Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Hoffmanns Erzählungen – Jacques Offenbach, 30.01.2019

Januar 28, 2019 by  
Filed under Oper, Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

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Oper Stuttgart

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

Oper Stuttgart ©Matthias Baus

LES CONTES D’HOFFMANN
Hoffmanns Erzählungen
von Jacques Offenbach

Wiederaufnahme  ab 30. Januar 2019

„Wollt Ihr die Geschichte meiner Liebschaften hören?“ – Mit diesen Worten beginnt Hoffmann seine Erzählungen in Jacques Offenbachs Oper Les Contes d’Hoffmann. Darin liebt der Protagonist drei Frauen, die unterschiedlicher und wundersamer nicht sein könnten … Christoph Marthalers Produktion lässt E.T.A. Hoffmanns fast surreal anmutendenen Szenerien wieder zum Leben erwachen und inzeniert damit den Einbruch des Phantastischen in den Alltag.

Von Jacques Offenbach heißt es, er habe auf Soiréen gern nur mit einem Pelzmantel bekleidet Cello gespielt. Ob das wahr ist oder nur gut erfunden, ist nicht ganz klar. Es könnte aber durchaus ein Einfall E.T.A. Hoffmanns sein, in dessen surrealen Szenerien es immer wieder um den Einbruch des Phantastischen als Spiegel des Irrsinns im Alltag ging. „Ich denke mir mein Ich durch ein Vervielfältigungsglas – alle Gestalten, die sich um mich herumbewegen, sind Ichs, und ich ärgere mich über ihr Tun und Lassen“, gestand E.T.A. Hoffmann. Der gefeierte lyrische Tenor Atalla Ayan debütiert als Hoffmann unter dem Dirigat von Marc Piollet. Olga Busuioc und Lisa Mostin verkörpern die drei obskuren Objekte der Begierde.

Koproduktion der Oper Stuttgart und des Teatro Real Madrid

Uraufführung  : 1881 in Paris

—| Pressemeldung Oper Stuttgart |—


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Wien, Wiener Staatsoper, Zum Tod von KS Montserrat Caballé, 06.10.2018

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Zum Tod von KS Montserrat Caballé

Die Wiener Staatsoper trauert um die große katalanische Sopranistin und Österreichische Kammersängerin Montserrat Caballé, die heute im Alter von 85 Jahren in ihrer Heimatstadt Barcelona verstorben ist. „Mit Montserrat Caballé ist eine der beeindruckendsten Sängerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts von uns gegangen. Ihre schöne Stimme, ihre perfekte Technik und ihr einnehmendes Charisma haben Generationen von Opernliebhabern berührt und begeistert. Darüber hinaus hat sie durch ihre Genre übergreifenden Aktivitäten Millionen von Menschen auf der ganzen Welt erreicht und ihnen den Zugang zur klassischen Musik erleichtert“, so Staatsoperndirektor Dominique Meyer.

Montserrat Caballé wurde am 12. April 1933 in Barcelona geboren. Ihre Karriere begann sie 1956 in Basel, es folgten Engagements an deutschen Theatern. 1965 gelang ihr als kurzfristige Einspringerin als Lucrezia Borgia an der New Yorker Carnegie Hall und mit ihrem Debüt als Marguerite in Gounods Faust an der New Yorker Met der internationale Durchbruch. Es folgten Auftritte an den wichtigsten Opernhäusern und Konzertsälen der Welt, darunter die Mailänder Scala, Wiener Staatsoper, Royal Opera House Covent Garden London, Opéra de Paris, Gran Teatro del Liceu Barcelona, Teatro Real Madrid, Bolshoi Moskau, Mariinski Sankt Petersburg, Teatro Colón de Buenos Aires, San Francisco Opera, Bayerische Staatsoper München und die Festspiele von Salzburg, Aix en Provence oder Glyndebourne. Bald avancierte sie – mit einem Repertoire von beinahe 90 Rollen – zu einer der größten Sängerinnen ihrer Zeit.

An der Wiener Staatsoper hatte Montserrat Caballé ihren ersten Auftritt vor knapp 60 Jahren am 28. Februar 1959 als Donna Elvira in Mozarts Don Giovanni. Es folgten die Partien der Salome, Elisabeth (Don Carlo), Leonora (Il trovatore), Tosca, Amelia (Un ballo in maschera), Norma (Neuproduktion), Leonora (La forza del destino), Maddalena (Andrea Chénier), Madama Cortese (Neuproduktion von Il viaggio a Reims 1988). Im April 2007 kehrte sie nochmals an die Wiener Staatsoper zurück und verkörperte die Duchesse de Crakentorp in der Premierenserie von La Fille du régiment. Im Zuge dieser Auftritte wurde ihr am 26. April 2007 der Titel „Österreichische Kammersängerin“ verliehen. Insgesamt sang Montserrat Caballé 11 verschiedene Partien in 44 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper, darunter 3 Premieren. Zum letzten Mal auf der Staatsopernbühne stand sie am 28. April 2007 als Duchesse de Crakentorp.

Neben ihren über 4.000 Auftritten auf den internationalen Opern- und Konzertbühnen und ihren unvergleichlich vielen Aufnahmen klassischer Musik (darunter zahlreiche durch sie wiederentdeckte Werke) hat sie auch mit Künstlern aus dem Bereich der Populärmusik zusammengearbeitet, so u.a. Freddie Mercury, und ist dadurch einem breiten Publikum bekannt geworden. Die Liste der hohen, internationalen Auszeichnungen, Ehrungen und Titel, die ihr im Laufe der Jahre verliehen wurden, ist lang und beeindruckend.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—


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Hamburg, George Gagnidze im Gespräch mit IOCO, IOCO Aktuell, 07.10.2017

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Große Sänger – Staatsoper Hamburg

 IOCO spricht mit Bariton George Gagnidze

Patrik Klein,  IOCO Korrespondent im Hamburg, unterhielt sich am 5. Oktober 2017 mit dem georgischen Star-Bariton George Gagnidze über kommende Auftritte an der Staatsoper Hamburg, derzeit dort laufende Proben und seine künstlerische Karriere von Tiflis bis New York.

Patrik Klein und Georg Gagnidze © Patrik Klein

Patrik Klein und Georg Gagnidze © Patrik Klein

IOCO: Lieber Herr Gagnidze, nach dem Jago (Otello) und Simon Boccanegra vor einiger Zeit unter der Intendanz und dem Dirigat von Simone Young sind Sie wieder an der Hamburgischen Staatsoper für den Alfio (Cavalleria Rusticana) und den Tonio/Taddeo (I Pagliacci). Wie geht es Ihnen in Hamburg und was schätzen Sie an der Hansestadt an der Elbe besonders?

GG: Ich habe die beiden Rollen Jago und Simone Boccanegra (2 mal als Einspringer für Placido Domingo und einige fest geplante Vorstellungen) unter Frau Young sehr genossen, weil Verdi für mich etwas ganz Besonderes ist und ich das empfinde, wie jeden Abend zu malen; ja wie ein Maler, der seine vielen Farben benutzt um alles Wichtige zum Ausdruck zu bringen. Hier in Hamburg fühle ich mich sehr willkommen geheißen. Die Hamburger sind typisch Norddeutsch, sie sind offen und hier am Haus herrscht ein gutes, freundliches Arbeitsklima. Durch mein erstes Engagement in Osnabrück bin ich die Mentalität schon etwas gewohnt. An einem kleinen Haus wie Osnabrück oder einer großen Oper wie in Hamburg muss man immer alles geben, was man hat. Ich liebe auch die besondere Reaktion des Publikums hier, welches vielleicht ein wenig verhaltener ist, aber umso herzlicher dann am Schluss. Gestern Abend nach Cavalleria und I Pagliacci war ein riesiger, ungewöhnlicher Jubel beim Publikum. Das war toll.

IOCO:  Sie stecken mitten in der Aufführungsserie für die Wiederaufnahme der beiden Einakter von Mascagni und Leoncavallo in einer eher klassischen Inszenierung von  Giancarlo del Monaco aus dem Jahr 1988. Und sie singen an der Seite von sehr bekannten Kolleginnen und Kollegen in einem eingespielten hauseigenen Ensemble. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

GG: Das ist wunderbar. Wir haben ein großartiges, internationales Team mit tollen Sängerinnen und Sängern auch aus dem Ensemble des Hauses und einen wunderbaren jungen Dirigenten aus Halle. Herr Caballé war bei allen Proben von Anfang an dabei. Wir haben fast drei Wochen vor der ersten Aufführung zusammen geprobt, weil auch das Stück aus dem Jahr 1988 schon lange nicht mehr hier gespielt worden ist. Die Inszenierung von Giancarlo del Monaco, der für mich einer der besten Regisseure ist, gefällt mir sehr gut. Mit Giancarlo habe ich bereits viel zusammengearbeitet, u.a. in Paris bei Francesca da Rimini von R. Zandonai. Hier in Hamburg spielen die Stücke in Sizilien, was meiner Meinung nach sehr gut zu der Musik passt. Klassisch, aber sehr interessant gemacht.

Georg Gagnidze © Dario Acosta

Georg Gagnidze © Dario Acosta

IOCO: Herr Gagnidze, Sie stammen aus Georgien. Aus diesem Land kommen nach meinem Wissen viele bekannte Sängerinnen und Sänger. Anita Rachvelishvili, Nino Machaidze, Iano Tamar, Paata Burchulaadze, um nur einige von ihnen zu nennen. Ähnlich wie im rumänischen Cluj-Napora, aus dem die meisten berühmten rumänischen Sänger kommen, frage ich mich, wie das kommt und was der Grund hierfür ist. Hat das Thema Musik in der Kultur vielleicht einen ganz besonderen Stellenwert?

GG: Georgien hat eine sehr große Tradition bei der Folkloremusik seit vielen, vielen Jahren. Ein Lied ist ganz besonders bekannt und befindet sich auf den „Goldenen Schallplatten“, die seit 1977 an Bord der interstellaren Raumsonden Voyager 1 und 2 im Weltall unterwegs sind. Es handelt sich hier um Chormusik mit dem Namen Tschakrulo. Das ist etwas ganz Besonderes, das unser Land Georgien charakterisiert. Es gibt in Georgien weniger die Tradition für Opernmusik, eher die Tradition für Volksmusik. Es gibt auch eine Reihe von bekannten Musikern, wie Pianisten und Geiger, die aus Georgien stammend Weltkarriere gemacht haben. Das Opernhaus in Tiflis existiert seit etwa 1851. Von da an hat sich auch die klassische Gesangskultur in meinem Heimatland entwickelt. 1894 debutierte dort sogar der russische, weltbekannte Bass Fjodor Iwanowitsch Schaljapin. Sein Lehrer war kein geringerer als der Tenor Dmitri Usatov,  der zu dieser Zeit in Tiflis wirkte.

IOCO: Wie war das bei Ihnen? Wie haben Sie entschieden, Sänger zu werden?

GG: Bei mir war das zu Beginn ganz ungewöhnlich. Ich habe als Ingenieur und Autobauer begonnen, bevor ich zur Musik kam. Wir haben immer zu Hause in der Familie und ich besonders mit meiner Schwester gesungen, die heute in Kanada lebt und bei einer Bank beschäftigt ist. Sie ist auch heute noch eine Hobbysängerin. Bei mir passierte es in der Studentenzeit, als wir zusammen an einem Tisch saßen und auch ein wenig die 8000 Jahre alte Weintradition des Landes genossen. Da wurde im Spaß Volksmusik gesungen. Ein in Tiflis bekannter Musikprofessor hatte das gehört und empfahl mir meine Stimme ausbilden zu lassen. Ich war damals 17 Jahre alt, ein wenig überrascht und habe schließlich Privatunterricht genommen. Mein Vater war nicht gerade begeistert, weil er meinte, ich solle einen ordentlichen Beruf lernen. Damals habe ich oft die Stimme von Pavarotti gehört und war so in seinen Bann gezogen, dass ich mich nicht davon abbringen ließ.

IOCO: Wie sind die Karriereaussichten in einem so traditionellen kulturellen Land wie Georgien?

GG: Die Möglichkeiten als Opernsänger in Georgien sind ganz gut, aber wenn man eine Stimme von internationaler Qualität bekommt, dann nimmt man natürlich gerne die Möglichkeiten wahr, in Europa oder Übersee an die großen und berühmten Opernhäuser zu kommen und dort zu spielen und zu singen. Bei mir lief das über einige Wettbewerbe, an denen ich teilgenommen habe und die mir die Möglichkeiten eröffnet haben, ins Ausland zu gehen. Ich habe einige Preise gewonnen bei Wettbewerben von Leyla Gencer, Elena Obraztsova oder José Carreras, die mir die internationale Karriere eröffnet haben. Carreras war ganz besonders fasziniert von meinem Rigoletto, bei dem er mir guten technischen Gesang, Ausdruck und überzeugende Kraft attestiert hatte.

IOCO: Als Sie sich entschieden haben, für Ihre musikalische Karriere Ihr Land zu verlassen, wie ging es weiter? Welche Stationen haben Sie absolviert?

GG: 1996 begann meine Karriere an der Oper in Tiflis, wo ich u.a. den Germont (La

Metropolitan Opera New York © IOCO

Metropolitan Opera New York © IOCO

Traviata) gesungen habe. Mein erstes Engagement in Deutschland war von 2003 bis 2005 in Osnabrück im Ensemble. Dort durfte ich ohne die deutsche Sprache sprechen zu können den Jochanaan in Salome singen, was für mich nicht ganz einfach war. Dabei hat mich Michael Schulz als Operndirektor von Weimar gehört und mit an die dortige Oper genommen, wo ich von 2005 bis 2011 fest engagiert war. Dort in Weimar habe ich viele Rollen verkörpert, ganz besonders oft den Scarpia und den Rigoletto. Im Jahr 2012 habe ich dann einen wichtigen Wettbewerb „Voci-Verdiane“ in Parma gewonnen, der mir die weiteren internationalen Häuser eröffnet hat. Der Dirigent Lorin Maazel und der Direktor von der New Yorker MET Peter Gelb  haben meine Karriere dann weiter gefördert und ich durfte 2009 als Rigoletto in der alten Inszenierung von Otto Schenk an der Met debutieren. Dort habe ich fast 100 Vorstellungen gesungen, den Rigoletto, auch in der neuen Inszenierung von Michael Mayer.

IOCO: Sänger zu sein in einem unbekannten, fremden Land mit neuen kulturellen Randbedingungen, einer fremden Sprache und vielleicht anderen Gepflogenheiten an den Häusern. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

GG: Ich habe immer in meinem Leben bisher das Glück gehabt, gute Freunde und hilfreiche Menschen getroffen zu haben, die mir bei vielen Schwierigkeiten geholfen haben. Einige Fans haben sich zu wahren Freunden entwickelt und mich unterstützt, wo immer sie konnten.

IOCO: Sie stehen nun in der „ersten Reihe“ der Baritone der Welt und haben große Engagements an den berühmtesten Häusern des Globus. Wie kommt man damit klar?

GG: Das ist eine sehr große Herausforderung und verlangt sehr viel Disziplin, um mit dem großen Zeit- und Erfolgsdruck klarzukommen. Schauen Sie, gestern hatte ich eine Vorstellung Cavalleria und I Pagliacci. Momentan bereite ich mich auf meine neue Rolle als Barnaba in La Gioconda vor. Direkt nach unserem Gespräch habe ich dazu eine Klavierprobe mit meinem Repetitor. Das geht nur mit einer guten Organisation. Eigentlich bin ich immer in Gedanken bei meiner Arbeit.

IOCO: Hier in Hamburg haben Sie es mit einer recht konventionellen Produktion zu tun. Wahrscheinlich kommen Sie aber auch mit Vertretern des modernen Regietheaters zusammen. Kollegen von Ihnen lehnen manchmal eine Zusammenarbeit unter bestimmten Voraussetzungen ab. Was denken Sie über Inszenierungen des modernen Regietheaters?

GG: Das ist sehr unterschiedlich, denn es gibt auch viele sehr gute Produktionen mit moderner Ausrichtung. Die Tosca (Scarpia) von Luc Bondy in New York war eine solche Produktion, die den bösen Charakter der Hauptfigur in einen nachvollziehbaren und packenden Thriller integrierten. Auch David McVicar ist ein von mir geschätzter Regisseur, mit dem ich auch I Pagliacci  2015 in New York gemacht habe, der spannende moderne Inszenierungen erarbeitet.

IOCO:  Welche Rolle verkörpern Sie am allerliebsten?

GG: Meine Lieblingsrollen sind der Rigoletto und Scarpia. Mir gefällt aber auch der Jochanaan und, ja Sie werden es nicht glauben, ich habe bereits den Holländer gesungen. Zukünftig möchte ich das Singen von Wagnerpartien noch ausbauen. Aber dafür muss ich noch hart arbeiten am Text und dem Ausdruck. Es wird noch eine Weile dauern. Aber ich habe mit 47 Jahren hier noch einige Möglichkeiten. Ein Bariton kann ja gut und gerne bis 60 Jahre oder mehr gut singen. Bei einem Tenor ist das schon eher seltener der Fall.

IOCO: Wie bereiten Sie sich auf eine neue Rolle vor?

GG: Zunächst lerne ich gar keine Noten, sondern die Literatur und das historische Umfeld. Bei La Gioconda ist der Text von Boito und spielt in Venedig. Da braucht es viel Hintergrundwissen. Barnaba als Spion für die Inquisition ist auch ein sehr böser Charakter, den man vorher genau studieren muss. Die Rolle ist stimmlich und charakterlich sehr sehr schwer. Danach lerne ich den Text und die Musik für mich alleine, bevor ich den Feinschliff mit meinem Repetitor Alessandro Amoretti ansetze. Er ist für mich der beste und ein guter Freund und Begleiter.

IOCO: Wie sehen Ihre zukünftigen Engagements aus? Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

GG: Da wird es einiges geben: Nach den Vorstellungen in Hamburg werde ich Pagliacci an der MET singen, Amonasro in Aida in Madrid und an der Mailänder Scala, und an der Deutschen Oper Berlin gebe ich im Sommer mein Rollendebüt als Barnaba in La Gioconda. Ein weiteres Rollendebüt in einer späteren Spielzeit wird der Michele in Tabarro an der MET sein. Für die zukünftigen Ideen in meinem Kopf könnten die Partien Holländer, Wotan, Gunther, Alberich und Hagen entstehen. Ich denke, man muss Wagner ähnlich wie Mozart singen, mit etwas Italianita und  legato; aber man muss es können und es ist extrem viel Energie dazu nötig. Tokyo hat mich für die vier Bösewichte in Hoffmanns Erzählungen eingeladen, aber dazu hatte ich leider keine Zeit mehr.

IOCO: Was machen Sie, wenn Sie nicht singen am liebsten?

GG: Mein Ausgleich sind meine Frau und meine beiden Kinder, die mich auch begleiten, wenn sie Zeit haben. Ich versuche so oft wie möglich in Tiflis zu Hause zu sein. Das klappt für etwa 2 bis 3 Monate im Jahr. Ansonsten liebe ich es, in meiner Freizeit zu angeln und auf die Jagd zu gehen.

Patrik Klein: Herr Gagnidze, ich danke Ihnen ganz herzlich für das Gespräch.

Georg Gagnidze © Dario Acosta

Georg Gagnidze © Dario Acosta

GEORGE GAGNIDZE – BIOGRAFIE

Seit seinem sensationellen Debüt als Rigoletto an der New Yorker Metropolitan Opera im Jahre 2009 zählt der georgische Bariton George Gagnidze zu den führenden Sängern seines Fachs.

In der Spielzeit 2017/18 ist der Sänger in Cavalleria rusticana und Pagliacci an der Hamburgischen Staatsoper und der Oper von Rom, Pagliacci an der Metropolitan Opera, Aida an der Mailänder Scala und am Teatro Real Madrid sowie in seinem Rollendebüt als Barnaba in La Gioconda an der Deutschen Oper Berlin zu erleben. 2016/17 debütierte der Künster als Carlo Gérard in Andrea Chénier an der San Francisco Opera, wo er auch als Amonasro in Aida zu hören war; kehrte an die Metropolitan Opera New York als Amonasro sowie an die Deutsche Oper Berlin als Carlo Gérard und Scarpia in Tosca zurück. In der Arena von Verona war er in einer Neuproduktion von Nabucco zu erleben und bei den BBC Proms gab er sein Debüt als Šakovlity in Hovanšcina.

Zu den größten Erfolgen des Sängers zählen Auftritte in Rigoletto, Tosca, Macbeth, Cavalleria rusticana, Pagliacci, Aida und Hovanšcina an der Metropolitan Opera; Nabucco und Tosca an der Wiener Staatsoper; Rigoletto, Tosca, La traviata und Aida an der Mailänder Scala, Tosca und Aida an der Opéra National Paris, Simon Boccanegra am Teatro Real Madrid; Rigoletto beim Festival of Aix-en-Provence und an der Deutschen Oper Berlin; Cavalleria rusticana und Pagliacci am Gran Teatro del Liceu Barcelona; Pagliacci an der Los Angeles Opera; La traviata in der Arena von Verona; Otello und Simon Boccanegra an der Hamburgischen Staatsoper und als Falstaff am New National Theatre Tokyo.

In Tiflis geboren und am Staatlichen Konservatorium seiner Heimatstadt ausgebildet, debütierte er 1996 im Paliashvili-Opernhaus als Renato in Giuseppe Verdis Un ballo in maschera. Als Preisträger des Leyla-Gencer-Wettbewerbs und des Elena-Obraztsova-Wettbewerbs trat er 2005 beim Concorso Voci Verdiane an. Die Jury unter dem Vorsitz von José Carreras und Katia Ricciarelli überreichte ihm den ersten Preis für seine überragende Gesangsinterpretation.

Von Deutschland aus startete George Gagnidze seine internationale Karriere, die ihn innerhalb kürzester Zeit an viele wichtige Opernhäuser der Welt führte. Im Laufe seiner Karriere arbeitete George Gagnidze mit vielen namhaften Dirigenten und Regisseuren zusammen, so z.B. mit James Levine, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Fabio Luisi, James Conlon, Plácido Domingo, Mikko Franck, Jesús López-Cobos, Nicola Luisotti, Daniel Oren, Gianandrea Noseda, Kirill Petrenko, Yuri Temirkanov; Luc Bondy, Liliana Cavani, Robert Carsen, Peter Stein, Giancarlo Del Monaco, Henning Brockhaus und Robert Sturua.

—| IOCO Aktuell Staatsoper Hamburg |—


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Stuttgart, Staatsoper Stuttgart, Premiere: Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach, 19.03.2016

März 3, 2016 by  
Filed under Premieren, Pressemeldung, Staatsoper Stuttgart

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Oper Stuttgart

Stuttgart Opernhaus © A.T. Schaefer

Stuttgart Opernhaus © A.T. Schaefer

 Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach

in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere am Samstag, 19. März 2016, um 18 UhrWeitere Vorstellungen: 24.03.2016 19:00 Uhr, 03.04.2016 15:00 Uhr, 10.04.2016 18:00 Uhr, 15.04.2016 19:00 Uhr, 23.04.2016 19:00 Uhr, 30.04.2016 19:00 Uhr, 04.05.2016

Einführungsmatinee: Sonntag, 13. März 2016, 11 Uhr im Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt einen Einblick in die Konzeption der Neuinszenierung.  Nach(t)gespräche, Sonntag, 3. April 2016, Sonntag, 10. April 2016

Paris / Jacques Offenbach Foto IOCO

Paris / Jacques Offenbach Foto IOCO

Erstmals wird eine Operninszenierung von Christoph Marthaler in Stuttgart zu sehen sein, wenn seine Interpretation von Jacques Offenbachs phantastischer Oper Hoffmanns Erzählungen am Samstag, 19. März 2016, um 18 Uhr Premiere feiert. Die als Koproduktion mit dem Teatro Real in Madrid entstandene Neuinszenierung hatte dort am 17. Mai 2014 unter der musikalischen Leitung von Sylvain Cambreling Premiere. Cambreling hatte nach intensivem Quellenstudium und in enger Zusammenarbeit mit der Regie eine „Madrider Fassung“ erarbeitet, welche nun auch in Stuttgart erklingen wird. Der Stuttgarter Generalmusikdirektor wird vier der insgesamt acht Vorstellungen dirigieren, für die anderen Vorstellungen kehrt Gregor Bühl ans Pult des Staatsorchesters Stuttgart zurück. Das Bühnen- und Kostümbild hat Anna Viebrock entworfen, die – ebenso wie Sylvain Cambreling – eine langjährige Zusammenarbeit mit Christoph Marthaler verbindet, u.a. im Leitungsteam des Schauspielhauses Zürich (2000 – 2004). Sie wird ihren Bühnenentwurf an die kleinere Bühne des Stuttgarter Opernhauses anpassen und das Masken- und Kostümbild weiterentwickeln. Für die Choreografie zeichnet Altea Garrido verantwortlich. Die Choreografin und Tänzerin, die regelmäßig mit Christoph Marthaler zusammenarbeitet, verkörpert zudem wie bereits bei der Madrider Premiere Hoffmanns Geliebte Stella.

Sylvain Cambreling und Christoph Marthaler werden Ihre Interpretation des Werks mit der Stuttgarter Besetzung neu einstudieren. Die Tenöre Marc Laho und Eric Cutler übernehmen alternierend die Titelpartie und geben damit jeweils ihr Hausdebüt an der Oper Stuttgart. Marc Laho sang die Partie des Hoffmann bereits an den Opernhäusern in Prag, Basel und Zürich und zuletzt in Toulon. Eric Cutler verkörperte Hoffmann bei der Madrider Premiere von Marthalers Inszenierung. Als Muse/Niklaus ist Sophie Marilley aus dem Stuttgarter Solistenensemble zu erleben. Auch die verflossenen Geliebten Hoffmanns werden von Stuttgarter Ensemblemitgliedern dargestellt: Ana Durlovski übernimmt wie bereits am Teatro Real die Partie der Olympia. Mandy Fredrich singt die Antonia; diese Partie hat sie erstmals bei den Bregenzer Festspielen 2015 interpretiert. Simone Schneider gibt als Giulietta ihr Rollendebüt. Die vier Widersacher von Hoffmann werden im Wechsel Alex Esposito und Vito Priante verkörpern. Esposito gab sein Rollendebüt 2014 in Oslo unter der Regie von Calixto Bieito. Vito Priante sang die vier Bösewichte bereits in Madrid. Auch Graham F. Valentine, der sich dem Stuttgarter Publikum als Spalanzani vorstellt, wirkte bei der Madrider Premiere von Hoffmanns Erzählungen mit. Weitere Partien sind mit Torsten Hofmann (Andreas/Cochenille/Franz/Pitichinaccio), Maria Theresa Ullrich (Stimme von Antonias Mutter) und Kammersänger Roland Bracht (Luther/Crespel) aus dem Stuttgarter Solistenensemble sowie Eric Ander (Schlemihl) und Dominic Große (Hermann) aus dem Opernstudio besetzt.

Der Künstler Hoffmann, gleichermaßen in einer Schaffens- wie in einer Liebeskrise, gerät in dieser Oper, verfolgt von seiner Muse, in eine surreale Welt, die sich aus seiner eigenen Vorstellungskraft speist. Er begegnet drei Frauen, an denen er verschiedene Spielarten leidenschaftlicher Hingabe erprobt: der mechanischen Apparatur Olympia, der ganz in ihrer Kunst verlorenen Sängerin Antonia und schließlich der berechnenden Kurtisane Giulietta. Begleitet von weiteren Figuren, die stets wie Engel und Teufel seines Gewissens agieren, durchläuft Hoffmann die surreal verzerrten Szenerien seiner Fantasie.

Koproduktion der Oper Stuttgart und des Teatro Real Madrid.

Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling, Gregor Bühl, Regie: Christoph Marthaler, Regie-Mitarbeit: Joachim Rathke, Bühne und Kostüme: Anna Viebrock, Licht: Olaf Winter, Choreografie: Altea Garrido, Chor: Christoph Heil, Dramaturgie: Malte Ubenauf

BESETZUNG:
Hoffmann: Marc Laho, Eric Cutler
Muse / Niklaus: Sophie Marilley
Lindorf / Coppelius / Dapertutto / Mirakel: Alex Esposito, Vito Priante
Andreas / Cochenille / Pitichinaccio / Franz: Torsten Hofmann
Olympia: Ana Durlovski
Antonia: Mandy Fredrich
Giulietta: Simone Schneider
Stella: Altea Garrido, Begoña Quiñones
Stimme der Mutter: Maria Theresa Ullrich
Nathanaël: Thomas Elwin
Spalanzani: Graham F. Valentine, Graham F. Valentine
Hermann: Dominic Große
Schlemihl: Eric Ander
Luther / Crespel: Roland Bracht, Henry Waddington

Pressemeldung Oper Stuttgart


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