Dresden, Semperoper, Iphigenie auf Tauris – Tanzoper von Pina Bausch, IOCO Kritik, 07.12.2019

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Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Iphigenie auf Tauris – Tanzoper von Pina Bausch

Semperoper-Ballett brilliert mit antikem Drama

von Thomas Thielemann

Bei den antiken Griechen ging es, wenn man den Dramen des Tragiker Euripides (etwa 480 v. Chr. bis etwa 407 v. Chr.) folgt, ordentlich zur Sache. So opferte der Feldherr Agamemnon bedenkenlos seine Tochter Iphigenie, um einen Fluch der Jagdgöttin Diana, der wegen einer flapsigen Bemerkung des Heerführers erfolgt war, zu lösen und so den Trojanischen Krieg zu ermöglichen. Als der siegreiche Agamemnon nach zehnjähriger Abwesenheit nach Hause zurückkommt, wird er von seiner Gattin Klytämnestra wegen dieses Opfers der gemeinsamen Tochter ermordet. Klytämnestra hatte aber einen weiteren Antrieb zum Gattenmord: sie hatte sich inzwischen mit einem anderen Ehemann getröstet. Das wiederum war für Orest, den Bruder der Iphigenie, Anlass, die gemeinsame Mutter inclusive des Stiefvaters umzubringen.

The Making of … Iphigenie – Gabriela Scherer und Sangeun Lee
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Die Göttin der Jagd hatte aber das Opfer Iphigenie nicht angenommen und die Geopferte in das Land der Tauren, auf die Halbinsel Krim „entrückt“, um dort als Oberpriesterin die Menschenopfer der dortigen Untertanen des Königs Thoas zu überwachen. Religionsgeschichtlich ist interessant, dass die vom Euripides im Amphitheater vorgeführten Götter gegen die Menschenopfer des Vor-Skythischen Volksstammes zu Felde ziehen. Im Verlaufe Euripides-Dramas Iphigenie bei den Tauriern fühlt sich Diana von dem an ihrem aus Griechenland geraubten Altar vergossenem Menschenblut kompromittiert. So schafft sie im Handlungsverlauf zivilisierte Verhältnisse: Orest und sein Gefährte Pylades sind nach Tauris geschickt, um den Altar der Jagdgöttin nach Hause zu holen. Dank des direkten Eingreifens der Göttin wird Thoas, der König der Taurer, gehindert die beiden Ankömmlinge zu opfern. Iphigenie, der vom Muttermord entsühnte Orest und Pylades konnten mit dem Diana-Altar nebst den in Taurus Versklavten nach Griechenland zurückkehren. Iphigenie wird Ober-Priesterin der Jagdgöttin in Athen.

Neben einer Vielzahl weiterer Nachschöpfungen komponierte Christoph Willibald Gluck (1714-1787) mit einem nach Euripides geschriebenen Libretto von Nicolas Francois Guillard (1752-1814) eine wunderbare Oper.

Die hochkreative Choreographin Pina Bausch (1940-2009) hat 1974 mit ihrem Wuppertaler Tanztheater, aus Glucks Oper ein Ballett-Oratorium Iphigenie auf Tauris gestaltet. Dank einer Kooperation des „Semperoper Balletts“ und der Pina Bausch Foundation in Zusammenarbeit mit dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch erlebte ihre „Tanzoper in vier Akten nach der gleichnamigen Oper von Christoph Willibald Gluck am 5. Dezember 2019 ihre Dresdener Premiere.

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper - hier : Sangeun Lee als Iphigenie © Ian Whalen

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper – hier : Sangeun Lee als Iphigenie © Ian Whalen

Die Choreographin hatte ein außergewöhnliches Talent  für das Erzählen von schweren konfliktbeladenen Mythen und Geschichten ohne deren Frische und Essenz zu gefährden. Durch vitalen und ausdrucksstarken Tanz konnte sie die Grenzen zwischen Musik und den dramatischen Elementen der griechischen Tragödie auflösen. Die anmutigen Tanzszenen mit der Minimalität von Szene und Einfachheit der Kostüme entführen gemeinsam mit der erhabenen Kraft der der Musik Glucks das Publikum auf eine moderne Reise der Gefühle.

Sänger und Tänzer wirkten zusammen, aber von verschiedenen Orten aus, um jeder mit seiner Kunst den Figuren der Geschichte Leben einzuhauchen. Die Tänzer des Semperoper-Ballett beanspruchen die Bühne, die Sänger kommentierten von beiden Seiten aus den Proszeniumslogen die Tanzszene. Der Staatsopernchor war gemeinsam mit den Musikern der Staatskapelle in den Graben verbannt.

The Making of … Iphigenie – hier Dirigent Jonathan Darlington
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Die musikalische Leitung hatte der englische Dirigent Jonathan Darlington übernommen, der schon mehrfach im Graben des Hauses Gast gewesen war. Der 1958 Geborene beeindruckte am Premierenabend mit seinem Gespür für Tempo und Dramatik. Einfühlsam gelang es ihm, mit den hervorragend aufgelegten Musikern der Staatskapelle, die Tänzer und Sänger zusammen zu führen, sowie den Chor trotz der schwierigen räumlichen Verhältnisse zu integrieren.

Die promivierte Schweizer Sopranistin Gabriela Scherer verkörperte die Stimme der Iphigenie mit einem wunderbar warmen, ebenem Sopran und sicherer Intonation. In Erinnerung bleibt als besonders beeindruckend ihre große Arie im zweiten Akt, wenn sie den Untergang ihrer Familie beklagt.

Den König der Taurer, Thoas, sang der seit Saisonbeginn dem Ensemble angehörige und inzwischen viel beschäftigte Bassbariton Lawson Anderson. Mit seiner kraftvoll, dunkel gefärbten Stimme und seiner differenzierten Phrasierung bot der noch junge Amerikaner etwas Besonderes.

Der Bassbariton Sebastian Wartig, 1989 in Dresden geboren, bis 2008 im Kreuzchor beheimatet, ist über das Junge Ensemble zum Hausensemble gekommen. Mit seiner gut geführten, schön timbrierten Artikulation gab er dem Orest mit Präzision und Beweglichkeit eine Stimme.

Mit seinem geschmeidigen klangschönen, aber leider etwas schmalen Tenor verkörperte der Texaner Joseph Dennis aus dem Ensemble den Pylades. Die seit 1989 dem Ensemble angehörende Koloratur-Sopranistin Roxana Incontrera brachte engagiert und pointiert mit musikalischer Präzision die Stimme der Diana von der Loge. Der von Gerd Amelung vorbereitete Chor flehte, klagte und beeindruckte vor allem mit dem Schlusschor.

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper © Ian Whalen

Semperoper Dresden / Iphigenie auf Tauris als Tanzoper © Ian Whalen

Für die Tanzdarbietungen waren, vom Tanztheater Wuppertal Clémentine Deluy und Dominique Mercy als künstlerische Leitung engagiert worden und außerdem mit der Einstudierung der Hauptpartien beauftragt. Den Tänzer des Thoas hatte Andrey Berezin vorbereitet. Die Gruppen hatten Fernando Suels Mendoza und Barbara Kaufmann sowie Thusnelda Mercy trainiert.

Insbesondere den Solisten des Semperoper Ballett gelang es wieder einmal, mit dem Niveau ihrer tänzerischen Leistungen zu überzeugen. An der Spitze die Darstellerin der Iphigenie, Sangeun Lee. Die aus Seoul stammende Tänzerin, 2010 zum Ensemble gekommen, ist seit 2016 Erste Solistin. Die technischen Voraussetzungen der anspruchsvollen Partie zu bewältigen, ist die eine Sache. Ihr aber auch Persönlichkeit zu verleihen, die andere. Beides war ihr aber in hohem Masse gelungen.

Der Kanadier Casey Ouzounis war 2014 über das Elevenprogramm der Palucca-Hochschule zum Ensemble gekommen und ist seit 2017 Coryphée. Mit einer vielschichtigen Bewegungssprache tanzte er den Finsterling Thoas. Auch der aus Italien stammende und in Mailand ausgebildete Francesco Pio Ricci, seit 2011 im Semperoper-Ballett und seit 2018 Solist, konnte als Orest mit seiner Bildsprache und Ästhetik überzeugen. Vom Ballettdirektor Watkin in New York entdeckt und 2013 nach Dresden geholt, hat sich inzwischen Julian Amir Lacey zum Sujet der Company entwickelt. Mit seiner Pylades-Interpretation verkörpert er glaubwürdig die Emotionen dieser Figur.

Die Gruppentänze begeisterten mit ihrem klaren Ausdruck und zeugten in ihren Formationen von der Professionalität der Dresdener Truppe.

Das faszinierende am Abend bleibt, dass nicht nur der über 2500-Jahre alte Stoff des Euripides noch immer lebendig geblieben ist, aber vor allem, dass die inzwischen vor 45 Jahren entstandene Arbeit der Künstler um Pina Bausch mit ihrer Ausdruckskraft, ihrem charakteristischem Stil noch immer modern daherkommen und die Freunde des klassischen Balletts mit seiner humanistischen Aussage mitreißen kann.

Die Ovationen des von der Anspannung etwas erschöpften Publikums begannen etwas zäh, steigerten sich dann aber im Verlauf der folgenden gefühlten fünfzehn Minuten stürmisch bis zu stehenden Ovationen.

Iphigenie auf Tauris als Tanzoper an der Semperoper; die weiteren Termine 8.12.; 10.12.; 12.12.2019

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Dresden, Semperoper, Spitzenranking – 290.000 Besucher, 92% Auslastung, IOCO Aktuell, 17.08.2019

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Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper Dresden – Spitzenranking in der Theaterwelt

Semperoper Dresden / Intendant Peter Theiler © Klaus Gigga

Semperoper Dresden / Intendant Peter Theiler © Klaus Gigga

Semperoper Intendant Peter Theiler zieht positives Resümee der Saison 2018/19 Dresden. Mit fast 290.000 Besucherinnen und Besuchern in den Kernbereichen Oper, Ballett und Konzerte verzeichnet die erste Saison unter der neuen Intendanz von Peter Theiler eine voraussichtliche Auslastung von 92 Prozent. Damit behauptet die Semperoper Dresden mit einem Kostendeckungsgrad von über 38 Prozent für das Jahr 2018 weiterhin einen Spitzenplatz im Ranking deutschsprachiger wie internationaler Theater.

300 Vorstellungen im Opernhaus und in Semper Zwei, darunter neun Opernneuproduktionen und drei Ballettpremieren, 33 Repertoirestücke in allen Sparten sowie zahlreiche Extra-Veranstaltung haben zum Gelingen der Saison 2018/19 als ebenso anspruchsvolles wie vielfältiges Musiktheater-Jahr beigetragen. »Die ausgezeichnete Bilanz mit konstant hohen Auslastungszahlen bestätigt uns darin, die Semperoper sowohl in traditionellen als auch ungewohnten Wahrnehmungsgewohnheiten zu verorten, gerade um dieser gesellschaftspolitisch unruhigen Zeit als kultureller Exzellenzbetrieb adäquat begegnen zu können. Unsere Gäste haben unser Angebot angenommen und ermutigen uns durch ihren Zu-spruch, in der kommenden Spielzeit 2019/20 den eingeschlagenen Weg künstlerisch konsequent und dialogbereit weiter zu beschreiten«, so Intendant Peter Theiler.

Moses und AronArnold Schönberg
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Rückblick auf die Spielzeit 2018/19

Unter dem Motto »Lebendiges Gedächtnis und vitale Gegenwärtigkeit« waren in der zu Ende gehenden Spielzeit aufregende Neuproduktion und große Namen von internationalem Rang zu erleben. Der Anspruch des Premierenzyklus 2018/19, eher ungewohnte künstlerische Positionen und selten gespielte Werke an dem Wagner und Strauss verpflichteten Haus zu präsentieren, fand mit Arnold Schönbergs Moses und Aron seinen Auftakt und schloss mit der gefeierten Premiere von Giacomo Meyerbeers Les Huguenots / Die Hugenotten ab.

Die viel beachteten, teils provokanten Premierenplakatmotive dazu schuf der Berliner Fotograf Andreas Mühe. Neben bedeutenden Regienamen wie unter anderem Calixto Bieito, Mariame Clément, Rolando Villazón und Peter Konwitschny, der nach längere Abwesenheit der Einladung Peter Theilers nach Dresden folgte, bereicherten hochkarätige Sängerinnen und Sänger wie Venera Gimadieva, Anja Harteros, Saioa Hernández, Placído Domingo und Michael Volle die Spielzeit. Die Sächsische Staatskapelle Dresden bewies sowohl in ihren Symphonie-und Sonderkonzerten als auch als Orchester in Oper und Ballett ihre Brillanz in einem weitgefächerten Repertoire. Nicht nur für Strauss-und Wagner-Liebhaber waren die Premiere von Ariadne auf Naxos und die Wiederaufnahme von Der fliegende Holländer unter der Leitung von Chefdirigent Christian Thielemann besondere Höhepunkte. Erstmalig als Erster Gastdirigent stand Omer Meir Wellber in dieser Saison am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Das Semperoper Ballett begeisterte neben seinen klassischen Stücken und der Wiederaufnahme des Erfolgsstücks COW das Publikum mit der Premiere der Choreografie Carmen von Johan Inger. Die außergewöhnliche Leistung der Company honorierte die internationale Tanzwelt mit mehreren Erwähnungen in der Dance Europe Critic’s Choice sowie den Nominierungen für den 2018 National Dance Award und den diesjährigen Helpmann Award. In Semper Zwei wurde im Mai die deutsche Fassung von Philip Venables 4.48 Psychose uraufgeführt. Das Stück nach Sarah Kane in der Übersetzung des Dresdner Dichters Durs Grünbein entwickelte sich seit seiner Premiere zu einem Publikumsmagneten vor ausverkauftem Haus.

Intendant Peter Theiler und Chefdirigent Christian Thielemann im Gespräch
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Ausblick auf die Spielzeit 2019/20

Am 31. August 2019 startet die neue Saison der Semperoper Dresden mit dem 1. Symphoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden, gefolgt von Mozarts Die Zauberflöte am 5. September 2019 als erste Opernaufführung der neuen Spielzeit. Zur traditionellen »Auftakt!«-Veranstaltung mit Kostproben aus den Premieren-und Repertoirevorstellungen 2019/20 lädt Intendant Peter Theiler am 8. September 2019 ein. Der Premierenreigen2019/20 startet mit Rossinis Il viaggio a Reims/Die Reise nach Reims in der Inszenierung von Laura Scozzi. Unter den weiteren zahlreichen Premieren-Highlights der kommenden Saison sind unter anderem Wagners Die Meistersinger von Nürnberg unter der Musikalischen Leitung von Christian Thielemann, Verdis Don Carlo mit Anna Netrebko in ihrem Debüt als Elisabetta di Valois und einem Prolog von Manfred Trohjan (Uraufführung) zu nennen.

In der Sparte Semperoper Ballett ergänzen die Tanzoper Iphigenie auf Tauris in Zusammenarbeit mit der Pina Bausch Foundation und dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sowie der dreiteilige Ballettabend Vier letzte Lieder mit einer Choreografie zum gleichnamigen Liederzyklus von Richard Strauss den Premierenkalender. In der Spielstätte Semper Zwei ist die Dresdner Erstaufführung von Peter Eötvös Der goldene Drache zu erleben. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »30 Jahre Friedliche Revolution« der Sächsischen Staatstheater findet am 11. Oktober 2019 die Festaufführung von Beethovens »Fidelio« in der Inszenierung nach Christine Mielitz statt.

—| IOCO Aktuell Semperoper Dresden |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Oper und Ballett November 2013

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Deutsche Oper am Rhein

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Oper und Ballett am Rhein – November 2013

 
Freitag,  8. November, 19.30 Uhr: Wiederaufnahme „Billy Budd“ im Opernhaus Düsseldorf
 
Freitag / Samstag  15./16. November: PINA 40 – 40 Jahre Tanztheater Wuppertal: „Bamboo Blues“ und „Sweet Mambo“ im Opernhaus Düsseldorf
 
Mittwoch  20. November, 19.30 Uhr: Wiederaufnahme „Hänsel und Gretel“ im Opernhaus Düsseldorf
 
Doonnerstag  21. November, 19.30 Uhr: Premiere Ballett am Rhein – b.16 im Theater Duisburg
 
Freitag  22. November, 19.30 Uhr: Wiederaufnahme „The Turn of the Screw“ im Opernhaus Düsseldorf
 
Sa  23. November, 19.00 Uhr: DRK-Gala im Theater Duisburg mit Dunja Hayali
 
So  24. November, 19.30 Uhr: Wiederaufnahme „Peter Grimes“ im Opernhaus Düsseldorf
 
 
Premiere  –  Ballett am Rhein – b.16
Es ist dieses kluge Arrangement, der inszenierte Dreiklang dieser so verschiedenen Stücke, der diese Aufführung so aufregend und anregend macht“, schreibt Dagmar Haas-Pilwat in der RP über b.16. Mit Jerome Robbins‘ „Afternoon of a Faun“ und Hans van Manens „Without Words“ eröffnen zwei erotisch aufgeladene Meisterwerke das Programm: Kammerspiele des Verlangens zwischen Zärtlichkeit und Zurückweisung. Mit „Nacht umstellt“ schuf Martin Schläpfer dagegen ein ganzes Kaleidoskop romantischer Erinnerungsbilder und Phantasmagorien – „ein Stück weiter dem Unfasslichen der Antimaterie des Todes entgegen“, so Dorion Weickmann in der SZ.
b.16  feiert   am 21. November im Theater Duisburg Premiere.
  
Wiederaufnahmen  –  „Peter Grimes“, „Billy Budd“ & „The Turn of the Screw” – Britten-Zyklus
Benjamin Brittens Oper „Peter Grimes“ wurde 2009 erstmals an der Deutschen Oper am Rhein gezeigt. Jetzt ist diese Produktion mit dem symbolträchtigen Bühnenbild von Kaspar Zwimpfer im Rahmen des Britten-Zyklus wieder zu erleben. Eine Welle stürzt über die Menschen herein, eine Welle von Gerüchten, Vorurteilen, Hass und Gewalt. „Peter Grimes“ ist am 1.November noch einmal in Duisburg und ab 24. November in Düsseldorf zu erleben.
Ab 8. November ist auch bei „Billy Budd“ im Opernhaus Düsseldorf das Meer nicht nur Schauplatz, sondern zugleich symbolträchtiger Ort der Opernhandlung. Erzählt wird die Geschichte des jungen Matrosen Billy, der zu Unrecht einer Revolte bezichtigt und verurteilt wird. „Billy Budd“ ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Britten sich mit Recht und Unrecht, Gut und Böse auseinandersetzt.
  
Geistergeschichte oder Psychodrama? Brittens 1954 uraufgeführte Kammeroper „The Turn of the Screw“ gibt darauf keine eindeutige Antwort. Man spürt jedoch mit großer Intensität, wie sich die Schraube des Unheimlichen immer enger dreht und auf die Katastrophe zusteuert – ab 22. November mitzuerleben im Opernhaus Düsseldorf.
 
„Hänsel und Gretel“
Die Kult-Oper für die ganze Familie – das ist der Winterklassiker „Hänsel und Gretel“ in der Inszenierung von Andreas Meyer-Hanno mit dem zeitlos zauberhaften Bühnenbild von Heinrich Wendel aus dem Jahr 1969. Ein vorweihnachtlicher Hör- und Sehgenuss für die ganze Familie – ab dem 20. November im Opernhaus Düsseldorf und im Dezember auch in Duisburg.
 
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Weiterhin im Programm  –  Ballett am Rhein – b.17
Als Martin Schläpfer die 7. Sinfonie Gustav Mahlers vor einiger Zeit zufällig im Radio hörte, stand für ihn fest, mit ihr die Spielzeit 2013/14 zu eröffnen: „Ich war total berührt von der Vielschichtigkeit und schillernden Großartigkeit dieser Musik“. Zentrale Themen in seiner Uraufführung, die unter Bezugnahme auf die Sinfonie Mahlers den Titel „7“ trägt, sind Erneuerung und Selbstfindung – erarbeitet mit einem Ensemble, in dem sich elf neue Tänzerpersönlichkeiten vorstellen. Ab 7. November vier Mal im Opernhaus Düsseldorf.
 
Dazu: Symphoniker im Foyer am 10. November um 11.00 Uhr im Foyer des Opernhauses Düsseldorf.
Mit den „Kindertotenliedern“ und dem a-Moll-Quartettsatz lädt die Symphoniker-Matinee zum Ballettabend b.17 zu weiteren Erkundungen in Gustav Mahlers musikalische Welten ein – und gibt Gelegenheit, mit Hans Rotts Streichquartett eines der außergewöhnlichsten Werke der Wiener Romantik zu erleben.
  
„La traviata“
Eine Kurtisane wird vergöttert, später geächtet. Die Hoffnung auf privates Glück muss sie aufgeben. Erst im Tod endet der Kampf, den sie als eine „vom Weg Abgekommene“ führen musste.
 
Giuseppe Verdis „La traviata“ gilt als die schönste Oper der Welt – Noch fünfmal ist sie in diesem Jahr im Theater Duisburg zu erleben.
  
„Luisa Miller“
Am 2. November besteht in Düsseldorf die vorerst letzte Gelegenheit, sich Verdis selten gespieltes Meisterwerk „Luisa Miller“ an der Deutschen Oper am Rhein zu sehen. „Die Neuinszenierung musikalisch darf und szenisch zu den besten Produktionen der Rheinoper gezählt werden.“ Pedro Obiera, NOZ
 
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Sonderveranstaltungen:
 
PINA 40
Im Rahmen seiner 40. Jubiläumsspielzeit zeigt das Tanztheater Wuppertal zum ersten Mal zwei Arbeiten, die in besonderer Weise miteinander verbunden sind: Mit „Bamboo Blues“ (2007) und „Sweet Mambo“ (2008) wagte Pina Bausch den außergewöhnlichen Versuch, zwei Stücke mit unterschiedlichen Tänzern aber der gleichen Ausgangssituation zu kreieren.
 
„Bamboo Blues“ – am 15.11., 16 Uhr und am 16.11., 14 Uhr im Opernhaus Düsseldorf
 
„Sweet Mambo“ – am 15.11., 21 Uhr und am 16.11., 19 Uhr im Opernhaus Düsseldorf
 
Zwischen den Vorstellungen im Opernhaus Düsseldorf, Foyer:
15.11. 19.30 Uhr: Begegnungen – Martin Schläpfer im Gespräch mit Norbert Servos
16.11. 17.30 Uhr: Buchpräsentation – Marion Cito stellt ihr Pina-Bausch-Buch vor
 
DRK-Gala – Sternstunden der Oper:  23. November, 19 Uhr, Theater Duisburg
Die Gala zu Gunsten des Roten Kreuzes – eines der „wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse der Stadt“ – feiert in diesem Jahr ihr 10. Jubiläum. Im vergangenen Jahr kamen erneut mehr als 200.000 € zusammen, mit denen wieder zahlreiche soziale Projekte in Duisburg gefördert werden konnten.
Moderation: Dunja Hayali
 
—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Ballett am Rhein zu Gast in Paris, 28.11. bis 5.12.2012

November 28, 2012 by  
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Deutsche Oper am Rhein

Theater de la Ville, Paris © Pline

Theater de la Ville, Paris © Pline

Ballett am Rhein zu Gast am Theatre de la Ville, Paris

Das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg gastiert zum ersten Mal im renommierten Théâtre de la Ville, Paris. Vom 28. November bis 5. Dezember 2012 präsentiert die Compagnie acht Vorstellungen von Martin Schläpfers Choreographien „Neither“ und „Forellenquintett“.

Im Théâtre de la Ville in Paris treffen Schauspiel-Ensembles, Tanzcompagnien und Musikformationen aus aller Welt zusammen. Es ist eine Bühne für renommierte Künstler und zugleich ein Ort des kulturellen Austauschs. Auf der Basis langjähriger Partnerschaften hat das Théâtre de la Ville die Arbeit international herausragender Choreographen begleitet. Zu den wenigen deutschen Compagnien, die hier regelmäßig zu Gast sind, zählt das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, dessen Weltruhm nicht zuletzt durch die stetige Präsenz in Paris begründet wurde.

Ballett am Rhein in Paris © Rheinoper

Ballett am Rhein in Paris © Rheinoper

Nun hat das Théâtre de la Ville erstmals Martin Schläpfer eingeladen, zwei seiner Choreographien zu zeigen: Vom 28. November bis 5. Dezember 2012 präsentiert sein Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg mit Unter­stützung des Goethe Instituts acht Vorstellungen von Martin Schläpfers „Forellenquintett“ zur Musik von Franz Schubert und seinem Ballett „Neither“ zur gleich­namigen Oper von Morton Feldman. Die beiden gänzlich unterschiedlichen Stücke zählen zu den wichtigsten Kreationen des Ballettdirektors und fanden höchste Anerkennung bei Presse und Publikum. Mit kongenialen Bühnenbildern und Kostümen von Keso Dekker („Forellenquintett“) und der Künstlerin rosalie („Neither“) stehen sie beispielhaft für Martin Schläpfers Tanz­kunst ebenso wie für die Leistungsfähigkeit und die künstleri­schen Ausdrucksmöglichkeiten seiner Compagnie.

In ganz Frankreich und Deutschland ist Martin Schläpfers „Forellenquintett“ am 27. Januar 2013 zu sehen: Der deutsch-französische Kultursender ARTE strahlt das im September vom ZDF in Duisburg aufgezeichnete Ballett in voller Länge aus.

Für 30 Ballettfreunde der Deutschen Oper am Rhein ist das Gastspiel „ihrer“ Compagnie willkommener Anlass für ihre diesjährige Ballettreise: Vom 29. November bis 2. Dezember erkunden sie die Stadt und werden am Samstag, 1. Dezem­ber, um 15:00 Uhr zusammen mit Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshaupt­stadt Düsseldorf, zur Vorstellung des Balletts am Rhein im Théâtre de la Ville erwartet.

Alle Vorstellungen im Théâtre de la Ville, Paris: Mi 28.11. / Do 29.11. / Fr 30.11 – jeweils um 20:30 Uhr; Sa 01.12. – 15:00 und 20:30 Uhr ; Mo 03.12. / Di 04.12. / Mi 05.12. – jeweils um 20:30 Uhr

 

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

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