vienna’s English Theatre mit Europa- Tournee und führte an die namhaften deutschen Bühnen. Die Gründerin der Gesellschaft zur Unterstützung von Künstler*innen aus Südafrika performte für Oscarpreisträger James Horner seinen Welthit My Heart Will Go On aus dem Film Titanic. Sister-Act-Regisseur Andreas Gergen arbeitete mit Tertia bereits in dem Chormusical Martin Luther King, das – organisiert von der evangelischen Kirche – in großen Hallen mit bis zu 10.000 Zuschauer*innen aufgeführt wird.

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, Premiere WINTERREISE BlackBox Musiktheater, 20.01.2019

Januar 18, 2019 by  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

WINTERREISE
auf Gedichte von Wilhelm Müller
In deutscher Sprache

Premiere Sonntag, 20. Jänner 2019, 20.00 Uhr
BlackBox Musiktheater

Die weiteren Vorstellungstermine: 24., 27., 30. Jänner; 1., 6., 8., 12., 16., 22., 24. Februar 2019
Inszenierung Hermann Schneider
Bühne und Kostüme Falko Herold
Video Patrick Bannwart, Falko Herold
Dramaturgie Anna Maria Jurisch
Sänger Martin Achrainer
Klavier Tommaso Lepore

ZUM STÜCK
Als Franz Schubert 1827 zum ersten Mal den Liederzyklus Winterreise präsentierte, reagierten seine Freunde mit Ratlosigkeit. Zu roh, zu dunkel, zu schwer verdaulich! Nur der berühmte „Lindenbaum“ fand Gnade. Aber Schubert war sich vollkommen sicher, ein Werk von Bedeutung geschaffen zu haben, keine Komposition scheint ihm so wichtig gewesen zu sein, wie die musikalische Umsetzung dieser 24 Gedichte von Wilhelm Müller. Und tatsächlich – dieser Zyklus ist quasi gleichbedeutend mit der Gattung Lied, sein Einfluss auf andere Künstler kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Samuel Beckett liebte diese Musik, Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek verfasste eine sehr persönliche Auseinandersetzung unter gleichem Titel, für Sänger der Gegenwart gehört es zum guten Ton, Winterreise aufzuführen.
In einer Inszenierung von Intendant Hermann Schneider setzen sich Bariton Martin Achrainer und Pianist Tommaso Lepore mit diesem Kollos des Liedes auseinander. Erkundet werden in der Ausstattung von Falko Herold und Patrick Bannwart die emotionalen Echokammern des Individuums, die Begegnungen mit der eigenen Vergangenheit und Zukunft, sowie die transformierende Kraft des Gehens.

DIE CD ZUM STÜCK
Pünktlich zur Premiere von Hermann Schneiders Inszenierung in der BlackBox des Musiktheaters legt Bariton Martin Achrainer gemeinsam mit Pianist Tommaso Lepore eine Einspielung von Franz Schuberts Liedkollos Winterreise vor. Die bei Preiser Records erscheinende Aufnahme, die in enger Zusammenarbeit mit dem Landestheater Linz entstand, ist ein Herzensprojekt Martin Achrainers, der sich seit Beginn seiner Karriere intensiv mit dem Kunstlied und mit Vorliebe mit den Liedern Franz Schuberts beschäftigt. Die CD kann an der Kassa des Musiktheaters genauso erworben werden wie nach jeder Vorstellung von Winterreise in der BlackBox Lounge direkt aus den Händen der Künstler. Zudem steht die Einspielung ab dem 25. Jänner 2019 auf allen gängigen Streamingportalen zur Verfügung und kann auch online erworben werden.


BIOGRAFIEN


HERMANN SCHNEIDER
Hermann Schneider wurde 1962 in Köln geboren. Er studierte Germanistik, Philosophie, Musik- und Theaterwissenschaften in Tübingen und München und schloss diese Studien 1987 mit dem Magister Artium ab.
Bereits während seines Studiums assistierte Hermann Schneider sowohl im Schauspiel als auch im Musiktheater an verschiedenen deutschen Theatern. Von 1987 bis 1991 war er als Regieassistent und Spielleiter am Stadttheater Aachen engagiert und debütierte dort 1990 als Opernregisseur. Seither hat er über 60 Inszenierungen im Musiktheater und Schauspiel an zahlreichen deutschen Theatern sowie in Wien, Frankreich und London erarbeitet. Seine letzte Regie an der Opera Côte d’Azur in Nizza, Benjamin Brittens Death in Venice, war 2018 am Landestheater Linz als Koproduktion zu sehen.
Von 1993 bis 1995 war er Chefdramaturg, Regisseur und dann Intendant am Theater Eisenach, ab 1996 bis 2001 Leiter des Studios der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Von 2004 bis Dezember 2015 war Schneider Intendant des Mainfranken Theaters Würzburg.
Hermann Schneider fungiert in Gremien des Deutschen Bühnenvereins. Seit 2011 ist er Mitglied der Chambre professionelles des directions de l’opera (CPDO) in Paris, der französischen Intendantengruppe. Außerdem arbeitet er regelmäßig in Montréal in beratender Funktion mit internationalem Opernnachwuchs.
Von 1990 bis 2001 hatte Hermann Schneider Lehraufträge an den Musikhochschulen Köln/Aachen sowie Düsseldorf inne. 2001 wurde er als Professor und Leiter der Opernschule an die Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar berufen.
Neben der Theaterarbeit und dem Unterricht arbeitet Hermann Schneider als Autor, insbesondere von Libretti, und veröffentlicht mit namhaften Komponisten wie Jörg Herchet, Michael Obst, Anton Plate, Klaus Schulze und Gerhard Stäbler. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist Hermann Schneider Intendant des Landestheaters Linz.

FALKO HEROLD
Falko Herold studierte Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Von 2001 bis 2003 war er Lehrbeauftragter für Bühnengestaltung in der Meisterklasse für Szenografie an der Kunstakademie Wien. Eine regelmäßige Zusammenarbeit mit Johannes Schaaf und Hermann Schneider führte ihn u. a. an die War Memorial Opera San Francisco, das Theater in der Josefstadt Wien, das Deutsche Theater Berlin und das Mainfrankentheater in Würzburg. Zudem gestaltete er die Ausstattung für verschiedene Inszenierungen von David Bösch am Theater Basel, an der Opéra de Lyon und am Münchner Residenztheater. An der Bayerischen Staatsoper entwarf er die Kostüme für L’elisir d’amore, Mitridate, rè di Ponto, Das schlaue Füchslein und L’ Orfeo sowie die Videos für Die Meistersinger von Nürnberg. Am Landestheater Linz zeichnete Falko Herold bereits bei Hermann Schneiders Inszenierungen von Solaris (Spielzeit 2016/17), sowie für Die Frau ohne Schatten (Spielzeit 2017/18) für Ausstattung und Videos verantwortlich.

PATRICK BANNWART
Patrick Bannwart studierte nach seiner Ausbildung zum Theatermaler am Opernhaus Zürich Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Ab 2000 arbeitete er als Ausstatter. Für David Bösch entwarf er bereits zahlreiche Bühnenbilder, u. a. am Thalia Theater Hamburg, Schauspielhaus Essen, Schauspielhaus Zürich, Deutschen Theater, Berliner Ensemble in Berlin sowie am Wiener Burgtheater. Seit 2010 übernimmt Patrick Bannwart auch bei Opernproduktionen von David Bösch die Gestaltung von Bühnenbild und Video: Auf den Erfolg von Donizettis L’elisir d’amore an der Bayerischen Staatsoper folgten unter anderem Einladungen an die Oper Frankfurt, die Oper am Theater Basel, die Opéra National de Lyon, die Vlaamse Opera in Antwerpen, an das Royal Opera House Covent Garden in London sowie an die Nationale Opera Amsterdam.

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

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