Baden-Baden, Festspielhaus, Die Festspiele En Suite – Sommermusiken und Aha-Effekte, 18.07. – 30.08.2020

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

En suite – Die Festspiele Baden-Baden zu Gast in Hotels und dem Museum Frieder Burda

18. Juli bis 30. August 2020 – Beginn des Vorverkaufs am 1. Juli 2020, 10 Uhr unter www.festspielhaus.de

Die Festspiele Baden-Baden finden im Sommer 2020 in Hotels und dem Museum Frieder Burda statt. Unter dem Motto „En suite“ organisiert Intendant Benedikt Stampa mit und für Hotels ein Konzert-Programm mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie fest eingeplanten „Aha-Effekten“ vom 18. Juli bis zum 30. August 2020.

„Wer die Begriffe Baden-Baden, Musik und Hotels zusammenfügt, erzeugt angenehme Bilder in den Köpfen der Menschen“, so Stampa. Der Intendant möchte die durch die Corona-Pandemie erzwungene Spielpause auf diese angenehme Weise beenden. „Wir tasten uns langsam wieder an Live-Veranstaltungen heran – derzeit in kleinem Rahmen, der in Baden-Baden aber auch immer die Begriffe Sicherheit und Wohlergehen mitschwingen lässt“.

Festspielhaus Baden - Baden / Antoine Tamestit à Paris en octobre 2016 © Julien Mignot / harmonia-mundi

Festspielhaus Baden – Baden / Antoine Tamestit à Paris en octobre 2016 © Julien Mignot / harmonia-mundi

Das „En suite“-Festival begrüßt Solistinnen und Solisten wie den französischen Ausnahme-Bratschisten Antoine Tamestit, ein Streich-Trio um den gefeierten österreichischen Geiger Emmanuel Tjeknavorian, die in Baden lebende russische Pianistin Anna Zassimova sowie die international gefeierten Ensembles delian::quartett und das Schumann-Quartett.

Spielorte sind der Maler-Saal des Hotels Maison Messmer, die Orangerie des Brenners Park Hotel sowie das Museum Frieder Burda (in Zusammenarbeit mit dem Hotel „Kleiner Prinz“).

Festspielhaus Baden - Baden / SchumannQuartett © Kaupo Kikkas

Festspielhaus Baden – Baden / SchumannQuartett © Kaupo Kikkas

Die etwa einstündigen Konzerte sind immer mit Erläuterungen zur Musik verbunden. Einige Künstler sprechen selbst über ihre Programme. So setzt die Pianistin und Kunsthistorikerin Anna Zassimova bildende Kunst und Musik zueinander in Beziehung. Zu den Konzerten von Antoine Tamestit, des Trios um Emmanuel Tjeknavorian und des Schumann Quartetts hält Festspielhaus-Dozent Dariusz Szymanski Einführungen.

Der Ferrari der Stradivaris

Den Auftakt des „En Suite“ Festivals macht im Malersaal des Hotels Maison Messmer der international als einer der einzigartigsten Bratschisten Antoine Tamestit. In seinen Konzerten am Samstag 18. Juli, 16 Uhr, und Sonntag 19. Juli, 11 Uhr, stellt er auf reizvolle Weise Werke Johann Sebastian Bachs mit denen seines Zeitgenossen Georg Philip Telemann gegenüber. Festspielhausdozent Dariusz Symanzski wird kurz in das Konzert einführen. Sowohl als Solist, Rezitalist und Kammermusiker ist Antoine Tamestist für seine unübertroffene Technik und die vielgerühmte Schönheit seines farbenreichen Bratschentons bekannt und er erhielt zahlreiche Auszeichnungen bei renommierten Instrumentalwettbewerben, wie bei den New Yorker Young Concert Artists Auditions und dem Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Auch sein Instrument ist einzigartig: Antoine Tamestist spielt die vielleicht wertvollste Viola der Welt: Er konzertiert auf der 1672 von Stradivari gebaute „Mahler“-Bratsche, die vermutlich erste Viola, die von Stradivari stammt.

Festspielhaus Baden - Baden / Schumann Quartett © Kaupo Kikkas

Festspielhaus Baden – Baden / Schumann Quartett © Kaupo Kikkas

Roll over Beethoven

Das darauffolgende Wochenende, 25. und 26. Juli, steht ganz im Zeichen des Jubilars des Musikjahres 2020: Ludwig van Beethoven. Nachdem das Schumann Quartett im Festspielhaus im Januar das Baden-Badener Publikum begeisterte, darf man sich nun auf ihr Konzert im Museum Frieder Burda freuen. Seit ihrer frühesten Kindheit spielen die drei im Rheinland großgewordenen Brüder Mark, Erik und Ken Schumann zusammen. 2012 ist die in Tallinn geborene und in Karlsruhe aufgewachsene Liisa Randalu als Bratschistin dazu gekommen. Die Vier genießen die nonverbale Kommunikation beim Musizieren: Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten treten dabei deutlicher hervor, und gleichzeitig entsteht mit jedem Werk, das sie interpretieren, ein gemeinsamer musikalischer Raum, findet eine geistige Metamorphose statt, zu erleben diesmal im Museum Frieder Burda. Ihre Einspielungen sind mehrfach preisgekrönt, so wurde ihr 2017 erschienenes Album „Landscapes“ mit 5 Diapasons ausgezeichnet, war Editor’s choice beim BBC Music Magazine und gewann den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik. Ihr aktuelles Album „Intermezzo“ wurde mit dem OPUS Klassik 2019 in der Kategorie „Kammermusikeinspielung des Jahres“ ausgezeichnet.

Festspielhaus Baden - Baden / Anna Zassimova © Victoria Page

Festspielhaus Baden – Baden /
Anna Zassimova © Victoria Page

Terra Ikognita

Im Jahr 2017 debütierte Anna Zassimova beim Klavier-Festival Ruhr und hinterließ einen großartigen Eindruck. Die gebürtige Moskauerin, die zugleich Kunsthistorikerin und promovierte Musikwissenschaftlerin ist, hat sich als Meisterin im Heben pianistischer Schätze erwiesen. Besonders die Wiederentdeckung des russisch-französischen Komponisten Georges Catoire ist eng mit ihrem Namen verknüpft. Anna Zassimova, die inzwischen an der Musikhochschule in Karlsruhe unterrichtet, gilt außerdem als herausragende Chopin-Interpretin. Ihre Konzerte am Samstag 8. und Sonntag 9. August im Rahmen des „En suite“-Festivals in der Orangerie des Brenners Hotel soll die Zuhörer in die ferne „Terra Inkognita“ der Komponisten- und Maler-Bohème des Jugendstil- und Fin de siècle der Russischen Kunst entführen. Dabei wird die Bildende Kunst in einen Dialog mit der Musik eintreten, um den Parallelen dieser Schwesterkünste nachzuspüren. Beispielhaft stehen für diese Entwicklung die moderne atonale Aufbaustruktur und die dichten Harmonien von Nikolai Roslawez oder die Sonate von Nikolaj Medtner, in der die traditionellen harmonischen Prinzipien des Komponierens in erlesenster Form ausgearbeitet sind. In der Bildenden Kunst werden vergleichbare Entwicklungen sowohl in den mystischen Bildern von Michail Wrubel vorgestellt als auch in den märchenhaften Motiven von Alexander Benois oder in den poetisierten Darstellungen der russischen Natur von Isaak Levitan. Eine Veranstaltung, die den Besucher über das Hören und Sehen zu einer außergewöhnlichen Wahrnehmung einlädt.

Festspielhaus Baden - Baden / AUSTRIA - Emmanuel Tjeknavorian / © Julia Wesely

Festspielhaus Baden – Baden /
AUSTRIA – Emmanuel Tjeknavorian / © Julia Wesely

Der „Klassik-Tjek“ hoch Drei

Emmanuel Tjeknavorian gilt als einer der gefragtesten jungen Geiger unserer Zeit. Im Festspielhaus Baden-Baden feierte er einen traumhaften Einstand mit dem Violinkonzert von Jean Sibelius unter der Leitung von Riccardo Chailly. In einer Festspiel-Matinee begeisterte er das Publikum im Museum Frieder Burda. Gemeinsam mit Benedict Mitterbauer (Bratsche) und Jeremias Fliedl (Cello) spielt der Geiger mit der eigenen Radio-Sendung beim ORF („Der Klassik-Tjek“) im Rahmen des Baden-Badener „En-Suite“-Festival im Malersaal des Hotels Maison Messmer am 15. und 16. August das Streichtrio Op. 3 von Ludwig van Beethoven sowie Dohnanyis Serenade für Streichtrio.

Festspielhaus Baden - Baden / Delian Quartett © Julia Wesely

Festspielhaus Baden – Baden /
Delian Quartett © Julia Wesely

Kulturbotschafter bis Afrika

Bereits im Jahr seiner Gründung 2007 öffneten sich dem delian::quartett die Türen der großen Häuser und bedeutenden Festspiele. Das Echo auf jene ersten Konzerte katapultierte es praktisch über Nacht mitten in die internationale Konzertwelt. Das Debüt des delian::quartetts 2009 in der Berliner Philharmonie entfachte wahre Begeisterungsstürme und wurde schon nach dem Eröffnungsstück mit stehenden Ovationen aufgenommen. Seither verzeichnet das Ensemble von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierte Auftritte in ganz Europa und – als Kulturbotschafter des Goethe-Instituts – bis nach Afrika. Für das Baden-Badener „En suite-Festival“ bereiten Adrian Pinzaru (Violine), Andreas Moscho (Violine), Lara Albesano (Viola) und Hendrik Blumenroth (Violoncello) zwei verschiedene Programme vor: Am Samstag, 29. August 2020 um 16 Uhr stehen Werke von Schostakowitsch, Schnittke und Haydn auf dem Programm. Am Sonntag, 30. August um 11 Uhr entführen die Musikerinnen und Musiker musikalisch auch nach England, wenn Sie Werke von Byrd und Purcell neben Haydns Streichquartett Op. 33 No. 2 „Der Witz“ stellen und damit das kleine Sommerfestival beenden. Die Mitglieder des delian::quartetts moderieren ihre Konzerte selbst.

Weitere Informationen und Tickets (ab 1.Juli): www.festspielhaus.de

Persönliche Beratung und Reservierungen: Tel. 07221 / 30 13 101


En Suite – Sommermusiken und Aha-Effekte

Die Festspiele Baden-Baden zu Gast in den Hotels und Museen der Stadt

18. Juli bis 30. August 2020


Samstag, 18.07.2020, 16 Uhr
Maison Messmer Malersaal
Antoine Tamestit
Telemann, Fantasia Nr. 2 C-Dur (Original für Violine: G-Dur), Bach, Cello-Suite Nr. 2 d-Moll, Telemann, Fantasia Nr. 1 Es-Dur (Original für Violine: B-Dur) und Bach, Cello-Suite Nr. 1 G-Dur


Sonntag, 19.07.2020, 11 Uhr
Maison Messmer Malersaal
Antoine Tamestit
Telemann, Fantasia Nr. 2 C-Dur (Original für Violine: G-Dur); Bach, Cello-Suite Nr. 2 d-Moll, Telemann, Fantasia Nr. 1 Es-Dur (Original für Violine: B-Dur)
Bach, Cello-Suite Nr. 1 G-Dur


Samstag, 25.07.2020, 19:30 Uhr
Museum Frieder Burda  – in Kooperation mit dem Hotel Der Kleine Prinz Schumann Quartett
Beethoven, Streichquartett Nr. 3 D-Dur op. 18/3, Beethoven, Streichquartett Nr. 14 cis-Moll op. 131


Sonntag, 26.07.2020; 19:30 Uhr
Museum Frieder Burda  – in Kooperation mit dem Hotel Der Kleine Prinz
Schumann Quartett
Haydn, Streichquartett B-Dur op.1/1 „La chasse“ (Jagdquartett), Beethoven, Streichquartett Nr. 7 F-Dur op. 59/1 „Rasumowsky“


Samstag, 08.08.2020, 17 Uhr
Brenners Hotel, Orangerie
Anna Zassimova
Wassili Kalinnikow, Elégie, Georgy Catoire, Quatre Préludes op. 17, Alexander Skrjabin, Deux Poèmes op. 32, Nikolai Roslawez, Cinque Préludes, Nikolai Medtner, Sonata-Reminiscenza o (Nr. 1 aus: Vergessene Weisen op. 38)
In Verbindung mit bildender Kunst


Sonntag, 09.08.2020, 11 Uhr
Brenners Hotel, Orangerie
Anna Zassimova
Brahms, Fantasien op. 116 , Robert Schumann, Arabeske op. 18, Clara Schumann, Romanze op. 21/1, Liszt, Consolations Nr. 1-3, Chopin, Polonaise, Fantaisie As-Dur op. 61


Samstag, 15.08.2020, 18 Uhr
Maison Messmer, Malersaal
Emmanuel Tjeknavorian, Benedict Mitterbauer Jeremias Fliedl
Dohnanyi, Serenade C-Dur op. 10 für Streichtrio; Beethoven, Streichtrio Es-Dur op. 3


Sonntag, 16.08.2020, 11 Uhr
Maison Messmer, Malersaal
Emmanuel Tjeknavorian, Benedict Mitterbauer Jeremias Fliedl
Schnittke, Polka (Fassung für Streichquartett), Haydn, Streichquartett G-Dur op. 77/1


Samstag, 29.08. 2020,
Brenners Hotel, Orangerie
delian:.quartett
Schostakowitsch, „Theater-Suite“ für Streichquartett aus den Bühnenmusiken op. 32 zu Shakespeares „Hamlet“ und op. 37 zu „Die menschliche Komödie“ nach Balzac, Schnittke, Polka (Fassung für Streichquartett), Haydn, Streichquartett G-Dur op. 77/1


Sonntag, 30.08.2020, 11 Uhr
Brenners Hotel, Orangerie
delian:.quartett
William Byrd „Sing joyfully“ aus Cathedral Music, Volume 2, p. 34 in der Fassung für Streichquartett, „Ave verum corpus“ aus Gradualia I, no. 37 in der Fassung für Streichquartett, Henry Purcell Fantazias Nr. 6 und Nr. 10, Pavane g-Moll in der Fassung für Streichquartett, Klage der Dido „When I am laid in Earth” aus „Dido und Aeneas” in der Fassung für Streichquartett, Chaconne g-Moll in der Fassung für Streichquartett,Joseph Haydn Streichquartett Es-Dur op. 33 Nr. 2 Hob. III: 38 „Der Witz“


Weitere Informationen und Tickets: www.festspielhaus.de
Persönliche Beratung und Reservierungen: Tel. 07221 / 30 13 101

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, 10. Wiederaufnahme: LA BOHÈME, 05.09.2014

Juli 22, 2014 by  
Filed under Oper Frankfurt, Pressemeldung

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt / inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt / inmitten des Finanzzentrums © IOCO

10. Wiederaufnahme:

LA BOHÈME  von Giacomo Puccini

Freitag, 5. September 2014, 19.30 Uhr, weitere Termine: 7.9.2014; 13.9.2014; 20.9.2014; 28.9.2014; 1.10.2014; 8.10.2014; 11.10.2014; 7.2.2015; 28.2.2015; 19.3.2015; 4.4.2015,  Falls nicht anders angegeben, Beginn um 19.30 Uhr

Musikalische Leitung: Karsten Januschke / Sebastian Zierer / Eun Sun Kim; Regie: Alfred Kirchner,    Mitwirkende: Karen Vuong (Mimì), Mario Chang / Francesco Demuro (Rodolfo), Iurii Samoilov / Daniel Schmutzhard (Marcello), Sofia Fomina / Juanita Lascarro / Louise Alder (Musetta), Sebastian Geyer / Björn Bürger (Schaunard), Andreas Bauer / Vuyani Mlinde / Kihwan Sim (Colline), Franz Mayer (Benoît) u.a.

Oper Frankfurt / La Bohème - v.l.n.r. Mimì und Rodolfo © Wolfgang Runkel

Oper Frankfurt / La Bohème – v.l.n.r. Mimì und Rodolfo © Wolfgang Runkel

La Bohème von Giacomo Puccini (1858-1924) zählt neben Werken wie Mozarts Die Zauberflöte und Bizets Carmen zu den Klassikern der Opernliteratur. Die aktuelle Frankfurter Produktion dieses Dauerbrenners in der Regie von Alfred Kirchner feierte am 17. Januar 1998 Premiere im Opernhaus. Die Inszenierung wird nun zum 10. Mal an der Oper Frankfurt wiederaufgenommen, wobei es sich bei der ersten Vorstellung der Serie am 5. September 2014 um die 100. Aufführung handelt.

Zum Inhalt: Der Poet Rodolfo lebt in ärmlichen Verhältnissen zusammen mit seinen Künstlerfreunden Schaunard, Marcello und Colline in einer Mansarde über den Dächern von Paris. Alle vier schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Als sich Rodolfo in die Stickerin Mimì verliebt, ahnt er noch nicht, dass diese todkrank ist. Zudem ist ihre Beziehung durch Rodolfos Eifersucht ständig in Gefahr. Marcello geht es mit seiner Freundin Musetta ähnlich: Trennung und Versöhnung folgen stets dicht aufeinander. Nach einem letzten Streit schleppt sich Mimì, die fühlt, dass ihr Ende kurz bevor steht, in die Mansarde. Rodolfos Reue kommt zu spät, die junge Frau stirbt im Kreise der Gefährten.

Die aktuelle Wiederaufnahme der Inszenierung aus der Spielzeit 1997/98 wartet mit einer Reihe von Neubesetzungen auf: Als Mimì ist erstmals in der Frankfurter Produktion die junge amerikanische Sopranistin Karen Vuong zu erleben, die seit der Spielzeit 2013/14 zum Ensemble der Oper Frankfurt gehört und erst kürzlich als Dvoráks Rusalka im Opernhaus einen großen Erfolg feiern konnte. An ihrer Seite gibt der aus Guatemala stammende Tenor Mario Chang sein Hausdebüt als Rodolfo, der ab der Saison 2014/15 das Ensemble verstärkt. Auch in den übrigen Partien sind vorwiegend Mitglieder des festen Frankfurter Sängerstamms erstmals in dieser Inszenierung zu erleben: Der ukrainische Bariton Iurii Samoilov (Marcello) wird zur neuen Spielzeit aus dem Studio der Oper Frankfurt übernommen. An seiner Seite singt Sofia Fomina (Musetta), nachdem sie hier zuletzt in Werther (Sophie) und Orlando furioso (Angelica) überzeugte. Sebastian Geyer (Schaunard) machte kürzlich als Telemanns Orpheus im Bockenheimer Depot auf sich aufmerksam, während Andreas Bauer (Colline) als König Marke in Wagners Tristan und Isolde reüssierte. Im Laufe der Aufführungsserie werden sich die genannten Sängerinnen und Sänger mit Kolleginnen und Kollegen überwiegend aus dem Ensemble abwechseln. Die musikalische Leitung übernehmen gleichfalls im Wechsel die beiden Kapellmeister Karsten Januschke und Sebastian Zierer sowie als Gast die junge koreanische Dirigentin Eun Sun Kim.

—| Pressemeldung Oper Frankfurt |—

Frankfurt, Oper Frankfurt, Spielzeit 2013/14: Stabiler Kulturpol in Rhein-Main, IOCO Aktuell,


aktuell

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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Oper Frankfurt: 220.000 Besucher, hohe Auslastung, politische Untiefen

Die Oper Frankfurt, mit 1.369 Plätzen das größte Musiktheater in Rhein-Main. 220.000 Besuchern zieht die Oper Frankfurt, Kulturleuchtturm der Region, jährlich an. Intendant Bernd Loebe, 58, herrscht seit 2002. Die Verlängerung seines Dienstvertrages war pure Routine: Die Stadt Frankfurt verlängerte ihn im November 2012 vorzeitig bis 2018, gestützt von hoher Auslastung (87%) in der laufenden Saison. Im Januar 2013 lag die Auslastung sogar bei extremen 99,7%. Die Zahl der Abonnenten ist auf fast 13.000 gestiegen. Hohe Auslastung und ausverkaufte Vorstellungen verführt zahlreiche Opern-Besucher zum Kauf Platz-sichernder Abonnements! Ein der Oper Frankfurt soeben verliehener „International Opera Award“ ist sichtbare Krönung der künstlerischen Arbeit am Main. Umgeben ist die Oper Frankfurt von Musiktheatern in höchster Unruhe. In Darmstadt, Mainz und Wiesbaden treten mit Karsten Wiegang, Uwe-Eric Laufenberg und Markus Müller neue Intendanten an. Die Oper Frankfurt ist personell stabil, operiert künstlerisch und finanziell höchst erfolgreich. Alles Bestens also an der Oper Frankfurt? Weit gefehlt. Seit 2013, nach Petra Roth und mit dem neuen OB Peter Feldmann.
Intendant Bernd Loebe -GMD Sebastian Weigle - Oper Frankfurt © IOCO

Intendant Bernd Loebe -GMD Sebastian Weigle – Oper Frankfurt © IOCO

  Rumpelnder Kulturkurs der Stadt

Auch die Pressekonferenz 2013 führte Bernd Loebe erneut leider weitgehend allein. GMD Sebastian Weigle assistierte nur kurz. Vertreter der Stadt, Finanzchefs, Dramaturgen: Alle fehlten auf der PK. Bernd Loebe mit „Award“, hoher Auslastung und neuem Vertrag  gut bewaffnet, vermittelte einen starken Spielplan 2013/14 aber eingetrübte Zukunftsaussichten. Spürbar: Die Finanznöte der Stadt Frankfurt machen vor den Toren der Oper Frankfurt und ihrem hohen Subventionsbedarf nicht halt. So klagte Loebe bereits einführend über geringe politische Unterstützung wie dramatische Etatzwänge (u.a. Übernahme von 30% der Tariferhöhungen), welche den heute so reichhaltigen und gut funktionierenden Theaterbetrieb mittelfristig gefährden würden. Der neue Frankfurter OB Feldmann („die Party ist vorbei“) unterscheidet sich mit Distanz zur Kultur, Nähe zu Sozialwohnungen und rigiden Sparvorstellungen hochgradig von seiner Vorgängerin Petra Roth. „Wir werden 2018 nur noch einen konzertanten Lortzing-Zyklus hier haben, wenn die Stadt an ihren Vorstellungen festhält“, so Loebe seine Finanzsorgen launisch und trotzig klingend (auf  folgendem Video nachhörbar) zusammenfassend: „Ohne die bislang selbstverständliche Unterstützung durch die Stadt und unsere Partner wäre die Umsetzung dieses Programms nicht möglich. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, dass dies so bleibt“.
Deutlich: Zwischen Stadt und Oper besteht dringender Abstimmungsbedarf. 2012 beklagte Loebe, mit Blick auf Köln, die dort herrschenden „finanzchaotischen Verhältnisse„, welche zur Abberufung des erfolgreichen Intendanten Laufenberg und danach des Kulturdezernenten führten. 2013 schimmern genau diese Symptome in Frankfurt durch. Dazu passender Frankfurter Schildbürgerstreich: Die Oper Frankfurt kann/darf ab Herbst 2013 trotz perfekter logistischer Voraussetzungen keine konzertanten Aufführungen mehr in der Alten Oper geben. Einfache Kaufleute nennen solchen Schildbürgerstreich  „Kapitalvernichtung“, Theaterfreunde nur  „Kölsche Verhältnisse„.

Spielzeit 2013/14:  Barock, Moderne, Lieder, Jugendprogramme

Für die Spielzeit 2013/14 ist reiche und anspruchsvolle Kultur noch sicher: Über 340 Vorstellungen, 190 Opernvorstellungen, 13 Premieren mit 97 Vorstellungen sowie 15 Wiederaufnahmen mit 93 Aufführungen. Acht szenische und zwei konzertante Neuinszenierungen mit insgesamt 75 Vorstellungen im Opernhaus am Willy-Brandt-Platz sowie in drei Premieren mit 22 Aufführungen im Bockenheimer Depot. Hinzu acht Liederabende im Opernhaus. Eine Uraufführung (Peter Eötvös’ Der goldene Drache am 29. Juni 2014 im Bockenheimer Depot unter dem Dirigat des Komponisten und in der Regie von Elisabeth Stöppler) sowie fünf Frankfurter Erstaufführungen finden sich im Spielplan der neuen Saison: Christoph Willibald Glucks  Ezio am 10. November 2013
(Musikalische Leitung: Christian Curnyn / Regie: Vincent Boussard) anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten, George Enescus Oedipe am 8. Dezember 2013 (Alexander Liebreich / Hans Neuenfels) und Frederick Delius’ Romeo und Julia auf dem Dorfe am 22. Juni 2014 (Paul Daniel / Eva-Maria Höckmayr). Diese drei Neuproduktionen finden im Opernhaus statt. Im Depot werden Aribert Reimanns Gespenstersonate am 26. Januar 2014 (Karsten Januschke / Walter Sutcliffe, Sahnehäubchen dieser Premiere: Die Bühnen-Ikone Anja Silja als Mumie) und Telemanns Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe am 25. Mai 2014 (Titus Engel / Florentine Klepper) erstmals, und auf „erfolgreiches Drängen“ der Frankfurter Telemann-Gesellschaft gezeigt. 
  8. September 2013: Saisoneröffnung mit Rusalka  
Aus Bekanntem und selten Gehörtem besteht das übrige Programm der Neuinszenierungen im Opernhaus: Eröffnet wird die Saison mit Antonin Dvoráks Rusalka am 8. September 2013 als Übernahme aus Nancy (Musikalische Leitung: Sebastian Weigle / Regie: Jim Lucassen). Weigle dirigiert auch die Neuproduktion von Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos (5. Oktober 2013) in der Regie von Brigitte Fassbaender mit Camilla Nylund und Franz Grundheber. Verdis Falstaff steht am 9. Februar 2014 in der Inszenierung von Keith Warner auf dem Spielplan, musikalisch geleitet von Bertrand de Billy, der ab 2013/14 als Erster Gastdirigent des Museumsorchesters in Frankfurt wirken wird, und, erstmals, mit Zeljko Lucic als Falstaff. Rossinis Die diebische Elster (Henrik Nánási / David Alden) feiert am 30. März 2014 Premiere, gefolgt von Mozarts Don Giovanni (Sebastian Weigle / Christof Loy) am 11. Mai 2014. Die beiden konzertanten Aufführungen gelten Puccinis Edgar unter dem Dirigat von Marc Soustrot (16. Februar 2014) und Richard StraussDie Liebe der Danae (15. Juni 2014), musikalisch geleitet von Sebastian Weigle.
Oper Frankfurt, Tannhäuser,© Monika Rittershaus

Oper Frankfurt, Tannhäuser,© Monika Rittershaus

Zu den Wiederaufnahmen gehören u.a. so unterschiedliche Arbeiten wie Wagners Tannhäuser in der Regie von Vera Nemirova (19. Oktober 2013), Thomas Adès’ Shakespeare-Vertonung The Tempest, inszeniert von Keith Warner (11. Januar 2014), Strauss’ Daphne in der Sicht von Claus Guth (28. Februar 2014) und Axel Weidauers Inszenierung von Janáceks Die Ausflüge des Herrn Broucek (5. Juli 2014).
Mit Liederabenden sind in der Spielzeit 2013/14 der Bass John Tomlinson (24. September 2013), die Altistin Sara Mingardo (5. November 2013), der Countertenor Max Emanuel Cencic (17. Dezember 2013), die Sopranistin Mojca Erdmann (14. Januar 2014), der Bariton Johannes Martin Kränzle (4. Februar 2014), der Tenor Daniel Behle (4. März 2014), der Bass Franz-Josef Selig (6. Mai 2014) sowie in einem Doppelabend am 20. Mai 2014 das Ehepaar Annette Dasch (Sopran) und Daniel Schmutzhard (Bariton) vertreten.
Jugendprogramme:  Verbringen einer Nacht im Operhaus
Zu den Innovationen bei den Sonderveranstaltungen gehört der Start eines neu aufgestellten Vermittlungsprogramms für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, das unter dem Motto Jetzt! Oper für Dich. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Veranstaltungen zum Mitmachen, die dabei helfen sollen, Schwellen zu überschreiten. Eine kleine Auswahl: Neben Aramsamsam, einer Reihe für Kinder von 2 bis 4 Jahren, ist auch die mit Das Phantom der Oper betitelte Veranstaltung etwas besonderes, in deren Rahmen Jugendliche von 12 bis 15 Jahren eine Nacht im Opernhaus verbringen dürfen.
Aber auch zahlreiche bereits bekannte und bewährte Angebote ergänzen den Spielplan. So finden sich darin weiterhin die Talkrunden mit Bernd Loebe unter dem Titel Oper lieben und die Einführungsveranstaltungen der Dramaturgie, Oper extra. Das diesjährige FINALE, Begleitprogramm der jeweils letzten Premiere der Saison (Romeo und Julia auf dem Dorfe), ist dem Komponisten Frederick Delius gewidmet. Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester präsentiert sich mit den Museumskonzerten in der Alten Oper und mit Kammermusik im Foyer des Opernhauses. Das Ensemble Modern ist vier Mal für Happy New Ears zu Gast, genauso wie an zwei Abenden Michael Quast mit Carmen à trois als Koproduktion mit der Fliegenden Volksbühne. Zudem findet am 22. September 2013 ein großes Theaterfest der Städtischen Bühnen statt.
Oper Frankfurt, The Tempest © Monika Rittershaus

Oper Frankfurt, The Tempest © Monika Rittershaus

Alte und neue Stars an der Oper Frankfurt
Neu in das Ensemble der Oper Frankfurt kommen die Sopranistinnen Sofia Fomina und Karen Vuong sowie Elizabeth Reiter aus dem Opernstudio. Auch der Bass Andreas Bauer und der Bariton Björn Bürger werden zukünftig den festen Sängerstamm verstärken. Verabschieden werden sich auf eigenen Wunsch u.a. die Sopranistinnen Elza van den Heever und Christiane Karg sowie die Tenöre Frank van Aken und Alfred Kim. Alle werden als Freischaffende wieder nach Frankfurt zurückkehren.
In 2013/14 ergänzen zahlreiche Gäste das feste Ensemble, darunter Amanda Majeski, Camilla Nylund, Anja Silja, Leah Crocetto, Angela Meade, Anne Schwanewilms, Annette Dasch, Erika Sunnegårdh, Maria Bengtsson, Christopher Robson, Lance Ryan, Daniel Behle, Paul Appleby, Johan Botha, Željko Lucic, Marco Vratogna und Christian Gerhaher.
Neben Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, dem Ersten Gastdirigenten Bertrand de Billy, Kapellmeister Hartmut Keil sowie den beiden zu Kapellmeistern „beförderten“ Solorepetitoren Karsten Januschke und Sebastian Zierer wird eine stattliche Anzahl von Gastdirigenten für Abwechslung sorgen, darunter Persönlichkeiten wie Constantin Trinks, Constantinos Carydis, Leo Hussain, Sian Edwards, Maurizio Barbacini, Stefan Blunier, Pier Giorgio Morandi, Carlo Franci, Johannes Debus. Eine Dirigentin allerdings fehlt auch in Frankfurt, leider, auch in einer ansonsten hochkarätigen  Pult-Phalanx.
Die Oper Frankfurt  wird auch 2013/14 oft ausgebucht sein. Am 8. September geht es los, mit Rusalka von Leos Janacek.

IOCO / Viktor Jarosch /  Mai 2013

 

—| IOCO Aktuell Oper Frankfurt |—

 

 

 

 

 

 

 

 

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